Forum Chat ()
StartseiteForumTeamANB / RegelnFeedgenerator Hilfe
  • 29. März 2017, 03:16:58
  • Willkommen Gast
Bitte logg dich ein oder registriere dich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Autor Thema: Rund um WDB / Verwundung / Tod / PTBS / DU / Behinderung / Mobbing  (Gelesen 35908 mal)

FrankP

  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 491
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #15 am: 28. Juni 2014, 21:59:51 »

Wobei man allerdings beim Vergleichen die Wirksamkeit von "seriösen" Psychotherapien auch nicht völlig unkritisch sehen sollte. Das sind alles durchaus keine trivialen Behandlungen, die "garantiert funktionieren". Die klassische Psychoanalyse beispielsweise hat sich in manchen Hinsichten als therapeutisch vollkommen wirkungslos herausgestellt, soweit ich weiß. Zugrunde liegende Modelle aus der Psychologie sind heute teils wieder umstritten, und etliches an "Lehrbuchinhalten" konnte nicht repliziert werden etc. (Was konkret die Behandlung von PTBS u. ä. angeht, kenne ich mich konkret allerdings nicht aus.) in short: Auch die Psychologen und Psychiater fischen häufig ziemlich im Trüben.
Gespeichert

ulli76

  • Forums-Doc
  • Administrator
  • ******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 23.129
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #16 am: 28. Juni 2014, 22:20:14 »

Ein seriöser Therapeut wird nie behaupten dass die Therapie auf jeden Fall wirken wird. Genauso muss man die richtige Therapie für die jeweilige Krankheit finden.
Die klassische Psychoanalyse gibt es immernoch, gilt aber inzwischen als ineffektiv. Genau das ist aber auch wissenschaftlicher Fortschritt- Therapien werden auf ihre Wirksamkeit untersucht und ggf. aufgegeben oder abgewandelt.
Heutzutage gibt es darüber hinaus kaum noch reine Therapieformen, sondern es werden in der Therapie Aspekte der verschiedenen Formen genutzt, auch wenn es einen Schwerpunkt gibt.
Auch wird PTBS in der Regel nicht mit den klassischen Therapieformen behandelt, sondern z.B. mit EMDR- was aber natürlich auch nicht bei jedem Patienten hilft.

Aber dann im Umkehrschluss Therapieformen zu propagieren, für die es gar keinen Wirkungsnachweis gibt halte ich schlichtweg für unverantwortlich.
Dann kann man wie Schlammi das überspitzt dargestellt hat, auch weisse Kaninchen opfern.
Gespeichert
•Medals are OK, but having your body and all your friends in one piece at the end of the day is better.
http://www.murphys-laws.com/murphy/murphy-war.html

FrankP

  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 491
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #17 am: 29. Juni 2014, 10:35:13 »

Die klassische Psychoanalyse gibt es immernoch, gilt aber inzwischen als ineffektiv. Genau das ist aber auch wissenschaftlicher Fortschritt- Therapien werden auf ihre Wirksamkeit untersucht und ggf. aufgegeben oder abgewandelt.

Gerade im Bereich Psychologie ist die Geschichte halt ganz besonders "unscharf": Noch immer wird klassische Psychoanalyse angewandt - und die Kosten dafür auch z. T. von Krankenkassen übernommen. Patienten dort hinzuschicken ist dann natürlich noch wesentlich verantwortungsloser: Schließlich wissen wir nichts über die Wirksamkeit der Opferns von weißen Kaninchen, aber einiges über die Nicht-Wirksamkeit von Psychoanalyse. (Außerdem ist letztere wohl erheblich teurer.  ;D )

Zum Thema "alternative Behandlungsformen" fällt mir ein Fall ein, den Missionarinnen aus Ostafrika mir berichteten: Für eine nicht seltene, aber offenbar nur regional auftretende akute psychische Erkrankung bei Frauen war keine wirksame psychotherapeutische Behandlung bekannt. In Ermangelung anderer Optionen und nach Rücksprache mit Psychiatern vor Ort und in Deutschland wagten die frommen Schwestern das Experiment, die Patientinnen "gesund zu beten". Sie hatten damit nachhaltigen Erfolg. Das Ganze wurde an keiner Stelle wissenschaftlich begleitet oder an anderen Orten wiederholt. Für mich als Wissenschaftler heißt das: Oh - Forschungsbedarf! (super). Aber auch: Nicht gleich alles in die Voodoo-Schublade stecken, was ich (noch) nicht verstehe. Wissenschaft heißt hinsehen, und ich denke, da können wir noch eine Menge lernen (was auch mit der Fördermittelvergabe zu tun hat, aber das ist wieder ein anderes Fass). Gerade im Bereich der Psychologie/Psychotherapie.

Womit ich nicht gesagt haben will, dass die Krankenkasse demnächst für weiße Kaninchen bezahlen soll..  ;)
Gespeichert

ulli76

  • Forums-Doc
  • Administrator
  • ******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 23.129
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #18 am: 29. Juni 2014, 10:59:19 »

Was z.B. das Gesundbeten angeht, müsste man aber z.B. schauen, was für Krankheiten die Patientinnen hatten, was genau der dahinterliegende Pathomechanismus war und was genau an dem Gesundbeten geholfen hat- das kann auch sein, dass die Missionarinnen einfach eine Form der Gesprächstherapie parallel gemacht haben ohne dass man das so genannt hat.
Außerdem ist der Glaube an eine höhere Macht sogar eine speziellere Form der Verhaltenstherapie.

Die Frage wäre, ob das Gesundbeten geholfen hätte, wenn die Missionarinnen keinerlei Kontakt zu den Patienten gehabt hätten und die Patientinnen nicht gewusst hätten, dass man für sie betet (Doppelblindversuch)
Gespeichert
•Medals are OK, but having your body and all your friends in one piece at the end of the day is better.
http://www.murphys-laws.com/murphy/murphy-war.html

FrankP

  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 491
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #19 am: 29. Juni 2014, 14:01:11 »

Die Frage wäre, ob das Gesundbeten geholfen hätte, wenn die Missionarinnen keinerlei Kontakt zu den Patienten gehabt hätten und die Patientinnen nicht gewusst hätten, dass man für sie betet (Doppelblindversuch)

"Doppelblindbeten" - cool   ;D

Ob's das Beten als solches war... lässt sich natürlich bezweifeln, und dessen Einfluss wird sich kaum je beweisen oder widerlegen lassen.  Es geschah übrigens gemeinsam mit den Patientinnen, in der Gruppe - soweit ich mich erinnere jedenfalls. Insofern dürften (auch?) andere Faktoren dabei eine Rolle gespielt haben. Aber darum ging's mir auch nicht. Ich fand die Form der "Therapie" als solche schon ungewöhnlich genug. Wenn die aber nun im gegebenen Rahmen die besten Erfolgsaussichten hatte - wäre womöglich ein Abbruch wegen "Unwissenschaftlichkeit" zum Schaden der Patientinnen und damit als verantwortungslos zu bezeichnen?
Gespeichert

ulli76

  • Forums-Doc
  • Administrator
  • ******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 23.129
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #20 am: 29. Juni 2014, 14:18:57 »

Das muss man aber auch mal so sehen, dass es dort wahrscheinlich keine andere Form der Therapie gibt. Sei es wegen fehlender medizinischer Infrastruktur, sei es wegen Akzeptanzproblemen von psychiatrischen Erkrankungen gerade in solchen Gesellschaften wie man sie in Afrika findet.
Gespeichert
•Medals are OK, but having your body and all your friends in one piece at the end of the day is better.
http://www.murphys-laws.com/murphy/murphy-war.html

schlammtreiber

  • Spam - Meister
  • Administrator
  • ******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 20.532
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #21 am: 30. Juni 2014, 09:27:32 »

Weißes Kaninchen opfern ...  ;D ;D ;D
Ja, das klingt in der Tat lustig.  ;D

ABER: Ich glaube nicht, das die betroffenen Soldaten das auch so lustig finden.

Ich glaube, Du verstehst nicht was ich sagen will... alle von mir zitierten Methoden wurden (und werden) angewandt, und es gibt (oder gab) Millionen von Menschen, die Stein und Bein darauf schwören/geschworen haben.

Der Grieche des 5. Jhdt v.Chr., der den Göttern ein Kaninchen für die Gesundung seines Kindes anbietet... die Nonne des 15. Jhdt n.Chr., die ihre Patienten gesundbetet... der Deutsche des 21. Jhdt n. Chr., der sich mit Leitungswasser kuriert, welches vorher 3 Tage in einer geweihten Karaffe mit Heilsteinen aufgeladen wurde... die finden das wohl alle nicht "witzig", machen das nicht zum Zeitvertreib, sondern glauben daran.

Und dasselbe gilt für Kinesiologie oder Homöopathie.
Des Menschen Glaube ist sein Himmelreich.
Gespeichert
Semper Communis
Bundeswehrforum.de - Seit 14 Jahren werbefrei!
Helft mit, daß es so bleiben kann

Stabili

  • Gast
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #22 am: 03. Juli 2014, 09:14:57 »

Hallo,

Wo, wie und ab wann kann man den diesen Vorbehaltsbescheid beantragen?
Gibt es dafür einen Vordruck? Oder formlos?

Lg
Gespeichert

Tommie

  • Miles & More
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 7.875
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #23 am: 03. Juli 2014, 09:25:46 »

Der Vorbehaltsbescheid kann formlos beantragt werden, so lange das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist!
Gespeichert
"Killing folks is easy, being politically correct is a pain in the ass!"

Achmed, the Dead Terrorist

Stabili

  • Gast
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #24 am: 03. Juli 2014, 11:11:08 »

Das hatte ich soweit verstanden Tommie.
Nur wollte ich wissen an wen ich den Antrag stellen muss?
Gibt es eine "mindest" Dauer bis man diesen Antrag stellen kann?
Meine WDB läuft seit 7 Monaten und ich hab bis Dato noch nichts gehört.
Würde mich aber interessieren, da ich zum 30.09. ausscheide  ::) ::)

Ich hab schon die Frau vom Sozialdienst drauf angesprochen ... jedoch war ihre Reaktion ca. so  :o ??? ::) :(
Die meinte es gibt Vorbehaltsstellen, aber keine Vorbehaltsbescheide  ;D
Gespeichert

Tommie

  • Miles & More
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 7.875
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #25 am: 03. Juli 2014, 11:19:32 »

Haben Sie denn einen Eingangs- oder einen Zwischenbescheid über Ihren WDB-Antrag erhalten? Wer bearbeitet den Antrag denn? Und genau dort stellen Sie auch diesen Antrag!

Üblicherweise ist die bearbeitenden Stelle die ehemalige WBV-West in Düsseldorf, die diese Aufgabe jetzt bundesweit übernommen hat. Leider weiß ich nicht, welcher Dienststelle, in die die ehemaligen WBV-en "zerfallen" sind, diese Stelle zugeordnet ist!

Ist Ihre WDB denn auf einen Einsatz zurück zu führen? Kommt für Sie eventuell das Einsatzweiterverwendungsgesetz in Frage? haben Sie einen Anspruch auf ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art nach § 6 EinsatzWVG?
Gespeichert
"Killing folks is easy, being politically correct is a pain in the ass!"

Achmed, the Dead Terrorist

Stabili

  • Gast
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #26 am: 03. Juli 2014, 11:25:23 »

Nö kein Einsatz. Unfall während der Dienstverrichtung.
Ich glaube einen Eingangsbescheid habe ich bekommen, aber einen Zwischenbescheid hab ich nicht bekommen.

Gespeichert

F_K

  • die wandelnde ZDV
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 10.718
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #27 am: 03. Juli 2014, 11:27:43 »

@ Stabili:

.. und mit welchen GdS rechnest Du?

Wenn dieser unter den 25% liegt, sind eh nur kleine / geringe Leistungen zu erwarten, so dass ein Vorbehaltsbescheid nicht wirklich zielführend ist.
Gespeichert

Stabili

  • Gast
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #28 am: 03. Juli 2014, 11:30:12 »

Ja mit einem GdS der aufjedenfall mal über 25% ist. Also minimum mit 30%.
Ich hab auch gelesen dass ein GdS höher eingestuft werden muss, wenn der Geschädigte dadurch seinen zum Zeitpunkt ausgeübten Berufen nicht weiter verfolgen kann.
Gespeichert

F_K

  • die wandelnde ZDV
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 10.718
Antw:Handfeste Hilfe bei Verwundung, WDB und PTBS
« Antwort #29 am: 03. Juli 2014, 12:08:57 »

Naja, der ausgeübte Beruf ist ja Soldat - und da wirst Du entlassen.

However:
Vorbehaltsbescheid bei der Stelle beantragen, die die Eingangsbestätigung versandt hat.
Gespeichert
 

© 2002 - 2017 Bundeswehrforum.de