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Autor Thema: Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht  (Gelesen 20974 mal)

blue marlin

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Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« am: 28. September 2013, 15:36:26 »

Hallo zusammen,

ich habe vom 23.09. bis 25.09.2013 in Köln das Assessment Center durchlaufen und möchte euch gerne ein paar Infos aus erster Hand geben. Klar, es gibt mittlerweile echt unzählige Erfahrungsberichte, allerdings glaube ich, dass es für jeden Bewerber gut ist, Beiträge zu lesen die so aktuell wie möglich sind.
Außerdem, so habe ich jetzt im Nachhinein festgestellt, sind einige Infos etwas veraltet und daher auch nicht mehr zutreffend.

Zu meiner Person: Ich bin 18 Jahre alt, mache im Juni 2014 mein Abi an einem Gymnasium im Saarland.

Beworben habe ich mich ursprünglich für den Fliegerischen Dienst bei der Luftwaffe mit alternativem Verwendungswunsch bei der Marine. Mein Erstwunsch, was das Studium anbelangt, war BWL, der 2. Politikwissenschaften und der 3. Staats-und Sozialwissenschaften.
Das ist auch schon mein erster Rat: Seid wirklich flexibel und schaut euch ruhig die Karriereseiten der Bw ausführlich an (dazu später aber mehr).

Also, so läuft das ganze ab:

Tag 1:
Ihr bekommt einige Wochen nachdem Ihr eure Bewerbung eingereicht habt einen Brief von der Bw. Darin enthalten sind das Einladungsschreiben sowie 2 Tickets der DB. Ich kann die Anreise mit der Bahn wirklich empfehlen. Es ist schon am Anreisetag sehr entspannt, aber vor allem die Rückreise hätte ich nicht mit dem PKW antreten wollen... man ist dann einfach viel zu fertig!
Ich bin also um kurz nach 12 in Köln am Hbf angekommen und da ich eh noch viel Zeit hatte (die Anreise soll ja bis 15 Uhr erfolgen) bin ich noch kurz in die Stadt und hab am Dom noch einen Kaffee getrunken und mir eine Kleinigkeit zu Essen besorgt.
Bequemlichkeitshalber bin ich dann vom Bahnhof aus mit dem Taxi zur Mudra Kaserne gefahren... wie gesagt... nur der Bequemlichkeit wegen. Die Taxifahrt hat mich inkl. Trinkgeld dann 22 Euro gekostet, was schon happig ist. Wer also die nötige Zeit hat sollte vielleicht doch besser mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Dauert zwar länger, aber mit ca 4-5 Euro ist es auch deutlich preiswerter.
Macht euch am Anreisetag auch noch keine Gedanken über eure Kleidung. Ich bin mit Hemd und Sakko angereist, ist aber absolut nicht notwendig. Solange ihr halbwegs anständig ausseht tut es auch eine normale Jeans mit Pulli.
Die Wache am Tor der Kaserne ist wirklich nett und beschreibt einem, gerne auch ein zweites Mal, den Weg zum Unterkunftsgebäude der Bewerber.
Dort angekommen wurde ich gleich sehr nett begrüßt. Deshalb muss ich hier anderen Forenbeiträgen klar widersprechen (vgl. "Hausdrache..."). Nach kurzer Wartezeit stieß ich dann auf die anderen Bewerber. Zu meiner Überraschung verlief das Kennenlernen von Anfang an sehr positiv, jeder war sehr aufgeschlossen und bald bildete sich in meinem Zimmer ein Gesprächskreis von ca. 10 Leuten (wie auch immer die da reingepasst haben   )
Deshalb mein Tipp: Tauscht euch von Anfang an untereinander aus. Das nimmt einem nicht nur die mögliche Aufregung sondern wird euch spätestens im Gruppensituationsverfahren am 2. Tag weiterhelfen. Auch dazu später mehr.
Der erste Termin war dann am ersten Tag ein Vortrag über das bevorstehende Auswahlverfahren. Auch hier wurde erneut darauf hingewiesen, dass man sich Gedanken über den Offiziersberuf machen sollte (soweit nicht eh schon geschehen) und über alternative Verwendungswünsche.
Schließlich füllt man dann noch einen Fragebogen aus, der sich mit den Studienwünschen aber auch der Motivation der Bewerber befasst. Seid auch hier schon ehrlich in den Angaben die ihr macht. Dieser Fragebogen wird nämlich die Grundlage für Interview und Einplanung sein. Ihr bekommt an diesem Abend euren Laufzettel! Schaut euch den genau an, manchmal ist dieser auch unvollständig (so war's bei mir... ich hab mich für den Fliegerischen Dienst beworben, hatte aber keinen Fliegertest im Programm!) Scheut also nicht davor, Fragen zum Laufzettel zu äußern.
Wichtig für euch ist auch zu schauen, in welcher Prüfkommission ihr seid. Das ist eine Nummer, die auf dem Laufzettel vermerkt ist. So könnt ihr innerhalb der Gruppe rumfragen, wer die gleiche Nummer hat wie ihr, denn mit den Personen werdet ihr im Gruppensituationsverfahren sitzen. Mir hat das sehr geholfen zu wissen, mit wem ich da zu tun hab.

Auch hier ist die Kleiderwahl ziemlich ungezwungen. Wer hier in Anzug, Krawatte und Designerbrille ankommt ist definitiv overdressed!
Am Abend hat man dann noch die Gelegenheit, zum "Griechen" zu gehen. Ist im Grunde nichts anderes als eine Kneipe (genauso riecht es drinnen auch). Dort kann man für relativ wenig Geld (5,90 Euro für ein Schnitzel) noch was Essen und kann vor allem mit den JUNGOFFIZIEREN ins Gespräch kommen. Wer will kann also an dieser Stelle Infos aus erster Hand erhalten, was sicherlich ziemlich interessant ist. Ihr könnt echt alles mögliche Fragen- das, was ihr mit den Offizieren redet wird definitiv NICHT an eure Prüfkommission weitergeleitet.
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blue marlin

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #1 am: 28. September 2013, 15:38:01 »

Tag 2:
Der Tag beginnt sehr früh, etwa gegen 5 Uhr mit Duschen und fertig machen. An diesem Tag solltet ihr unbedingt auf eure Kleiderwahl achten! Ich trug dunkle Lederschuhe, und Anzug. Unbedingt erwartet wird das nicht, wer sich in einer ordentlichen, dunklen Jeans und Hemd wohler fühlt, kann das auch tragen.
Frühstück ist dann um 05:45 Uhr. Ich empfehle euch, trotz der frühen Uhrzeit ordentlich zuzuschlagen… bis zum Mittagessen wird nämliche einige Zeit vergehen.
Um 06:10 Uhr findet dann im Prüfgebäude der Deutschaufsatz statt. Man soll hier 2 Begriffe definieren, Gemeinsamkeiten finden und voneinander abgrenzen. Einige Begriffsbeispiele finden sich auf der Wikipediaseite des Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr.
Man hat dafür 30 Minuten Zeit. Ich fand den Aufsatz recht gut zu machen. Keiner erwartet von euch, dass ihr 3 Din- A4 Seiten schreibt… eine reicht völlig aus, solange ihr einen roten Faden durch das Geschriebene erkennen lasst. Eine wissenschaftliche Ausarbeitung habe ich da sicherlich auch nicht abgeliefert, deshalb denke ich, dass es vor allem auch auf die Rechtschreibung und Strukturierung ankommt. Macht euch zu Beginn ruhig ein paar Minuten Gedanken und ordnet eure Ideen im Kopf.
Danach trennten sich für viele die Wege, da jeder nun zu unterschiedlichen Stationen seines Laufzettels musste. Für mich ging es mit dem CAT und dem PMO Test weiter.
Der CAT ist im Grunde ein Intelligenztest, aber wirklich easy! Im Grunde wird hier nur erfragt, ob ihr kognitiv auf dem stand mündiger Menschen seid… Gestellt werden unter anderem leichte Matheaufgaben (Dreisatz…). Man hat für jede einzelne Aufgabe bis zu 3 Minuten Zeit. Sollte man also im Kopf nicht wissen, was 17 mal 17 ergibt, kann man das schnell auch auf dem beiliegenden Schmierzettel ausmultiplizieren.
Auf diesen Test kann man sich eigentlich nicht vorbereiten, man muss es auch nicht.
Der PMO Test folgte bei mir direkt in Anschluss ohne Unterbrechung. Ihr müsst hier 116 Fragen beantworten, die sich jedoch im Wortlaut oder Sinn immer wiederholen. Die genannten Aussagen müsst ihr auf einer Skala von 1 bis 7 („Trifft gar nicht zu“ bis „trifft vollkommen zu“) bewerten. Hier müsst ihr unbedingt spontan und ehrlich antworten. Ergeben sich hier in der Auswertung Unterschiede, werdet ihr im Interview ganz schön ins Schwitzen kommen! Deshalb einfach spontan und ehrlich antworten!

Der Mathetest hat es wirklich in sich! Und es ist eigentlich der einzige Test, für den man sich vorbereiten kann und auch sollte! Ich hab das zu locker genommen und das hat sich noch bitter gerächt! Dran kommen Aufgaben aus der Oberstufe. Nehmt euch also einige Wochen vorher hin und wieder mal eine Stunde Zeit, um die einzelnen Themen noch mal zu wiederholen. Auch z.B. wie man die Kettenregel beim Ableiten richtig anwendet!
An sich habt ihr auch hier wieder genug Zeit pro Aufgabe. Es nützt einem jedoch keine Zeit der Welt, wenn man sich nicht vorbereitet hat und der Mathetest zum Ratespiel wird!
Hinzufügen sollte man aber, dass der Mathetest NICHT in die Entscheidung einfließt, ob ihr grundsätzlich zum Offizier geeignet seid. Lediglich bei der Einplanung für das Studium wird er herangezogen. Wer also in den technisch- wirtschaftlichen Bereich einsteigen will, sollte hier unbedingt überdurchschnittliche Leistungen erzielen.
Taschenrechner sind natürlich nicht erlaubt.

Das Gruppensituationsverfahren empfand ich zu meiner großen Überraschung als recht angenehm und es hat sogar fast Spaß gemacht! Vielleicht auch deswegen, weil ich schon vorher wusste, mit dem ich es zu tun hatte und wir uns gut verstanden.
Ihr bekommt in der Gruppe (3-5 Personen) 2 Planspiele vorgestellt, die ihr lösen sollt. Dabei wird einem nicht vorgegeben, welche Position man vertreten soll, sprich man kann sich seine eigenen Gedanken machen! Arbeitet hier am besten schön zusammen, dann könnt ihr viel reden. Seid kooperativ, bringt euch aktiv ins Geschehen ein. Natürlich wird es gerne gesehen, wenn man das Gespräch eröffnet, bedenkt aber, dass diktatorischen Handeln ebenso schlecht ist, wie der „Graue-Maus-Effekt“. Wenn einer der Teilnehmer eurer Meinung nach zu dominant agiert, äußert das und fasst noch mal die Kernaussagen zusammen.
Ihr werdet aber sehen, dass das GSV wirklich gut zu machen. Die anwesenden Offiziere oder Psychologen nimmt man gar nicht mehr wahr, wenn man am diskutieren ist!

Direkt danach folgt der Einzelvortrag. Ist im Grunde wie ein Referat in der Schule und genauso locker solltet ihr das auch sehen. Euch wird ein Alltagsproblem geschildert (nichts, was in irgendeiner Form Expertenwissen voraussetzt), das ihr der Gruppe vorstellen sollt und eure Lösungsstrategien. Wenn ihr ca. 5 Minuten frei redet, ab und an mal auf eure Notizen schaut aber ansonsten Blickkontakt zu euren Zuhörern haltet, ist alles ok.
Wenn man mal den Faden verliert oder sich verhaspelt, dann bedeutet das auch nicht direkt das Aus. Bleibt also locker und gesteht euren Fehler ein („…Ach quatsch… da hab ich jetzt aber was über den Haufen geworfen…“).

Relativ zeitnah folgt dann das Interview, also das Einzelgespräch zwischen euch und der Prüfkommission. Das Gespräch verlief wirklich ausgesprochen fair und dem Bewerber gegenüber respektvoll. Ich wurde nicht in die Ecke gedrängt und mir wurden auch keine provokanten Fragen gestellt. Wer also bei den psychologischen Tests ehrlich geantwortet hat, wird vermutlich nichts zu befürchten haben. Gestellt werden hauptsächlich Fragen zu eurer Biografie, eurer Motivation für den Offiziersberuf, zum angestrebtem Verwendungswunsch und ob ihr euch mit den Negativseiten des Berufes beschäftigt habt! Auch politische Fragen können gestellt werden, jedoch hat sich das bei mir auf recht einfache Fragen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr beschränkt. Wenn ihr mal keine Antwort wisst, solltet ihr das direkt sagen. Es reißt euch da keiner den Kopf ab. Auch eure Prüfer wissen, dass ihr keine Experten seid und auch sie machen Fehler. Deshalb einfach entspannt bleiben. Geht das ganze auch nicht zu verkrampft an. Es ist eigentlich nicht mehr als ein Gespräch mit fremden Leuten, die mehr über euch erfahren möchten. Ihr könnt auch ruhig mal einen lockeren Spruch bringen, das hat jedenfalls bei mir die Anspannung des Gesprächs auf beiden Seiten ein wenig gelöst. Achtet aber darauf, dass es nicht zu einer ironischen Spaßveranstaltung wird!

Außerdem müsst ihr euch an diesem Tag (evtl. mehrmals) beim Arzt blicken lassen. Zu den Untersuchungen gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Hier wird nur geschaut, ob eure Sehkraft etc. ausreichend ist. Wer also körperlich fit ist dürfte hier keine negativen Erfahrungen machen.

Abgeschlossen wird der Tag i.d.R. mit einem Vortrag der jeweiligen Teilstreitkraft oder Verwendung, für die ihr euch entschieden habt. Hier müsst ihr euch dann nicht mehr geistig anstrengen, sondern nur noch zurücklehnen und die Augen offen halten.
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blue marlin

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #2 am: 28. September 2013, 15:38:46 »

Tag 3:
An Tag 3 erfolgt am Morgen der Sporttest. Dieser ist für normalkonditionierte Menschen wirklich leicht zu schaffen. Für alle Sportmuffel ist er zudem gut trainierbar. Was von euch verlangt wird: 1) Der Pendellauf. Ihr müsst schnellstmöglich 4 mal eine Strecke von 9 Metern meistern (Hin-zurück-hin-zurück). Ich konnte mit der geforderten Zeit von 10,3 Sekunden (meine ich jedenfalls) nicht viel anfangen, aber es ist gut machbar. 2) Sit-Ups. Innerhalb von 40 Sekunden so viele wie möglich. Gut machbar. 3) Liegestütz: Es sind "Militärliegestützen", im Grunde aber nichts wesentlich anderes als normale Liegenstützen. Diesen Testteil fand ich schon etwas anspruchsvoller, dennoch gut zu machen. Wer in der Lage ist 20 Liegestütz zu machen wird hier keine größeren Probleme haben. 4) Standweitsprung. Fazit: Für normalgewichtige und normalmuskuläre Bewerber ein Kinderspiel. 5) 12-Minuten- Lauf. Wie der Name schon sagt- es geht darum innerhalb von 12 Minuten so weit wie möglich zu laufen. Die Anforderungen von 35 Runden á 54 Metern für männliche Bewerber finde ich sehr niedrig. Ich selbst bin zwar Leistungssportler, aber allein, dass ich 56 Runden gelaufen bin zeigt, dass es machbar ist.

Nach schnellem Duschen stand für mich auch schon der nächste Test an, der Fliegertest. Vor dem muss man keine Angst haben, ich empfand ihn wie auch meine Mitbewerber als ziemlich leicht und das, obwohl ich kein Superbrain in Pysik und Mathe bin. Letztlich geht es mehr um Logik und "Alltagspysik". Kein Mensch verlangt hier von euch, dass ihr irgendwelche Formeln umstellt oder anwendet. Ein Teil des Tests besteht aus dem "Kurvenzählen". Abgebildet ist ein verwinkelter Pfeil und ihr müsst in Gedanken diesen Pfeil abfahren und entweder alle Links- oder Rechtskurven zählen. Stellt euch also einfach vor, ihr fahrt mit dem Auto diese Strecke ab... Ihr habt für 64 Abbildungen 8 Minuten Zeit. Von uns hat keiner alle 64 Aufgaben geschafft (ich hatte 54, der beste 62, der schlechteste 48), das wird aber auch gar nicht gefordert. Es geht vielmehr drum, ob ihr konstant gute Leistungen erzielt. Klingt wieder schlimmer als es ist... lasst es auf euch zukommen, ist gut zu machen.

Am Ende folgt dann der Einplaner. Ihr solltet hier auch nochmal "in angemessener Bekleidung" (wie es so schön auf eurer Einladung heißt) erscheinen. Das Gespräch, das ihr hier führt, ist entscheidender als so mancher denkt... Ihr bekommt hier im Grunde nochmal eine Schilderung eurer Testergebnisse und erfahrt, ob ihr entweder eine Direktzusage bekommt, einen Platz auf der Warteliste einnehmt oder ob ihr als nicht studierfähig eingestuft werdet.
Normalerweise erfolgt das Einplanungsgespräch mit dem Einplaner der jeweiligen Teilstreitkraft. Obwohl ich mich ja wie oben beschrieben eigentlich für die Luftwaffe beworben habe, empfing mich eine junge Frau der Marine. Das hat mich zwar anfangs ein bisschen gewundert, aber letztlich hat das schon alles so gepasst ;)
Mir wurde offengelegt, dass meine Matheleistungen sehr schwach waren und für mich somit mein Wunschstudium der BWL nicht in Frage kommt. Allerdings schnitt ich in den restlichen Tests weit überdurchschnittlich ab, weshalb ich eine Direktzusage für die Marine bekommen habe mit Dienstantritt zum 1. Juli und mein Zweitwunsch, Politikwissenschaften in Hamburg zu studieren konnte ebenfalls berücksichtigt werden. Mir wurde gesagt, dass ich besonders durch mein Gruppenverhalten und Führungskompetenz überzeugen konnte, darum auch die Direktzusage. In diesem Augenblick hab ich tatsächlich glänzende Augen bekommen, denn von "so einer bösen Person von der Bundeswehr" gesagt zu bekommen, dass man mich unbedingt haben wolle ist wirklich ein unfassbar anerkennendes Gefühl.
Ich habe also direkt zugesagt und obwohl ich nicht meine "Traumkonstellation" verwirklichen konnte, bin ich überglücklich mit dieser Entscheidung.
Ich muss wirklich nochmal betonen, wie respektvoll mit den Bewerbern umgegangen wird, unabhängig ob man nun wie ich besteht oder nicht. Und nein, ich wurde nicht von der Bundeswehr beauftragt, positives zu Schreiben. Ich denke nur, dass es so viele negative Berichterstattungen gibt, dass man auch mal was positives schreiben kann.


Ich hoffe, ich konnte allen zukünftigen Bewerbern mit meinem Erfahrungsbericht weiterhelfen. Wenn ihr weitere Fragen habt wird ich mein bestes geben, auch diese zu beantworten!. :D
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Ceedich

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #3 am: 28. September 2013, 15:44:29 »

Und wieso hat es bei Luftwaffe nicht geklappt ? Das war doch dort dein Erstwunsch oder ? Aufgrund der Fliegertestung nehme ich an, dass du dich für den fliegerischen Dienst beworben hast ?
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Lidius

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #4 am: 28. September 2013, 15:51:11 »

Ich muss wirklich nochmal betonen, wie respektvoll mit den Bewerbern umgegangen wird, unabhängig ob man nun wie ich besteht oder nicht. Und nein, ich wurde nicht von der Bundeswehr beauftragt, positives zu Schreiben. Ich denke nur, dass es so viele negative Berichterstattungen gibt, dass man auch mal was positives schreiben kann.

Danke für den Erfahrungsbericht.

Zu den negativen Berichten muss man sagen, dass diese in der Regel von Leuten stammen die keine Eignung bekommen haben. Da schreibt dann meist eher der Frust bzw. man merkt bem lesen direkt warum diese auch keine Eignung bekommen haben.
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blue marlin

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #5 am: 28. September 2013, 16:43:36 »

@Ceedich:
Gute Frage!  ;D Ich weiß es wirklich nicht. Die Marine hat mir (vllt weil ich von meinem Profil eher zu denen passte als zur Luftwaffe) das Angebot unterbreitet, für sie Politikwissenschaften zu studieren. Dennoch habe ich (von der Marine) einen Termin für Phase II in Fürstenfeldbruck erhalten.
Was man mir nur gesagt hat war "Guten Tag, [...] bin wie Sie an der Uniform sehen von der Marine. Wir helfen nunmal aus wo wir nur können hahaha..."
Da ich aber von der Marine sowieso nicht abgeneigt war und ich ja trotzdem einen Termin für Phase II bekomme habe, hab ich da auch nicht mehr nachgehakt.

@Lidius:
Ja, das sehe ich genau so. Ich kann wirklich nur jeden ermutigen, sein Glück zu versuchen. Bei der Bundeswehr zu scheitern bedeutet definitiv nicht, dass man ein schlechter, dummer Mensch ist, sondern vielmehr, dass man nicht zur Bw passt, bzw umgekehrt. Und das ist eine wichtige Erkenntnis, zumal man sich ja für einen entsprechend langen Zeitraum verpflichtet.
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Christina202

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #6 am: 13. November 2013, 18:15:18 »

Hallo, erstmal Glückwünsch zur Einstellung! Ich habe vor ca. 2 Wochen meine Bewerbung bei meiner Beraterin von Kreiswehrersatzamt abgegeben. Ich habe mich auch für die Luftwaffe beworben und als ersten Studienwunsch BWL angegeben.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir große Sorgen wegen dem Mathetest mache. Ich habe mein Abi vor 3 Jahren gemacht und mit dem Stoff aus der Oberstufe seitdem nichts mehr zu tun gehabt.
Jetzt ist meine Frage, welche Themen sollte ich auf jeden Fall nochmal wiederholen? Und wie sehr wird da in die Tiefe gegangen.

Liebe Grüße!
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ulli76

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #7 am: 13. November 2013, 18:33:21 »

Unsere Liste mit den Links zu den Erfahrungsberichten hast du schon gefunden?

Ansonsten: Minstestens den Abi-Grundkursstoff auffrischen. Und ja, das geht sehr in die Tiefe (so mit Integralrechnung und so)
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Rakiyat

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #8 am: 20. November 2013, 08:36:43 »

Hallo blue marlin,
ich hab vor ein paar Tagen deinen Erfahrungsbericht gelesen, weil mich eine Freundin darauf aufmerksam machte, und wollte mir vornehmen noch zu antworten - tu ich dann mal.
Irgendwie ist dieser Bericht beruhigend und gleichzeitig bin ich noch aufgeregter :'D Gerade vor dem Mathetest hab ich ein wenig Bammel, weil ich mich wohl nicht gerade als ... Freund der Mathematik bezeichnen würde.

Dann hätte ich noch eine (blöde) Frage:
Du hast ja immer mal wieder betont, wie man sich an den einzelnen Tagen so anziehen sollte, damit man angemessen gekleidet, aber nicht zu overdressed ist. Wie haben sich denn so die weiblichen Mitbewerber da so gemacht?
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Büdi

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #9 am: 20. November 2013, 09:34:24 »

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir große Sorgen wegen dem Mathetest mache. Ich habe mein Abi vor 3 Jahren gemacht und mit dem Stoff aus der Oberstufe seitdem nichts mehr zu tun gehabt.
Jetzt ist meine Frage, welche Themen sollte ich auf jeden Fall nochmal wiederholen? Und wie sehr wird da in die Tiefe gegangen.

Liebe Grüße!

Hi,
ich war Ende Oktober da, auch Erstwunsch BWL, und auch ich hab mein Abi schon 2009 gemacht.
Du solltest auf jeden Fall ALLES (zumindest grob) aus dem Abi wiederholen, wobei der Focus IIRC eher auf "Ableitungen" als auf "Vektoren" liegt.
Ich habe meine Studieneignung bekommen und war laut Fr. OLt im Mathetest im "oberen Drittel" (es wird einem immer nur gesagt in welchem Drittel man ist) der Bewerber für WiWi Studiengänge.
Damit hätte es aber laut ihrer Aussage noch nicht für Ingenieurswissenschaften gereicht, und selbst die haben noch geringere Anforderungen als Mathematik/Informatik.
Man muss für BWL also nicht Alles perfekt können, sollte aber von Allem eine grobe Ahnung haben.

Viel Glück und vielleicht sieht man sich ja zum 1.7. in Munster, spätestens aber zum 1.10.15  in HH  ;)

PS: Mit Anzug und Krawatte ist man DEFINITIV ZU KEINEM ZEITPUNKT des Eignungsfeststellungsverfahrens "overdressed".
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FrankP

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #10 am: 20. November 2013, 10:45:52 »

PS: Mit Anzug und Krawatte ist man DEFINITIV ZU KEINEM ZEITPUNKT des Eignungsfeststellungsverfahrens "overdressed".
Habe ich genauso gehört - in dem Zusammenhang fällt wohl auch schon mal eine Äußerung wie "...Sie bewerben sich hier als zukünftiges Führungspersonal!", - und genauso ist es ja auch.
Andererseits fällt man aber wohl nur wegen fehlender Krawatte nicht unbedingt durch.
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apollo98

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #11 am: 20. November 2013, 19:47:20 »

Dann hätte ich noch eine (blöde) Frage:
Du hast ja immer mal wieder betont, wie man sich an den einzelnen Tagen so anziehen sollte, damit man angemessen gekleidet, aber nicht zu overdressed ist. Wie haben sich denn so die weiblichen Mitbewerber da so gemacht?

Anzug und Krawatte wäre für diese junge FRAU eher unpassend.
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Das war ich nicht! Das war schon so....!
 

Büdi

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #12 am: 20. November 2013, 21:02:31 »

Google Suche "Anzug für Damen" spuckt mir reichlich Info aus wie man sich kleiden könnte...
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Traveltheworld

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #13 am: 20. November 2013, 21:52:47 »

Sorry für's einmischen, aber Büdi, die Frage war nicht, wie man sich kleiden KÖNNTE, sondern wie es praktiziert wurde.
Ich vermute mal nicht in erster Linie um sich eigene Anregungen zu holen, sondern auch eine Vorstellung zu haben, wie das mit der Quote bei over-/ underdressed women aussah, was mich bspw auch interessieren würde (:
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Bergsträsser

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Antw:Assessmentcenter der Bundeswehr/ OPZ Erfahrungsbericht
« Antwort #14 am: 20. November 2013, 23:57:59 »

Servus,

ich war im selben Prüfgang wie Blue marlin und kann das alles soweit nur bestätigen. Auch ich habe eine Sofortzusage bekommen, für meine beiden Wunschverwendungen, Gebirgstruppe und Studium der Staats-und Sozialwissenschaften. Mir wurde gesagt, dass ich mich im obersten Viertel der geeigneten Bewerber aufhalten würde - was mich schon ein wenig stolz machte  :D

Naja jedenfalls ist der Mathetest echt happig und auch ich habe ihn total verbaselt, wie mir von den Prüfern erörtert wurde :D. Zum Glück sind in meinem vorgesehenen Studium keine tieferen Mathematikkenntnisse (außer Stochastik) notwändig. Laut Prüfkommission konnte ich vor allem im Gruppensituationsverfahren (Führungskompetenz),          beim Aufsatz (Rhetorische Fähigkeiten) im Interview glänzen. Nach dem darauffolgenden Sporttest wurde mir außerdem vom Einplaner nahegelegt, mich aufgrund der herrausragenden Prüfleistung für die Ausbildung zum Heeresbergführer zu bewerben, was mich natürlich noch glücklicher machte  :D

...werde demnächst wohl auch noch einen Erfahrungsbericht online stellen  ;)

Allen Bewerbern wünsche ich viel Glück
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