einen Moment flackerte ja die Hoffnung auf Erkenntnis bei mir auf
Mit Erkenntnis und Einsicht ist das so eine Sache... ich dachte, während eines jahrelangen Studiums gewinnt man die Erkenntnis und erlangt die Einsicht, und war schon etwas enttäuscht, dass sich dies bei mir nicht einstellen wollte. Dann bin ich zu der überraschenden Erkenntnis gelangt, dass man Einsicht in der Prüfungskanzlei
beantragen kann... so einfach ist das also...

Vielleicht wären für ihn ein paar andere Thesen zum Thema Umgang mit der Presse (und das reflektiert auf einen längeren Zeitraum als den Monat Dezember)und seinem Amtsverständnis angebracht gewesen.
Man sollte eben nicht mit Bild ins Bett gehen. Das ist wie Krokodile füttern - die beißen dir trotzdem die Hand ab, wenn sie können. Er meinte wahrscheinlich, dank freundlicher Kooperation seien die auf seiner Seite, und war wohl entsprechend empört als die Schmierfinken plötzlich den Hosenstall aufmachten um ihm kräftig ans Bein zu pissen. Seine etwas heiss gekochte Reaktion (Anruf) ist durchaus menschlich verständlich. Mehr als das. Ich persönlich hätte es gar nicht bei solchen halbgaren, bürgerlichen Drohungen belassen, sondern wäre derart ordinär und deutlich geworden, dass der O-Ton aus Jugendschutzgründen erst nach 22 Uhr hätte veröffentlicht werden können. Und wahrscheinlich hätten Sido und Bushido einen Song draus gemacht, ohne große Änderungen. Aber ich bin eben auch nicht Bundespräsident, er dagegen schon, und deshalb ist er nicht nur Mensch, sondern auch Amtsträger. Der Mensch durfte so reagieren. Nicht jedoch der Amtsträger. Das war der Fehler.
Nur für´s Protokoll: nicht, dass ich denken würde, die Bild-Buben hätten das nicht VERDIENT. Die haben sich jeden denkbaren Schuss vor den Bug mit absoluter Sicherheit redlich verdient. Die Empörung über diesen "Angriff auf die Pressefreiheit" gerade seitens der (linken) Opposition, für die alle Springer-Blätter sonst das Feindbild Nr 1 sind (ein reines Hass- und Lügenkartell dem sie das Prädikat "Journalismus" sonst vehement absprechen) ist erkennbar opportunistisch geheuchelt, und das Opfergetue der Bild erinnert stark an "gefoulte" italienische Stürmer im Strafraum. Mehr Schein als Sein. Das gleiche gilt für den jahrealten Privatkredit etc pp. ... Kurz: die Fakten an sich sind nicht das Problem, die geben nicht viel her. Aber der öffentliche Umgang damit, das öffentliche Verhalten des Präsidenten in der Krise, ist mehr als unglücklich.