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Autor Thema: Erfahrungsbericht ZNwG Nord 27.11.-28.11.12  (Gelesen 3197 mal)

Kai Rehberg

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Erfahrungsbericht ZNwG Nord 27.11.-28.11.12
« am: 29. November 2012, 16:06:15 »

Hallo Liebe Forengemeinde,
da ich mich auch Dank euch, sehr gut auf meine Eignungsfeststellung vorbereiten konnte, möchte ich mit meinem Beitrag ein wenig zurück geben und den Usern die noch nach Hannover müssen einen kleinen Einblick geben was sie erwarten wird.

Kurz zu mir: Ich habe mich für eine Stelle als Feldwebel im allgemeinen Fachdienst als IT Feldwebel beworben. Da ich schon 8 Jahre Dienstzeit rum habe und mit 33 schon zum alten Eisen gehöre, habe ich mir bei meiner Bewerbung auch nicht allzuviel Hoffnungen gemacht. Dennoch wollte ich es versuchen und man sagte mir, das IT-Systemelektroniker gesucht werden.

Tag 1 (Anreisentag)

Ankunft laut Einladungsschreiben sollte bis 10:45 Uhr erfolgen. Da ich auch Ostfriesland anreiste und viel zu früh losgefahren bin, war ich schon um 09:30 Uhr da.
An der Anmeldung wurde die Persönlichen Daten abgeglichen und es wurde Bettwäsche, Laufmappe und ein Schloss empfangen. Der Hauptgefreite erklärte einem Kurz die Hausordnung und den Weg zur Stube. Dann hieß es Bettmachen, Spind einräumen und sich mit den Stubenkammeraden bekannt machen. Ich lag mit 7 weiteren Bewerbern auf der Stube, wovon bis auf einer, alle eine Bewerbung als Feldwebel eingereicht haben.

Um 11:00 Uhr war die Einweisung in den Ablauf des Testverfahrens der nächsten Tage und im Anschluss musste ein Biometrischer Fragebogen ausgefüllt werden. Für die beantwortung der Fragen hatte man 30 Min. Zeit.
Inhalt soweit ich mich noch erinnern kann waren: 1 Seite Multiple Choice Fragen und dann 6 Fragen die Handschriftlich ausgefüllt werden müssen. (Was prägte Sie aus Ihrer Schulzeit, Was prägte Sie aus Ihrer Erziehung bis heute, Warum wollen Sie zur Bundeswehr, Was machen Sie wenn die Einstellung bei der Bundeswehr nicht klappt und 2 weitere Fragen, die ich nicht mehr weiß.) Alles in allem ein Fragebogen, bei dem man Wahrheitsgemäß antworten sollte, da diese Fragen später noch mal wieder kommen.

Im Anschluss daran ging es zum Mittagessen.

12:30 Uhr war der CAT Test angesetzt. Dabei sitzt man vor einem PC und beantwortet Fragen aus dem Bereich Allgemein Wissen, Englisch, Deutsch, Mathe, Technisches Verständniss, Wortbeziehungen, Reaktionsfähigkeit, Chinesische Zeichen addieren, Elektrotechnik und Persönliche Frage die mit Trifft zu, Trifft nicht zu beantwortet werden müssen.
Ihr braucht auf jeden fall nicht einfach an einen PC Stürmen, sondern ihr werdet an die jeweiligen Plätze zugewiesen. Und wundert euch nicht, wenn einige schon nach 30-45 Min. fertig sein sollte, der Test wird für jeden Bewerber individuell angefertigt. Zwar nicht inhaltlich, aber vom Umfang her. Da um 15:00 Uhr die Datensicherung des _Zentralservers läuft, musste ich um kurz vor 15:00 Uhr meinen Test unterbrechen und durfte um 07:00 Uhr am nächsten Morgen wieder erscheinen und den Rest abarbeiten. 2 meiner Stubenkameraden erging es genauso und somit war der erste Dienstlich gesehen geschafft.

Am Abend wurde uns die Möglichkeit gegeben einen Vortrag eines Betreuungsfeldwebels über die Bundeswehr und den Auslandseinsatz zu besuchen. Das ganze war freiwillig, aber unsere Stube wollte geschlossen dort hin. Der Vortrag war sehr interessant, auch wenn ich vieles davon kannte, aber der Hauptfeldwebel gestallte alles sehr lebhaft und nutze auch viele gelegenheiten die Bewerber zu fragen, warum Sie zur Bundeswehr wollen, sowie Politische Fragen. Im hinblick auf das Prüfgespräch wollte er einfach mal sehen wie die Männer und Frauen so vorbereitet sind. Ich war stellenweise schon sehr erstaunt, was dort für Antworten kamen und wie schlecht einige vorbereitet sind.
Der Vortrag ging von 18:00 bis 19:30 Uhr in etwa. Bis 21:30 Uhr haben wir uns dann im Betreuungsraum aufgehalten und Dart gespielt.

Um 22:00 Uhr lagen wir alle im Bett, weil der nächste Tag recht früh beginnt und wir alle kaputt waren.

Tag 2

Ich bin um 05:00 Uhr aufgestanden, weil ich mich in Ruhe Duschen und fertig machen wollte. Und um 06:15 Uhr gings zum Frühstück.
Danach gings für die, die Fertig geworden sind zum Arzt und die anderen gingen noch mal zum CAT Test. Ich war innerhalt von 30 Min. fertig, da ich nur noch die Persönlichen Fragen beantworten musste und dann durfte ich auch zum Arzt.
Beim Arzt wurde dann erstmal ein Seh- und Hörtest gemacht, dann Gewicht und Größe ermittelt und ein Urintest. Danach ins Wartezimmer und warten bis man zum Arzt rein musste. Da ich bei der Ausscheidungsuntersuchung einen BMI von 35 hatte ging das ganze dann beim Arzt erst richtig los. Ich habe mittlerweile einen BMI von 27,8 aber der Arzt wollte ein Ultraschall von meiner Leber und die Blutwerte musste auch kontrolliert werden. Neben den anderen Untersuchungen versteht sich. Alles in allem war ich trotz des CAT Test am Morgen mit einer der ersten beim Arzt, aber der letzte der beim Arzt fertig war. Aber alles in allem bin ich mit T2 gemustert worden und durfte direkt danach zum Sport test.

Bis auf 2 weitere von meiner Stube war der Rest schon mit dem Sporttest fertig und diesen haben alle bestanden. Zu uns dreien gesellten sich noch 2 Damen, die auch noch den Sporttest ablegen mussten.
Da ich mich sehr intensiv auf den Sporttest vorbereitet habe, war ich zwar angespannt, aber dennoch recht gelassen. Denn auch den Ergometer test habe ich im vorfeld geübt. Und das kann ich auch nur jedem empfehlen, denn es hat sich auch in meiner Gruppe gezeigt, dass auch sportliche leute hier durchfallen.
Zum Sporttest im einzelnen:
- 4 x 9 m Pendellauf in min. 10,4 Sek. für 1 Pkt.
- 40 Sek. Situp min. 21 für 1 Pkt.
- Standweitsprung 1,95m für 1 Pkt.
- 40 Sek. Bundeswehr Liegestütz 13 für 1 Pkt.
In diesen Disziplinen müsst ihr allerding insgesamt mindestens 6 Pkt. schaffen.
Und zu guter letzt kam der Ergometer test dran. Ihr müsst das 2,6 Fache eures Körpergewichtes in Watt treten. In meinem Fall waren es 234 Watt also 16 Min. strampeln.
In meiner Gruppe sind 2 von 5 Prüflingen durchgefallen. Und die waren ansonsten auch sehr sportlich. Aber wenn ihr euch richtig drauf vorbereitet ist der Sporttest kein Problem.
Ich habe 15 Punkte gemacht und bin der Beweis dafür, dass man auch mit Plautze und guter Vorbereitung den PFT locker schafft.

Nach dem Sport gings unter die Dusche und zum Essen. Da wir gesagt bekommen haben, dass wir um 12:30 Uhr im Warteraum sein sollen um zum Prüfgespräch abgeholt zu werden, habe ich mich vor dem Essen schon in schale geworfen.
Das Essen ist übrigens sehr gut, da ich aber recht nervös wegen dem Prüfgespräch war, habe ich kaum was runter bekommen.

Bevor ich nun etwas näher auf das Prüfgespräch eingehe möchte ich etwas zur Bekleidungsauswahl schreiben. Denn ich habe da leute gesehen, die Feldwebel oder Unteroffizier werden wollen und mit zerissenen Jeans oder im Hip Hop Gansta Style in dieses Gespäch gegangen sind und zu tiefst enttäuscht waren, dass sie entweder nur eine Eignung zum Mannschaftssoldat bekommen haben, oder gänzlich abgelehnt worden sind.
Führt euch bitte vor Augen, worauf Ihr euch bewerbt. Als Feldwebel nämlich auf eine Stelle, als Führer, Erzieher und Ausbilder. Also auf eine ganz klare Führungs- und Vorbildposition. Und dieses Prüfgespräch ist nichts anderes als ein Vorstellungsgespräch. Demzufolge zieht euch auch bitte so an, dass man dieses erkennen kann. Ich persönlich habe mich für einen Anzug und Krawatte entschieden, da es in meiner Branche normal ist in einem Vorstellungsgespräch so aufzutreten.

12:30 Uhr habe ich mich also im Warteraum eingetroffen und bin auch relativ Zeitnah dran gekommen.
In meinem Gespräch waren ein Prüfoffizier und ein Psychologe. Es gab aber auch Konstellationen in denen nur ein Offizier oder nur ein Psychologe waren.
Ich wurde zu meiner schulischen und beruflichen Vergangenheit befragt, wie ich mit der Trennung meiner Eltern zurecht kam, was ich in meiner Freizeit mache, ob mir schon mal der Führerschein abgenommen wurde, Punkte in Flensburg, und da in dem CAT Test die Frage " Würden Sie Gewallt im Dienst anwenden würde, wenn es auf einer Rechtsgrundlage basiert" mit trifft zu angegeben hatte, sollte ich dieses mit einem Beispiel verdeutlichen. Im Großen und ganzen wurde ich eigentlich überwiegend zu meiner Person befragt.
Danach musste ich vor der Tür Platz nehmen und die beiden haben sich beraten. Nach einer gefühlten ewigkeit durfte ich wieder in den Raum und ich wurde gefragt wie das Gespräch meiner Meinung nach gelaufen ist. Das habe ich mit einem gut beantworten und mir wurde gesagt das die beiden das auch so sehen und mich als Feldwebel sowie als SaZ 20 für sehr geeignet halten und mir auch die Empfehlung dafür schreiben werden.

Mit einem breiten Lächeln habe ich mich verabschiedet und bin dann zum Einplaner geschickt worden. Dort habe ich sehr lange verbracht und ich habe dann zusammen mit dem Einplaner die für mich passende Stelle an einem passenden Standort gefunden.

Da erst noch abgeklärt werden muss, ob ich mit meinen 8 Jahren Vordienstzeit auf diese Stelle drauf kann, wurde mir eine vorläufige Einplanung gegeben und ich bekommen die nächsten Tage eine Rückmeldung.

Wenn das klappt, dann bin ich ab dem 01.04.2013 in der Fernmeldestaffel der Stabskompanie PzBrig 21 in Augustdorf als ITAdmFw InfoÜb Weitverkehr SK Bw

Im Anschluss an den Einplaner noch zum Berufsförderungsdienst und dann Abgabe Bettwäsche und Laufmappe und dann gings auch schon wieder nach hause.

Alles in allem kann ich sagen, dass wenn man sich gut vorbereitet, im Prüfgespräch Selbstbewusst auftritt und angemessen gekleidet ist. Dann ist es schaffbar. Es ist nicht einfach und das soll es auch nicht sein, aber es ist auch kein Hexenwerk. Es sind alle sehr Nett gewesen und man braucht keine Angst vor der Eignungsfestellung haben. Ich selbst habe mich auch sehr verrückt machen lassen im Vorfeld, aber als ich erstmal da war, lief es eigentlich wie von selbst.

Und auch als Wiedereinsteller mit 8 Jahren vordienstzeit und einem Alter von 33 Jahren, ist es mit einem für die Bundeswehr verwertbaren Beruf nicht unmöglich wieder bei der Bundeswehr anzufangen. :-)

Für Fragen und Anregungen stehe ich euch gerne zur Verfügung und hoffe euch einen Einblick gegeben zu haben.
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Devtones

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Antw:Erfahrungsbericht ZNwG Nord 27.11.-28.11.12
« Antwort #1 am: 29. November 2012, 16:22:28 »

Dem entsprechend scheint sich ja schon etwas geändert zu haben... Damals konnten wir auch einen Feldwebel befragen, nur leider wusste niemand wo der ist... Wirklich niemand. Wir haben die Person gefragt, die uns die Präsentation vorgetragen hat, den Offizier, der aufgepasst hat, die Pförtner... Niemand wusste was, wodurch der Feldwebel am nächsten Tag relativ verärgert gefragt hat, warum niemand da war :D
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Kai Rehberg

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Antw:Erfahrungsbericht ZNwG Nord 27.11.-28.11.12
« Antwort #2 am: 29. November 2012, 17:38:17 »

Wir hatten 2 Betreuungssoldaten, einen Obermaat und einen Hauptfeldwebel. Und die waren auch immer da, bzw. waren im bereich Steuerkopf anzutreffen. Das war auch sehr passend, weil der HFw das gemacht hat, was ich auch gerne machen will und ich somit die ATN rausbekommen habe...
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