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Autor Thema: Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013  (Gelesen 5931 mal)

Al ex

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So, ein herzliches "Servus" zusammen! Da mir -wie schon so Vielen vor mir- die im Forum vorhandenen Erfahrungsberichte gut zur Vorbereitung geholfen haben, wollte ich mich nun auch revanchieren. Wenn Fragen bestehen kann man mir gerne eine PN schicken.

Tag 1, 14.02:

Nach ziemlicher langer Anreise bin ich gegen 14:15 Uhr mit der S-Bahn an der Station Westhoven angekommen. Beim Ausstieg hab ich auch gleich einen Mitbewerber getroffen, mit dem ich mich dann die restlichen 5 Minuten Gehweg zur Kaserne gemacht habe. Nach Begrüßung in der Unterkunft gabs die Bettwäsche, diese wurde noch schnell (mehr oder minder erfolgreich) bezogen um sich dann mit den Betreuungsoffizieren kurz vor 15 Uhr vor dem Unterkunftsgebäude zu treffen. Diese stellten sich kurz vor und folglich machten wir uns auf den Weg in den Gebäudetrakt, in dem sich fortan alle Prüfungen befanden. Hier gab es dann zwei Vorträge, einmal vom PvD, unserem Personalberater und den zweiten von einem Prüfungsoffizier. Hierbei handelt es sich lediglich um allgemeine Belehrungen bzw. Informationen und den Ablauf/Inhalt der einzelnen Prüfungsstationen. Während der Belehrungen hörten wir intervallweiße immer wieder Gelächter aus dem Nebenraum. Auf unsere fragenden Blicke hin, erklärte uns der Offizier, dass es sich hierbei um die „Glücklichen“ handelt, die es bis zum Einplanungsvortrag geschafft haben und dass maximal die Hälfte von uns morgen dort auch sitzen wird. Abschließend mussten wir noch den biographischen Fragebogen ausfüllen, der zur Vorbereitung für das Interview dient. Wie man sich dafür vorbereitet? Gar nicht. Was man machen muss? Ehrlich sein. Den Studienbogen bekamen wir mit auf die Stube, dieser musste tags darauf vor dem Deutschtest abgegeben werden. Spätestens jetzt sollte man wissen was und vor allem warum man etwas studieren will. Da es am Anreisetag kein gestelltes Essen gab gingen wir abends alle zum sagenumwobenen Griechen und aßen dort etwas. Hier und danach auf der Stube lernten wir uns alle etwas besser kennen und dann ging es gegen 22 Uhr ins Bettchen.


Tag 2, 15.02:

Nachdem beinahe alle eher bescheiden gut geschlafen haben standen wir um 4 Uhr 50 auf um bei der geringen Anzahl von Duschen rechtzeitig einen Platz zu bekommen. Danach kleideten wir uns (fast) alle angemessen ein und marschierten zum Frühstück in die Kantine, in die uns nach knapp 15 Minuten Wartezeit ca. um 5 Uhr 50 Einlass gewährt wurde. Das Frühstück fiel dem engem Zeitfenster gemäß eher kurz aus, denn bereits vor 6 Uhr 10 mussten wir im Nebengebäude bereit zum Deutschtest sitzen. Hier gab es eine kurze Einweisung der Prüfungsleiterin und dann ging es schon los. Aufgabenstellung: Eines der beiden Wortpaare aussuchen, definieren, Gemeinsamkeiten /Unterschiede klarstellen und  zusammenfassen. Während  viele andere Bewerber spontan und ohne Gliederung vor sich hin schrieben dachte ich mir daheim schon eine passende Einleitung aus, um Zeit zu sparen. Denn im Grunde handelt es sich hierbei um eine freie Erörterung, somit sollte eine gewisse Struktur der Argumente schon erkennbar sein, Einleitung/Hauptteil/Schluss wären auch nicht verkehrt.
Danach findet man sich in einem Warteraum ein und wird für die ganzen medizinischen Tests geholt, dann wieder ins Wartezimmer gesetzt, dann wieder geholt, dann wieder ins Wartezimmer usw. Für mich stellte sich bei den ärztlichen Untersuchungen raus, dass eigentlich alles passt. Ohren gut, Augen für den Fliegerischen Dienst geeignet. Doch dann: Der Rücken! Während mir im KWEA gesagt wurde, ich sei deswegen nur für Gebirgs- und Fallschirmjäger ausgeschlossen, wurde mir hier offenbart, dass die komplette Kampftruppe wegfällt! Das traf mich wie ein Blitz, dementsprechend resigniert stolperte ich zu dem nächsten Test. Dieser war der PMO, quasi Persönlichkeitsmerkmale Offizier. 116 Fragen, die man auf einer Skala von 1-7 mit Zustimmung und Ablehnung bewerten muss. Das Zeitlimit sollte hier niemanden interessieren, man muss auf die Fragen spontan antworten! Umso länger man überlegt, desto eher eröffnen sich Differenzen bei den ähnlich gestellten Fragen. Die Fragen drehen sich um die Einstellung gegenüber Ausländer, den Alkohol- bzw. Drogenkonsum, möglichen Waffengebrauch und Arbeits- bzw. Lernmotivation. Auch dieser Test bildet eine weitere Grundlage des Interviews.
Nach dem PMO stand wieder etwas Warterei auf der Liste, danach ging es zu der Prüfung, von der ich persönlich am meisten Angst bzw. Respekt hatte. Das Gruppensituationsverfahren.
Wir waren zu fünft und wurden von einem Offizier und einer Psychologin geprüft. Es handelte sich um das alte Spiel, Ressourcenknappheit und Krisenmanagement. Bei beiden Teilen muss man aktiv mitagieren und auf die Mitbewerber eingehen! Also nicht an Ihnen vorbeireden. Hat man erst einmal einen Standpunkt eingenommen, muss man diesen natürlich auch ausdauernd vertreten. Im Endeffekt handelt es sich um eine Gratwanderung zwischen Zurückhaltung und Vorpreschen. Man darf sich also nicht in die Ecke drängen lassen, sich aber genauso wenig in den Mittelpunkt stellen. Meine Gruppe war ziemlich stark, also musste ich es ausnutzen, wenn ich einmal zum Wort kam, und habe meine Ausführungen dann immer gleich etwas länger gehalten. Das verschafft Gesprächsanteile. Dann der dritte Part des GSV, der Vortrag. Da ich schon immer halbwegs eloquent war und noch nie Probleme mit Referaten in der Schule hatte, tat ich mich dementsprechend leicht. Bei meinem Szenario ist die Handballhalle meines Vereins abgebrannt und nun steht die Entscheidung zwischen zwei Alternativhallen mit ihren Vor- und Nachteilen bevor. Als Vereinspräsident musste ich eine Entscheidung treffen und diese in 25 min (was auch der Vorbereitungszeit entspricht, wir waren jedoch alle schon noch weniger als 20 min fertig) vor der Mitgliederversammlung ( = Mitbewerber) vortragen. Wichtig ist hier eine klare Strukturierung des Vortrags, empfehlenswert ist die Nennung von zukünftigen Schritten (in diesem Szenario).
Das GSV war hiermit zu Ende und wir durften im Warteraum Platz nehmen, die meisten gingen auf ihre Stuben, da es bereits auf 11 Uhr zuging und ab 11 Uhr 30 das Mittagessen auf dem Plan stand. Ich jedoch war der erste Bewerber, der ins Interview musste und somit auch einer der Wenigen, der vor dem Mittagsessen den Zwischenbescheid zur Offizierseignung in den Händen hielt. Im Interview werden alle bis jetzt vorliegenden Informationen genutzt, um dem Bewerber jede erdenkliche Frage zu stellen. Ich persönlich hatte mich ursprünglich für die Kampftruppe beworben und aus Jux und Tollerei als Zweitwunsch den fliegerischen Dienst der Luftwaffe mit in die Bewerbung geschrieben. Folglich quetschte mich der Personaloffizier erst einmal detailliert 10 Minuten über das genaue Berufsbild des Piloten aus, wo bereits Tornados der Bundeswehr wie im Einsatz waren usw. Das war eher unangenehm, da ich mich eigentlich auf meine Wunschverwendungen vorbereitet habe. Dann war die Psychologin dran. Sie hinterfragte schulische Ergebnisse und soziale Entwicklungen bzw. wie es wozu kam. Danach war wieder der Offizier an der Reihe. Die Einstiegsfragen waren immer harmlos, z.B. „Wie informieren Sie sich über das aktuelle tagespolitische Geschehen?“ .Daraus resultierten dann mit Fortgang des Gespräches jedoch immer kompliziertere Fragen, ich musste also mehr oder minder den derzeitigen Konflikt in Syrien mit dem in Libyen zu Zeiten des „Arabischen Frühlings“ vergleichen und bewerten (lasst euch hiervon nicht abschrecken, bei manch anderem Bewerber wurden nicht einmal politische Themen angesprochen bzw.  nicht in diesem Umfang).
Nach Ende des Interviews wurde ich rausgeschickt, 5 Minuten später wieder ins Zimmer geholt. Ihre Entscheidung wurde mir offenbart, falls Interesse besteht kann man sich ein Feedback geben lassen. Meine Leistungen lagen bis hier in einem leicht überdurchschnittlichen Bereich, dementsprechend fiel auch meine Offizierseignung aus.
Voller Zufriedenheit marschierte ich also entspannt zum Mittagessen, während die anderen Bewerber teils ängstlich vor den Cevapcici saßen, da sie das Interview noch vor sich haben. Das Interview bedeutete insgesamt für knapp die Hälfte der angereisten Bewerber am ersten Prüfungstag gleich das Aus. Ich hingegen, nahm es als ein ganz angenehmes Gespräch war. Das kann daran liegen, dass ich vollkommen ruhig reingegangen bin und jede Antwort spontan und ausführlich gegeben habe. Das soll nicht heißen, dass man sich auf diese Fragen nicht vorbereiten soll, jedoch sollte man –meiner Meinung nach- von paraphrasierten Antworten ablassen. Ich denke, dass die Prüfer es merken, wenn etwas künstlich und auswendig gelernt klingt. Somit war ich gegen 12 Uhr beinahe fertig für den 2. Tag. Da der gefürchtete Mathetest erst gegen Nachmittags anstand, beschloss ich auf die Stube zu gehen und mich für eine Stunde hinzulegen, während die anderen Bewerber ihre Prüfungen haben. Doch das „Glück“ währte nicht lange, denn bereits nach einer halben Stunde kam einer meiner Stubenkameraden zurück. Bei ihm war das Interview scheinbar nicht so gut verlaufen, weshalb er die Heimreise antreten musste. Ich half ihm ein bisschen beim Packen und verabschiedete mich von ihm. Kurze Zeit später kam mein anderer Stubenkamerad mit einem breiten Grinsen herein – er war noch im Rennen.
Nach dem ganz normalen Informationsaustausch machten wir uns also wieder auf dem Weg in eines der Wartezimmer, um für den Mathetest aufgerufen zu werden. Voller Euphorie durch den erlangten Zwischenbescheid machten wir (=der verbliebene Stubenkamerad und ein Badener, den ich vorher über das Forum kennen gelernt habe) uns keine großartigen Sorgen, da wir alle Studiengänge ausgewählt haben, bei denen Mathe nicht von herausragender Bedeutung ist. Dennoch sollte man den Mathetest nicht auf die leichte Schulter nehmen, da er trotzdem in die Studieneignung mit einfließt. Nun zum Mathetest: Multiple Choice, 60 Fragen unter Zeitdruck, Arithmetik, Algebra, Geometrie. Eigentlich der komplette Schul- bzw. Oberstufenstoff, ausschließlich Stochastik. Ich dachte mir, die beste Vorbereitung sei die Abiturvorbereitung. Also hab ich’s wie beim Abi gemacht. Komplett alles zusammengeschrieben und gelernt, danach ein paar Übungen angeschaut. Ich dachte also, ich sei ziemlich gut gewappnet, da ich mir es zu dem Zeitpunkt ohne Probleme noch einmal zugetraut hab, ein Matheabi zu schreiben. Jedoch waren die Fragen anders, irgendwie seltsam, und in keinster Weise so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Daraus folgte: Raten. Ich habe viel durch mögliche Ausschlüsse geraten. Und zu allem Überfluss brach der Test bei mir (das denke bzw. dachte ich mir zumindest) aufgrund von Fehlantworten ab. Das Gefühl danach war dementsprechend bescheiden. Da es sehr vielen Mitbewerbern ähnlich ging, schaukelten wir uns mit unseren Impressionen den restlichen Abend gegenseitig auf.
Um 16 Uhr stand schließlich das Abendessen an und danach kam der oben erwähnte Einplanungsvortrag. Wir waren also die 17 Glücklichen bzw. Übriggebliebenen und saßen nun dort, wo wir uns am vorigen Abend im Nachbarzimmer hingewünscht hatten. Hier erklärte uns ein ziemlich munterer Kapitänleutnant noch einmal, was uns im Falle einer Einstellung erwarten würde und legte uns auch wieder die nötige Flexibilität ans Herz. Er hatte eine (ich denke bzw. hoffe bewusste) makabre Art und wollte uns mit unangenehmen Fragen wiederholt den Ernst der Lage verdeutlichen. Darüber hinaus kam auch der Hinweis, dass nicht einmal die Hälfte der Bewerber, die so weit kommen, eingestellt werden. Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Vortrag, der den einen oder anderen Bewerber nochmal ins Grübeln brachte. Danach waren wir fertig, zogen uns um und hockten uns wieder zum Griechen. Hier philosophierten wir wieder über den kommenden Tag und sahen unsere Chancen aufgrund des offensichtlich misslungenen Mathetests oft eher schlecht. Diesmal ging es etwas später in die Heia, da war im kommenden Tag auch etwas länger schlafen konnten.
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Al ex

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Antw:Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #1 am: 25. Februar 2013, 22:43:47 »



Tag 3, 16.02:

Letzter Tag. Wir standen erst um 05:30 auf und gingen wieder um 05:45 zum Frühstücken. Ob man viel oder wenig vor dem Sporttest ist sei jedem selbst überlassen, ich aß ganz normal, da ich im Sporttest jetzt keine monumentale Herausforderung sah.  Folglich watschelten wir zur Halle, die etwas abseits liegt, und wärmten uns auf. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und die Anforderungen wurden wiederholt mitgeteilt. Es handelt sich letztendlich um den altbewährten PFT, nicht wie oft angenommen um den bereits eingeführten BFT. Warum, wieso, weshalb wird ja in den Foren häufig diskutiert oder erklärt. Es ist ganz einfach. In einer Halle, vor allem in einer kleineren, wird’s schwierig einen 1000 Meter Lauf durchzuführen. Um die Chancengleichheit zwischen den Bewerbern im Sommer bzw. Winter zu wahren, bleibt man beim PFT. Was mir hier auffiel, ist die Relevanz der Bewegungsausführung. Ich war in der Gruppe, die vom PvD geleitet wurde. Dieser legte uns nahe, die Bewegungsabläufe richtig und beständig zu praktizieren. Bei einer anderen Gruppe sah ich aber auch dermaßen abartige Liegestütze, dass es mir eiskalt den Rücken runterlief. Vor dem Sporttest muss man sich keine Sorgen machen, geschweige denn sich darauf hintrainieren (außer man ist nicht so fit und möchte Sportwissenschaften studieren). Ganz ehrlich, wenn man den Test nicht problemlos mit zweistelliger Punktezahl schafft, hat man -zumindest meiner Meinung nach- nichts bei der Bundeswehr bzw. in einem Soldatenberuf zu suchen.
Nun ging es zum Duschen zurück in die Unterkunft und folglich zum Warten in einen der zahlreichen Warteräume. Wir bekamen eine Menge Unterlagen zum Ausfüllen und durften wieder warten, warten, warten und? Warten. Nun wurde ein Bewerber nach dem anderen entweder zu einem der Einplanungsoffiziere oder zur Studienberatung gerufen. Letztere Instanz hat weniger eine beratende, als eine bewertende Funktion. Sollten sich Studienwunsch und- eignung nicht decken, muss man hier einen Offizier von den Studienabsichten überzeugen. Also saß ich im Warteraum. Der erste Bewerber, der aufgerufen wurde war mein verbliebener Stubenkamerad. Dieser kam nach kurzer Zeit abermals mit einem breiten Grinsen und einer Sofortzusage für Verwendungs- und Studienwunsch zurück. Die nächsten 6 oder 7 Bewerber kamen auch mit Sofortzusagen zurück, was uns Übriggebliebenen ehrlich gesagt jegliches Fünkchen Zuversicht nahm (uns wurde gesagt, dass es im Normalfall 2 bis maximal 4 Sofortzusagen pro Gruppe gibt). Und ich sag euch eins: Das Warten nagt. Dann kam, um das Fass zum Überlaufen zu bringen, ein Einplanungsoffizier herein und offenbarte uns (im Wortlaut) folgende Worte: „ Wie Sie sicherlich bemerkt haben, wurden schon eine beträchtliche Menge an Sofortzusagen verteilt. Das bedeutet, dass unser Pensum an möglichen Zusagen ausgeschöpft ist.“
Uff. Da rutschte uns das Herz in die Hose. Nach einer kurzen Pause fing er jedoch an zu lächeln und meinte, dass der Rest vielleicht doch noch eine Chance hätte, vorhergegangene Aussage war also ein Scherz. Nach dieser kleinen Einlage bat er mich mit in sein Büro zu kommen. Er erzählte mir erst, in welchen Bereichen ich mich in welchem Viertel oder Drittel der Bewerber befand. Aufgrund dieser Aussagen war für mich klar, dass ich auf die Warteliste komme. Dann  fuhr er mit meinen übrig gebliebenen Verwendungsmöglichkeiten vor, z.B. Fernmeldetruppe und Feldjäger. Letztere seien aber sehr beliebt, auf nur knapp 50 Stellen kämen 600-700 Bewerbern. Wenn ich möchte, könnte ich jedoch eine dieser paar Stellen haben.
Bitte was?! Völlig überrumpelt eröffnete er mir eine Sofortzusage und betonte, dass er mich von der Studienberatung für meinen Mathetest loben soll. In Bezug zu meinen Schulnoten sei eine deutliche Steigerung sichtbar. Danach erzählte er noch etwas Organisatorisches, was ich aber alles nicht mehr mitbekam. Ich hatte eine Sofortzusage für meinen Wunschstudiengang und eine gute Verwendung. Ich kehrte in den Warteraum zurück und wurde, wie alle anderen auch, mit Glückwünschen empfangen. Danach warteten wir aus Solidarität auf den Rest. Insgesamt bekamen über 10 Bewerber Sofortzusagen. Aus Verwunderung fragten wir nach, und uns wurde von einem Einplanungsoffizier eröffnet, dass wir eine außerordentlich starke Bewerbertruppe waren, was sich auch in unserem Zusammenhalt zeigte. Aus der Gruppe vom Vortag (zu welcher wir uns am ersten Abend nach dazu sehnten) gab es von 39 Bewerbern nur eine Sofortzusage.
Im Überschwang der Gefühle machten wir danach noch ein Gruppenbild, verabschiedeten uns ganz herzlich und wünschten uns alles Gute, bis wir uns zum 1.7. zumindest teilweise wiedersehen.




Ich hoffe ich konnte mit diesem Bericht dem ein oder anderen Interessenten einen gewissen Einblick geben. Der Bericht wurde bewusst etwas lebhafter geschrieben, ich möchte hiermit eine psychische Spannung vorwegnehmen und nicht die nackten Fakten des Verfahrens offen legen. Diese finden sich, soweit für den Bewerber bestimmt, auf der Homepage der Bundeswehr.

Gruß Alex
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nimo

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Antw:Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #2 am: 25. Februar 2013, 22:59:44 »

Glückwunsch! Super Bericht, da werden Erinnerungen wach :)
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Al ex

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Antw:Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #3 am: 26. Februar 2013, 12:12:54 »

Dankeschön! Ja, war schön, das alles nochmal Revue passieren zu lassen  :)
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Tessert

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Antw:Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #4 am: 23. März 2013, 18:26:31 »

Auch ich möchte hier meine (negativen) Erfahrungen zum Besten geben.

Vorab sei gesagt, dass ich seit meiner Kindheit Pilot werden möchte, mich für Flugzeuge interessiere und Segelfliegen betreibe.
Aufgrund der Tatsache, dass mein Fluglehrer mir dazu riet, auf jeden Fall eine fliegerische Laufbahm einzuschlagen und meinem Interesse am Militär im Allgemeinen, habe ich mich dann für den Fliegerischen Dienst/Militärische Flugsicherung beworben (ich bin uneingeschränkt flugtauglich (Fliegerärztliches Zeugnis)).
Mein Abiturschnitt ist 2,3 (Bayern).

1 Tag

Anreise:

Ankommen, Betten beziehen, Vortrag mit ausfüllen des "Biografischen Lebenslaufes"

Befremdlich ist, dass jene, welche bei der Frage "Sind sie in der Lage auf Menschen zu schießen" dieses mit "Weiß ich nicht" beantworteten auch demnächst im Range eines Offizieranwärters stehen, das verstehe wer will (durch meinen Bruder (Polizeieinstellungsberater) weiss ich, dass bei der Polizei diese Antwort, verständlicherweise, sofort zum Ausschluss führt).

2 Tag

Die ersten Tests durchlaufen, ärztlich keinerlei Bedenken.

Gruppensituationsverfahren:

Wir hatten das Thema zwei Fußballkarten, drei Bewerber.
Als Argument brachte ich ein, dass ich für eine Fußballzeitung schreiben würde und darum eine der Karten dringend bräuchte, ich aber versuchen würde für ein nächstes Spiel Freikarten zu organisieren und Spielerautogramme mitbringen würde.

Meine Mitbewerber gaben an: 1. Meine Freundin ist nicht da und ich habe Langeweile.
                                        2. Ich bin großer Fan und will da hin.

Beide meiner Mitstreiter lagen interessanterweise goldrichtig, da ich "zu" zielstrebig argumentiert hätte. Ich hab immer gedacht Zielstrebigkeit wäre eine Grundvoraussetzung, wohlgemerkt ohne die anderen zu "Überreden").

Persönliches Gespräch:

Was die militärischen Belange anging, war alles völlig in Ordnung (Auslandseinsatzbereitschaft (gegeben),etc.; der Offizier war sehr angetan von meinen Argumenten und meiner Zielstrebigkeit was meinen Berufswunsch angeht.

Dann kam der zweite "Befrager" und damit das Ende.
Es handelte sich um eine Person, welche selber "Praktikant" war und schlichtweg mochte er mich augenscheinlich nicht.
Er meinte, dass ich ja mit meiner Segelfliegerei die Schule vernachlässigen würde (Abi-Schnitt: 2,2) und ohnehin nur studieren wolle (wie das jetzt mit meiner schulischen Nachlässigkeit zusammenpasst, erklärt sich auch nicht zwingend) und dann ab in die Wirtschaft.
Als ich angab, dass ich auch ohne Studium zur Luftwaffe gehen würde, da ich Berufssoldat werden möchte, verschlug es ihm ersteinmal die Sprache (der erste Befrager lächelte leise zu meinen Gunsten).
Dann teilte mir Befrager 2 mit, das mein Zeugnis nicht ausreichend wäre (bei 2,3 ist das ja wohl der Lacher, vor allem vor dem Hintergrund, dass Bewerber mit Note 5 in Mathe, es bis zum 2. Tag geschafft und die Mitbewerber wahrlich nicht alle besser waren).
Außerdem mein Zeugnis war ja vorher bekannt, wieso dann die Einladung?
Ich gab dann an, dass mein Abiturschnitt in Ordnung wäre (sprich gut) und es auch auf die wesentlichen Talente eines Offiziers ankäme (wie Kameradschaft, Zielstrebigkeit, Motivation, Selbstsicherheit und Bereitschaft sich Einzufügen)).
Dies alles ruhig und konzentriert vorgetragen, ohne Phrasen zu dreschen.
Genau darauf schien es aber nicht anzukommen, vielmehr hatte ich das Gefühl, dass der Befrager 2 sich zunehmend ärgerte, dass er mich nicht aus der Fassung bringen konnte und mir im Anschluss mitteilte, Offizier ginge nicht, aber Feldwebel das wäre doch auch was.
Bei allem Verständnis, welches Ansehen genießt eigentlich das Unteroffizierkorps bei der Bundeswehr und bei einem Abiturienten kann die Frage ja wohl nicht ernst gemeint sein, ohne Überheblichkeit .
Diese hatten aber Mitbewerber (z.B. "Wenn ich erstmal Offizier bin, kann ich die ganzen Dummköpfe von Uffzen schön rumschubsen", usw., hoffe die bekommen die Quittung).
Toll, was für ein Offiziernachwuchs sich da anbahnt.

Mein fliegerisches Talent (mehrere Auszeichnungen) fand übrigens keine Beachtung, aber das ist für einen Piloten wahrscheinlich aus Sicht der Bundeswehr auch nicht sooo wichtig.

Klar bin ich enttäuscht und kann das Nichtbestehen (könnte mich in 6 Monaten nochmal bewerben) nicht nachvollziehen, aber ich möchte nur die vorwarnen, welche meinen, das wenn sie motiviert und mit Überzeugung Soldat werden möchten, die Prüfung mit links bestehen.

Die Wahrheit will auch hier nicht immer gehört werden und es geht schlichtweg wie so oft darum, wen man als Prüfer hat, egal wie gut man ist.

Auf jeden Fall drücke ich allen die Daumen!

Ach ja, die Aufnahmprüfung bei der Lufthansa sowie bei der Bundespolizei habe ich bestanden, werde mich dann entscheiden.
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KlausP

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Antw:Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #5 am: 23. März 2013, 18:34:17 »

Zitat
Bei allem Verständnis, welches Ansehen genießt eigentlich das Unteroffizierkorps bei der Bundeswehr und bei einem Abiturienten kann die Frage ja wohl nicht ernst gemeint sein, ohne Überheblichkeit .

"Ohne Überheblichkeit"? "Welches Ansehen hat das Unteroffizierkorps in der Bundeswehr"? Sie arrogantes Bürschchen! Solche wie Sie schaffen es viel zu oft in die Offizierlaufbahn. Gut, dass sowas rechtzeitig ausgebremst wird. Dann schon lieber die von Ihnen so Gescholtenen, die erkennt man sehr schnell und die laufen immer wieder gegen Wände. Viel Erfolg bei Lufthansa oder Bundespolizei.
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Tessert

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Antw:Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #6 am: 23. März 2013, 18:49:07 »


Wenn Sie meinen Text richtig gelesen haben, geht es mir gerade darum , dass ich das Unteroffizierkorps als gleichwertig sehe und deshalb nicht verstehen kann, wieso man einem Offizierbewerber sagt, Uffz. dafür reicht es.
Die Äußerungen der anderen Mitbewerber sind ja gerade jene, welche unmöglich sind, mein Vater ist übrigens Oberstabsfeldwebel und bestätigt das die Bundeswehr oft den Hang hat gerade jene Offiziere einzustellen, welche alles wollen, nur nicht überzeugend Soldat sein (Studium in erster Linie).
Mir wurde jedenfalls die Achtung vor allen Dienstgeraden gelehrt, deshalb verstehe ich Ihre Äußerung nicht.
Ich für meinen Teil sehe den Offizierberuf als Verantwortung gegenüber den eigenen Männern, aber darauf schien es eben nicht anzukommen.
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KlausP

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Antw:Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #7 am: 23. März 2013, 18:50:54 »

Okay, dann habe ich Sie falsch verstanden.
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nimo

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« Antwort #8 am: 23. März 2013, 18:52:46 »

@KlausP: Ich habe das aber auch falsch verstanden.
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Firli

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Antw:Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #9 am: 23. März 2013, 18:56:04 »

2,3 ist bei den doppelten Abiturjahrgängen, so gut ich persönlich den Schnitt finde, an der OPZ gerade mal unteres Mittelmaß. Es bewerben sich anscheinend sehr viele mit einem Schnitt von 1,x.

Ihre Einstellung ist löblich. Die von Ihnen genannten Mitbewerber sind hoffentlich nicht mit Erfolg abgereist :s

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Tessert

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« Antwort #10 am: 23. März 2013, 19:09:26 »

Es geht mir auch gar nicht so sehr um den Schnitt, da einen guten Offizier ja nicht der Abi-Schnitt auszeichnet, aber genau darauf scheint das Auswahlverfahren immer mehr hinzuzielen (unter dem Motto, dann bekommt die Wirtschaft die nicht).
Jedenfalls scheint Interesse an dem Soldatenbruf als solchen, nicht das Hauptanliegen zu sein.
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Tessert

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Antw:Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #11 am: 23. März 2013, 19:11:49 »

Eigentlich will ich ja zur Luftwaffe/Heeresflieger und gehe auch noch mal in mich, ob ich mich parallel (trotz Zusage Lufthansa/Bundespolizei) nocheinmal bewerbe, aber man hat ja auch seinen Stolz, jedenfalls bin ich sehr enttäuscht, wie das Verfahren abgelaufen ist, auch wenn ich kein Einzelfall bin.
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Al ex

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Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #12 am: 23. März 2013, 19:20:01 »

Kann gut sein, dass ich mich irre, aber ist der abischnitt (im Normalfall) nicht nur für die Einladung ans ACFüKrBw und die Studieneignung, nicht für die Offizierseignung von höherer Bedeutung?
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Seb090

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Antw:Erfahrungsbericht OPZ bzw. ACFüKrBw 14.02 bis 16.02.2013
« Antwort #13 am: 23. März 2013, 19:29:14 »

Naja, sie müssen ein Studium mit Erfolg bestehen - da ist ein Abischnitt eben doch ein wichtiges Kriterium! Und bei sovielen Bewerbern die mittlerweile 1,X haben, ist 2,3 eben einfach nichtmehr "gut".

Und naja, scheinbar haben sie eben nicht die hinreichenden Kriterien, die zu einer erfolgreiche Einstellung bei der Bundeswehr führen, erfüllt. Das sie jetzt nicht gerade froh sind, ist ja absolut verständlich, aber das jetzt auf die Prüfer zu übertragen und die Schuld am System zu suchen - jetzt nicht gerade der richtige und sinnvollste Weg.
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