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Wir vom Team apellieren an alle, sich um ein freundliches Miteinander zu bemühen und Nachsicht mit unerfahrenere Usern zu üben und werden selber in nächster Zeit verstärkt darauf achten.

Auf ein entspanntes Forenleben, Euer Team

Autor Thema: Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...  (Gelesen 1264 mal)

ARMY STRONG

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Re:Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...
« Antwort #15 am: 20. April 2010, 12:31:13 »

Ich verstehe durchaus was du meinst, aber dein Ansatz ist, mit Verlaub, recht naiv. Schon die Russen haben versucht dort eine Regierung aufzubauen und wir versuchen durch die stuetzung von Karzai doch das gleiche - das Problem ist ganz einfach ES GEHT NICHT!

Ob Nato, Uno oder die Marsmaennchen, man kann in diesem Land nicht einfach sagen: ALLES HOERT AUF MEIN KOMMANDO und erwarten das dies auch nur einer tut.

Du denkst sehr westlich und das bringt in diesem Fall nix.
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snake99

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Re:Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...
« Antwort #16 am: 20. April 2010, 12:43:53 »

Ich verstehe durchaus was du meinst, aber dein Ansatz ist, mit Verlaub, recht naiv. Schon die Russen haben versucht dort eine Regierung aufzubauen und wir versuchen durch die stuetzung von Karzai doch das gleiche - das Problem ist ganz einfach ES GEHT NICHT!

DANKE! Das wollte ich hören, denn es ist auch meine Ansicht und wenn du meine Prognose hören willst ... ISAF wird in 1-2 Jahren (wie bereits angekündigt) langsam aber sicher abziehen ... was werden wir erreicht haben? Die Taliban Regierung wurde gegen eine korrupte Regierung ersetzt, es gibt keine Sicherheit und Stabilität im Land und Strukturen sind ebenfalls nicht zu finden. Somit dürfen sich dann auch die beteiligten NATO Staaten zu denen einreihen einreihen, die an AFG gescheitert sind ... traurig, aber nach aktuellem Stand äußerst wahrscheinlich.  
« Letzte Änderung: 20. April 2010, 12:56:57 von snake99 »
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schlammtreiber

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Re:Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...
« Antwort #17 am: 20. April 2010, 12:49:58 »

Zitat
Idee:
NATO bzw. VN stellen eine Übergangsregierung und die gesamte afghanische (korrupte) Regierung wird entmachtet. NATO / VN bauen ein funktionierendes System auf und haben das alleinige Sagen im Land.

man kann in diesem Land nicht einfach sagen: ALLES HOERT AUF MEIN KOMMANDO und erwarten das dies auch nur einer tut.

DANKE! Das wollte ich hören, denn es ist auch meine Ansicht


Hallo auch. Die Welt ist grün, und wenn jetzt jemand sagt sie sei rot ist das genau meine Ansicht. Ich geh mich besaufen, Ihr entschuldigt mich.
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schlammtreiber

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Re:Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...
« Antwort #18 am: 20. April 2010, 13:00:53 »

Tatsächlich ist aber auch das von Ihnen bezeichnete Minimalziel zu 1) sehr schwer zu erreichen. Denn das Problem ist weniger die ana selbst  sondern vielmehr die AFG Polizei,

Da liegt was wahres drin, weshalb es auf mittlere Sicht sinnvoll wäre sich von dem Konzept getrennter innerer und äußerer Sicherheit (sprich: Trennung von Polizei und Armee) erstmal zu verabschieden und infanteristische Einheiten der ANA mit eigentlich polizeilichen Aufgaben zu betreuen.

Zitat
Und selbst das minimalziel "funktionierender gesamtstaatlicher Strukturen einschließlich staatlicher Grundleistungen für die Bürger wird aus meinen Erkenntnissen der aktuellen Lage sowie Historie des Landes immer eine - vornehm ausgedrückt - Vision des Westens (meinethalben auch der VN) bleiben. Ich wage die Aussage zu tun: Dies wird auf absehbare Zeit nicht funktionieren.

Nicht in der Breite und Tiefe wie wir es kennen. Es wird nicht in jedem Dorf Strom geben und viele Afghanen werden auch in Zukufnt eine Tagesreise zum Krankenhaus machen müssen. Aber das ist gar nicht so schlimm, denn für die im "Mittelalter" lebende ländliche Bevölkerung ist das der gewohnte Zustand. Mit anderen Worten: auch deren Erwartungen stecken noch im "Mittelalter". Das gibt Zeit für einen Aufbau Schritt für Schritt. Versorgung zuerst in den Städten, dann auf dem Land. Rechtstaatlichkeit, Zugang zu Bildung, adäquate Arbeit - alles erst für einen Teil, dann langsam für mehr und mehr (sehr langsam). Realistisch gesehen lässt sich das kaum anders verwirklichen. Und transparente, liberale und "lupenreine" Demokratie zuletzt. Denn darauf können die meisten Afghanen warten. Erst die Pflicht, dann die Kür.

Sie haben übrigens völlig Recht mit dem Einfluss der Lokalfürsten und Stammesführer. Und den werden wir nicht beseitigen, selbst wenn wir uns auf den Kopf stellen. Sollten wir aber auch gar nicht wollen. Denn das gehört tatsächlich zum Kern der afghanischen Gesellschaftsordnung.

"Without the chiefs, there is no game..."   ;)

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wolverine

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Re:Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...
« Antwort #19 am: 20. April 2010, 13:23:34 »

Bei diesen Diskussionen frage ich mich immer wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat, dass "unser System" der Weisheit letzter Schluss sein soll! Nicht missverstehen: Ich lebe gut und gerne hier. Aber ich bin auch hier geboren, sozialisiert und kulturell verwurzelt. Aber ist es richtig zu leugnen, dass wir auch Probleme haben? Hatten wir nicht gerade eine Riesenfinanzkrise und prangerten individuelle Gier und Gewinnsucht bei Verkennung des Gemeinwohls an? Haben wir nicht völlig unzureichende Geburtenraten und eine dementsprechend bedrohliche Altersstruktur? Schieben wir nicht eine ganze Generation älterer Menschen in fremde Hände und Heime ab, da wir in unserer Lebensform die Sorge nicht mehr leisten können? Sind Kinder nicht für den Mittelstand unserer Gesellschaft das größte Armutsrisiko? Haben wir nicht fast jeden Wert und jedes Tabu mittlerweile soweit relativiert, dass alles fast schon beliebig ist? Ist es nicht Heuchelei zu behaupten, dass es in unseren Gesellschaften keine Korruption gäbe? Damit meine ich noch nicht einmal Westerwelle und seine Reisedelegation. Aber spätestens beim Namen Berlusconi sollte es klingeln. Oder das Verfahren gegen Daimler in den USA vor wenigen Tagen.
Nein, dieses System ist halt unser System und wir kennen es und halten es für gut. Schon in asiatischen Staaten würde unser individualistischer Ansatz nicht mehr verstanden. Oder der Mentalitätsunterschied zu den USA: Eine Gesetzliche Krankenversicherungspflicht wird dort schon als übertriebene staatliche Bevormundung gesehen; hier würde jede Regierung abgewählt, die unsere "Vollkaskomentalität" nicht befriedigt.
Nein, unsere Vorstellung fußen auf unserem kulturell präpositionierten Menschenbild und sind sicher nicht weltweit exportierbar. Aber es muss einen Grundstandard geben, der "erga omnes" gilt. Und den müssen wir verteidigen ohne wenn und aber! Das muss unser gesamtgesellschaftlicher Konsens sein, da das an die Grundfesten unserer Existenz geht! Hier wurde der Riesenfehler gemacht, dass man diese Diskussion nicht geführt hat und diese Standards zuerst festgelegt hat. Wofür ist diese Gesellschaft bereit bis zum Letzten zu gehen? Wo ist unsere Liberalität und unsere Toleranz zu ende? Und an diesem Punkt muss die Gesellschaft dann auch bereit sein Opfer hinzunehmen.
« Letzte Änderung: 20. April 2010, 15:36:49 von wolverine »
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miguhamburg1

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Re:Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...
« Antwort #20 am: 20. April 2010, 16:31:07 »

sic, das haben Sie sehr schön ausgedrückt...
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itchy

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Re:Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...
« Antwort #21 am: 20. April 2010, 21:07:07 »

Moin

Zitat
Und den müssen wir verteidigen ohne wenn und aber! Das muss unser gesamtgesellschaftlicher Konsens sein, da das an die Grundfesten unserer Existenz geht! Hier wurde der Riesenfehler gemacht, dass man diese Diskussion nicht geführt hat und diese Standards zuerst festgelegt hat. Wofür ist diese Gesellschaft bereit bis zum Letzten zu gehen? Wo ist unsere Liberalität und unsere Toleranz zu ende? Und an diesem Punkt muss die Gesellschaft dann auch bereit sein Opfer hinzunehmen.

Hervorragend ausgedrückt - kann man bei vielen aktuellen Debatten sehen - egal ob Afghanistan oder auch die Islamdebatte.

Um es anders auszudrücken: hier in Europa (oder ganz im "Westen") sind 300 Jahre lang millionen Liter Blut geflossen um entgegen Kirche, Kommunismus, Faschismus und vielen weiteren Dingen die Demokratie und die Menschenwerte voll und ganz durchzusetzen - warum sollten wir diese dann einfach in einem neuen Konflikt mit einer anderen strikteren Religion oder mit anderen Kulturen aufgeben oder warum sollten wir diese Werte und die Demokratie nicht verteidigen dürfen?

(wobei klar sein muss: ich sehe die sozialen und gesellschaftlichen Wandelungen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts als eine Abkehr der doch sehr strikten religiösen Gesellschaftsordnung der Zeit vom Mittelalter bis Napoleon und darüber hinaus - auch wenn viele Änderungen alleine durch die Industrialisierung aufkamen. Außerdem bestehen die Menschenrechte natürlich auf grundsätzlich Christlichen Werten - aber diese Werte sind allgemeine menschliche Werte [geworden] ohne das die Kirche dabei jetzt noch viel zu sagen hat)

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MfG Itchy
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schlammtreiber

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Re:Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...
« Antwort #22 am: 21. April 2010, 08:21:54 »

Ich empfehle hierzu "Kritik der reinen Toleranz" von Henryk M. Broder. Herrlich sarkastisch, Zwerchfellriss garantiert  :D
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Re:Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...
« Antwort #23 am: 21. April 2010, 11:01:34 »

Moin

Ich bin bereits bekennender Broder Fan. Einfach göttlich  ;D

Aber auch durchaus traurig und wahr...

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Re:Titel-Thema im Spiegel: Im Krieg - Deutsche Soldaten...
« Antwort #24 am: 21. April 2010, 13:13:20 »

Ich kann auch "Hurra, wir kapitulieren!" empfehlen, ebenfalls von Henryk M. Broder (womit sich also ein weiterer Broder-Fan geoutet hat  ;)).
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