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Wir mussten, für die nächste Zeit, leider das Schreiberecht für Gäste beschränken, da wir in den letzten 2 Tagen ca 1000 Beiträge mit Werbung für Pornoseiten von "Gästen" hatten

Leider wird uns vom Team der Arbeitsaufwand nach Europäischer Arbeitszeitrichline nicht gut geschrieben und somit haben wir beschlossen, das Schreiberecht für Gäste bis auf weiteres ruhen zu lassen.

Aufgrund des aktuellen Angriffs können Neuanmeldungen nur noch manuell freigeschaltet werden. Falls sich jemand angemeldet, aber bisher noch keine Bestätigungsmail bekommen hat- einfach nochmal versuchen. Es kann passieren, dass ihr bei der Löschung von Spamanfragen durchgerutscht seid.

Autor Thema: ROA adW S6  (Gelesen 7228 mal)

PzPiKp360

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Antw:ROA adW S6
« Antwort #15 am: 28. Juni 2018, 22:53:25 »

Die nächste Runde Post, diesmal zwei A4-Umschläge. Der von der Bundeswehr aus Köln enthielt ein einseitiges Anschreiben: „Ihre PK … Einladung zur Teilnahme an der Eignungsfeststellung für die Laufbahn der Offiziere … Sehr geehrter Herr …, wir laden Sie für den Zeitraum vom [ausgemachte Tage] ins ACFüKrBw [an bekannter Adresse] zum Assessmentverfahren für die Laufbahnen der Offiziere ein. Bitte finden Sie sich am [ersten der drei Tage bis zu einer Uhrzeit] im ACFüKrBw ein und legen dieses Schreiben sowie Ihren Personalausweis bzw. Reisepass an der Wache vor. Für Ihre Vorstellungsreise erhalten Sie die beigefügten Gutscheine zum Lösen Ihrer Fahrkarten bei der Deutschen Bahn … Sollte Ihr persönlicher Einladungstermin mit unaufschiebbaren Terminen kollidieren, informieren Sie uns bitte schnellstmöglich unter der Telefonnummer 02203 …“ Nachdem der Termin selbst gewählt wurde, sollte das eigentlich nicht passieren. „Haben Sie durch Ihr Karriereberatungsbüro bereits einen Termin zur CAT-Testung erhalten, nehmen Sie diesen unbedingt wahr. Liegt diese Testung allerdings nach dem Termin im AC setzen Sie sich bitte mit uns unter 02203 … in Verbindung. Sollten Sie keinen Termin zur CAT-Testung erhalten haben erfolgt dieser hier im AC.“ Letzterer Satz trifft zu, den Erfahrungsberichten hier ist das wohl bei den allermeisten (R)OA so. „Weitere organisatorische Hinweise entnehmen Sie bitte dem beigefügten Merkblatt. MfG, Ihr ACFüKrBw“ [Hervorhebungen wie im Schreiben.]

Dieses Anschreiben wie auch das beiliegende, mehrseitige Merkblatt scheint für alle möglichen Arten des Zugangs gleich zu sein, so beginnt das Merkblatt folgendermaßen: „Sehr geehrte Bewerberin, sehr geehrter Bewerber, Sie möchten den Beruf des Offiziers ergreifen und bei der Bundeswehr gegebenenfalls ein Studium absolvieren. Sie sind dazu eingeladen, am Assessmentverfahren für Offiziere teilzunehmen. Das Assessmentverfahren soll ergeben, ob Sie für die Laufbahn der Offiziere geeignet sind (einschließlich der gesundheitlichen Eignung) und welche militärischen Verwendungen und gegebenenfalls welche Studienfachrichtung für Sie in Frage kommen.“ Studium wird nicht mehr benötigt, an die Eignung wird fest geglaubt. „Zum Assessmentverfahren müssen Sie unten aufgeführte Unterlagen / Dinge mitbringen. Sollten Sie die erforderlichen Unterlagen (auch wenn bereits eingereicht / abgegebene) nicht mitbringen, führt dies unter Umständen zu einem Prüfungsabbruch. Ihre persönliche Checkliste für die Anreise: Personalausweis, Geburtsurkunde, alle Zwischen- und Abschlusszeugnisse (ab einschließlich der Klasse 11) …“, dazu Unterlagen über Ausbildung und/oder Studium, und Sportzeug. Die allermeisten geforderten Unterlagen gingen schon als beglaubigte Kopien für die Bewerbung im Februar hin, die Originale liegen gesammelt bereit.

Spannend Punkt 10: „dem Anlass angemessene Bekleidung“. Wieder ausgehend von den Berichten hier, und daß die Bundeswehr auf guten Dress durchaus Wert legt, und daß kein 18jähriger Abiturient, sondern ein Ü40-Partner einer Firma antritt, kann das nur „Gedeckter Anzug mit dezenter Krawatte und gebügeltem hellen Hemd und guten Schuhen“ bedeuten.

Die restlichen Seiten enthalten nochmals Hinweise über eine nur einmal mögliche Terminverschiebung, Allgemeines zur Unterbringung und Verpflegung (hier unauffällig eingewoben der Satz „Treten Sie Ihre Reise rechtzeitig an, damit Sie zum Assessmentverfahren pünktlich, ausgeruht und leistungsfähig erscheinen.“), Anreise per Bahn (mit Anleitung für das Einlösen der Gutscheine) oder Pkw, und die Bitte, zur ärztlichen Untersuchung alle relevanten Unterlagen mitzubringen. „Wir wünschen Ihnen eine gute Anreise und viel Erfolg! Ihr ACFüKrBw“

Eine Seite widmet sich der Frage: „Was erwartet Sie im Assessmentverfahren?“, dort werden die aus den Erfahrungsberichten bekannten Punkte gelistet: Biografischer Fragebogen, Persönlichkeitsfragebogen Offizier (PMO), CAT-Test, Interview mit Feedback, Gruppensituationen, Aufsatz, BFT, eventuell San-Test, Mathe-Test, Flieger-Test, und Studienberatung. „Hinweis für die Laufbahn der Reserveoffiziere in Übung: Sie durchlaufen die gleichen Stationen der Eignungsfeststellung zum Offizier im Truppendienst, nehmen allerdings nicht an den Testungen zur Studieneignung teil.“ Kann man das freiwillig machen? Wäre spannend, was noch übrig ist von damals. Oder, vielleicht besser nicht... Die BW auf YT: https://www.youtube.com/watch?v=ceLc792ZLtA

Der andere Umschlag, von der zuständigen Geschäftsstelle des VdRBw, enthielt ein Willkommensschreiben, mit dem Hinweis, daß der Mitgliedsausweis zentral erstellt werde und daher noch etwas dauere, ein paar Aufkleber, die aktuelle Ausgabe der .loyal und eine gedruckte Version der Imagebroschüre: https://www.reservistenverband.de/custom/download/Downloads_2017/170512_Imagebroschuere_web.pdf
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PzPiKp360

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ROA a.d.W. 2019
« Antwort #16 am: 04. August 2018, 18:43:52 »

Heiß war es in Köln. Wirklich sehr heiß. Es hatte seit einigen Wochen nicht geregnet, und das kleine solitäre Nadelbäumchen auf der Wiese vor dem Prüfungsgebäude, das vielleicht mal ein eingepflanzter Weihnachtsbaum war, hat das nicht überstanden. Ich war irritiert, daß man nur durch den kurzen Gang vom Gebäude mit den Unterkünften zum Prüfungsgebäude dermaßen aufheizte, daß der Schweiß aus dem Sakkoärmel tropfte, und auch peinlich berührt, wenn man während des Gruppensituationsverfahrens (GSV), bei bereits abgelegtem Sakko bemerkte, daß sich auf dem Hemd Wasserflecken ausbreiteten. Aber auch solche Widrigkeiten wurden überwunden, und nun liegt der Zettel in der Hand: „Zwischenbescheid - Herr Name, Dienstgrad, PK ... 1. Sie haben am Assessmentverfahren für Offizierbewerberinnen und Offizierbewerber teilgenommen. Unter Vorbehalt ergeht folgende Entscheidung (zutreffendes ist angekreuzt): Geeignet“

Die Anreise lief unproblematisch mit Bahn und ÖPNV, die obligatorische Verspätung der Bahn war durch einen großzügigen Puffer von zwei Stunden einkalkuliert. Die Begrüßung durch die zivilen „Herbergseltern“ des Unterkunftsblock war sehr herzlich, und die Stube fix bezogen: „Hier, bitte sehr, Sie bekommen eine Stube [ein Vierbettzimmer] ganz für Sie allein.“, „Oh, das ist ja fast schade.“, „Aber Sie möchten doch nicht mit 17jährigen im gleichen Zimmer sein…“ Ich war nicht der einzige damit, allen drei Ü30-Bewerbern wurde das zugesprochen.

An dieser Stelle eine Überraschung: Irgendwie hatte ich die Erwartung, daß die Bewerbungsläufe getrennt wären nach Zugangsart. Das war aber nicht der Fall, der anfangs knapp 20 Personen starke Personenkreis war bunt gemischt: Junge Abiturientinnen mit dem Ziel SanOA (SaZ 17), junge Abiturienten mit dem Ziel Strahlflugzeugführer (SaZ 16), ein Mannschafter zur See Anfang 20 mit dem Ziel Laufbahnwechsel, ein angehender Landesbeamter aus der Verwaltung Mitte 20 mit Ziel ROA a.d.W. bei späterer möglicher Verwendung als Personaler, ein HptFw d.R. Mitte 30 mit Ziel ROA a.d.W. bei nahezu gleicher Verwendung wie bisher bis zu einem Herrn Ü40 mit dem Ziel ROA i.W. als SaZ 3 für die spätere Verwendung als Presseoffizier. Trotz oder vielleicht sogar wegen dieser bunten Mischung aus jungen und nicht mehr ganz so jungen Aktiven, Reservisten und Ungedienten kam relativ schnell eine bemerkenswert gute Gemeinschaft zustande, obwohl man sich kaum die Vornamen merken konnte, denn trotz der Konkurrenzsituation („Bestenauslese“), auf die man regelmäßig hingewiesen wurde, war offensichtlich, dass hier komplett unterschiedliche Stellenpools bedient werden würden.

Während nach und nach alle eintrafen gesellten sich auch zwei Betreuungsoffiziere dazu, eine Frau Hptm aus der Heereslogistik und ein Herr OLt vom Objektschutz der Luftwaffe. Freundlich, offen und hilfsbereit, ausdrücklich nicht Teil des eigentlichen Prüfungsverfahrens, per Du und Vornamen waren sie gerade für die jungen Leute eine große Hilfe, um Ängste zu nehmen und Abläufe wiederholt zu erklären. Ergänzt durch den Verzicht auf Kopfbedeckung und militärischen Gruß innerhalb der Mudra-Kaserne, und dem Wetter geschuldete Dienstbekleidungen mit kurzärmeligem Hemden ohne Krawatte und Sakko war es, bis auf das halbe Interview, eine bemerkenswert lockere Atmosphäre. Ich trug während GSV und Interview als einziger Krawatte, aber kann man overdressed sein?

Das offizielle Programm startete mit einem Einführungsvortrag durch den Personalführer vom Dienst (PvD) für unseren Durchgang, einen StFw, der nochmals den groben Rahmen erklärte, und Laufzettel und den ersten der zahlreichen weiteren Fragebögen austeilte. Er machte klar, daß großen Wert auf einen pünktlichen und störungsfreien Ablauf gelegt werden würde, das genau einzuhalten sei auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur zukünftigen Führungskraft, abgesehen davon sei er jederzeit ansprechbar, was auch stimmte. Danach ein zweiter Vortrag, gehalten vom einem der eigentlichen Prüfer, einem Oberstlt, der nochmals auf die Stationen einging, und Wichtigkeit und Tragweite des Verfahrens hervorhob: Führungsverantwortung, langjährige Verpflichtung, Aussicht auf bundesweite Versetzungen und Auslandseinsätze sowie mögliche Gefahren für Leib und Leben, dargeboten in einer interessanten Mischung aus bemerkenswerter Schärfe und Humor. Für einen Bewerber war das offensichtlich zu viel, direkt nach Ende dieses zweiten Vortrags rannte er fast zurück zur Unterkunft und floh mit seinem Gepäck aus der Kaserne.

Danach ging es gemeinsam in die Kantine im ersten Stock des Wirtschaftsgebäudes, zum „Griechen“. Alle bestellten Getränke und Essen, und während der Wartezeit auf das Essen wurde eine Vorstellungsrunde abgehalten. Danach bildeten sich unterschiedliche Diskussionsgruppen, die Betreuungsoffiziere erklärten den nächsten Tag, und nach dem Essen, das übrigens gar nicht mal so gut war, um es höflich zu beschreiben, gingen die meisten ziemlich früh Richtung Unterkunft, der eigentliche Prüfungstag startete um 5:45 Uhr mit dem Frühstück, Wecker auf 0500.

6:10 Uhr war der Aufsatz dran, 30 Minuten für ein Begriffspaar. Danach kamen je nach Laufzetteltyp die Stationen in unterschiedlicher und auch mal spontan wechselnder Reihenfolge, der PvD hatte das im Griff: Computerraum mit CAT (Wortanalogien, Rechenaufgaben, Matrizen) und PMO (sich teils mehrfach wiederholende Fragen zu persönlichen Erfahrungen und Einstellungen), medizinische Untersuchungen an diversen Unterstationen, zuletzt bei einer sehr freundlichen Ärztin (Ergebnis D1: „Früher war ich T2, bin ich denn über die Jahrzehnte gesünder geworden?“, „Nein, aber die Vorschriften wurden geändert. Abgesehen davon sind Sie für den Puma zu groß und zu schwer, maximal 80kg.“, „Ok, damit kann ich leben…“), dann GSV, und nach der Mittagspause das Interview, die entscheidende Hürde.

Im GSV kamen erwartungsgemäß ein Notfall- und ein Ressourcenknappheit-Szenario dran, die beide eigentlich sehr schnell zu entscheiden und zu lösen waren, aber es wurde ja nicht die Lösung bewertet, sondern die Interaktion mit der Gruppe bis dahin. Ebenso klar war die Entscheidung, die im Rahmen des Kurzvortrags erläutert werden sollte, selbst mit Höflichkeitsfloskeln und Füllmaterial bestand aber keine Aussicht, die maximal möglichen zehn Minuten sinnvoll zu füllen, es wurde eher die Minimallänge. Sollten sich zukünftige Offiziere nicht knapp halten?

Wirklich spannend war das Interview. Bemerkenswert, wie sehr die Mischung aus Hitze, Prüfungssituation, strengem Blick und mit schneidigem Ton gestellten Fragen des Oberstlt vom Einführungsvortrag es schafften, die beruflich jahrelang eingeübte Souveränität ins Wanken zu bringen. Während ich direkt nach dem Interview - die Fragen der jungen zivilen Psychologin zu Studienverlauf, Drogen usw. waren ebenso erwartet wie harmlos - eigentlich nur dankbar war, daß es vorüber war, grübelte ich mit etwas Abstand, daß man das eigentlich, in angemessener Umgebung, ohne Prüfungsdruck und auf gegebener altersmäßiger Augenhöhe, sehr viel besser hätte machen können. Nach einigen Minuten des bangen Wartens kam der Ruf zurück ins Prüfungszimmer, und nach einer fast unerträglich spannenden Brücke mit formalen Dingen (u.a. „Fanden Sie das Verfahren fair?“, „Ja“) drehte der Oberstlt die Akte um und verkündigte in seiner Art das positive Ergebnis. An dieser Stelle war ein Eisbrecher meinerseits möglich, durch Aufstehen und Ausstrecken der Hand („Vielen Dank Herr Oberstlt!“), was mit einem kurzen Lächeln ebenso angenommen wurde. Mit dem entscheidenen „Geeignet“-Zettel ging es zurück in die Unterkunft zur dringend notwendigen Dusche, das Hemd war komplett durch. Verpaßt habe ich leider die Gelegenheit zu fragen, ob er mir denn noch etwas mit auf den Weg hätte geben wollen, denn außer dieser Entscheidung bekommt man leider kein Feedback zur Leistung insgesamt oder an den einzelnen Stationen. Intern gibt es wohl eine durchaus komplexe Noten- und Punktwertung, schriftliche Anmerkungen usw., man wurde mehrfach darüber informiert, daß alles dokumentiert und zu den Akten gegeben werde. Eine zentrale Verabschiedung, bei der das eventuell hätte nachgeholt werden können, gab es leider nicht.

Am späten Nachmittag war unsere Gruppe auf ein Dutzend abgeschmolzen, ziemlich genau der langjährige Schnitt (ein Drittel schafft den ersten Tag nicht, zwei Drittel bleiben), aus unterschiedlichen Gründen: CAT, Drogen, Gesundheit, Interview. Es folgte ein Vortrag durch einen Einplaner für die OA, für uns ROA war es wie angekündigt interessant, aber nicht relevant. Trotzdem ging schon allein in der Euphorie, zu den Geeigneten zu gehören, die gesamte Gemeinschaft hin, und es hat auch nicht geschadet zu erfahren, wie es mit den „Profis“ bzw. langjährigen SaZ weitergehen würde. Dabei hatte der Einplaner mit seinem Vortrag offensichtlich die Aufgabe, die entstandene Euphorie wieder zu dämpfen: Auf zahlreichen Folien war zu lesen, daß keinesfalls alle Geeigneten (sofort) benötigt würden, und welche Studiengänge wie dramatisch gefragt wären im Verhältnis zu den verfügbaren Plätzen, wieder das Thema „Bestenauslese“, nun in Verbindung mit „Eignungsreihenfolge“, man möge Alternativen haben und äußern.

Am frühen Abend sammelten die Betreuungsoffiziere, nun in wildem Räuberzivil, die Gruppe für den Gang in den Biergarten ein, im „Engelshof“, und bis auf eine Person gingen auch hierzu alle mit. Die Unterhaltung war ausgelassen, das Essen nicht billig, aber um Größenordnungen besser als am Vorabend, und bei der sengenden Hitze konnten zwei große Radler (in Köln muß man mehrfach nachhaken, daß „groß“ nicht 0,3l, sondern 0,5l bedeutet) nicht schaden. Allerdings konnten wir nicht zu lange und zu reichlich feiern, denn für einige standen um 6:10 Uhr wieder fach- bzw. studienspezifische Computertests an, für die ROA ging es erst um 7:15 Uhr mit dem Sporttest (BFT) weiter.

Die Luft in der Sporthalle war trotz des noch frühen Morgens schon mit Händen zu greifen, aber der PvD lächelte nur, man wolle ja hoch hinaus. Also haben alle ihr bestes gegeben, die Gruppe war sehr ordentlich unterwegs, sogar die alten Männer, fast alle hatten sich durch Training entsprechend vorbereitet: Niemand geriet beim Pendellauf aus der Bahn, niemand fiel unbotmäßig früh von der Stange, niemand mußte sich nach dem Radfahren übergeben. Ein Dutzend Ergometer im Einsatz hören sich an wie ein lauter Luftangriff der Killerinsekten, aber der Blick war fest auf den Meterzähler auf den Display geheftet. Triefend vor Schweiß und völlig erschöpft von zehn Minuten Sport, aber glücklich, zurück zur Unterkunft, die Dusche war traumhaft.

Wieder rein in den Anzug, mit frischem Hemd, und auf zum Einplaner. Oder, für uns ROA, zu den Kameraden von der Abteilung VI aus Siegburg, die sich um Reserveangelegenheiten kümmern. Während die anderen von ihren Einplanern ihre Studiengänge, Verwendungen und Termine für den Dienstantritt bekommen haben (wie am Abend zuvor angekündigt nicht alles nach Erstwunsch, „Noch einen FWD bis dahin?“), wurden uns die Module der ROA a.d.W.-Ausbildung grob erklärt, und ein „Wunschzettel“ zum Ausfüllen vorgelegt. Denn, geeignet zu sein heißt noch lange nicht, wirklich benötigt zu werden. Zwar sei die Aussicht auf einen Platz in einem ROL1-Modul ganz gut, letztes Jahr hätte man über 90% untergebracht, auch weil etliche trotz Eignung das Interesse verloren hätten, vom Arbeitgeber nicht freigegeben worden seien, private Dinge sich verändert hätten, aber das Geheimnis sei der spätere Dienstposten. Also Wunschzettel ausgefüllt, CIR als ITOffzSK, als Alternative aus alter Verbundenheit Pionier beim Heer. Ganz wichtig noch die Unterschrift unter ein weiteres Formular, die Einwilligung zu möglichen Beorderungen.

Geduld ist eine wichtige Tugend des Soldaten: Auf einem der diversen Informationszettel steht zu lesen, daß die Entscheidung über die Zulassung nach § 43 (2) SLV planmäßig im II. Quartal 2019 getroffen werde, nach Abschluss aller Prüfungsläufe, von wegen Chancengleichheit und Bestenauslese. Es zählten Eignungsreihenfolge und Bedarf, es gäbe dann einen schriftlichen Bescheid. Ich war etwas geknickt, hoffte ich doch auf einen möglichen Start mit ROL1 schon Anfang 2019, aber was sind schon noch ein paar weitere Monate…

Nachdem dieser Bericht getippt ist beginnt die eigentliche Arbeit. Auf ausdrückliche Empfehlung der ROA-Berater sollten wir die Truppe abklopfen auf Einheiten, die Interesse an uns bzw. unserer zivilberuflichen Qualifikation hätten, um damit einen Dienstposten sinnvoll ausgestalten zu können. Würde eine Einheit eine passende, gar persönliche Anforderung ausstellen, hätte das einen großen Einfluß auf das oben genannte Auswahlverfahren, den Wünschen der Einheiten würde üblicherweise entsprochen. Erste Anfragen sind bereits raus an die IT-Schule in Pöcking und das Zentrum Informationsarbeit in Straußberg, interessant sieht auch das neue Forum für die Cybertruppe aus, Bewerbung um Teilnahme läuft:

http://cir.bundeswehr.de/portal/a/cir/start/dienststellen/kdoitbw/itsbw/!ut/p/z1/hU67DoIwFP0WB9beq6CiWxeMxgcJMUIXU6AWTW1JreDnW-NkovFs55kDDHJgmndnyd3ZaK48L9jkOJlFy8Uow00cJ0OkW5omu308wtkQDv8CzNv4AxQhqwUUfmP6cyONIAMG7MI7_iCtsU4JR3j1eghFw3WtRGoq-hZWwKQy5fs61WUYS2BWnIQVltytlxvn2ts8wAD7vifSGKkEqcw1wG-Vxtwc5J9JaK95j-FYdWs6eAInrhx2/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_694IG2S0M88F10ANAPFOU820P4

http://www.kommando.streitkraeftebasis.de/portal/a/kdoskb/start/ska/zinfoabw

https://www.reservistenverband.de/php/evewa2.php?d=1531129939&d=1263915562&menu=0110&newsid=41795
https://bundeswehr.community
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JLo

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Antw:ROA adW S6
« Antwort #17 am: 04. August 2018, 20:55:16 »

Hallo PzPiKp360,
vielen Dank für den ausführlichen Bericht.  ;D
Das bringt mal einen aktuellen Einblick in den Ablauf und wird sicherlich einigen weiterhelfen...
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never give up without a fight  **  StFw d.R.

PzPiKp360

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ROA a.d.W. 2019
« Antwort #18 am: 05. August 2018, 13:44:54 »

SPECIAL: Tipps für das Überstehen des Assessments im ACFüKrBw

- Frühzeitig anreisen und Verzögerungen einplanen. Gerade per Bahn sollten es mehrere Stunden Puffer sein, bei einer weiten Reise kann man einen Tag früher anreisen, das ist nach telefonischer Anmeldung problemlos möglich, denn es wird lieber gesehen, dass man rechtzeitig und entspannt vor Ort ist, als dass man hektisch zu spät kommt. Zu spät zu kommen und sogar die beiden Einführungsvorträge zu verpassen hat zwar keine negativen Auswirkungen auf das Prüfungsergebnis, aber der zusätzliche Streß ist nicht notwendig.

- Der von der Bundeswehr zur Verfügung gestellte Gutschein für das Bahnticket gilt nicht für den ÖPNV in Köln! Man muss ein Ticket vom Hauptbahnhof zur Haltestelle bei der Kaserne kaufen, mittlerweile geht das auch bequem von innerhalb der App „DB Navigator“, man suche nach Verbindungen von „Köln Hbf“ nach „Westhoven Kölner Str., Köln“.

- Höflichkeit und Benimm werden gerne gesehen: Freundlich zu grüssen, „bitte“, „danke“ und das Aufhalten von Türen helfen bei jedem Kontakt und jeder Station. Handschläge bekommt man aber nicht angeboten, es selbst anzubieten passt nur an äusserst wenigen Stellen.

- Mit grossem Gepäck anreisen. Man verbringt viel Zeit mit Umziehen, und braucht mindestens vier komplette Sätze, inklusive Schuhen: An- und Abreise, Legeres für hoffentlich zwei Abende, guter Dress für GSV und Interview und eventuell auch Einplaner (zwei Tage, zwei Oberteile), Sporttest (BFT). Dazu kommen Badeschlappen und Bademantel, im Unterkunftsblock sind WC und Dusche quer über den Flur.

- Weiteres nützliches Gepäck ist ein Handtuch. Man bekommt zwar ein großes Badetuch gestellt, aber nach zweimal Duschen am Tag ist das irgendwann ziemlich feucht. Ein eigenes Kissen kann empfehlenswert sein, mit den vor Ort vorhandenen dicken Kissen kommen nicht alle gut klar. Ganz wichtig ist Trinkwasser: Bei der Hitze haben zwei 1,5l-PET-Flaschen gerade so gereicht, zusätzlich zu den Getränken während der drei Mahlzeiten in Kantine, beim „Griechen“ oder im Biergarten. Ansonsten gibt es Automaten, und den Wasserhahn des Stuben-Waschbeckens. Nach dem Sport bekommt man noch im Ergometer-Raum Getränke gestellt, eine nette Geste.

- Nützlich ist auch kleines Daypack, eine dezente Tragetasche oder ähnliches. Man wirkt ansonsten etwas unbeholfen, wenn man mit Aktenmappen, Ordnern, Wasserflasche, Geldbeutel, Schreibblock, Stubenschlüssel usw. unter den Armen von Station zu Station zieht, und in der Hand noch den Laufzettel bereit hält. Man wird in der Einladung zwar dazu aufgefordert, eine lange Liste von Unterlagen mitzubringen, zumindest von mir wollte man aber kein Stück mehr davon sehen oder haben. Einen Schreibblock braucht man gar nicht, alles notwendige Schreib- und Notizpapier wird an den Stationen gestellt und auch wieder eingesammelt, was aber gerade für den Aufsatz nützlich ist ist eine Schreibunterlage, weil sich direkt mit Kugelschreiber auf nur einem Blatt Papier auf den Schreibtischen nicht wirklich gut schreiben läßt, und wer Probleme mit dem Zeilenbild hat könnte die Unterlage auch mit starken Linien wählen, die es schaffen, durch ein Blatt Papier durchzuscheinen.

- Gepflegtes Äußeres wird gerne gesehen. Vorher beim Friseur vorbeizuschauen ist eine gute Idee, vor Ort helfen tägliches Rasieren, Hautcremes, dezentes Schminken bei den Mädels (kein Lippenstift), und Maniküre um einen guten ersten Eindruck zu machen, dafür hat man ja nur eine Chance.

- Gesprächsangebote der Betreuungsoffizieren annehmen, und mit den anderen Bewerberinnen und Bewerber ins Gespräch kommen. Das schafft Vertrauen, mindert Streß und schafft gute Stimmung, bei der Bundeswehr gilt "Kameradschaft" als sehr wichtig.

- Es gibt mehr als genug zu Essen: Frühstück ab 0545, Mittagessen ab 1130 und „Abend“essen ab 1600. Man sollte seine persönliche Diät danach wählen, wie man am besten mit Streß und vor allem der sportlichen Belastung am Morgen des zweiten Tages klarkommt, gerade vor dem Sport erscheint Zurückhaltung sinnvoll.

- Als Vorbereitung für den CAT-Test taugt dieses Buch: https://www.amazon.de/Hesse-Schrader-Testtraining-Feuerwehr-Bundeswehr/dp/3849030474 Der Großteil ist zwar nicht relevant, aber mit Fokus beim Durcharbeiten auf Wortanalogien, Matrizen und Rechenaufgaben hilft es. Taugliche Apps für iOS konnte ich nicht ausmachen, https://itunes.apple.com/de/app/polizeitest-app-spielend-zum-traumjob/id973907612?mt=8 ist ziemlich lausig und hat mich über den kostenfrei enthaltenen Inhalt hinaus nicht motiviert, die weiteren Inhalte zu kaufen. Das offizielle Testtraining ist dafür ziemlich nahe am CAT-Test, leider mit zu wenig unterschiedlichen Fragen, einfach etliche Runde drehen, manchmal kommt wieder was neues: https://www.bundeswehrkarriere.de/action/rotatingquiz/de/bewerbungsverfahren/assessment-trainer/106320

- Beim PMO ist offensichtlich, welche Einstellungen die Bundeswehr gerne sieht, und sollte man damit nicht konform gehen, ist man vielleicht nicht auf dem richtigen Weg. Die Psychologin wird beim Interview auf die Antworten eingehen, also nicht anders klicken als man nachher authentisch aussagen kann.

- Die beiden Szenarien beim Gruppensituationsverfahren (GSV) sind eigentlich ziemlich leicht, man muss eine gute Balance finden aus Führungsstärke und Teamarbeit, Zurückhaltung und guten Vorschlägen, und am Ende einen Konsens formen und das Handeln starten. Geschickt ist, auf die Zeit zu achten, die Prüfer haben eine Stoppuhr und bewerten auch, ob man einzeln und als Gruppe zeitig fertig wird. Für die dritte Aufgabe, den freien Vortrag, sollte man üben, wenn man sich damit schwer tut oder Lampenfieber bekommt. Inhaltlich sind die Themen einfach, und es ist auch egal, welche Entscheidung man trifft, man muss diese Entscheidung und sich nur gut verkaufen.

- Das Interview sollte man vorher üben, mit einem Gegenüber, das einen strengen Prüfer mimen kann. Egal für wie erfahren und/oder abgebrüht man sich hält, die Prüfer stellen das Druckniveau wohl schon passend ein. Typische Fragen: „Warum möchten Sie zur Bundeswehr?“, „Warum möchten Sie Offizier werden?“, „Was sind die Aufgaben eines Offiziers?“, „Welche Charaktereigenschaften hat ein guter Offizier?“, „Wie wird man ein Vorbild?“, „Wie gehen Sie damit um, wenn ein Untergebener eine Aufgabe nicht lösen kann?“, „Wie gehen Sie damit um, wenn ein Untergebener eine Aufgabe nicht lösen will?“, „Wie stehen Sie dazu, daß Sie durch Tragen der Uniform zum Ziel von Angriffen, Gewalt und Terror werden könnten?“, „Wie steht es mit Auslandseinsätzen?“ und dergleichen mehr. Hierzu sollte man sich intensiv Gedanken machen und sie auch unter Streß einigermaßen geschliffen, aber authentisch und nicht mechanisch antrainiert von sich geben können. Einfache inhaltliche Fragen zur Bundeswehr können auch kommen, bei mir wurde hingegen Tagespolitik angesprochen: Lest Zeitungen!

- Bleibt der Sporttest. Neben allgemeinen Tipps wie rechtzeitiger Beginn des Trainings, Anpassung der Ernährung und Kontrolle des Gewichts liegen die Schwerpunkte auf dem Klimmhang und dem Radfahren. Für den Klimmhang helfen Krafttraining, Hanteln und Liegestütze. Für das Radfahren empfiehlt es sich relativ schnell nach Start die Wattzahl auf das gewohnte Niveau einzustellen, mit den voreingestellten 130 Watt bekommt man nur ein „Ausreichend“ hin, und die Sportnote geht mit ein in die Eignungsreihenfolge. Mir hat es geholfen, auf ca. 200 Watt zu gehen, die Augen zu schließen und im Kopf auf das letzte Iron Maiden-Konzert zu reisen, mit „Run To The Hills“ flogen die Meter vorbei. Echte Musik per Kopfhörer, Player usw. ist leider nicht zugelassen, und zum Mitsingen fehlt die Luft. Dieser Tipp taugt nicht für das normale Radfahren. 8)
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F_K

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Antw:ROA adW S6
« Antwort #19 am: 05. August 2018, 14:11:07 »

Nan, mit 200 Watt wird die Note nicht so toll sein, als allgemeiner Ratschlag sicherlich zu starr.

Warum Liegestütz Training für den Klimmhang helfen soll, ist unverständlich  (Liegestütz trainiert je nach Ausführung Brust, Trizep, Schultern ...)
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PzPiKp360

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Antw:ROA adW S6
« Antwort #20 am: 26. September 2018, 08:31:43 »

(Natürlich hat jede[r] einer andere optimale Wattzahl, und eventuell sogar einen anderen Musikgeschmack. Und ja, mir haben die Liegestütze, die Hanteln und das ganze Oberkörpertraining sehr geholfen für den Klimmhang.)

Wieder sind einige Wochen ins Land gezogen, mit zahlreichen E-Mails und Telefonaten. Aus diesen ergibt sich mittlerweile eine dreigleisige Situation:

1. ROA a.d.W: Wie in einem der letzten Schreiben, das man vom freundlichen Reservistenberater in Köln bekommen hat zu lesen steht, entschieden "Eignungsreihenfolge und Bedarf der Truppe" über die Zulassung, die eine Auswahlkommission um März/April 2019 beschließen werde. Die Eignungsreihenfolge basiere auf einem internen Prüfindexwert ("GINT"), der beim Besuch im Assessmentcenter erzielt wurde. Eine Anforderung durch eine Einheit und/oder eine Beorderung hätten dafür entgegen mir bisher bekannten Informationen keinen Einfluß auf die Auswahl. Interessanterweise steht unten auf dem Zettel noch, daß in der Zwischenzeit erzielte Ausbildungsabschlüsse mitgeteilt werden sollten, um "spätere Nachteile zu vermeiden". Ein akademischer Abschluss wird es nicht werden, aber die IT-Zertifikate sind seit Einreichung der Bewerbung im Februar 2018 mehr geworden, und werden es auch weiter bis Februar 2019. Dieses "Update-Paket" wird dann rechtzeitig an die zuständige Stelle geschickt, vielleicht findet es Berücksichtigung.

2. Verwendung gemäß der zivilberuflichen Qualifikation: Die Reaktionen auf die E-Mails an Dienststellen und Truppenteile bieten die ganze Bandbreite, von keiner Antwort über kurzgehaltene Absagen und Vorschläge weit ab der Qualifikation bis zu einer Zusage, die allerdings eine eher langfristige Perspektive hat. Auch an dieser Front werden weitere Kommunikation und Geduld erforderlich sein.

3. Grüne Heimat: Die zivilberufliche Qualifikation führt in den Innendienst, aber ein bißchen militärisch soll das Reservisten-Engagement schon auch wieder werden. Dazu gesellt sich nach persönlichen Gesprächen der Eindruck, daß zum ordentlichen Absolvieren der ROL-Module zusätzliche Ausbildung gesucht werden sollte, die Zeitansätze innerhalb der Module seien zu knapp, um EEH-A, nSAK usw. vernünftig hinzubekommen. Dies klappe über VVags und DVags mal hier und mal da, über den VdRBw und/oder das LKdo, aber noch besser über eine Beorderung. Nun stellt sich die Frage, welche Einheit einen nicht mehr ganz jungen, ehemaligen W12-Mannschafter beordert, der vor 20 Jahren auf der letzten Wehrübung war, und dessen zivile Qualifikation zu seltenen und fernen IT-Stellen passt. Die Lösung, unterstützt von der Einsicht, daß es keinen Sinn macht, für zweitägige Veranstaltungen quer durch Deutschland zu reisen, führt nach Abklopfen des gesamten Bundeslandes zur RSUKp Odenwald. Die ersten Kontakte per E-Mail und Telefon mit dem UstgPers-Feldwebel waren sehr nett, man freue sich immer über motivierte Interessenten. Es gebe noch genug freie Plätze, allerdings sei in jüngerer Zeit die Zahl der Interessenten merklich gestiegen, durch Übernahme der ersten Absolventen der "Ungedienten werden Reservisten"-Programme, eigene Werbung, langsam wachsende Anerkennung innerhalb der Bw usw. Meine verblassten militärischen Fertigkeiten seien kein Problem, für die Auffrischung seien sie ja da. Das laufende ROA a.d.W.-Verfahren sei kein Hindernis oder gar Problem, Kameraden mit Wunsch nach zusätzlicher Ausbildung seien gerne gesehen, man müsse das nur zeitlich hinbekommen, sowohl die ROL-Module als auch das erwünschte Engagement in der Kompanie zu erbringen. Dienstgrade, Dienstposten usw. seien eine flexible Sache, man übe gemeinsam. Inhaltlich versuche man so viel wie möglich zu bieten, die frischen Bilder von "URBANOPS: Orts- und Häuserkampf" sind durchaus ansprechend: http://rsu-odenwald.de/2770-2/, und einen Trailer haben sie auch: https://www.youtube.com/watch?v=7WsOero57pM

Offiziell: http://www.streitkraeftebasis.de/portal/a/streitkraeftebasis/start/reserve/res_bw/rsu_odenwald/!ut/p/z1/hU67DoIwFP0WB9beKyioGy5GAxHCIHQxBWrRFEpKBT9fDJOJxLOdZw5QSIE2rL8LZu6qYXLkGXWv7nZ1PNgJhhiFNsaHc7CPj4mDaw8u_wJ0tHEGPkJScsjGDW92I1hCAhTog_XsRVqljeSGsOLzELKKNaXkkSr8STgBFVLl03W_yZ2NAKr5jWuuyVOPcmVM2-0stHAYBiKUEpKTQtUW_qpUqjOQfiehrdMBnbXsA3_xBnAi7z4!/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_694IG2S0M0PM20QGOLBQIS30L1

Nun gilt es an die Beordung zu gelangen. Dazu seien drei ordentliche Teilnahmen an Veranstaltungen notwendig, man wünsche sich nachhaltig engagierte Reservisten. Dafür werde man auch vor der ersten Teilnehme bereits vollständig eingekleidet, das sei zwar aufwendig, aber Testkandidaten in zivil seien nicht erwünscht, das sehe auch auf den Fotos nicht gut aus. Also heißt es die nächsten Termine abzuwarten, Zeit dafür zu finden, wieder einen Stapel Formulare auszufüllen...und dann kann es losgehen.
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Antw: ROA a.d.W. woanders...
« Antwort #21 am: 14. Dezember 2018, 16:20:14 »

Überraschend kam Anfang Oktober Post von der für ROA a.d.W. zuständigen Stelle. Was mag wohl in dem dünnen grauen Umschlag sein: Eine Zusage? Eine Absage? Aber die nächste Auswahlkonferenz ist doch erst im März/April 2019. Es findet sich ein einseitiges Anschreiben, man möge das beiliegende Formular für die gewünschte Verwendung für die Auswahlkonferenz 2019 erneut ausfüllen (zum ersten Mal geschah das Anfang August bei der letzten Station im AC zu Köln) und schnellstmöglich zurücksenden, denn es gäbe die neue Option Marine. Dies hat auf meine gewünschte Verwendung keinen Einfluss, also einfach wie schon mal ausgefüllt und - doch halt. Nicht nur gibt es nun Marine, da fehlt auch was. Das alte Formular neben das neue gelegt, hin und her geschaut, und die Irritation steigert sich mit jedem Blick. Es fehlt die Zeile für den milOrg CIR, der ITOffzSKB ist weg. Das ist genau die Verwendung, für die bisher das ganze Verfahren, die Beratung, das Assessment, alles seit einem Dreivierteljahr gelaufen war.
Nach endlich langer Zeit gelingt es, eine zuständige Kameradin in Siegburg telefonisch zu erreichen. Ja, das sei kein Fehler im Formular, CIR hätte die Anforderung zurückgezogen. Es gäbe zwar sicherlich einen sehr großen Bedarf an fachkundigem Personal, auch Reservisten, aber über diese Laufbahn würde es zu lange dauern, es sei möglichst kurzfristig einsatzbereites Personal erwünscht. Nach den bisherigen Beratungen (KC, PersInfoStelle KdoCIR, AC) entsteht bei mir das Gefühl, daß hier spontan einseitig die Geschäftsgrundlage geändert wurde. Was denn nun zu tun sei, um die Option auf diese Laufbahn am Leben zu erhalten? Ja, man sollte einfach einen anderen Verwendungswunsch äußern. Mangels anderer Ideen, und weil man dort sehr freundlich und sehr offen in der Kommunikation war, steht nun die RSU Kp Odenwald als Wunschverwendung auf dem Papier.
Nebenbei erfolgte eine Information über das Thema GINT und die Noten in den unterschiedlichen Kategorien, aus denen sich der GINT-Punktwert mit ableitet.

Die Kommunikation mit den Einrichtungen, denen direkt die zivilberufliche Qualifikation angeboten wurde, ist auch nach Monaten - wie soll man das gepflegt tippen - also, vielleicht gibt es irgendwann mehr zu berichten.

RSU Kp Odenwald: Der Termin für die Einkleidung steht für Anfang Januar 2019. Der Jahresplan liegt vor, die Termine sind im privaten Terminkalender eingetragen. Ende Januar 2019 steht die erste RDL an, im Winter in Badisch Sibiren, zum Glück kenne ich die Gegend ziemlich gut und mache in meiner Freizeit ähnliche Outdoor-Dinge, die Icebreaker-Funktionswäsche wartet auf ihren nächsten Einsatz.
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Antw:ROA adW S6
« Antwort #22 am: 10. Februar 2019, 14:59:54 »

Pünktlich um kurz vor 08:00 Uhr erreichte ich trotz teilweise winterlicher Straßenverhältnisse Anfang Januar die Nibelungenkaserne in Walldürn. Die Wache ließ mich mit Personalausweis und der mittlerweile postalisch erhaltenen Anweisung für die Einkleidung nach kurzem Zögern passieren, und flugs parkte ich möglichst nahe am örtlichen Servicestandort (SVS) der bwbekleidung (https://www.bwbm.de/service/standorte/servicestandorte.html), wie die Kleiderkammer heutzutage heißt. Das sollte sich als gute Idee herausstellen.

Im Gebäude freundlicher Empfang, und dank des Termins kam ich bald dran. Ein Bündel von Gefühlen, Gedanken und Erinnerungen kam zusammen, als ich in der Umkleidekabine die Größen ausprobierte, und dann der eigene Flecktarn auf den Einkaufswagen gepackt wurde. Zu meiner sehr angenehmen Überraschung war der SVS Walldürn schon versorgt mit dem neuen Kampfschuhsystem, es wurden ein Modell von Haix und Meindl Combat Extreme angeboten. Nachdem ich mit dem zivilen Verwandten der Letzteren, den Meindl Island MFS Active, schon seit langen Jahren viel unterwegs bin, probierte ich die militärischen Meindls aus, und meine Füße waren sofort „zuhause“. Ich bekam nicht nur ein, sondern gleich zwei Paar davon!

Überhaupt ist die Ausstattungsliste für RSU-Angehörige bemerkenswert lang. Auf Nachfrage, wozu ein einfacher Wochenend-Reservist all die Ausstattung benötigen würde, die sich auf dem Einkaufswagen türmte, von den Badeschlappen bis zum Rucksack, wurde mir neben der Versicherung, daß das alles sicherlich irgendwann benötigt werden würde, gesagt, daß die reichhaltige Ausstattung auch ein Baustein sei, um für eine nachhaltige Teilnahme in den RSUKr zu motivieren, insbesondere im Vergleich zur unbeorderten Reserve. Ich lief mehrmals, um den ganzen Berg in den nahen Pkw zu laden, und stand später zuhause vor dem ernsthaften Problem, wo das alles verstaut werden könnte. Die Qualität oder vielleicht genauer der Fertigungsstand der Einzelteile reicht von aktuell (Stiefel, Helm, Rucksack) über tauglich (Feldblusen, Zelt, Schlafsack) bis zu „genuine“ bzw. „vintage“ (Hallenschuhe, Badehose, kurze Sporthose: Ganz ernsthaft, so kann man anno 2019 nicht mehr rumlaufen, das ist peinlich, und in Bezug auf die Hallenschuhe eventuell sogar gefährlich. Diese Dinge werden unbenutzt sauber aufbewahrt, und sollte Sport anstehen, auf privates, modernes, und dezentes ähnliches Material zurückgegriffen.) Interessanterweise gab es Handschuhe und Krawatte für den Diener, ob oder wann es diesen selbst geben würde konnte vor Ort nicht beantwortet werden.

Nach der Einkleidung schritt ich rüber ins Büro der RSU Kp, und wurde vom UstgPers Fw freundlich willkommen geheißen. Noch etwas Papierkram, eine angeregte Unterhaltung, und dann ging es wieder auf den Heimweg.

Ende Januar die erste DVag. Etwas nervös kramte ich zuvor zuhause im großen Materialberg, prüfte jedes Einzelteil, was würde ich wohl brauchen? Und wie zum Kuckuck bekäme ich die Taschen an den Mann? Mit leichter Irritation stellte ich fest, daß das Koppeltragegestell unvollständig war, der Hüftgurt fehlte. Ein langer Blick auf den Bekleidungs- und Ausrüstungsnachweis (BAN): Nicht dabei, das würde sich hoffentlich noch klären. Ich steckte die Taschen mit in den Rucksack. Die lange beige Unterhose war geschickt bei der Kälte, ebenso tauglich war und ist der beige Rolli, der bemerkenswerterweise im Gegensatz zu den T-Shirts keine Flaggen an den Ärmeln hat. Wenig später betrachtete ich mich im Spiegel, sitzt alles gut, inklusive Dienstgradabzeichen und schwarzen Litzen.

Sehr früh ging es los an jenem Samstag Morgen, nur nicht zu spät kommen bei der ersten Teilnahme. Die Hektik stellte sich vor Ort als übertrieben heraus, die Kameraden trudelten erst mit der Zeit ein, und statt wie vermutet um 07:00 Uhr, weil so auf der Zuziehung als Beginn geschrieben, fand das Antreten erst kurz nach 08:00 Uhr statt. Kompaniechef Herr Oberstleutnant Mihalek findet kurze freundliche Worte für die Neuen, dann beginnt mit seiner restlichen Ansprache das Jahres- und Tagesprogramm. Auf manchen Fotos bin ich mit drauf: http://rsu-odenwald.de/urbanops-meets-abc-in-der-nibelungen-kaserne Am Ende des Tages lud mich der Spieß dazu ein, die Patches der Einheit zu erwerben, die nun den Ärmel der Feldbluse zieren. Eine herzliche Verabschiedung, und dann ging es wieder nach Hause. Das Rätsel der noch fehlenden Ausstattungsteile sollte sich erst im Nachgang völlig klären, mehr dazu im nächsten Eintrag.

Über ein Jahr, nachdem ich den Beschluss gefaßt hatte, in der Reserve wieder aktiv zu werden, erlebte ich meinen ersten Tag wieder als Soldat. Eine interessante Reise war es bis hierhin. Laufbahnwechsel? Lehrgänge? Bedarf am zivilberuflichen Know-how? Mal schauen, das alles dauert offensichtlich noch etwas länger.
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Antw: ROA a.d.W.
« Antwort #23 am: 21. März 2019, 23:27:13 »

In den Papieren, die im Zuge des ROA a.d.W.-Verfahrens zugegangen sind, steht geschrieben, daß man um "spätere Nachteile zu vermeiden" die in der Zwischenzeit, seit der schriftlichen Bewerbung bis vor der Auswahlkonferenz, erzielten Ausbildungsabschlüsse mitteilen solle. Also ging Anfang März wie geplant ein entsprechendes Schreiben an die zuständige Stelle, wie erwartet wurde es zwar kein Doktortitel, aber im Laufe eines Jahres doch ein bemerkenswerter Stapel an IT-Zertifikaten und zugehörigen Trainerscheinen. Es gibt in Deutschland nur eine sehr kleine Zahl von Leuten auf diesem Niveau, für IT-Systeme, deren Einsatz durch die Bundeswehr öffentlich bekannt ist. Ob das in Siegburg erkannt werden kann? Ob das überhaupt relevant ist? Mitte April soll die Ziehung stattfinden, die Spannung steigt.

Über diese fachlichen Dinge kamen auch wieder Kontakte zu CIR zustande, dort werde die Einbindung von Reservisten gerade neu aufgestellt, mal schauen, was sich daraus ergeben könnte.

In der grünen Heimat derweil alles bestens: Die zweite DVag lief schon deutlich runder, der Kalk rieselt aus dem Gedächtnis, und nach einem Auffrischungskurs war der Umgang mit dem MG3 wieder vertraut. Man lernt nicht nur neue Inhalte und alte Inhalte wieder, auch seine Kameraden, seine Vorgesetzten und deren Eigenheiten lernt man kennen, fügt sich in die Gemeinschaft ein und macht sich nützlich. Das sollte mit der dritten DVag und der ersten Kurz-RDL noch in diesem Monat nochmals besser gelingen, nach denen die Beorderung den festen Platz zuweist. Die ausstehende Beorderung ist auch das Geheimnis hinter den fehlenden Ausstattungsstücken: Aus Kostengründen werden teure und angepaßte Dinge wie die persönliche ABC-Schutzausstattung, optischer Einsatz für die Schießbrille und der Hüftgurt erst nach drei ordentlichen Teilnahmen und der damit verdienten Beorderung ausgegeben. Interessant war zu erfahren, daß das Feldgeschirr zur Zeit nicht verwendet werden dürfe, weil es aus Aluminium ist. Für die Mittagsverpflegung brachte der Versorger daher aus der Küche der Kaserne nicht nur Warmhalteboxen mit lecker Pasta Bolognese, sondern auch Wannen mit Tellern und Besteck. Auf manchem Foto bin ich wieder mit dabei: http://rsu-odenwald.de/wach-und-schulschiessen-23-02-2019
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Löwe von Eutin

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« Antwort #24 am: 22. März 2019, 01:38:39 »

Toller Bericht! Ich drücke die Daumen! Der Mythos mit dem Kochgeschirr, der davon handelt dass es nicht benutzt werden darf, weil es aus Aluminium sei... nunja, die Feldflasche ist vermutlich aus dem gleichen Material und mir ist kein Befehl/ keine Weisung etc. in schriftlicher Form bekannt, die die Nutzung davon betrifft oder gar den Einsatz untersagt.

Bei den österreichischen Kameraden gab es aber mal eine Untersuchung:
https://www.krone.at/444299

Toller RSU- Internetauftritt übrigens!
Beste Grüße von der RSU Kp Schleswig!
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Antw: ROA a.d.W.
« Antwort #25 am: 28. April 2019, 21:06:30 »

Besten Dank für Blumen und Daumen, das Lob für die Internetseite leite ich gerne weiter. Viele Grüße zurück in den Norden!

Mitte März 2019. Ein ruhiger Samstag auf der nahegelegenen Schießanlage "Im Bernet", hatten sie geschrieben. Ein gemütliches Treffen mit Kameraden der beorderungsunabhängigen Reserve, hatten sie gesagt. Vielleicht hätte ich die Einladung genauer lesen sollen, das Thema "Leistungsmarsch" war irgendwie nicht richtig ins Bewusstsein gelangt. Entsprechend wenig vorbereitet erwischte mich die Ansage vor Ort, vor dem Schießen noch was anderes zu machen. Man hätte sich auf 6 oder 9 Kilometer beschränken oder gar ablehnen können, aber als Neuling, der die Idee hat, bezüglich der Laufbahngruppe etwas zu machen, und direkt neben dem Chef stand, als der durchtrainierte Hauptfeldwebel fragte "Na, 12 km?!", blieb nur die Antwort "Selbstverständlich!". Mit 15 kg gepackte Rucksäcke lagen freundlicherweise schon bereit, also Gepäck aufgenommen, Kragen gerichtet, und los ging's. 98 Minuten später war es vollbracht, keine spektakuläre Leistung, aber ein anerkennendes Nicken der Kameraden. Eine Pause, ein nasses Handtuch, ein frisches T-Shirt unter dem Feldanzug und eine Flasche Wasser später ging es auf die Schießbahnen, und am Nachmittag stand im Schießbuch hinter P8, G36 und MG3, alte WÜ, jeweils "G". Handgranatenwerfen war dagegen nix, die blauen Dinger hüpften auf der Wiese zufällig herum. http://rsu-odenwald.de/wertungsuebungsschiessen-im-bernet-am-23-03-2019

Ende März 2019. Die erste dreitägige Kurz-RDL ist absolviert. In Bezug auf meine ehemalige Verwendung im KpTrp landete ich wieder dort, zwischen Computern, Funkgerät, Dienstplan und Papierkram für Ein- und Ausschleusung. Gar nicht schlecht für einen Neuling, so lernt man alle Kameraden mit Namen und Dienstgrad auswendig. Trotzdem rechtzeitig genug gelöst, um das gesamte Ausbildungsprogramm mitzunehmen. Ein Gespräch mit Chef und StFw UstgPers brachte einen interessanten Plan zustande, sollte es mit der ROA-Auswahl dieses Jahr nichts werden. http://rsu-odenwald.de/zertifizierungsvorbereitung-29-03-30-03-2019

So warte ich weiter auf eine hoffentlich positive Entscheidung, da lag Mitte April wieder ein dünnes Schreiben von BAPersBw VI 2.5.1 im Briefkasten. Zusage? Absage? Neues Formular? Nervöse Finger öffneten den Umschlag - nochmals etwas neues, unerwartetes, ein Zwischenbescheid mit Datum 08.04.2019: "Sehr geehrter Herr…, Sie haben erfolgreich am Eignungsfeststellungverfahren des Assessmentcenters für Führungskräfte der Bundeswehr (ACFüKrBw) am …08.2018 teilgenommen. Derzeit läuft das Auswahlverfahren für das Jahr 2019. Dies wird aufgrund von personellen Engpässen noch einige Zeit in Anspruch nehmen. BAPersBw VI 2.5.1 bittet darum von weiteren Anfragen abzusehen! Wir werden uns zeitnah bei Ihnen melden. Mit freundlichen Grüßen…" Immerhin keine Absage. Ende April, das Warten geht weiter.
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F_K

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Antw:ROA adW S6
« Antwort #26 am: 29. April 2019, 06:53:23 »

Eine MG 3 WÜ im Jahre 2019?

Falschbeurkundung plus div. andere Dienstvergehen ...
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Antw:ROA adW S6
« Antwort #27 am: 09. Mai 2019, 00:04:53 »

Soweit ist das begriffen habe nur zum Erhalt der Fertigkeiten, Teil der Bedingungen für die Schützenschnur sei sie nicht mehr.

Rechtzeitig vor der nächsten RDL traf die nächste Bestellung privat beschaffter Kleinteile ein: Kleine Karabiner im matten Tarnfleck-Finish zur Befestigung von Handschuhen oder Helm an Koppel oder Rucksack, ein zweiter farblich passender Rolli (dienstlich gibt es nur einen) und Hosengummis mit Klettverschluss (wurden dienstlich nicht ausgegeben). Aus der Erfahrung der zum Teil sehr nassen und kalten Tage während dieser RDL gibt es schon wieder einen neuen Einkaufszettel, unter https://www.bundeswehrforum.de/forum/index.php/topic,65635.0.html finden sich nützliche Anregungen.

Anfang Mai. Diese RDL drehte sich um die Zertifizierung der Einsatzbereitschaft der baden-württembergischen RSU Kompanien durch das Landeskommando, der Kommandeur Oberst Walkling inspizierte auch selbst den ganzen Tag und ließ sich das abendliche Vortragen der gesammelten Auswertung nicht nehmen. Ich machte nicht nur für die eigene Kompanie Odenwald mit, sondern zudem als Unterstützer für die personell etwas schwächer angetretene Schwesterkompanie Schwäbische Alb. Das war in beiden Durchgängen lehrreich, und nun bin ich als Heimatschützer doppelt zertifiziert. Die dritte Kompanie, Oberrhein, hatte aufgrund Personalmangel abgesagt, deren Zertifizierung soll Anfang 2020 nachgeholt werden, dann hoffentlich mit ordentlicher Mannstärke, auch aufgefüllt durch Absolventen des laufenden 2019er Durchgangs "Ungediente werden Reservisten", zwei Züge mit je ca. 30 Kameradinnen und Kameraden gingen im April an den Start.

https://www.facebook.com/bundeswehr.badenwuerttemberg/posts/2396899730544743
https://www.facebook.com/bundeswehr.badenwuerttemberg/posts/2397513460483370
http://rsu-odenwald.de/ueberpruefung-der-einsatzbereitschaft-am-03-05-2019

Während der RDL trudelten Schreiben vom BAPersBw ein, meldete die Heimatbasis. Mit Spannung erwartete ich die Meldungen: Die Abrechnungen für die letzte RDL … und dann noch eine Benachrichtigung über ein Einschreiben. Das musste warten bis nach der RDL, am Montag ging es auf dem Weg in die Firma leicht nervös zum Postamt. Nach der Geschichte mit dem neuen Formular im letzten Herbst und der telefonischen Aussage, daß CIR keine ROA a.d.W. mehr bräuchte, hatte ich mit der Sache eigentlich schon innerlich abgeschlossen. Klar, die Alternative RSU stand auf dem neuen Formular, aber darauf passte meine Bewerbung ja nicht wirklich. Eingestellt darauf, eine Absage abzuholen, wahrte ich im Postamt die Contenance, und wagte im Auto, nach einem sehr tiefen Durchatmen, den Umschlag zu öffnen…doppelte Überraschung, ein für mich spektakulärer Plot Point: Eine Zusage! Und wie ursprünglich besprochen und beworben für CIR! Der restliche Tag verlief locker beschwingt mit einem milden Dauerlächeln.

"Betr: Einstieg in die Laufbahn der Reserveoffizieranwärter des Truppendienstes außerhalb des Wehrdienstes gemäß § 43 (2) Soldatenlaufbahnverordnung (SLV)

Bezug: 1. Zentralrichtlinie A2-1300/0-0-2 (Die Reserve) 2. Soldatenlaufbahnverordnung 3. Streitkräftegemeinsames Konzept für die Ausbildung der Reserve in der Bundeswehr (SKgemKonzAusbResBw) 4. Ihr Antrag vom Februar 2018 5. Eignungsfeststellung ACFüKrBw am Anfang August 2018

Sehr geehrter Herr DG Name,

für Ihre Bereitschaft, freiwilligen Dienst in den Streitkräften zu leisten, danke ich Ihnen.

Nach Ihrer erfolgreichen Teilnahme am Eignungsfeststellungsverfahren des Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr (ACFüKrBw) am Anfang August 2018 teile ich Ihnen mit, dass Sie für den Einstieg in die Laufbahn der Reserveoffizieranwärter des Truppendienstes außerhalb des Wehrdienst gemäß § 43 (2) Soldatenlaufbahnverordnung (SLV) unter Vorbehalt der Erfüllung des Sporttestes ausgewählt wurden.

Es ist beabsichtigt, Sie in den Organisationsbereich CIR als Reserveoffizieranwärter/in des Truppendienstes einzustellen.

Die ergänzende militärische Ausbildung umfasst neben der Dienstpostenausbildung die Teilnahme an folgenden Ausbildungsabschnitten:

1. Allgemeine Streitkräftegemeinsame soldatische Ausbildung - Modul 1
2. Allgemeine Streitkräftegemeinsame soldatische Ausbildung - Modul 2
3. Reserveoffizierlehrgang außerhalb des Wehrdienstes - Modul 1
4. Reserveoffizierlehrgang außerhalb des Wehrdienstes - Modul 2
5. Reserveoffizierlehrgang außerhalb des Wehrdienstes - Modul 3

Hinweis: Für Bewerber, die bereits Wehrdienst geleistet haben entfallen beide Module der allgemeinen Streitkräftegemeinsamen soldatische Ausbildung!

Ihren zuständigen Personalführer beim Bundesamt für das Personalwesen der Bundeswehr, Frau/Herr DG Name, erreichen Sie telefonisch unter 02241 …

Für die Einsteuerung in die Lehrgänge ist das Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr, Sachgebiet … zuständig. Zu Beginn dieser Ausbildung sind Sie berechtigt, den erdienten bzw. niedrigsten Dienstgrad zu tragen. Die Verleihung des Dienstgradzusatzes ROA (Reserveoffizieranwärter) erfolgt erst bei Antritt von Modul 1. [Gemeint ist vermutlich ROL1, oder?]

Die Lehrgangsabfrage für das Kalenderjahr 2019 erfolgt zeitgerecht durch das Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr, Sachgebiet … nach Veröffentlichung des Lehrgangskatalogs der Bundeswehr. Hierzu wird sich das Sachgebiet mit Ihnen in Verbindung setzen. Es wird gebeten von einer Kontaktaufnahme vorab abzusehen.

Rechtsbehelfsbelehrung (…) MfG, i.A. …"

Seite 3 ist ein Formular und nennt sich "Empfangsbekenntnis / Empfangsbestätigung", auf dem man nach "Den Bescheid / die Verfügung des BAPersBw vom Ende April 2019 habe ich heute erhalten. Ich erkläre hiermit, dass ich mit der geplanten Verwendung einschließlich der daran geknüpften Rahmenverbindungen" eines der beiden Kästchen mit "einverstanden" oder "nicht einverstanden" (hahaha!) ankreuzen kann. Spannender ist folgende Angabe: "Für die Zuteilung des Betreuungstruppenteils wünsche ich, sofern es berücksichtigt werden kann, eine Einplanung bei folgendem Truppenteil:" Nach kurzer Rücksprache mit dem KpChef steht hier die RSU Kp Odenwald, wegen der freundlichen Aufnahme, der gemeinsamen Veranstaltungen, der Kameraden, der räumliche Nähe usw. "Alternativ möchte ich zugeteilt werden im örtlichen Bereich von:" Hier habe ich "Stuttgart" eingetragen, das wäre zumindest in Reichweite. Ort, Datum und Unterschrift darunter, und "Zurück ohne Anschreiben an:" das BAPersBw. Ging umgehend so in den Briefkasten.

Die nächste Warterunde, nun auf Zuteilung eines Lehrgangsplatzes: Dresden (OSH)? Fürstenfeldbruck (OSLw)? Gar Flensburg (MSM)? (ROA a.d.W. bei der Marine gibt es ja neu seit diesem Jahrgang, aber in einem Nachbarfaden war zu lesen, daß MSM erst für ROL3 relevant wäre.) Start im September? Oder erst im Januar? Irgendwann dazwischen? Geduld ist die Porzellankiste des Soldaten, so ungefähr.
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Antw:ROA a.d.W.
« Antwort #28 am: 03. Juni 2019, 14:04:11 »

SPECIAL: Lesestoff für den angehenden Reserveoffizier

Der Reibert – Das Handbuch für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr
https://koehler-mittler-shop.de/shop/mittler/bundeswehr-programm-mittler/bocklet-wilhelm-hrsg-der-reibert-das-handbuch-fuer-die-soldatinnen-und-soldaten-der-bundeswehr-ausgabe-2018

Überleben in Natur und Umwelt
https://www.walhalla.de/sicherheit-&-bundeswehr/überleben-in-natur-und-umwelt_6.produkt.html

Führen mit Auftrag - Handbuch für militärische Führer
Führungsprozess bis Bataillonsebene
https://www.walhalla.de/digital/führen-mit-auftrag_1.produkt.html

Die Kunst des Krieges: Sun Zi
https://www.amazon.de/Die-Kunst-Krieges-Sun-Zi/dp/9089987398

Miteinander reden: Kommunikationspsychologie für Führungskräfte
https://www.schulz-von-thun.de/veroeffentlichungen/bücher/articles/miteinander-reden-kommunikationspsychologie-für-führungskräfte

Vier Tage im November
https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/vier-tage-im-november-9783548375212.html

Feldwebel - Meister ihres Fachs
https://www.reservistenverband.de/custom/bilder/microsites/7100000000302/Feldwebel-Buch.pdf

Leutnantsbuch 83. OAJ
https://www.deutschesheer.de/resource/resource/MzEzNTM4MmUzMzMyMmUzMTM1MzMyZTM2MzEzMDMwMzAzMDMwMzAzMDY4NzI2YjYyMzU2OTM3NzgyMDIwMjAyMDIw/Leutnantsbuch_83.OAJ_.pdf

Weißbuch 2016
https://www.bmvg.de/de/themen/weissbuch

Innere Führung Selbstverständnis und Führungskultur
https://www.bmvg.de/resource/blob/13998/01082632986ceeb2c82c36c61785fec9/b-01-02-01-download1-data.pdf

Hinschauen! Geschlecht, Rechtspopulismus, Rituale - Systemische Probleme oder individuelles Fehlverhalten
https://miles-verlag.jimdo.com/reihe-soldat-und-gesellschaft

Die Tradition der Bundeswehr
https://www.bmvg.de/de/aktuelles/der-neue-traditionserlass-23232

Einführung in die Tradition der Bundeswehr – Das soldatische Erbe in dem besten Deutschland, das es je gab
https://miles-verlag.jimdo.com/reihe-soldat-und-gesellschaft

Bundeswehr Lexikon - BLexi
https://itunes.apple.com/de/app/bundeswehr-lexikon-blexi/id978924943?mt=8
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.samu.bw_wiki&hl=de

Cyber Mission – Befehlsrecht
https://itunes.apple.com/de/app/cyber-mission-befehlsrecht/id1459881586?mt=8
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.cyberinnovationhubbw.cybermission.befr&hl=en_US
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s_k_

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Antw:ROA adW S6
« Antwort #29 am: 03. Juni 2019, 16:22:06 »

 :o Wow! Großen Respekt vor deinem Schreibstil, da kann ich mir sogar noch was abschauen!

Als Idee - wenn dich irgendwann der (Un)Ruhestand ''quält'' - wie wärs mit Bücher schreiben?

Das was du schreibst ist sehr angenehm zu lesen, erfrischend und eine gute Ablenkung!

Hast du schon mal ein EPa Inhalt gegegessen? Wie hats dir geschmeckt?
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