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Fragen und Antworten => Dienstunfähig -Wehrdienstbeschädigung - Behinderung => Thema gestartet von: exstuffzsimon am 20. März 2010, 09:29:23

Titel: Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: exstuffzsimon am 20. März 2010, 09:29:23
Die Deutsche Kriegsopferfürsorge hat bis heute mehrere Millionen Euro Vermögenswerte für Betroffene geschaffen, indem sie die Rechte der Wehrdienstbeschädigten einfordert. So hat die Deutsche Kriegsopferfürsorge etlichen Soldatinnen und Soldaten den Weg zur Inanspruchnahme eines Berufsschadensausgleichs (BSA), geebnet. Der BSA bewirkt eine staatlich garantierte Lohnzahlung bis zum Renteneintrittsalter, wenn der Betroffene aufgrund der erlittenen Schädigungsfolgen nicht mehr arbeiten kann und Rehamaßnahmen erfolglos sind. Wenn man beispielsweise einen BSA von 2000 Euro netto zugesprochen bekommt, dann sind das 24.000 Euro im Jahr. Bei einem 30 Jahre alten, verwundeten Soldaten addieren sich 35 Jahre bis zum Renteneintrittsalter. Danach wird der BSA um 25 v.H. gekürzt. Das ist viel Geld. Allerdings wurden die Glücklichen vorher von unserem Land in den Einsatz befohlen, haben ihr Leben riskiert und sind zum Teil ernstlich verwundet wurden.

Die Deutsche Kriegsopferfürsorge kümmert sich darum, dass verwundete Soldaten und deren Familien sowie die Hinterbliebenen gefallener Soldaten nach Einsatz und Krieg ihre Rechtslage verstehen und ihre Rechte gegenüber den verschiedenen Leistungsträgern (Bundeswehr, Krankenkasse, Versorgungsamt, Rentenkasse, Arbeitsamt usw.) durchsetzen können. Selbst ein junger Soldat ohne Jura-Studium, der verwundet an Körper und / oder Seele aus dem Einsatz von Afghanistan heimkehrt, hat Anspruch auf umfassende, fallbezogene und fachlich korrekte Beratung über die ihm rechtmäßig zustehenden, garantierten Hilfen, ohne dazu einen Anwalt bezahlen zu müssen. Die Deutsche Kriegsopferfürsorge wurde nach einer zwölfmonatigen Vorbereitungsphase im Dezember 2009 aktiviert und wird dafür sorgen, dass Fachpersonal zur Beratung der Soldatenfamilien eingestellt wird. Die Schmerzen einer Verwundung oder die Trauer um einen Gefallen können wir nicht nehmen. Die zusätzlichen Sorgen wie Krankenversicherung, Einkommen, Hilfe bei Erziehung der Kinder oder Hilfe im Haushalt - da können wir entlasten.

Mehr dazu gibt's hier: http://veteranenverband.de

EDIT : Die o.g. Kriegsopferfürsorge ist im Bund Deutscher EinsatzVeteranen aufgegangen

Bund Deutscher Einsatzveteranen e.V.
Unter den Linden 21
D-10117 Berlin
Telefon: 030-209 242 08/ Fax: 030-209 242 09
E-Mail: office@veteranenverband.de
Titel: Re:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: exstuffzsimon am 22. März 2010, 12:27:03
Da das soziale Entschädigungsrecht sehr abstrakt ist,

hier in klaren Worten was Ihnen nach einer WDB auf Antrag zustehen kann.



- Einkommen durch Versorgungskrankengeld, Berufsschadensausgleich oder Rente

- Hilfe bei der Erziehung der Kinder

- Hilfe beim Führen des Haushaltes (z.B. Putzhilfe, wenn Ihnen der Arm oder das Bein fehlt)

- Einzelfallhilfe im Umgang mit Ämtern und Behörden

- Beschaffung bzw. Erhalt von Wohnraum (inkl. Maklergebühr / Renovierung / Umbau rollstuhlgerecht, pp.)

- Beschaffung / Umbau KFZ rollstuhlgerecht

- Heil- und Krankenbehandlung

- Hilfsmittel und Prothesen

- Übernahme von Umzugskosten, wenn der Umzug nötig ist um eine Arbeit aufzunehmen

- Rehamassnahmen / Bäderkuren

- Umschulungen

- Hinterbliebenen- oder Halbweisenrente

- Bestattungsgeld

- Erholungsurlaub

- Sonderfürsorge nach § 27e BVG für sehr schwer Behinderte

uvm.
Titel: Re:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Jonas_ am 29. September 2010, 10:40:52
Hy das hört sich alles sehr gut an  :)
Ich habe da nur noch eine frage und zwar wie sieht es aus mit den Soldaten die nicht nur Körperlicher schaden zugefügt wurde sondern auch Geistiger schaden.
Man hört da leider viele schlechte Beispiele wo Soldaten allein gelassen wurden oder nicht ausreichen Hilfe angeboten wurde , durch einen Psychologen usw !!
Also wie sieht das damit aus ??
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: MeySo am 18. November 2011, 23:38:31
Die Frage liegt zwar bereits einige Zeit zurück, trotzdem gehört es hierher.

https://www.ptbs-hilfe.de/startseite.html (https://www.ptbs-hilfe.de/startseite.html)

Der Internetauftritt bzgl. PTBS der Bundeswehr.

und

https://www.angriff-auf-die-seele.de/ptbs/
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw1 am 19. Dezember 2012, 16:06:51
Hier ein Tipp zum Thema lange Bearbeitungszeiten einer WDB nach Einsatzschädigung, bzw. jeder Art WDB, vor allem auch PTBS

Ich bin selbst Einsatzgeschädigter , 2007 , fast 2 Jahre KzH

Als ich im BwK behandelt wurde zeichnete sich bereits sehr früh ab, dass es ein langer
Weg zur Genesung sein wird. Auch war klar, dass erst mit Abschluss der Reha feststellbar
sein wird, welchen abschließenden Grad der Schädingsfolgen (GdS) ich haben werde.

Diesen benötigt ja die Verwaltung, um z.B. die Höhe einer möglichen Rentenzahlung festzulegen.

Somit können sich immer lange Laufzeiten der Bearbeitung solcher Vorgänge ergeben...

Um aber die Geschädigten schon vor abschließender Befundung versorgen zu können,
gibt es das Mittel eines sogenannten "Vorbehaltsbescheides".

Dieser wird aber nur auf Antrag erstellt!

Das "Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges - Bundesversorgungsgesetz" eröffnet
diese Möglichkeit in § 60 Abs 1 in Verbindung mit § 1:

§ 60 (1)
"Die Beschädigtenversorgung beginnt mit dem Monat, in dem ihre Voraussetzungen erfüllt sind,
frühestens mit dem Antragsmonat. Die Versorgung ist auch für Zeiträume vor der Antragstellung
zu leisten, wenn der Antrag innerhalb eines Jahres nach Eintritt der Schädigung gestellt wird.
War der Beschädigte ohne sein Verschulden an der Antragstellung verhindert, so verlängert sich
diese Frist um den Zeitraum der Verhinderung..."

§ 1 (1)
"Wer durch eine militärische oder militärähnliche Dienstverrichtung oder durch einen Unfall
während der Ausübung des militärischen oder militärähnlichen Dienstes oder durch die diesem
Dienst eigentümlichen Verhältnisse eine gesundheitliche Schädigung erlitten hat, erhält wegen der
gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Schädigung auf Antrag Versorgung."

§ 1 (3)
"Zur Anerkennung einer Gesundheitsstörung als Folge einer Schädigung genügt die
Wahrscheinlichkeit des ursächlichen Zusammenhangs."

Erlassen wird dann der Bescheid durch die WBV auf Grundlage des § 22 Abs 4 des Gesetzes
über das Verwaltungsverfahren der Kriegsopferversorgung (VfG - KOV):

"Kann nach dem Ergebnis der Ermittlungen über den Anspruch oder einen Teil des Anspruchs noch
nicht endgültig entschieden werden, sind die Voraussetzungen für die Gewährung bestimmter
Leistungen jedoch mit Wahrscheinlichkeit gegeben, so kann ein Bescheid unter dem ausdrücklichen
Vorbehalt der endgültigen Entscheidung erlassen werden, wenn dies beantragt ist und der
Antragsteller ein berechtigtes Interesse an der alsbaldigen Erteilung eines solchen vorläufigen
Bescheides hat. Aus dem Bescheid müssen sich Inhalt und Ausmaß des Vorbehalts ergeben.
Nach Abschluß der Ermittlungen hat die Behörde unverzüglich den endgültigen Bescheid zu erlassen.
Hierbei ist sie an den vorläufigen Bescheid nicht gebunden."

Zeitablauf bei mir:
- Einsatzschädigung Ende Juni 2007
- Antrag auf Vorbehaltsbescheid (formloses Schreiben an zuständige WBV) Februar 2008
---> (weil ich da erst von der Möglichkeit erfahren habe...durch Selbststudium der Gesetze...)
- Erteilung Vorbehaltsbescheid April 2008
- Versorgungsbescheid Jan 2009

Da meine Schädigung Ende Juni 2007 war und meine Antragstellung im Feb 2008 - also in dem o.g.
Jahreszeitraum (§ 60 Abs 1) - wurde mit die Versorgung ab Ende Juni 2007 gewährt.

Bei der Festlegung des GdS stützte man sich auf die Befunde der Fachärzte zum Zeitpunkt
der Antragstellung ab, bzw. auf die Feststellung im WDB-Blatt.
Denn dort muss der Arzt im Teil C unter 2. ankreuzen, ob die Minderung der Erwerbsfähigkeit
voraussichtlich für 6 Monate 25 % oder mehr, bzw. weniger als 25 % beträgt.

Auch hier reicht also wieder die Wahrscheinlichkeit !

Aus meiner Sicht würde es also in allen Fällen (auch PTBS) - für den Vorbehaltsbescheid - genügen,
wenn die Bw-Fachärzte den Einsatz als die wahrscheinliche Ursache benennen und den in
diesem Zeitpunkt bestehenden GdS festlegen, vorbehaltlich einer abschließenden gutachterlichen Bewertung.

So wurde bei mir der GdS im Vorbehaltsbescheid (Anfang 2008) auf 50 % festgesetzt und später -
mit dem "richtigen" Versorgungsbescheid (2009) auf 40 %.

Dieser Vorbehaltsbescheid muss auch ohne weitere Prüfung von den zivilen Versorgungsämtern
anerkannt werden, wenn man z.B. einen GdS 50+ hat und einen Schwerbehindertenausweis
beantragt.

WICHTIG:
Wie der Name ja schon sagt - es ist ein Vorbehaltsbescheid !
D.h. wird eine Rente ausgezahlt und mit dem richtigen Versorgungsbescheid eine WDB verneint,
oder rückwirkend der GdS niedriger festgelegt - müssen die ausgezahlten Gelder ganz oder
teilweise zurückgezahlt werden! So musste ich knapp 340 € zurückzahlen.
Somit gibt es aus meiner Sicht keinen Grund für die Verwaltung, so einen Bescheid zu verweigern.
Aber der Soldat hat erst mal einen amtlichen (Vorbehalts-)Bescheid in der Hand und bekommt
eine kleine Finanzielle Entschädigung für seine erlittene Behinderung...

Hier mal die Rentensätze BVG § 31 Stand 01.07.2011:

Diese Rente wird - steuerfrei - zu den Dienstbezügen gezahlt,
oder
im Falle der Entlassung, von den zivilen Versorgungsämtern.

Beschädigte erhalten eine monatliche Grundrente bei einem Grad der Schädigungsfolgen

von 30 in Höhe von 124 Euro,
von 40 in Höhe von 170 Euro,
von 50 in Höhe von 228 Euro,
von 60 in Höhe von 289 Euro,
von 70 in Höhe von 400 Euro,
von 80 in Höhe von 484 Euro,
von 90 in Höhe von 582 Euro,
von 100 in Höhe von 652 Euro.
...
Schwerbeschädigung liegt vor, wenn ein Grad der Schädigungsfolgen von mindestens 50 festgestellt ist.

Daneben kann es noch Zulagen geben. Steht auch im § 31.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Gast12345 am 02. Februar 2013, 23:22:49
Das klingt ja alles wunderschön.
Nur wenn man vor 2001 im Einsatz war und dort PTBS "erworben" hat, fällt man durchs Raster.
So oft hört man, da hat ja keiner PTBS bekommen, weil es ja NUR einfache Einsätze waren.
Aber
Massengräber kartieren
Kameraden, die sich selber erschiesen  oder
mit Miltow-Cocktails beworfen werden
oder auch wenn man im Einsatz "einfach" nur einen Verkehrsunfall erleidet

auch das traumatisiert.

Aber wird unter den Tisch gekehrt.

Alles dreht sich nur um Afghanistan. Ich spreche den Kameraden, die im Gefecht gestanden haben gar nicht die Härte ihres Eisatzes ab.
Aber auch in den "einfachen" Einsätzen in Bosnien und im Kosovo wurden und werden Kameraden traumatisiert. Und auch in unsere Lager wurde geschossen, nur stand es eben nicht in der Presse.

Und unser Recht bekommen wir nicht!
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Tommie am 03. Februar 2013, 18:50:09
... oder mit Miltow-Cocktails beworfen werden

Den Drink kenn ich jetzt noch nicht ;) ? Gibts da ein Rezept für? Oder meinen Sie etwa den allseits beliebten "Molotow-Cocktail", gerne auch mal "Molly" genannt ;) ?
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 07. März 2013, 15:55:35
zum Beitrag von Gast12345

Diese Lücke, ab wann die besonderen Regeln der Einsatzversorgung greifen, wurde erkannt und durch das

Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetz vom 5. Dezember 2011 behoben.

Siehe hierzu folgenden Hinweis und das angehängte Handbuch zum Einsatzweiterverwendungsgesetz

"Das Einsatz-Weiterverwendungsgesetz enthält keinen ausdrücklichen Stichtag für eine Rückwirkung.
Vielmehr wird die Rückwirkung auf den 1. Dezember 2002 durch die Bezugnahme in § 1 auf den mit
dem Einsatz-Versorgungsgesetz vom 21. Dezember 2004 rückwirkend zum 1. Dezember 2002 eingeführten
Rechtsbegriff „Einsatzunfall“ im Sinne von § 63c des Soldatenversorgungsgesetzes und § 31a des
Beamtenversorgungsgesetzes bewirkt.

Mit dem Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetz vom 5. Dezember 2011 wurde diese Rückwirkung
des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes nunmehr

bis zum 1. Juli 1992   (Inkrafttreten des Auslandsverwendungsgesetzes vom 28. Juli 1993) erweitert,

indem es für in der Zeit vom 1. Juli 1992 bis 30. November 2002 verursachte gesundheitliche Schädigungen,

die einem erst ab dem 1. Dezember 2002 geregelten Einsatzunfall (§ 63c des Soldatenversorgungsgesetzes)

vergleichbar sind, für entsprechend anwendbar erklärt wird.

Davon werden alle Auslandseinsätze der Bundeswehr von Beginn an erfasst."

Zum "leidigen" Thema PTBS bleibt zu sagen, es ist ein schwieriges Thema und der Dienstherr
hat hier - aus meiner Sicht - gerade beim Punkt Begutachtung noch erheblichen Handlungsbedarf.

Zumal es einem - schwer - psychisch erkrankten Menschen schwer fällt, bzw. unmöglich ist,
sich selbst in Vorschriften, Gesetze, etc. einzulesen und für seine Rechte zu kämpfen...

Deshalb kann ich JEDEM, der gerade von PTBS betroffen ist - egal ob noch aktiv oder bereits entlassen - nur die Kontaktaufnahme mit den Kameraden/Mitarbeitern des Bund Deutscher EinsatzVeteranen empfehlen.

Bund Deutscher Einsatzveteranen e.V.
Unter den Linden 21
D-10117 Berlin
Telefon: 030-209 242 08/ Fax: 030-209 242 09
E-Mail: office@veteranenverband.de


Die Kameraden/Mitarbeiter sind eine große Hilfe und unterstützen jeden Soldaten bei der Umsetzung seiner Ansprüche.

http://veteranenverband.de
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 07. März 2013, 18:06:53
Inzwischen werden Lotsen ausgebildet, die betroffenen Soldaten durch den ganzen Vorschriften Dschungel helfen sollen.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 07. März 2013, 19:29:47
Um Ulli noch zu ergänzen >> siehe Info zu den Lotsen im Anhang.

Beim Thema PTBS würde ich aber spätestens bei der Frage der abschließenden Begutachtung auf die Unterstützung und Erfahrung des Bund Deutscher EinsatzVeteranen zurückgreifen, da es hier zum Teil nur über gerichtliche Verfahren zur Anerkennung der WDB und des korrekten GdS kommen kann.

Das Problem sind die z.T. sehr langen Verfahrenslaufzeiten - z.T. Jahre...

Bzw. der Einsatz ziviler Gutachter, die z.T. vollkommen andere Bewertungen abgeben, als zuvor die Bw-Fachärzte in den BwK's.

Die Lotsen sind ein weiterer, guter und richtiger Schritt. Und ich bin mir auch sicher, diese Kameraden werden eine gute Arbeit leisten - aber im Falle das es in die Auseinandersetzung mit der Versorgungsverwaltung um verweigerte/vorenthaltene Ansprüche geht...

...wendet Euch an den Bund Deutscher EinsatzVeteranen !!

Bund Deutscher Einsatzveteranen e.V.
Unter den Linden 21
D-10117 Berlin
Telefon: 030-209 242 08/ Fax: 030-209 242 09
E-Mail: office@veteranenverband.de


Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Heiko2014 am 15. Januar 2014, 19:19:00
Hallo,

ich heiße Heiko, komme aus Sachsen und habe ich Fernsehen schon einige Beiträge über Soldaten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung gesehen. Nun finde ich es irgendwie widersprüchlich, dass man die Soldaten in der Ferne kämpfen und (im schlimmsten Fall) sterben läßt, aber im Falle von Traumatas läßt man die Jungs oft alleine. Das ist alles andere als gerecht.  :(

Ich selber hatte vor einigen Jahren das Pech mit 40 einen Herzinfakt zu bekommen, was mich total aus der Bahn warf. Die Ärzte im Krankenhaus stellten mich zwar wieder einigermaßen her, aber nach der Entlassung fühlte ich mich alleingelassen. Ich war körperlich so schwach, das ich kaum die Treppen in meine Wohnung hochkam und psychisch neben der Spur. Was wird nun aus mir? Ich regte mich über alles möglich auf und erkannte das dieses Sich-Aufregen die eigentliche Ursache für den Infarkt gewesen ist. Das hatten die Ärzte nicht behandeln können. Zuerst ging ich zu Psychologen - ohne Erfolg. Ich konnte machen was immer ich wollte, ich war oft auf Krawall (mit mir und der Welt) aus und konnte das einfach nicht stoppen. Ich bekam Angst und befürchtete einen weiteren Infakt ... .

Da kam ich an eine Kinesiologin und ich erzählte ihr von meinem Problem. Ich sollte in der Behandlung den Zielsatz aufschreiben: "In meinem Kopf herrscht Ruhe und Frieden."
Zu meinem Erstaunen fing es in meinem Kopf sehr an zu arbeiten und nach ca. 20 Minuten war tatsächlich Ruhe und Frieden. Die hielt nicht nur die nächsten Tage, sondern bin heute an (über 3 Jahre). Ich war völlig baff von der Wirksamkeit und der Effektivität dieser Methode.
Ich erzählte dies meinem behandelnden Psychologen und er meinte nur: Wer heilt hat Recht, das Endergebnis zählt. Wer wirklich gesund werden will, der denkt nicht zuviel über die Methode nach sondern konzentriert sich auf das Ziel. Auch die Schulpsychologie entwickelt sich weiter und warum soll nicht auch die Kinesiologie eines Tages zum Leistungsumfang der Schulpsychologen gehören?

Der Sinn meines Beitrages besteht darin, die betreffenden Soldaten von dieser Methode zu informieren - ich will ihnen damit helfen.
Die Soldaten sollen von dieser Methode namens Kinesiologie zumindest wissen das es sie gibt - was jeder damit anfängt soll jeder SELBER entscheiden.

Natürlich stehe ich auf für Fragen zur Verfügung, ich bin gerne bereit zu helfen.

Mit freundlichen Grüßen Heiko  :)
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Heiko2014 am 15. Januar 2014, 19:22:05
Ups, wie kann ich Tippfehler verbessern? Ich habe da keine Schaltfläche gefunden.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: schlammtreiber am 20. Januar 2014, 09:52:46
Ich erzählte dies meinem behandelnden Psychologen und er meinte nur: Wer heilt hat Recht, das Endergebnis zählt. Wer wirklich gesund werden will, der denkt nicht zuviel über die Methode nach sondern konzentriert sich auf das Ziel. Auch die Schulpsychologie entwickelt sich weiter und warum soll nicht auch die Kinesiologie eines Tages zum Leistungsumfang der Schulpsychologen gehören?

Ich bezweifel ja ganz stark, dass der "Schul"psychologe das gesagt haben soll, denn diese Argumentationslinie kommt eigentlich nur von den Anhängern entsprechender Methoden, das klingt schon stark nach Werbung.

Zitat
Die Kinesiologie ist ein wissenschaftlich nicht anerkanntes, alternativmedizinisches Diagnose- und Therapieverfahren ohne belegte Wirksamkeit.[4] Die Kinesiologie beruht auf der Annahme, dass sich gesundheitliche Störungen als Schwäche bestimmter Muskelgruppen manifestieren.[5] Zentrales Werkzeug der Kinesiologie zur Diagnose solcher Störungen ist der sogenannte „kinesiologische Muskeltest“.

In der Kinesiologie werden Begriffe und Lehren aus der Meridian- und der Elementenlehre verwendet. So wird beispielsweise der Begriff Energie in Anlehnung an das daoistische Qi im Sinne von „Lebensenergie“ benutzt. (...)
Das Konzept der Kinesiologie ist mit anerkannten naturwissenschaftlichen und medizinischen Kenntnissen nicht vereinbar. Ein Nachweis der diagnostischen Validität und Wirksamkeit der Kinesiologie gelang bisher nicht; er gilt als unwahrscheinlich.(...)
Kinesiologische Vorstellungen wie zum Beispiel diejenige, der Körper wisse, ob der Inhalt eines verschlossenen Glasröhrchens gut für ihn sei, sind mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaft nicht in Einklang zu bringen. Ein wissenschaftlicher Nachweis für eine derartige Fähigkeit konnte nicht erbracht werden. Die Kinesiologie wird daher den Pseudowissenschaften zugeordnet.(...)
Die Edu-Kinestetik ist aus Sicht der Psychologie und Pädagogik eine Sammlung bekannter Entspannungs- und Gedächtnistechniken, die auf vereinfachenden und teils grob falschen Vorstellungen über Anatomie und Physiologie des Gehirns basiert.
Die Wirksamkeit der Kinesiologie ging in einigen Studien nicht über die Wirksamkeit eines Placebos hinaus, das heißt, die Kinesiologie besitzt keine ursächliche Eigenwirkung. Kritiker werfen Kinesiologen daher vor, unzureichende Instrumente zu benutzen und zu falschen Diagnosen und falschen Therapien zu kommen mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen für den Patienten, weil dieser dazu ermutigt wird, erwiesenermaßen wirksame Therapien zu spät oder gar nicht zu beginnen oder sie abzubrechen.[37]

Befürworter der kinesiologischen Praxis behaupten häufig, ihre Methoden seien der wissenschaftlichen Kontrolle durch das International College of Applied Kinesiology (ICAK) unterworfen. Eine Auswertung von 50 Publikationen dieser Vereinigung über einen Zeitraum von 7 Jahren stellte jedoch durchwegs schwere Mängel in den Arbeiten fest – darunter das gänzliche Fehlen von statistischen Analysen, Probleme bei der Auswahl von Testpersonen und fehlende Angaben zu den Versuchsgruppen.[38]

Weiterhin wird die fehlende Standardisierung sowie fehlende Voraussetzung von Grundqualifikationen kritisiert. Beispielsweise nennt das Kinesiologische Institut Ostbayern als notwendige Vorbildung und Voraussetzungen für eine Kinesiologenausbildung einzig und allein „Interesse und Lernbereitschaft“; ein medizinischer Beruf wie Mediziner oder Masseur sei nicht Voraussetzung für die Kinesiologenausbildung. Die volle Ausbildung, so dieses Kinesiologische Institut, dauere 60 Wochenenden, und der Schüler könne selbst entscheiden, wie weit er die Ausbildung absolvieren wolle und ab welchem Punkt der Ausbildung er als Kinesiologe arbeiten wolle.(...)

http://de.wikipedia.org/wiki/Angewandte_Kinesiologie (http://de.wikipedia.org/wiki/Angewandte_Kinesiologie)

Natürlich kann man dies als begleitende "Therapie" zu ernsthafter medizinischer Betreuung wählen, wenn man meint, dass es hilft. Keinesfalls sollte man aber deswegen auf wissenschaftlich fundierte medizinische Betreuung verzichten.

Das gleiche gilt natürlich auch bspw. für Heilsteine, Gesundbeten, Homöopathie, Münzen in Brunnen werfen oder Äskulap ein weißes Kaninchen opfern...
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Heiko2014 am 28. Juni 2014, 17:45:41
Zitat
http://de.wikipedia.org/wiki/Angewandte_Kinesiologie (http://de.wikipedia.org/wiki/Angewandte_Kinesiologie)

Natürlich kann man dies als begleitende "Therapie" zu ernsthafter medizinischer Betreuung wählen, wenn man meint, dass es hilft. Keinesfalls sollte man aber deswegen auf wissenschaftlich fundierte medizinische Betreuung verzichten.

Das gleiche gilt natürlich auch bspw. für Heilsteine, Gesundbeten, Homöopathie, Münzen in Brunnen werfen oder Äskulap ein weißes Kaninchen opfern...

Weißes Kaninchen opfern ...  ;D ;D ;D
Ja, das klingt in der Tat lustig.  ;D

ABER: Ich glaube nicht, das die betroffenen Soldaten das auch so lustig finden. Wenn man traumatisert aus dem Ausland zurückkommt, von Linken vielleicht sogar nich als "Mörder"  >:( beschimpft wird, man jahrelang Angstattacken hat - da ist man irgendwann mal verzweifelt. Ich habe meinen Beitrag geschrieben um den Betroffenen zu helfen und nicht um vom Admin als Witzbold dargestellt zu werden. Wikipedia stellt die Kinesiologie als wirklungslos dar, das weiß ich auch. Aber dies deckt sich nicht mit meinen eigenen Erfahrungen und auch nicht mit den Erfahrungen von anderen Bekannten.
Mit geht es nur darum das andere Menschen die Kinesiologie überhaupt erst einmal kennen - ob sie das Angebot dann nutzen wollen soll doch bitte jeder SELBER entscheiden.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 28. Juni 2014, 19:38:59
Es ging nicht darum, dich lächerlich zu machen.
Das Problem ist aber, dass jede Therapieform Nebenwirkungen hat- bei unwirksamen bzw. nicht wissenschaftlich fundierten Therapien vor allem, dass der Patient keine fundierte Therapie bekommt, oder Hoffnungen auf eine unseriöse Therapie setzt und dafür auch noch viel Geld ausgibt. Im Gegenzug fördert das dann Begehrlichkeiten bei anderen Patienten, dass die Bundeswehr (oder wer auch immer die Gesundheitskosten trägt) die Kosten übernehmen soll, was dann wieder zu Enttäuschungen führt, wenn das abgelehnt wird.

Und auch bei den von Schlammi beschriebenen "Therapien" werden sich Patienten finden, denen sie geholfen hat. Trotzdem würde sie kein seriöser Therapeut sie anwenden.

Gerade bei der Homöopathie ist das Phänomen sehr gut untersucht. Und nein, sie wirkt nicht. Selbst wenn man davon ausgeht, dass man den Wirkungsmechanismus noch nicht verstehen kann, müsste man nachweisen können, dass es wirkt. Und das funktioniert eben nicht.
Somit geht man davon aus, dass so Dinge wie natürlicher Krankheitsverlauf und vor allem Placeboeffekt die Grundlage der "Heilungen" darstellt.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: FrankP am 28. Juni 2014, 21:59:51
Wobei man allerdings beim Vergleichen die Wirksamkeit von "seriösen" Psychotherapien auch nicht völlig unkritisch sehen sollte. Das sind alles durchaus keine trivialen Behandlungen, die "garantiert funktionieren". Die klassische Psychoanalyse beispielsweise hat sich in manchen Hinsichten als therapeutisch vollkommen wirkungslos herausgestellt, soweit ich weiß. Zugrunde liegende Modelle aus der Psychologie sind heute teils wieder umstritten, und etliches an "Lehrbuchinhalten" konnte nicht repliziert werden etc. (Was konkret die Behandlung von PTBS u. ä. angeht, kenne ich mich konkret allerdings nicht aus.) in short: Auch die Psychologen und Psychiater fischen häufig ziemlich im Trüben.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 28. Juni 2014, 22:20:14
Ein seriöser Therapeut wird nie behaupten dass die Therapie auf jeden Fall wirken wird. Genauso muss man die richtige Therapie für die jeweilige Krankheit finden.
Die klassische Psychoanalyse gibt es immernoch, gilt aber inzwischen als ineffektiv. Genau das ist aber auch wissenschaftlicher Fortschritt- Therapien werden auf ihre Wirksamkeit untersucht und ggf. aufgegeben oder abgewandelt.
Heutzutage gibt es darüber hinaus kaum noch reine Therapieformen, sondern es werden in der Therapie Aspekte der verschiedenen Formen genutzt, auch wenn es einen Schwerpunkt gibt.
Auch wird PTBS in der Regel nicht mit den klassischen Therapieformen behandelt, sondern z.B. mit EMDR- was aber natürlich auch nicht bei jedem Patienten hilft.

Aber dann im Umkehrschluss Therapieformen zu propagieren, für die es gar keinen Wirkungsnachweis gibt halte ich schlichtweg für unverantwortlich.
Dann kann man wie Schlammi das überspitzt dargestellt hat, auch weisse Kaninchen opfern.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: FrankP am 29. Juni 2014, 10:35:13
Die klassische Psychoanalyse gibt es immernoch, gilt aber inzwischen als ineffektiv. Genau das ist aber auch wissenschaftlicher Fortschritt- Therapien werden auf ihre Wirksamkeit untersucht und ggf. aufgegeben oder abgewandelt.

Gerade im Bereich Psychologie ist die Geschichte halt ganz besonders "unscharf": Noch immer wird klassische Psychoanalyse angewandt - und die Kosten dafür auch z. T. von Krankenkassen übernommen. Patienten dort hinzuschicken ist dann natürlich noch wesentlich verantwortungsloser: Schließlich wissen wir nichts über die Wirksamkeit der Opferns von weißen Kaninchen, aber einiges über die Nicht-Wirksamkeit von Psychoanalyse. (Außerdem ist letztere wohl erheblich teurer.  ;D )

Zum Thema "alternative Behandlungsformen" fällt mir ein Fall ein, den Missionarinnen aus Ostafrika mir berichteten: Für eine nicht seltene, aber offenbar nur regional auftretende akute psychische Erkrankung bei Frauen war keine wirksame psychotherapeutische Behandlung bekannt. In Ermangelung anderer Optionen und nach Rücksprache mit Psychiatern vor Ort und in Deutschland wagten die frommen Schwestern das Experiment, die Patientinnen "gesund zu beten". Sie hatten damit nachhaltigen Erfolg. Das Ganze wurde an keiner Stelle wissenschaftlich begleitet oder an anderen Orten wiederholt. Für mich als Wissenschaftler heißt das: Oh - Forschungsbedarf! (super). Aber auch: Nicht gleich alles in die Voodoo-Schublade stecken, was ich (noch) nicht verstehe. Wissenschaft heißt hinsehen, und ich denke, da können wir noch eine Menge lernen (was auch mit der Fördermittelvergabe zu tun hat, aber das ist wieder ein anderes Fass). Gerade im Bereich der Psychologie/Psychotherapie.

Womit ich nicht gesagt haben will, dass die Krankenkasse demnächst für weiße Kaninchen bezahlen soll..  ;)
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 29. Juni 2014, 10:59:19
Was z.B. das Gesundbeten angeht, müsste man aber z.B. schauen, was für Krankheiten die Patientinnen hatten, was genau der dahinterliegende Pathomechanismus war und was genau an dem Gesundbeten geholfen hat- das kann auch sein, dass die Missionarinnen einfach eine Form der Gesprächstherapie parallel gemacht haben ohne dass man das so genannt hat.
Außerdem ist der Glaube an eine höhere Macht sogar eine speziellere Form der Verhaltenstherapie.

Die Frage wäre, ob das Gesundbeten geholfen hätte, wenn die Missionarinnen keinerlei Kontakt zu den Patienten gehabt hätten und die Patientinnen nicht gewusst hätten, dass man für sie betet (Doppelblindversuch)
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: FrankP am 29. Juni 2014, 14:01:11
Die Frage wäre, ob das Gesundbeten geholfen hätte, wenn die Missionarinnen keinerlei Kontakt zu den Patienten gehabt hätten und die Patientinnen nicht gewusst hätten, dass man für sie betet (Doppelblindversuch)

"Doppelblindbeten" - cool   ;D

Ob's das Beten als solches war... lässt sich natürlich bezweifeln, und dessen Einfluss wird sich kaum je beweisen oder widerlegen lassen.  Es geschah übrigens gemeinsam mit den Patientinnen, in der Gruppe - soweit ich mich erinnere jedenfalls. Insofern dürften (auch?) andere Faktoren dabei eine Rolle gespielt haben. Aber darum ging's mir auch nicht. Ich fand die Form der "Therapie" als solche schon ungewöhnlich genug. Wenn die aber nun im gegebenen Rahmen die besten Erfolgsaussichten hatte - wäre womöglich ein Abbruch wegen "Unwissenschaftlichkeit" zum Schaden der Patientinnen und damit als verantwortungslos zu bezeichnen?
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 29. Juni 2014, 14:18:57
Das muss man aber auch mal so sehen, dass es dort wahrscheinlich keine andere Form der Therapie gibt. Sei es wegen fehlender medizinischer Infrastruktur, sei es wegen Akzeptanzproblemen von psychiatrischen Erkrankungen gerade in solchen Gesellschaften wie man sie in Afrika findet.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: schlammtreiber am 30. Juni 2014, 09:27:32
Weißes Kaninchen opfern ...  ;D ;D ;D
Ja, das klingt in der Tat lustig.  ;D

ABER: Ich glaube nicht, das die betroffenen Soldaten das auch so lustig finden.

Ich glaube, Du verstehst nicht was ich sagen will... alle von mir zitierten Methoden wurden (und werden) angewandt, und es gibt (oder gab) Millionen von Menschen, die Stein und Bein darauf schwören/geschworen haben.

Der Grieche des 5. Jhdt v.Chr., der den Göttern ein Kaninchen für die Gesundung seines Kindes anbietet... die Nonne des 15. Jhdt n.Chr., die ihre Patienten gesundbetet... der Deutsche des 21. Jhdt n. Chr., der sich mit Leitungswasser kuriert, welches vorher 3 Tage in einer geweihten Karaffe mit Heilsteinen aufgeladen wurde... die finden das wohl alle nicht "witzig", machen das nicht zum Zeitvertreib, sondern glauben daran.

Und dasselbe gilt für Kinesiologie oder Homöopathie.
Des Menschen Glaube ist sein Himmelreich.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Stabili am 03. Juli 2014, 09:14:57
Hallo,

Wo, wie und ab wann kann man den diesen Vorbehaltsbescheid beantragen?
Gibt es dafür einen Vordruck? Oder formlos?

Lg
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Tommie am 03. Juli 2014, 09:25:46
Der Vorbehaltsbescheid kann formlos beantragt werden, so lange das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist!
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Stabili am 03. Juli 2014, 11:11:08
Das hatte ich soweit verstanden Tommie.
Nur wollte ich wissen an wen ich den Antrag stellen muss?
Gibt es eine "mindest" Dauer bis man diesen Antrag stellen kann?
Meine WDB läuft seit 7 Monaten und ich hab bis Dato noch nichts gehört.
Würde mich aber interessieren, da ich zum 30.09. ausscheide  ::) ::)

Ich hab schon die Frau vom Sozialdienst drauf angesprochen ... jedoch war ihre Reaktion ca. so  :o ??? ::) :(
Die meinte es gibt Vorbehaltsstellen, aber keine Vorbehaltsbescheide  ;D
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Tommie am 03. Juli 2014, 11:19:32
Haben Sie denn einen Eingangs- oder einen Zwischenbescheid über Ihren WDB-Antrag erhalten? Wer bearbeitet den Antrag denn? Und genau dort stellen Sie auch diesen Antrag!

Üblicherweise ist die bearbeitenden Stelle die ehemalige WBV-West in Düsseldorf, die diese Aufgabe jetzt bundesweit übernommen hat. Leider weiß ich nicht, welcher Dienststelle, in die die ehemaligen WBV-en "zerfallen" sind, diese Stelle zugeordnet ist!

Ist Ihre WDB denn auf einen Einsatz zurück zu führen? Kommt für Sie eventuell das Einsatzweiterverwendungsgesetz in Frage? haben Sie einen Anspruch auf ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art nach § 6 EinsatzWVG?
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Stabili am 03. Juli 2014, 11:25:23
Nö kein Einsatz. Unfall während der Dienstverrichtung.
Ich glaube einen Eingangsbescheid habe ich bekommen, aber einen Zwischenbescheid hab ich nicht bekommen.

Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: F_K am 03. Juli 2014, 11:27:43
@ Stabili:

.. und mit welchen GdS rechnest Du?

Wenn dieser unter den 25% liegt, sind eh nur kleine / geringe Leistungen zu erwarten, so dass ein Vorbehaltsbescheid nicht wirklich zielführend ist.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Stabili am 03. Juli 2014, 11:30:12
Ja mit einem GdS der aufjedenfall mal über 25% ist. Also minimum mit 30%.
Ich hab auch gelesen dass ein GdS höher eingestuft werden muss, wenn der Geschädigte dadurch seinen zum Zeitpunkt ausgeübten Berufen nicht weiter verfolgen kann.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: F_K am 03. Juli 2014, 12:08:57
Naja, der ausgeübte Beruf ist ja Soldat - und da wirst Du entlassen.

However:
Vorbehaltsbescheid bei der Stelle beantragen, die die Eingangsbestätigung versandt hat.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: nowayout am 03. Juli 2014, 17:47:24
@F_K Sie haben eine PM : Gruss
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: F_K am 03. Juli 2014, 19:23:51
Fragen doch bitte im Forum, dann haben alle was davon ...




Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 25. August 2014, 21:29:37
Im Rahmen der Bw-Reform ist für WDB-Verfahren jetzt zuständig:

Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw)
Referat. I 2.3.4
Wilhelm-Raabe-Str. 46
40470 Düsseldorf

Ansprechstelle:
BwNetz 90 - 3221 - 2709 oder 2710

Ein Vorbehaltsbescheid macht aber nur Sinn, wenn die Zahlung einer
Beschädigtenrente zu erwarten ist.

D.h. der Arzt muss schon auf dem WDB-Blatt vermerkt haben....
dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit für voraussichtlich 6 Monate
25 % oder mehr betragen wird.

Bzw. dies muss aus ärztl. Folgebefunden klar hervorgehen.


EDIT: Beachte Beitrag vom 01.04.2016

Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 10. Oktober 2014, 17:34:26
Ich habe heute einmal die aktuelle Version des

Handbuch zum Einsatz-Weiterverwendungsgesetz (Handbuch EinsatzWVG)

eingestellt.

Dieses regelt die grundsätzliche Versorgung von im Einsatz Geschädigten ( rückwirkend seit 01. Juli 1992 ).

"Mit dem Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetz vom 5. Dezember 2011 wurde diese Rückwirkung
des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes nunmehr bis zum 1. Juli 1992 (Inkrafttreten
des Auslandsverwendungsgesetzes vom 28. Juli 1993) erweitert, indem es für in der Zeit vom
1. Juli 1992 bis 30. November 2002 verursachte gesundheitliche Schädigungen, die einem erst
ab dem 1. Dezember 2002 geregelten Einsatzunfall (§ 63c des Soldatenversorgungsgesetzes)
vergleichbar sind, für entsprechend anwendbar erklärt wird. Davon werden alle Auslandseinsätze
der Bundeswehr von Beginn an erfasst."

"Das Handbuch zum Einsatz-Weiterverwendungsgesetz (Handbuch EinsatzWVG) stellt eine
Zusammenfassung der für die Durchführung des Gesetzes relevanten Erlasse und Weisungen
dar. Es soll allen mit der Bearbeitung von Anträgen nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz,
insbesondere den Fachreferaten im BMVg, den Disziplinarvorgesetzten,
Personalführerinnen, Personalführern, Personalbearbeiterinnen und Personalbearbeitern
in den personalbearbeitenden Stellen, den Einheiten, Verbänden sowie allen zuständigen
Stellen im zivilen Bereich zur Verfügung stehen und die Anwendung des Gesetzes erleichtern
sowie Handlungsunsicherheiten vermeiden helfen. Das Handbuch EinsatzWVG verfolgt dabei
das Ziel einer einheitlichen Personalbearbeitung für diejenigen Bundeswehrangehörigen, die
Leistungen nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz beantragt haben."

Anm. von mir :
Es gilt grundsätzlich auch für bereits entlassene Soldaten !
Beachte hierzu das Kapitel 3

"Kapitel 3 Regelungen für frühere Soldatinnen und frühere Soldaten"

"Nach § 6 Absatz 5 des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes können ausgeschiedene
einsatzgeschädigte Soldatinnen und ausgeschiedene einsatzgeschädigte Soldaten, deren nicht
auf Lebenszeit angelegtes Wehrdienstverhältnis durch Zeitablauf geendet hat oder aus diesem
Grund beendet worden ist, einen Anspruch auf Einstellung in ein Wehrdienstverhältnis besonderer
Art haben, wenn ihre im Wehrdienstverhältnis erlittene gesundheitliche Schädigung erst
nach
Beendigung des Wehrdienstverhältnisses erkannt worden ist und die Schädigung
ausschlaggebend für die Nichteingliederung in das Arbeitsleben ist.
Mit der Einstellung in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art soll die Herstellung der
Dienst- oder Arbeitsfähigkeit für eine Weiterverwendung nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz
oder eine sonstige Eingliederung in das Arbeitsleben ermöglicht werden.
Damit werden bereits ausgeschiedene einsatzgeschädigte Soldatinnen und ausgeschiedene
einsatzgeschädigte Soldaten so gestellt wie einsatzgeschädigte Soldatinnen und einsatzgeschädigte
Soldaten, denen bei rechtzeitigem Erkennen der gesundheitlichen Schädigung eine Schutzzeit
nach § 4 Absatz 1 des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes gewährt wird.
 
Weitere Voraussetzungen für das Entstehen des Einstellungsanspruchs sind die im
Soldatengesetz normierten allgemeinen Berufungsvoraussetzungen mit Ausnahme der nach
§ 37 Absatz 1 Nummer 3 des Soldatengesetzes geforderten körperlichen Eignung.

302. Nach § 6 Absatz 6 des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes ist der Antrag auf
Einstellung in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art innerhalb von zwei Jahren nach Eintritt
des Einsatzunfalls zu stellen (Ausschlussfrist)
.

Anträge auf Einstellung in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art bedürfen der Schriftform
(§ 6 Absatz 5 Satz 1 des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes).

Bei einer Erkrankung beginnt die Ausschlussfrist im Zeitpunkt der erstmaligen ärztlichen
Diagnose der Erkrankung
, sofern die Antragstellerin oder der Antragsteller zu diesem Zeitpunkt
zumindest annehmen kann, dass die Erkrankung mit dem Einsatz zusammenhängt.

Dies entspricht den Regelungen für die Meldung eines Unfallversorgungsleistungen nach dem
Soldatenversorgungsgesetz auslösenden Unfalls.

Liegen Hinderungsgründe vor, den Antrag innerhalb dieser Frist zu stellen, oder konnte
mit entsprechenden Unfallfolgen, die eine Wiedereinstellung begründen, innerhalb der Frist nicht
gerechnet werden, gilt eine Zehnjahresfrist seit dem Eintritt des Einsatzunfalls.

Diese Umstände müssen von den Betroffenen gleichzeitig mit dem Antrag glaubhaft gemacht werden.

Sind Hinderungsgründe nicht mehr vorhanden, muss der Antrag innerhalb von sechs Monaten nach
dem Wegfall des Hindernisses oder nachdem mit wiedereinstellungsrelevanten Unfallfolgen
gerechnet werden konnte gestellt werden (§ 6 Absatz 6 Sätze 3 und 4 des Einsatz-
Weiterverwendungsgesetzes).

Anträge auf Einstellung in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art nach § 6 Absatz 5
des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes sind formlos direkt der
Koordinierungsstelle bei BMVg – P II 1 vorzulegen.
Ein Beispiel für einen solchen Antrag enthält die Anlage 13."

EDIT:  Koordinierungsstelle >> siehe Beitrag vom 07.102016
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Tommie am 11. Oktober 2014, 10:16:54
Anzumerken wäre noch, dass sich seit der letzten Aktualisierung des Handbuches bereit einige Änderungen ergeben haben, von denen die wesentliche sein dürfte, dass die Kordinierungsstelle jetzt nicht mehr beim BMVg, Dez. P II 1 angesiedelt ist, sondern (für mich logisch und folgerichtig!) beim BAPersBw und folgende Adresse hat:

BAPersBw, Dez. I 2.2.3
Koordinierungsstelle EinsatzWGV
Dienstgebäude St. Augustin I
Alte Heerstraße 81
53757 Sank Augustin


Für den LwPersFw:
Du kannst das locker kontrollieren, indem Du im ZVDBw den Stabshauptmann Michael H. suchst ;) ! Der komplette Name dürfte Dir sicherlich bekannt sein, falls doch nicht, bekommst Du ihn gerne von mir als PN!


EDIT: Beachte Beitrag vom 07.10.2016 !
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Tommie am 11. Oktober 2014, 10:20:45
Grrrrrrrrr, ich sollte vielleicht noch die Telefonnummer erwähnen ;) :

StHptm Michael H. ist unter folgender Rufnummer zu erreichen: 02241-15-3368 aus dem öffentlichen Netz bzw. 90-3741-3368!

Sorry ... Alzheimer ;) !



EDIT: Beachte Beitrag vom 07.10.2016 !
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Tommie am 11. Oktober 2014, 12:07:57
BAPersBw, Dez. I 2.2.3
Koordinierungsstelle EinsatzWVG
Dienstgebäude St. Augustin I
Alte Heerstraße 81
53757 Sank Augustin

Scheint heute nicht mein Tag zu sein ;) ! Der Schreibfehler in der Adresse wurde im Zitat ausgebügelt und der richtige Teil ist in Fettschrift gesetzt!

@ LwPersFw:

Du kannst natürlich auch nur im ZVDBw die angegebene interne Telefonnummer invers suchen ;) ! Führt auch dorthin ...


EDIT: Beachte Beitrag vom 07.10.2016 !
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 14. Oktober 2014, 22:52:22
Tommi,

danke für den Hinweis!!! Manchmal ist man doch betriebsblind... lol

Um Dich noch zu ergänzen :

FAX-Nr  :      02241 15 2838

EMail     :      bapersbwi2.2.3koordsteinsatzgeschaedigte@bundeswehr.org



EDIT: Beachte Beitrag vom 07.10.2016 !
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 29. Oktober 2014, 14:41:22
Im Rahmen des derzeit noch in den parlamentarischen Beratungen befindlichen

„Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr“. (BwAttraktStG)

(Das Kabinett hat den Entwurf am 29. Oktober beschlossen. Jetzt entscheidet der Bundestag/Bundesrat.)

sind auch folgende Verbesserungen für Einsatzgeschädigte Kameraden (Aktive/Ehemalige) geplant:

Quelle:
Berlin, 29.10.2014, Presse- und Informationsstab BMVg.

"Mit folgenden Maßnahmen soll die soziale Absicherung der Angehörigen der
Bundeswehr weiter verbessert werden:

u.a.

Gleiche Maßstäbe bei der Einsatzversorgung

Künftig sollen alle Einsatzverletzten der Bundeswehr nach den gleichen Maßstäben versorgt werden. Davon profitieren auch Soldatinnen und Soldaten, die vom 1. Juli 1992 bis zum 30. November 2002 Schädigungen im Auslandseinsatz erlitten haben. Damit haben beispielsweise Frau und Kinder eines im Einsatz in Bosnien-Herzegowina bei einem Anschlag getöteten Reservisten nun ebenso Anspruch auf Witwen- und Waisengeld wie Hinterbliebene von Berufssoldatinnen und -soldaten, die in Afghanistan gefallen sind.

Auch sonstige Entschädigungszahlungen für versehrte Soldatinnen und Soldaten sind nun für sämtliche Einsätze ab dem 1. Juli 1992 im gleichen Umfang möglich wie nach dem 30. November 2002. Ein Beispiel: Ein Zeitsoldat, der 1999 im Kosovo-Einsatz ein Bein verlor, erhielt bislang keine einmalige Entschädigungszahlung. Nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes kann er eine einmalige Entschädigungszahlung von 150.000 Euro sowie eine Ausgleichszahlung von 30.000 Euro zuzüglich eines Erhöhungsbetrags geltend machen."


Geplant ist, dass Gesetz im April 2015 in Kraft zu setzen.

Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 26. Februar 2015, 22:50:24
Das „Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr“. (BwAttraktStG)
wurde nunmehr im Bundestag verabschiedet.

Als formalen Akt bedarf es jetzt nur noch der Verkündung.

Am Tag nach der Verkündung wird folgende Regelung in Kraft gesetzt:

"Artikel 1a

Änderung des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes

In § 22 Absatz 1 des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. September
2012 (BGBl. I S. 2070), das durch Artikel 12 des Gesetzes vom 21. Juli 2014 (BGBl. I S. 1133) geändert
worden ist, wird die Angabe „1. Juli 1992“ durch die Angabe „1. November 1991“ ersetzt."

Dadurch wird die Rückwirkung des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes nunmehr bis zum 01. November 1991 erweitert.



Desweiteren wird geändert das

Soldatenversorgungsgesetz (SVG)

"Nach § 102 wird folgender Unterabschnitt 15 angefügt:

„15. Übergangsregelungen aus Anlass des Bundeswehr-Attraktivitätssteigerungsgesetzes

§ 103

(1)
§ 42a ist auch anzuwenden, wenn der Tod in der Zeit vom 1. Dezember 2002 bis zum 12. Dezember
2011
eingetreten ist. Ein bereits nach § 41 Absatz 1 gewährtes Sterbegeld ist zu belassen.

(2)
Für eine gesundheitliche Schädigung, die in der Zeit vom 1. Juli 1992 bis zum 30. November 2002
erlitten worden ist, ist § 63c mit folgenden Maßgaben anzuwenden:

( ... )

Die Leistungen werden auf Antrag gewährt.“



Amtliche Begründung dieser neuen Stichtagsregelung:

"Stichtagsrückdatierung bei der Einsatzversorgung

Bei besonderen Auslandsverwendungen vor dem Inkrafttreten des Einsatzversorgungsgesetzes am
1. Dezember 2002 haben einsatzgeschädigte Personen trotz erheblicher Gefährdungslagen zum Beispiel
im Bosnien- und Kosovoeinsatz nicht dieselbe versorgungsrechtliche Absicherung wie ab dem 1. Dezember
2002 im Einsatz Geschädigte. Mit der Vorverlegung des Stichtages auf den 1. Juli 1992 wird
eine Gleichbehandlung des bisher nicht von der Einsatzversorgung erfassten Personenkreises mit den
Personen hergestellt, die bei Auslandseinsätzen nach dem 30. November 2002 einen Einsatzunfall erlitten
haben. Damit wird auch einer Forderung des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages entsprochen.

Die Beträge der Ausgleichszahlung nach § 63f sind durch das Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetz vom
5. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2458) mit Wirkung vom 13. Dezember 2011 verdoppelt worden. Die doppelten
Beträge gelten nach der neuen Regelung des § 103 Absatz 2 auch für Fälle in der Zeit vom 1. Juli 1992 bis zum
30. November 2002. Um die durchgängige Gleichbehandlung aller Einsatzgeschädigten zu gewährleisten, sollen
die in der Zeit vom 1. Dezember 2002 bis zum 12. Dezember 2011 geleisteten Ausgleichszahlungen ebenfalls auf
die Beträge nach § 63f Absatz 2 angehoben werden. Ausgezahlt werden soll demnach die Differenz zum bisher
gezahlten Betrag. Die Verdoppelung der Zahlbeträge soll nicht für Hinterbliebene gelten, für die ein neuer Anspruch
auf laufende Versorgungsbezüge nach § 103 Absatz 1 begründet wird.

Mit Inkrafttreten des Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetzes vom 5. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2458) am
13. Dezember 2011 haben die Hinterbliebenen durch einen Einsatzunfall zu Tode gekommener Bundeswehrangehöriger
ohne Pensionsberechtigung einen Anspruch auf laufende Hinterbliebenenversorgung nach Maßgabe
der erhöhten Dienstunfallversorgung erhalten. Diese Regelung wird nach Absatz 2 auf vergleichbare Sachverhalte
in der Zeit vom 1. Juli 1992 bis zum 30. November 2002 erstreckt. Absatz 1 stellt sicher, dass dies auch bei
Einsatzunfällen in der Zeit vom 1. Dezember 2002 bis zum 12. Dezember 2011 gilt und somit keine sachlich nicht
gerechtfertigte zeitliche Lücke entsteht, in der die Hinterbliebenen von dem Anspruch ausgenommen bleiben.

Zu Absatz 2
Bei besonderen Auslandsverwendungen vor dem Inkrafttreten des Einsatzversorgungsgesetzes am 1. Dezember
2002 schwer gesundheitlich geschädigte Personen besitzen trotz zum Teil erheblicher Gefährdungslagen zum
Beispiel im Bosnien- und Kosovoeinsatz nicht dieselbe versorgungsrechtliche Absicherung wie ab dem 1. Dezember
2002 im Einsatz Geschädigte. Insbesondere war nach dem zuvor für die einmalige Entschädigungszahlung
maßgeblichen § 63a ein Schädigungsgrad von mindestens 80 Prozent (statt 50 Prozent seit 1. Dezember 2002)
Anspruchsvoraussetzung. Darüber hinaus gab es keine Regelungen, die der Einsatzversorgung für
Nicht-Berufssoldatinnen und Nicht-Berufssoldaten beziehungsweise ihre Hinterbliebenen nach § 42a und § 63f entsprechen.
Mit der Einfügung des Absatzes 2 wird eine Gleichbehandlung des bisher nicht von der Einsatzversorgung erfassten
Personenkreises mit den Personen hergestellt, die bei Auslandseinsätzen nach dem 30. November 2002
einen Einsatzunfall erlitten haben. Damit wird auch einer Forderung des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages entsprochen.

Erfasst werden Sachverhalte im Zeitraum vom 1. Juli 1992 bis zum 30. November 2002 im Einsatzgebiet von
Auslandseinsätzen, die der Definition einer besonderen Auslandsverwendung nach § 63c Absatz 1 entsprechen
(Verwendung auf Grund eines Übereinkommens oder einer Vereinbarung mit einer über- oder zwischenstaatlichen
Einrichtung oder mit einem auswärtigen Staat auf Beschluss der Bundesregierung im Ausland oder außerhalb
des deutschen Hoheitsgebietes auf Schiffen oder in Luftfahrzeugen oder sonstige Verwendung im Ausland
mit vergleichbar gesteigerter Gefährdungslage). Erfüllt der Sachverhalt im Einzelfall die weiteren Kriterien eines
Einsatzunfalls im Sinne von § 63c Absatz 2, sind die dadurch verursachten gesundheitlichen Schädigungen vergleichbar
mit den bei einem Einsatzunfall erlittenen Schädigungen.
Wegen der Tatbestandsermittlungen und Kausalitätsfeststellungen im Einzelfall kann auf die entsprechenden
Ermittlungen und Feststellungen zurückgegriffen werden, die im Rahmen der durchgeführten Verfahren zur
Prüfung einer Wehrdienstbeschädigung entstanden sind.

Nummer 1 trägt der möglichen Fallgestaltung Rechnung, dass an Einsatzgeschädigte auf Grund derselben
Ursache ein Schadensausgleich gewährt wurde. In diesen Fällen soll eine Doppelzahlung in Form eines
weiteren Schadensausgleiches nicht in Betracht kommen.

Nummer 2 verhindert die Doppelzahlung eines erhöhten Unfallruhegehalts, wenn dieses auf Grund derselben
Ursache bereits gewährt wird.
Nummer 3 Buchstabe a trägt möglichen Fallgestaltungen Rechnung, in denen Einsatzgeschädigte, die die
Anspruchsvoraussetzungen nach § 63e in Verbindung mit § 63a Absatz 1 zu Lebzeiten erfüllten, zwischenzeitlich
verstorben sind und zuvor noch keine entsprechende Entschädigungszahlung erhalten haben. In diesen Fällen wird
ein Anspruch für die Hinterbliebenen begründet. Nummer 3 Buchstabe b bestimmt zur Vermeidung von
Doppelzahlungen, dass in allen Fällen, in denen eine einmalige Entschädigung bereits nach zuvor geltenden
Bestimmungen gezahlt wurde, diese Zahlung auf den neuen Anspruch anzurechnen ist.

Dasselbe gilt nach Nummer 4 auch für die Ausgleichszahlung nach § 63f. In solchen Fällen wäre es im Hinblick
auf die beabsichtigte nachträgliche Gleichstellung von Altfällen unbillig, diesen Personenkreis auszuschließen.

Nummer 5 enthält schließlich eine Regelung, der die Ausgleichszahlung für bestimmte Statusgruppen für den Fall
ausschließt, dass Anspruch auf laufende Hinterbliebenenversorgung nach § 42a besteht.
Weil der anspruchsberechtigte Personenkreis von Amts wegen nicht mehr namentlich vollständig ermittelt werden
kann, erfolgt die Zahlung der Leistungen auf Grund des neu geschaffenen Versorgungsanspruchs auf Antrag."




Wie dies alles in der Praxis umgesetzt werden wird, bleibt noch abzuwarten.

Betroffene Kameraden - vor allem ehemalige -, die bisher keine Ansprüche geltend machen konnten,
sollten sich an die von Tommie genannte Stelle wenden und um weitere Informationen bitten:

BAPersBw, Dez. I 2.2.3
Koordinierungsstelle EinsatzWGV
Dienstgebäude St. Augustin I
Alte Heerstraße 81
53757 Sank Augustin

FAX-Nr  :      02241 15 2838

EMail     :      bapersbwi2.2.3koordsteinsatzgeschaedigte@bundeswehr.org


EDIT: Beachte Beitrag vom 07.10.2016 !
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 06. März 2015, 17:30:22
Noch eine klarstellende Ergänzung:

Quelle : Deutscher Bundeswehrverband Stand 06.03.15

Nach Inkrafttreten des Gesetzes gelten für alle Fälle der Einsatzversorgung die verbesserten Regelungen rückwirkend ab dem 1. November 1991.

Das ist zum Beispiel die Einmalzahlung für dauerhaft geschädigten Soldaten in Höhe von 150.000 Euro oder
in Höhe von 100.000 Euro an hinterbliebene Ehepartner oder Kinder.

Auch der Anspruch auf Weiterbeschäftigung nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz gilt dann für alle Fälle nach dem 1. November 1991.

Für diese Ansprüche ist ebenso nur noch eine „Minderung der Erwerbsfähigkeit“ von mindestens 50 % beziehungsweise 30 % bei Weiterverwendung Voraussetzung.

Ausnahme von dem früheren Stichtag ist die zusätzliche Anrechnung von Einsatzzeiten.
Sie kann nach wie vor nur für Zeiten ab 1. Dezember 2002 für die Pension und ab 13. Dezember 2011 für die Rente beansprucht werden.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 06. März 2015, 17:39:00
Für Ehemalige Kameraden und deren Angehörige ist ebenfalls ein kompetenter Ansprechpartner und Unterstützer der

Bund Deutscher Veteranen

www.veteranenverband.de (http://www.veteranenverband.de)

Dieser kann natürlich nur beraten und unterstützen!

Notwendige Anträge müssen von den aktiven, ehemaligen Soldaten, bzw. im Todesfall von den Hinterbliebenen,
bei der o.g. Zentralstelle der Bundeswehr eingereicht werden.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Tommie am 06. März 2015, 17:53:55
Für diese Ansprüche ist ebenso nur noch eine „Minderung der Erwerbsfähigkeit“ von mindestens 50 % beziehungsweise 30 % bei Weiterverwendung Voraussetzung.

Ich fand diese Formulierung schon auf der Homepage des DBwV e. V., dem ich auch angehöre, nicht besonders glücklich, und möchte sie daher noch ein wenig aufdröseln und verdeutlichen:

1. GdS (Grad der Schädigungsfolgen) größer oder gleich 30: Rechtsanspruch auf Weiterverwendung gemäß § 7 oder 8 EinsatzWVG als Berufssoldat, Beamter oder Arbeitnehmer im Geschäftsbereich BMVg)

2. GdS größer oder gleich 50: Gleiche Ansprüche auf Weiterverwendung wie unter 1. plus zusätzlich die Versorgung nach dem Einsatzversorgungsverbesserungsgesetz, also z. B. die erwähnte Einmalzahlung von bis zu 150.000,-- € !
Titel: NEUER Stichtag Einsatzversorgung in Kraft !
Beitrag von: LwPersFw am 22. Mai 2015, 17:22:34
Das BwAttraktStG wurde am 22.05.2015 verkündet.


Damit ist der neue Stichtag für Ansprüche auf die Einsatzversorgung der 01. November 1991 !


Wer also bisher keine Ansprüche geltend machen konnte, weil die Schädigung vor dem alten Stichtag eingetreten war...
sollte sich umgehend an die o.g. Ansprechstelle wenden und die entsprechenden Anträge stellen !
Titel: WDB und Beschädigtenversorgung
Beitrag von: LwPersFw am 05. Juni 2015, 20:45:53
Neben der zuvor ausführlich beschriebenen Thematik "Einsatzschädigung"...


...gibt es das große Thema Wehrdienstbeschädigung (WDB) und Beschädigtenversorgung...
...die eigenständig zu betrachten sind...
...denn hier werden alle Fälle gebündelt,
+ die nicht in einem besonderen Auslandseinsatz begründet sind
+ die Betreuung von Einsatzgeschädigten außerhalb der Besonderheiten der Einsatzversorgung
+ die Betreuung der ehemaligen Soldaten, die eine WDB anerkannt bekommen haben bzw. sie nach DZE noch geltend machen wollen

Zum 1. Januar 2015 gingen die bislang von den Bundesländern wahrgenommenen Aufgaben
der Beschädigtenversorgung für ehemalige Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf
die Bundeswehrverwaltung über.

Seit 1. Januar 2015 ist das BAPersBw als Leistungsträger der Sozialverwaltung tätig.

Seit dem Aufgabenübergang ist die Bundeswehr damit auch zuständig für die Versorgung
ehemaliger Soldatinnen und Soldaten mit einer Wehrdienstbeschädigung und deren Hinterbliebener.

Das Leistungsspektrum ist breit gefächert und umfasst Geld- und Sachleistungen, so etwa
Grundrente, Berufsschadensausgleich, Pflegezulage, Hinterbliebenenversorgung und als
wichtigen großen Baustein die Heil- und Krankenbehandlung nebst orthopädischer Versorgung
(Hilfsmittelversorgung, Prothetik, Badekuren, Zahnersatz, behindertengerechte Kfz-Umbauten und anderes).

Um für die Berechtigten bereits ab dem ersten Tag der Aufgabenübernahme ansprechbar zu sein,
wurde schon im November 2014 eine kostenlose Hotline (0800-7241428) eingerichtet.

Diese ist aktuell in der Zeit von acht bis 15 Uhr erreichbar.

Die in der Hotline eingehenden Anrufe werden erfasst, an die jeweils zuständigen Sachbearbeiterinnen
und Sachbearbeiter weitergeleitet und von dort aus bearbeitet.

Darüber hinaus ist das BAPersBw im Hinblick auf Anliegen zum Sozialen Entschädigungsrecht auch per Mail
erreichbar (ser@bundeswehr.org).

Allerdings hat sich herausgestellt, dass es im Bereich Heil- und Krankenbehandlung/Orthopädische
Versorgung mit Blick auf das Arbeitsaufkommen und die internen Abläufe zweckmäßig ist, die
telefonische Erreichbarkeit auf bestimmte Zeiten (neun bis elf Uhr sowie 13 bis 15 Uhr) zu konzentrieren.
Zu diesen Zeiten ist die Erreichbarkeit der Sachbearbeiter garantiert.

Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw)
Referat. I 2.3.4
Wilhelm-Raabe-Str. 46
40470 Düsseldorf

Tel. Ansprechstelle für aktive Soldaten in Fragen zum Thema WDB :

BwNetz 90 - 3221 - 2709 oder 2710


EDIT: Beachte Beitrag vom 01.04.2016
Titel: Vorgestellt: Die Ansprechstelle für Hinterbliebene
Beitrag von: LwPersFw am 01. Juli 2015, 17:22:59
Für den schlimmsten Fall ... eine Anlaufstelle für Hinterbliebene

Berlin, 30.06.2015.

Die Ansprechstelle für Hinterbliebene (AfH) gibt es seit dem 14. Juli 2010. Mit der Einrichtung dieser zentralen Stelle hat das Verteidigungsministerium seine Verantwortung für die Fürsorge und Betreuung von Hinterbliebenen gefallener und verstorbener Bundeswehrangehöriger unterstrichen.

Das Team der Ansprechstelle stellt eine persönliche und vertrauensvolle Betreuung sicher. Diese Betreuung gilt Hinterbliebenen deren Angehörige im Dienst der Bundeswehr zu Tode gekommen sind.

Das umfasst nicht ausschließlich Gefallene, sondern auch Todesfälle durch Unfälle oder andere Unglücke.

Wie funktioniert die Ansprechstelle?

Die Ansprechstelle für Hinterbliebene erhält über den Dienstweg von diesen Fällen Kenntnis. Sie nimmt in der Regel zunächst Kontakt zu dem zuständigen Kommandeur oder Dienststellenleiter auf und bittet ihn, die Hinterbliebenen über die Existenz der Ansprechstelle zu unterrichten.

Der direkten Kontakt zu den Hinterbliebenen stellt sie erst später her. Die Ansprechstelle bleibt zunächst im Hintergrund, denn in der Anfangszeit werden die Hinterbliebenen intensiv von den Betreuungsstellen der Bundeswehr vor Ort versorgt. Gemeint sind der Sozialdienst, die Familienbetreuung, der psychologische Dienst und die Militärseelsorge.

Hinterbliebene können sich aber selbstverständlich umgehend und in jeder gewünschten Weise auch direkt an die Ansprechstelle wenden. Per Brief, E-Mail oder über eine gesonderte Telefonnummer ist sie erreichbar. Mit etwas zeitlichem Abstand nimmt die Beauftragte auch selbst telefonisch Kontakt auf. Es ist immer ein vorsichtiges Herantasten.

Wie sieht die Hilfe aus?

Die Hilfe ist von Fall zu Fall höchst individuell und entsprechend der jeweiligen Bedürfnisse und Lebenssituationen der Hinterbliebenen ganz unterschiedlich.

Es gibt beispielsweise oft den Wunsch, den Todesort zu besuchen. Grundsätzlich ist das zwar möglich, dennoch muss der jeweilige Einzelfall mit Sorgfalt geprüft werden. Häufig werden auch Unterlagen und Aufzeichnungen zum Ablauf des Unglücksgeschehens nachgefragt.

Auch in rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen kümmern sich die Beauftragte und ihr Team. Sie nehmen häufig direkt Kontakt zu den zuständigen Behörden auf. Dabei ist auch die Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst der Bundeswehr sehr eng.

Neben der individuellen Betreuung jedes einzelnen Betroffenen, begleitet das Team der Ansprechstelle Hinterbliebene auch bei wichtige Terminen und Veranstaltungen. Dazu zählt der Volkstrauertag, der alljährlich im November begangen wird. Dazu werden die Hinterbliebenen aus dem Bereich der Bundeswehr zur zentralen Gedenkveranstaltung nach Berlin eingeladen.

Interessenvertretung Hinterbliebener

Dass die Ansprechstelle beim Ministerium angesiedelt ist, hat sich als sehr hilfreich und wichtig erwiesen. So können alle Belange von Hinterbliebenen übergreifend und zentral wahrgenommen und „eingesteuert“ werden, worum es sich auch handeln mag. Das Team versteht sich als „Interessenvertreter der Hinterbliebenen“, auch wenn sich nicht jeder Wunsch und jede Forderung erfüllen lässt.

Erreichbarkeiten

Anschrift
Bundesministerium der Verteidigung
Beauftragte Angelegenheiten für Hinterbliebene
Stauffenbergstraße 18
10785 Berlin

Telefon
030 2004-89180

E-Mail
bmvgbeauftrangelegenheitenfuerhinterbliebene@bmvg.bund.de
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Morosus am 18. August 2015, 13:18:29
Servus ich hätte eine Frage zur Zuständigkeit der Bearbeitung einer WDB

Wie verhält sich die Zuständigkeit, wenn während eines laufenden WDB-Verfahrens (wegen anerkannter PTBS und zivilem GdB von 50%) der Antragsteller sein DZE erreicht.
Verbleibt in diesem Fall die Bearbeitung bei BAPers, oder geht sie standardmäßig an das zuständige Versorgungsamt am Wohnort über?


Hintergrundinfos:

- Einsatzschädigung 2008
- Erstdiagnose PTBS im Jahr 2012 (FU VIb - BwZKhrs Kob)
- WDB Antrag Juli 2012
- Erstfeststellung Grad der Behinderung (GdB) 2013 , Bundesland Bayern, zuerkannter GdB 30%
- Hochstufung GdB Januar 2015, Bundesland Baden-Württemberg, zuerkannter GdB 50%
- Ablehnung WDB im Mai 2015
- Ablehnung "Schutzzeit" im Mai 2015, auf Grundlage des negativen WDB-Bescheides
- Beschwerde gegen Bescheid mit Begründung (Widerspruch) durch Anwalt A. S. aus HH im Juli 2015 (BAPers hatte vorher dem Anwalt die Unterlagen nicht zugänglich gemacht)
- derzeitiges DZE: Jan 2017
- Überschneidung Bearbeitungszeit und DZE wahrscheinlich
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 18. August 2015, 16:05:08
Was sagt denn dein Sachbearbeiter dazu?
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 18. August 2015, 17:30:20
Hallo Morosus,

...lesen Sie bitte hier meinen Beitrag vom 05.06.15...

...und ich empfehle Ihnen - falls noch nicht geschehen -
lassen Sie sich bei Ihrem Rechtsverfahren von den Kameraden des "Bund Deutscher Veteranen" unterstützen.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Morosus am 18. August 2015, 20:03:29
Danke für die schnelle Antwort

@ ulli76

-   Die Sachbearbeiter bei BAPers sagen hierzu gar nichts, was ich aus rechtlichen Gründen auch nachvollziehen kann.
-   StHptm H. sagt nur ohne WDB keine Schutzzeit!
-   Mein Perser vor Ort läßt die Sache einfach mal so laufen
-   Unser „Lotse“ kennt sich da nicht so aus, und sammelt eigentlich nur die Unterlagen, die ich ihm vorlege
-   Mein BFD-Bearbeiter sagt, er kann und darf keine Maßnahmen einleiten, da ich auf unbestimmte Zeit in einer Wiedereingliederungsmaßnahme bin (4 Tage/Woche a 4-6h), drum wird die BFD-Zeit notfalls nach hinten gezogen.
-   Sozialdienst Bw sagt, abwarten was das Gerichtliche Verfahren bringt
-   BwZKhrs Kob sagt, Vollzeitbeschäftigung in naher Zukunft kaum wahrscheinlich, da die PTBS chronifiziert is
-   Und eines sagen alle Stellen, „Ich hab ja noch Zeit, mit Übergangsgebührnissen würde es erst ab 2019 kritisch werden…“

@LwPersFw

-   Ich danke Ihnen für Ihren Hinweis; hatte ich zwar schon im Vorfeld meiner Frage gelesen, habe dies aber nun erneut getan.
-   Die letzte Aussage die ich vom DBwVdb hatte war halt (1. Quartal diesen Jahres), dass im Normalfall die Bearbeitung bei Dienstaustritt das zuständige VersA übernehmen würde
-   Der DBwVbd übernimmt den Großteil der Anwaltskosten, weiter unternehmen sie nichts
-   Beim Bund Deutscher Veteranen bin ich seit längerer Zeit Mitglied und habe gute Kontakte zu Herrn Oberstleutnant a.D. Bernhard D. vom Vorstand, dort erhielt ich die Kontaktdaten von meinem jetzigen Anwalt. Der BDV will allerdings, was auch verständlich ist, dem Anwalt nicht in die Parade fahren, und hält sich derzeit noch bedeckt, bis ein endgültiges Ergebnis vorliegt.
-   Vom Büro des PTBS-Beauftragten des BMVg erhielt ich nur Aussagen, die der Überprüfung durch den Sozialdienst Bw und dem BFD, auf Grundlage rechtlicher Bestimmungen, nicht stand gehalten haben.
-   Es stellen sich mir halt einige Fragen, die mir derzeit keiner meiner dienstlichen Ansprechpartner zufriedenstellend beantworten kann. Meist kommt nur die Aussage: „Da wird sich schon irgendein Weg finden.“
-   z.B. wie die weitere Behandlung durch meine Ärzte nach DZE erfolgen soll/kann, da dies in der Mehrzahl Bw –Fachärzte sind, die nicht unbedingt in einem BwKrhs eingesetzt sind etc.
-   Derzeit wird irgendwie von den Bearbeitenden Stellen immer nur Geld angeführt, das einzige was mich als Betroffenen jedoch interessiert und relevant ist, ist die Behandlung der Erkrankung, sowie das Aufzeigen einer beruflichen Perspektive, ohne sich ins soziale Netz fallen lassen zu müssen (was im Übrigen für unsereins oftmals zu grobmaschig ist, um uns aufzufangen)

Meiner persönlichen Erfahrung nach, liest sich das Einsatz-Weiterverwendungsgesetz (EinsatzWVG) auf dem Papier recht gut, Betroffenen bringt es aber in den wenigsten Fällen unkomplizierte Hilfe.
Besonders wenn man bedenkt, dass die Schutzzeit nur noch mit anerkannter WDB gewährt wird, es sei denn man war nachweislich an Gefechtshandlungen beteiligt. Diese neue offizielle Regelung schließt mal eben den überwiegenden Teil der Betroffenen einer einsatzbedingten PTBS aus, da oftmals Peripherie-Personal betroffen ist. Hinzu kommt die mangelnde Kenntnis der Vorschriften, bzw. die neuerdings wieder verschärfte Auslegung dieser, so dass man als Betroffener bestenfalls widersprüchliche Aussagen von den Bearbeitern erhält.

Daher meine Fragestellung in diesem Kreis, ich bitte also um Verständnis, wenn ich Fragen stelle, die bereits an anderer Stelle angerissen oder beantwortet wurden.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 18. August 2015, 23:00:30
Hallo Morosus,

kennen Sie diese Bestimmungen > mein letzter Beitrag dort...

http://www.bundeswehrforum.de/forum/index.php?topic=52918.0 (http://www.bundeswehrforum.de/forum/index.php?topic=52918.0)


Sie schreiben ja u.a.:

"Besonders wenn man bedenkt, dass die Schutzzeit nur noch mit anerkannter WDB gewährt wird,
es sei denn man war nachweislich an Gefechtshandlungen beteiligt."

Der von mir zitierte Erlass führt aber u.a. aus:

"3.3 Feststellung der psychischen Störung

307. Die Feststellung, dass die psychische Störung innerhalb der Fünfjahresfrist aufgetreten ist,
ist im Hinblick auf die notwendige wehrmedizinische Kompetenz durch eine Fachärztin oder einen
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie der Bundeswehr zu treffen
, weil andere Fachärztinnen
oder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie mangels praktischer Erfahrungen mit belastenden
Folgen militärischer Kampfeinsätze nicht hinreichend vertraut sind und deshalb auch nicht im gleichen
Maße die Kompetenz zur Diagnose der aufgeführten Störungen haben.

4.2 Vergleichbare Belastungen

403. Darüber hinaus können im Rahmen einer Einzelfallentscheidung neben der Konfrontation mit
bewaffneten Auseinandersetzungen auch vergleichbare Belastungen, denen die erkrankte Person
während einer besonderen Auslandsverwendung ausgesetzt war, berücksichtigt werden (beispielsweise
im Falle der Bergung und Identifizierung von Leichen nach Naturkatastrophen oder der
Konfrontation mit den Folgen von gezielt oder willkürlich gegen Personen gerichteter Gewalt im
Rahmen einer Beobachtermission).

5 Widerlegung der Verursachungsvermutung

501. Eine gesetzliche Vermutung kann im Allgemeinen durch Beweis des Gegenteils widerlegt
werden (§ 292 Satz 1 der Zivilprozessordnung in Verbindung mit § 173 Satz 1 der
Verwaltungsgerichtsordnung). In Fällen nach der EinsatzUV müsste zu diesem Zweck bewiesen
werden, dass ausschließlich einsatzunabhängige Ursachen als wesentliche Bedingungen für die
jeweilige psychische Störung in Betracht kommen. Da erfahrungsgemäß traumatische Erlebnisse
oder sonstige belastende Ereignisse während besonderer Auslandsverwendungen auch bei Vorliegen
einer Vorschädigung zumindest als wesentliche Mitursachen gewertet werden
, ist nicht zu erwarten,
dass die Möglichkeit der Widerlegung der Verursachungsvermutung für die Praxis Bedeutung erlangt
.

6 Praktische Anwendung der EinsatzUV

601. Die EinsatzUV ist vor allem bei der Anwendung des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes
(EinsatzWVG) von Bedeutung. Einsatzgeschädigte im Sinne des § 1 dieses Gesetzes sind Personen,
die eine nicht nur geringfügige gesundheitliche Schädigung durch einen Einsatzunfall erlitten haben.
Dieser Zusammenhang wird in den Fällen, in denen die EinsatzUV zur Anwendung kommt, vermutet.
Eine langwierige Einzelfallbegutachtung und die Prüfung, ob ein Einsatzunfall vorliegt, entfällt
insoweit. Es genügt die Feststellung, dass die Betroffenheit von einer bewaffneten
Auseinandersetzung, die Teilnahme an einer solchen Auseinandersetzung oder eine vergleichbare
Belastung vorgelegen hat
, die Diagnose der psychischen Störung durch eine Fachärztin oder einen
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie der Bundeswehr und die Bewertung aus medizinischer
Sicht, dass eine nicht nur geringfügige Schädigung vorliegt. Letztere Bewertung wird durch das
Kommando des Sanitätsdienstes der Bundeswehr (KdoSanDstBw) vorgenommen.


602. Durch die Anwendung der EinsatzUV wird unmittelbar die weitere Prüfung ermöglicht, ob die
Voraussetzungen für den Eintritt in eine Schutzzeit nach § 4 EinsatzWVG oder für eine
Wiedereinstellung in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art nach § 6 Absatz 5 EinsatzWVG
vorliegen. Diese Prüfung erfolgt durch das BAPersBw Referat I 2.2.3
.

7 Verfahren zur Feststellung einer Wehrdienstbeschädigung (WDB)

701. Nach § 63c Absatz 3 Satz 2 SVG bleibt die Beschädigtenversorgung nach dem Dritten Teil
des SVG von den Regelungen über die Einsatzversorgung unberührt. Das WDB-Verfahren wird
deshalb nach den Regelungen des Dritten Teils des SVG unabhängig von der EinsatzUV
weiterhin durchgeführt."



Da Sie ja schildern, dass Sie einen GdS von 50 % anerkannt bekommen haben...kann
ich es nicht nachvollziehen, wie es dann zur Ablehnung der WDB kommen konnte...
vor allem vor dem Hintergrund der hier zitierten Nummer 501 der B 2120/5...

Falls Sie die B 2120/5 nicht kannten, empfehle ich Ihnen...im Intranet ausdrucken
und Ihrem Anwalt übergeben.

Denn vor dem Hintergrund der Vorgaben in der A 1340/110 zur Schutzfrist...

"219. Steht fest, dass eine nicht nur geringfügige gesundheitliche Schädigung infolge eines
Einsatzunfalls vorliegt und die einsatzgeschädigte Person weiterhin medizinische Leistungen oder
Leistungen zur beruflichen Qualifizierung benötigt, um die Aufnahme der bisherigen beruflichen
Tätigkeit, eine Weiterverwendung nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz oder eine sonstige
Eingliederung in das Arbeitsleben zu erreichen, tritt die einsatzgeschädigte Person kraft Gesetzes in
die Schutzzeit ein.

220. Die Schutzzeit endet mit der Feststellung, dass die Ziele nach § 4 Absatz 1 des Einsatz-
Weiterverwendungsgesetzes erreicht sind oder voraussichtlich nicht mehr erreicht werden können.

221. Die Koordinierungsstelle Einsatzgeschädigte teilt der einsatzgeschädigten Soldatin oder dem
einsatzgeschädigten Soldaten über die zuständige Disziplinarvorgesetzte oder den zuständigen
Disziplinarvorgesetzten mit einem Informationsschreiben gegen Empfangsbekenntnis den Eintritt in
die Schutzzeit mit. (...)"


...i.V.m. mit Ihrem GdS 50 %...erachte ich die Äußerung des StHptm H. als sehr zu hinterfragen.


Ja...die B 2120/5 führt auch aus:

"702. Das Ergebnis des WDB-Verfahrens ist insbesondere im Hinblick auf den festgestellten Grad
der Schädigungsfolgen (GdS) von Bedeutung. Dieser auf dem Gebiet des sozialen
Entschädigungsrechts gebräuchliche Begriff entspricht inhaltlich dem im Rahmen der
Einsatzversorgung verwendeten Begriff der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE). Eine bestimmte
Mindest-MdE ist wiederum Anspruchsvoraussetzung für bestimmte Leistungen der Einsatzversorgung
(erhöhtes Unfallruhegehalt nach § 63d SVG, einmalige Entschädigung nach § 63e SVG und
Ausgleichszahlung für bestimmte Statusgruppen nach § 63f SVG) und für eine mögliche
Weiterverwendung nach dem EinsatzWVG in einem Dienst- oder Beschäftigungsverhältnis beim
Bund.
Zur Vermeidung von Parallelverfahren wird bei der Prüfung dieser Voraussetzungen bei
Soldatinnen und Soldaten auf den im WDB-Verfahren festgestellten GdS zurückgegriffen."


Nur ... was hat dies mit der "Schutzfrist" zu tun ? M.E. nichts !

Das WDB-Verfahren ... das ja neben den erforderlichen gesundheitlichen Behandlungen
durchgeführt wird, bildet ja dann nur die Grundlage um den GdS zu ermitteln, über den
dann die Leistungen des EinsWVG ggf. in Anspruch genommen werden können.

M.E. sollte man Sie also in die Schutzfrist aufnehmen...unter Berufung auf die Regelungen in
der B 2120/5 Kapitel 3 bis 6 ... bis über die Frage WDB rechtlich abschließend entschieden ist,
d.h. bis nach Abschluss des Widerspruchs-/bzw. Klageverfahrens!


Letztendlich wird sich aber alles darum drehen, ob sich Ihre Schädigung aus einem Einsatzunfall ergibt...
...und vielleicht werden Sie dies erst vor einem Gericht erstreiten können...

Aus der A 1340/110:

"208. Anknüpfungspunkt für alle Regelungen im Einsatz-Weiterverwendungsgesetz ist der Begriff
Einsatzunfall (Nr. 109). Einsatzgeschädigte im Sinne des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes
können nur Personen sein, die einen Einsatzunfall erlitten haben. Die Feststellung, ob es sich im
jeweils vorliegenden Fall rechtlich um einen Einsatzunfall handelt, trifft BAPersBw I 2.3.3 (Nr. 106).
Zu diesem Zweck wird regelmäßig auf Informationen aus dem Wehrdienstbeschädigungsverfahren
zurückgegriffen. In diesem Verfahren werden der Sachverhalt ermittelt und die Kausalität zwischen
gesundheitlicher Schädigung und dem schädigenden Vorgang im Rahmen des Auslandseinsatzes
sowie die Auswirkungen der Funktionsbeeinträchtigung aufgrund der gesundheitlichen Schädigung
festgestellt. Die Auswirkungen der Schädigungsfolge werden mit dem Grad der Schädigungsfolgen
(Nr. 119) bemessen. Das Feststellungsergebnis teilt BAPersBw I 2.3.3 der Koordinierungsstelle
Einsatzgeschädigte mit."
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 18. August 2015, 23:11:11
Mir ging es eher drum, dass der Sachbearbeiter sagen können müsste wer/welche Dienststelle nach DZE zuständig ist, nicht um das Ergebnis.
Und natürlich keine Schutzzeit mit abgelehnter WDB.
Das EinsWVG funktioniert schon- dafür darf aber halt die WDB nicht abgelehnt sein.
Wie wurde eigentlich die Ablehnung begründet? Zur Zeit sind die nämlich eigentlich sehr großzügig was die Anerkennung von Traumafolgestörungen ist.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 18. August 2015, 23:54:09
Nun Ulli ... wenn es am Ende dabei bleibt, dass er keine WDB anerkannt bekommt...kann ich nur hoffen er hat zumindest eine Anwartschaftsversicherung....

Warum ?:

1.
Nur mit einer anerkannten WDB würde er nach DZE noch Ansprüche gegen den Bund haben (dann weiter bearbeitet durch das BAPersBw).

Da in diesen Fällen ja der Bund für die im Dienst erlittenen Schädigungsfolgen eintritt.

Stichwort u.a.: Bundesbehandlungsschein

2.
Gilt 1. nicht, bleiben ihm ja nur die Wege eines "normal" entlassenen SaZ offen...

Also entweder sofortige Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit  >> weitere Behandlung über die GKV

oder

(während der Zahlung der ÜG) Beihilfe + private RKV

Da es nicht selten ist, dass PTBS-Betroffene nicht arbeitsfähig sind...könnte der Fall eintreten, dass er nicht in die GKV kommt...

Bliebe also nur die Variante Beihilfe + private RKV...

...um hier aber in den normalen Restkostentarif der PKV zu kommen...darf er nicht krank sein, oder hat eben eine Anwartschaft.

Hat er keine Anwartschaft ... wäre die Notfall-Lösung der sog. "Basistarif der PKV".

Diesen Tarif muss jede PKV Beihilfeberechtigten auf Verlangen anbieten, ohne Gesundheitsprüfung, ohne Risikoaufschläge...

Dafür entspricht er in den Leistungen nicht "Privatpatient", sondern GKV-Niveau...aber er ist krankenversichert !
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 19. August 2015, 08:23:58
@LwPersFw: Ja, so isses. Und in diesem Fall besteht ja das Problem, dass die WDB nicht einfach nur noch nicht entschieden, sondern bereits als "nicht anerkannt" entschieden ist.

Gerade für Problemfälle gibt es übrigens den PTBS-Beauftragten (weiss gerade nicht, wer das ist, sollte aber der StHptm und dein Lotse wissen)
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: F_K am 19. August 2015, 13:31:09
Zitat
- Einsatzschädigung 2008

Das ist halt eine unbewiesene Behauptung, plus die Problematik "keine Gefechtshandlung".

Da vermutlich auch kein echtes "auslösendes Element" vorliegt, fehlt halt der Anknüpfungspunkt.

Welcher Einsatz mit welchem belastenden Element ist es denn gewesen?
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 19. August 2015, 18:30:44
@ Ulli,

er schreibt ja das er mit dem BeauftrPTBS Kontakt hatte...

Das Grundproblem in seinem Fall ist... das "Kind liegt schon im Brunnen" ... durch den vorliegenden ablehnenden WDB-Bescheid.

Hier bleibt ihm jetzt nur der vorgegebene Weg über die Beschwerde und ggf. den weiteren Rechtsweg.

Was dort herauskommen wird ... vollkommen offen...

---------------------------------------------------------------------------------

Aber hier zeigt sich aus meiner Sicht wieder das grundlegende Problem der Begutachtungen von PTBS-Betroffenen
im WDB-Verfahren...

Wie schreibt doch die Bw in ihrer eigenen Vorschrift:

"Die Feststellung, dass die psychische Störung innerhalb der Fünfjahresfrist aufgetreten ist,
ist im Hinblick auf die notwendige wehrmedizinische Kompetenz durch eine Fachärztin oder einen
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie der Bundeswehr zu treffen, weil andere Fachärztinnen
oder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie mangels praktischer Erfahrungen mit belastenden
Folgen militärischer Kampfeinsätze nicht hinreichend vertraut sind und deshalb auch nicht im gleichen
Maße die Kompetenz zur Diagnose der aufgeführten Störungen haben
."


D.h. in der Anwendung der EinsatzUV hat man erkannt, dass ausschließlich Gutachter mit wehrmedizinischer
Kompetenz zum Einsatz kommen sollen.

Aber was passiert in der Regel im WDB-Verfahren ... es werden zivile Gutachter, mit keiner, oder
nur sehr geringer wehrmedizinischer Kompetenz beauftragt!

Folgen ... die Fachärzte z.B. des BwK Hamburg FU VI, die über die Jahre der Einsätze zu ausgewiesenen
Spezialisten auf dem Gebiet PTBS auf Grund Einsatzfolgen geworden sind, bestätigen in Ihren Gutachten
die Kausalität und legen auch entsprechende GdS fest...und später - im WDB-Verfahren - behauptet der
zivile Gutachter, dass der Soldat z.B. an einem Kindheitstrauma leidet und dies die Ursache seiner
psychischen Erkrankung ist...

Und ganz irre wird es dann vor Gericht ... denn durch die Instanzen gibt es dann Fälle...da bestätigen
2 Gutachter den kausalen Zusammenhang mit dem Einsatz... 2 weitere Gutachter verneinen dies...
Was soll ein Gericht daraus machen ? Welchem Gutachten soll es folgen ?
Nicht zu vergessen die Verfahrensdauer...Jahre sind keine Seltenheit...
Und wer bleibt am Ende dann oft auf der Strecke ... der kranke Kamerad...


Grundsätzlich möchte ich auch noch einmal auf 2 Fragestellungen eingehen:

1. Schutzfrist vs. WDB


Oft wird behauptet und auch in der Praxis so verfahren, dass die Schutzfrist an die
Feststellung einer WDB gebunden ist.

Diese ist eine falsche Rechtsauslegung !

Schon der erste BeauftrPTBS, BGen Munzlinger, führte in seinem Bericht vom 18.10.2011 aus:

"5. Einsatzweiterverwendungsgesetz

Derzeitige Lage:

Das EinsWVG ist nicht wie das WDB-Verfahren auf die (endgültige) Feststellung bleibender Folgen einer
gesundheitlichen Schädigung ausgerichtet, sondern hat zum Ziel, durch die sog. Schutzzeit den dienstlichen/
beruflichen Status Einsatzgeschädigter vorläufig zu erhalten.

Das Gesetz wird auf ministerieller Ebene durch das (...) angewandt; die Anspruchsvoraussetzungen
"Einsatzunfall" und "hierdurch bewirkte nicht nur geringfügige gesundheitliche Schädigung" werden
durch die (...) festgestellt. Für die Feststellung des Einsatzunfalls und im Einzelfall wohl auch für die
medizinischen Beurteilungen wird aber oftmals auf Erkenntnisse aus einem sachgleichen WDB-Verfahren
bei der jeweiligen (...) zurückgegriffen.


Hauptkritikpunkt ist diese im Gesetz nicht beabsichtigte Verknüpfung mit dem WDB-Verfahren.

Dies wird der unterschiedlichen Zielrichtung der beiden Verfahren nicht gerecht und steht in vielen Fällen
der gerade für Soldaten mit zeitnahen Dienstzeitende und bereits ausgeschiedene Soldaten wichtigen zügigen Gesetzes-
anwendung entgegen.

Verbesserungsmöglichkeiten:

Wegen der unterschiedlichen Zielsetzung sollte die rechtliche und verfahrenstechnische Unabhängigkeit des EinsWVG
vom WDB-Verfahren durch Anordnung einer entsprechenden Verfahrensweise auch tatsächlich umgesetzt werden.

Dazu sollten die Feststellungen des "Einsatzunfalles", der "nicht nur geringfügigen gesundheitlichen Schädigung" und des
Kausalzusammenhangs von dem WDB-Verfahren in der Weise entkoppelt werden, dass in den Fällen, in denen
kurzfristig keine mit hinreichender Gewissheit verbundene Entscheidung möglich ist (etwa bei verbleibenden Zweifeln am
Kausalzusammenhang), zu Gunsten des Betroffenen eine vorläufige Feststellung der Anwendung des EinsWVG
getroffen wird. Hierzu könnte ein entsprechende Bescheid über die Anwendung des EinsWVG mit einem Widerrufsbehalt
für den Fall gegenteiliger Erkenntnisse aus dem WDB-Verfahren verbunden werden."



2. Wie wurde der o.g. Kritikpunkt von BGen Munzlinger umgesetzt


Um dieser angemahnten Trennung von EinsWVG und WDB-Verfahren gerecht zu werden, wurde die
Einsatzunfallverordnung (EinsatzUV) vom 24. September 2012, verkündet am 8. Oktober 2012
(BGBl. I S. 2092) und am 9. Oktober 2012 in Kraft getreten, entworfen.

Umgesetzt werden die darin getroffenen Regelungen durch:

"Zentralerlass   B-2120/5

Verordnung über die Vermutung der Verursachung einer psychischen Störung durch einen Einsatzunfall"



Zweck der Verordnung ist:

"Die Einsatzunfallverordnung (EinsatzUV) vom 24. September 2012 ist am 8. Oktober 2012
verkündet worden (BGBl. I S. 2092) und am 9. Oktober 2012 in Kraft getreten. Dazu gebe ich folgende
im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) abgestimmte Durchführungshinweise bekannt."


Wie ich schon mehrfach zitierte, wird hier BGen Munzlinger's Rechtsauffassung gefolgt, indem z.B.
nicht auf zivile Gutachter abgestellt wird, sondern auf die Fachexpertise der Wehrmedizin!

"3.3 Feststellung der psychischen Störung

307. Die Feststellung, dass die psychische Störung innerhalb der Fünfjahresfrist aufgetreten ist,
ist im Hinblick auf die notwendige wehrmedizinische Kompetenz durch eine Fachärztin oder einen
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie der Bundeswehr zu treffen
, weil andere Fachärztinnen
oder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie mangels praktischer Erfahrungen mit belastenden
Folgen militärischer Kampfeinsätze nicht hinreichend vertraut sind und deshalb auch nicht im gleichen
Maße die Kompetenz zur Diagnose der aufgeführten Störungen haben."


Auch wird klar aufgeführt, dass die Schädigung nicht ausschließlich auf Gefechtshandlungen beruhen muss !

"4 Der Gefahr einer psychischen Störung besonders ausgesetzt

4.1 Bewaffnete Auseinandersetzung

401. Eine weitere Voraussetzung für die Anwendbarkeit der EinsatzUV ist, dass die erkrankte
Person während der Auslandsverwendung der Gefahr einer psychischen Störung nach § 1 Absatz 1
EinsatzUV besonders ausgesetzt war. § 1 Absatz 2 EinsatzUV legt fest, dass dies insbesondere der
Fall ist, wenn die erkrankte Person während der besonderen Auslandsverwendung von einer
bewaffneten Auseinandersetzung betroffen war oder an einer solchen Auseinandersetzung
teilgenommen hat. Damit sollen nur solche psychischen Störungen erfasst werden, die in Ausübung
oder infolge eines militärischen Dienstes während einer besonderen Auslandsverwendung erlitten
worden sind. Was unter der Betroffenheit von und der Teilnahme an einer bewaffneten
Auseinandersetzung im Sinne der EinsatzUV zu verstehen ist, regelt deren § 2.

402. Umfasst sind auch der Einsatz bei der Bergung, Rettung oder Versorgung von bei
Anschlägen oder Kampfhandlungen schwer verletzten oder getöteten Personen und Sachverhalte, in
denen Personen bei unbewaffneten Einsätzen (zum Beispiel als Monitor im Rahmen einer
Beobachtermission) von einer bewaffneten Auseinandersetzung, beispielsweise einem Anschlag,
betroffen sind.

4.2 Vergleichbare Belastungen

403. Darüber hinaus können im Rahmen einer Einzelfallentscheidung neben der Konfrontation mit
bewaffneten Auseinandersetzungen auch vergleichbare Belastungen, denen die erkrankte Person
während einer besonderen Auslandsverwendung ausgesetzt war, berücksichtigt werden (beispielsweise
im Falle der Bergung und Identifizierung von Leichen nach Naturkatastrophen oder der
Konfrontation mit den Folgen von gezielt oder willkürlich gegen Personen gerichteter Gewalt im
Rahmen einer Beobachtermission)."


Die Nummer 403 verwendet hier ausdrücklich das Wort "beispielsweise", da es eben
auf den individuellen Einzelfall ankommt. Gibt also einen Ermessensspielraum vor.
Der, um wieder BGen Munzlinger zu zitieren, "zu Gunsten des Betroffenen" ausgelegt werden sollte.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Verordnung ist die Frage der Kausalität.

Hierzu wird, im Sinne der Betroffenen, ausgeführt:

"5 Widerlegung der Verursachungsvermutung

501. Eine gesetzliche Vermutung kann im Allgemeinen durch Beweis des Gegenteils widerlegt
werden (§ 292 Satz 1 der Zivilprozessordnung in Verbindung mit § 173 Satz 1 der
Verwaltungsgerichtsordnung). In Fällen nach der EinsatzUV müsste zu diesem Zweck bewiesen
werden, dass ausschließlich einsatzunabhängige Ursachen als wesentliche Bedingungen für die
jeweilige psychische Störung in Betracht kommen. Da erfahrungsgemäß traumatische Erlebnisse
oder sonstige belastende Ereignisse während besonderer Auslandsverwendungen auch bei Vorliegen
einer Vorschädigung
zumindest als wesentliche Mitursachen gewertet werden, ist nicht zu erwarten,
dass die Möglichkeit der Widerlegung der Verursachungsvermutung für die Praxis Bedeutung erlangt."



Und ... es wurde die von BGen Munzlinger geforderte Trennung von EinsatzUV (bzw. EinsWVG) und
WDB-Verfahren klar definiert:

"7 Verfahren zur Feststellung einer Wehrdienstbeschädigung (WDB)

701. Nach § 63c Absatz 3 Satz 2 SVG bleibt die Beschädigtenversorgung nach dem Dritten Teil
des SVG von den Regelungen über die Einsatzversorgung unberührt.

Das WDB-Verfahren wird deshalb nach den Regelungen des Dritten Teils des SVG unabhängig
von der EinsatzUV weiterhin durchgeführt."



Dies hat ja nichts mit der "Zusammenführung" von WDB-Verfahren und EinsWVG bei der Fragestellung der
konkreten Leistungsansprüche zu tun.

Hier wird dann später natürlich auf den im WDB-Verfahren ermittelten Wert des GdS abgestellt.
Denn danach bestimmen sich bestimmte Leistungsansprüche.


Also,

+ solange das WDB-Verfahren noch nicht rechtlich abschlägig abgeschlossen ist
und
+ Bw-Fachärzte auf Grundlage der EinsatzUV die PTBS aus Einsatzunfall bestätigen

gehört der Betroffene aus meiner Sicht in die Schutzfrist, wenn die sonstigen dafür
notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 19. August 2015, 18:45:55
Was du in deinem letzten Absatz beschrieben hast, funktioniert in der Praxis ganz gut.
Beispiel: An einem Gefecht beteiligt. Mehrere Jahre später treten während des Vollzeit-BFD kurz vor DZE Probleme auf. Kurzfristiger Termin im BWK: Verdachtsdiagnose einsatzbedingte PTBS. Und fast schon zielgenau zum DZE Einsteuerung in die Schutzfrist.

Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 19. August 2015, 22:02:20
Es läuft ja auch nicht immer alles schief... zum Glück  :D
 
Wenn alle an einem Strang ziehen, die bestehenden Regeln kennen und im Sinne der Betroffenen anwenden... sollte es ja auch laufen...

Meine persönliche Meinung ist ... in den letzten Jahren wurden schon viele Verbesserungen eingeführt ... gut und richtig ...

Aber gerade für die Kameraden mit PTBS ist leider noch immer das größte Problem die zivilen Gutachter im WDB-Verfahren...

Wenn hier endlich das umgesetzt würde ... was ja in der EinsatzUV bereits geht ... ausschließliche Begutachtung durch
wehrmedizinisch sehr erfahrene Ärzte/Gutachter der Bw... dies wäre dann "der große Wurf" - für unsere Kameraden !

Denn eins wird oft vergessen ... wir reden hier über ein hoch bürokratisches Verfahren... erst recht wenn es vor die Gerichte geht...

Ein "nur" körperlich behinderter Kamerad hat es da ja schon schwer dies zu händeln ... aber ein psychisch schwer erkrankter Soldat...
...wo soll dieser die geistige Kraft hernehmen...sich durch endlose Papierlawinen und ggf. mehrere Prozesse zu kämpfen...

Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Morosus am 25. August 2015, 11:53:14
Servus, noch einmal Danke für die Kommentare.

@LwPersFw

Aus meiner Sicht ist das Hauptproblem das erstellte Gutachten im Rahmen der WDB.
Die begutachtende Ärztin (zivil) hat nach Aktenlage begutachtet, und sich entgegen der Gutachten der BwKrhs´s und der behandelnden Bw Fachärzte aus München und Kümmersbruck entschieden.

Die Gutachterin kommt zu der Diagnose: „depressive Anpassungsstörung“
Was meines Wissens auf Grundlage der Ausführungen zum „ICD 10“ nicht statthaft ist, aber selbst wenn auch eine „Depressive Anpassungsstörung“ wäre eine Folgeerkrankung der Vorfälle im Einsatz.

Das notwendige A-Kriterium wurde im WDB Verfahren über Einsatzunterlagen nachgewiesen, auch eine Zeugenaussage liegt hierzu vor. Allerdings wurde dennoch im Gutachten ausgesagt, dass kein „Vollbeweis“ vorliegen würde!

Im Übrigen war es ziemlich kompliziert überhaupt etwas in Erfahrung zu bringen, da anscheinend weitestgehend die Unterlagen des 19. und 20. Deu EinsKtgt KFOR, hier explizit vom SanEinsVbd „verschwunden“ sind. [„Ein Schelm wer böses dabei denkt“ (es gab damals ja nur einige eingestufte Vorfälle…)]
Ich mußte sogar erst einmal über meine Unterlagen nachweisen, dass ich überhaupt dort war, und vor allem mit wem als Vorgesetztes Personal; was nur über Unterlagen ging, die sich nur durch einen Zufall in meinem Besitz befanden, aber ich eigentlich nicht hätte besitzen dürfen.
Da allerdings ein Österreichischer Soldat involviert war, konnte der Vorfall durch das EinsFüKdo bestätigt werden. Wobei dort abweichende Angaben zum tatsächlichen Ablauf gemacht wurden, was die zeitlichen Vorgänge betrifft, dies wurde jedoch durch die Zeugenaussage richtig gestellt.

Was die Schutzzeit betrifft, so wurde der Antrag Zeitgleich mit dem WDB Antrag gestellt, Herr StHptm H. hatte also allein von Antrag bis zum Bescheid 3 Jahre Zeit, entschied jedoch erst einmal das WDB Verfahren komplett abzuwarten.
Hier kam insbesondere immer wieder der Verweis auf meine ausreichende Restdienstzeit…

Ich danke Ihnen im Übrigen für den letzten Absatz ihres letzten Beitrages vom 19.08.
In der Tat ist für mich und andere Betroffene das ständige erneute konfrontiert werden mit der belastenden Situation extrem kräftezehrend. Weshalb ich z.B. Beiträge wie jetzt nur im Beisein von mind. einer dritten Person machen kann.
Oftmals verlieren PTBS´ler im Laufe Ihrer Erkrankung jeglichen sozialen Rückhalt und sind auf sich allein gestellt, was das Durchkämpfen solcher Verfahren fast unmöglich macht.
Persönlich weiß ich auch nicht, wie es mir ergehen wird, sollte das Verfahren mein DZE überschreiten und ich den Halt meiner Beschäftigung verlieren.
Mein persönliches Glück ist es, dass ich mir einen Freundeskreis vor der Erkrankung schaffen konnte, welcher mit mir durch Dick und Dünn geht, und sich auch um mich kümmert, wenn ich eine akute Phase der Erkrankung durchlebe; den meisten anderen Betroffenen ergeht es nicht so gut.
Hinzu kommt oftmals das Unverständnis von Kameraden, Vorgesetzten und der eigenen Familie, die der Meinung sind, so schlimm kann es gar nicht sein, wenn man wieder im Dienst ist. Und natürlich die Neider, welche nur die Zeitregelungen sehen, aber nicht die 3x 6-8 Medikamente die man einwerfen muss, um seine 4-6 Stunden am Tag leisten zu können… 


@Ulli76

Die Großzügigkeit im Bereich „Schutzzeit“ und „WDB“ ist seit dem letzten Jahr gegen Null gefahren worden.
Ich weiß von meiner Bw Fachärztin, dass nahezu keine Schutzzeiten mehr gewährt werden, ebenso werden die WDB Anträge nicht nur nicht fristgerecht bearbeitet, sondern insbesondere bei psychischen Folgestörungen abgelehnt. Keiner Ihrer aktuellen Patienten mit Einsatzfolgeschädigungen ist ohne rechtliche Mittel nach dem EinsatzWVG behandelt worden.
Im BwZKrhs sagte man mir sogar, dass es interne Anweisungen gibt, wonach nicht zu viele Fälle mit PTBS beschieden werden dürfen. Hintergrund seien nicht die Gelder und die Behandlungskosten, sondern die Tatsache, dass die Statistiken für „Einsätze mit niedriger Intensität“ nicht den „Einsätzen mit hoher Intensität“ ähneln dürfen.
Da aber mit den Änderungen der Bestimmungen im EinsatzWVG die Zahl der Antragssteller geradezu explodiert ist (insbesondere KFOR), wird hier gerade sehr gemauert, wenn es um positive Bescheide geht.

Was die Begründung angeht, so ist diese besonders „schön“.

„Der Anblick eines schwerverletzten Menschen kann durchaus belastend sein. Allerdings befand sich sich Herr R.  in geschützter Umgebung und konnte sich zeitnah dem Anblick zeitnah wieder entziehen.“
Des Weiteren wurde eine Konstruktion zu einem Vorfall aus meiner Jungend aufgebaut, worauf die Ärztin ihre gesamte Begründung aufbaut und eine Kindheitsstörung konstruiert.

Die Begründung ist klasse, demnach kann es bei Bankangestellten bei einem Überfall auch zu keiner Folgeschädigung kommen, oder bei Bahnangestellten, die einen Menschen mit dem Zug erfassen…
Es wurde auch nicht weiter betrachtet, dass der Kamerad mit persönlich bekannt war, und ich obwohl ich im ZSanDst eingesetzt, kein Sanitäter bin. (Höchste SanAusb: Helfer im SanDst aus der LwGrdAusb von ´99, erst 2 Jahre nach dem Einsatz erfolgte ne Ausbildung zum Ersthelfer A)

Im BwKrhs durfte ich mir von Herrn Oberstarzt Dr. Z. hierzu anhören: „Sie gehören zum Zentralen Sanitätsdienst, Sie können gar nicht durch einen solchen Anblick geschädigt werden!“
Doof nur dass ich kein Sani bin, und als „Umsetzer“ als CTA in den ZSanDst kam…

Es wurde auch außer Acht gelassen, dass ich auf Grund meiner besonders stabilen Persönlichkeit vor den Vorfällen, nicht nur Einsatzreservist war, sondern vor meiner Zeit im ZSanDst auch als Scharfschütze in Betracht kam, und während meines Studiums allein 9 längere Wehrübungen absolvierte, davon eine mit Auslandsverwendung; von den psychologischen Untersuchungen bei meiner Wiedereinstellung, der Einsatzvoruntersuchung im Rahmen 90/5er etc. ganz zu schweigen.


@F_K

Kontingent übergreifend 19. Und 20. Deu EinsKtgt - SanEinsVbd
Einsatz als TE-Fhr in der Klinik im Bereich LMC/Öko-Labor, Probennehmer Bereich KFOR Nord/Süd

Hauptvorfall:
Suizid persönlich bekannter Österreichischer Kamerad mit Folgebehandlung in unserer Klinik

Nebenvorfälle:
Beschusslage bei Erstwahlen 2008 (zufällig keine Tic-Zettel von den Feldjägern gemeldet..)
Probennahme in bekannter Mienenlage
Abweisen von Eltern mit totkrankem Säugling an der Wache, auf Anweisung der Leitung SanEinsVbd
Abdrängen meines Wolfs von der Straße am Berg Civilian durch Einheimische
etc.

Die Einsatzschädigung liegt laut Gutachten vom BwKrhs Berlin FU VIb und dem BwZKrhs Koblenz vor, ebenso durch diverse Befunde der FAZ - FU VI Kümmersbruck und der FAZ - FU VI München.
Einzig die Gutachterin vom BAPers kommt zu einer anderen Ansicht.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: F_K am 25. August 2015, 12:51:29
Gut, ich wünsche dann alles Gute.

Meine Einschätzung, dass es keine Gefechtsvorfälle gab, scheint aber richtig zu sein.

Es sind zwar belastende Vorfälle von dir belegt, ob diese zwingend Ursache sind, ist und bleibt allerdings schwierig zu belegen.

(Randbemerkung: Die Bundeswehr verfügt über kein echtes Dokumentenmanagement - insoweit ist das "Verschwinden" von sehr alten Dokumenten sicherlich keine "Absicht", sondern eine generelle Schwäche im System).
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 25. August 2015, 13:28:05
Die Einsatzorganisation der Sanität behält übrigens auch keine Unterlagen nach dem Einsatz.
Wenn ein Soldat das Einsatzland verlässt, bekommt er alle Unterlagen mit. Über gebliebene Kopien werden regelmäßig gesichtet und entweder zum SanBereich des Patienten oder zur Archivierung nach Andernach geschickt.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: F_K am 25. August 2015, 13:38:15
@ Ulli:

Der Morosus ist im Einsatzland ja nicht (jedenfalls nicht zum Thema Belastung) behandelt worden.

Es geht dem Morosus wohl um die "allgemeine" Dokumentation der Einsatzkräfte ZSan Jahre später ...

Wenn ich es richtig verstanden habe, gab es eine Selbsttötung, die noch einer ärztlichen Behandlung bedurft hatte, in deren Verlauf der Selbstmörder verstorben ist.

Morosus war aber nicht an der Behandlung beteiligt, sondern hat wohl die "Einlieferung" gesehen ... ob dies eine vergleichbare Belastung ist, werden dann wohl Gerichte entscheiden.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: ulli76 am 25. August 2015, 14:45:28
Danke für die schnelle Antwort

@ ulli76

-   Die Sachbearbeiter bei BAPers sagen hierzu gar nichts, was ich aus rechtlichen Gründen auch nachvollziehen kann.
-   StHptm H. sagt nur ohne WDB keine Schutzzeit!
-   Mein Perser vor Ort läßt die Sache einfach mal so laufen
-   Unser „Lotse“ kennt sich da nicht so aus, und sammelt eigentlich nur die Unterlagen, die ich ihm vorlege
-   Mein BFD-Bearbeiter sagt, er kann und darf keine Maßnahmen einleiten, da ich auf unbestimmte Zeit in einer Wiedereingliederungsmaßnahme bin (4 Tage/Woche a 4-6h), drum wird die BFD-Zeit notfalls nach hinten gezogen.
-   Sozialdienst Bw sagt, abwarten was das Gerichtliche Verfahren bringt
-   BwZKhrs Kob sagt, Vollzeitbeschäftigung in naher Zukunft kaum wahrscheinlich, da die PTBS chronifiziert is
-   Und eines sagen alle Stellen, „Ich hab ja noch Zeit, mit Übergangsgebührnissen würde es erst ab 2019 kritisch werden…“

@LwPersFw

-   Ich danke Ihnen für Ihren Hinweis; hatte ich zwar schon im Vorfeld meiner Frage gelesen, habe dies aber nun erneut getan.
-   Die letzte Aussage die ich vom DBwVdb hatte war halt (1. Quartal diesen Jahres), dass im Normalfall die Bearbeitung bei Dienstaustritt das zuständige VersA übernehmen würde
-   Der DBwVbd übernimmt den Großteil der Anwaltskosten, weiter unternehmen sie nichts
-   Beim Bund Deutscher Veteranen bin ich seit längerer Zeit Mitglied und habe gute Kontakte zu Herrn Oberstleutnant a.D. Bernhard D. vom Vorstand, dort erhielt ich die Kontaktdaten von meinem jetzigen Anwalt. Der BDV will allerdings, was auch verständlich ist, dem Anwalt nicht in die Parade fahren, und hält sich derzeit noch bedeckt, bis ein endgültiges Ergebnis vorliegt.
-   Vom Büro des PTBS-Beauftragten des BMVg erhielt ich nur Aussagen, die der Überprüfung durch den Sozialdienst Bw und dem BFD, auf Grundlage rechtlicher Bestimmungen, nicht stand gehalten haben.
-   Es stellen sich mir halt einige Fragen, die mir derzeit keiner meiner dienstlichen Ansprechpartner zufriedenstellend beantworten kann. Meist kommt nur die Aussage: „Da wird sich schon irgendein Weg finden.“
-   z.B. wie die weitere Behandlung durch meine Ärzte nach DZE erfolgen soll/kann, da dies in der Mehrzahl Bw –Fachärzte sind, die nicht unbedingt in einem BwKrhs eingesetzt sind etc.
-   Derzeit wird irgendwie von den Bearbeitenden Stellen immer nur Geld angeführt, das einzige was mich als Betroffenen jedoch interessiert und relevant ist, ist die Behandlung der Erkrankung, sowie das Aufzeigen einer beruflichen Perspektive, ohne sich ins soziale Netz fallen lassen zu müssen (was im Übrigen für unsereins oftmals zu grobmaschig ist, um uns aufzufangen)

Meiner persönlichen Erfahrung nach, liest sich das Einsatz-Weiterverwendungsgesetz (EinsatzWVG) auf dem Papier recht gut, Betroffenen bringt es aber in den wenigsten Fällen unkomplizierte Hilfe.
Besonders wenn man bedenkt, dass die Schutzzeit nur noch mit anerkannter WDB gewährt wird, es sei denn man war nachweislich an Gefechtshandlungen beteiligt. Diese neue offizielle Regelung schließt mal eben den überwiegenden Teil der Betroffenen einer einsatzbedingten PTBS aus, da oftmals Peripherie-Personal betroffen ist. Hinzu kommt die mangelnde Kenntnis der Vorschriften, bzw. die neuerdings wieder verschärfte Auslegung dieser, so dass man als Betroffener bestenfalls widersprüchliche Aussagen von den Bearbeitern erhält.

Daher meine Fragestellung in diesem Kreis, ich bitte also um Verständnis, wenn ich Fragen stelle, die bereits an anderer Stelle angerissen oder beantwortet wurden.

Ich versuch mal das auseinanderzusortieren, was geht:
Offenbar läuft ja schon mehr als gedacht
-Dein Sachbearbeiter beim BAPers wird dazu gar nichts sagen können. Zur Zeit stehen auch erstmal keine Entscheidungen an, die er treffen könnte.
-Keine Schutzzeit mit abgelehnter WDB. Schutzzeit bei beantragter WDB ist möglich.
- Dein Perser muss es laufen lassen. Was soll er denn auch tun?
- Dein Lotse oder der StHptm sollten dir sagen können, ob der laufende Rechtsstreit Auswirkungen auf eine mögliche Schutzzeit hat und wer für dich zuständig wäre, wenn du zum Ablauf deiner Dienstzeit entlassen wirst.
- Wenn du so eingeschränkt bist, dass du nur zeitweise arbeiten kannst, dann macht eine BFD-Maßnahme derzeit keinen Sinn. Aber es wurde offenbar geklärt, dass du die Ansprüche später nutzen kannst.
- Der Sozialdienst wird derzeit auch nichts weiter machen können- außer dir zu sagen, welche Möglichkeiten der sozialen Absicherung es gibt, falls zu planmäßig zum DZE entlassen wirst.
-Was soll denn der Bundeswehrverband denn machen außer die Anwaltskosten zu übernehmen? Gerichte in Deutschland sind unabhängig. Ob eine Einsatzschädigung im Sinne des Gesetzes vorliegt kann derzeit nur das Gericht entscheiden.
- Außer der Vermittlung eines spezialisierten Anwaltes und allgemeiner Unterstützung wird auch der Veteranenverband nicht viel machen können.
- Der PTBS-Beauftragte kann vor allem in Fällen unterstützen, wo es um Bundeswehrdienststellen geht und dort Druck machen, nicht aber bei zivilen Gerichten die wie bereits geschrieben unabhängig sind. Der kann evtl. dabei unterstützen, dass du weiter von deinen Bw-Ärzten behandelt wirst. Das wird aber eine Einzelfallentscheidung sein- gerade angesichts der abgelehnten WDB und kanpper Ressourcen im Bereich der Psychiatrie innerhalb der Bundeswehr.
- Berufliche Perspektive wirst du mit deinen Ärzten besprechen müssen. Das ist eine medizinische bzw. sozialmedizinische Frage sein.
- Dass der StHptm dich nicht in die Schutzfrist übernommen hat, liegt daran, dass bisher keine Notwendigkeit dazu bestand, da die Dienstzeit noch ausreichend lang war. Und jetzt kann er dich nicht in die Schutzzeit nehmen, da die WDB abgelehnt ist.


Die Aussage, dass Anerkennung von WDBs mit psychischen Einsatzschäden und Schutzzeiten nahe zu auf null gefahren wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Ich kenne mehrere Fälle, die vor ein paar Jahren wohl gar nicht oder mit sehr viel mehr Schwierigkeiten die WDB anerkannt bekommen und/oder in die Schutzfrist übernommen wurden.

Zu den Gründen der Ablehnung der WDB- ist in deinem Fall für einen Außenstehenden schwer zu beurteilen. Ob die Ereignisse für eine Anerkennung ausreichen ist zumidnest nach deinen Schilderungen fraglich.



Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 25. August 2015, 14:56:34
Hallo Morosus

Ich kann mich F_K nur anschliessen und Ihnen Alles Gute und die nötige Kraft wünschen.
An dem Punkt, an dem Ihr Verfahren ist...bleibt nur der rechtliche Weg.
Gehen Sie diesen mit den Kameraden vom Dt. Veteranen Bund, bitten Sie auch Ihren Anwalt,
sich mit diesen abzustimmen. Sie sind ja leider nicht der Erste der diesen Weg gehen muss...
...deshalb nutzen sie die Expertiese dieser Kameraden aus früheren und laufenden Verfahren
für Ihre eigenen Schriftsätze.

Denn Ihre Äusserung zu den Gutachtern ist der Klassiker...leider
4 unabhängige wehrmedizinisch erfahrene Gutachter bestätigen den kausalen Zusammenhang
und die Einsatzschädigung...und dann kommt der eine Gutachter im WDB-Verfahren...
auch mit einem "Klassiker"...Kindheitstrauma....

Wenn man sich mit den Schriftsätzen entsprechender Gerichtverfahren beschäftigt...
erstaunt mich immer wieder, wie viele psychisch kranke Kameraden wir an Waffen lassen
und in Einsätze schicken....


Aber lassen Sie uns nochmals zu Ihrer Ausgangsfrage zurückkehren...

Verfügen Sie über eine Anwartschaftsversicherung ?
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: F_K am 25. August 2015, 15:24:42
Nur als kleine Ergänzung (an LwPersFw):

Zitat
...leider 4 unabhängige wehrmedizinisch erfahrene Gutachter bestätigen den kausalen Zusammenhang

ist im Fall von Morosus nicht richtig - denn ein Befund ist etwas anderes als ein Gutachten (nicht nur juristisch, sondern auch medizinisch.)

Ich lese den Post so, dass es EIN Gutachten von BW Ärzten gibt, und EIN Gutachten einer zivilen Ärztin (also "1:1"), und das zugrundeliegende (auslösende) Ereignis vom Buchstaben (und ggf. Absicht) des Gesetzes, wenn überhaupt, nur als einzeln zu prüfender Sonderfall Berücksichtigung finden könnte.

Letztlich ist meine Beurteilung aber völlig irrelevant, hier kommt es ausschließlich auf das Gericht an.

Laut Aussage von Morosus war er im Einsatz (noch) gesund, die PTBS ist erst Jahre später (deutlich länger als die 6 Monate) ausgebrochen, insoweit ist die Aussage:

Zitat
, wie viele psychisch kranke Kameraden wir an Waffen lassen

hier nicht zutreffend.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 25. August 2015, 16:56:27
F_K ... lass uns nicht über Formalien streiten... es gibt ja z.B. auch "truppenärztliche Gutachten"

"Das ,.Truppenärztliche Gutachten" (Vordruck San/Bw/0481 und 0482) ist eine Urkunde und dient der Dokumentation
der Truppenärztlichen Begutachtung.

Es ist durch den Truppenarzt zu erstellen:

a) im Verfahren zur Feststellung einer Wehrdienstbeschädigung (WDB-Verfahren),
b) bei Nachprüfung (Nachuntersuchung zu a),
c) wenn Disziplinarvorgesetzter und/oder Truppenarzt oder die personalbearbeitende Stelle es für
    erforderlich halten, daß bei dem Soldaten die Dienstfähigkeit überprüft bzw. die Dienstunfähigkeit
    festgestellt werden soll (DU-Verfahren),
d) wenn der Soldat einen Antrag auf Entlassung aus der Bundeswehr unter Nennung gesundheitlicher Gründe vorlegt.

Bei Verwendung in den Fällen nach Buchstaben a und b wird das ,.Truppenärztliche Gutachten"
als ,.Truppenärztliches Versorgungsgutachten" ausgestellt, in den Fällen nach Buchstaben
c und d als Gutachten im Entlassungs-/Zurruhesetzungsverfahren bei Dienstunfähigkeit nach § 44 Abs. 3 und
§ 55 Abs. 2 Soldatengesetz 1) und nach § 29 Abs. 2 Wehrpfiichtgesetz)."


Und wie führen die DB zum EinsatzUV aus:

"Die Feststellung, dass die psychische Störung innerhalb der Fünfjahresfrist aufgetreten ist,
ist im Hinblick auf die notwendige wehrmedizinische  Kompetenz durch eine Fachärztin oder einen
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie der Bundeswehr zu treffen, weil andere Fachärztinnen
oder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie mangels praktischer Erfahrungen mit belastenden
Folgen militärischer Kampfeinsätze nicht hinreichend vertraut sind und deshalb auch nicht im gleichen
Maße die Kompetenz zur Diagnose der aufgeführten Störungen haben."


Deshalb steht es für mich 4 : 1...

Und nach Aussage der Gutachterin leidet er ja einem Kindheitstrauma...also unterstellt sie,
dass der Kamerad schon vor Einstellung in die Bw psychisch geschädigt war...und es nur des "Triggers"
im Einsatz bedurfte, dies hervortreten zu lassen...


Aber wie wir beide schon feststellten ... das hilft ihm nicht weiter ... weil nur der rechtliche Weg bleibt...


Wo wir ihm ggf. Tipps geben können ... bei seiner Ausgangsfrage...

Deshalb wäre es gut, wenn er die Frage nach der Anwartschaftsversicherung beantwortet.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: F_K am 26. August 2015, 08:53:35
Lieber LwPersFw:

Zitat
lass uns nicht über Formalien streiten...


Möchte ich nicht - Du bist derjenige, der hier sofort mit langen Vorschriftenzitaten kommt. Finde ich aber gut, die Diskussion ist sachlich.

Zur Sache:

- Vor Gericht kommt es auf Formalien an.
- Gutachten sind sehr zeitintensiv und "teuer", daher versucht der Dienstherr diese, wenn möglich, zu vermeiden.
- Natürlich wird er ein, und nur ein Gutachten (die Vorschrift ist von Dir zitiert worden) erstellt haben, danach gibt es für den Dienstherrn kein Bedarf mehr, auch nur ein zweites zu erstellen.

- weitere Gutachten hätten auch die Zeit für die Behandlung verringert, nicht nur für diesen Patienten, sondern auch für andere - dies würde unter anderem auch der Fürsorge wiedersprechen.

In Morosus Post wird der GdS mit "%" angegeben - was sachlich unzutreffend ist. Insoweit glaube ich nicht, dass alle Fakten hier richtig dargestellt sind.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Morosus am 26. August 2015, 15:33:38
@ F_K

Zum Krankheitsverlauf

Die Erkrankung an einer PTBS läuft in den wenigsten mir bekannten Fällen derart akut ab, dass es bereits im Einsatz notwendig wird den betreffenden Kameraden zu repatriieren. Schlafstörungen, Gereiztheit,  verstärkte Wahrnehmung und Schreckhaftigkeit, sind wie auch bei mir erst nach und nach ausgebildet worden. Diese wurden erst nach ca. 5 Monaten pathologisch relevant. Eine Begutachtung auf eine eventuelle PTBS erfolgte aber erst Jahre später, nach einer zivilen Kurmaßnahme; bis zu diesem Zeitpunkt wurden einzig die vermeintlichen körperlichen Symptome einzeln behandelt. Was dem Umstand zu schulden war, dass man am Standort München mitunter bis zu 12 unterschiedliche Truppenärzte hat, und so nie ein ganzheitliches Bild gezeichnet werden konnte. Die steigende Frequenz der Arztbesuche (im Übrigen von meinen Disziplinarvorgesetzten mir befohlen) wäre der einzige Anhaltspunkt gewesen, welcher hätte auffallen können.

Zu den vermeintlichen Gutachten oder nicht Gutachten

Es wurden in der Tat in beiden Bundeswehrkrankenhäusern richterlich verwendbare Gutachten angefertigt, hierzu war ich alleine im BwZKrhs Kob mehrere Monate zur Begutachtung, Testung und anschließenden Behandlung, und zuvor im BwKrhs Berlin mehrere Wochen zur Testung.
Die beiden Fachärzte aus Kümmersbruck und München haben die von LwPersFw erwähnten Varianten erstellt, ich meine hier nicht die standartmäßigen Befunde, welche bei jedem Besuch erstellt werden.

Bezugnehmend auf Ihre Aussage zum GdB. Ich bin im Besitz eines Schwerbehinderten Ausweises und unterliege den rechtlichen Bestimmungen für Schwerbehinderte, mit einem GdB von 50. Die Variante mit dem %-Zeichen ist die umgangssprachliche Form, wie Ihnen bekannt sein dürfte schreibt man zwar GdB 50 aber spricht von „einem Grad der Behinderung von 50 Prozent“.
Hieraus abzuleiten, dass die geschilderten Fakten nicht richtig dargestellt sind empfinde ich persönlich gelinde gesagt als etwas weit hergeholt.

Im Übrigen war es nicht die Einlieferung, sondern die Ausübung von Hilfsleistungen bei der Behandlung, zu der ich gerufen wurde. Hierzu gibt es ausführliche Mascal Befehle innerhalb eines SanBereiches der Ebene Role II+ im Einsatz. Laborpersonal wird bei Bedarf zu Hilfsdiensten herangezogen, auch wenn dieses nicht entsprechend ausgebildet ist.


@ LwPersFw

Zu Ihrer Frage zur Anwartschaftsversicherung
Eine derartige Versicherungspolice liegt in meinem Fall leider nicht vor. Als Wiedereinsteller war mir der Abschluss leider nicht mehr möglich, da bereits eine aktenkundige Skeletterkrankung vorlag.
Insoweit betreffen mich die von Ihnen geschilderten Konsequenzen bei Dienstaustritt; allerdings at sich meine ehemalige gesetzliche Krankenkasse bereits bereit erklärt mich nach meinem DZE aufzunehmen.


@ Ulli76

Danke nochmals für die Differenzierung der Einzelsachverhalte

Was die Perser meiner DstSt betrifft, so stimmt es, dass derzeit keine weitere Aktion erfolgen kann. Jedoch hat man im Vorfeld mehrfach Anfragen nicht entsprechend bearbeitet, bzw. weitergeleitet.
Die einzige Kommunikation mit BAPers und Sachstandsabfragen erfolgen zwangsweise durch emien Person.

Bei meinem zuständigen PersOffz fallen des Öfteren Kommentare aller „Was soll ich mit solch einem Krüppel!“ oder in einer der letzten Sitzungen „Mit diesen Psychosoldaten kann man nichts anfangen!“ etc.
Sie können sich also ausrechnen, welche Priorität die Bearbeitung und weitere Verfolgung meiner Angelegenheit an dieser Stelle besaß. Selbst bei Nachfrage des Kommandeurs wurde dieser Offz nicht tätig.

Das die nun bearbeitenden dienstlichen und zivilen Stellen nicht mehr tun können, als die entsprechenden richterlichen Entscheidungen abzuwarten, ist logisch und mir bekannt; alleine da jede weitere Aussage eventuell Einfluss auf die Entscheidung haben könnte, ist mit einer Aussage nicht zu rechnen.

Was die Zuständigkeit nach DZE betrifft, leider ist es genau nicht so, wie man es erwarten würde und sie schildern. Weder mein Lotse, noch der StFw aus dem Büro des PTBS Beauftragten, welcher meinen Fall beantwortet hat, konnten bisher hierzu eine Aussage treffen, weshalb ich mich hier her gewandt hatte, um aus einen anderen Pool an Erfahrung schöpfen zu können.
Aber sei es wie es sei, spätestens beim DZE werde ich wohl näheres wissen ;)

Mfg Morosus
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Ralf am 26. August 2015, 16:31:25
Zitat
Bei meinem zuständigen PersOffz fallen des Öfteren Kommentare aller „Was soll ich mit solch einem Krüppel!“ oder in einer der letzten Sitzungen „Mit diesen Psychosoldaten kann man nichts anfangen!“ etc.
Das mag ich nicht glauben, weiß doch gerade ein PersOffz, welche Konsequenzen ein derartiges Verhalten haben kann.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: F_K am 26. August 2015, 17:56:05
Nachfrage: Ein Selbstmordversuch innerhalb einer Liegenschaft ist ein MasCal?
Kann ich nicht wirklich glauben, insbesondere in dem Einsatz zu der Zeit.

Aber, wie gesagt, wie Ralf, Ulli oder ich etwas einschätzen, ist hier unerheblich.

Das ganzheitliche Bild entsteht übrigens über die G Akte, die alles dokumentiert - das Konzept ist zivil noch nicht abgebildet.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: MMG am 26. August 2015, 18:21:41
Nachfrage: Ein Selbstmordversuch innerhalb einer Liegenschaft ist ein MasCal?
[...]
Natürlich nicht!
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 26. August 2015, 18:25:24
Hallo Morosus,

ich hatte mir mehr Sorgen um den Krankenversicherungsschutz gemacht...

Wenn sich allerdings die ehemalige GKV zur sofortigen Aufnahme nach DZE bereit erklärt hat,
ich gehe davon aus Du hast dies schriftlich bekommen, ist ja "alles gut". Eine Sorge weniger.

Bleibt Deine Frage...wer ist im WDB-Verfahren nach DZE für Dich zuständig.

Hier gab es zum 01.01.2015 eine Änderung.

Zum 1. Januar 2015 gingen die bislang von den Bundesländern wahrgenommenen Aufgaben
der Beschädigtenversorgung für ehemalige Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf
die Bundeswehrverwaltung über.

Seit 1. Januar 2015 ist das BAPersBw als Leistungsträger der Sozialverwaltung tätig.

Seit dem Aufgabenübergang ist die Bundeswehr damit auch zuständig für die Versorgung
ehemaliger Soldatinnen und Soldaten mit einer Wehrdienstbeschädigung und deren Hinterbliebener.

Das Leistungsspektrum ist breit gefächert und umfasst Geld- und Sachleistungen, so etwa
Grundrente, Berufsschadensausgleich, Pflegezulage, Hinterbliebenenversorgung und als
wichtigen großen Baustein die Heil- und Krankenbehandlung nebst orthopädischer Versorgung
(Hilfsmittelversorgung, Prothetik, Badekuren, Zahnersatz, behindertengerechte Kfz-Umbauten und anderes).

Um für die Berechtigten bereits ab dem ersten Tag der Aufgabenübernahme ansprechbar zu sein,
wurde schon im November 2014 eine kostenlose Hotline (0800-7241428) eingerichtet.

Diese ist aktuell in der Zeit von acht bis 15 Uhr erreichbar.

Die in der Hotline eingehenden Anrufe werden erfasst, an die jeweils zuständigen Sachbearbeiterinnen
und Sachbearbeiter weitergeleitet und von dort aus bearbeitet.

Darüber hinaus ist das BAPersBw im Hinblick auf Anliegen zum Sozialen Entschädigungsrecht auch per Mail
erreichbar (ser@bundeswehr.org).

Allerdings hat sich herausgestellt, dass es im Bereich Heil- und Krankenbehandlung/Orthopädische
Versorgung mit Blick auf das Arbeitsaufkommen und die internen Abläufe zweckmäßig ist, die
telefonische Erreichbarkeit auf bestimmte Zeiten (neun bis elf Uhr sowie 13 bis 15 Uhr) zu konzentrieren.
Zu diesen Zeiten ist die Erreichbarkeit der Sachbearbeiter garantiert.

Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw)
Referat. I 2.3.4
Wilhelm-Raabe-Str. 46
40470 Düsseldorf

Tel. Ansprechstelle für aktive Soldaten in Fragen zum Thema WDB :

BwNetz 90 - 3221 - 2709 oder 2710



D.h. ausschließlich das BAPersBw ist in Fragen der WDB zuständig.

Die Versorgungsämter sind bei WDB-Fällen nicht mehr zuständig.

Dies bedeutet für Dich:

1.
Ist das WDB-Verfahren bis zum DZE nicht abgeschlossen, weil Du Rechtsmittel eingelegt hast
und noch nicht der Rechtsweg vollständig abgeschlossen ist... bleibt das BAPersBw zuständig...aber nur
als Ansprechpartner und Vertreter des Bundes im Rechtsverfahren.

Dadurch erwachsen Dir keine Leistungsansprüche !

Nur wenn ein Gericht abschließend entscheiden sollte, dass eine WBD vorliegt...wird das BAPersBw dann entsprechend leisten.

Bis zu dieser abschließenden Klärung wären Ansprechpartner für Leistungen

- das regional zust. Versorgungsamt, da Du schwerbehindert bist
- und die GKV die Dich aufnehmen will

2.
Ist das WDB-Verfahren zum DZE juristisch abgeschlossen und es wird keine WDB festgestellt ... ist das BAPersBw nicht mehr zuständig.

Dann ist generell das regional zuständige Versorgungsamt für Dich zuständig + die GKV


Falls Du sie noch nicht kennst...lese auch mal die ZDv 20/30...
Wie gesagt, die darin genannten Zuständigkeiten sind seit 01.01.15 an das BAPersBw übergegangen...
Aber für den Fall der Feststellung einer WDB ist dort alles Wesentliche genannt...



EDIT: Beachte Beitrag vom 01.04.2016
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Tommie am 26. August 2015, 18:37:46
Aus persönlichen Erfahrungen, ich werde demnächst zum Lotsen für Einsatzgeschädigte ausgebildet und helfe aktuell in ein paar Fällen bereits aktiv mit, weiß ich, dass viele Soldaten mit einem zivilen Gutachter bei der WDB eindeutig besser gefahren sind! Es geht in der Truppe das Gerücht um, dass die Bundeswehrpsychiater zwar eindeutig die Spezialisten für PTSD sind, aber von Seiten des Dienstherrn dazu angehalten werden, mit der Diagnose "F43.1" nicht allzu verschwenderisch umzugehen. Ein Fall aus meinem Umfeld: Reservist, lebensälter, Einsatzschädigung nach dem Einsatz bei Einsatzrückkehreruntersuchung erkannt und vom Bw-Psychiater als "Depressive Episode" diagnostiziert, wurde beim zivilen Gutachter eindeutig und nachvollziehbar zum PTBS und mit einem GdS von 30 auch zum Grund für die Übernahme als BS!
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 27. August 2015, 03:19:46
Tommi,

ich stimme Dir zu das dies so sein kann. Wie ich ja schon früher schrieb, es ist Vieles besser geworden und
natürlich gibt es viele positive Verfahren, die im Sinne der betroffenen Kameraden ausgegangen sind!

Nur, wie z.B. der jeweilige BeauftrPTBS und der Wehrbeauftragte - aus ihren jeweiligen Erfahrungsbereichen heraus -
jährlich berichten, man kann sich noch nicht zurücklehnen und sagen alles läuft richtig und gut.
Es gibt gerade im Bereich PTBS noch deutliches Verbesserungspotenzial.

Wie schreibt doch der WB in seinem Bericht 2014:

"In nicht wenigen Fällen widerspricht diese Entscheidung den Gutachten, so dass die Betroffenen belastenden Widerspruchs-und Klageverfahren ausgesetzt sind, die sie häufig überfordern."

Ich hatte selbst auch das Glück an einen guten zivilen Gutachter "zu geraten"...
Nur wie empfing er mich...
"Guten Tag Herr...ich weiß ja garnicht was ich mit Ihnen machen soll...einen Soldaten hatte ich noch nie...
und Ihre Akte habe ich auch nur zur Hälfte geschafft..."
(auf meine ca. 40 cm dicke WDB-Akte zeigend die auf seinem Tisch lag)

Wer aber unter solchen Bedingungen "an den falschen gerät"...

Es hilft also nicht den negativ betroffenen Kameraden zu sagen das es doch auch viele positive Fälle gibt...

Und ich als Kamerad, der zu diesen positiven Fällen zählt, muss Sensibilität und Verständnis haben, wenn
Kameraden wie Morosus dies anders empfinden.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Morosus am 27. August 2015, 18:04:55
@ Ralf

Zitat
Bei meinem zuständigen PersOffz fallen des Öfteren Kommentare aller „Was soll ich mit solch einem Krüppel!“ oder in einer der letzten Sitzungen „Mit diesen Psychosoldaten kann man nichts anfangen!“ etc.
Das mag ich nicht glauben, weiß doch gerade ein PersOffz, welche Konsequenzen ein derartiges Verhalten haben kann.

Leider aber dennoch der Fall, und bei Info des Kdr üder solche Äußerungen nur Kommentar: „Will ich nich hören.“
Wenn ich eines im ZSan gelernt habe, dann dass gerade auch solche Äußerungen ohne Konsequenzen bleiben; insbespndere wenn Führungspersonal involviert ist.
Seit meiner Diagnose durfte ich mir schon so einiges von Vorgesetzten und Kameraden anhören...

Dies hier weiter auszuführen ist allerdings weder der richtige Ort, noch die richtige Form dafür.


@ F_K

Nachfrage: Ein Selbstmordversuch innerhalb einer Liegenschaft ist ein MasCal?
Kann ich nicht wirklich glauben, insbesondere in dem Einsatz zu der Zeit.

Aber, wie gesagt, wie Ralf, Ulli oder ich etwas einschätzen, ist hier unerheblich.

Das ganzheitliche Bild entsteht übrigens über die G Akte, die alles dokumentiert - das Konzept ist zivil noch nicht abgebildet.

Ich weiß nicht, woher Sie Ihre Informationen beziehen, aber sie sollten eventuell mal im Netz recherchieren, dann  würden Sie erfahren, dass es dort unten alles andere als Angenehm werden konnte, wenn man das Lager verlassen hat.
In den deutschen Medien wurde seiner Zeit kein einziger Vorfall bekannt gemacht, da Deutschland erst kurz zuvor als ersten Land der Welt die Souveränität des Landes anerkannt hatte, in der Folge mußte der Kosovo als „befriedet“ gelten.
Wenn Sie sich ebenfalls mit der Thematik PTBS und Auslandseinsätze besser auskennen würden, wäre Ihnen auch bekannt, dass es gerade auch in Einsätzen „niedriger Intensität“ gehäuft zu Fällen von PTBS kommt. Insbesondere dann, wenn die Kultur des Einsatzlandes mit der des eigenen Landes weitestgehend übereinstimmt.
Ich würde Ihnen raten, weniger wertende Beiträge zu verfassen, wenn konkrete Fragen gestellt werden.
Ihre Einschätzungen haben mit dem Sachverhalt nichts zu tun, und sind hier wenig hilfreich.

Des Weiteren würde ich an Ihrer Stelle mal mich selbst befragen, welchen Eindruck Sie zurückbehalten würden, wenn ein Freund von Ihnen mit weggeschossenem Gesicht, großteilig fehlenden und offenliegendem Großhirn vor Ihnen liegen würde. Sind Sie sich wirklich sicher, dass Sie das „kalt“ lassen würde?!?

Wenn ich eines aus meiner eigenen Erfahrung gelernt habe, dann dass ich über die Wirkung von Ereignissen nur dann bedingt mitreden kann, wenn ich selber vor Ort war.

Im Übrigen zum so schönen Urlaubseinsatz KFOR, wie er gern in Deutschland von den Kameraden bezeichnet wurde und wird, In der Zeit sind wegen entsprechender Belastung selbst unsere Psychologischen Betreuer (Nupsi´s) repatriiert worden!


@ MMG-2.0

Nur kommt es bei der Einstufung auf die Situation vor Ort drauf an. Und in diesem Fall hatte die Klinik nur eine absolute Minimalbesetzung. Es wurde in der Folge auch ohne den „Massenanfall“ von Verwundeten, auf Grund der Schwere der Verletzung und dem Mangel an Personal, nach den gleichen Regelungen verfahren, wie bei vollbesetzter Klinik mit vielen Verwundeten.
Die Frage ist insbesondere was man unter Mascal einstuft.  Für eine Klinik mit 2 OP Bereichen liegt bereits ab 2-3 schwerstverletzten ein Mascal vor, da die Kapazitäten der Behandlung erschöpft sind. 


@ Tommi

Ihre Erfahrungen decken sich mit denen vieler Kameraden, welche ich im Rahmen meiner Behandlungen kennen lernen durfte. Allerdings scheint es derzeit relativ egal zu sein, wer bei BAPers die Gutachten erstellt, das Ergebnis scheint fast immer das Gleiche zu sein. Die meisten Betroffenen, die ich in Berlin und Koblenz kennen gelernt habe wurden von Anfangsverdacht „einsatzbedingte PTBS“ auf „Depressive Störung + Anpassungsstörung“ umgestellt, bei schwer von der Hand zu weisenden Funktionsstörungen wie bei mir wurde dann eine Ursache in der Kindheit gesucht und konstruiert. Hier machte es anscheinend kaum einen Unterschied ob es sich um einen SanStOffz oder einen zivilen Doktor handelte.
Die von Ihnen geschilderte „Parole“ Zurückhaltung zu waren mit der Diagnose, kann ich so bestätigen. Mir wurde dies in Berlin von meiner behandelnden Ärztin auf Station umschrieben und in Koblenz ganz klar von meiner Ärztin kommuniziert.


@ LwPersFw

Ich bedanke mich wieder für die fundierten Informationen.
Ja die Bestätigung von der GKV habe ich schriftlich erhalten, was mir zumindest diese Sorge abnimmt.


@ all

Ich habe freundlich eine fachliche Frage gestellt gehabt und bisher kamen die einzigen wirklich wertungsneutralen Antworten überwiegend von den Kameraden LwPersFw und Ulli76.
Ich wäre wirklich sehr dankbar, wenn persönliche Meinungen außen vor gelassen würden, und hier wieder sachlich zum Thema geantwortet werden würde.
Die Art wie hier einige Ihre persönliche Einstellung vertreten, ist gelinde gesagt abschreckend für Hilfesuchende. Es ist wenig hilfreich, wenn man sich als Hilfesuchender in einem Bereich mit dem Titel "Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS" gegen eine Wand gedrängt wird und beginnen muß sich zu rechtfertigen.

Danke
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 27. August 2015, 21:13:10
Hallo Morosus,

Du hast die Absicherung über die GKV nach DZE...gut so!


Sollte sich daran aber doch noch etwas ändern ... gibt es ggf. als "Notanker" noch den § 82 Soldatenversorgungsgesetz.

Pauschal gesagt:

Ist ein Soldat auf Zeit bei Beendigung des Wehrdienstverhältnisses noch wegen einer Gesundheitsstörung heilbehandlungsbedürftig,
sprich die Behandlung wurde während der aktiven Dienstzeit begonnen, konnte bis DZE aber nicht abgeschlossen werden,
können dem Soldaten - unter bestimmten Voraussetzungen - Leistungen in entsprechender Anwendung des
§ 10 Absatz 1 und 3 sowie der §§ 11, 11a und 13 bis 24a des Bundesversorgungsgesetzes gewährt werden.

Und dies bis zu 3 Jahre lang, in besonderen Fällen, mit Zustimmung des BMVg, sogar über 3 Jahre.

Die Voraussetzungen stehen in § 82 Absatz 3 (bzw. die Ausschlüsse von dieser Möglichkeit).

Sollte dies absehbar sein.... gehe bitte rechtzeitig vor DZE zu Deinem zuständigen Sozialberater und lasse
Dich über die dann gültigen Regelungen informieren.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 08. Januar 2016, 09:02:05
Hier drei der wichtigsten Vorschriften zum Thema:


ZDv A-1340/110   Version 3.1   gültig ab 26.06.2018

"Weiterverwendung nach Einsatzunfällen"

Zweck dieser ZDv:

"Einheitliche Anwendung/Fallbearbeitungen für Soldaten und Soldatinnen, für frühere Soldaten und Soldatinnen,
für Beamte und Beamtinnen und für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bei Anwendung des Einsatzweiterverwendungsgesetzes"



"Verordnung über die Vermutung der Verursachung einer psychischen Störung durch einen Einsatzunfall
(Einsatzunfallverordnung - EinsatzUV)"


Ausfertigungsdatum: 24.09.2012

Vollzitat:
"Einsatzunfallverordnung vom 24. September 2012 (BGBl. I S. 2092)"




Zentralerlass B-2120/5   Version 1    gültig ab 01.04.2014

"Verordnung über die Vermutung der Verursachung einer psychischen Störung durch einen Einsatzunfall"

Zweck dieses Zentralerlasses:

"Vorgaben für das Verfahren bei der praktischen Umsetzung der Regelungen der Einsatzunfallverordnung"




Ergänzt durch folgende Vorschriften zum Thema "WDB-Verfahren" :

A-1463/21 Erfassung einer Wehrdienstbeschädigung (WDB) durch die Truppe und Feststellung ihrer gesundheitlichen Folgen
D-1463/22 Verfahren bei Ansprüchen nach § 41 Abs. 2, §§ 85 und 86 Soldatenversorgungsgesetz ? Soldatenversorgungsgesetz (SVG - WDB-Verfahrenserlass)
D-1463/29 Auswertung von Einsatztagebüchern im Wehrdienstbeschädigungsverfahren
D-1463/32 Beschädigtenversorgung nach dem Soldatenversorgungsgesetz (SVG); hier: Sachverhaltsermittlungen in Wehrdienstbeschädigungs- (WDB)-Verfahren


Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 03. Februar 2016, 15:27:02
Noch eine wichtige Vorschrift für von PTBS Betroffene...

...die u.a. im WDB-Verfahren Nachweise erbringen müssen/sollen...was im Einsatz passiert ist...

Hier können die Vorgaben der Zentralvorschrift A1-100/0-8006 , Version 1 , gültig ab 15.01.2016 helfen.

"Dokumentation von belastenden Ereignissen bei Einsätzen der Bundeswehr"

Diese führt die Vorgaben einer Weisung, die es schon seit 2005 gab, als Zentralvorschrift weiter.


Warum gibt es diese Regelungen ?

Um zum Zwecke einer adäquaten Wahl von Therapiemethoden sowie für eindeutige Gutachten
oder Diagnosen im Falle des Auftretens von Symptomen vermeintlicher oder tatsächlicher
PTSB den Zusammenhang zwischen Symptomen und konkretem belastenden Ereignis zweifelsfrei
prüfen zu können, sind solche Ereignisse zu dokumentieren.

Wer ist zuständig für die Erfassung ?

Die jeweiligen Disziplinarvorgesetzten des Soldaten im Einsatz.

Was soll erfasst werden ?

Alle Personen, die an einem belastenden Ereignis in irgendeiner Weise beteiligt oder
potentiell davon betroffen sein könnten.
Diese Erfassung der „belastenden Ereignisse“ beschreibt das belastende Ereignis stichpunktartig
unter Nennung von Vorfall, Ort, Datum und Einsatzkontingent und listet diejenigen Personen auf,
die an dem Ereignis beteiligt bzw. davon betroffen sein könnten, bei Wahrung der datenschutzrechtlichen
Bestimmungen.

Was passiert mit der Erfassung ?

Nach Einsatzende werden die Meldungen bei EinsFüKdoBw – J1/InFü-Truppenpsychologie verwahrt.

Wer kann Auskünfte daraus erhalten ?

Ein/-e Auskunftssuchende/-r erhält dann – und nur dann – eine Auskunft,
wenn er/sie persönlich auf einer solchen Liste aufgeführt ist.

Was muss er/sie dafür tun ?

Stellen eines formlosen schriftlichen Antrag unter Vorlage einen Identitätsnachweis
(Fotokopie des Personal-/Truppenausweises) an das EinsFüKdo J1/InFü-Truppenpsychologie.
Dabei sollte er/sie mitteilen, in welchem Einsatzraum (z.B.: Kosovo Force (KFOR),
International Security Assistance Force (ISAF)), in welchem Kalenderjahr und
idealerweise auch in welchem Kontingent er/sie eingesetzt war.

Wie lange werden die Unterlagen bei J1/InFü-Truppenpsychologie aufbewahrt ?

Die Weisung aus 2005 sah eine Aufbewahrungsfrist von 5 Jahren vor.

Der o.g. Zentralerlass verlängert diese Frist.
Nunmehr sind die Meldungen 30 Jahre nach dem Ereignis zu vernichten.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Wounts am 10. März 2016, 08:43:17
Hallo zusammen,

wenn nach dem Einsatz unter PTBS leidet und sich nicht traut zum BW Arzt zu gehen - kann man zum zivil Arzt gehen und diesen privat Bezahlen. So viel ist mir schon klar; da die Wartezeiten natürlich extrem lange sind , stellt sich mir die Frage : Wenn man zum TA geht wird dieses in der Akte vermerkt? Gerade im Bezug auf laufende / bzw. kommende BS Prüfung - Feststellung wäre das natürlich extrem kontraproduktiv.

Leider habe ich dazu noch keine passende Antwort gefunden.

Danke für eure Hilfe
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Ralf am 10. März 2016, 10:56:22
Die Frage stellt sich doch nicht: entweder man hat Probleme oder nicht. Vorrangiges Ziel ist es doch, die Probleme loszubekommen.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Wounts am 10. März 2016, 11:12:22
Naja die Berufliche Zuünft hängt ja nun davon ab... Nur weil man aktuell Probleme hat sollte dadurch ja nicht die Zukunft verbaut sein oder?

Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: F_K am 10. März 2016, 11:56:31
@ Wounts:

Als Soldat hast Du die Pflicht zur Wahrheit in dienstlichen Angelegenheiten, auch beim militärärztlichen Fragebogen.

Die Erkrankung ist dort anzugeben- also besser sofort zum Arzt, dann ist das ggf. schon behandelt.
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: Andi8111 am 11. März 2016, 22:36:44
Ach naja.... soviele Problemchen werden verschwiegen, biss man in die finanzielle Sicherheit der BS-Übernahme geschlüpft ist... Dann kann man sich richtig gehen lassen und die Tour durch die FUs kann losgehen! Also: Noch kurz die Zähne zusammenbeissen und dann Neukrank melden, wenn man die Urkunde hat :) Danach kann nichts mehr passieren!

BTW: Ich habe auch schon BS ins DU geschickt......
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 01. April 2016, 11:24:43
Im Rahmen der Bw-Reform ist für WDB-Verfahren jetzt zuständig:

Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw)
Referat. I 2.3.4
Wilhelm-Raabe-Str. 46
40470 Düsseldorf

Ansprechstelle:
BwNetz 90 - 3221 - 2709 oder 2710

Ein Vorbehaltsbescheid macht aber nur Sinn, wenn die Zahlung einer
Beschädigtenrente zu erwarten ist.

D.h. der Arzt muss schon auf dem WDB-Blatt vermerkt haben....
dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit für voraussichtlich 6 Monate
25 % oder mehr betragen wird.

Bzw. dies muss aus ärztl. Folgebefunden klar hervorgehen.


Neue Bezeichnung der Abteilung

Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw)
UA PA 2.1 WDB
Wilhelm-Raabe-Str. 46
40470 Düsseldorf

Ansprechstelle:
BwNetz 90 - 3221 - 2221

Hotline
0800-7241428
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 01. April 2016, 11:35:39
Anzumerken wäre noch, dass sich seit der letzten Aktualisierung des Handbuches bereit einige Änderungen ergeben haben, von denen die wesentliche sein dürfte, dass die Kordinierungsstelle jetzt nicht mehr beim BMVg, Dez. P II 1 angesiedelt ist, sondern (für mich logisch und folgerichtig!) beim BAPersBw und folgende Adresse hat:

BAPersBw, Dez. I 2.2.3
Koordinierungsstelle EinsatzWGV
Dienstgebäude St. Augustin I
Alte Heerstraße 81
53757 Sank Augustin


Für den LwPersFw:
Du kannst das locker kontrollieren, indem Du im ZVDBw den Stabshauptmann Michael H. suchst ;) ! Der komplette Name dürfte Dir sicherlich bekannt sein, falls doch nicht, bekommst Du ihn gerne von mir als PN!

Neue Bezeichnung der Abteilung

BAPersBw ZS 2.3
Koordinierungsstelle für Einsatzgeschädigte
Dienstgebäude St. Augustin I
Alte Heerstraße 81
53757 Sank Augustin

EMail:   BAPersBwZS2.3KoordEinsatzgeschädigte@bundeswehr.org


EDIT: Beachte Beitrag vom 07.10.2016 !
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 23. Mai 2016, 15:03:27
Quelle: IntranetBw 19.05.2016

Ein Artikel zum Thema PTBS

Eine seelische Narbe

Die Schilderungen beginnen im Jahre 2006 in Afghanistan. Sie enden im April 2016. Seelisch traumatisiert gerät Michael T. in eine schwere Lebenskrise. Sein Weg zurück ins Leben steht für viele Soldatinnen und Soldaten, die den „Kampf im Kopf“ immer wieder ausfechten müssen. Dennoch ist er nicht verbittert oder hegt Groll gegen die Bundeswehr. Vielmehr kommt er jeden Morgen mit einer positiven Grundeinstellung zum Dienst.

Ein weiterer Tag am Hindukusch. Die Sonne brennt vom strahlend blauen Himmel und treibt den Soldaten den Schweiß ins Gesicht. Bundeswehrfahrzeuge wirbeln Staub auf, und dennoch versammeln sich die Einwohner rasch, wo immer sie anhalten. Freundliche Gespräche werden mit den Einheimischen in einem Dorf nahe Kunduz geführt. Michael T. spricht Dari und führt die Konversation. Die Patrouille steht an einer Kreuzung, unmittelbar vor einem Laden. Dem Soldaten wird es plötzlich warm am Rücken, eine Druckwelle erfasst ihn, erst danach hört er einen lauten Knall.

Traumatische Bilder manifestieren sich im Gedächtnis

T. versteht im ersten Augenblick nicht genau, was geschehen ist. Später erfährt er, dass eine Schrapnellbombe in einem Schnellkochtopf in der Auslage des Ladens auf die deutsche Patrouille gewartet hat, um dann zur Explosion gebracht zu werden. Schreie, Blut, Staub und die Hitze vereinen sich zu einem Bild, das ihm für immer im Gedächtnis bleiben wird. Er hat Angst, diese Situation nicht zu überleben. Die Fahrzeuge sind noch manövrierfähig, so dass die Kolonne an einen sicheren Platz fahren kann. Hier kümmern sich bereits ein Bundeswehrarzt und medizinisches Fachpersonal um die Verwundeten. T. hatte Glück. Seine körperlichen Verletzungen sind nicht lebensbedrohlich, und doch hat nicht viel gefehlt, und sein Leben wäre an diesem Tag zu Ende gegangen.

Der damals 30-Jährige hat auch in Deutschland mit dem Einsatz in Afghanistan zu tun. Ständig wird er mit Meldungen aus dem Land am Hindukusch konfrontiert. Irgendwie ist sein Einsatz nicht zu Ende, er fühlt sich auch im sicheren Deutschland noch im Krieg. Im Jahre 2010 verlässt er die Bundeswehr und fällt in ein tiefes Loch. Bei seiner Ausbildung zum Radiologieassistenten häufen sich seine Fehlzeiten, immer öfter greift er zur Flasche.

Professionelle Hilfe notwendig

Die Situation eskaliert, und seine Frau drängt ihn, professionelle Hilfe zu suchen. Ein ziviler Psychologe attestiert ihm eine leichte Depression, die mit Medikamenten schnell in den Griff zu bekommen sei. Doch sein Zustand wird immer bedenklicher. Er ist ständig gereizt und immer unter Anspannung. Auch eine Kur bringt keine wesentliche Besserung. Er schläft kaum und fühlt sich immer wieder zurückversetzt in unkontrollierbare und lebensbedrohliche Situationen in Afghanistan. Er wendet sich schließlich an das Zentrum für seelische Gesundheit am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz. Hier fühlt sich der ehemalige Soldat erstmals verstanden. Ihm wird eröffnet, dass er an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leidet. Es folgt eine stationäre Therapie von vier Wochen mit anschließender Intervalltherapie.

Zurück in das Hier und Jetzt muss erlernt werden

Flottenarzt Roger Braas leitet das Zentrum für seelische Gesundheit. Er erklärt, dass die Patienten zunächst lernen, sich zu stabilisieren. Wenn sogenannte Flashbacks sie in vergangene Situationen zurückbringen, lernen die Betroffenen, sich in das Hier und Jetzt zurückzubringen. Das funktioniert bei unterschiedlichen Patienten mit unterschiedlichen Methoden. Wichtig ist der Erfolg, nämlich dass der Betroffene nicht wieder und wieder in die unkontrollierbare Situation abgleitet. Danach geht es in die Traumatherapie. Das Erlebte wird nochmals aufgerufen, sortiert und wieder abgelegt. So kann es schließlich verarbeitet und eingeordnet werden. „Unsere Erfolgsquote liegt bei ungefähr 80%“, erklärt der Mediziner. „Ziel unserer Therapie ist es, dass der Patient am Ende seinen Alltag ohne Einschränkungen bewältigen kann.“ Natürlich wird auch Michael T. nie vergessen, was er erlebt hat. „Es bleibt immer eine seelische Narbe zurück“, sagt Braas. „Aber die Patienten lernen mit dieser Narbe zu leben.“

Problematik erkannt

Die Bundeswehr hat die Problematik seelischer Erkrankungen, die verstärkt durch robuste Auslandseinsätze hervorgerufen werden, erkannt und darauf reagiert. In den Bundeswehrkrankenhäusern ist fachlich hochqualifiziertes Personal, das sich auf die Behandlung von PTBS spezialisiert hat. Förderlich für das Arzt-Patienten-Verhältnis ist, dass die Psychiater und Psychologen selbst in die Einsätze gehen und die Bilder vor Ort kennen. Zudem hat der Sanitätsdienst das Psychotraumazentrum am Bundeswehrkrankenhaus Berlin eingerichtet. Hier laufen alle Informationen über die Krankheit zusammen. Niederschwellige Angebote in Form von Hotline, Email oder einer neu entwickelten App für Smartphones sind etabliert und werden weiter ausgebaut. Denn es kommt darauf an, dass sich Betroffene möglichst frühzeitig melden und therapiert werden. Je früher eine Therapie nach der Traumatisierung beginnt, desto größer sind die Erfolgschancen auf Heilung.

Unbürokratischer Ansprechpartner etabliert

Als Zeichen nach innen und außen hat die Bundeswehr einen Beauftragten für einsatzbedingte posttraumatische Belastungsstörungen und Einsatztraumatisierte etabliert. Er ist unbürokratischer Ansprechpartner, wenn es zu Problemen bei Betroffenen kommt. „Wir können mit unserer Sachkenntnis innerhalb der Bundeswehr helfen, das Problem richtig zu kanalisieren“, sagt der PTBS-Beauftragte, Generalarzt Dr. Bernd Mattiesen. „Aufgrund der stark verbesserten Gesetzeslage ist es oftmals möglich, finanziell zu unterstützen und Leistungen zu erwirken, die den Betroffenen unbekannt sind. Auch außerhalb des Systems Bundeswehr helfen wir, die richtigen Ansprechpartner zu finden. Den Übergang von der Kranken- in die Rentenversicherung zu bahnen ist ein Beispiel. Das sind alles Fälle, die nicht vorkommen dürften, wenn alle richtig arbeiten würden, aber sie kommen eben leider doch vor.“

Während sich die Psyche von Michael T. stabilisiert, treten existentielle Probleme in sein Leben. Das Übergangsgeld ist aufgezehrt, einen neuen Job hat er nicht, und er fühlt sich auch noch nicht in der Lage, eine neue Herausforderung anzunehmen. Im Bundeswehrzentralkrankenhaus kümmert sich der Sozialdienst um den Soldaten. Möglichkeiten aus dem neu geschaffenen Einsatzversorgungsgesetz (2004) oder dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz (2007) werden geprüft.

Koordinierungsstelle für Einsatzgeschädigte prüfen Versorgungs- und Weiterverwendungsmöglichkeiten

Im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr ist die Koordinierungsstelle Einsatzgeschädigte, ein kleines Team um Stabshauptmann Michael Heilmann, für diese Prüfung zuständig. Sie überwachen beispielsweise alle Fälle von Repatriierungen aus den Einsätzen. Bei Bedarf werden sie aktiv. Ansonsten ist mit dem Sozialdienst der Bundeswehr ein Netzwerk vorhanden, das flächendeckend über alle Dienststellen gespannt ist.

Eine nicht nur geringfügige Gesundheitsschädigung durch einen Einsatzunfall muss vorliegen, damit das Einsatz-Weiterverwendungsgesetz angewendet werden kann. Betroffene genießen eine sogenannte Schutzzeit, wenn beide Aspekte festgestellt sind. Es wird dabei auf die Ergebnisse des Wehrdienstbeschädigungsverfahrens zurückgegriffen. Das Problem ist die Länge der Bearbeitungszeit eines solchen Verfahrens, das bei psychischen Erkrankungen durchschnittlich 24 Monate dauert.

Daher hat der Gesetzgeber mit der Einsatzunfallverordnung (2012) einen rechtlichen Rahmen geschaffen, der die Koordinierungsstelle Einsatzgeschädigte in die Lage versetzt, auf Vermutungsbasis Soldatinnen und Soldaten in die Schutzzeit zu nehmen und frühere Soldatinnen und frühere Soldaten in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art wieder einzustellen.

„Derzeit sind 495 Soldatinnen und Soldaten in der Schutzzeit“, erklärt Heilmann. „Davon 289 in einem Wehrdienstverhältnis besonderer Art.“ Die Betroffenen wären also bereits aus der Bundeswehr entlassen, weil ihre Verpflichtungszeit geendet hätte. Für das Team der Koordinierungsstelle Einsatzgeschädigte ist es eine tägliche Herausforderung, ihre umfangreichen Aufgaben zu koordinieren und vernünftige Wege für die Betroffenen und das dienstliche Umfeld zu finden. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass die Arbeit der Koordinierungsstelle Einsatzgeschädigte wertvoll ist. „Wenn ein Soldat wieder eingegliedert ist und nun eine Perspektive hat, dann ist das für mich und mein Team ein schönes Gefühl“, betont Stabshauptmann Heilmann.

Schutzzeit hilft, Wege aus existentiellen Notlagen zu finden

Betroffene bleiben so lange in der Schutzzeit bis klar ist, wie ihr Weg weitergeht, nachdem sie austherapiert sind. Soldaten mit mindestens 30% Erwerbsminderung können auf einen Dienstposten versetzt werden, um zunächst adäquat für die neue Aufgabe ausgebildet zu werden. Danach läuft eine sechsmonatige Probezeit. Gibt der Disziplinarvorgesetzte „grünes Licht“, wird der Betroffene zum Berufssoldaten ernannt.

67 Soldatinnen und Soldaten haben diesen Weg schon hinter sich. Weitere acht befinden sich in der Probezeit zum Berufssoldaten. Demgegenüber stehen 842 Soldaten, die wieder in ihr normales Umfeld eingegliedert werden konnten. Michael T. findet zurück in den Alltag. Beim Kommando Sanitätsdienst leistet er zunächst seinen Dienst mit wenigen Wochenstunden. Mit fortgeschrittener Therapiedauer steigt auch seine wöchentliche Arbeitszeit. Schließlich kann ihm ein regulärer Dienstposten angeboten werden. Seine Ausbildung hat er abgeschlossen, so dass er seit kurzem in der Probezeit ist.




Selbsterkenntnis und Blick nach vorne

Hauptfeldwebel T. ist dankbar für diese Möglichkeit. Er hat nun eine neue Aufgabe, die seinen Fähigkeiten entgegenkommt und die ihm Spaß macht. Rückblickend gibt es für ihn zwei Wendepunkte in seiner Krankheitsgeschichte. Einmal seine Frau, die ihn vehement zur Therapie gedrängt hat und schließlich die Geburt seines ersten Kindes während der Therapie: „Irgendwann ist mir klar geworden, dass ich nicht nur für mich nach vorne blicken muss, sondern dass es da ein unschuldiges Geschöpf gibt, das meiner Hilfe bedarf. Ich kann mich nicht immer und immer wieder von den vergangenen Ereignissen niederreißen lassen. Diesen Kampf muss ich alleine in meinem Kopf gewinnen, das bin ich meiner Frau und meinem Sohn schuldig.“



Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 09. August 2016, 10:15:35
Behinderte oder von Behinderung bedrohte Soldaten ( unabhängig von der Ursache, z.B. Einsatz, Dienstunfall im Inland, plötzliche Erkrankung, etc. )
sollten auch folgende Regelung kennen... insoweit sich abzeichnet, dass ein Verbleiben im Dienst nicht möglich ist und sie mit einer Behinderung entlassen werden.


Zentralerlass B-1355/14   Version 3  vom 20.02.2018

"Zivilberufliche Integration behinderter oder von Behinderung bedrohter Soldatinnen und Soldaten"


Zweck der Regelung

101. Dieser Zentralerlass regelt die Förderung der zivilberuflichen Integration behinderter oder
von Behinderung bedrohter Soldatinnen bzw. Soldaten, deren Aussichten, nach Ausscheiden aus
dem Dienst am Arbeitsleben teilzuhaben, wegen Art und Schwere ihrer Behinderung im Sinne von
§ 2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) Neuntes Buch (IX)1 nicht nur vorübergehend wesentlich
gemindert sind und die deshalb Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben benötigen.

102. Die Bundeswehr und die Träger der beruflichen Rehabilitation wirken bei dieser Aufgabe
zum Wohl des in Nr. 101 genannten Personenkreises zusammen. Bis zum Ausscheiden des
Personenkreises aus dem Dienstverhältnis obliegt die Federführung für diese Aufgabe der
Bundeswehr, danach dem jeweils zuständigen Rehabilitationsträger i.S.d. § 6 SGB IX. Ab
rechtskräftiger Feststellung einer Wehrdienstbeschädigung (WDB) und schädigungsbedingt
notwendiger beruflicher Rehabilitation ist das Bundesamt für das Personalmanagement der
Bundeswehr (BAPersBw) zuständig.

103. Die Bundeswehr leitet die zur beruflichen Rehabilitation erforderlichen Maßnahmen ein und
führt sie – soweit erforderlich – bis zum Ablauf der Dienstzeit fort. Im Anschluss daran setzen die
Träger der beruflichen Rehabilitation die während des Dienstverhältnisses begonnenen Maßnahmen
zur beruflichen Rehabilitation nach den für den jeweiligen Rehabilitationsträger geltenden Vorgaben
des Sozialgesetzbuches fort. Die ab dem 01.01.2016 geltenden Verfahrensregelungen zur
zeitgerechten Abstimmung bezüglich der Anschlussförderung werden durch BAPersBw gesondert
festgelegt.

Die Ansprüche nach dem Soldatenversorgungsgesetz (SVG) bleiben von der besonderen
Förderung im Rahmen der beruflichen Rehabilitation unberührt.


(Anm.: D.h. die Leistungen nach dieser Vorschrift werden ohne Anrechnung auf die erworbenen BfD-Ansprüche, zusätzlich gewährt!)

Personenkreis

201. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden nach Maßgabe dieses Zentralerlasses
Soldatinnen bzw. Soldaten gewährt, die in ihrer körperlichen Funktion, geistigen Fähigkeit oder
seelischen Gesundheit beeinträchtigt sind und deren Aussichten, nach dem Ausscheiden aus dem
Dienstverhältnis am Arbeitsleben teilzuhaben oder weiter teilzuhaben, wegen der Art oder der
Schwere ihrer Behinderung nicht nur vorübergehend wesentlich gemindert sind und die deshalb
Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben benötigen. Eine wesentliche Minderung dieser Aussicht kann
vorliegen, wenn die Soldatin bzw. der Soldat ihren bzw. seinen erlernten oder zuletzt überwiegend
ausgeübten Beruf wegen der Behinderung nicht mehr verrichten kann. Die drohende Behinderung
steht der Behinderung gleich.

Förderungsgrundsätze

301. Der behinderten Soldatin bzw. dem behinderten Soldaten sind im Rahmen der Teilhabe am
Arbeitsleben alle notwendigen Hilfen und Leistungen zu gewähren, die wegen Art oder Schwere der
Behinderung erforderlich sind, um die Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder
wiederherzustellen und damit die Teilhabe am Arbeitsleben möglichst auf Dauer zu sichern.

302. Bei der Auswahl der Leistungen sind Eignung, Neigung, Leistungsfähigkeit und bisherige
berufliche Erfahrungen der Soldatin bzw. des Soldaten sowie Lage und Entwicklung des
Arbeitsmarktes angemessen zu berücksichtigen.

303. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden vom Berufsförderungsdienst der
Bundeswehr (BFD) gefördert, wenn sie während des Dienstverhältnisses abgeschlossen werden
können oder die Anschlussförderung durch einen gesetzlichen Rehabilitationsträger oder anderweitig
sichergestellt ist. Nach Beendigung des Dienstverhältnisses ist die Beratung durch den BFD weiterhin
möglich.

Leistungen

401. Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben durch den BFD können insbesondere umfassen:

• Maßnahmen zur Berufsfindung/Arbeitserprobung,
• schulische Maßnahmen,
• berufsbildende Maßnahmen und
• sonstige Eingliederungsmaßnahmen.

402. Zur Förderung der Teilnahme an den Maßnahmen nach Nr. 401 gehört im erforderlichen
Umfang die Entbindung von der Pflicht zur militärischen Dienstleistung.

Zuständigkeit

siehe die Vorgaben in der Regelung...


Verfahren

601. Alle beteiligten Stellen der Bundeswehr haben darauf hinzuwirken, dass die behinderte
Soldatin bzw. der behinderte Soldat zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit Maßnahmen
zur Teilhabe am Arbeitsleben beginnen kann.

602. Jede bzw. jeder Disziplinarvorgesetzte hat den zuständigen BFD unverzüglich zu
verständigen, sobald eine Unterrichtung von einer behandelnden Ärztin bzw. einem behandelnden
Arzt der Bundeswehr oder auf sonstige Weise über Gesundheitsschädigungen von Soldatinnen bzw.
Soldaten erfolgt, die nicht nur von vorübergehender Natur sind. Die Informationspflicht gemäß der
Zentralen Dienstvorschrift A-2641/1 „Sozialdienst in der Bundeswehr“ bleibt hiervon unberührt.

603. Mit der betroffenen Soldatin bzw. dem betroffenen Soldaten ist durch den BFD unverzüglich
Verbindung aufzunehmen. Im ersten Beratungsgespräch informiert der BFD die Soldatin bzw. den
Soldaten eingehend über die Möglichkeiten der Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben und
veranlasst das Ausfüllen des Fragebogens zur Teilhabe am Arbeitsleben.
Das Rehabilitationsverfahren ist vom BFD einzuleiten, sobald er vom behandelnden Arzt bzw.
von der behandelnden Ärztin den Fragebogen zur Teilhabe am Arbeitsleben mit der medizinischen
Stellungnahme erhalten hat.

604. Die zuständige Bezirksschwerbehindertenvertretung ist zu beteiligen (§ 97 Abs. 7 i. V. m.
§ 95 Abs. 2 SGB IX), soweit die Soldatin bzw. der Soldat schwerbehindert oder diesem
Personenkreis gleichgestellt ist. Falls erforderlich kann je nach Art der Behinderung gegebenenfalls
die bzw. der Disziplinarvorgesetzte, die Truppenärztin bzw. der Truppenarzt oder der Sozialdienst der
Bundeswehr beteiligt werden.

605. Nach Auswertung der jeweiligen Angaben stellt der BFD fest, ob die Aussichten der Soldatin
bzw. des Soldaten am Arbeitsleben teilzuhaben oder weiter teilzuhaben, wegen Art und Schwere der
Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 SGB IX nicht nur vorübergehend wesentlich gemindert sind und
die Soldatin bzw. der Soldat deshalb der Gewährung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
nach Abschnitt 4 bedarf (berufliche Betroffenheit).

Eine berufliche Betroffenheit liegt nicht vor, wenn

• die bisherige Förderungsplanung zur Nutzung des Regelanspruchs nach dem Zweiten Teil des SVG,
• durch die Behinderung oder die drohende Behinderung nicht beeinträchtigt wird oder
• aus sonstigen Gründen die Eingliederung ohne besondere Hilfen ausschließlich mit dem Regelanspruch nach dem Zweiten Teil des SVG sichergestellt werden kann.

606. Wird vom BFD die berufliche Betroffenheit festgestellt, sodass Maßnahmen zur Teilhabe am
Arbeitsleben erforderlich sind, ist zu entscheiden, ob das Verfahren zur beruflichen Rehabilitation
voraussichtlich bis zum Dienstzeitende beendet werden kann. Ist dies der Fall, entscheidet der BFD
nach pflichtgemäßem Ermessen über die Einleitung oder Durchführung von Maßnahmen zur Teilhabe
am Arbeitsleben.

607. Kann die berufliche Rehabilitation voraussichtlich bis zum Dienstzeitende nicht beendet
werden, ist vom BFD eine gemeinsame Beratung mit der betroffenen Soldatin bzw. dem betroffenen
Soldaten und der zuständigen Agentur für Arbeit zu koordinieren Die Ergebnisse der gemeinsamen
Beratung sind vom BFD in einer Niederschrift festzulegen und dienen als Grundlage für die
Förderung von Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

608. Wird im Einvernehmen aller Beteiligten die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Teilhabe
über das Dienstzeitende hinaus festgestellt, ist die Soldatin bzw. der Soldat anzuhalten, einen Antrag
auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bei der zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen.

609. Die Soldatin bzw. der Soldat ist bei der Antragstellung durch den BFD zu unterstützen.

Dem Antrag sind beizufügen:

• Zusatzfragebogen,
• Erklärung über die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht,
• eine Ausfertigung des Fragebogens zur Teilhabe am Arbeitsleben,
• tabellarischer Lebenslauf,
• Kopien von Schul- und Arbeitszeugnissen,
• (vorläufiges) Dienstzeugnis sowie
• gegebenenfalls sonstige von der Soldatin bzw. dem Soldaten vorliegende ärztliche Unterlagen.

610. Hält die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt eine WDB für möglich, klärt der BFD
zudem beim BAPersBw, ob und inwieweit ein WDB-Verfahren anhängig ist. Über die Anhängigkeit
eines WDB-Verfahrens informiert der BFD die Agentur für Arbeit.

611. Die behinderte Soldatin bzw. der behinderte Soldat ist zur Teilnahme an berufsfördernden
Maßnahmen zur Rehabilitation in entsprechender Anwendung des § 16 Abs. 3 der „Verordnung zur
Durchführung der Berufsförderung von Soldaten und Soldatinnen“ in dem erforderlichen Maße von
der Pflicht zur militärischen Dienstleistung zu entbinden.
  (Anm.: Beachte Nr 103 , letzter Satz !)

Die Zuständigkeitsregelung für Dienstbefreiung und Freistellung vom militärischen Dienst in
der A-1420/12 „Ausführung der Soldatinnen- und Soldatenurlaubsverordnung “ gilt entsprechend.

612. Im Falle der Zuständigkeit eines anderen gesetzlichen Trägers der beruflichen Rehabilitation
sind die vorstehenden Verfahrensabläufe entsprechend anzuwenden.

7 Besonderheiten

701. Strebt eine behinderte Soldatin bzw. ein behinderter Soldat die Eingliederung in den
öffentlichen Dienst als Beamtin bzw. als Beamter an, veranlasst der BFD bei der zuständigen Stelle
die Feststellung der Beamtentauglichkeit. Bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 9 Abs. 1 SVG ist
eine Einstellung als Beamtin bzw. als Beamter auch mithilfe eines Eingliederungs- oder
Zulassungsscheins möglich.

702. Kommt es zu einer nicht erwarteten vorzeitigen Entlassung der Soldatin bzw. des Soldaten
wegen Dienstunfähigkeit, so ist die Agentur für Arbeit unverzüglich zu unterrichten. Erforderlichenfalls
ist dann erneut eine gemeinsame Beratung der Beteiligten durchzuführen.
Titel: Onlinetherapie für SoldatInnen mit PTBS
Beitrag von: fuberlin am 22. August 2016, 08:13:40
Onlinetherapie für SoldatInnen mit PTBS

Posttraumatische Belastungsstörungen PTBS können nach lebensbedrohlichen Ereignissen auftreten. Betroffene leiden unter Schlafstörungen, erhöhter Schreckhaftigkeit, wiederkehrenden Bilder des Erlebten und Vermeidung damit zusammenhängender Situationen.
Soldatinnen und Soldaten mit PTBS die sich aktuell NICHT anderweitig in Psychotherapie befinden, können jetzt im Rahmen einer Therapiestudie eine Onlinebehandlung erhalten. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Onlinetherapien sehr gute Behandlungserfolge bringen.

Informationen zur Onlinetherapie und Kontakt:
onlinetherapie@ptzbw.org
https://therapie.ptzbw.org/content/
Titel: Onlinetherapie PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 27. August 2016, 12:55:40
Weiteres zur oben genannten Onlinetherapie....

http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/klinisch_psychologische_intervention/forschung/trauma/bw_projekt/index.html
 (http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/klinisch_psychologische_intervention/forschung/trauma/bw_projekt/index.html)


https://berlin.bwkrankenhaus.de/startseite/ausbildung-forschung/forschung-und-lehre/psychotraumazentrum.html
 (https://berlin.bwkrankenhaus.de/startseite/ausbildung-forschung/forschung-und-lehre/psychotraumazentrum.html)
Titel: WDB-Verfahren DU-Verfahren WDB Wehrdienstbeschädigung DU Dienstunfähigkeit
Beitrag von: LwPersFw am 21. September 2016, 11:30:57

Ergänzt durch folgende Vorschriften zum Thema "WDB-Verfahren" :

A-1463/21
D-1463/22
D-1463/29
D-1463/32

Hier einmal ein aktuelles Update zzgl. wichtige Vorschriften DU-Verfahren:

WDB-Verfahren

A-1463/21 , Version 2
Erfassung einer Wehrdienstbeschädigung (WDB) durch die Truppe und Feststellung ihrer gesundheitlichen Folgen

D-1463/2 , Version 1
Verfahren der Sachverhaltsermittlungen bei Betroffenen mit Geheimhaltungs-/Verschwiegenheitsverpflichtung
Hinweis:
Kommt nur zur Anwendung, wenn der Soldat gesundheitliche Schädigungen auf einen Einsatz zurückführt,
zu dem er auf Grund einer Geheimhaltungs-/ Verschwiegenheitsverpflichtung spezifische Angaben nicht machen kann.

D-1463/22 , Version 2
Verfahren bei Ansprüchen nach § 41 Abs. 2, §§ 85 und 86 Soldatenversorgungsgesetz – Soldatenversorgungsgesetz (SVG - WDB-Verfahrenserlass)

D-1463/29 , Version 2
Auswertung von Einsatztagebüchern im Wehrdienstbeschädigungsverfahren

D-1463/32 , Version 2
Beschädigtenversorgung nach dem Soldatenversorgungsgesetz (SVG); hier: Sachverhaltsermittlungen in Wehrdienstbeschädigungs- (WDB)-Verfahren

C-1463/19 , Version 1
Versorgungsschutz bei nachteiligen gesundheitlichen Folgen einer truppenärztlichen Behandlung

D-1463/23 , Version 2
Erteilung von vorläufigen Anerkennungsbescheiden nach § 88 Abs. 5 Satz 1 SVG in Verbindung mit § 22 Absatz 4
des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren der Kriegsopferversorgung (Vfg)

D-1463/9 , Version 2
Zuständigkeit für die Durchführung der Beschädigten- und Hinterbliebenenversorgung nach dem Soldatenversorgungsgesetz (SVG)



DU-Verfahren

A-1350/67 , Version 2
Beendigung des Dienstverhältnisses wegen Dienstunfähigkeit

A-1420/20 , Version 2
Beendigung des Dienstverhältnisses einer Soldatin oder eines Soldaten wegen Dienstunfähigkeit



Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 07. Oktober 2016, 09:08:17
Hier die aktuelle Erreichbarkeit der Koordinierungsstelle für Einsatzgeschädigte

Diese ist Ansprechstelle für alle aktiven und ehemaligen Soldaten und deren Angehörige wenn es um Einsatzschädigung geht.


Aktive, Ehemalige und ggf. Angehörige müssen dort die notwendigen Anträge einreichen.

Grundlegende Vorschriften dazu u.a.:

+ Zentrale Dienstvorschrift A–1340/110 "Weiterverwendung nach Einsatzunfällen"

Für Einsatzgeschädigte mit psychischen Belastungen zusätzlich:

+ Einsatzunfallverordnung - EinsatzUV vom 24.09.2012
+ Zentralerlass B-2120/5 A-2120/5 "Verordnung über die Vermutung der Verursachung einer psychischen Störung durch einen Einsatzunfall" vom 09.04.2019
   (Durchführungsbestimmungen zur EinsatzUV)



Die Koordinierungsstelle für Einsatzgeschädigte ist wie folgt zu erreichen

Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
Referat ZS 2.3
Alte Heerstraße 81
53757 Sankt Augustin
Tel.: 02241 15 3368
Fax: 02241 14 2838
BwFernwahl: 3471

BAPersBwZS2.3KoordStEinsatzgeschädigte@bundeswehr.org

Sachgebietsleiter:

StHptm Michael Heilmann              Tel.: +49 (0) 2241 – 15 3368


Aufteilung der Zuständigkeiten nach Nachname der Betroffenen/des Betroffenen


Offiziere (A - Z)
RAR' in Andrea Hoffmann              Tel.: +49 {0) 2241-15 2694
 

Unteroffiziere und Mannschaften Buchstabe A - L
Hptm Rene Krämer                       Tel.: +49 (0) 2241-15 2841
HptFw Martina Matußek-Drehn      Tel.: +49 (0) 2241-15 2046
 

Buchstabe M  - Z
RAmtm Thorsten Menberg            Tel.: +49 {0) 2241-15 2719
Fw Vincent Justin                         Tel.: +49 (0) 2241-15 2012
Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 13. Oktober 2016, 14:49:38
Im Rahmen des Genesungsprozesses Einsatzgeschädigter / Behinderter ist Sport ein wichtiges Thema.

Um hier die Geschädigten "an die Hand zu nehmen", bietet die Bw zwei Lehrgänge an:

Durchführung durch: Sportschule der Bundeswehr

1. Lehrgang "Sport für Behinderte"

Dieser Lehrgang wird 8 bis 9 mal im Jahr durchgeführt.

Abwechselnd in Warendorf und Sonthofen.

Dauer: 3 Wochen

Teilnehmer :

Vorrang haben Soldaten mit einem dauerhaften GdS/GdB/MdE ab 30 %

D.h. erst werden die Plätze mit Soldaten besetzt, die verbleibenden können dann an Zivilbeschäftigte vergeben werden.

Zivilbeschäftige ab einem GdB 50 % können im Rahmen freier Plätze teilnehmen.

Die Behinderung muss nicht auf einem Einsatzunfall beruhen !

Anmeldung zu diesem Lehrgang erfolgt für Mil/Ziv nicht über das IAMS-System, sondern die örtlich zuständige
Bezirksschwerbehindertenvertretung des Soldaten / Zivilbeschäftigten.

Voraussetzungen:

+ Die Festsetzung der Behinderung sollte mindestens 2 Jahre zurückliegen.
+ Lehrgangstauglichkeit muss festgestellt sein
+ Fähigkeit zur Teilnahme an der sportpraktischen Ausbildung im Lehrgang
   (bis zu 6 Stunden sportliche/körperliche Aktivität pro Ausbildungstag und zwar angepasst an die behinderungsbedingten Beeinträchtigungen)
+ Fähigkeit der Fortbewegung ohne Fremdhilfe.
+ Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung, dass der Lehrgangsteilnehmer nach ärztlicher Untersuchung einschl. eines
   Belastungs-EKG (nicht älter als 6 Monate bezogen auf Lehrgangsbeginn) für eine bis zu 6-stündige tägliche Sportausbildung belastbar ist.
+ Eine Restdienstzeit von 12 Monaten

Grundsätzlich:

Der Lehrgang „Sport für Behinderte“ erfordert einerseits eine gewisse Mobilität und Grundlagenfitness, andererseits kann keine permanente und individuelle ärztliche Betreuung gewährleistet werden. Für die Teilnahme am Lehrgang bestehen daher einige medizinisch indizierte Ausschlusskriterien. Manche führen zwingend zum Ausschluss einer Teilnahme, einige müssen individuell bewertet werden.

Folgende Erkrankungen / Einschränkungen führen zur Nichtteilnahme am Lehrgang „Sport für Behinderte“, wenn hierdurch
eine moderate Sportausübung von bis zu 6 Std. täglich (Radfahren, Walken, Schwimmen, Ballsport, Skilanglauf etc.) nicht möglich ist,
oder eine regelmäßige Behandlung (z.B. Physiotherapie, Psychotherapie etc.) notwendig ist:

Erkrankungen, die zum Ausschluss führen (können)

Vom TrArzt / Hausarzt einzuschätzen:

1. Mehrfachlähmungen
2. Halbseitenlähmung
3. Zerebrale Krampfanfälle / Epilepsie
4. Psychosen (z.B. Schizophrenie, starke Depressionen)
5. Schwere Hüft- und/ oder Kniegelenkarthrose
6. Bluthochdruck
7. Starkes Belastungsasthma

Stellungnahme des Kardiologen erforderlich:
 
1. Zustand nach Herzinfarkt
2. Koronare Herzkrankheit
3. Angina pectoris
4. Höhergradige Herzrhythmusstörungen

Zwingend ausgeschlossen sind:
 
1. Herzschrittmacher
2. Doppelamputationen
3. Rollstuhlfahrer
4. Dialysepatient
5. Künstlicher Darmausgang
6. Blindheit (nicht Sehbehinderung)
7. Gehörlosigkeit
8. Frische Thrombose (kleiner als 6 Monate)

Der Lehrgang kann frühestens nach Ablauf von 36 Monaten wiederholt werden.

Ausnahme : Bei Soldaten kann eine jährliche Teilnahme möglich sein, wenn der zust. TrArzt dies ausdrücklich befürwortet.


Inhalte ( Wobei dies vom Ort der Durchführung abhängt - Sonthofen Schwerpunkt Wandern / Radfahren )

Durch die Behindertensportlehrgänge sollen insbesondere schwerbehinderte Menschen angesprochen und zum Sport motiviert
werden, die ihr sportliches Engagement eingeschränkt haben und/oder sich sportlich stärker betätigen wollen.
Der Lehrgang soll durch das Aufzeigen von varianten- und erlebnisreichem Training dazu anregen, regelmäßig Sport zu treiben.

Das Programm der Sportschule der Bundeswehr umfasst im Wesentlichen folgende Punkte:

Gymnastik, Kreislauftraining, Spiele, Schwimmen, Radfahren, Wandern/Orientierungswandern, Skilauf (vor allem Skilanglauf),
Schneewandern, ggf. Sauna.

Wichtig:
Auf Grund der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der Lg-Teilnehmer, werden entsprechende Leistungsgruppen gebildet,
um eine Über- aber auch Unterforderung möglichst auszuschließen.



2. Lehrgang "Sporttherapie"

Das Angebot richtet sich an Verletzte, verwundete oder erkrankte Soldatinnen/Soldaten mit bleibender
Funktionseinschränkung/Minderung der körperlichen oder seelischen Leistungsfähigkeit.

Also nicht nur Einsatzgeschädigte !

Um an den Sporttherapie-Trainings teilnehmen zu können, wird in einer Erstbegutachtung am
Zentrum für Sportmedizin der Bundeswehr festgestellt, ob sich das Trainingsangebot für den Patienten eignet.

Kameradinnen und Kameraden mit (vorrangig) seelischer Schädigung benötigen vor der Erstvorstellung im
Zentrum für Sportmedizin eine positive Stellungnahme zur Lehrgangsteilnahme vom behandelnden
psychologischen Psychotherapeuten oder Psychiater der Bundeswehr.

Terminvereinbarungen für die Erstbegutachtung werden vom Zentrum für Sportmedizin in Warendorf entgegengenommen:

Hierfür sind dort vorzulegen:

+ Überweisung des TrArzt an das Zentrum zur "Erstbegutachtung Teilnahme Sporttherapie"
+ bei psychisch Geschädigten > die oben genannte  Stellungnahme
+ Befunde z.B.: BwK, Reha-Klinik, etc.


Für inhaltliche Rückfragen zum Programm wenden Sie sich bitte an die Gruppe Sporttherapie:

LoNo: SportSBwGrpSporttherapie/BMVg/BUND/DE,

Ziele des Programms:

Kameradinnen und Kameraden, die eine körperliche oder seelische Verwundung oder einen Unfall erlitten haben, erleben zurück im Alltag oft eine deutliche Einschränkung in allen Lebensbereichen. Unter dem Leitgedanken „Kameraden für Kameraden“ begleitet die Gruppe Sporttherapie mit Engagement und Fachkompetenz Soldatinnen und Soldaten, bei denen eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit infolge einer Einsatzschädigung, eines Unfalls, einer schweren Erkrankung oder einer einsatzbedingten Traumatisierung vorliegt. Mit sportwissenschaftlicher und sportmedizinischer Erfahrung werden die Teilnehmer dabei unterstützt ihre körperliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen und zu steigern. Individuelle Bewegungs- und Sportangebote und eine persönliche Betreuung bilden die Grundlage für eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess und in das soziale Umfeld. Ruhe, Entspannung und Spaß sind, neben dem zielgerichteten Training, feste Bestandteile des Programms dabei werden alle Trainings psychologisch begleitet.

Konzept

Zielgruppe der Sporttherapie sind Soldatinnen und Soldaten, bei denen eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit infolge einer Einsatzschädigung, eines Unfalls, einer schweren Erkrankung oder einer einsatzbedingten Traumatisierung vorliegt. In ungezwungener Atmosphäre, mit kompetenten Betreuern und Ausbildern soll ein gesundheitsorientiertes Verhalten gefördert und eine überdauernde Gesundheitskompetenz erlangt werden. Während des Programms kommt es zu einer Verbesserung konditioneller Eigenschaften (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit) und zum Erlernen von gesundheitsorientiertem Verhalten und trainingsphysiologischer Grundlagen. Erreicht werden soll eine hohe Eigenmotivation zur Fortführung des erlernten Gesundheitsverhaltens sowie Integration der Trainingsmaßnahmen im Alltag. Das Ziel der Sporttherapie ist die Unterstützung des individuellen Rehabilitationsprozesses durch die Erzeugung positiver Effekte auf die körperliche Funktionalität, die Psyche und die soziale Situation der Soldatinnen und Soldaten.


Hat die Erstbegutachtung ergeben, dass der Soldat an der Sporttherapie teilnehmen soll, ist der Einstieg ein
Lehrgang an der Sportschule in Warendorf:

Wir bieten 2 Trainingsformen an. Für den Einstieg in das Programm wird die Spezielle Sporttherapie empfohlen.

„Spezielle Sporttherapie“ ( gedacht für Soldaten mit z.B. PTBS )
• 2 Wochen-Training
• Max. 6 Teilnehmer
• Schwerpunktbezogenes Training

„Sporttherapie“
• 3 Wochen-Training
• Max. 15 Teilnehmer
• Erlebnisorientierte Sportausbildung

Im Rahmen der beiden Trainingsmodelle wird eine Vielzahl unterschiedlicher Sportarten durchgeführt.
Vor dem Hintergrund der Zielsetzung wieder fit für Alltag und Dienst zu werden, handelt es sich überwiegend um
gesundheitsförderliche Sportarten aus den Bereichen des Ausdauertrainings und des Krafttrainings sowie um
koordinativ fordernde Sportarten.
U.a. werden folgende Sportarten (jahreszeitabhängig) durchgeführt :

Aquajogging
Bogenschießen
Crossgolf
Ergometertraining (Indoorcycling und Rudern)
Fahrradfahren
Funktionelles Kräftigungstraining (überwiegend ohne Gerät)
Geocaching
Kanufahren
Klettern
Koordinationstraining
Nordic Walking / Walking
Slackline-Training
Rollstuhlbasketball
Sitzvolleyball
Tauchen

Nach diesem Lehrgang wird der Soldat weiter durch das Team der Sportschule betreut (bei Bedarf bis zum DZE) und zu regelmäßigen Erfolgskontrollen eingeladen.

Wenn notwendig und sinnvoll, können noch, neben den o.g. Maßnahmen, zusätzliche therapeutische Maßnahmen hinzukommen.

Ziel ist die Nachhaltigkeit des Erreichten, für den behinderten/erkrankten Soldaten.


Titel: Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 13. Oktober 2016, 15:14:37
Ein weiterer wichtiger Baustein ist das durch das Streitkräfteamt angebotene "Seminar Soldat und Behinderung".

Dieses dauert eine Woche und soll in entspannter Atmosphäre Wissen rund um das Thema vermitteln.

Hierzu tragen Referenten zu einzelnen Themen wie WDB-Verfahren, ärztliche Behandlung während und nach der Dienstzeit, etc. vor.

Im Gedankenaustausch "Gleiche unter Gleichen" können eigene Erfahrungen eingebracht werden und die der anderen Teilnehmer mitgenommen werden.

Aus der Ausschreibung  des SKA:

"Streitkräfteamt (SKA) führt im Auftrag des Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) FüSK III 2 die Seminare „Soldat und Behinderung“ durch. Diese Seminare sollen in erster Linie den erkannten und bestehenden Informationsbedarf von behinderten und schwerbehinderten Soldatinnen und Soldaten decken. Besonders angesprochen sind auch betroffene Soldatinnen und Soldaten, welche aufgrund einer Einsatzschädigung eine Behinderung (ab Grad der Behinderung (GdB) 30) / Schwerbehinderung (ab GdB 50) erlitten haben. Die Standortältesten/ Kasernenkommandanten o.V.i.A., aber auch jeder Disziplinarvorgesetzte der Stufe 1 und 2 werden gebeten, die in Ihrem Bereich dienenden Soldatinnen und Soldaten über das Seminarangebot zu informieren.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Soldatinnen und Soldaten mit einem, durch die jeweils zuständigen Versorgungsämter anerkannten und dokumentierten GdB, trotz ihrer Verpflichtung, Änderungen in ihren persönlichen Verhältnissen dem Dienstherrn anzuzeigen, oftmals dieser Meldepflicht nicht nachkommen. Um diese Hürde einer dienstlichen Anzeige bei den Betroffenen, in diesem äußerst sensiblen persönlichen Bereich abzubauen wurde u.a. dieses Seminar implementiert.
Das Seminarangebot richtet sich auch an „Lotsen für Einsatzgeschädigte“ und Sozialarbeiter / -berater, die, bei freier Kapazität, an diesem Seminar teilnehmen können. Die Teilnahme soll dazu dienen, dass jeweilige Wissen auf diesem speziellen, sensiblen Gebiet zu erweitern bzw. zu vertiefen. Aus diesem Grund ist ausdrücklich von Seiten BMVg FüSK III 2 gewünscht, diesem genannten Personenkreis die Teilnahme zu ermöglichen."




Durchführung bisher 4 mal im Jahr.

3. Teilnehmerkreis:

Im Schwerpunkt
+ Behinderte und schwerbehinderte Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ab einem anerkannten GdB von 30 und /oder
   einer anerkannten Wehrdienstbeschädigung (WdB).
+ Anmerkung: Soldatinnen und Soldaten in einem laufenden Anerkennungsverfahren können nach Einzelabsprache mit der
   Seminarleitung ihren Teilnahmewunsch abgeben,

Aber auch
+ Lotsen für Einsatzgeschädigte
+ Sozialarbeiter/innen und Sozialberater/innen.

Maximale Teilnehmerzahl pro Seminar: 25

Ansprechstelle:

Streitkräfteamt
Abteilung Fachaufgaben Bundeswehr
Gruppe Betreuung und Fürsorge
Dezernat 1 "Betreuungsorganisation Bw"


Teilnehmermeldung:

Die behinderten bzw. schwerbehinderten Soldaten und Soldatinnen sowie alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer
melden den Teilnahmewunsch an einem der 4 Seminare (bitte, falls möglich ein Ausweichseminar benennen) per LoNo,
an das LoNo-Postfach „SKA Soldat und Behinderung“

Dieses genannte Postfach erfüllt alle datenschutzrechtlichen Bedingungen/Voraussetzungen, um die personenbezogenen
Daten sicher zu verwalten. Das bedeutet, dass lediglich die zuständigen Seminar-Bearbeiter eine Zugriffsberechtigung besitzen.
Titel: Weiterführung der Heilbehandlung nach DZE bei SaZ
Beitrag von: LwPersFw am 31. Oktober 2016, 13:03:20
Für SaZ kann sich gerade bei plötzlicher schwerer Erkrankung der Tatbestand ergeben, dass die Folge eine vorzeitige Entlassung ist.

Das Folgende gilt aber auch dann, wenn der SaZ noch behandlungsbedürftig zu seinem normalen DZE entlassen wird.

Unabhängig davon, ob die Erkrankung auf einer WDB beruht, oder nicht !

Bzgl. der Frage "Krankenversicherung nach DZE ?" kann der Betroffene dann ggf. in eine "Lücke" fallen...


Der "Notanker" ist dann der § 82 Soldatenversorgungsgesetz.

Pauschal gesagt:

   Ist ein Soldat auf Zeit bei Beendigung des Wehrdienstverhältnisses noch wegen einer Gesundheitsstörung heilbehandlungsbedürftig,
   sprich die Behandlung wurde während der aktiven Dienstzeit begonnen, konnte bis DZE aber nicht abgeschlossen werden,
   können dem Soldaten - unter bestimmten Voraussetzungen - Leistungen in entsprechender Anwendung des
   § 10 Absatz 1 und 3 sowie der §§ 11, 11a und 13 bis 24a des Bundesversorgungsgesetzes gewährt werden,
   wenn keine anderen Stellen ( Krankenkassen, Rentenversicherung, etc.)  zur Leistungserbringung verpflichtet sind.

   Und dies bis zu 3 Jahre lang, in besonderen Fällen, mit Zustimmung des BMVg, sogar über 3 Jahre.

   Die Voraussetzungen stehen in § 82 Absatz 3 (bzw. die Ausschlüsse von dieser Möglichkeit).
   Z.B. greift diese Regelung eben nur, wenn keine andere Stelle (Krankenversicherung, RentenVers) zur Leistung verpflichtet ist.


   
   Wichtig dabei ist >> dies ist ein Antrags-Verfahren !

   + Anwendung des Verfahrens gem. Regelung A-1455/4 Nr 1.3.11

   + der Soldat muss zusammen mit dem zust.TrArzt das BwFormular Bw2466 ausfüllen
      (Bw2466 = Antrag auf Versorgung nach §§ 80 ff Soldatenversorgungsgesetz und Truppenärztliche Bescheinigung
       =San/Bw/0230)

      und zwar - sinnvoll - frühzeitig vor dem DZE !   

   + dieses übersendet der TrArzt sofort an die aktuell zuständige Stelle BAPersBw PA 2.3 Heil- und Krankenbehandlung 
      ( siehe Nr. 140 ff der A-1455/4 )     
      (Das Formular wurde noch nicht angepasst, die Versorgungsämter sind hierfür nicht mehr zuständig)

   + Einschaltung der zuständigen Sozialberaterin bzw. des zuständigen Sozialberaters ! ( siehe Nr. 146 , letzter Satz der A-1455/4 )

        + Die Frist in Nr 146 Satz 1 ist zu beachten !!


Wer von diesem Problem betroffen ist ... sollte dies auf jeden Fall mit seinem zuständigen Sozialberater frühzeitig besprechen und den TrArzt "mit ins Boot" holen.
Titel: Hilfe Notlagen PTBS Telefonseelsorge Sozialdienst
Beitrag von: LwPersFw am 02. November 2016, 09:49:31
Auf der Internetseite www.bundeswehr.de sind Informationen (z.B. Hotline-Telefonnummern) zu den u.a. Themen zu finden.

Zweck:
Auch Soldaten, deren Angehörige und Familien können unverhofft in Notlagen jeglicher Art geraten.
Um in solchen Situationen schnell zu helfen, gibt es innerhalb und außerhalb der Bundeswehr Institutionen, die mit Rat und Tat zur Stelle stehen.


Zu finden unter dem Menüpunkt : "Soziales" und dort links unter "Hilfe in Notlagen"

Derzeitiger Stand : 07.10.2016

+ Medizinische Hilfe für erkrankte Soldatinnen und Soldaten

Truppenärzte in Ihrer Nähe. Außerdem ist ein truppenärztlicher Bereitschaftsdienst unter 0800 972 63 78 erreichbar.
Die Nummer ist sowohl aus dem Festnetz als auch aus dem Mobilfunknetz uneingeschränkt und kostenlos erreichbar.

+ Zentrale Notrufnummer der Feldjäger

Die Feldjäger sind die Militärpolizisten der Bundeswehr. Die Telefonnummer ist vor allem gedacht für die Meldung
von Verkehrsunfällen mit Bundeswehrfahrzeugen und für interne Vorfälle.

+ Die Ansprechstelle für Hinterbliebene

+ Hilfe bei Belastungsstörungen (PTBS)

Telefonhotline: 0800 588-7957

PTBS-Beauftragter: BMVgBeauftrPTBS@BMVg.BUND.DE


+ Die Familienbetreuungorganisation – Ansprechstelle für Familien und Angehörige von Soldaten


+ Bundesweite kostenlose Rufnummern der Telefonseelsorge

Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge vermitteln auch gerne zu regionalen psychologischen Krisendiensten.

Telefon: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222


+ Anschrift und Erreichbarkeit der evangelischen Militärseelsorge


+ Anschrift und Erreichbarkeit der katholischen Militärseelsorge

+ Ansprechpartner beim Sozialdienst der Bundeswehr

Gerade auch der Sozialdienst ist Ansprechpartner für Familienangehörige in Krisenfällen

Der Sozialdienst der Bundeswehr wurde als Ausdruck der Fürsorgepflicht des Dienstherrn und Arbeitgebers Bundeswehr eingerichtet.
Er bietet den Angehörigen der Bundeswehr und ihren Familien Beratung und Betreuung in allen sozialen Angelegenheiten.
Seine Leistungen stehen jedoch auch Versorgungsempfängern, Rentnern sowie Hinterbliebenen zur Verfügung.

Das Angebot des Sozialdienstes ist eine für diese Zielgruppe professionelle und kostenlose Dienstleistung der Wehrverwaltung.
Der Sozialdienst ist flächendeckend im gesamten Bundesgebiet bei den Bundeswehr-Dienstleistungszentren eingerichtet.
Zudem verfügt das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) Sankt Augustin über eine Komponente
Sozialdienst Ausland, welche für alle ins Ausland entsandten Bundeswehrangehörigen zuständig ist.
Die Bundeswehrverwaltungsstellen USA/ CA und Italien verfügen darüber hinaus über einen eigenen Sozialdienst vor Ort
mit dem Fachbereich Sozialarbeit.
Die Aufgaben des Sozialdienstes sind unterteilt in die Bereiche Sozialarbeit und Sozialberatung.

Titel: Information Einsatz Schädigung PTBS für Soldaten und Angehörige
Beitrag von: LwPersFw am 25. November 2016, 10:33:50
Im Anhang 2 aktuelle Broschüren zum Thema Bewältigung einer Einsatzschädigung ... im Schwerpunkt psychische Belastung

Stand : August 2016


Herausgegeben vom Psychotraumazentrum der Bundeswehr am Bundeswehrkrankenhaus Berlin

+ WENN DER EINSATZ NICHT ENDET … EINE ORIENTIERUNGSHILFE FÜR EINSATZBELASTETE SOLDATINNEN UND SOLDATEN

und

+ WENN DER EINSATZ NOCH NACHWIRKT … EINE ORIENTIERUNGSHILFE FÜR ANGEHÖRIGE VON SOLDATEN
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung und Tod / PTBS / DU / Behinderung
Beitrag von: ehemaliger Soldat am 16. Dezember 2016, 19:18:07
Hallo,

ich mache es kurz und bündig.
2006 hatte ich in meiner aktiven Dienstzeit einen Unfall, hierbei zog ich mir eine Verletzung am linken Sprunggelenk zu, welcher als WDB anerkannt wurde. Ausgeschieden bin ich dann bei der Bundeswehr 2008. Seit dieser Zeit bekomm ich regelmäßig (1-2 mal die Woche) Krankengymnastik verschrieben. Dies ist ja eine Heilmittelverordnung.
Jetzt kam die Krankenkasse und hat dies gestrichen, sodass ich nur jedes Quartal mir ein Rezept von 6 Terminen holen kann und das ganze obwohl der Arzt und mein Krankengymnast ein Schreiben aufgesetzt haben, damit ich dies weiterhin regelmäßig bekomme, weil sonst die Beweglichkeit meines Fußes noch mehr leidet.

Ist dies rechtens?

Kann mir da jemand helfen?
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung und Tod / PTBS / DU / Behinderung
Beitrag von: KlausP am 16. Dezember 2016, 19:25:49
Legen Sie zuerst einmal Widerspruch gegen den Bescheid der Krankenkasse ein. Weiss die Krankenkasse, dass es sich um eine WDB handelt?
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung und Tod / PTBS / DU / Behinderung
Beitrag von: ehemaliger Soldat am 16. Dezember 2016, 19:34:32
Das habe ich gemacht, ist allerdings jetzt 4Wochen her. Habe schon öfters mit der Krankenkasse telefoniert, es schiebt aber immer wieder einer auf den anderen wer für mich dann zuständig wäre.
Ich habe es daher auch noch einmal direkt in den Widerspruch geschrieben.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung und Tod / PTBS / DU / Behinderung
Beitrag von: LwPersFw am 17. Dezember 2016, 13:31:08
Da Sie eine anerkannte WDB haben, nehmen Sie auch Kontakt mit dieser Stelle auf:

Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw)
UA PA 2.1 WDB
Wilhelm-Raabe-Str. 46
40470 Düsseldorf

Hotline
0800-7241428


Soldaten erhalten nach Beendigung ihres Wehrdienstverhältnisses wegen der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen einer Wehrdienstbeschädigung Versorgung in entsprechender Anwendung des Bundesversorgungsgesetzes (BVG).

Dies können sein:
+ Rentenleistungen
+ Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung
+ Leistungen der Orthopädischen Versorgungsstelle
+ Leistungen der Hauptfürsorgestelle

Zitat aus einem Merkblatt des BAPersBw:

"Heilbehandlung

Beschädigte  haben einen Anspruch auf Leistungen zur Behandlung  der anerkannten  Schädigungsfolgen ohne Rücksicht auf Ansprüche gegen andere Leistungsträger (Krankenkassen) und die  wirtschaftliche  Lage.

Anspruch  haben auch die ehemaligen Soldaten, die heilbehandlungsbedürftig aus der Bundeswehr ausgeschieden sind.

Leistungen der  Heilbehandlung  sind u.a.:
+ ambulante  ärztliche  und zahnärztliche  Behandlung
+ Psychotherapie
+ Soziotherapie
+ Versorgung  mit  Arznei- und  Verbandmitteln
+ Versorgung  mit  Heilmitteln  einschl. Krankengymnastik
+ Bewegungs-, Sprach- und  Beschäftigungstherapie
+ Brillengläser einschl. –gestell und Kontaktlinsen 
+ Versorgung  mit  Zahnersatz
+ ambulante oder stationäre  Behandlung in einem Krankenhaus (Krankenhausbehandlung)
+ ambulante oder stationäre Behandlung in einer Rehabilitationseinrichtung  (z.B. Anschlussheilbehandlung) 
+ häusliche  Krankenpflege 
+ Belastungserprobung  und Arbeitstherapie 
+ nichtärztliche  sozialpädiatrische  Leistungen   
+ Badekuren
+ Versorgungskrankengeld (z. B. auch für den betreuenden Elternteil bei schädigungsbedingter Erkrankung eines versorgungsberechtigten  Kindes)
+ Versehrtenleibesübungen in Übungsgruppen  einer Sportgemeinschaft 
+ Versorgung  mit  Hilfsmitteln
+ Ersatzleistungen zur Ergänzung der Hilfsmittelversorgung (z.B. Zuschuss zu  Motorfahrzeug) 
+ Haushaltshilfe
+ Zuschuss zu stationärer  oder teilstationärer  Versorgung in Hospizen
+ ergänzende Leistungen zur Rehabilitation  (z.B. RehaSport, Übungsbehandlungen in Rheumagruppen) "


Und hier lesen...
Dort Dritter Teil / Abschnitt I

http://www.gesetze-im-internet.de/svg/BJNR007850957.html#BJNR007850957BJNG003406310 (http://www.gesetze-im-internet.de/svg/BJNR007850957.html#BJNR007850957BJNG003406310)
Titel: Neue Ansprechstelle Diskriminierung und Gewalt in der Bundeswehr
Beitrag von: LwPersFw am 14. Februar 2017, 11:37:19
Berlin, 06.02.2017.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat in ihrer Rede zum Workshop „Sexuelle Orientierung und Identität in der Bundeswehr“ am 31. Januar darauf hingewiesen, dass die Bundeswehr mit dem „Stabselement Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion“ eine zentrale Ansprechstelle für all diejenigen hat, die aufgrund ihrer Homosexualität, Bisexualität oder Transsexualität in der Bundeswehr Nachteile erfahren.

Die Ministerin hatte aber Bezug nehmend auf die Ereignisse in Pfullendorf bereits die Dringlichkeit unterstrichen, die Zuständigkeit der Ansprechstelle auszuweiten.

Aber wenn der Dienstweg versagt, verharmlost oder verschleppt, wenn Vorgesetzte mauern, dann zeigt mir Pfullendorf, dass es einen direkten Draht zu einem Ombudsmann und noch viel wichtiger einer Ombudsfrau geben muss. [...] Aber unabhängig vom Ausgang der Untersuchungen werden wir diese Funktionen im 'Stabselement Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion' stärken. Es kennt diese Themen. Es hat sich inzwischen sehr viel Expertise erarbeitet.“

Ansprechstelle ab 3. Februar zu erreichen

Seit dem 3. Februar 2017 gibt es nun die

„Ansprechstelle 'Diskriminierung und Gewalt in der Bundeswehr"

im Stabselement „Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion im Geschäftsbereich des BMVg“.

Mit einer dreiköpfigen Startmannschaft richtet sie sich an

+ alle aktiven und
+ ehemaligen,
+ zivilen und
+ militärischen Bundeswehrangehörigen,

+ die Mobbing,
+ Diskriminierung,
+ körperliche oder
+ seelische Gewalt

 innerhalb der Bundeswehr erfahren oder erfahren haben
.

Das gilt auch im Zusammenhang mit Benachteiligungen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Identität.

Die Ansprechstelle nimmt entsprechende Hinweise entgegen.

Sie koordiniert und steuert die Weitergabe zur Einzelfallprüfung,
damit die jeweils erforderlichen  Aufklärungs-, Verfolgungs-, Schutz- oder Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden.


Zu ihren Aufgaben gehört aber auch die systematische Analyse aller Hinweise. Als Teil der Fehlerkultur sollen dadurch eventuell erkennbare strukturelle Defizite aufgedeckt und gezielte Maßnahmen zu ihrer Vermeidung und Behebung initiiert werden. Diese Vorgehensweise hat sich unter anderem im medizinischen Kontext als sogenanntes „Critical Incident Reporting System“ (CIRS, Berichtssystem über kritische Vorkommnisse) bewährt. Durch den kontinuierlichen Analyse- und Verbesserungsprozess sollen hierbei frühzeitig eine Häufung von inakzeptablen Ereignissen oder Abläufen sowie systematische Probleme erkannt werden.



Erreichbarkeit der Ansprechstelle:

Montag bis Donnerstag von 08.00 bis 18.00 Uhr und
Freitag von 08.00 bis 15.00 Uhr

unter der Telefonnummer 0228 / 121 3371 oder der FspNBw: 90-3400-13371.

Außerhalb dieser Zeiten wird ein Anrufbeantworter zur Speicherung der Anliegen geschaltet.
Titel: PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 31. März 2017, 12:46:10
Quelle: BMVg, 31.03.2017


"Posttraumatische Belastungsstörungen: Ein Überblick


Die Medizin versteht unter dem Begriff Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) die Entstehung einer verzögerten Reaktion auf ein belastendes einmaliges oder wiederkehrendes negatives Erlebnis.

Ständige Anspannung während des Einsatzes kann dazu beitragen, das Erlebte nicht verarbeiten zu können. Erst nachdem der Einsatz beendet ist, kommt der Betroffene zur Ruhe. Das ist der Zeitpunkt, an dem das Erlebnis neu erlebt werden kann. Wenn das Ereignis nicht bewältigt wird, kann das zu PTBS führen.
Symptome für die Entwicklung einer PTBS sind Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Albträume, Aggressivität, Ablehnung sowie Schuld- und Schamgefühle. Betroffene kapseln sich vom sozialen Umfeld ab, machen Überstunden, vermeiden Kontakt zu Familie und Freunden. Professionelle Hilfe ist notwendig."


Hilfe bei PTBS


Telefonhotline: 0800 588-7957

Internet: www.ptbs-hilfe.de (http://www.ptbs-hilfe.de)

PTBS-Beauftragter: BMVgBeauftrPTBS@BMVg.BUND.DE


"Interview zu Posttraumatischen Belastungsstörungen
Berlin, 27.03.2017

Seit Juli 2015 ist Generalarzt Dr. Bernd Christoph Mattiesen der Beauftragte für einsatzbedingte Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und Einsatztraumatisierte.

Mattiesen arbeitet im Verteidigungsministerium, ist aber für die ganze Bundeswehr zuständig.


Was wurde denn in den letzten Jahren in der medizinischen Versorgung und in der Betreuung von PTBS-Kranken erreicht?

Aus meiner Sicht haben wir in den letzten Jahren sowohl in der Betreuung wie auch in der medizinischen Versorgung der PTBS-Erkrankten ausgesprochen viel erreicht. Für mich stehen dabei im Umgang mit Betroffenen drei Pfeiler im Vordergrund:

Der erste Pfeiler ist die medizinisch-psychologische Versorgung. Hierbei geht es um die Diagnostik und die Behandlung. Der zweite Pfeiler betrifft die Frage des Personalmanagements und der Entschädigung: Wie können wir der Soldatin oder dem Soldaten bei der beruflichen Rehabilitierung am besten gerecht werden? Hier spiegeln sich ganz klar die Fragen der Verantwortung des Dienstherrn und die Gewährung gesetzlicher Ansprüche wider.

Der dritte Pfeiler aber ist die Wertschätzung. Hier sind alle gefragt. Hier ist ein ganz umfassender Ansatz notwendig, der nicht auf einzelne Abteilungen übertragen werden kann.


Wie sieht die derzeitige medizinische Versorgung von betroffenen Bundeswehrsoldaten aus?

Der Schwerpunkt liegt hier in Berlin zunächst einmal im Psychotraumazentrum der Bundeswehr, ganz eng gefolgt von den Abteilungen für Psychiatrie in den Bundeswehrkrankenhäusern in Koblenz, Hamburg und Ulm. Dort kann sowohl eine stationäre Behandlung, als auch eine ambulante Nachbetreuung stattfinden.

Da das Netz zur Behandlung in Deutschland noch nicht so ausgestattet ist, wie wir es uns wünschen, wird der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr künftig angelehnt an die Sanitätsunterstützungszentren in der Fläche weitere Psychiater und Psychotherapeuten etablieren. Darüber hinaus besteht im Rahmen der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung auch die Möglichkeit, zivile Fachärzte, Psychologen und Psychotherapeuten aufzusuchen.


Gibt es eine Veränderung in der Wahrnehmung von PTBS-Erkrankten innerhalb der Truppe, und wie ist das im internationalen Bereich?

Ich denke ja! Im letzten Jahr habe ich mich auch mit einigen internationalen Verantwortungsträgern ausgetauscht. Ich war in Israel, in Frankreich, in Holland, auch in Österreich und den USA und habe mir dort den Umgang mit PTBS-Erkrankten angeschaut. Die Systeme haben eigentlich alle eines gemeinsam: Der geschädigte, nicht mehr einsatzfähige Soldat wird mit mehr oder weniger Entschädigungen oder einer Pension entlassen.

Bei uns in der Bundeswehr haben Betroffene die Möglichkeit, zur Bundeswehr zurückzukehren, wenn eine Krankheit, zum Beispiel eine PTBS, als einsatzbedingt festgestellt wurde. Sie können in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art aufgenommen werden, quasi als Zeitsoldat für die Dauer der Erkrankung.

Sie befinden sich dann in einer Schutzzeit und könnten unter bestimmten Bedingungen Berufssoldat werden, wenn sie das möchten. Ab einer Schädigung von 30 Prozent ist das möglich.

Der Generalinspekteur betonte bei der Bundeswehrtagung, dass es wichtig sei, die Gesamtresilienz der Bundeswehr zu stärken. Welche Rollte spielt die Resilienz heute?

Ich denke, das ist ein wichtiger Ansatz. Resilienz bedeutet, die psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken, um Krisen besser zu bewältigen. Für den Einsatz bedeutet dies, durch eine gute Vorbereitung auf den Einsatz, durch Gespräche oder auch durch computerbasiertes Training im Vorfeld den Soldatinnen und Soldaten den Einsatz vor Augen zu führen, den Einsatz schon mal geistig vorerleben und durchdenken zu lassen.

Im Einsatz selbst haben wir Psychologen vor Ort und es gibt geschulte Kameraden, die bei Gesprächsbedarf helfen können. Das Vertrackte an der PTBS-Erkrankung ist das „P“ – das „Post“-traumatische. Wenn Sie einen körperlich Verwundeten haben, dann ist das in der Regel schnell erkennbar. Die posttraumatische Erkrankung, wird häufig erst nach einiger Zeit erkennbar - manchmal nach wenigen Monaten, manchmal erst nach Jahren. Es ist dann in unserer Verantwortung, auch den psychisch Verwundeten medizinische und versorgungstechnische Hilfe zu leisten.

Wie können in Zukunft Familien besser in die Therapie mit einbezogen werden?

Wir müssen künftig unser Augenmerk noch stärker als bisher auf die Familien richten. Der Familienbegriff ist hier natürlich weiter gefasst und bezieht sich auf die unterschiedlichen Formen der modernen Familie. Hier mehr Reha-Maßnahmen und Therapiemöglichkeiten anzubieten ist unser Ziel.

Bisher war die Abrechnung in solchen Fällen immer schwierig, da die Familie nicht durch die Heilfürsorge der Bundeswehr betreut wird. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, hier etwas zu bewegen. Darüber hinaus schwebt mir als Beauftragtem ein Zentrum vor, wo beispielsweise eine Reha stattfinden kann, wo Kompetenzen gebündelt sind und wo Patienten und ihre Familien Ansprechpartner finden."
Titel: PTBS
Beitrag von: Ralf am 31. März 2017, 16:43:16
Ergänzend hierzu: https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/start/einsaetze/ueberblick/belastungsstoerungen/!ut/p/z1/hVBbS8MwFP41fc1JO7tW31I7wVmGGHdJXiRrY1rJkpJlrYg_3pTBQHB4Hg6c813OBTjsgBsxdEr4zhqhQ834_K3Iq9cquU2SktJ7TNaL-XpByQynKWxg-x-FBxhfCYKBNhJY8MiuelQJUODAG4lqa6SfspfGdyErJ7x1qLfO6wk5ORcQ1DXAcFwWcXYZFX-Tp82yYDdpVj4WL5PhhxjE50Ur6uloYK0wjZbPtibnxhK40nZ__gYx-1mugDv5Lp106ORCu_W-P95FOMLjOCJlrdLTqocI_yVp7dHD7jcT-sNDvlqlw1cltz9Fxh_J/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_B8LTL2922DSSC0AUE6UESA30L2 (https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/start/einsaetze/ueberblick/belastungsstoerungen/!ut/p/z1/hVBbS8MwFP41fc1JO7tW31I7wVmGGHdJXiRrY1rJkpJlrYg_3pTBQHB4Hg6c813OBTjsgBsxdEr4zhqhQ834_K3Iq9cquU2SktJ7TNaL-XpByQynKWxg-x-FBxhfCYKBNhJY8MiuelQJUODAG4lqa6SfspfGdyErJ7x1qLfO6wk5ORcQ1DXAcFwWcXYZFX-Tp82yYDdpVj4WL5PhhxjE50Ur6uloYK0wjZbPtibnxhK40nZ__gYx-1mugDv5Lp106ORCu_W-P95FOMLjOCJlrdLTqocI_yVp7dHD7jcT-sNDvlqlw1cltz9Fxh_J/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_B8LTL2922DSSC0AUE6UESA30L2)
Titel: Gleichstellung behinderter Soldaten
Beitrag von: LwPersFw am 03. Mai 2017, 10:44:22
Thema: Die Feststellung, dass ein behinderter Soldat den Schwerbehinderten gleichgestellt ist

Voraussetzung : ein festgestellter GdB/GdS von 30 bis 49



Bisher war es rechtlich nicht möglich, dass aktive Soldaten die Gleichstellung vollziehen konnten.

Fälschlicherweise von den zivilen Behörden erstellte Bescheide wurden nicht berücksichtigt.


Dies hat sich durch eine Gesetzesänderung geändert.

Nunmehr können auch aktive Soldaten die Gleichstellung bei der Agentur für Arbeit beantragen.
Bei der Antragstellung sollte man sich von seiner Schwerbehindertenvertretung unterstützen lassen.


Die Maßgeblichen Vorgaben der Bw finden sich in

+ der A-1473/3, Version 2, "Inklusion schwerbehinderter Menschen"

+ dem Handbuch Personalbearbeitung (mil) des BAPersBw , KennNr 35-02-00

Auch zu beachten:

Bereits die Stellung des Antrages bei der Agentur für Arbeit ist dem BAPersBw anzuzeigen...

...da schon ab diesem Moment der Soldat (vorläufig) wie ein schwerbehinderter Soldat zu behandeln ist.


Was dies bedeutet >> siehe die ZDv und das Handbuch, bzw. Gespräch mit der Schwerbehindertenvertretung
Titel: Einsatzbedingte psychische Erkrankungen u.a. PTBS
Beitrag von: LwPersFw am 27. Juni 2017, 18:12:31
Im Anhang finden sich informative Hinweise zum Thema ab Seite 160 ff

U.a. auch Stellungnahmen des BMVg.

Ein wichtiger Hinweis findet sich z.B. auf Seite 163, rechte Spalte, 2. Absatz:

"Soweit  es  um  die  Feststellung  eines Einsatzunfalls  im  Rahmen  der  Anträge
nach dem  Einsatzweiterverwendungsgesetz  geht, trägt  bei  psychisch  Einsatzgeschädigten
die Einsatzunfallverordnung im  Falle  ihrer Anwendbarkeit erkennbar zu einer erheblichen 
Verfahrensbeschleunigung  bei.

So  muss  nun  nicht  auf  den  Ausgang  des Wehrdienstbeschädigungsverfahrens
zur Feststellung  des  Einsatzunfalls  gewartet werden. 

Es  ist  gut,  dass  nunmehr  zum Beispiel auch Raketenbeschüsse  von Feldlagern  (bei  nachgewiesener  Anwesenheit des  Betroffenen)  als  Fallkonstellation  der Einsatzunfallverordnung  anerkannt  werden."
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: ulli76 am 27. Juni 2017, 19:41:30
Tipp an die Vorgesetzten: Gerade wenn solche Ereignisse wie Raktenbeschuss häufiger vorkommen-tut euren Soldaten den Gefallen und füllt die TIC-Zettel aus.
Und für die Betroffenen: Führt über so etwas Tagebuch. Auch solche Infos wer dabei war etc. Je dislozierter ihr seid, umso wichtiger ist das.

Und ja, ich hatte schon Soldaten, die mit einem ganzen Packen von diesen Zetteln heim gefahren sind, auch wenn sie erstmal die Notwendigkeit nicht gesehen haben.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 27. Juni 2017, 20:41:25
Um Ulli zu ergänzen... Verweise ich auf meinen Beitrag vom 03.02.2016.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / PTBS / Einsatz
Beitrag von: LwPersFw am 12. März 2018, 12:30:40
Das BMVg hat eine neue Regelung erlassen, die Informationen für Einsatzgeschädigte ( aktiv und entlassen ) bzw. für Vorgesetzte bündelt.

Nummer der Regelung : KRD-10/4 "Umgang mit psychisch und/oder physisch Einsatzgeschädigten in der Bundeswehr"

Zweck der Regelung:

Information für Einsatzgeschädigte und Disziplinarvorgesetzte/Vorgesetzte zur Behandlung und weiteren Unterstützungsleistungen der Bundeswehr

Herausgebende Stelle: BMVg FüSK III 6

Gültig ab: 28.02.2018

Zielgruppe: Alle Angehörigen der Bundeswehr ( Aktive und Ehemalige )

Inhaltsverzeichnis:

1 Vorwort
2 Definition einsatzbedingter Erkrankungen und Verletzungen bzw. Verwundungen
3 Maßnahmen der Bundeswehr zur Prävention vor, im und nach dem Einsatz
3.1 Erhalt und Steigerung der psychischen Fitness/Prävention vor dem Einsatz für Soldatinnen und Soldaten
3.1.1 Maßnahmen im Bereich der Ausbildung
3.2 Prävention im Einsatz
3.3 Nach dem Einsatz
3.3.1 Einsatznachbereitungsseminare
3.3.2 Präventivkuren nach Auslandseinsätzen
3.3.3 Psychologische Ausgleichs- und Stärkungselemente

4 Unterstützungsleistungen und Behandlung der Bundeswehr für Einsatzgeschädigte, die in einem aktiven Dienst- oder Beschäftigungsverhältnis stehen

4.1 Unterstützung Einsatzgeschädigter durch Einrichtungen innerhalb der Bundeswehr
4.1.1 Beauftragte bzw. Beauftragter für einsatzbedingte posttraumatische Belastungsstörungen und Einsatztraumatisierte im Bundesministerium der Verteidigung
4.1.2 Bundesamt für Personalmanagement – Zentrale Koordinierungs- und Ansprechstelle für Einsatzgeschädigte
4.1.3 Psychologischer Dienst der Bundeswehr
4.1.4 Sozialdienst der Bundeswehr
4.1.5 Militärseelsorge
4.1.6 Psychosoziales Netzwerk
4.1.7 Lotsinnen und Lotsen für Einsatzgeschädigte
4.1.8 Betriebsärztlicher Dienst der Bundeswehr
4.1.9 Personal-/Vertrauensärztlicher Dienst der Bundeswehr
4.1.10 Sozial- und Versorgungsmedizinischer Dienst
4.2 Weitere Hilfsangebote für Betroffene und Familienangehörige
4.2.1 Fachberatungsseminare „Betreuung und Fürsorge unter einem Dach“
4.2.2 Weitere Angebote
4.3 Weiterführende Betreuungsangebote
4.3.1 Familienangehörigenbetreuung
4.3.2 Netzwerk der Hilfe
4.4 Ansprechstellen und Einrichtungen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr
4.4.1 Sanitätsdienstliche Koordinierungs- und Ansprechstelle für Einsatzgeschädigte
4.4.2 Die interdisziplinären patientenorientierten Rehabilitationsteams auf Ebene der Bundeswehrkrankenhäuser sowie der regionalen Sanitätseinrichtungen
4.4.3 Sportschule der Bundeswehr
4.4.4 Zentrum für Sportmedizin der Bundeswehr
4.4.5 Psychotraumazentrum der Bundeswehr
5 Behandlung von Einsatzgeschädigten
5.1 Behandlung von Einsatzfolgestörungen von Soldatinnen und Soldaten
5.1.1 Ärztliche bzw. fachärztliche Diagnosestellung
5.1.2 Ambulante psychotherapeutische Behandlung
5.1.3 Stationäre psychotherapeutische Behandlung
5.1.4 Psychotherapeutische Behandlung außerhalb der Bundeswehr
5.1.5 Medizinische/therapeutische Nachsorge psychisch Betroffener
5.1.6 Medizinische Rehabilitation
5.1.7 Medizinische/therapeutische ambulante und stationäre Maßnahmen unter Einbeziehung der Familienangehörigen
5.2 Behandlung von Einsatzfolgestörungen von Zivilbediensteten

5.3 Medizinische Behandlung und Unterstützungsleistungen der Bundeswehr für ehemalige Angehörige der Bundeswehr, die unter Einsatzfolgen leiden

5.4 Wiedereingliederung/Begutachtung
5.4.1 Rechte und Pflichten von Vorgesetzten
5.4.2 Eingliederung in den Dienstalltag und Einschränkungen der Verwendungsfähigkeit während der Rehabilitation
5.4.3 Mitwirkung von (Disziplinar-)Vorgesetzten im Begutachtungsverfahren
5.4.4 Medizinische Begutachtung auf Dienst- und Verwendungsfähigkeit
5.5 Truppenärztliche Begutachtung
5.5.1 Vertrauensperson, Personalräte und Schwerbehindertenvertretung
5.5.2 Begutachtung im Wehrdienstbeschädigungs-Verfahren

6 Weiterentwicklung
7 Rechtliche Grundlagen/Dienstvorschriften
7.1 Gesetz über die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz), Bundesbesoldungsgesetz
7.2 Gesetz über die Versorgung für die ehemaligen Soldaten der Bundeswehr und ihre Hinterbliebenen (Soldatenversorgungsgesetz), Bundesversorgungsgesetz, Zentrale Dienstvorschrift A-1463/21
7.3 Beamtenversorgungsgesetz
7.4 Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetz/Einsatz-Weiterverwendungsgesetz
7.4.1 Schutzzeit
7.4.2 Wehrdienstverhältnis besonderer Art
7.4.3 Weiterverwendung
7.5 Zentrale Dienstvorschrift A-1340/110
7.6 Verordnung über die Vermutung der Verursachung einer psychischen Störung durch einen Einsatzunfall (Einsatzunfallverordnung)
7.7 Zentrale Dienstvorschrift A-2662/1 „Psychosoziale Unterstützung in der Bundeswehr (PSU Bw)“
8 Anlagen
8.1 Abkürzungsverzeichnis
8.2 Glossar
8.3 Intranet-/Web-Links
8.4 Informationsfluss nach Einsatzschädigung
8.5 Übersicht Beteiligter Stellen und Dienste bei Einsatzschädigung
8.6 Interdisziplinäre patientenzentrierte Rehabilitationsteams in den Sanitätsunterstützungszentren
8.7 Erreichbarkeiten
8.8 Bezugsjournal
8.9 Änderungsjournal
Titel: Antw:Information Einsatz Schädigung PTBS für Soldaten und Angehörige
Beitrag von: LwPersFw am 13. März 2018, 13:50:46
Im Anhang 2 aktuelle Broschüren zum Thema Bewältigung einer Einsatzschädigung ... im Schwerpunkt psychische Belastung

Stand : August 2016


Herausgegeben vom Psychotraumazentrum der Bundeswehr am Bundeswehrkrankenhaus Berlin

+ WENN DER EINSATZ NICHT ENDET … EINE ORIENTIERUNGSHILFE FÜR EINSATZBELASTETE SOLDATINNEN UND SOLDATEN

und

+ WENN DER EINSATZ NOCH NACHWIRKT … EINE ORIENTIERUNGSHILFE FÜR ANGEHÖRIGE VON SOLDATEN

Im Anhang einmal die aktuellen Versionen...

WENN DER EINSATZ NICHT ENDET ... Stand 11/2017

WENN DER EINSATZ NOCH NACHWIRKT ... Stand 02/2018
Titel: Hinweise zur finanziellen und sozialen Absicherung bei besonderen Auslandsverw.
Beitrag von: LwPersFw am 26. April 2018, 13:53:09
Im Anhang die aktuelle Broschüre des BMVg zum Thema:

"Hinweise zur finanziellen und sozialen Absicherung bei besonderen Auslandsverwendungen"

Stand : Januar 2018
Titel: Das Psychosoziale Netzwerk der Bundeswehr PSN
Beitrag von: LwPersFw am 11. Juni 2018, 06:42:54
Im Anhang eine Broschüre, was das PSN leisten kann und wo die entsprechenden Ansprechpartner zu finden sind.


Das Psychosoziale Netzwerk (PSN) vereint verschiedene Fachkompetenzen sowohl in den Standorten in Deutschland als auch im Einsatz. Im Psychosozialen Netzwerk arbeiten Truppenärzte, Sozialarbeiter, Militärseelsorger und Truppenpsychologen in einem regionalen Netzwerk (PSN) zusammen. Zur Zeit sind ca. 70-80 regionale Netzwerke etabliert.


Das Psychosoziale Netzwerk (PSN) berücksichtigt die örtlichen Besonderheiten der Standorte und wird grundsätzlich aus folgenden Vertretern gebildet:

Truppenärztinnen/TruppenärztePsychologinnen/PsychologenKatholische und Evangelische Militärseelsorgerinnen/MilitärseelsorgerSozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter (nur an den PSN im Inland)

Die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt der Mitarbeiter wird durch einen regelmäßigen Informations- und Wissenstransfer gesichert werden. Die Arbeit in den Standorten soll die Wirksamkeit gesundheitsfördernder, psychosozialer Maßnahmen fördern.

Die Arbeit im Psychosozialen Netzwerk ist hauptsächlich eine präventive Tätigkeit. Ziel ist es, das psychische und seelische Gleichgewicht der Soldaten zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Das Psychosoziale Netzwerk bietet mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Beratung, Unterstützung und Hilfe an.


Titel: Weiterverwendung nach Einsatzunfällen
Beitrag von: LwPersFw am 28. Juni 2018, 09:56:31
Die grundlegende Vorschrift zur Weiterverwendung nach Einsatzunfällen, die A-1340/110, wurde in "Regelungen-Online, im IntranetBw, in einer aktuellen Version - 3.1 - veröffentlicht.


Hier finden sich alle wesentlichen Vorgaben für betroffene aktive und ehemalige Soldaten, die unter diese Regelungen fallen.

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeine Hinweise 5

1.1 Zuständigkeiten 5
1.1.1 Militärische Personalführung 5
1.1.2 Personalbearbeitung Beamtinnen und Beamte 6
1.1.3 Personalbearbeitung Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 6
1.1.4 Vorgesetzte und Sozialdienst der Bundeswehr 6
1.1.5 Versorgung 7
1.1.6 Berufsförderung 7
1.1.7 Sanitätsdienstliche Angelegenheiten 7
1.2 Begriffsbestimmungen 7
1.2.1 Einsatzunfall 7
1.2.2 Besondere Auslandsverwendung und Verwendung im Ausland mit vergleichbar gesteigerter Gefährdungslage 7
1.2.3 Einsatzgeschädigte 8
1.2.4 Nicht nur geringfügige gesundheitliche Schädigung 8
1.2.5 Berufliche Qualifizierung nach § 3 des EinsatzWVG 8
1.2.6 Schutzzeit nach § 4 des EinsatzWVG 9
1.2.7 Medizinische Leistungen 9
1.2.8 Weiterverwendung 9
1.2.9 Personalauswahlentscheidungen 9
1.2.10 Wehrdienstverhältnis besonderer Art nach § 6 Absatz 1 oder § 6 Absatz 5 EinsatzWVG 9
1.2.11 Minderung der Erwerbsfähigkeit 9
1.2.12 Dienstfähigkeit im Sinne des § 7 Absatz 1 Satz 4 des EinsatzWVG 10
1.2.13 Dienstfähigkeit im Sinne des § 8 des EinsatzWVG 10
1.2.14 Arbeitsfähigkeit im Sinne des § 8 des EinsatzWVG 10
1.2.15 Ausgleichsbetrag 10

2 Regelungen für Soldatinnen und Soldaten 10

2.1 Grundsätzliches zur Fallbearbeitung 10
2.2 Feststellung des Einsatzunfalls 13
2.3 Feststellung der gesundheitlichen Schädigung 13
2.4 Gewährung von Leistungen zur beruflichen Qualifizierung 14
2.5 Regelungen zur Schutzzeit 15
2.6 Einbeziehung in Personalauswahlentscheidungen 17
2.7 Wehrdienstverhältnis besonderer Art 18
2.8 Weiterverwendung als Berufssoldatin oder Berufssoldat 20
2.9 Weiterverwendung als Beamtin oder Beamter 22
2.10 Weiterverwendung als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer 23

3 Regelungen für frühere Soldatinnen und Soldaten 23

3.1 Grundsätzliches zur Fallbearbeitung 23
3.2 Feststellung eines Einsatzunfalls 25
3.3 Feststellung der gesundheitlichen Schädigung 25
3.4 Gewährungen von Leistungen zur beruflichen Qualifizierung 26
3.5 Wehrdienstverhältnis besonderer Art 26
3.6 Einbeziehung in Personalauswahlentscheidungen 27
3.7 Weiterverwendung als Berufssoldatin oder Berufssoldat 28
3.8 Weiterverwendung als Beamtin oder Beamter 28
3.9 Weiterverwendung als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer 28

4 Regelungen für aktive und frühere Beamtinnen und Beamte 28

4.1 Grundsätzliches zur Fallbearbeitung 28
4.2 Feststellung eines Einsatzunfalls 29
4.3 Feststellung der gesundheitlichen Schädigung 29
4.4 Gewährung von Leistungen zur beruflichen Qualifizierung 29
4.5 Regelung zur Schutzzeit 29
4.6 Einbeziehung in Personalauswahlentscheidungen 31
4.7 Verlängerung des Dienstverhältnisses 31
4.8 Erneute Berufung in ein Beamtenverhältnis 31
4.9 Weiterverwendung nach der Schutzzeit 32

5 Regelungen für aktive und frühere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 32

5.1 Grundsätzliches zur Fallbearbeitung 32
5.2 Feststellung des Einsatzunfalls 33
5.3 Feststellung der gesundheitlichen Schädigung 33
5.4 Regelungen zur Schutzzeit 33
5.5 Gewährung von Leistungen zur beruflichen Qualifizierung 34
5.6 Einbeziehung in Personalauswahlentscheidungen 34
5.7 Befristete Arbeitsverhältnisse 34
5.8 Ausgleichsbetrag während der Schutzzeit 35
5.9 Weiterbeschäftigung einsatzgeschädigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach der Schutzzeit 35

6 Anwendung der Einsatzunfallverordnung 36    << wichtig für PTBS-Erkrankte

7 Sonstige Regelungen 36

7.1 Vorübergehend im Auswärtigen Dienst verwendete Beschäftigte des Bundes 36
7.2 Zum Bund abgeordnete Beschäftigte 37
7.3 Besonderheiten 37

8 Datenschutzrechtliche Grundsätze 37

9 Anlagen 39

9.1 Ausfüllbogen 40
9.2 Antragsmuster 43
9.2.1 Muster für einen Antrag auf Feststellung der Schutzzeit 43
9.2.2 Muster für einen Antrag auf Wiedereinstellung in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art nach § 6 Abs. 5 EinsatzWVG 44


Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Igor3 am 26. August 2018, 21:22:59
ERHÖHUNG DER EINMALIGEN ENTSCHÄDIGUNG (§ 63 E I. V. M. § 63 A SVG)

Die einmalige Entschädigung steht allen Soldaten (BS, SaZ, Reservisten, FWDL) zu, wenn ein Einsatzunfall zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 50 Prozent führt. Die Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit ist hier inhaltsgleich mit dem Begriff Grad der Schädigungsfolgen (GdS) in einem Wehrdienstbeschädigungs- (WDB)-Anerkennungsverfahren .



Gute Abend.

Kann jemand eine Quelle nennen oder weiß von Erfahrungswerten aus Gerichtsurteilen wie der Begriff "dauerhaft" definiert wird.

Welcher Zeitraum der Dauer  muss vorliegen wann beginnt diese Dauer?



Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: F_K am 26. August 2018, 21:32:59
Dauerhaft bedeutet in diesem Fall nach Abschluss aller Heilbehandlungen und Rehamassnahmen, und sofern keine weitere Verbesserung absehbar ist und auch nicht erwartet werden kann.

Sind z. b. "Beide Arme ab" kann man dies sofort feststellen.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: ulli76 am 26. August 2018, 22:21:00
Hängt im Zweifel vom Gutachter und dem Sachbearbeiter ab.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Helle_b am 26. August 2018, 22:54:18
https://www.rehadat-recht.de/de/feststellungsverfahren/weitere-anerkennungsverfahren/feststellung-einer-minderung-der-erwerbsfaehigkeit-mde/index.html?referenznr=R/R7269&connectdb=rechtsgrundlagen_detail&infobox=%2Finfobox1.html&serviceCounter=1&wsdb=REC&detailCounter=0&from=1&anzahl=135&tab=langtext&suche=index.html?artrec=urteil&themen="Minderung+der+Erwerbsfähigkeit+%28MdE%29"


Da wichtig... falls der Link irgendwann nicht mehr läuft...

Im Streitfall adäquat übertragbar auf die Gruppe der Soldaten...
Im Einzelfall durch anwaltliche Unterstützung zu prüfen !


"Angaben zum Urteil

Beamtenversorgungsrecht - zum Kriterium dauerhaft im Sinne des § 43 Abs 1 BeamtVG - Unfallentschädigung - Minderung der Erwerbsfähigkeit durch einen Dienstunfall

Gericht:

VG Neustadt a. d. Weinstrasse 3. Kammer

Aktenzeichen: 3 K 738/16.NW / 3 K 738.16.NW
 
Urteil vom: 11.01.2017

Leitsatz:

1. Sinn und Zweck des § 43 Abs. 1 BeamtVG ist es, dem infolge eines Dienstunfalls im Sinne des § 37 BeamtVG in seiner Erwerbsfähigkeit um wenigstens 50 v. H. geminderten Beamten zeitnah zu dem Unfallereignis eine einmalige Unfallentschädigung zu gewähren, um die Mehrbelastungen als Folgen des qualifizierten Dienstunfalls ausgleichen zu können. (Rn. 55)

2. An diesem Gesetzeszweck hat sich die Auslegung des Begriffs 'dauerhaft' im Sinne des § 43 BeamtVG zu orientieren und ihm ist bei der Prognose, ob sich der Grad der Erwerbsminderung in absehbarer Zeit ändern wird, Rechnung zu tragen. (Rn. 56)

3. Im entschiedenen Fall wurde das Tatbestandsmerkmal dauerhaft bejaht, da seit dem als Einsatzunfall im Sinne des § 37 BeamtVG anerkannten Dienstunfall bereits jetzt 16 Jahre vergangen sind und die MdE von 50 v. H. nach Auffassung der Beklagten erst in drei Jahren wieder überprüft werden soll, damit zu einem Zeitpunkt, in dem der Einsatzunfall 19 Jahre zurückliegen wird und der Grad der Erwerbsminderung von 50 v. H. seit dann fast sechs Jahren vorliegen wird. (Rn. 57)"

Quelle: Justiz Rheinland-Pfalz
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Helle_b am 27. August 2018, 09:04:29
An dem Sinn und Zweck der Gesetzesänderung hat sich die Auslegung des Begriffs 'dauerhaft' zu orientieren und ihm ist bei der anzustellenden Prognose, ob sich der Grad der Erwerbsminderung in absehbarer Zeit ändern wird, Rechnung zu tragen. Entscheidend ist, bis zu welchem Zeitpunkt noch von einer Zeitnähe zum Unfallgeschehen gesprochen werden kann. Zeitnah bedeutet dabei nicht, dass unmittelbar nach Anerkennung des qualifizierten Dienstunfalls der Anspruch auf eine einmalige Unfallentschädigung nach § 43 Abs. 1 BeamtVG entsteht. Zeitnah kann aber auch nicht bedeuten, dass nach Anerkennung eines qualifizierten Dienstunfalls jahrelang zugewartet werden kann in der Hoffnung, die MdE werde unter 50 v. H. sinken, oder bis der Beamte endgültig in den Ruhestand versetzt wird.






Quelle:

Justiz Rheinland-Pfalz


Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Kulpa am 12. September 2018, 07:12:23
Guten Tag ...

Ich hätte eine Frage...

Wenn ein Berufssoldat Aufgrund einer Verwundung im Einsatz und einer damit verbundenen Dienstunfähigkeit in den vorzeitigen Ruhestand eintritt  darf er dann auf 450Euro Basis zu den Ruhegahaltsbezügen dazuverdienen?

Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 12. September 2018, 09:10:48
+ Ist die Schädigung als Einsatzunfall anerkannt ?
+ Ist die Schädigung als WDB anerkannt ( abschließender Bescheid des BAPersBw liegt vor ) ?
+ Wie hoch ist der GdS, der auf der Einsatzschädigung beruht ?

Denn ... DU ist nicht gleich DU ... wenn es u.a. um die finanziellen Auswirkungen geht...
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Kulpa am 12. September 2018, 10:21:08
Es geht wirklich rein um die Hinzuverdienstgrenze sprich ob auf 450 Euro Basis dazu verdient werden darf .

Die Höhe des Ruhegehaltes ist bekannt.

Schädigung als Einsatzunfall anerkannt
WDB mit Versorgungsbescheid anerkannt GdS>50
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Maj a.D. am 12. September 2018, 10:59:31
Am einfachsten und zugleich rechtssicher ist es, bei der zuständigen Versorgungsstelle einen Antrag auf Berechnung der individuellen Zuverdienstgrenze zu stellen.
Man erhält dann einen offiziellen Bescheid, wo bis auf die zweite Nachkommastelle der Zuverdienst aufgelistet ist, bis zu dem KEINE Kürzung der Versorgungsbezüge erfolgt. Genau genommen sind es sogar zwei Beträge, einmal für sozialversicherungpflichtige Tätigkeiten, einmal für Selbstständige. Der Unterschied liegt in der Einbeziehung der Pauschale für Werbungskosten für Ersteres. Der Betrag bezieht sich auf das Einkommen nach Abzug aller steuerlich geltend gemachten Ausgaben. Der Zuverdienst kann also höher sein, wenn ich weiß, wieviel ich bei der Steuererklärung kürzen kann. Das ist aber ein bisschen "raten". Es bietet sich an, den Betrag alle paar Jahre neu berechnen zu lassen, da es ein prozentualer Wert ist und sich daher durch tarifliche Besoldungserhöhungen ebenfalls nach oben verändert.

Bitte beachten: bei Vorliegen von Einnahmen wenn man Versorgungsempfänger ist, werden diese Bezüge nur unter Vorbehalt überwiesen. Erst wenn mit dem Lohnsteuerbescheid für das vergangene Jahr belegt wird, dass die Zuverdienstgrenze nicht überschritten wurde, werden die Bezüge rückwirkend so festgesetzt.
Falls der Betrag überschritten wird, wird jeder Euro darüber rückwirkend abgezogen und die Bezüge rückwirkend neu festgesetzt. Hierbei werden bis zu einer (ebenfalls in der o.a. Berechnung aufgeführten) Grenze alle Bezüge zurückgefordert.

Zur Verdeutlichung fiktive Beispiele (alles netto): 

2000€ Versorgungsbezüge, 1000€ Einkommen, Zuverdienstgrenze 1000€ --> es verbleiben 2000€ Versorgungsbezüge + in Summe 3000€
2000€ Versorgungsbezüge, 1500€ Einkommen, Zuverdienstgrenze 1000€ --> es verbleiben 1500€ Versorgungsbezüge + in Summe 3000€, also trotz mehr Einkommen am Ende nicht mehr in der Tasche
2000€ Versorgungsbezüge, 3000 € Einkommen, Zuverdienstgrenze 1000€ --> es verbleiben x € Versorgungsbezüge + in Summe 3000€ + x €, da ein individueller Freibetrag x bleibt, der nicht gekürzt wird.

Ein Zuverdienst oberhalb der Zuverdienstgrenze bliebt mir also nur Erhalten, wenn meine Versorgungsbezüge bis zur Grenze gekürzt sind, alles darunter bedeutet zwar eine höhere Zusatzeinnahme, ohne nur einen Cent mehr davon in der Tasche zu haben.

Der Anspruch auf die Versorgungsbezüge ruht dabei nur, d.h. wenn ich einmal nichts mehr (oder innerhalb der Zuverdienstgrenze) verdiene, bekomme ich natürlich ab diesem Moment wieder meine regulären Versorgungsbezüge.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Falli83 am 12. September 2018, 14:19:54
Guten Tag Kammeraden.

Ich lese hier schon einige Monate mit.
Da es hier doch sehr kompetente Schreiber zu den verschiedenen Themen gibt möchte ich gerne eine Frage stellen.

Wie weit hängt der in einem WDB Verfahren festgesetzte GdS  mit einer Dienstunfähigkeit eines Berufsoldaten zusammen.

Ab  welchem Wert des GdS kommt eine Dienstunfähig in Betracht bzw. Anders herum  sollte ein Berufssoldat Dienstunfähig sein wie groß sollte dann mindestens sein GdS sein.

Da mir selber keine Erfahrungswerte vorliegen würde mich die Erfahrung anderer Interessieren ...

DANKE ..

Falli
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: F_K am 12. September 2018, 14:38:24
Da gibt es KEINE Korrelation zwischen DU und GdS.

D. h. es gibt DU ohne GdS und durchaus sehr hohe (>50) GdS ohne DU zu sein.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Maj a.D. am 12. September 2018, 14:38:36
Ein DU-Verfahren ist nicht zwingend mit dem GdS oder einer WDB gekoppelt.

DU heißt erst einmal, der Soldat ist für KEINEN Dienstposten in der Bundeswehr mehr geeignet. Je nach Krankheitsbild muss die "Schwere" der Erkrankung z.T. recht massiv sein, um dies zu Erfüllen.
Nehmen wir mal das Beispiel einer Querschnittslähmung: wenn "nur" die Beine betroffen sind, kann ein Soldat sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis so ziemlich jede Verwendung in einem Amt bekleiden (egal ob Fw, OffzMilFD oder StOffz), da das WaSys LoNo nur zwei gesunde Hände und einen klaren Kopf erfordert. Räumlich braucht man ein Büro im Erdgeschoss oder ein Gebäude mit Aufzug, was auf der Rheinschiene durchaus verbreitet ist.
Bei einem "hohen Querschnitt", also mit Einschränkungen auch bei den Armen oder der Atmung, schaut es natürlich anders aus.

Grundsätzlich kann man m.E. nur sagen, dass es keinen Automatismus gibt. Jeder Fall ist individuell und sollte sehr eng mit den relevanten Beteiligten (DV Stufe 1 und 2, Truppenarzt, BAPersBw, beratender Arzt, ...) mit offenen Karten besprochen werden.

So kann es in der einen Konstellation zur Weiterverwendung kommen, in einer ähnlichen entscheidet man sich für DU.

Wichtig ist das eigene "Klarsein", was ich will, wenn der Fall in der Grauzone liegt. Und dies gegenüber Arzt und DV glasklar formulieren, nicht dass eine Weiche in die falsche Richtung gestellt wird und das Zurück schwierig oder unmöglich wird, ohne das alle das wollten.

Formal liegt die erste Entscheidung beim DV, weil der veranlasst das BA 90/5 auf DU.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 12. September 2018, 15:25:27
Am einfachsten und zugleich rechtssicher ist es, bei der zuständigen Versorgungsstelle einen Antrag auf Berechnung der individuellen Zuverdienstgrenze zu stellen.
Man erhält dann einen offiziellen Bescheid, wo bis auf die zweite Nachkommastelle der Zuverdienst aufgelistet ist, bis zu dem KEINE Kürzung der Versorgungsbezüge erfolgt. Genau genommen sind es sogar zwei Beträge, einmal für sozialversicherungpflichtige Tätigkeiten, einmal für Selbstständige. Der Unterschied liegt in der Einbeziehung der Pauschale für Werbungskosten für Ersteres. Der Betrag bezieht sich auf das Einkommen nach Abzug aller steuerlich geltend gemachten Ausgaben. Der Zuverdienst kann also höher sein, wenn ich weiß, wieviel ich bei der Steuererklärung kürzen kann. Das ist aber ein bisschen "raten". Es bietet sich an, den Betrag alle paar Jahre neu berechnen zu lassen, da es ein prozentualer Wert ist und sich daher durch tarifliche Besoldungserhöhungen ebenfalls nach oben verändert.

Bitte beachten: bei Vorliegen von Einnahmen wenn man Versorgungsempfänger ist, werden diese Bezüge nur unter Vorbehalt überwiesen. Erst wenn mit dem Lohnsteuerbescheid für das vergangene Jahr belegt wird, dass die Zuverdienstgrenze nicht überschritten wurde, werden die Bezüge rückwirkend so festgesetzt.
Falls der Betrag überschritten wird, wird jeder Euro darüber rückwirkend abgezogen und die Bezüge rückwirkend neu festgesetzt. Hierbei werden bis zu einer (ebenfalls in der o.a. Berechnung aufgeführten) Grenze alle Bezüge zurückgefordert.

Zur Verdeutlichung fiktive Beispiele (alles netto): 

2000€ Versorgungsbezüge, 1000€ Einkommen, Zuverdienstgrenze 1000€ --> es verbleiben 2000€ Versorgungsbezüge + in Summe 3000€
2000€ Versorgungsbezüge, 1500€ Einkommen, Zuverdienstgrenze 1000€ --> es verbleiben 1500€ Versorgungsbezüge + in Summe 3000€, also trotz mehr Einkommen am Ende nicht mehr in der Tasche
2000€ Versorgungsbezüge, 3000 € Einkommen, Zuverdienstgrenze 1000€ --> es verbleiben x € Versorgungsbezüge + in Summe 3000€ + x €, da ein individueller Freibetrag x bleibt, der nicht gekürzt wird.

Ein Zuverdienst oberhalb der Zuverdienstgrenze bliebt mir also nur Erhalten, wenn meine Versorgungsbezüge bis zur Grenze gekürzt sind, alles darunter bedeutet zwar eine höhere Zusatzeinnahme, ohne nur einen Cent mehr davon in der Tasche zu haben.

Der Anspruch auf die Versorgungsbezüge ruht dabei nur, d.h. wenn ich einmal nichts mehr (oder innerhalb der Zuverdienstgrenze) verdiene, bekomme ich natürlich ab diesem Moment wieder meine regulären Versorgungsbezüge.




Allgemein gilt:


Grundlage bildet der § 53 Soldatenversorgungsgesetz (SVG)

Dieser bestimmt:

"(7) Bei Soldaten im Ruhestand, die wegen Überschreitens der für sie festgesetzten besonderen Altersgrenze in den Ruhestand versetzt worden sind,
ist die Ruhensberechnung mit der Maßgabe durchzuführen, dass in der Zeit vom Beginn des Ruhestandes bis zum Ende des Monats, in dem sie die
für Polizeivollzugsbeamte auf Lebenszeit nach § 5 des Bundespolizeibeamtengesetzes vorgesehene Altersgrenze erreichen
, nur Erwerbseinkommen
aus einer Verwendung im Sinne des Absatzes 6 zu berücksichtigen sind."


(Für Offiziere, die in strahlgetriebenen Kampfflugzeugen als Flugzeugführer oder Waffensystemoffizier gilt Abweichendes)

"(6) Nach Ablauf des Monats, in dem der Versorgungsberechtigte die für Bundesbeamte geltende Regelaltersgrenze nach § 51 Absatz 1 und 2 des Bundesbeamtengesetzes erreicht, gelten die Absätze 1 bis 5 nur für Erwerbseinkommen aus einer Verwendung im öffentlichen Dienst (Verwendungseinkommen). Dies ist jede Beschäftigung im Dienst von Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des deutschen öffentlichen Rechts oder ihrer Verbände; ausgenommen ist die Beschäftigung bei öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaften oder ihren Verbänden. Der Verwendung im öffentlichen Dienst steht gleich die Verwendung im öffentlichen Dienst einer zwischenstaatlichen oder überstaatlichen Einrichtung, an der eine Körperschaft oder ein Verband im Sinne des Satzes 2 durch Zahlung von Beiträgen oder Zuschüssen oder in anderer Weise beteiligt ist. Ob die Voraussetzungen zutreffen, entscheidet auf Antrag der zuständigen Stelle oder des Versorgungsberechtigten das Bundesministerium der Verteidigung im Einvernehmen mit dem Bundesministerium des Innern."


D.h. bis zum Erreichen der in Absatz 7 genannten Altersgrenze der Bundespolizisten (i.d.R. 62. Lj) kann der ehemalige Berufssoldat so viel hinzuverdienen wie er möchte - ohne Höchstgrenze.

Ausschließlich bei einem Einkommen aus einer Tätigkeit nach Absatz 6 - gilt dies nicht. In diesem Fall wird eine Ruhensberechnung durchgeführt.

Von 62 bis zur Altersgrenze der Bundesbeamten (i.d.R. 67. Lj) greifen die Ruhensregelungen der Absätze 1 bis 5 auch für andere Einkommen.

Ab 67 wird wieder nur Einkommen nach Absatz 6 berücksichtigt.




Auf die Frage von @Kulpa bezogen

Da die Entlassung auf Grund Dienstunfähigkeit erfolgt - gelten abweichende Vorgaben.

Dabei wird unterschieden, ob die DU auf einer WDB beruht (z.B. Einsatzunfall), oder ohne WDB erfolgt (z.B. schicksalhafte schwere Erkrankung).

@Kulpa schreibt ja, dass eine WDB mit GdS 50+ auf Grund Einsatzunfall anerkannt wurde.

Somit greift auch die besondere Versorgung gemäß § 27 SVG i.V.m. § 37 BeamtVG:

"(1) Auf einen Berufssoldaten, der wegen Dienstunfähigkeit infolge eines Dienstunfalles in den Ruhestand versetzt worden ist,
sind die §§ 36, 37, 44 Absatz 1 und 2 sowie die §§ 45 und 87 des Beamtenversorgungsgesetzes entsprechend anzuwenden.

In den Fällen des § 37 des Beamtenversorgungsgesetzes bemisst sich das Unfallruhegehalt für Berufssoldaten in der Laufbahngruppe
der Unteroffiziere und für Berufssoldaten mit dem Dienstgrad Fähnrich oder Oberfähnrich mindestens nach der Besoldungsgruppe A 9,
für Berufsoffiziere mindestens nach der Besoldungsgruppe A 12, jedoch für Stabsoffiziere und Offiziere des Sanitätsdienstes
mindestens nach der Besoldungsgruppe A 16. Im Übrigen gelten die Vorschriften über das Ruhegehalt."


§ 37 BeamtVG

"(1) Setzt sich ein Beamter bei Ausübung einer Diensthandlung einer damit verbundenen besonderen Lebensgefahr
aus und erleidet er infolge dieser Gefährdung einen Dienstunfall, so sind bei der Bemessung des Unfallruhegehalts
80 vom Hundert der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge aus der Endstufe der übernächsten Besoldungsgruppe zugrunde zu legen,
wenn er infolge dieses Dienstunfalles dienstunfähig geworden und in den Ruhestand versetzt wurde und im Zeitpunkt der
Versetzung in den Ruhestand infolge des Dienstunfalles in seiner Erwerbsfähigkeit um mindestens 50 vom Hundert beschränkt ist.

Satz 1 gilt mit der Maßgabe, dass sich für Beamte der Laufbahngruppe des einfachen Dienstes die ruhegehaltfähigen Dienstbezüge
mindestens nach der Besoldungsgruppe A 6, für Beamte der Laufbahngruppe des mittleren Dienstes mindestens nach der
Besoldungsgruppe A 9, für Beamte der Laufbahngruppe des gehobenen Dienstes mindestens nach der Besoldungsgruppe A 12
und für Beamte der Laufbahngruppe des höheren Dienstes mindestens nach der Besoldungsgruppe A 16 bemessen;
die Einteilung in Laufbahngruppen gilt für die Polizeivollzugsbeamten, die sonstigen Beamten des Vollzugsdienstes und
die Beamten des Einsatzdienstes der Berufsfeuerwehr entsprechend."



D.h. das Ruhegehalt liegt bei diesen Kameraden deutlich oberhalb der normal in den Ruhestand versetzten Soldaten.

Stellt sich noch die Frage zum Hinzuverdienst ?

§ 53 Abs 1 führt aus:

"(1) Bezieht ein Versorgungsberechtigter Erwerbs- oder Erwerbsersatzeinkommen (Absatz 5), erhält er daneben seine Versorgungsbezüge
nur bis zum Erreichen der in Absatz 2 bezeichneten Höchstgrenze. ( ... )

(2) Als Höchstgrenze gelten

1. ( ... )
für Soldaten im Ruhestand und Witwen die ruhegehaltfähigen Dienstbezüge aus der Endstufe der Besoldungsgruppe,
aus der sich das Ruhegehalt berechnet, mindestens ein Betrag in Höhe des Eineinhalbfachen der jeweils ruhegehaltfähigen
Dienstbezüge aus der Endstufe der Besoldungsgruppe A 4, zuzüglich des jeweils zustehenden Unterschiedsbetrages nach § 47 Absatz 1,

2.
(weggefallen)

3.
für Soldaten im Ruhestand, die wegen Dienstunfähigkeit, die nicht auf einer Wehrdienstbeschädigung beruht,
in den Ruhestand versetzt worden sind, bis zum Ablauf des Monats, in dem die für Bundesbeamte geltende Regelaltersgrenze nach § 51 Absatz 1 und 2
des Bundesbeamtengesetzes erreicht wird, 71,75 vom Hundert der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge aus der Endstufe der Besoldungsgruppe,
aus der sich das Ruhegehalt berechnet, mindestens ein Betrag in Höhe von 71,75 vom Hundert des Eineinhalbfachen der jeweils ruhegehaltfähigen
Dienstbezüge aus der Endstufe der Besoldungsgruppe A 4, zuzüglich des jeweils zustehenden Unterschiedsbetrages nach § 47 Absatz 1
sowie eines Betrages von monatlich 525 Euro."



Da hier eine WDB vorliegt, greift die Nr 3 nicht.

Aber ... anhand der Formulierung der Nr 3 kann man klar ablesen, dass der alleinige Bezug eines Einkommens
von 450 € monatlich zu keiner Ruhensregelung führen wird, selbst wenn keine WDB vorliegen würde.



Dem Rat ... eine rechtsverbindliche Auskunft bei der zuständigen Versorgungsverwaltung einzuholen, folge ich uneingeschränkt.
Titel: Wehrdienstbeschädigung WDB
Beitrag von: LwPersFw am 01. Oktober 2018, 09:15:04
Im Rahmen der Erfassung einer möglichen Wehrdienstbeschädigung (WDB) wurde eine neue Vorschrift erlassen.

Diese ergänzt die ZDv A-1463/21 Erfassung einer Wehrdienstbeschädigung (WDB) durch die Truppe und Feststellung ihrer gesundheitlichen Folgen


In Kraft ab 28.09.2018

Bereichsvorschrift C1-1463/21-4000 "Aufgaben des truppenärztlichen Dienstes (Wehrdienstbeschädigung)"
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: p.piastowski am 20. Oktober 2018, 17:19:26
Hallo zusammen,

die Frage ist was ist "mobben".

Man könnte mir das auch unterstellen, nur weil ich andere zurechtweise.

Mittlerweile arbeite ich im Stab/Ulm.

 :-* :-* :-*
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: KlausP am 20. Oktober 2018, 18:01:53
Was genau möchten Sie uns jetzt damit sagen? Ich erkenne keinen Zusammenhang zu irgend einer Aussage.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: schlammtreiber am 22. Oktober 2018, 09:55:33
die Frage ist was ist "mobben".

Man könnte mir das auch unterstellen, nur weil ich andere zurechtweise.

"Unterstellen" kann man vieles, allerdings wird das niemand ernst nehmen.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 22. Oktober 2018, 11:46:49

die Frage ist was ist "mobben".


siehe auch hier...

https://www.bundeswehrforum.de/forum/index.php/topic,54169.msg561927.html#msg561
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: ANTON E. am 02. November 2018, 15:20:05
Eine Frage... ich habe eine WDB mit gds 70 anerkannt.
Wird dieser gds nun regelmäßig überprüft und neu festgesetzt oder hat  dieser dauerhaft Gültigkeit?

Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 02. November 2018, 15:59:45
Eine Frage... ich habe eine WDB mit gds 70 anerkannt.
Wird dieser gds nun regelmäßig überprüft und neu festgesetzt oder hat  dieser dauerhaft Gültigkeit?

Das hängt von den Schädigungsfolgen ab.

z.B. Bein ab...ist Bein ab... dafür gibt es einen klar definierten GdS... an dem sich auch nichts mehr ändern kann... deshalb keine Überprüfung und dauerhaft.

Anders z.B. bei Gelenkschäden...
Zu Beginn der Schädigung z.B. GdS 50... durch Physiotherapie Besserung möglich... deshalb kann hier z.B. eine jährliche Überprüfung angeordnet werden.
Wie oft... nun dies liegt zunächst im Ermessen der Verwaltung...
Wobei ich persönlich nach dem 3. Mal ... ohne eine Änderung des GdS, die Verwaltung um schriftliche Feststellung der Dauerhaftigkeit bitten würde.


Grundsätzliche Fristen finden Sie hier

Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges (Bundesversorgungsgesetz - BVG)
§ 62

https://www.gesetze-im-internet.de/bvg/__62.html


Siehe auch die Beiträge 26.08.2018 bis 27.08.2018
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: ulli76 am 02. November 2018, 18:53:55
Da sich auch ein Krankheitsbild verschlechtern oder Folgeerscheinungen auftreten können, ist es durchaus üblich, alle paar Jahre mal zu schauen.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Rusian81 am 06. November 2018, 18:43:14
Gute Abend.
Ich habe WDB mit >50 anerkannt.
Einsatzgeschädigte Soldat.

Ich bin zuhause dringend auf Hilfe angewiesen bei täglichen Verrichtungen auch durch Facharzte bestätigt...
Meine Frau pfegt/hilft mir bei den täglichen Verrichtungen duschen essen machen Bett sauber machen usw... Aber meine Frau ist auch schon extrem durch mich belastet muss auch noch arbeiten gehen.

Meine Frage kann meine Frau pflegegeld oder irgend ein Zuschuss beantragen damit sie weniger arbeiten muss und sich um mich kümmern kann. So ist es kein dauerzustand... und gesundheitsbedingt ist fremde Hilfe in Haushalt fast nicht möglich ..
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 06. November 2018, 19:16:25
Gute Abend.
Ich habe WDB mit >50 anerkannt.
Einsatzgeschädigte Soldat.

Ich bin zuhause dringend auf Hilfe angewiesen bei täglichen Verrichtungen auch durch Facharzte bestätigt...
Meine Frau pfegt/hilft mir bei den täglichen Verrichtungen duschen essen machen Bett sauber machen usw... Aber meine Frau ist auch schon extrem durch mich belastet muss auch noch arbeiten gehen.

Meine Frage kann meine Frau pflegegeld oder irgend ein Zuschuss beantragen damit sie weniger arbeiten muss und sich um mich kümmern kann. So ist es kein dauerzustand... und gesundheitsbedingt ist fremde Hilfe in Haushalt fast nicht möglich ..

Nehmen Sie mit dem Sozialdienst Kontakt auf und lassen Sie sich beraten, ob hier die § 26c bzw § 26d Bundesversorgungsgesetz zum tragen kommen können. Bzw. ob andere Möglichkeiten in Betracht kommen.


Und ... sprechen Sie mit Ihrem Truppenarzt bzgl. :

Verordnung über die Gewährung von Heilfürsorge für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr
(Bundeswehr-Heilfürsorgeverordnung - BwHFV)

§ 19 Häusliche Krankenpflege

(1) Soldatinnen und Soldaten erhalten auf truppenärztliche Verordnung in ihrem Haushalt, in ihrer Familie oder an einem anderen geeigneten Ort neben der ärztlichen Behandlung in erforderlichem Umfang häusliche Krankenpflege durch geeignete Pflegekräfte, wenn1.

eine Krankenhausbehandlung zwar geboten, aber nicht ausführbar ist,

die Krankenhausbehandlung durch häusliche Krankenpflege vermieden oder verkürzt werden kann oder

häusliche Behandlungspflege zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung erforderlich ist.

Die Kosten der häuslichen Krankenpflege werden bis zur Höhe des tariflichen oder ortsüblichen Entgelts einer Pflegekraft der öffentlichen oder freigemeinnützigen Träger, die für die häusliche Krankenpflege in Betracht kommen, übernommen. Bis zu dieser Höhe werden auch die Kosten für eine Ersatzpflegekraft, die die Truppenärztin oder der Truppenarzt für geeignet erklärt, übernommen.

(2) Die häusliche Krankenpflege nach Absatz 1 umfasst1.

Behandlungspflege, Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung,

verrichtungsbezogene krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen,

ambulante psychiatrische Krankenpflege und

ambulante Palliativversorgung.

(3) Die häusliche Krankenpflege soll nicht länger als vier Wochen dauern. Das gilt nicht für die häusliche Behandlungspflege zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung und bei ambulanter Palliativversorgung.

(4) Der Anspruch auf häusliche Krankenpflege besteht nur, soweit eine im Haushalt lebende Person die Soldatin oder den Soldaten nicht in dem erforderlichen Umfang pflegen und versorgen kann. Die Verordnung von Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung ist im Fall der Sicherungspflege nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 nur zulässig, wenn keine Pflegebedürftigkeit im Sinne des § 14 des Elften Buches Sozialgesetzbuch festgestellt wurde.

(5) Wird häusliche Krankenpflege im Sinne der Absätze 1 bis 3 durch die Ehegattin, den Ehegatten, die Lebenspartnerin, den Lebenspartner, die Eltern oder die Kinder der gepflegten Person durchgeführt, sind nur erstattungsfähig1.

Fahrtkosten der die häusliche Krankenpflege durchführenden Person und

eine an die die häusliche Krankenpflege durchführende Person gezahlte Vergütung bis zur Höhe der infolge der häuslichen Krankenpflege ausgefallenen Arbeitseinkünfte.

(6) In den Fällen des § 2 Absatz 1 und 2 ist § 12 der Heilverfahrensverordnung vom 25. April 1979 (BGBl. I S. 502), die zuletzt durch Artikel 15 Absatz 30 des Gesetzes vom 5. Februar 2009 (BGBl. I S. 160) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung entsprechend anzuwenden.



§ 20 Familien- und Haushaltshilfe

(1) Die notwendigen Kosten für eine Familien- und Haushaltshilfe werden übernommen, wenn1.

die den Haushalt führende Soldatin oder der den Haushalt führende Soldat den Haushalt wegen einer medizinisch erforderlichen außerhäuslichen Unterbringung (§§ 10, 11 Absatz 2, §§ 13, 27 Absatz 1 Nummer 6, § 28) nicht weiterführen kann,

im Haushalt mindestens ein Kind, das das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist, oder eine andere Person, die pflegebedürftig ist, verbleibt und

keine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt weiterführen kann.

In Ausnahmefällen kann aus Fürsorgegründen mit Zustimmung der obersten Dienstbehörde von diesen Voraussetzungen abgewichen werden.

(2) Die Kosten für eine erforderliche Familien- und Haushaltshilfe werden bei Inanspruchnahme eines gewerblichen Dienstleisters bis zu der Höhe übernommen, in der sie von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden.

(3) Die Kosten für eine selbstbeschaffte, nicht berufsmäßige Familien- und Haushaltshilfe werden in der in § 28 Absatz 1 der Bundesbeihilfeverordnung genannten Höhe übernommen.

(4) Wird die Familien- und Haushaltshilfe durch die Ehegattin, den Ehegatten, die Lebenspartnerin, den Lebenspartner, die Eltern oder die Kinder der Soldatin oder des Soldaten durchgeführt, gilt § 19 Absatz 5 entsprechend.

(5) Kosten für eine Familien- und Haushaltshilfe, deren Notwendigkeit ärztlich bescheinigt worden ist, werden in der in den Absätzen 2 bis 4 bestimmten Höhe für höchstens 28 Tage übernommen1.

bei schwerer Krankheit einer Soldatin oder eines Soldaten oder

bei akuter Verschlimmerung einer Krankheit einer Soldatin oder eines Soldaten,

insbesondere unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt, unmittelbar nach einer ambulanten Operation oder unmittelbar nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung. Satz 1 gilt auch für Alleinstehende. Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend.

(6) Werden statt der Inanspruchnahme einer Familien- und Haushaltshilfe Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, oder im Haushalt lebende pflegebedürftige Personen in einem Heim oder in einem fremden Haushalt untergebracht, werden die Kosten hierfür bis zur Höhe der sonst notwendigen Kosten einer Familien- und Haushaltshilfe übernommen.

(7) Kosten für notwendige Fahrtkosten sind in Höhe der Reisekostenvergütung nach den §§ 3, 4 und 5 Absatz 1 des Bundesreisekostengesetzes beihilfefähig.

(8 ) Für Soldatinnen und Soldaten, die sich auf dienstliche Anordnung im Ausland aufhalten, ist § 29 der Bundesbeihilfeverordnung entsprechend anzuwenden. Abweichend von § 29 Absatz 1 Nummer 2 und § 29 Absatz 3 der Bundesbeihilfeverordnung besteht ein Anspruch auf Gewährung einer Familien- und Haushaltshilfe oder Übernahme von Fahrtkosten, wenn das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat.



§ 28 Leistungen bei Pflegebedürftigkeit

(1) Bei Pflegebedürftigkeit einer Soldatin oder eines Soldaten im Sinne des § 14 des Elften Buches Sozialgesetzbuch werden neben den Leistungen, auf die sie oder er nach den §§ 5 bis 27 Anspruch hat, 50 Prozent der Kosten für eine notwendige häusliche, teilstationäre oder vollstationäre Pflege in Anwendung von § 28 Absatz 2 des Elften Buches Sozialgesetzbuch übernommen. Soldatinnen und Soldaten erhalten dabei Pflegeleistungen in entsprechender Anwendung der §§ 38 bis 39b der Bundesbeihilfeverordnung. In den Fällen des § 2 ist § 12 der Heilverfahrensverordnung entsprechend anzuwenden, wenn dies für die Soldatin oder den Soldaten günstiger ist.

(2) Auf die Leistungen der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung werden folgende Leistungen angerechnet:1.

Leistungen aus einer Pflichtversicherung in der sozialen oder privaten Pflegeversicherung nach dem Elften Buch Sozialgesetzbuch,

Leistungen aus einer sonstigen zusätzlichen privaten Pflegeversicherung, wenn sie zusammen mit den Leistungen aus der Pflichtversicherung die entstandenen Pflegekosten übersteigen.

Leistungen aus einer Pflegetagegeldversicherung werden nicht angerechnet.



Weitere Erläuterungen zur Umsetzung der o.g. § der Bundeswehr-Heilfürsorgeverordnung - BwHFV finden Sie dann in der ZDv A-1455/4.

Den Punkt "Häusliche Krankenpflege" u.a. in Kapitel 11

Auszug:

"11.2 Umfang

1103. Aufwendungen für häusliche Krankenpflege können im Rahmen der utV übernommen oder
erstattet werden, soweit sie angemessen sind und von der zuständigen Truppenärztin oder dem
zuständigen Truppenarzt verordnet wurden
. Bei Erfüllung der in Nrn. 1101 und 1102, Satz 1 und 2
genannten Voraussetzungen
können verordnet werden:

• Behandlungspflege und
• Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung; die Grundpflege muss hierbei überwiegen

1104. Bei der Behandlungspflege handelt es sich um qualifizierte Krankenpflege in Form von
medizinischen Hilfeleistungen wie z. B. Verbandswechsel, Injektionen, Katheterisierung,
Einreibungen, die dazu dienen, eine Krankheit zu heilen, ihre Verschlechterung zu verhindern oder
Beschwerden zu lindern.

1105. Zur Grundpflege zählen die Bereiche Mobilität und Motorik (z. B. Betten, Lagern, Hilfe beim
An- und Auskleiden), Hygiene (z. B. Körperpflege, Toilettenbenutzung) und Nahrungsaufnahme.
Die hauswirtschaftliche Versorgung umfasst insbesondere Einkaufen, Kochen, Reinigen und Beheizen
der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung.

11.3 Verordnung

1106. Die häusliche Krankenpflege ist truppenärztlich mit dem Vordruck nach Anlage 35a32 zu
verordnen. Die truppenärztliche Verordnung muss Angaben über Art, Dauer und tägliche Stundenzahl
der Leistungen enthalten. Hinsichtlich Art und Umfang der verordnungsfähigen Maßnahmen ist das
„Verzeichnis verordnungsfähiger Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege“ (Anlage der Richtlinie
des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Verordnung von „häuslicher
Krankenpflege“ nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 und Abs. 7 SGB V33) sinngemäß anzuwenden.

Abweichungen von dem Verzeichnis sind zu begründen.

Die Verordnungsdauer soll 14 Tage nicht überschreiten.

Notwendige Überschreitungen sind zu begründen (siehe Formblatt Anlage 35a).

Eine Verordnungsdauer von mehr als vier Wochen bedarf der Genehmigung durch die zuständige genehmigende Stelle.

Für die Durchführung von Behandlungs- und Grundpflege sind grundsätzlich Berufspflegekräfte wie
Krankenschwestern, Krankenpfleger und Pflegedienstkräfte zuständig.

Die Pflege kann auch eine Ersatzpflegekraft übernehmen, sofern die Truppenärztin bzw. der Truppenarzt sie für geeignet erklärt hat.

Die Erklärung zur Bestätigung der Eignung der Ersatzpflegekraft ist von der Truppenärztin oder
dem Truppenarzt auf der Verordnung vorzunehmen (siehe Anlage 35a). Dabei ist, insbesondere bei
der Verordnung von Behandlungspflege, ein strenger Maßstab anzulegen.

Die Truppenärztin bzw. der Truppenarzt hat sich von der Eignung der infrage kommenden
Pflegeperson vor Verordnung persönlich zu überzeugen.

Die Verordnung von ausschließlich hauswirtschaftlicher Versorgung ist nicht zulässig.


11.4 Abrechnung

1107. Leistungen im Rahmen einer nach truppenärztlicher Bescheinigung im Einzelfall
erforderlichen vorübergehenden häuslichen Krankenpflege können erbracht werden durch

a) Berufspflegekräfte,
b) andere geeignete Personen (Ersatzpflegekräfte) sowie
c) nahe Angehörige.

1108. Bei häuslicher Krankenpflege durch eine Berufspflegekraft können Kosten in Höhe der örtlich
mit den Krankenkassen vereinbarten Sätze der hierfür in Betracht kommenden öffentlichen oder
freien gemeinnützigen Träger übernommen werden. Hierbei ist es ausreichend, wenn die
Berufspflegekraft bestätigt, dass die abgerechneten Sätze ortsüblich sind und in dieser Höhe auch
gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden.

1109. Bei häuslicher Krankenpflege durch eine truppenärztlich für geeignet erklärte
Ersatzpflegekraft gilt die Kostenhöchstgrenze nach Nr. 1108 entsprechend. Als Ersatzpflegekraft
kommt jede Person in Betracht, die nach truppenärztlicher Einschätzung über die Fähigkeiten zur
Durchführung der erforderlichen Pflegemaßnahmen verfügt (z. B. ehemalige Krankenschwestern oder
-pfleger, sonstige vorgebildete Personen wie Rettungssanitäterinnen/Rettungssanitäter).

1110. Bei häuslicher Pflege durch nahe Angehörige (Ehegatten, Kinder, Eltern) sind erstattungsfähig:
a) Fahrtkosten,
b) eine für die Pflege gewährte Vergütung bis zur Höhe der infolge der Krankenpflege nachweislich
ausgefallenen Arbeitseinkünfte (Einkommen zzgl. Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung).
Die Kostenhöchstgrenze nach Nr1108 ist auch hier zu beachten (Vergleichsberechnung).

1111. Bis zur Höchstgrenze nach Nr. 1108 können auch die Kosten für einen Einsatz mehrerer
Pflegekräfte berücksichtigt werden. Erfolgt die häusliche Krankenpflege nicht für den gesamten
Kalendermonat, ist der Höchstsatz entsprechend anteilig zu berechnen.

1112. Berufspflegekräfte (Nr. 1108) reichen ihre Rechnungen - ggf. Teilrechnungen - mit dem
Original der truppenärztlichen Verordnung zur Abrechnung unmittelbar beim BAPersBw PA 1.4 ein.

1113. Die Erstattung der Aufwendungen von truppenärztlich für geeignet erklärten
Ersatzpflegekräften und von nahen Angehörigen (Nrn. 1109 und 1110) sind von der Soldatin bzw.
dem Soldaten formlos beim BAPersBw PA 1.4 unter Bezugnahme auf die truppenärztliche
Verordnung sowie unter Angabe der Bankverbindung (IBAN, BIC) zu beantragen.

Dem Antrag sind die maßgeblichen Zahlungsunterlagen einschließlich Zahlungsbeweis beizufügen."



und A-1455/4  > Pkt 32.48  Anlage 36 ( Formular zur Beantragung der Hilfe )
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Ali.B.H am 08. November 2018, 14:16:38
Guten Tag
Hat jemand eine Quelle wo nachzulesen ist, dass bei einer stationären Behandlung in einer Klinik (Zivil und BWK) wegen einer Erkrankung welche in einem  WDB Verfahren anerkannt ist, KEIN Verpflegungsgeld zu entrichten ist.

Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 08. November 2018, 14:56:35
A-1455/4 Nr 205 ff i.V.m. Nr 1701 a)
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Lotse,waldi am 08. November 2018, 18:16:24
A-1455/3 Nr 202 u. Nr1701
202. Bei der Behandlung einer Gesundheitsstörung als Folge einer WDB oder als Folge einer
Schädigung im Sinne der §§ 81a bis 81e SVG bestehen in einzelnen Fällen Sonderregelungen
(vgl. Nummern 203, 602, 803, 1006, 1102, 1301, 1602, 1603, 1801). Voraussetzung für die Anwendung
der Sonderregelungen ist, dass die Gesundheitsstörung jeweils als Folge einer WDB im Sinne des
§ 81 SVG
oder als Folge einer Schädigung im Sinne der §§ 81a bis 81e SVG anerkannt ist oder (außer in
den Fällen der Nummer 1006) das BAPersBw – aufgrund von truppenärztlichen bzw. im Falle einer
vollstationären Behandlung in einem Bundeswehrkrankenhaus fachärztlichen Stellungnahme –
festgestellt hat, dass eine solche Gesundheitsstörung wahrscheinlich vorliegt. Sind Soldatinnen bzw.
Soldaten wegen einer in Satz 1 genannten anerkannten Gesundheitsstörung schwerbeschädigt, gelten.....

1701. Für die bei voll- und teilstationärer Krankenhausbehandlung, Unterbringung in einem Pflege-
heim sowie einer Kur bereitgestellte Verpflegung ist das Verpflegungsgeld zu entrichten.
Dies gilt nicht bei
a) einer Gesundheitsstörung im Sinne der Nummer 202, Sätze 2 und 3;
b) einem Aufenthalt von Soldatinnen bzw. Soldaten in einem Pflegeheim, wenn Aufwendungen für
Verpflegung weder ganz noch anteilig übernommen werden;
c) voll- und teilstationärem Aufenthalt von Soldatinnen bzw. Soldaten in einem Krankenhaus als
Organspender bzw. Organspenderin.
Bei vor- oder nachstationärer Krankenhausbehandlung wird vom Krankenhaus Verpflegung nicht
bereitgestellt; in diesen Fällen ist kein Verpflegungsgeld zu entrichten.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 08. November 2018, 20:06:18
Die A-1455/3 ist außer Kraft gesetzt...muss auf Grund der BwHFV überarbeitet werden.

Die A-1455/4 macht aber die identischen Vorgaben.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 06. Januar 2019, 00:22:38
Ich hatte diese Woche wieder einmal ein "A-ha-Erlebnis"...
Als von "Kameraden" über von Behinderung betroffenen Kameradinnen und Kameraden Dinge geäußert wurden wie z.B.:
"Der ist doch kein richtiger Soldat mehr"... "Der fällt uns doch nur zur Last"... , etc.

Ich finde diesen Mangel an Kameradschaft und schlicht Menschlichkeit erschreckend und habe dafür auch Null-Verständnis und Null-Toleranz !

KEINE/R dieser Kameradinnen und Kameraden hat sich ihr/sein Schicksal ausgesucht !

Erst recht seit den Auslandseinsätzen der Bw steigt die Zahl der Soldatinnen/Soldaten mit Behinderung (GdS 30 oder 40) bzw. Schwerbehinderung (GdS ab 50) stetig an !!

Zu 01/2017 waren es
+ 1.323 behinderte
+ 745    schwerbehinderte
Soldatinnen und Soldaten im aktiven Dienst.


Sie brauchen nicht Hohn, Spott und Ausgrenzung!

Sondern gelebte Kameradschaft und Hilfe.

Und alle... in allen Dienstgraden ... die dies nicht begreifen wollen, wünsche ich das selbe Schicksal... und das man sie dann mit Schimpf und Schade vom Hof jagt !
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Tommie am 06. Januar 2019, 09:34:39
Als von "Kameraden" über von Behinderung betroffenen Kameradinnen und Kameraden Dinge geäußert wurden wie z.B.:
"Der ist doch kein richtiger Soldat mehr"... "Der fällt uns doch nur zur Last"... , etc.

Oh, sehr schön ;) ! Da fährt unser B3-er tierisch darauf ab! Das gibt dann immer eine persönliche Audienz bei ihm mit "Meinungsaustausch, BW-Style" ;D : Der "Kamerad" geht mit seiner Meinung zu ihm rein, und kommt mit der Meinung vom Chef wieder raus!

Den Mäuschen an der Tür (Vorzimmer) zu Folge sollen dort schon recht harsche und laute Worte gefallen sein ;) !
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: SolSim am 06. Januar 2019, 09:56:18
Als von "Kameraden" über von Behinderung betroffenen Kameradinnen und Kameraden Dinge geäußert wurden wie z.B.:
"Der ist doch kein richtiger Soldat mehr"... "Der fällt uns doch nur zur Last"... , etc.


Solche Sprüche kommen meist von Soldaten, die noch nie im Einsatz waren und alles daran setzen, dies auch nicht zu müssen.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: StOPfr am 06. Januar 2019, 14:30:13

Und alle... in allen Dienstgraden ... die dies nicht begreifen wollen, wünsche ich das selbe Schicksal... und das man sie dann mit Schimpf und Schade vom Hof jagt !

Anderen so ein Schicksal zu wünschen muss vielleicht nicht sein, aber "mit Schimpf und Schande vom Hof jagen" kann ich nur unterstreichen!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Milakril am 30. Januar 2019, 13:05:43
Guten Tag.
Ich habe eine Frage zur Schutzzeit.
Mein Mann ist Berufsoldat und nach einem Einsatzunfall bei welchem er schwer verwundet wurde in der Schutzzeit.
Er befindet sich in der Wiederherstellung. Er ist bereits seit 4 Jahren nicht dienstfähig und in Behandlung er ist auch noch weit von einer Dienstfähigkeit entfernt. Jedoch ist es aus Sicht der behandelnden Ärzte möglich dass in den nächsten Jahren wieder eine eingeschränkte Dienstfähigkeit erreicht werden kann.
Da es das Ziel meines Mannes ist wenn auch stark eingeschränkt durch die Schweren Folgen der Verwundung sich wieder im Dienst einzubringen wäre nun die Frage wie lange die Schutzzeit gilt.
Ab der beruflichen Qualifizierung ist die Schutzzeit ja auf 5 bzw in Ausnahmefällen auf 8 Jahre beschränkt.
Verstehe ich es also richtig dass mein Mann sich nun erst mal in Ruhe auf die gesundheitlicje Rehabilitation auch im schlechtesten Fall weitere 4 Jahre konzentrieren kann und danach weiter in der Schutzzeit mit der Beruflichen Rehabilitation beginnen kann?

Danke und die besten Grüße
Mila
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Milakril am 30. Januar 2019, 13:46:39
Text nochmal etwas konkretisiert:

Guten Tag.
Ich habe eine Frage zur Schutzzeit.
Mein Mann ist Berufsoldat und nach einem Einsatzunfall bei welchem er schwer verwundet wurde in der Schutzzeit. 
Er befindet sich in der Wiederherstellung. Er ist bereits seit 4 Jahren nicht dienstfähig und in Behandlung er ist auch noch weit von einer Dienstfähigkeit entfernt. Jedoch ist es aus Sicht der behandelnden Ärzte realistisch undmöglich dass in den nächsten Jahren wieder eine eingeschränkte Dienstfähigkeit erreicht werden kann.
Da es das Ziel meines Mannes ist wenn auch stark eingeschränkt durch die Schweren Folgen der Verwundung sich wieder im Dienst einzubringen wäre nun die Frage wann die Schutzzeit endet.
Ab Beginn der beruflichen Qualifizierung ist die Schutzzeit ja auf 5 bzw in Ausnahmefällen auf 8 Jahre beschränkt. 
Verstehe ich es also richtig dass mein Mann sich nun erst mal in Ruhe auf die gesundheitlicje Rehabilitation auch im schlechtesten Fall weitere 4 Jahre konzentrieren kann und danach zur beruflichen Qualifizierung/ Eingliederung weiter falls noch erforderlich für 5 jahre in der Schutzzeit bleiben kann? 


Danke und die besten Grüße 
Mila
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Andi8111 am 30. Januar 2019, 15:28:19
Bei solch einem Fall gibt es einen Ansprechpartner im BAPers. Der kann eine suffiziente Auskunft geben.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 30. Januar 2019, 17:18:18
@Milakril

Grundsätzlich gilt das von Andi8111 gesagte ... wenn es um eine rechtsverbindliche Auskunft geht.

Meine Bewertung:

Ihr Mann ist Berufssoldat.

Die zuständige Koordinierungsstelle beim BAPersBw hat ihm
mit einem Informationsschreiben gegen Empfangsbekenntnis
den Eintritt in die Schutzzeit mitgeteilt.

D.h. ab diesem Zeitpunkt rechnet die Schutzzeit.

Gleichzeitig wurde er über die mögliche Dauer der Schutzzeit,
die Beendigungsgründe und die Rechtsstellung während der
Schutzzeit informiert.

Da er Berufssoldat ist, spielt die berufliche Qualifikation keine Rolle.
Diese ist gedacht, um Zeitsoldaten, die nicht über eine Pension
abgesichert sind, eine zivile Berufstätigkeit zu ermöglichen, wenn sie
nicht in der Bw verbleiben können.

Ihr Mann hat aber einen Anspruch auf Pension, falls, nach Rücksprache
mit den zuständigen Ärzten, festgestellt wird, dass eine Weiterverwendung als Berufssoldat nicht möglich ist.

D.h. bei ihm dient die Schutzfrist ausschließlich zur medizinischen Versorgung / Rehabilitation.

D.h. man wird zum Ende der 5 Jahre prüfen, wo er gesundheitlich steht.

Dann wird es von den Ärzten abhängen, ob man ggf. die Frist bis zu 3 Jahre verlängert.

Wird ein negatives Votum abgegeben, wird man ihn auf Grund Dienstunfähigkeit entlassen.

Wie hoch dann die Pension ist, hängt vom Grad der Schädigungsfolgen GdS zum Zeitpunkt der Entlassung ab.

Beträgt der GdS 50 und mehr... hat Ihr Mann auf die höchst mögliche Versorgung, da der Einsatzunfall ja bereits festgestellt ist (sonst wäre er nicht in der Schutzfrist), Anspruch.

Seine Pension beträgt dann 80 % aus der übernächsten Besoldungsgruppe.

Ist er jetzt z.B. HptFw A08...

Würde er 80 % der Endstufe aus A10 erhalten.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 30. Januar 2019, 18:40:19
Für eine verbindliche aussage unbeding an die Koordinierungsstelle des BAPersBw  wenden. Dort wird sehr kompetent und gerne geholfen !

Habe gerade ein Schreiben vor mir liegen ebenfalls eines Berufsoldaten.
 
Es steht eindeutig geschrieben dass neben einem Umfassenden Anspruch auf gesundheitliche Rehabilitation  auch Anspruch auf  eventuell notwendige berufliche Qualifizierungsmaßnahmen besteht um die bisherige berufliche Tätigkeit als Berufssoldat zu ermöglichen.
Somit ergibt sich aus meiner Sicht dass auch bei einem Berufssoldaten eine berufliche Aus und Weiterbildung erfolgen kann um eine weiter Verwendung als Berufsoldaten zu ermöglichen.

Zur gesundheitlichen Regeneration wird keine Frist gesetzt sondern lediglich erwähnt dass die Schutzzeit endet wenn von den Ärzten festgestellt wird das das Ziel der Schutzzeit also eine Dienstfähigkeit nicht mehr hergestellt werden kann.

Es steht ebenfalls eindeutig geschrieben dass die 5 bzw. In Ausnahmefällen 8  Jahres Frist (einzige Frist die genannt wird) erst mit Beginn der beruflichen Qualifikationsmaßnahmen beginnt.

Somit ergibt sich für mich dass im Fall eines Berufsoldaten erst die Gesundheitliche Rehabilitation (zeitlich unbefristet, endet mit der ärztlichen Feststellung dass Ziel Schutzzeit nicht mehr erreichbar ist bzw die Ziele Schutzzeit erreicht wurden ) und danach die evtl berufliche Qualifikation (Beginn der 5 Jahresfrist mit Beginn der Maßnahme) und Eingliederung oder Versetzung in den Ruhestand wegen festgestellter  Dienstunfähig...

Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 30. Januar 2019, 18:55:12
@Milakril

Grundsätzlich gilt das von Andi8111 gesagte ... wenn es um eine rechtsverbindliche Auskunft geht.

Meine Bewertung:

Ihr Mann ist Berufssoldat.

Die zuständige Koordinierungsstelle beim BAPersBw hat ihm
mit einem Informationsschreiben gegen Empfangsbekenntnis
den Eintritt in die Schutzzeit mitgeteilt.

D.h. ab diesem Zeitpunkt rechnet die Schutzzeit.

Gleichzeitig wurde er über die mögliche Dauer der Schutzzeit,
die Beendigungsgründe und die Rechtsstellung während der
Schutzzeit informiert.

Da er Berufssoldat ist, spielt die berufliche Qualifikation keine Rolle.
Diese ist gedacht, um Zeitsoldaten, die nicht über eine Pension
abgesichert sind, eine zivile Berufstätigkeit zu ermöglichen, wenn sie
nicht in der Bw verbleiben können.

Ihr Mann hat aber einen Anspruch auf Pension, falls, nach Rücksprache
mit den zuständigen Ärzten, festgestellt wird, dass eine Weiterverwendung als Berufssoldat nicht möglich ist.

D.h. bei ihm dient die Schutzfrist ausschließlich zur medizinischen Versorgung / Rehabilitation.

D.h. man wird zum Ende der 5 Jahre prüfen, wo er gesundheitlich steht.

Dann wird es von den Ärzten abhängen, ob man ggf. die Frist bis zu 3 Jahre verlängert.

Wird ein negatives Votum abgegeben, wird man ihn auf Grund Dienstunfähigkeit entlassen.

Wie hoch dann die Pension ist, hängt vom Grad der Schädigungsfolgen GdS zum Zeitpunkt der Entlassung ab.

Beträgt der GdS 50 und mehr... hat Ihr Mann auf die höchst mögliche Versorgung, da der Einsatzunfall ja bereits festgestellt ist (sonst wäre er nicht in der Schutzfrist), Anspruch.

Seine Pension beträgt dann 80 % aus der übernächsten Besoldungsgruppe.

Ist er jetzt z.B. HptFw A08...

Würde er 80 % der Endstufe aus A10 erhalten
.

Das Thema Versorgung ist ein weiteres recht umfangreiches Thema

Dein Beitrag ist noch zu ergänzen!

Um die erhöhten Ruhegegaltsanspruch zu erlangen den du aufführst ist es wesentlich wann der Status BS erlangt wurde!

Der Status BS muss bei Eintritt des Schädigenden Ereignisses bereits vorhanden gewesen sein. Wird man erst nach dem Eintritt des schädigenden Ereignisse zum BS ernannt auf welcher Grundlage auch immer greifen andere Versorgungsansprüche...

Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 30. Januar 2019, 18:59:33
Hallo Bert,

danke für die Klarstellung !!!!

Wie ich ja schrieb... er hat ein Schreiben der KoordSt bekommen.

Darin sollte, auf seinen Einzelfall bezogen, alles erläutert sein.


Zum Thema Versorgung:

Da er noch in der Schutzfrist ist, sollte er bereits vor dem Einsatzunfall BS gewesen sein.

Denn eine mögl. BS-Übernahme steht ja am Ende der Rehabilitation...oder hat sich da etwas geändert ?
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 30. Januar 2019, 19:10:49
Hallo Bert,

danke für die Klarstellung !!!!

Wie ich ja schrieb... er hat ein Schreiben der KoordSt bekommen.

Darin sollte, auf seinen Einzelfall bezogen, alles erläutert sein.


Zum Thema Versorgung:

Da er noch in der Schutzfrist ist, sollte er bereits vor dem Einsatzunfall BS gewesen sein.

Denn eine mögl. BS-Übernahme steht ja am Ende der Rehabilitation...oder hat sich da etwas geändert ?

Hallo LwPersFw

Nein es hat sich nichts geändert es ist richtig was du schreibst. Aber es gibt noch eine dritte sehr seltene Kombination welche jedoch theoretisch eintreffen kann.

Ein Soldat erleidet in einer Verwendung im Einsatz als nicht BS ein Schädigendes Ereignis. Er wird nach dem schädigenden Ereignis jedoch weiter in Personalentscheidungen mitgebrachter und hatte einen Antrag auf Übernahme in das Dienstverhätnis BS gestellt. Alle Vorraussegzungen waren gegeben und er setzte sich nach Eignung Leistung und Befähigung durch und wird zum BS ernannt.

Der Soldat wird zum BS ernannt. Befindet sich in der Schutzzeit.

Ein weiteres Szenario wäre ... schädigendes Ereignis im Einsatz... Antrag auf Übernahme BS läuft ... Einsatzende.... Soldat wir übernommen BS ernannt ... spätfolgen  Schädigendes Ereignis treten auf ... Schutzzeit beginnt....


Grüße....
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 30. Januar 2019, 19:14:42
Danke ... man lernt nie aus  :)
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 30. Januar 2019, 19:23:36
Danke ... man lernt nie aus  :)

Kein Problem ist ein sehr umfangreiches Thema ...
Und die Versorgungsansprüche unterscheiden sich doch erheblich. Und

Ich würde jedem betroffenen  dringend empfehlen sich immer von mehreren Stellen beraten und informieren zu lassen !

Die Koordinierungsstelle im BAPersBw sowie das Personal um den PTBS Beauftragten im Bmvg sowie der Sozialdienst im BWK Hamburg wie Berlin sind sehr gute Anlaufstellen und für jeden immer gerne als Ansprechpartner zur Verfügung und nehmen sich ganz viel Zeit.

Das ist aber nur eine Beispielhafte Aufzählung alle Lotsen Solzialdieste uvm  leisten eine super Arbeit.

Und sollte irgend ein Gefühl beim Betroffenen aufkommen es könnte was falsch laufen empfehle ich den Anwalt  Herrn Steinmeyer aus Hamburg. Ein absoluter Fachmann mit einem extrem umfangreichen Fachwissen und sehr sehr guten Verbindungen zu dem Thema!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 01. Februar 2019, 22:13:26

... ja, dieses Thema/ diese Problematik ist sehr komplex und noch undurchsichtiger.

Insofern erlaube ich mir einige Anmerkungen hierzu.

Wenn ein BS einen Einsatzunfall (GdS>50) erlitten hat und aus diesem Grund dienstunfähig wird, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass er Anspruch auf ein Ruhegehalt (80%) aus der übernächsten Besoldungsgruppe hat.
Denn SVG/BVG/BeamtVG verlangen damit einhergehend eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mind. 50. Und formaljuristisch sind GdS und MdE zwei verschieden Paar Schuhe. Das dritte Paar Schuhe, nämlich den GdB (Grad der Behinderung), kann in diesem Zusammenhang vernachlässigt werden, da er primär zivilrechtlich und fiskal von Interesse ist und auch nur von zivilen Versorgungsämtern festgelegt wird.

So kann es bspw. durchaus passieren, dass ein BS aufgrund eines anerkannten Einsatzunfalls mit GdS 50 dienstunfähig wird, zivil einen Gdb von 60 erhält, jedoch die MdE mit nur 40 beschieden wird. Und er in der Folge lediglich nach den Grundsätzen eines nicht qualifizierten Dienstunfalls zur Ruhe gesetzt wird und eben keine 80% Ruhegehalt aus der übernächsten Besoldungsgruppe erhält.

Am GdS selbst hängt jedoch verbindlich die Beschädigtenversorgung (Kriegsopferrente) und HuK (Heilung). Wobei gerade bei HuK auch differnziert werden muss. Ein GdS>50 bedeutet nicht automatisch die Erteilung eines großen Bundesbehandlungsscheines - auch hierfür gibt es wieder mgl. Ausschlussgründe und Prüfungen. Aber dies ist eine anderes separates Thema.

Bei einer mglw. hinzukommenden Einmalentschädigung (150T€) wird es noch schwieriger, denn hier muss ein qualifizierter Dienstunfall mit GdS>50 und MdE>50 vorliegen, und diese MdE>50 muss ausdrücklich auch noch auf auf Dauer beschieden sein. Der Streit über Letzteres war in der Vergangheit wiederholt Anlass für gerichtliche Auseinandersetzungen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bw GdS und MdE einzeln gutachterlicht prüft und bescheidet. Und je nachdem welcher gutachterlicher Ausgang vorliegt, kommt die entsprechende zur Ruhesetzung zum Tragen - ggf. mit 150T€ Einmalzahlung und großem Bundesbehandlungsschein (wenn gewünscht).

Viel Erfolg, ganz viel Kraft und nochmehr Nerven !!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 04. Februar 2019, 21:55:29

... ergänzend darf ich noch Folgendes hinzufügen ...

Bei der Entscheidung, ob der BS ein erhöhtes Unfallruhegehalt (80% aus der übernächsten Besoldunggruppe) erhält, wird gutachtlich vor allem eine Kausalitätsprüfung durchgeführt, nämlich ob der Einsatzunfall alleinige und primäre Ursache für die Dienstunfähigkeit ist oder mglw. es auch noch andere Gründe hierfür gibt.

Hier bemüht die Bw auch gerne hanebüchende Zusammenhänge, wie bspw. von vergangenen Sportunfällen oder irgendwelche irrelevanten Kindheitstraumata, um sich es sich leicht zu machen und sich so einfach aus der Verantwortung zu stehlen.

Oftmals bleibt den Betroffenen dann nur der Weg über Gerichte und Gegengutachten, zum Erfolg zu gelangen.

Traurig, aber wahr.

Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen, sich bei Sozialdienst, Beauftr PTBS BMVg, Koordinierungsstelle Einsatzgeschädigte und schlussendlich bei RA Steinmeyer Rat und Unterstützung zu suchen. Denn ohne deren Hilfe und Kompetenzen ist man andernfalls der Maschinerie der Bw und des Sozialen Entschädigungsrechtes schlicht hoffnungslos ausgeliefert.

Alles Gute!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 04. Februar 2019, 22:55:40
Danke auch für Deine Hinweise @Griffin !

Wie hier im Thema schon oft gesagt ...

Wer merkt, dass ggf. Etwas nicht korrekt läuft... sollte sich frühzeitig versierte Hilfe suchen !

Zu diesem Punkt

Zitat
Und formaljuristisch sind GdS und MdE zwei verschieden Paar Schuhe.

ein Beispiel aus der aktuellen Rechtsprechung:

VG München, Urteil v. 23.03.2017 – M 12 K 16.2483

"Die Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) regelt nunmehr verbindlich die Grundsätze und Einzelheiten der Bildung des Grades der Schädigung (GdS).

Sie schreibt dabei nahezu wortgleich die früher für die Feststellung des Grades der Behinderung nach § 69 SGB IX und der Voraussetzungen für den Unfallausgleich (vgl. BVerwG U.v. 21.9.2000 - 2 C 27.99 - BVerwGE 112, 92 = DÖD 2001, 68 = NVwZ-RR 2001, 168 = DÖV 2001, 294 = DVBl 2001, 732 = ZBR 2001, 251 = Buchholz 239.1 § 35 BeamtVG Nr. 4) heranziehbare, im Interesse der gleichmäßigen Beurteilung der Behinderungen anerkannte GdB/MdE-Tabelle der Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (Teil 2 SGB IX), Ausgabe 2008 (AHP 2008) fort.

Hierbei handelte es sich nach der nun obsolet gewordenen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (zu den entsprechenden Vorauflagen) um antizipierte Sachverständigengutachten, die (im sozialen Entschädigungsrecht) wie untergesetzliche Normen anzuwenden waren (BSG U.v. 11.11.2004 - B 9 SB 1/03 R - RegNr. 26835 (BSG-Intern); U.v. 18.9.2003 - B 9 SB 3/02 R - SozR 4-3250 § 69 Nr. 2 = BSGE 91, 205 = Breith 2004, 297).

Das bedeutet, dass für die Bildung des GdS dieselben Grundsätze gelten wie für die Bildung der MdE, wobei es sich bei ersterem Begriff um einen Grad handelt, während der letztere ein Vomhundertsatz war."


siehe auch hier ... meine Beiträge 16.02.2019 und 17.02.2019

https://www.bundeswehrforum.de/forum/index.php/topic,65351.0.html



Wie @Griffin richtig empfiehlt... bei solchen Fragestellungen ist fundierte rechtliche Hilfe, Beratung, unerlässlich.

Empfohlen sei hier auch der Bund der Deutschen Einsatzveteranen.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 04. Februar 2019, 23:40:30

... sehr gern bin ich in diesem Problemfeld behilflich, denn es ist bitter nötig!

Nunmehr habe ich in diesem Zusammenhang an die Expertenrunde eine Fachfrage, welche sich mir seit geraumer Zeit stellt.

Ein StFw und ein OStFw erleiden beide einen Einsatzunfall, welcher bei beiden anerkannt wird (GdS>50), zur Dienstunfähigkeit führt und beide folgerichtig mit einem erhöhten Unfallruhegehalt aus der Endstufe der übernächsten Besoldungsgruppe (80%) zur Ruhe gesetzt werden.

StFw und OStFw sind beide in A09 eingruppiert. Der OStFw erhält jedoch zusätzlich eine amtliche Zulage.

Bekommen nun StFw und OStFw beide gemeinsam 80% aus A11 oder erhält der OStFw mglw. 80% aus A12 oder mglw. zu den 80% aus A11 noch 80% seiner Amtszulage oder ... ?

Danke!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 05. Februar 2019, 11:58:34
Der OStFw ist nicht A10. Also schließt sich A12 m.E. aus.

Beide werden nach A11 gehoben.

Stellt sich nur die Frage, wie die Amtszulage in die Berechnung eingeht.

Hier greift m.E. § 27 SVG i.V.m. § 37 BeamtVG...

§ 27 SVG weist auf die Anwendung § 37 BeamtVG...

Und § 37 BeamtVG führt aus:

"(1) Setzt sich ein Beamter bei Ausübung einer Diensthandlung einer damit verbundenen besonderen Lebensgefahr aus und erleidet er infolge
dieser Gefährdung einen Dienstunfall, so sind bei der Bemessung des Unfallruhegehalts 80 vom Hundert der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge
aus der Endstufe der übernächsten Besoldungsgruppe zugrunde zu legen..."


Und zu den ruhegehaltsfähigen Dienstbezügen zählt auch die Amtszulage.

Somit wird m.E. die Gesamtsumme der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge gebildet ( § 17 SVG i.V.m. § 42 Abs 2 BBesG).

Also z.B.

Grundgehalt Endstufe aus A11 + Familienzuschlag St 1 + Amtszulage = X ... davon 80 %
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 05. Februar 2019, 22:02:19

... danke für Deine Antwort @LwPersFw.

Ich fände es nur gerecht, wenn Dein zitiertes Beispiel Anwendung fände.

Allerdings vermute ich, dass StFw & OStFw doch pari ausgehen.

Denn nach meiner Lesart egalisiert ein erhöhtes Unfallruhegehalt alle anderen Ansprüche bzw. ordnet diese unter.

Zumal sich die Betroffenen monetär nicht schlechter stellen (was ja auch Sinn und Zweck dieser Maßnahme ist) - ein Ruhegehalt (80% aus der Endstufe A11) ist sicherlich deutlich mehrwert, als 71,75% aus der Endstufe A09 + 71,75% der Amtszulage + den bis 2040 geltenden Steuerfreibetrag.

Aber davon wird leider auch kein Betroffener wieder gesund !!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 06. Februar 2019, 17:38:03
Zitat
Denn nach meiner Lesart egalisiert ein erhöhtes Unfallruhegehalt alle anderen Ansprüche bzw. ordnet diese unter. 

Das kann ich aus den Gesetzestexten nicht herauslesen...

Was ruhegehaltsfähige Dienstbezüge sind ... ist klar definiert.

Du kannst ja mal Deinen Bezügebearbeiter fragen... der sollte es genau wissen  ;)
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 07. Februar 2019, 14:29:07

Ich habe eine Frage zur Schutzzeit.

Mein Mann ist Berufsoldat und nach einem Einsatzunfall bei welchem er schwer verwundet wurde in der Schutzzeit.

Er befindet sich in der Wiederherstellung.

Er ist bereits seit 4 Jahren nicht dienstfähig und in Behandlung er ist auch noch weit von einer Dienstfähigkeit entfernt.

Jedoch ist es aus Sicht der behandelnden Ärzte realistisch undmöglich dass in den nächsten Jahren wieder eine eingeschränkte Dienstfähigkeit erreicht werden kann.

Da es das Ziel meines Mannes ist wenn auch stark eingeschränkt durch die Schweren Folgen der Verwundung sich wieder im Dienst einzubringen

wäre nun die Frage wann die Schutzzeit endet.

Ab Beginn der beruflichen Qualifizierung ist die Schutzzeit ja auf 5 bzw in Ausnahmefällen auf 8 Jahre beschränkt.

Verstehe ich es also richtig dass mein Mann sich nun erst mal in Ruhe auf die gesundheitlicje Rehabilitation auch im schlechtesten Fall weitere 4 Jahre konzentrieren kann und danach zur beruflichen Qualifizierung/ Eingliederung weiter falls noch erforderlich für 5 jahre in der Schutzzeit bleiben kann?

Mila

Ich möchte diese Fragestellung noch einmal aufnehmen.

Meine Antwort dazu vom 30.01.2019 war in Teilen nicht korrekt.

@LotseBert hat dies dann entsprechend berichtigt.

Ich habe mich nochmal mit der "Vorschriftenlage" befasst und einen Passus gefunden, der es m.E. klar ausdrückt:

Aus Bereichsvorschrift C1-800/0-4015 "Die truppenärztliche Behandlung und Begutachtung Einsatzgeschädigter"


"Schutzzeit nach § 4 des EinsatzWVG ist die Zeit, in der Einsatzgeschädigte medizinische Leistungen zur Behandlung der gesundheitlichen Schädigung
oder Leistungen zur beruflichen Qualifizierung benötigen, um die Aufnahme der bisherigen beruflichen Tätigkeit, eine Weiterverwendung
nach dem EinsatzWVG oder eine sonstige Eingliederung in das Arbeitsleben zu erreichen.

Die Schutzzeit endet, wenn festgestellt wird, dass diese Ziele erreicht sind oder voraussichtlich nicht mehr erreicht werden können.

Sie endet spätestens fünf Jahre nach Beginn des Bezugs von Leistungen nach § 3 EinsatzWVG.

Sie kann um bis zu drei Jahre verlängert werden, wenn festgestellt wird, dass in dieser Zeit das Erreichen der Ziele der Schutzzeit (siehe Nr. 109, Satz 1) zu erwarten ist.

Sie endet in jedem Fall spätestens mit Ablauf des Monats, in dem die oder der Einsatzgeschädigte das 65. Lebensjahr vollendet.

Für den Anteil der medizinischen Rekonvaleszenz gibt es dabei keine Frist.

Ab Beginn der beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen (hierfür ist die Voraussetzung,
dass die medizinische Rehabilitation soweit abgeschlossen ist, dass die Soldatinnen und Soldaten an den beruflichen
Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen können) ist die Schutzzeit auf fünf Jahre begrenzt.

Sie kann bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen um drei Jahre verlängert werden.

Näheres hierzu regelt die Zentrale Dienstvorschrift A-1340/110."



Wenn ich dies wörtlich auslege ... wäre jetzt meine Antwort - auf diese Frage:
Zitat
Verstehe ich es also richtig dass mein Mann sich nun erst mal in Ruhe auf die gesundheitliche Rehabilitation auch im
schlechtesten Fall weitere 4 Jahre konzentrieren kann und danach zur beruflichen Qualifizierung/ Eingliederung 
weiter falls noch erforderlich für 5 jahre in der Schutzzeit bleiben kann?



Solange die Ärzte eine Chance der weiteren gesundheitlichen Rehabilitation sehen ... und diese nicht
abgeschlossen ist ... gibt es für diese medizinische Rekonvaleszenz keine zeitliche Begrenzung (bis zum 65. Lj).



Nach Abschluss der medizinischen Behandlung, gelten die Vorgaben aus der ZDv A-1340/110:


"Die Regelungen für die Schutzzeit gelten auch für einsatzgeschädigte Berufssoldatinnen und einsatzgeschädigte Berufssoldaten.

Liegt keine Dienstunfähigkeit vor, werden sie im bestehenden Dienstverhältnis als Berufssoldatin oder als Berufssoldat weiter verwendet."


Berufssoldatinnen und Berufssoldaten sind nach Abschluss der Behandlung der gesundheitlichen
Schädigung
zunächst durch den Sanitätsdienst der Bundeswehr auf Dienstfähigkeit im Sinne von
§ 7 Absatz 1 Satz 4 des EinsatzWVG zu begutachten.

Ist die Dienstfähigkeit gegeben, ist zugleich aus medizinischer Sicht zu beurteilen, ob die bisherige Verwendung
weiter ausgeübt werden kann, wenn dies nicht der Fall ist, welche Verwendung in Zukunft noch ausgeübt werden kann.

Steht fest, dass die Ziele der Schutzzeit (Nr. 115) aufgrund einer fortdauernden Dienstunfähigkeit
der einsatzgeschädigten Berufssoldatin bzw. des einsatzgeschädigten Berufssoldaten voraussichtlich
nicht mehr erreicht werden können, ist nach dem EinsatzWVG auf Weisung der Koordinierungsstelle
Einsatzgeschädigte das Ende der Schutzzeit durch die zuständige Entlassungsdienststelle festzustellen.

Anschließend ist das Dienstverhältnis nach den festgelegten Verfahren wegen Dienstunfähigkeit zu beenden.

Entscheidender Zeitpunkt für die Bestimmung dessen, was die bisherige berufliche Tätigkeit
darstellt, ist zunächst der Einsatzunfall.

Wer nach dem Einsatzunfall den Beruf wieder ausüben kann, den er vor dem Einsatzunfall ausgeübt hat,
bedarf keiner (besonderen) beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen.

Die bisherige berufliche Tätigkeit im Sinne des § 4 Absatz 1 des EinsatzWVG ist bei Berufssoldatinnen, Berufssoldaten,
Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit grundsätzlich die Tätigkeit als Soldatin oder Soldat.

Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit benötigen unabhängig vom EinsatzWVG grundsätzlich
berufsfördernde Maßnahmen, um im Anschluss an das Wehrdienstverhältnis in das zivile Erwerbsleben
eingegliedert werden und eine zivilberufliche Tätigkeit ausüben zu können.

Aus diesem Grund enthält das SVG (Zweiter Teil, Abschnitt I) Leistungen der schulischen und beruflichen Bildung.
Die Ansprüche des SVG und des EinsatzWVG sind im Hinblick auf die Eingliederung in das zivile Arbeitsleben gleichartig
im Sinn des § 3 Absatz 1 des EinsatzWVG.

Leistungen nach § 3 des EinsatzWVG sind also nur erforderlich, wenn die Regelungen des SVG für eine Eingliederung nicht ausreichen.

Sollte im Hinblick auf die weitere Verwendung als Soldatin oder Soldat eine militärfachliche
Ausbildung
erforderlich werden, hat die Personal bearbeitende Stelle die Teilnahme zu veranlassen.



Für den Personenkreis der Einsatzgeschädigten, die Berufssoldaten sind, ließt sich dies - für mich - so:


1. Der Soldat verbleibt solange in medizinischer Behandlung, bis die Ärzte diese als beendet erklären ( wieder gesund ... keine Verbesserung mehr zu erwarten ... etc. )

2. Danach wird der Berufssoldat gesundheitlich begutachtet.

Hier können sich dann verschiedene Folgen ergeben:

a) wieder dienstfähig in seiner alten Verwendung >>> keine Schutzzeit erforderlich >>> da wieder Verwendung in alter Verwendung (ggf. mit ärztlichen Auflagen)


b) wieder dienstfähig >> aber nicht in seiner alten Verwendung

Ist dies der Fall, wird durch den Arzt ermittelt, ob er für andere Verwendungen in Betracht kommt.

Wenn ja, Festlegung der neuen Verwendung >> Einsteuerung in eine ggf. erforderliche militärfachliche Ausbildung >> nach Abschluss Verwendung in neuer Verwendung (ggf. mit ärztlichen Auflagen)

Ob für die Zeit der militärfachlichen Ausbildung die Aufnahme in die Schutzzeit notwendig ist...? M.E. nicht, denn er ist ja Berufssoldat... hat also Sicherheit


c) Die Ärzte stellen fest, dass er fortdauernd Dienstunfähig ist.

Hier greifen dann die "normalen" Vorgaben eines Verfahrens "Entlassung auf Grund Dienstunfähigkeit".

Da es sich ja um einen Einsatzunfall handelt, nach den dafür geltenden Regeln, unter Beachtung der von @LotseBert genannten Spezialfälle.

A-1420/20

"Eine dienstunfähige Berufssoldatin oder ein dienstunfähiger Berufssoldat ist in den Ruhestand zu versetzen oder zu entlassen.

Der Eintritt einer Berufssoldatin oder eines Berufssoldaten in den Ruhestand setzt voraus (vgl. § 44 Absatz 5 SG), dass sie oder er
a) ( ... ) oder
b) infolge einer Wehrdienstbeschädigung (WDB),  ( ... ) dienstunfähig geworden ist; als WDB gilt auch eine gesundheitliche Schädigung
im Sinne des § 81a und § 81c des Soldatenversorgungsgesetzes (SVG) sowie des § 14 Absatz 3 SBG."



Erfüllt der Berufssoldat dann die Bedingungen für das erhöhte Unfallruhegehalt auf Grund Einsatzunfall, ist er so gut versorgt, dass es m.E. keiner zivilberuflichen Qualifizierung bedarf...

Zumal er auch den u.g. § 39 Abs 1 Soldatenversorgungsgesetz bis zum 45. Lebensjahr nutzen kann.

Zur Verdeutlichung :

Ein z.B. mit 35 ausscheidender HptFw erhält 80 % aus A 10... Wo er "normal" max. 71,75 % aus A 09 bekommen würde... frühestens ab 55...aktuell eher später...

D.h. in Zahlen : Ab 35 Pension von ca. 3200 € / brutto vs. Pension ab 55 ca. 2600 € / brutto

Plus eíne steuerfreie, i.d.R. lebenslange Beschädigtenrente.
Je nach GdS gestaffelt:

von 50  in Höhe von 266 Euro,
 
von 60  in Höhe von 337 Euro,
 
von 70  in Höhe von 467 Euro,
 
von 80  in Höhe von 565 Euro,
 
von 90  in Höhe von 678 Euro,
 
von 100  in Höhe von 760 Euro


Ggf. plus Leistungen aus privaten Versicherungen...



------------------------


Für die von @LotseBert genannten Spezialfälle müsste man dies im Einzelfall dann natürlich anders bewerten.

Hier wäre meines Erachtens zu prüfen, ob eine zivilberufliche Qualifizierung, im Sinne des EinsatzWVG, angezeigt ist.


Aber auch das SVG sieht hier eine Option vor:

"Berufsförderung der Berufssoldaten

§ 39

(1) Einem Berufssoldaten, dessen Dienstverhältnis vor Vollendung des 45. Lebensjahres wegen Dienstunfähigkeit
infolge einer Wehrdienstbeschädigung
endet, wird auf Antrag die Förderung der schulischen oder beruflichen
Bildung in dem Umfang gewährt, wie sie einem Soldaten auf Zeit mit einer Wehrdienstzeit von acht Jahren zusteht.

(2) Die Förderungszeiten betragen

1. 24 Monate bei einem Offizier, der einen Hochschulabschluss im Sinne des § 1 des Hochschulrahmengesetzes auf Kosten des Bundes erworben hat,
2. 36 Monate
a) bei einem Offizier, der mit einem nach den Laufbahnvorschriften geforderten Hochschulabschluss im Sinne des § 1 des Hochschulrahmengesetzes eingestellt worden ist, und
b) bei einem Unteroffizier des Militärmusikdienstes, der im Rahmen seiner militärfachlichen Ausbildung eine Hochschule besucht und das vorgegebene Studienziel erreicht hat.

(3) Endet das Dienstverhältnis vor Vollendung des 40. Lebensjahres wegen Dienstunfähigkeit infolge Wehrdienstbeschädigung,
ist auf Antrag auch der Zulassungsschein zu erteilen.

Beruht die Dienstunfähigkeit nicht auf einer Wehrdienstbeschädigung, können die Leistungen nach Satz 1 sowie den Absätzen 1 und 2 gewährt werden.

(5) § 5 gilt entsprechend. Bei der Anwendung des Absatzes 3 Satz 1 gelten auch § 4 Absatz 1 und 3 sowie die §§ 9 und 10 entsprechend.

(6) Für die Dauer der Teilnahme an einer nach den Absätzen 1 und 2 geförderten Bildungsmaßnahme in Vollzeitform wird ein Zuschlag zum Ruhegehalt
in Höhe von 15 vom Hundert der jeweils ruhegehaltfähigen Dienstbezüge gewährt
; Einkommen aus der Bildungsmaßnahme ist anzurechnen."


------------



Und zum Schluss ... meine Schlussfolgerungen müssen nicht zu 100 % korrekt sein !!! Ich kann mich da auch irren  ;)

Diese Themen sind - wie hier schon oft gesagt - sehr komplex, da auch stark vom Einzelfall abhängig !

Also gilt ... selbst schlau machen ... und jede fundierte Hilfe und Beratung in Anspruch nehmen, die es gibt.

Und für Betroffene, die dies auf Grund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen (unabhängig ob Einsatzschaden, oder nicht !) nicht selbst können,
geht mein Appell an deren Vorgesetzte, Kameraden, Angehörige, Freunde, etc. ... helft aktiv, wartet nicht ab...

Es gibt inzwischen diverse Anlaufstellen, die zumindest Kontakte vermitteln können...

+ Die Koordinierungsstelle für Einsatzgeschädigte des BAPersBw  >> Erreichbarkeit >> siehe hier im Thema >> Beitrag vom 07.10.2016
+ Sozialdienst der Bw  Diesen können Angehörige auch selbst kontaktieren !  >> Erreichbarkeit siehe Anhang bzw. Soziales - personal.bundeswehr.de
+ Bund Deutscher Einsatzveteranen
+ DBwV
+ etc.


"Der Sozialdienst der Bundeswehr wurde als Ausdruck der Fürsorgepflicht des Dienstherrn und Arbeitgebers Bundeswehr eingerichtet.
Er bietet den Angehörigen der Bundeswehr und ihren Familien Beratung und Betreuung in allen sozialen Angelegenheiten.

Seine Leistungen stehen jedoch auch

> ehemaligen Bundeswehrangehörigen mit möglichen, vermutlich während der Dienstzeit erlittenen, psychischen oder physischen Schäden,
> Versorgungsempfängern,
> Rentnern,
> Familienangehörigen sowie
> Hinterbliebenen

zur Verfügung.

Das Angebot des Sozialdienstes ist eine für diese Zielgruppe professionelle und kostenlose Dienstleistung der Wehrverwaltung.
Der Sozialdienst ist flächendeckend im gesamten Bundesgebiet bei den Bundeswehr-Dienstleistungszentren eingerichtet."
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 08. Februar 2019, 16:33:05

... die von @LwPersFw angeführte Beschädigtenrente, welche sich wie dargestellt am GdS orientiert und im Übrigen der gesetzlichen Rentenanpassung unterliegt, wird in der Regel bei physischen Schäden unbefristet gezahlt. Getreu dem Motto: "wo ein Bein fehlt, wächst auch Keines wieder nach".

Bei psychischen Schäden/ Krankheiten sieht dies jedoch etwas anders aus, wie im Forum bereits von TN nachgefragt. Denn hier geht die Bw davon aus, dass es im Einzelfall tatsächlich und langfristig zu gesundheitlichen Verbesserungen kommen kann - was den Betroffenen auch sehr zu wünschen ist. Oft wird der GdS hier auf 2-3 Jahre befristet, was in der Folge widerum zum bereits angeführten Problem im Rahmen einer mgl. Einmalzahlung von 150T€ werden kann und wahrscheinlich auch wird.

Schlussendlich hat jeder Geschädigte stets das Recht, eine Anpassung und damit einhergehend eine erneute Begutachtung seines GdS zu fordern - insofern es hierfür eine valide Grundlage gibt.

Ihr seht, es muss stets gekämpft werden!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 08. Februar 2019, 18:08:19
Zu Problematik der Befristung, wie von @Griffin dargestellt, siehe auch in den folgend genannten Beiträgen...


Eine Frage... ich habe eine WDB mit gds 70 anerkannt.
Wird dieser gds nun regelmäßig überprüft und neu festgesetzt oder hat  dieser dauerhaft Gültigkeit?

Das hängt von den Schädigungsfolgen ab.

z.B. Bein ab...ist Bein ab... dafür gibt es einen klar definierten GdS... an dem sich auch nichts mehr ändern kann... deshalb keine Überprüfung und dauerhaft.

Anders z.B. bei Gelenkschäden...
Zu Beginn der Schädigung z.B. GdS 50... durch Physiotherapie Besserung möglich... deshalb kann hier z.B. eine jährliche Überprüfung angeordnet werden.
Wie oft... nun dies liegt zunächst im Ermessen der Verwaltung...
Wobei ich persönlich nach dem 3. Mal ... ohne eine Änderung des GdS, die Verwaltung um schriftliche Feststellung der Dauerhaftigkeit bitten würde.


Grundsätzliche Fristen finden Sie hier

Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges (Bundesversorgungsgesetz - BVG)
§ 62

https://www.gesetze-im-internet.de/bvg/__62.html


Siehe auch die Beiträge 26.08.2018 bis 27.08.2018
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 09. Februar 2019, 22:44:10

... in Bezug auf das erhöhte Unfallruhegehalt kann festgestellt werden, dass dieses final festgesetzt wird und vom GdS entkoppelt ist.

D.h. ein BS der aus den vorgenannten Gründen (qualifizierter Dienstunfall) zur Ruhe gesetzt ist, wird stets (lebenslang) 80% aus der Endstufe der übernächsten Besoldungsgruppe erhalten, unabhängig davon ob und wann und wie sich sein GdS mglw. ändert.

Einzig der Dienstherr käme auf die Idee, was zum einen sein gutes Recht und auf der anderen Seite noch nie in der Praxis gelebt wurde, die Dienstfähigkeit des Einzelnen einer erneuten Überprüfung zum Zweck des Wiedereinsetzens in den aktiven Dienst zu unterziehen - denkbar hierfür ist vielleicht ein Spannungs- oder gar der Verteidigungsfall.

Selbiges gilt im Übrigen für die Einmalzahlung (150T€), auch diese ist nicht wideruflich. Wäre ja auch nach der zuvor erfolgten gutachterlichen Prüfungsorgie völlig sinnfrei.

Insofern erhalten hier die Betroffenen wenigsten Handlungs- und Rechtssicherheit.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 17. Februar 2019, 16:54:20

... @LwPersFw , ich habe Deine o.a. Ausführungen zum § 39 SVG nochmals studiert und habe hierzu eine Frage anhand eines praktischen Fallbeispiels.

D.h. ein HptFw (BS) wird mit 43 J. infolge einer WDB dienstunfähig (ergo vor Vollendung des 45. LJ). Benötigt dann 5-6 J. Rekonvaleszens, um wieder Tritt im Leben zufassen. Mit 48 J. (nunmehr nach Vollendung des 45 LJ) beschließt er jetzt § 39 SVG in Anspruch zu nehmen und beginnt bspw. ein Hochschulstudium oder eine Meisterausbildung.

M.E.n. wird dies so vom § 39 SVG abgedeckt und ist somit förderungsfähig (max.36 Monate/ SaZ8) + 15% seiner Pension obendrauf.?

Oder ist eine solche Maßnahme gar kontraproduktiv für den Betroffenen in Bezug auf seinen GdS/ Beschädigtenversorgung? Womit wir wieder beim Thema "6. Änderung VersMedV" und den Ausführungen hierzu von @ulli76 wären.?

Danke!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 18. Februar 2019, 10:01:13

... @LwPersFw , ich habe Deine o.a. Ausführungen zum § 39 SVG nochmals studiert und habe hierzu eine Frage anhand eines praktischen Fallbeispiels.

D.h. ein HptFw (BS) wird mit 43 J. infolge einer WDB dienstunfähig (ergo vor Vollendung des 45. LJ). Benötigt dann 5-6 J. Rekonvaleszens, um wieder Tritt im Leben zufassen. Mit 48 J. (nunmehr nach Vollendung des 45 LJ) beschließt er jetzt § 39 SVG in Anspruch zu nehmen und beginnt bspw. ein Hochschulstudium oder eine Meisterausbildung.

M.E.n. wird dies so vom § 39 SVG abgedeckt und ist somit förderungsfähig (max.36 Monate/ SaZ8) + 15% seiner Pension obendrauf.?

Oder ist eine solche Maßnahme gar kontraproduktiv für den Betroffenen in Bezug auf seinen GdS/ Beschädigtenversorgung? Womit wir wieder beim Thema "6. Änderung VersMedV" und den Ausführungen hierzu von @ulli76 wären.?

Danke!

Der § 39 SVG hat primär nichts mit dem EinsatzWVG zu tun.

Er ist schon immer für BS gedacht, die als dienstunfähig entlassen werden.

Deshalb gelten auch die darin enthaltenen Altersgrenzen.

M.E. geht der Gesetzgeber davon aus, dass ein lebensälterer BS, der nach dem 45. Lj wegen Dienstunfähigkeit
entlassen wird, keiner beruflichen Qualifikation mehr bedarf, da er ja seine erdiente Pension erhält.

Hier verweise ich auf die Regelungen zur Mindestversorgung bzw.

die Versorgung bei DU die auf einer WDB beruht.

Dann gilt vereinfacht dargestellt:

Unfallruhegehalt
Wird der Berufssoldat wegen Dienstunfähigkeit infolge
eines Dienstunfalls in den Ruhestand versetzt, erhält
er ein Unfallruhegehalt.
Das Unfallruhegehalt beträgt mindestens 66,67 % der
ruhegehaltfähigen Dienst bezüge aus der Endstufe
des Grundgehalts.
Bei der Berechnung wird zunächst von der tatsächlichen
Dienstzeit ausgegangen. Darüber hinaus wird
die Zeit vom Ausscheiden bis zum 60. Lebensjahr zu
einem Drittel angerechnet.
Schließlich wird der Ruhegehaltssatz noch (pauschal) um 20 % erhöht.

Erhöhtes Unfallruhegehalt
Wurde die Dienstunfähigkeit durch einen qualifizierten
Dienstunfall hervorgerufen, so erhält der Berufssoldat
ein erhöhtes Unfallruhegehalt von 80 % mindestens
aus der Endstufe der übernächsten Besoldungsgruppe.
Qualifizierter Dienstunfall (§ 27 SVG i. V. m. § 37 BeamtVG)

Ein qualifizierter Dienstunfall liegt immer dann vor,
wenn die Dienstunfähigkeit durch eines der folgenden
Kriterien hervorgerufen wurde:

+ bewusste Ausübung einer Diensthandlung mit damit verbundener besonderer Lebensgefahr,
+ rechtswidriger Angriff bei Ausübung des Dienstes,
+ Angriff außerhalb des Dienstes bei pflichtgemäßem dienstlichen Verhalten,
+ sog. Einsatzunfall (§§ 63c, 63d SVG).







Davon zu trennen sind eben BS, die dem EinsatzWVG unterliegen.

Hier wäre m.E. im Einzelfall zu prüfen, wenn keine Weiterverwendung im Dienstverhältnis als BS möglich ist,
ob eine zivilberufliche Qualifikation - auf Grundlage des EinsatzWVG - geboten ist, ohne Anwendung
einer Altersgrenze.


Sollte dieser BS zum Zeitpunkt der konkreten Entlassung wegen DU noch die Altersgrenze des § 39 SVG
unterschreiten, dann - so meine Einschätzung - kann er dies (auch) in Anspruch nehmen, denn mir
ist nicht bekannt, dass er durch die Anwendung des EinsatzWVG davon ausgeschlossen wäre...
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 18. Februar 2019, 12:59:49

... danke für die Antwort!

Auch ich interpretiere § 39 SVG wie Du - die Voraussetzungen sind klar beschrieben: BS wird DU infolge WDB und das Ganze vor dem 45 LJ, alles Weitere (gem. SaZ08) kann später nachfolgen.

Gibt es denn speziell für den qualifizierten Einsatzunfall und infolge zur Ruhesetzung weitere Angebote/ Optionen zu Bildung, Genesung und Finanzen, welche hier noch keine Erwähnung fanden - stets unter dem Fokus einer mglw. kontraproduktiven Handlung zu Ungunsten des GdS.?

Nomachls danke!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: ulli76 am 18. Februar 2019, 14:02:29
Der GdS hängt von den Einschränkungen ab. Einen Anhalt bietet die ArbMedVV und nochmal genauer in dem Buch was ich in dem anderen Thread genannt habe.  Das hat auch nur bedingt mit DU-Kriterien zu tun. Und es hängt nur teilweise mit einer Arbeitsfähigkeit ab.

Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 18. Februar 2019, 14:08:31

Gibt es denn speziell für den qualifizierten Einsatzunfall und infolge zur Ruhesetzung weitere Angebote/ Optionen zu Bildung, Genesung und Finanzen


Anmerkung : ein anerkannter Einsatzunfall ist ein qualifizierter Dienstunfall

Und für die Versorgung im Rahmen qualifizierter Dienstunfall... meine persönliche Meinung:

+ weitere Leistungen im Rahmen Bildung und Finanzen nicht erforderlich --- da der ehem. BS eine sehr gute Versorgung erhält

     ...aber ggf. greift ja der § 39 SVG bzw. das EinsatzWVG...


+ zum Punkt Gesundheit --- der Soldat erhält nach DZE, bezogen auf die Folgen des Einsatzunfalls, Heilbehandlung, Krankenbehandlung,
Badekuren und Versehrtenleibesübungen nach dem Recht der sozialen Entschädigung (Bundesversorgungsgesetz) für Wehrdienstbeschädigte

Siehe hier ... das Merkblatt rechte Seite

https://www.personal.bundeswehr.de/portal/a/pers/start/finanzielles/sozentschrecht/heilkrkbeh/!ut/p/z1/hY5LC4JAFIX_kXcatXI5GQQmPVDSuRu5PjBrmpES6-c30lo6u_Pg4wBCDqhp7FoaOqNJWS9xWWzWcRrzgPPt5eAx4e8ingZHl-0XkP0boK3ZjASDpG5AWsZqlhF6kAAC3mikj9Ob56CawaFqegjySrpWzclU4hdEgK0ypb2ehRP2VYoz9I_8zVz__gUTH9dp/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_B8LTL2922DVN40A5GJ2T9O30C4 (https://www.personal.bundeswehr.de/portal/a/pers/start/finanzielles/sozentschrecht/heilkrkbeh/!ut/p/z1/hY5LC4JAFIX_kXcatXI5GQQmPVDSuRu5PjBrmpES6-c30lo6u_Pg4wBCDqhp7FoaOqNJWS9xWWzWcRrzgPPt5eAx4e8ingZHl-0XkP0boK3ZjASDpG5AWsZqlhF6kAAC3mikj9Ob56CawaFqegjySrpWzclU4hdEgK0ypb2ehRP2VYoz9I_8zVz__gUTH9dp/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_B8LTL2922DVN40A5GJ2T9O30C4)


Wer darüber hinaus Leistungen im Bereich Finanzen bzw. Gesundheit möchte ... nun, der muss privat Vorsorgen... wie jeder Bürger in diesem Land...

Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 19. Februar 2019, 23:08:40

... @ulli76, Du führtest neben der ArbMedVV und der VersMedV wiederholt ein von Dir in einem anderen Threat bereits genanntest Buch an - Welches bzw. wie heißt dieses Buch nochmal?

Danke!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 19. Februar 2019, 23:11:06

... @ LwPersFw, natürlich gibt keinen qualifizierten Einsatzunfall - mein Fehler, sorry.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: ulli76 am 20. Februar 2019, 08:11:07
Sorry- in der ArbMedVV wirst du nicht fündig. Das war ein Fehler von mir. Versorgungsmedizinverordnung natürloch.

Das Buch ist das “Arbeitsunfall und Berufskrankheit“- Autor ergänze ich noch.

Edit:Schönberger, Mehrtens und Valentin sind die Autoren
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 20. Februar 2019, 15:20:18

... danke @ulli76.

Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 20. Februar 2019, 17:29:14

... eine Frage an die Experten-Runde:

Existiert eine Statistik oder gibt es aus Eurer Sicht eine grobe Einschätzung darüber, wie in den letzten Jahren die WDB-Verfahren (Einsatzunfälle betreffend) beschieden wurden - sprich: wie oft abschlägig, GdS größer o. kleiner 50, Einmalzahlungen, gerade bei BS DU-Verfahren mit oder ohne erhöhtem Unfallruhegehalt verliefen, etc.?

Ich habe bereits die Netze durchforstet - FAZ.

Danke im Voraus!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 20. Februar 2019, 18:01:32
Bei den Versorgungsansprüchen handelt es sich in jedem Fall um Einzefallentscheidungen.
Jeder Einsatzgeschädigte ist einzeln zu betrachten. Ich kann dir aus der Praxis sagen es ist extrem müßig für Betroffene sich ständig mit anderen Fällen zu vergleichen.
Man muss sich als Betroffener so früh wie möglich richtigen Beistand suchen und dann durch einen Anwalt und weitere Institutionen durch die Verfahren begleiten lassen.
Im Schwerpunkt müssen die Betroffenen erst mal um sich und die Genesung sowie Behandlung kümmern das ist e anstrengend genug. Um die Verfahren wird sich dann von den Profis gekümmert. Wichtig zu wissen für Betroffene ist dass die Versorgungs sowie Entschädigungs Leistungen alle Rückwirkend abgewickelt werden.  Einige Leistungen sind Einkommensunabhängig andere wiederum Einkommensabhängig. ANDERE Leistungen sind von einem bestimmten Schädigungsgrad abhängig andere wiederum nicht.
Es kommt auf so viele Kleinigkeiten an welche jede Fallkonstelationen eigen machen dass das ganze vergleichen nix bringt.

Es geht darum den Betroffenen die bestmögliche medizinische Versorgung sicherzustellen und wenn das sichergestellt ist die finanzielle Versorgung und Entschädigung für den Betroffenen bestmöglich unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten sicherzustellen.

Dazu kann ich wirklich jedem Betroffen raten sich frühzeitig fachlich kompetenten und mit der Thematik bestens vertrauten  rechtlichen Beistand ins Boot zu holen welcher alle Bescheide prüft sowie auf die Fallbearbeiter der Verbände sowie die Bundeswehreigenen Beratungsangebote zurückzugreifen.

Die Hauptproblematik welche immer noch am häufigsten zu Ungereimtheiten führt sind die durch externe Gutachter erstellten Versorgungsmedinzinischen Gutachten.

Da ist aus meiner Sicht noch viel Nachholberdarf vorhanden um in Zukunft für die Soldaten gerechtere Ergebnise erzielen zu können.

Mit mehr Personal mein Versorgungs/sozial medizinischen Dienst im BaPersBw wäre eine Entspannung auch bezüglich der Länge der WDB Verfahren zu erzielen.


Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: ulli76 am 20. Februar 2019, 18:32:55
Der Prozentsatz der anerkannten Schäden hängt ja auch davon ab wie viele Anträge gestellt werden die von vorne herein aussichtslos sind und wie der Soldat begründet.

MRT 2 Wochen nach Unfall zeigt ne Arthrose- die kann keine Unfallfolge sein.
Soldatin gibt Mobbing als Ursache ihrer psychischen Krankheit an ohne das im irgendeiner Form näher auszuführen- wird schwierig mit der Anerkennung.
Titel: Einmalzahlung 150000 € Einsatzunfall
Beitrag von: LwPersFw am 20. Februar 2019, 20:16:22
Wer es noch nicht weiß...

Aus Drucksache 19/700  S. 94

Unterrichtung
durch den Wehrbeauftragten
Jahresbericht 2017 (59. Bericht)

"Einsatzversorgung

Das Bundesministerium der Verteidigung hat die Entscheidungspraxis zur Gewährung der Einmalentschädigung weiterentwickelt.

Der Zeitpunkt der Bescheiderteilung ist für die Bestimmung einer gegebenenfalls erforderlichen Nachuntersuchung nicht mehr relevant.

Maßgeblich sind jetzt der Zeitpunkt und insbesondere der Inhalt der versorgungsmedizinischen Begutachtung.

Die einmalige Entschädigungwird nun regelmäßig gewährt, wenn die folgenden Voraussetzungen vorliegen:

Die Prognose aus versorgungsmedizinischer Sicht, beziehungsweise aus fachärztlich-psychiatrischer Sicht bei psychischen Gesundheitsstörungen, darf für die nächsten zwei Jahre keine wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes erwarten lassen."


Zweite Voraussetzung ist weiterhin ein zu diesem Zeitpunkt bestehender GdS von mindestens 50, der auch rückwirkend festgestellt werden kann.

-------------------------------

siehe auch hier   https://www.bundeswehrforum.de/forum/index.php/topic,61070.msg630743.html#msg630743



Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 20. Februar 2019, 20:41:28

... danke für Eure umgehenden Antworten!

Jedoch bleibt festzustellen, dass diesbezüglich und offensichtlich keine valide Statistik besteht.

Es geht mir hierbei nicht ums Vergleichen oder Verorten der Situation von Betroffenen, vielmehr muss auch hier Transparenz geschaffen sein/ werden. Dies ist doch ehr ein gesellschaftspolitischer Akt.

Bspw. wird doch auch jährlich statistisch über die Situation der "Versorgungsempfänger" bei Ländern, Bund und Kommunen berichtet. Ergo, warum nicht auch über Wehrdienstbeschädigungen.?
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: F_K am 20. Februar 2019, 21:17:46
@ Griffin:

Wozu? Daten ohne Relevanz sind nutzlos.

Ich bin verwundert, dass bei Dir teilweise der Eindruck entsteht, es würde nicht vordringlich um Heilung gehen, sondern um Maximierung der Leistungen, vor allen Dingen um Geld.

.. da sollte man dann doch besser entsprechend private Versicherungen abschließen oder Lotto spielen ...
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 20. Februar 2019, 22:51:40

... @F_K , es tut mir leid, wenn ich den Eindruck einer "Gewinnmaximierung" erweckt habe. Darum geht es ausdrücklich nicht. Sondern vielmehr darum, wie von meinen Vorrednern wiederholt betont, ist die Bw diesbzüglich ein schier undurchdringliches Dickicht! Und ohne fremde Hilfe und aufsaugen von Informationen/ Erkenntnissen zu dieser Problematik, scheint/ ist der Betroffene mehr oder minder verloren im Apparat.

Statistiken - insofern nicht gefälscht (von wem auch immer) - verhelfen grundsätzlich immer zu Transparenz. Transparenz, die die Betroffenen sehr wohl verdient haben (öffentlich) und vor allem Transparenz, welche der Bw insbesondere in dieser Sache grundsätzlich abhanden gekommen zu sein scheint - sonst müßten wohl kaum immer wieder Anfragen von Parlamentarien hierzu an das BMVg erfolgen!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: F_K am 21. Februar 2019, 07:03:22
Böse Vorwürfe ohne Beleg.

Die BW selber stellt Personen zur Hilfe zur Verfügung.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 21. Februar 2019, 12:16:22

... @F_K, dies sind keine beleglosen und bösen Vorwürfe, sondern schlichtweg die Wahrheit.

Dies ist öffentlich auf den Seiten der Linken, der Grünen, der AfD und weiterer Parlamentarier nachzulesen.

Auch hier beschleicht mich das Gefühl, dass sie gar kein Interesse an der Wahrheitsfindung haben und Gründe suchen, nicht das letzte Wort zu haben, um andere TN für unwissend und fehlerhaft zu erklären, mglw. um sich selbst zu beweihräuchern - nicht nur in diesem Thread.

Auch hier dachte ich eine ehrliche und tolerante Diskussion führen zu können.
 
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: F_K am 21. Februar 2019, 12:37:29
Griffin,

bitte bei der Wahrheit und belegbaren Tatsachen bleiben - die Bundeswehr bildet Peers aus, bildet Lotsen aus und hat entsprechende Beauftragte, betroffene Kameraden zu unterstützen.

Gibt es Dinge zu verbessern? Klar, immer - aber insgesamt bietet die Bw in diesem Bereich schon viel an.

Was soll eine "Statistik" bringen? Was "bringt" eine einzelne "Ablehnung" - wenn diese begründet und rechtskräftig ist?
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 21. Februar 2019, 12:43:31

Sondern vielmehr darum, wie von meinen Vorrednern wiederholt betont, ist die Bw diesbzüglich ein schier undurchdringliches Dickicht!

Und ohne fremde Hilfe und aufsaugen von Informationen/ Erkenntnissen zu dieser Problematik, scheint/ ist der Betroffene mehr oder minder verloren im Apparat.



Dies ist ja ... wie Vieles mehr ... kein Alleinstellungsmerkmal der Bundeswehr.

Das Sozialrecht ist nun einmal sehr umfangreich und komplex... siehe SGB I bis XII (!!) ... oder eben alle Gesetze, Verordnungen, etc. zum sozialen Entschädigungsrecht...

Da ist jeder Bürger, der damit noch nie zu tun hatte, ganz schnell "verloren im Apparat"...   Und selbst ich ... als "Schreibtischtäter" ...komme da an meine Grenzen...  ;)

Und wie F_K richtig sagt ... ja - es gibt definitiv noch so manchen Verbesserungsbedarf. Keine Frage.

Wenn ich aber die letzten 10 Jahre zurückschaue ... hat sich deutlich etwas getan.

Ich weiß, dies hilft nicht Demjenigen, der z.B. um seine Rechte vor Gericht kämpfen muss, aber es versachlicht die Diskussion.



Zitat
Anfragen von Parlamentariern

Sehe ich positiv. Kleine und große Anfragen wurden bewusst, als demokratisches Mittel zur Kontrolle der Bundesregierung durch das Parlament, geschaffen.

Und ob dann Informationen aus einer Antwort der Bundesregierung, oder anderen Quellen kommen, ist doch sekundär.

Denn jeder Bürger hat auf diese Antworten (so Inhalte nicht als VS eingestuft sind) Zugriff. Gleiches gilt für Gesetzesentwürfe, Anträge der Fraktionen, etc.

z.B.  18/8114 oder 17/2433

https://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Soziale-Entschaedigung/Kriegsopferfuersorge/ser-statistik.html;jsessionid=E5891A17125DE7E24C52DCD11DDD0153 (https://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Soziale-Entschaedigung/Kriegsopferfuersorge/ser-statistik.html;jsessionid=E5891A17125DE7E24C52DCD11DDD0153)
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 21. Februar 2019, 21:12:43

... d'accord.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 01. März 2019, 00:30:33
Im Anhang

Deutscher Bundestag Drucksache 19/7993
19. Wahlperiode 22.02.2019

Antwort
der Bundesregierung


auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten René Springer, Peter Felser,
Jens Kestner und der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/6694 –

Einsatzbedingte psychische Erkrankungen von Bundeswehrsoldaten


(Nachfrage zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage
auf Bundestagsdrucksache 19/5734)
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 09. März 2019, 22:22:19

... @LwPersFw nochmals danke für Deine Lektüre!

In der Tat beantworten die Anfragen der Parlamentarier bzw. vielmehr die Antworten der Bundesregierung hierzu einen sehr großen Teil meiner Fragen - insbesondere statistischer Natur.

Lediglich bleibt für mich weiterhin unbeantwortet, wieviele Betroffene mit anerkanntem Einsatzunfall (GdS 50+) eine Einmalzahlung erhielten und wieviele Betroffene BS infolge eines Einsatzunfalls (GdS 50+) dienstunfähig wurden und daher ein erhöhtes Unfallrugegehaltes bekommen?

Aber damit muss und kann ich leben.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 10. März 2019, 19:33:15
Da öfters über die Dauer der Schutzzeit diskutiert wurde hier die dazugehörige Information mit offizieller Quellenangabe Bundeswehr ...

Quelle :

https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/start/einsaetze/ueberblick/einsatzversorgungsgesetz/!ut/p/z1/04_Sj9CPykssy0xPLMnMz0vMAfIjo8zinSx8QnyMLI2MXIKDnQ0cQ13NQl2DHY0NAoz0wwkpiAJKG-AAjgb6wSmp-pFAM8xxm2GuH6wfpR-VlViWWKFXkF9UkpNaopeYDHKhfmRGYl5KTmpAfrIjRKAgN6LcoNxREQDLtv27/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/




Downloads

Flyer Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetz


Darin wird geschrieben :


EINSATZ-WEITERVERWENDUNGS-

GESETZ (EinsatzWVG)
Unter das EinsatzWVG fällt jeder Bw Angehörige, der aufgrund eines schädigenden Ereignisses im
Einsatz („Einsatzunfall“) eine nicht nur geringfügige gesundheitliche Schädigung erlitten hat (Einsatzgeschädigter).
Schädigende Ereignisse können beispielsweise Gefechts- und Beschusssituationen, Anschläge und Raketenangriffe sein.
Eine nicht nur geringfügige Gesundheitsschädigung liegt vor, wenn eine medizinische Behandlung erforderlich und die
Arbeitsfähigkeit längere Zeit beeinträchtigt ist.
Jeder Einsatzgeschädigte hat folgende Ansprüche:
• Schutzzeit zur medizinischen Behandlung und ggf. zur beruflichen Qualifizierung.
Die Schutzzeit ist ab Beginn der beruflichen Qualifizierung auf fünf Jahre befristet, mit einer
Verlängerungsmöglichkeit um drei Jahre
.
Sie endet mit dem Abschluss der medizinischen Behandlung bzw. beruflichen Qualifizierung.
• Einsatzgeschädigte dürfen in der Schutzzeit nur dann wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand
versetzt oder entlassen werden, wenn sie dies selbst beantragen.
Sie verbleiben in ihrem Dienstverhältnis mit allen Ansprüchen (z.B. Besoldung und unentgeltliche truppenärztliche Versorgung).
Nicht-Berufssoldaten, deren Dienstzeit während der Schutzzeit endet, treten in ein sog. Wehrdienstverhältnis besonderer Art ein."


Es ist wichtig dass jeder Betroffene weiß: Die Bundeswehr gibt Ihm genügend Zeit um sich schwerpunktmäßig auf seine Genesung zu konzentrieren.....


Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 10. März 2019, 20:23:34
Da öfters über die Dauer der Schutzzeit diskutiert wurde hier die dazugehörige Information mit offizieller Quellenangabe Bundeswehr ...

Quelle :

https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/start/einsaetze/ueberblick/einsatzversorgungsgesetz/!ut/p/z1/04_Sj9CPykssy0xPLMnMz0vMAfIjo8zinSx8QnyMLI2MXIKDnQ0cQ13NQl2DHY0NAoz0wwkpiAJKG-AAjgb6wSmp-pFAM8xxm2GuH6wfpR-VlViWWKFXkF9UkpNaopeYDHKhfmRGYl5KTmpAfrIjRKAgN6LcoNxREQDLtv27/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/




Downloads

Flyer Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetz


Darin wird geschrieben :


"EINSATZ-WEITERVERWENDUNGS-

GESETZ (EinsatzWVG)
Unter das EinsatzWVG fällt jeder Bw Angehörige, der aufgrund eines schädigenden Ereignisses im
Einsatz („Einsatzunfall“) eine nicht nur geringfügige gesundheitliche Schädigung erlitten hat (Einsatzgeschädigter).
Schädigende Ereignisse können beispielsweise Gefechts- und Beschusssituationen, Anschläge und Raketenangriffe sein.
Eine nicht nur geringfügige Gesundheitsschädigung liegt vor, wenn eine medizinische Behandlung erforderlich und die
Arbeitsfähigkeit längere Zeit beeinträchtigt ist.
Jeder Einsatzgeschädigte hat folgende Ansprüche:
• Schutzzeit zur medizinischen Behandlung und ggf. zur beruflichen Qualifizierung.
Die Schutzzeit ist ab Beginn der beruflichen Qualifizierung auf fünf Jahre befristet, mit einer
Verlängerungsmöglichkeit um drei Jahre
.
Sie endet mit dem Abschluss der medizinischen Behandlung bzw. beruflichen Qualifizierung.
• Einsatzgeschädigte dürfen in der Schutzzeit nur dann wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand
versetzt oder entlassen werden, wenn sie dies selbst beantragen.
Sie verbleiben in ihrem Dienstverhältnis mit allen Ansprüchen (z.B. Besoldung und unentgeltliche truppenärztliche Versorgung).
Nicht-Berufssoldaten, deren Dienstzeit während der Schutzzeit endet, treten in ein sog. Wehrdienstverhältnis besonderer Art ein."


Es ist wichtig dass jeder Betroffene weiß: Die Bundeswehr gibt Ihm genügend Zeit um sich schwerpunktmäßig auf seine Genesung zu konzentrieren.....

Danke für die Nennung ... ergänzt meinen Beitrag vom 07.02.19 ...
In diesem hatte ich ja auch eine Vorschrift zitiert, die dies so nennt.


Der Gesetzgeber plant zur Schutzzeit eine Ergänzung mit dem BwEinsatzBerStG:

Zitat aus dem Entwurf

"Dem § 4 Absatz 1 wird folgender Satz angefügt:

„Die Schutzzeit beginnt mit der Feststellung des Einsatzunfalls.“"




"Zu Artikel 1 (Änderung des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes)

Zu Nummer 2

(§ 4 Absatz 1)

Im Hinblick auf die weitreichende Wirkung einer Schutzzeit, insbesondere den Schutz vor
einer Beendigung des Dienst- oder Arbeitsverhältnisses wegen Dienst- oder Arbeitsunfä-
higkeit (Absatz 2) und die Einbeziehung in Personalauswahlentscheidungen (§ 5 Absatz 1),
bedarf es einer gesetzlichen Regelung über den Beginn der Schutzzeit.

Es ist sachgerecht, als Beginn der Schutzzeit die Feststellung des Einsatzunfalls festzulegen,
weil erst ab diesem Zeitpunkt das Vorliegen der Voraussetzungen zum Eintritt in die Schutzzeit
festgestellt ist und die Wirkungen der Schutzzeit einen in der Vergangenheit liegenden Zeitpunkt für
ihren Beginn ausschließen. Wird ein Einsatzunfall erst nach der Beendigung des Dienstverhältnisses
festgestellt, besteht nach § 6 Absatz 5 die Möglichkeit zur Einstellung in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art."
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 10. März 2019, 20:50:46
Noch als Anhang....

Deutscher Bundestag Drucksache 19/7993
19. Wahlperiode 22.02.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten René Springer, Peter Felser,
Jens Kestner und der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/6694 –
Einsatzbedingte psychische Erkrankungen von Bundeswehrsoldaten
(Nachfrage zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage
auf Bundestagsdrucksache 19/5734)



.....

15. Bei wie vielen Soldaten wurde nach Kenntnis der Bundesregierung die re-
gulär vorgesehene Schutzzeit von maximal fünf Jahren bereits verlängert?
Bei wie vielen Soldaten wurde die Schutzzeit bereits mehrfach verlängert (vgl.
Bundestagsdrucksache 19/5734, Antwort zu Frage 30)?


Es befinden sich aktuell 765 Soldatinnen und Soldaten in der Schutzzeit, davon
143 mehr als fünf Jahre.
Darüber hinaus wird zu dieser Fragestellung keine Statistik geführt. Dies folgt
den datenschutzrechtlichen Bestimmungen, da die Aufnahme dieser Detailas-
pekte zur Aufgabenerledigung nicht erforderlich ist.
....
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 10. März 2019, 21:07:48
Hab gesehen LwPersFw war schneller ....
Danke ..
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: IT-robin am 14. März 2019, 19:28:45
Gilt eine Bissverletzung einer Katze oder eines Hundes auf dem direkten Hin-oder Rückweg zu einer Truppenärtzlich angewiesenen und verordneten Behandlung bei einem Facharzt oder Therapeuten während einer Krankschreibung  als WDB ?
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: F_K am 14. März 2019, 20:33:18
Eher allgemeines Lebensrisiko  ..
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: ulli76 am 14. März 2019, 20:37:56
Generell nicht. Man müsste aber die Details des Einzelfalls kennen.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 14. März 2019, 20:40:40
§ 81 - Soldatenversorgungsgesetz (SVG)

(1) Wehrdienstbeschädigung ist eine gesundheitliche Schädigung, die durch eine Wehrdienstverrichtung, durch einen während der Ausübung des Wehrdienstes erlittenen Unfall oder durch die dem Wehrdienst eigentümlichen Verhältnisse herbeigeführt worden ist.


(2) Eine Wehrdienstbeschädigung ist auch eine gesundheitliche Schädigung, die herbeigeführt worden ist durch


1.wegen seines pflichtgemäßen dienstlichen Verhaltens,

auf einem Hin- oder Rückweg erleidet, der notwendig ist, um eine Maßnahme der Heilbehandlung, eine Badekur, Versehrtenleibesübungen als Gruppenbehandlung oder Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 26 des Bundesversorgungsgesetzes durchzuführen oder um auf Verlangen einer zuständigen Behörde oder eines Gerichts wegen der Beschädigtenversorgung persönlich zu erscheinen,

gesundheitsschädigende Verhältnisse, denen der Soldat am Ort seines dienstlich angeordneten Aufenthalts im Ausland besonders ausgesetzt war.............

Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: F_K am 14. März 2019, 20:58:20
Ausland war es wohl nicht - und es gab keinen Befehl, sich dem Tier zu nähern, es ist auch keine Gefahr, die mit dem Wehrdienst in Verbindung steht ....

Chancen mag es geben, aber eben unwahrscheinlich ...
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 14. März 2019, 21:19:59
(1) Wehrdienstbeschädigung ist eine gesundheitliche Schädigung, die durch eine Wehrdienstverrichtung, durch einen während der Ausübung des Wehrdienstes erlittenen Unfall oder durch die dem Wehrdienst eigentümlichen Verhältnisse herbeigeführt worden ist.


(2) Eine Wehrdienstbeschädigung ist auch eine gesundheitliche Schädigung, die herbeigeführt worden ist durch


1.wegen seines pflichtgemäßen dienstlichen Verhaltens,(Pflicht zur Körperlichen Gesunderhaltung - truppenärztlich medizinisch notwendig verordnete Behandlung)

auf einem Hin- oder Rückweg erleidet, der notwendig ist, um eine Maßnahme der Heilbehandlung, eine Badekur, Versehrtenleibesübungen als Gruppenbehandlung oder Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 26 des Bundesversorgungsgesetzes durchzuführen oder um auf Verlangen einer zuständigen Behörde oder eines Gerichts wegen der Beschädigtenversorgung persönlich zu erscheinen,
.....


Wird der Soldat auf dem direkten Weg während seines pflichtgemäßen dienstlichen Verhaltens der Heilbehandlung zur Erhaltung der körperlichen Gesundheit oder zur Wiederherstellung dieser ohne dies selbst verursacht oder herbeigeführt zu haben von einem Tier angegriffen und dadurch eine gesundheitliche Schädigung herbeigeführt kann von einer Wehrdienstbeschädigung ausgegangen werden.
Der genaue Sachverhalt muss Fallbezogen geprüft werden evtl unter Einbeziehung eines Fachanwaltes...

Bei Wehrdienstbeschädigung gilt :


§ 81 - Soldatenversorgungsgesetz (SVG)
(6) 1Zur Anerkennung einer Gesundheitsstörung als Folge einer Wehrdienstbeschädigung genügt die Wahrscheinlichkeit des ursächlichen Zusammenhangs. 2Wenn die zur Anerkennung einer Gesundheitsstörung als Folge einer Wehrdienstbeschädigung erforderliche Wahrscheinlichkeit nur deshalb nicht gegeben ist, weil über die Ursache des festgestellten Leidens in der medizinischen Wissenschaft Ungewissheit besteht, kann mit Zustimmung des Bundesministeriums der Verteidigung im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Gesundheitsstörung als Folge einer Wehrdienstbeschädigung anerkannt werden; die Zustimmung kann allgemein erteilt werden.




(7) Eine vom Beschädigten absichtlich herbeigeführte gesundheitliche Schädigung gilt nicht als Wehrdienstbeschädigung.


Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: F_K am 14. März 2019, 21:25:56
... wenn man sich dem Tier nähert, um es zu "streicheln", dann ist das Thema WDB eher "durch".

Wie gesagt, Einzelfall.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: ulli76 am 14. März 2019, 21:29:28
Wo wird man denn einfach auf dem Weg zum Arzt von einer Katze angegriffen? Oder einfach so vom Hund.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LotseBert am 14. März 2019, 21:42:39
Der Fall muss im einzelnen geprüft werden ...
Mutmaßungen bringen nichts ..
Kann der Soldat belegen z.B durch Zeugenaussagen, dass ein derartiges Ereignis stattgefunden hat und passt das mit dem Verletzungsmuster zusammen wüsste ich nicht was dagegen spricht.

Kann mir einige Sachverhalte vorstellen.
Soldat kommt zurück zum Auto und eine Katze liegt auf dem Auto auf dem aufgeräumten Dach oder der Motorhaube der soldat will sie vor dem Losfahren vom Auto heben denn die Feuerwehr rufen ist nicht der Situation angepasst.

Ein Hund kommt im engen Gang entgegen und erschreckt weil eine Tür zu fällt und beißt zu usw usw usw ...

An solche Sachen muss man herangehen und nur die Fakten betrachten und mit den Vorschriften und Gesetzen abgleichen.

Ich würde dem Fragesteller empfehlen sich von fachlich kompetenten und erfahrenen Ansprechpartnern beraten zu lassen und Sachverhalte zu dokumentieren und zusammen zu tragen ( evtl Zeugenaussagen schriftlich geben lassen Befunde Kopieren usw...)




Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: DerFragende am 07. April 2019, 19:10:40
Guten Tag.
Ich hätte eine Frage.
Welches Vergleichseinkommen  im Rahmen des Berufsschadensausgleiches wird bei einem Berufsoldaten in der Laufbahn der Feldwebel im Dienstgrad HF welcher erst im Truppendienst war und dann in den Fachdienst umgesetzt wurde allerdings ohne Meisterausbildung / zaw der wegen einer anerkannten WDB dienstunfähig wird herangezogen?

Der soldat war SAZ zum Zeitpunkt der WDB und wurde danach im Rahmen der Bestenauslese BS.

Der BS hat ja die Ausbildungshöhe 6 erreicht wird somit das Meistergehalt zum Vergleich herangezogen ?

Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 07. April 2019, 23:53:10

... um Deine Frage - hier im Forum - hilfreich und zielführend beantworten zu können, bedarf es noch einiger Angaben zu Deinem Fall.

Wie bspw.: ist die WDB (Wehrdienstbeschädigung) Folge eines Einsatzunfalls, wie hoch ist der festgestellte GdS (Grad der Schädigung), in welchem Status befindest Du Dich aktuell (Pension/SaZ/BS aktiv), ist die DU (Dienstunfähigkeit) direkte Folge Deiner WDB (Kausalität), aktueller Stand Deines DU-Verfahren (bereits abgeschlossen), Angaben zu Deiner früheren zivilberuflichen Ausbildung/ Dein Werdegang vor Eintritt in die Bw (Bundeswehr) usw. ?
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 08. April 2019, 08:33:39

Welches Vergleichseinkommen  im Rahmen des Berufsschadensausgleiches wird bei einem Berufssoldaten...

...wegen einer anerkannten WDB dienstunfähig wird herangezogen?


Bitte einmal hier einlesen...

Verordnung zur Durchführung des § 30 Absatz 3 bis 12 und des § 40a Absatz 1 und 5 des Bundesversorgungsgesetzes (Berufsschadensausgleichsverordnung - BSchAV)


Dazu interessantes Urteil ... wenn neben Pension ein BSA gezahlt wird:

Bundessozialgericht Urt. v. 16.03.2016, Az.: B 9 V 4/15 R

Zum Thema

"Anspruch auf Soldatenversorgung im sozialen Entschädigungsrecht;
Rechtmäßigkeit des Ruhens der Versorgungsleistungen bei Anspruch auf beamtenrechtliche Versorgung aufgrund derselben Ursache"

Auszug:

"Der am 12.6.1958 geborene Kläger war in der Zeit vom 1.1.1978 bis 31.12.1996 Berufssoldat bei der Bundeswehr, zuletzt im Dienstrang eines Hauptfeldwebels. Bei einer Nahkampfausbildung erlitt er ua eine Schulterverletzung, die schließlich zu seiner Dienstunfähigkeit und seiner Versetzung in den Ruhestand führte. Die Verletzung des Klägers ist ab 1.6.2001 als Wehrdienstbeschädigung bei einem Grad der Schädigungsfolgen (GdS) von 90 mit besonderer beruflicher Betroffenheit (Bescheid von 10.11.2005) sowie zugleich als Dienstunfall im Sinne beamtenrechtlicher Vorschriften anerkannt, die auf ihn als ehemaligen Berufssoldaten entsprechend anwendbar sind. Dem Kläger sind daher sowohl Leistungen der versorgungsrechtlichen Beschädigten- als auch der Beamtenversorgung zuerkannt worden. Zum einen wird ihm nach § 27 Soldatenversorgungsgesetz (SVG) iVm § 36 Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG) als so genannte beamtenrechtliche Unfallfürsorge ein erhöhtes Ruhegehalt (Unfallruhegeld) gewährt, weil er aufgrund seines Dienstunfalls dienstunfähig geworden ist. Dieses belief sich ab 1.7.2009 auf 2006,11 Euro. Neben dieser Leistung der Beamtenversorgung erhält der Kläger wegen seiner Wehrdienstbeschädigung Versorgung nach § 80 SVG iVm §§ 30, 31 Bundesversorgungsgesetz (BVG) in Form von Grundrente sowie von Berufsschadensausgleich ([ BSA], Bescheid vom 16.11.2005). Grundrente und BSA bekommt der Kläger allerdings unter Bezug auf § 65 Abs 1 S 1 Nr 2 BVG seit Beginn der Versorgung nicht in voller Höhe ausgezahlt. § 65 Abs 1 S 1 Nr 2 BVG ordnet das teilweise Ruhen des Anspruchs auf Versorgung wegen der Wehrdienstbeschädigung bei gleichzeitigem Bezug von Leistungen der beamtenrechtlichen Unfallfürsorge an. Als Höhe des Ruhensbetrags bestimmt die Vorschrift den Unterschied zwischen einer (fiktiven) niedrigeren Versorgung nach allgemeinen beamtenrechtlichen Bestimmungen ohne Dienstunfall und aus der tatsächlich gewährten, wegen der Folgen des Dienstunfalls erhöhten beamtenrechtlichen Unfallfürsorge."
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 11. April 2019, 23:02:51

... Fachfrage hierzu:

Die BschAV (Berufsschadensausgleichsverordnung) kennt bei Schadenseintritt grundsätzlich zwei Zustände: zum einen "abgeschlossene bzw. ohne Berufsausbildung" (§3) und zum anderen "vor Beginn einer Berufsausbildung" (§5).

Was aber ist mit den Beschädigten, die sich während des Schadenseintritts in einer solchen "Berufsausbildung" befinden/ befanden? Wie ist dieser Zustand zu bewerten?
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 11. April 2019, 23:15:28

... kurze Ergänzung zu meiner Frage:

Insbesondere zu betrachten unter dem Fokus einer weiterführenden/ aufbauenden Berufsausbildung - wie bspw. nach der Lehre erfolgt die Meisterausbildung oder nach der Technikerreife kommt das Studium?

Danke.
Titel: Antw: Berufsschadensausgleich BSchAV
Beitrag von: LwPersFw am 18. Juni 2019, 13:56:43

... Fachfrage hierzu:

Die BschAV (Berufsschadensausgleichsverordnung) kennt bei Schadenseintritt grundsätzlich zwei Zustände: zum einen "abgeschlossene bzw. ohne Berufsausbildung" (§3) und zum anderen "vor Beginn einer Berufsausbildung" (§5).

Was aber ist mit den Beschädigten, die sich während des Schadenseintritts in einer solchen "Berufsausbildung" befinden/ befanden? Wie ist dieser Zustand zu bewerten?


... kurze Ergänzung zu meiner Frage:

Insbesondere zu betrachten unter dem Fokus einer weiterführenden/ aufbauenden Berufsausbildung - wie bspw. nach der Lehre erfolgt die Meisterausbildung oder nach der Technikerreife kommt das Studium?

Danke.



Die Fragen kann ich nicht definitiv beantworten...

Hier aber noch Info's zum Berufsschadensausgleich... vielleicht findet sich ja dort etwas...

https://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Soziale-Entschaedigung/bekanntmachung-vergleichseinkommen.html (https://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Soziale-Entschaedigung/bekanntmachung-vergleichseinkommen.html)




http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/053/1705311.pdf (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/053/1705311.pdf)

In der PDF die Änderungen aus 2011 zur BSchAV ... mit den Begründungen, was sich der Gesetzgeber dabei gedacht hat...
Titel: Beschädigtenrente
Beitrag von: LwPersFw am 20. Juni 2019, 18:44:05
Zum 01.07.2019 werden die Beschädigtenrenten erhöht.

z.B.

Bundesversorgungsgesetz

"§ 31 wird wie folgt geändert:

a) Absatz 1 wird wie folgt gefasst:

„(1) Beschädigte erhalten eine monatliche Grundrente bei einem Grad der Schädigungsfolgen

von 30 in Höhe von 151 Euro,
von 40 in Höhe von 205 Euro,
von 50 in Höhe von 274 Euro,
von 60 in Höhe von 348 Euro,
von 70 in Höhe von 482 Euro,
von 80 in Höhe von 583 Euro,
von 90 in Höhe von 700 Euro,
von 100 in Höhe von 784 Euro"



siehe Anhang
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 20. Juni 2019, 22:40:24
... @LwPersFw , danke für Deine Antwort zum Berufsschadensausgleich.

In der Tat ist dies ein hoch komplexes und unheimlich schwieriges Spielfeld.
Auch meine Fragen hierzu an einschlägige Juristen endeten stets mit Schulterzucken.
Schlussendlich bleibt den Betroffenen wohl nur die Option, sich mühsam einen spezialisierten Fachjuristen (wie RA S.) zu suchen und diesen zu mandatieren.

-Trennung-

Andere Fachfrage an die Expertenrunde:

Für in Folge eines Dienstunfalls dienstunfähig gewordene und deshalb in den Ruhestand versetzten Berufssoldaten gelten die bekannten "Hinzuverdienstgrenzen" (Anrechenbarkeit auf die Ruhegehaltsbezüge). Unlängst habe ich jedoch vom Sozialdienst - ganz nebenbei - vernommen, dass Betroffene die aufgrund eines qualifizierten Dienstunfalls/ Einsatzunfalls (GdS>50) dienstunfähig und in der Folge pensioniert worden, keine "Hinzuverdienstgrenzen" gelten. Auf meine Frage hin, wo dies ausgeführt sei bzw. nachzulesen, erhielt ich keine valide Auskunft. Auch mein Selbststudium hierzu blieb erfolg los. Sicherlich kommt es nicht all zu häufig vor, dass diese Betroffenen neben ihrer Pension noch einer weiteren/ anderen Arbeit, jedoch ist/wäre dies denkbar und legitim - und sicherlich auch in Ordnung, wenn die so erzielten Einkünfte keine Anrechnung auf das "Unfallruhegehalt" fänden.

Ist es richtig, dass für diesen Personenkreis keine "Hinzuverdienstgrenzen" bzw. andere Regularien (wenn ja, welche) gelten?

Danke vorab.
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: LwPersFw am 22. Juni 2019, 19:40:59

Andere Fachfrage an die Expertenrunde:

Für in Folge eines Dienstunfalls dienstunfähig gewordene und deshalb in den Ruhestand versetzten Berufssoldaten gelten die bekannten "Hinzuverdienstgrenzen" (Anrechenbarkeit auf die Ruhegehaltsbezüge).


 Unlängst habe ich jedoch vom Sozialdienst - ganz nebenbei - vernommen, dass Betroffene die aufgrund eines qualifizierten Dienstunfalls/ Einsatzunfalls (GdS>50) dienstunfähig und in der Folge pensioniert worden, keine "Hinzuverdienstgrenzen" gelten.


Auf meine Frage hin, wo dies ausgeführt sei bzw. nachzulesen, erhielt ich keine valide Auskunft.

Auch mein Selbststudium hierzu blieb erfolg los. Sicherlich kommt es nicht all zu häufig vor, dass diese Betroffenen neben ihrer Pension noch einer weiteren/ anderen Arbeit, jedoch ist/wäre dies denkbar und legitim - und sicherlich auch in Ordnung, wenn die so erzielten Einkünfte keine Anrechnung auf das "Unfallruhegehalt" fänden.

Ist es richtig, dass für diesen Personenkreis keine "Hinzuverdienstgrenzen" bzw. andere Regularien (wenn ja, welche) gelten?

Danke vorab.

Das wäre mir neu.

Und wenn der/die Vertreter/in vom Solzialdienst nicht die entsprechende Rechtsnorm nennen kann ... denn wenn er/sie diese Behauptung äußert, muss er/sie dies können ... bewerte ich die Aussage als schlicht falsch.

Der 53 SVG ist eindeutig.

Er unterscheidet nur in der Umsetzung.

Abs 1 i.V.m. Abs 2 Nr 1    > DU durch WDB

Abs 1 i.V.m. Abs 2 Nr 3    > DU ohne WDB


Der Abs 7 ... auf den ggf. der Sozialdienst abstellt, gilt nicht für Soldaten, die über DU entlassen werden.


Also @Griffin ... vordere vom Sozialdienst die Nennung der Rechtsnorm!

Wenn es doch so ist, wäre es ja super... und ein guter Hinweis für alle Betroffenen !!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 22. Juni 2019, 23:20:35

... @LwPersFw, wiederholt danke für Deine griffige Antwort.

Ich werde hierzu den Sozialdienst erneut befragen und um eine belastbare Klarstellung bitten.

Ferner dürfte eine gezielte Nachfrage bei BVA und GZD, welche die betreffenden Ruhegehälter berechnen und bescheiden, ebenfalls zielführend sein. Denn diese müssten folglich auch eine valide Auskunft zum Thema treffen können.

Schönes WE!
Titel: Antw:Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing
Beitrag von: Griffin am 16. Juli 2019, 23:24:59

... bin nunmehr schlauer, es verhält sich (leider), wie es @LwPersFw ausführte. Für die Betroffenen gelten die selben Regularien, wie für Kameraden, die in Folge einer nicht einsatzbedingten/ qualifizierten WDB dienstunfähig wurden und deshalb in den Ruhestand versetzt wurden.

Allerdings hörte ich (durchaus valide) das die Bw/ Fachgremien sehr unzufrieden sei mit den geplanten Änderungen der neuen VersMedV und deshalb einen Alleingang diesbezüglich anstrebt. Da davon ausgegangen werden muss, dass die neue VersMedV insbesondere einsatzbeschädigten Soldaten nur sehr unzureichend gerecht wird. Hierzu habe man sich auch schon mit anderen beteiligten Ministerien ins Benehmen gesetzt und Wohlwollen erfahren.

Hat dies von Euch auch bereits jemand vernommen?