Naja Sandy, eine spezielle Wahrheit über Anschläge gibt es nicht.
Es gibt viele einsatzerfahrene Kameraden, die nie einen erlebt haben.Dann gibt es welche, die kaum was davon mitbekommen haben (kommt z.B. schon mal bei Beschuss vor- nach der Rückkehr ist dann plötzlich eine entsprechende Delle oder ein Loch im Fahrzeug). Manche bekommen was innerhalb der Patrouille mit, haben aber Glück und weder ihnen noch ihren Kameraden passiert was. Und dann gibt es die, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort sind.
Dass Soldaten erstmal nicht darüber sprechen und auch solange sie im Einsatz sind, nichts davon erzählen, hat verschiedene Gründe:
Zum einen machen sich Angehörige natürlich Sorgen, wenn sie was hören, auch wenn es schon vorbei ist.
Zum anderen sind Soldaten etwas merkwürdig: Sie teilen solche Erlebnisse oft nur mit "Ihresgleichen". Ist schwer zu beschreiben-es ist einfacher, mit Leuten darüber zu sprechen, die dabei waren oder die zumindest ähnliches erlebt haben. Als Frau (und das gilt auch für andere Familienangehörige) bist du was das angeht eine Außenstehende. Das hat aber mir dir persönlich und auch nicht mit eurer Beziehung zu tun.
Dann ist es so, dass die wahre Verarbeitung eines Einsatzes erst nach der Rückkehr stattfindet. Im Einsatz sind bestimmte Dinge normal und andere verdrängt man einfach.
Gib ihm nach der Rückkehr einfach Zeit, vielleicht wird er mal einen Teil davon erzählen.
Edit: Wir Soldaten machen ja schon in der normalen Ausbildung Dinge, die für "normale" Menschen außerhalb jeglicher Lebensrealität sind. Für uns wird das oft normal.
Stell dir einfach mal vor, dass du jeden Tag mit deiner Waffe mit scharfer Munition durch die Gegend läufst- 4 Monate lang, jeden Tag, den ganzen Tage außer zum Sport und zur Körperpflege. Ist irgendwann ganz normal. Das Ding gehört einfach zum Bein dazu.
Nach der Rückkehr fehlt da plötzlich was- ist für Einsatzsoldaten in den ersten Tagen nach Rückkehr völlig normal, dass sie sich erschrecken und an´s Bein greifen, weil da was fehlt.
Mir ist es nach dem Einsatz passiert, dass ich auf einer Übung was für meine Einheit einkaufen musste. Also zwar ansonsten abgerödelt, aber die Sicherungsmunition am Mann. Für mich was völlig normales. Aber was meinste, wie die anderen Leute im Supermarkt geschaut haben.
Und das ist noch was völlig Harmloses.
Die Steigerung ist dann, nem "normalen" Zivilisten klar zu machen dass man sich beim Autofahren erschreckt, wenn ein anderes Auto sich "verdächtig" verhält- übrigens ist dieses "verdächtige" für normale Menschen ein völlig normales Verhalten.