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Fragen und Antworten => Ausbildung und Ausrüstung => Thema gestartet von: Jan96 am 03. Oktober 2017, 22:41:44

Titel: EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 03. Oktober 2017, 22:41:44
Hallo Liebes Forum,
Ich hatte das Vergnügen dieses Jahr den EKL1 in Hammelburg besuchen zu dürfen und würde dazu ein paar Worte in Form eines
Erfahrungsberichtes verlieren falls Interesse besteht und das soweit in Ordnung ist.
Wenn es Interesse gibt würde ich einfach mal drauflosschreiben. Hatte vorher leider selber nie viel dazu gefunden.
Hoffentlich ist das überhaupt der richtige Forenteil für sowas ;D
Grüße
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Ralf am 04. Oktober 2017, 05:28:09
Da es immer wieder Fragen und Mythen darüber gibt, immer gerne.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Schnolle am 04. Oktober 2017, 06:45:26
Ich würde es lesen!
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 04. Oktober 2017, 11:23:01
1. Woche
Montag

Dienstag

Mittwoch
Donnerstag

Freitag

2. Woche

Montag

Dienstag

Mittwoch


Donnerstag


Freitag

Die anderen beiden Wochen hol ich nach sobald ich Zeit finde :)
Wer fragen hat, auch immer gern.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 04. Oktober 2017, 12:05:01
Ein paar Worte zur Vorbereitung vielleicht noch ganz schnell. Ich lass mal die körperliche Vorbereitung weg, denn es sollte auf der Hand liegen, dass man diesen Lehrgang nicht bestehen kann wenn man nicht topfit ist.

Ich will jetzt auch nicht die EKV ausführlich beschreiben, aber nur ein paar Dinge die mir persönlich sehr geholfen haben aufzählen. Solange man Zeit hat, sollte man dringend alle Befehle die auf dem EKL1 gebraucht werden vorher schon üben, sich Gedanken machen und auf Meldeblock entweder einlaminiert oder anders geschützt vorschreiben. Das erspart viel Arbeit an den eigentlichen EK-Wochenenden an denen man nur schwer für sowas die Motivation finden. Die Befehlshilfen die aus der EKV kommen oder in der EK-Inspektion ausgehändigt werden sind zwar gut um darin Notizen zu machen, dürfen aber in den Gruppenführerprü-fungen nicht benutzt werden.

Zur Ausrüstung ist es fast unerlässlich sich gewisse Dinge privat zu beschaffen. Wie gesagt, das ist meine Erfahrung und es mag auch noch Kameraden geben, die nur auf dienstlich gelieferte Ausrüstung setzen, aber das erschwert den Lehrgang ungemein. Die große Masse der Lehrgangsteilnehmer hatte bis auf einzelne Ausnahmen mindestens einen Smock und/oder eine irgendwie geartete Kampfmittelweste gekauft die die Koppel ersetzen kann. Warum? Die Koppel lässt sich auf langen Märschen nur unheimlich schwer, beziehungsweise unzweckmäßig mit dem Berghaus Cyclops II und dessen Hüftgurt kombinieren. Und da die Masse der Ausrüstung in First- und SecondLine kaum in eine dienstlich gelieferte Feldjacke passt, ist es fast unumgänglich auch hier noch nachzusteuern.
Da ich persönlich ungern auf einen Müllsack für trockene Kleidung zurückgreife, hat bei mir ein 30l Drybag noch zum privat beschafften Inventar dazugehört. Im Nachhinein war das wirklich lebenswichtig. Au-ßerdem sollte eine Stirnlampe selbst beschafft werden, denn den Nacht-O-Marsch will man sicherlich nicht noch mit der Bw-Handlampe erschweren. Zusatzbatterien, Brühwürfel, Zipperbeutel usw. sind natürlich zu Lehrgangsstart genauso wie Snacks und Getränke (Cola, etc.) in Massen vorhhanden. In der ersten Woche wird noch in der Stube geschlafen und es gibt auch einen Kühlschrank, das muss man ausnutzen :D

Da der Lehrgang hauptsächlich nur den Laufschritt kennt ist es auch wichtig nicht unbedingt auf den dienstlich gelieferten Stiefel zu setzen, da dieser dafür nicht unbedingt geeignet ist. Hier eignen sich besonders Stiefel mit zweigeteilter Sohle und niedrigerem Schaft die das Rennen deutlich erleichtern. Hatte mich da vorher in einigen Schuhgeschäften beraten lassen und ich hab es nicht bereut. Bis auf den Lowa Renegade war auch alles erlaubt was aus Volleder und höher als der Knöchel war.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Heinz33 am 04. Oktober 2017, 22:06:48
Danke für den Bericht!

Ich hätte ein paar Fragen:

1) Musste man den Mut Sprung absolvieren um den Lehrgang zu bestehen?
2) Für welche paar Stiefel hatten Sie sich entschieden gehabt?

Kameradschaftliche Grüße
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 04. Oktober 2017, 22:32:08
Die Verweigerung des Mutsprungs hätte zur direkten Ablösung vom Lehrgang geführt. Um das deutlich zu machen stand extra der Inspektionschef oben an der Brücke und hat jedem einzelnen den Befehl zum Sprung gegeben. Wer bei der dritten Aufforderung nicht gesprungen wäre, wäre abgelöst wurden. In meinem Durchgang ist aber tatsächlich jeder gesprungen. Hier vielleicht als Tipp: Wer hadert sollte sich so weit vorne wie möglich anstellen, dann hat man es schneller hinter sich. Nach den zwei Wochen will man wirklich nicht mehr abgelöst werden. Dafür hat man schon zu viel mitgemacht. Üben kann man das aber vorher nur schwer, fand 15m schon verdammt hoch. Bin kein Aufklatscher, da bin ich sowas nicht gewohnt ;D

Ich hoffe die Antwort auf die Stiefelfrage gilt am Ende nicht als Werbung ;D Die ersten drei Wochen hatte ich die Hanwag Lhasa in Wide getragen und in der letzten Woche die Hanwag Alaska. In der vierten Woche war die Abschlussübung in der hauptsächlich marschiert wird, und das meist im stockdusteren. Daher bin ich eine Nummer sicherer gegangen und hab die Stiefel mit höherem Schaft genommen. An den letzten Tagen den Lehrgang wegen einer Unachtsamkeit im Wald bei Neumond nicht zu bestehen, das wäre zu bitter gewesen. Denn man knickt bei der Müdigkeit und Erschöpfung in totaler Finsternis grundsätzlich mal um. Und da muss der Stiefel dann Halt geben. Außerdem waren meine Hanwag Lhasa nach der EKV und drei  EK Wochen Laufschritt im Regen auch komplett hinüber und haben das Wasser nur noch aufgesogen wie ein Schwamm, da waren andere Stiefel allein aus dem Grund schon angebracht. Ist halt ein Materialvernichtungslehrgang.. Man muss auch immer bedenken, dass man ab der zweiten Woche mit dem Paar Stiefel jeweils die ganze Woche auskommen muss. Ersatzstiefel sind nämlich nicht mit im Gepäck.

Ich hoffe ich konnte deine Fragen beantworten. :)
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Heinz33 am 05. Oktober 2017, 22:35:56
Besten Dank, das hat geholfen!
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 06. Oktober 2017, 17:22:10
Hab nochmal grob die Inhalte der dritten und vierten Woche aufgeführt. Der Nacht-O-Marsch war bei mir jetzt in der dritten Woche, der kann aber auch mal in die zweite Woche rutschen. So ein bisschen ist die Ungewissheit in Bezug auf den Dienstplan auch Programm. Es werden bei Unterrichten und Ausbildungen nie Zeiten genannt, so dass man nie weiß wann es vorbei ist oder was als nächstes kommt. Dementsprechend gibt es auch keinen Dienstplan.

3. Woche (Hungerwoche)

Montag


Dienstag


Mittwoch


Donnerstag


Freitag


Die Gruppenführerprüfungen während der 24h Übung waren: Durchschlagen, Lösen vom Feind, Sickern, Überwinden Geländehindernis (Durchschreiten eines Flusses), Handstreich, Verwundetentransport 3000m, Eilmarsch zur Platzer Kuppe hoch, PR Aufnahme.

4. Woche (Abschlussübung)

Montag

Dienstag

Mittwoch
...

Donnerstag

Freitag
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: snitch am 06. Oktober 2017, 18:56:33
Danke für den Einblick!

Eine Frage: Was muss man sich unter Runden laufen vorstellen?
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 06. Oktober 2017, 19:23:20
Ja die Runden :D

Das sind quasi Extrarunden die der Hörsaal für Verfehlungen laufen muss. Die Runden waren in der ersten Woche eine 500-600m lange Strecke um die MH Gebäude der EK-Inspektion (deswegen auch liebevoll immer MH-Runden genannt) und ab der zweiten Woche Runden auf dem verwilderten Sportplatz an der Rommelstraße wo auch das Tipi-Lager war.

Die Runden gab es für verfehlte Zeiten bei Eilmärschen (eine Minute drüber -> eine Runde), fehlende Gegenstände bei Vollzähligkeiten, Übergabe der Nahkampfwaffen, nicht gehaltene Zeiten im Allgemeinen oder sonstige Verfehlungen. Da hat sich schon manchmal gut was angesammelt. Die Runden wurden dann in voller Aurüstung (1st, 2nd, 3rd) in den Gruppen mit Funkgerät und MG+MG2 gelaufen. Bei vier Gruppen und insgesamt zu der Zeit noch 25 Mann waren das auch vier MG's, vier Funkgeräte etc.. Also viel zu schleppen ;D

Für eine Sportplatzrunde im Hörsaalrahmen und voller Ausrüstung hatten wir 2:45 min Zeit. Das ging dann schon richtig an die Substanz, weil man meist mehr als eine Runde abzuarbeiten hatte. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der zweiten Woche waren es zum Beispiel acht, die bis zum Morgengrauen zu laufen waren und die Ausbilder sind da recht unerbittlich.. Wir sind genug Runden umsonst gelaufen, aber irgendwie gehts dann immernoch, vor allem wenns dann leider weniger Leute werden.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: SDW am 08. Oktober 2017, 13:17:27
Die Gruppenführerprüfungen während der 24h Übung waren: Durchschlagen, Lösen vom Feind, Sickern, Überwinden Geländehindernis (Durchschreiten eines Flusses), Handstreich, Verwundetentransport 3000m, Eilmarsch zur Platzer Kuppe hoch, PR Aufnahme.

Macht hier pro Situation ein anderer LT den Gruppenführer? Man wird also in einer Aufgabe geprüft, weiß aber natürlich nicht, in welcher?
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 08. Oktober 2017, 13:43:13
Genau, der Auftrag für den Gruppenführer ist in fast allen Fällen erstmal Durchschlagen zu einer bestimmten Koordinate und auf dem Weg werden dann Einlagen einegstreut. Entweder steht die Gruppe dann vor einem Geländehinernis (See, Fluß, Abhang), die Gruppe wird angeschossen, es gibt einen Verwundeten, die aufnehmenden Einheiten sind nur bis Zeit X an Position XY (--> Eilmarsch) und so weiter. Spezialaufgaben sind dann zum Beispiel der Handstreich oder die Aufnahme nach PR-Verfahren. Das wird alles vorher in der ersten und zweiten Woche beigebracht und dann in der dritten und vierten Woche in zwei Gruppenführerleistungen abgeprüft. Die Aufgabe die man bekommt oder auch die Reihenfolge der Gruppenführer ist vorher nicht bekannt. Man war aber immer erst StellV und in der nächsten Gruppenführerperiode selber GrpFhr. Also ganz überraschend kam es nicht.
Bei absoluter Dunkelheit gegen 1 bis 2 Uhr Nachts war circa immer mit Handstreich zu rechnen, der Eilmarsch kurz vor Ende der DSÜ zum Aufnahmepunkt und als Abschluss die Aufnahme selber. Also gewisse Dinge konnte man dann schon im Voraus erahnen. Zum Beispiel ist der Gruppenführer im Morgengrauen nach der ersten Nacht der DSÜ mit Versteckerkundung, -errichtung und Leben im Felde bis zum nächsten Abend beauftragt.
Man muss aber definitiv auf alles vorbereitet sein und alle Aufgaben abrufen können.


Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Widow am 12. Oktober 2017, 23:03:45
Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Mich würde interessieren wie das mit Brillenträgern ist. Auch würde mich interessieren, welche Eckdaten du deiner Fitness zuschreiben konntest als du "fertig" warst mit der Fitnessvorbereitung.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 13. Oktober 2017, 11:54:00
Ich persönlich habe bin kein Brillenträger und habe da jetzt nicht besonders drauf geachtet. Es empfielt sich, den Brilleneinsatz für die Schutzbrille zu haben, da man während der Übungen grundsätzlich die Schutzbrille tragen muss. Soweit ich das mitbekommen habe gibt es aber keine Einschränkungen für Brillenträger. Man kann ja auch noch ganz gut mit geschlossenen Augen im Halbschlaf laufen, warum also nicht mit Brille  ;D

Die Einzelkämpfervorbereitung war bei uns weniger eine explizite Fitnessvorbereitung sondern eher eine Robustheitsvorbereitung. Das tut man sich ja unter gesundheitssportlichen Aspekten normalerweise nicht an. Wichtig ist aber eine sehr solide Grundlagenausdauer. Lange Läufe von über zwei Stunden im GA 1 Bereich sollten zum Beispiel locker möglich sein. Eine Pulsuhr ist da nur sehr zu empfehlen um sich selbst beim laufen zu kontrollieren. Außerdem war bei uns der Military Fitness Test so ein Indikator für die Grundfitness. Ab 260 Punkten ist man da schon ganz gut aufgestellt wurde uns immer gesagt, aber selbst die fittesten können trotzdem an den mentalen Anforderungen scheitern.

An sich sind die Eingangsvorraussetzungen mit 19min für den 3000m Gepäcklauf und 2:15 für die HiBa mit Koppel und Gewehr recht einfach aber das sind natürlich nicht die Leistungswerte die einen am Ende durch den Lehrgang bringen. Man sollte den Lauf schon ohne Vorbelastung in unter 15min und die HiBa in unter 1:50 schaffen können um eine realistische Chance zu haben. Nach dem Eingangstest sollte man auch nicht komplett ausgepowert sein, denn dann geht das ganze Spektakel ja erst los ;)

Ganz wichtig in der Vorbereitung dafür: Grundlagenausdauer, Rumpftraining, Robustheitstraining, Marschieren, Intervalltraining und gerne auch Cirkeltraining für die Vorbereitung. Ich würde aber privat nicht noch extra Gepäckläufe mit schwerem Gepäck über 10kg einstreuen. Manche machen das, aber meiner Meinung nach steht da der Trainingserfolg nicht im Verhältnis zum möglichen Schaden den man da an seinen Gelenken anrichten kann. Im Lehrgang selber kommt man locker mal auf 40kg an Ausrüstung die man im Laufschritt bewegen muss, aber man muss sich ja nicht schon vorher kaputt machen. Brust und Bizeps wird übrigens kaum gebraucht ;D

Persönlich hab ich in Bezug auf meine eigenen Eckdaten nie Buch geführt aber beim 3000m Gepäcklauf war ich zu Lehrgangsbeginn circa bei 13:50min und die HiBa bei 1:35min.
Ich hoffe ich konnte deine Frage trotzdem einigermaßen beantworten. Wenn nicht, lass es mich wissen:)

Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Widow am 13. Oktober 2017, 14:22:48
Hallo Jan96,

vielen Dank. Das hat mir schon einen deutlich besseren Einblick gegeben! Aus dem Internet habe ich einen Sportplan für die Vorbereitung zum KSK-Aufnahmetest gefunden und ich denke, dass ich mich mal daran orientieren werden.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: snitch am 13. Oktober 2017, 14:29:07
Military Fitness Test = BFT ?
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: BSG1966 am 13. Oktober 2017, 14:51:20
Klar. 1000m unter 6:30 Minuten und Klimmhang über 4sec ist exakt das, was man sich unter "Military Fitness" vorstellt.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: snitch am 13. Oktober 2017, 15:00:51
@BSG1966:
Die von ihnen erwähnten Leistungen sind die Mindestanforderungen (und noch dazu nicht korrekt).

Mir ist bei der Bundeswehr kein anderer Fitnesstest bekannt, deshalb die Nachfrage. Und aus der Gesamtwertung des BFT lassen sich sehr wohl Rückschlüsse auf die generelle (militärische) Fitness ziehen.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 13. Oktober 2017, 15:03:41
Nein, nein der BFT ist nicht der Military Fitness Test. Der MFT ist der Aufnahmetest für den Lehrgang Military Fitness an der Sportschule der Bw in Warendorf. Der besteht aus 800m laufen, Munitionskastenstemmen und einem Gefechtsfeldparcour.
Der Parcour hat die Anteile Gleiten, Kriechen, Sprinten, Handgranatenwurf, Liegestütz, Verwundetentransport mit Rautekgriff, Gamstragegriff usw... Der Test ist vom USMC übernommen, nur werden bei der Bw die Pausen zwischen den Disziplinen weggelassen. Also im Internet gibt es sicher mehr zum "Combat Fitness Test" von den Marines, falls man mehr darüber erfahren will.

Der Sportplan für das KSK ist sicher nicht schlecht. Man muss halt schauen, dass man dem Körper beibringt vorallem lange Belastungen zu ertragen. Darauf sollte der Fokus liegen. Einfach ausprobieren ob dich das weiterbringt. Wann gehts denn auf den EKL?
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 13. Oktober 2017, 15:09:14
Hier eine Beschreibung der deutschen Variante:

Eingangstest militärische Fitness (PDF) (https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&ved=0ahUKEwjY087t1O3WAhUBhBoKHcTTD4wQFgg6MAI&url=http%3A%2F%2Fwww.kommando.streitkraeftebasis.de%2Fresource%2Fresource%2FMzEzNTM4MmUzMzMyMmUzMTM1MzMyZTM2MzIzMDMwMzAzMDMwMzAzMDY5MzgzNzMyNjk3MzZkMzUyMDIwMjAyMDIw%2FEingangstest%2520Milit%25C3%25A4rische%2520Fitness.pdf&usg=AOvVaw1GKeaw78DkpS62JZ_fK95I)
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: snitch am 13. Oktober 2017, 15:11:22
Vielen Dank!  :)
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: BSG1966 am 13. Oktober 2017, 15:25:38
Und aus der Gesamtwertung des BFT lassen sich sehr wohl Rückschlüsse auf die generelle (militärische) Fitness ziehen.

...seh ich echt anders.

1. 1000m sagt nichts aus über Ausdauer, da wären 3-5000 wesentlich aussagekräftiger.
2. Klimmhang ist absolut lächerlich. Ich hab beispielsweise durch schmale Konfiguration und geringes Geweicht massiv Vorteileund schaff locker ne Minute, während sehr sehr sehr sehr fitte Kameraden da wesentlich mehr zu kämpfen haben. Da wären Klimmzüge deutlich repräsentativer.
3. Pendellauf könnte noch am ehesten verwertbar sein in Richtung Schnellkraft - ist aber in der Durchführung in meinen Augen auch nur bedingt für die Fläche geeignet. Ich hab da massive Bedenken bezüglich Verletzungsrisiko.

Aber gut, wir schweifen ab.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: snitch am 13. Oktober 2017, 16:15:42
1. Wer die 1000m in einer guten Zeit (<3:45min) läuft, wird auch die 3km locker in 15min schaffen. Da besteht durchaus ein Zusammenhang.
2. "Sehr sehr ... fitte Kameraden" (="Pumper"?) haben nicht nur beim Klimmhang Nachteile, sondern dann wohl auch im Ausdauerbereich... hier gehts eher um Kraftausdauer. Reine Kraft ist während des EK selten gefragt.
3. Pendellauf lässt - wie sie angemerkt haben - Rückschlüsse auf die Schnellkraft zu --> Schnellkräftigere Soldaten werden z. B. auch beim Überwinden der Hindernisbahn bessere Ergebnisse abliefern.

Und so viel andere Anforderungen stellt dieser Eingangstest auch nicht:
Ausdauer: 800m statt 1000m
Kraftausdauer: 2min lang 15kg stemmen
Schnellkraft: Gefechtsfeldparkour (meine Vermutung: in 9 von 10 Fällen ist der schnellste Sprinter auch beim Gleiten und Kriechen am schnellsten)

Knackig ist allerdings tatsächlich, dass alles direkt hintereinander ausgeführt werden muss... das läuft dann alles schön im anaeroben Bereich ab! ;D 8)
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: BSG1966 am 13. Oktober 2017, 16:19:04
"Sehr sehr ... fitte Kameraden" (="Pumper"?)

Triathlet.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: snitch am 13. Oktober 2017, 17:25:57
Dann widersprichst du dir aber!
Gute Triathleten haben im Vergleich zu ihrer Körpergröße ein eher geringes Gewicht (Ausdauerathleten), müssten also durch ihr "geringes Gewicht massiv Vorteile" haben... Schneidet so jemand beim Klimmhang schlecht ab, liegt es an einer zu geringen (Griff)Kraft/Kraftausdauer.

Und reine Triathleten sind laut (meiner) Definition von Fitness auch nicht umfassend fit. Sie bringen zwar beachtliche Leistungen im Bereich Ausdauer, Fitness umfasst aber auch körperliche Leistungsfähigkeit im Bereich Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Koordination. Und genau diesen Mix sollte auch eine gute militärische Fitness abdecken.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Ralf am 13. Oktober 2017, 19:09:51
Zitat
Schneidet so jemand beim Klimmhang schlecht ab, liegt es an einer zu geringen (Griff)Kraft/Kraftausdauer.
Das wird er aber ganz scher nicht. Denn das (geringe) Gewicht ist sehr einfach zu halten. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Zitat
Und reine Triathleten sind laut (meiner) Definition von Fitness auch nicht umfassend fit. Sie bringen zwar beachtliche Leistungen im Bereich Ausdauer, Fitness umfasst aber auch körperliche Leistungsfähigkeit im Bereich Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Koordination. Und genau diesen Mix sollte auch eine gute militärische Fitness abdecken.
Gegenfrage: welcher Sportart sollte denn geeigneter sein?
Und die Aussage, dass ein Triathlet einen großen Vorsprung in Fitness hat ist nun mal richtig.
Das ist doch nur Erbsenzählerei.
Deine -mit einem Fragezeichen versehene Aussage
Zitat
Sehr sehr ... fitte Kameraden" (="Pumper"?)
trifft nicht zu. Diese sind alles andere als fit. Da sehe ich jeden zweiten Tag ausreichend junge Erwachsene, die man wirklich nicht als fit bezeichnen kann. Was will man mit der Masse? Die hindert nur.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: F_K am 13. Oktober 2017, 19:18:25
Halten wir auch hier fest: Ein guter Soldat kennt den Test und sollte min. ein "Gut" schaffen ...

... Egal wie der Test aussieht (wenn es ein Test für die gesamten SK ist).
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: snitch am 13. Oktober 2017, 19:49:21
@Ralf:
Zwei der drei Zitate sind schön aus dem Zusammenhang gerissen und spiegeln in keinster Weise meine Aussage wieder...
 
Meine Aussagen in Kurzform:
Triathlet = leicht = Vorteil beim Klimmhang; wenn trotzdem schlecht darin --> keine Griffkraft
"Pumper" = schwer = Nachteile nicht nur beim Klimmhang, sondern auch bei Ausdauer

Geeignete Sportarten?
Funktionelles Training gepaart mit HIIT-Einheiten. Mache ich zwar nicht, aber Crossfit kommt dem z. B. sehr nahe.

Die langen, gleichmäßigen Ausdauereinheiten, die im Triathlon-Training großen Raum einnehmen, sind im militärischen Umfeld kaum von Belang. Wann bewegt sich in den heutigen Einsatzszenarien ein Soldat länger als 3km im Laufschritt?
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Ralf am 13. Oktober 2017, 20:00:33
Zitat
Zwei der drei Zitate sind schön aus dem Zusammenhang gerissen und spiegeln in keinster Weise meine Aussage wieder...
Dann müsstest du vielleicht deine Aussagen so schreiben, dass sie nicht falsch verstanden werden können.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 13. Oktober 2017, 20:05:28
Die langen, gleichmäßigen Ausdauereinheiten, die im Triathlon-Training großen Raum einnehmen, sind im militärischen Umfeld kaum von Belang. Wann bewegt sich in den heutigen Einsatzszenarien ein Soldat länger als 3km im Laufschritt?

Zum Beispiel regelmäßig im Einzelkämpferszenario, meist auch mit schwerem Gepäck und Maschinengewehr. Und auch wenn es nur um lange Patrouillenmärsche geht ist die Grundlagenausdauer am Ende entscheidend. HIIT sind auch wichtig, aber in diesem Umfeld ohne ein umfangreiches Ausdauertraining ohne Belang.
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: snitch am 13. Oktober 2017, 21:43:01
Gute Triathleten haben im Vergleich zu ihrer Körpergröße ein eher geringes Gewicht (Ausdauerathleten), müssten also durch ihr "geringes Gewicht massiv Vorteile" haben... Schneidet so jemand beim Klimmhang schlecht ab, liegt es an einer zu geringen (Griff)Kraft/Kraftausdauer.

"Sehr sehr ... fitte Kameraden" (="Pumper"?) haben nicht nur beim Klimmhang Nachteile, sondern dann wohl auch im Ausdauerbereich...

dem ging voraus:
Klimmhang ist absolut lächerlich. Ich hab beispielsweise durch schmale Konfiguration und geringes Geweicht massiv Vorteileund schaff locker ne Minute, während sehr sehr sehr sehr fitte Kameraden da wesentlich mehr zu kämpfen haben.

@Ralf: Genaues Lesen hilft aber auch oftmals...  ;)


Patrouillenmärsche
Marsch ≠ Laufschritt. Mit schwerem Gepäck (>30kg) werden sicherlich keine großen Distanzen im Laufschritt zurückgelegt und Marschieren trainiert man nun mal am besten durch Marschieren. Das ist ein ganz anderes Bewegungsmuster. Ich war dieses Jahr mal wieder mit Y-Reisen in Nimwegen, eine gewisse Marscherfahrung liegt also durchaus vor...
Titel: Antw:EKL 1 Bericht
Beitrag von: Jan96 am 13. Oktober 2017, 21:58:47
Zitat
Mit schwerem Gepäck (>30kg) werden sicherlich keine großen Distanzen im Laufschritt zurückgelegt und Marschieren trainiert man nun mal am besten durch Marschieren.

Im Einzelkämpferlehrgang werden genau diese Läufe mit >30kg im Laufschritt über Distanzen von mehr als den genannten drei Kilometer gefordert. Und im Spessart ist das nicht in einer Ebene sondern meist sehr hügelig. Also das ist schon etwas das hier abverlangt wird.

Das mit den Patrouillien sollte nur als ein weiteres Beispiel gelten in dem Ausdauer von Nöten ist. Wer seinem Körper beigebracht hat effizient Fette als Energiequelle zu nutzen kann Dauerbelastungen  von mehreren Stunden oder Tagen deutlich besser durchstehen als derjenige der sich bei seinen Workouts hauptsächlich im HIIT Bereich aufhält.