Lieber Troubleshooter,
Sie bringen hier einige sehr interessante Ergänzungen zu meinen Gedanken, die es lohnt, noch einmal zu unterstreichen, insbesondere in den ersten Absätzen (ein schönes Beispiel für das Ansehen auch höchster Auszeichnungen unseres Landes, das mir gar nicht so auffiel (Jogi Löw))!
Sie möchten die Ehrenmedaille, Eisatzmedaillen, das "normale" Ehrenkreuz beibehalten, wenn ich Ihre Interpretation richtig verstehe. Dann müssten allerdings die Vergabekriterien wesentlich enger gefasst und mögliche Anlässe redzuziert werden, um deren Wert - nach Außen und Innen - deutlich zu dokumentieren und hierdurch die Motivation bei Soldaten anzuregen, diese Auszeichnung(en) aktiv anzustreben. Dies ist bei der gegenwärtigen Vergabepraxis indes nicht gegeben, denn diese Auszeichnungen werden mit Masse eben nicht für besonders herausragende, soldatische Einzelleistungen im Dienst vergeben, sondern für das Ableisten gewisser Zeitspannen, ohne dass es dieser herausragenden Verdienste bedarf. Für die Fälle, dass sich einzelne Soldaten besonders couragiert für die gesellschaft einsetzen, indem sie in besonderem maße ehrenamtlich und sozial tätig sind, Leben von Zivilpersonen gerettet haben etc (also in besonderer Weise staatsbürgerlich hervorgetreten sind) sollte keine Bundeswehrauszeichnung vergeben werden, sondern diese Person für die hierfür vorgesehenen staatlichen Auszeichnungen von Bund und Land vorgeschlagen werden.
Für besondere, herausragende, vorbildliche militärische Einzelleistungen, ob im Einsatz erbracht oder im Standort- und Ausbildungsdienst, schlug ich die Reaktivierung des Eisernen Kreuzes vor. Um unproduktive Diskussionen zu vermeiden, könnte das vorliegende Ehrenkreuz umgestiftet (und der ursprünglichen Form noch näher gebracht) werden. Auch können die Stufen Bronze bis Gold beibehalten werden, um Wiederholungsleistungen würdigen zu können. Auf diese Art wäre bereits die erste Stufe (Bronze) eine Auszeichnung, die nicht nur in der Bw, sondern über sie heraus echte Aufmerksamkeit erlangte, weil sie nicht alltäglich verliehen wird. Weiterhin könnte durch die Darstellung der Ausgezeichneten und der zugrundeliegenden Leistungen/Verdienste der von mir aufgeführte Motivationswert entstehen.
Sicher - und da bin ich vollkommen bei Ihnen, ist die Abschaffung und damit das Verbot, bestimmte Auszeichnungen zu tragen, kaum durchsetzbar. Müsste es aber auch nicht sein, denn man kann ja den bis zu diesem Zeitpunkt "beglückten" Soldaten die Trageerlaubnis dieser Abzeichen gewähren, die Neuausgabe allerdings unterbinden. So kann jede/r, die/der will, seine/ihre Abzeichen bis zum Ausscheiden aus dem aktiven Dienst tragen. Und Sie haben recht, die Tätigkeitsabzeichen sollten bis auf die abgeschafft werden, für die man eine extra-Prüfung in einem Lehrgang ablegen muss (also zum Beispiel Heeresbergführer, Einzelkämpfer, Fallschirmspringer, Luftfahrzeugführer etc.)