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Autor Thema: Prüfung OPZ "Nichtbesteher"  (Gelesen 8391 mal)

Tessert

  • Gast
Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« am: 23. März 2013, 18:39:25 »

Auch ich möchte hier meine Erfahrungen zum Besten geben.

Vorab sei gesagt, dass ich seit meiner Kindheit Pilot werden möchte, mich für Flugzeuge interessiere und Segelfliegen betreibe.
Aufgrund der Tatsache, dass mein Fluglehrer mir dazu riet, auf jeden Fall eine fliegerische Laufbahm einzuschlagen und meinem Interesse am Militär im Allgemeinen, habe ich mich dann für den Fliegerischen Dienst/Militärische Flugsicherung beworben (ich bin uneingeschränkt flugtauglich (Fliegerärztliches Zeugnis)).
Mein Abiturschnitt ist 2,3 (Bayern).

1 Tag

Anreise:

Ankommen, Betten beziehen, Vortrag mit ausfüllen des "Biografischen Lebenslaufes"

Befremdlich ist, dass jene, welche bei der Frage "Sind sie in der Lage auf Menschen zu schießen" dieses mit "Weiß ich nicht" beantworteten auch demnächst im Range eines Offizieranwärters stehen, das verstehe wer will (durch meinen Bruder (Polizeieinstellungsberater) weiss ich, dass bei der Polizei diese Antwort, verständlicherweise, sofort zum Ausschluss führt).

2 Tag

Die ersten Tests durchlaufen, ärztlich keinerlei Bedenken.

Gruppensituationsverfahren:

Wir hatten das Thema zwei Fußballkarten, drei Bewerber.
Als Argument brachte ich ein, dass ich für eine Fußballzeitung schreiben würde und darum eine der Karten dringend bräuchte, ich aber versuchen würde für ein nächstes Spiel Freikarten zu organisieren und Spielerautogramme mitbringen würde.

Meine Mitbewerber gaben an: 1. Meine Freundin ist nicht da und ich habe Langeweile.
                                        2. Ich bin großer Fan und will da hin.

Beide meiner Mitstreiter lagen interessanterweise goldrichtig, da ich "zu" zielstrebig argumentiert hätte. Ich hab immer gedacht Zielstrebigkeit wäre eine Grundvoraussetzung, wohlgemerkt ohne die anderen zu "Überreden") und jetzt kommts: Mich gleichzeitig gegenüber den Anderen zu kompromissbereit gezeigt hätte.

Persönliches Gespräch:

Was die militärischen Belange anging, war alles völlig in Ordnung (Auslandseinsatzbereitschaft (gegeben),etc.; der Offizier war sehr angetan von meinen Argumenten und was meinen Berufswunsch angeht.

Dann kam der zweite "Befrager" und damit das Ende.
Es handelte sich um eine Person, welche selber "Praktikant" war und schlichtweg mochte er mich augenscheinlich nicht.
Er meinte, dass ich ja mit meiner Segelfliegerei die Schule vernachlässigen würde (Abi-Schnitt: 2,3) und ohnehin nur studieren wolle (wie das jetzt mit meiner schulischen Nachlässigkeit zusammenpasst erklärt sich auch nicht zwingend) und dann ab in die Wirtschaft.
Als ich angab, dass ich auch ohne Studium zur Luftwaffe gehen würde, da ich Berufssoldat werden möchte, verschlug es ihm ersteinmal die Sprache (der erste Befrager lächelte leise zu meinen Gunsten).
Dann teilte mir Befrager 2 mit, das mein Zeugnis nicht ausreichend wäre (bei 2,3 ist das ja wohl der Lacher, vor allem vor dem Hintergrund, dass Bewerber mit Note 5 in Mathe, es bis zum 2. Tag geschafft und die Mitbewerber wahrlich nicht alle besser waren).
Außerdem mein Zeugnis war ja vorher bekannt, wieso dann die Einladung?
Ich gab dann an, dass mein Abiturschnitt in Ordnung wäre (sprich gut) und es auch auf die wesentlichen Talente eines Offiziers ankäme (wie Kameradschaft, Zielstrebigkeit, Motivation, Selbstsicherheit und Bereitschaft sich auch einsatzbedingt Einzufügen)).
Dies alles ruhig und konzentriert vorgetragen ohne Phrasen zu dreschen.
Genau darauf schien es aber nicht anzukommen, vielmehr hatte ich das Gefühl, dass der Befrager 2 sich zunehmend ärgerte, dass er mich nicht aus der Fassung bringen konnte und mir im Anschluss mitteilte, Offizier ginge nicht, aber Feldwebel das wäre doch auch was.
Bei allem Verständnis, welches Ansehen genießt eigentlich das Unteroffizierkorps bei der Bundeswehr und bei einem Abiturienten kann die Frage ja wohl nicht ernst gemeint sein, ohne Überheblichkeit .
Diese hatten aber Mitbewerber (z.B. "Wenn ich erstmal Offizier bin, kann ich die ganzen Dummköpfe von Uffzen schön rumschubsen", usw., hoffe die bekommen die Quittung).
Toll, was für ein Offiziernachwuchs sich da anbahnt.

Mein fliegerisches Talent (mehrere Auszeichnungen) fand übrigens keine Beachtung, aber das ist für einen  Piloten wahrscheinlich aus Sicht der Bundeswehr auch nicht sooo wichtig.

Klar bin ich enttäuscht und kann das Nichtbestehen (könnte mich in 6 Monaten nochmal bewerben) nicht nachvollziehen, aber ich möchte nur die vorwarnen, welche meinen, das wenn sie motiviert und mit Überzeugung Soldat werden möchten, die Prüfung mit links bestehen.

Die Wahrheit will auch hier nicht immer gehört werden und es geht schlichtweg wie so oft darum, wen man als Prüfer hat, egal wie gut man ist.

Auf jeden Fall drücke ich allen die Daumen!

Ach ja, die Aufnahmprüfung bei der Lufthansa sowie bei der Bundespolizei habe ich bestanden, werde mich dann entscheiden.
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Tessert

  • Gast
Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #1 am: 23. März 2013, 18:52:22 »


Mein Vater ist übrigens Oberstabsfeldwebel und bestätigt das die Bundeswehr oft den Hang hat gerade jene Offiziere einzustellen, welche alles wollen, nur nicht überzeugend Soldat sein (Studium in erster Linie).
Mir wurde jedenfalls die Achtung vor allen Dienstgeraden gelehrt.
Ich für meinen Teil sehe den Offizierberuf als Verantwortung gegenüber den eigenen Männern, aber darauf schien es eben nicht anzukommen.
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StierNRW

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #2 am: 23. März 2013, 18:54:11 »

@ Tessert

Zunächst mal:

Ich bin wirklich erschüttert wegen deiner Ausführungen. So kann das echt nicht sein.

Was mich aber noch interessiert:

Kannst du denn bei der Bundespolizei auch in den fliegerischen Dienst ?

Also wirklich eine Zusage speziell dafür ?

Ich meine: Sich auf Demos herumprügeln irgendwo im Bundesgebiet ist ja auch nicht immer schön, wenn man das machen muß ;)

Auf jeden Fall:

Alles Gute dir  8)
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Tessert

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #3 am: 23. März 2013, 19:01:40 »

Hallo

danke für die netten Worte.
Nein bei der Bundespolizei muss ich auf Lücke setzen, da die fliegerische Ausbildung nicht sofort möglich ist.
Man kann aber sofort angeben, dass man dieses Ziel anstrebt, ob es dann klappt ist natürlich auch ein bisschen Glück.

Eigentlich will ich ja zur Luftwaffe/Heeresflieger und gehe auch noch mal in mich, ob ich mich nocheinmal bewerbe, aber man hat ja auch seinen Stolz, jedenfalls bin ich sehr enttäuscht, wie das Verfahren abgelaufen ist, auch wenn ich kein Einzelfall bin.
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F_K

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #4 am: 23. März 2013, 19:13:43 »

Zitat
Bei allem Verständnis, welches Ansehen genießt eigentlich das Unteroffizierkorps bei der Bundeswehr und bei einem Abiturienten kann die Frage ja wohl nicht ernst gemeint sein, ohne Überheblichkeit .

... und, wer findet den Fehler?
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Seb090

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #5 am: 23. März 2013, 19:31:37 »

Es hätte gereicht, den Post einmal hier im Forum reinzusetzen. Mehrere Einträge sind nicht gerade Gesprächsfördernd. Kann man vielleicht ja zusammenführen oder so...

Meine Ausführung ist ja im anderen Thread zu lesen - ansonsten: Alles Gute auf dem weiteren Weg!

LG!
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Stabsarzt

mailman

  • Gast
Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #6 am: 23. März 2013, 19:42:11 »

Es ist nun mal bei jedem Auswahlverfahren so, das die Chance besteht das man nicht genommen wird.

Im vorliegenden Fall lese ich immer bloß "die anderen", "Mitbewerber" die angeblich ja so schlimme Antworten usw. gegeben haben.
Bloß immer auf die anderen schauen und den Fehler nie bei sich selbst suchen.

Fakt ist "die Mitbewerber"waren offensichtlich besser.
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IdZ

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #7 am: 23. März 2013, 19:45:01 »

@Tessert

Lass über die Sache erstmal ein bisschen Gras wachsen, dann entscheide dich neu. Hast ja ein paar Monate.
Ich werde ab 1.07. selbst OA und habe es erst beim zweiten Anlaufe geschafft. Kam beim ersten mal auch nicht mit einem Prüfer klar, scheint wohl bei manchen so, dass die ein bestimmtes Bild vor Augen haben wie man sein muss...

Ich würde dir raten es dann nochmal zu versuchen! Dir wird zu 100% ein anderes Prüfteam zugeteilt (aus Fairnessgründen)!

Und wenn nicht, dann Lufthansa! Im Vergleich zu den anderen Airlines eine top Ausbildung und gutes Gehalt, im Gegenteil was ich da bei anderen gehört habe...

Grüße
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Tessert

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #8 am: 23. März 2013, 20:00:31 »

Mir liegt es fern die Mitbewerber negativ zu sehen, die können ja nichts für die Prüfer, nur manchen Zeitgenossen möchte ich eben nicht "neben mir im Felde" haben.
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Tommie

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #9 am: 23. März 2013, 20:01:41 »

Offiziere leben im Felde sowieso gefährlicher als Unteroffiziere ;D ! Stichwort: Friendly fire ...
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"Killing folks is easy, being politically correct is a pain in the ass!"

Achmed, the Dead Terrorist

mailman

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #10 am: 23. März 2013, 20:03:59 »

Mir liegt es fern die Mitbewerber negativ zu sehen, die können ja nichts für die Prüfer, nur manchen Zeitgenossen möchte ich eben nicht "neben mir im Felde" haben.

Und was treibt Sie zu dieser abenteuerlichen Aussage? Vllt möchten manche Sie auch nciht im Feld "neben sich haben".
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Leet

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #11 am: 23. März 2013, 21:21:26 »

Kann das schon etwas nachvollziehen. Bei mir waren auch sehr viele dabei die eine Sofortzusage bekamen, bei denen ich mich auch gefragt hab wie es dazu kam. Andererseits waren aber auch viele dabei, bei denen man gedacht hat sie hätten das Zeug und die nötigen Qualifikationen dazu, welche es dann doch nicht geschafft haben.
Im Gespräch mit den anderen hat sich danach auch heraus kristallisiert, dass manche Prüfer mit der Zusage etwas großzügiger umgegangen sind als andere.
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SeScha

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #12 am: 23. März 2013, 21:59:10 »

Kann das schon etwas nachvollziehen. Bei mir waren auch sehr viele dabei die eine Sofortzusage bekamen, bei denen ich mich auch gefragt hab wie es dazu kam. Andererseits waren aber auch viele dabei, bei denen man gedacht hat sie hätten das Zeug und die nötigen Qualifikationen dazu, welche es dann doch nicht geschafft haben.
Im Gespräch mit den anderen hat sich danach auch heraus kristallisiert, dass manche Prüfer mit der Zusage etwas großzügiger umgegangen sind als andere.

Die Empfindungen über das Interview sind auch durchaus variabel. Einige sprachen von einer sehr offenen, entspannten Atmosphäre, andere sprachen von neutral, ich empfand es stellenweise als feindselig.
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apollo98

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #13 am: 23. März 2013, 23:03:30 »

Ihr seid weder Psychologen noch ausgebildete Prüfoffiziere und deshalb ist es euch wohl kaum möglich über die Eignung bzw. Nichteignung anderer Bewerber zu urteilen. Es gibt festgelegte Bewertungskriterien, an die man sich halten muss. Es ist immer sehr einfach die eigene nicht erbrachte Leistung mit der Minderung der Leistung Anderer zu begründen.

Eine kleine Anmerkung zum  2. Prüfer dem "Praktikanten": natürlich gibt es immer wieder Psychologen und Offiziere, die sich in der Prüferausbildung befinden, jedoch ist dann immer ein dritter Prüfer (Ausbilder) anwesend. Wir haben KEINE Praktikanten.
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Das war ich nicht! Das war schon so....!
 

C_kills

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Antw:Prüfung OPZ "Nichtbesteher"
« Antwort #14 am: 23. März 2013, 23:47:51 »

Naja, mein erster Schluss nach dem lesen ihrer Interpretation der Ereignisse war ehrlich gesagt auch das sie ein wenig überheblich wirken.

Zitat
Befremdlich ist, dass jene, welche bei der Frage "Sind sie in der Lage auf Menschen zu schießen" dieses mit "Weiß ich nicht" beantworteten auch demnächst im Range eines Offizieranwärters stehen

Bei einer solchen losen Fragestellung ist das mMn eine absolut legitime Aussage. Schließlich ist das Ziel ja auch nicht zuletzt zu vermeiden das man auf Menschen schießen muss.

zum Schluss: Zielstrebigkeit ist gut, Überheblichkeit nicht.

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