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Autor Thema: Erfahrungsbericht ACFüKrBw vom 21.-23. Januar 2015 (ROA a.d.W.)  (Gelesen 10543 mal)

Altrec

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Im Zeitraum vom 21.-23. Januar 2015 habe ich das Assessment Center für Führungskräfte der Bundeswehr (ACFüKrBw – ehemals OPZ) in Köln besucht und habe das Eignungsfeststellungsverfahren durchlaufen. Im Vorfeld hatte ich mir zahlreiche Erfahrungsberichte hier im Forum durchgelesen, welche mir sehr geholfen hatten. Auf Grund dessen möchte ich nun ebenfalls mein Erlebtes schildern.
Zunächst ein paar Eckdaten zu mir:
Ich bin derzeit 30 Jahre alt und habe 2004 meinen Grundwehrdienst bei der 6./PzGrenBtl 152 in Schwarzenborn abgeleistet. Nach meiner AGA war ich in der KpFü im Geschäftszimmer der 6. Kompanie, sowie als Fahrer für den Kompaniechef eingesetzt. Nach meinem Grundwehrdienst habe ich ein Studium zum Diplom Wirtschaftsingenieur angefangen und erfolgreich absolviert. Aktuell bin ich in der IT Abteilung eines Unternehmens eingestellt.
Beworben habe ich mich als Reserveoffizieranwärter außerhalb des Wehrdienstes (ROA a.d.W.).
  • Abgabe der Unterlagen am 23.10.
  • Eingangsbestätigung erhalten am 30.10.
  • Zwischenbescheid erhalten am 06.11.
  • Schreiben für die Koordinierung des Termins erhalten am 25.11.
  • Einladungsschreiben erhalten am 02.12.


Tag 1 – Mittwoch 21.01.2015 (Anreise)

Der Anreisetag war im Wesentlichen recht unspektakulär und hatte kaum Relevanz für die Prüfungen.
Gemäß Einladung sollte man sich bis 14:30 Uhr in der Kaserne einfinden und ich dachte mir, dass ich frühzeitig dort erscheinen möchte. Deswegen fuhr ich gegen 11:00 Uhr los und war nach etwa einer Stunde Autofahrt kurz vor 12:00 Uhr in der Kaserne. Die Wache hatte wohl zunächst etwas Probleme beim Erkennen der Einladung und wies mich nach Rückfrage an, mein Auto außerhalb der Kaserne abzustellen. Während ich mein Gepäck holte und wieder an der Wache vorbei kam, hatte der Wachmann bemerkt, dass ich zur Offiziersprüfung muss und korrigierte den zuvor fälschlich angewiesenen Weg zum Bewerbergebäude. (Anmerkung: Als Offiziersbewerber kann man sein Auto innerhalb der Kaserne parken. Hierfür bekommt man eine „Parkmarke“)

Gereist bin ich, wie eben erwähnt, mit dem Auto. Die nicht genutzten Gutscheine für die Bahn habe ich am zweiten Tag zwischendrin beim Personalberater abgegeben und dafür eine Reisekostenrechnung erhalten. Diese füllt man aus und schickt diese an die auf der Rückseite angegebene Adresse. Nach etwa sechs Wochen soll dann das Geld auf dem Konto eintreffen. (0,20€ pro Kilometer gedeckelt bei 130€ [Für FWDL oder Reservebewerber])

Auf Grund der frühen Ankunftszeit war ich einer der ersten, die im Bewerbergebäude eine Stube bezogen und so wurde ich nach einer kurzen Einweisung durch die Heimleitung und dem Empfang von Bettwäsche und Schloss, sowie Schloss- und Stubenschlüssel der Stube 12 zugeteilt. Im Laufe der Zeit füllten sich zunächst die anderen und später auch meine Stube, bis wir sie zu viert voll besetzt hatten. Gegen 15:00 Uhr versammelten sich alle Bewerber – etwa 40 an der Zahl, ohne aktive Soldaten – vor dem Bewerbergebäude wo auch schon zwei der drei Betreuungsoffiziere warteten. Die beiden Offiziere, jeweils vom Heer und der Marine, waren sehr locker eingestellt und entspannten mit amüsanten Sprüchen die angespannte Atmosphäre. Nach einem weiteren Vortrag durch die Heimleitung ging es dann, geleitet durch einen der Betreuungsoffiziere, zum Prüfungsgebäude, wo zunächst ein Vortrag des Personalberaters – ein netter und witzig klingender Stabsfeldwebel –, das Ausfüllen des biographischen Bogens und die Ausgabe der Laufzettel folgten. Im Anschluss gab es einen weiteren Vortrag durch einen Hauptmann, wo uns die Betreuungsoffiziere – nun komplett – vorgestellt wurden und ein paar Worte zum Offiziersberuf verloren wurden.

Danach gingen alle Bewerber, sowie die Betreuungsoffiziere zum wohl bekannten „Griechen“, um zu Abend zu essen und Unterhaltungen zu führen. Abgesehen von den griechisch angehauchten Speisekarten an der Wand bei der Kasse, erinnerte mich hier nichts an ein griechisches Restaurant/ Bistro. Stellt euch auf lange Wartezeiten ein, wenn ihr etwas bestellt habt, denn die Küche scheint gefühlt jedes Gericht einzeln nacheinander zu machen. Und lasst euch nicht von eurer Bestellnummer verwirren. Die Ausgabe erfolgt recht willkürlich. So bekam ich, obwohl ich etwa an Stelle 6 war, als erstes mein Essen und war fertig, bevor die zweite Person ihr Gericht erhielt.

Gegen 21:00 Uhr lag meine Stube komplett in den Betten und es hieß früh schlafen, um fit für den kommenden Tag zu sein. Ein Trugschluss, wie sich herausstellen sollte, da zunächst keiner einschlafen konnte und man nach gefühlten 2 Stunden Schlaf wieder aufstehen musste.
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Antw:Erfahrungsbericht ACFüKrBw vom 21.-23. Januar 2015 (ROA a.d.W.)
« Antwort #1 am: 04. Februar 2015, 13:23:18 »

Tag 2 – Donnerstag 22.01.2015 (Prüftag)
Zunächst zwei wesentliche Grundlagen für Soldaten vorweg, die diesen Tag sehr prägten:
  • „Die meiste Zeit seines Lebens wartet der Soldat vergebens“
  • „Nichts ist so sicher wie die Planänderung“
Stellt euch darauf ein, dass ihr viel warten werdet. Teilweise auch an einer Station um irgendwann doch zu einer anderen geschickt zu werden. Und eurer Laufzettel zeigt euch eigentlich nur, was noch offen ist. Die Reihenfolge und die Zeiten können und werden sich im Laufe des Tages noch mehrfach ändern. Auf den Laufzetteln ist jeweils ein Prüfkreis (A-E) und eine Prüfkommission (01 -0x – In jeder Prüfkommission sind jeweils 5 Bewerber). Die Prüfkommission gibt an, wer die Prüfer beim GSV und beim Interview sind. Dies können Zwei Offiziere, ein Offizier und ein Psychologe oder auch zwei Offiziere und ein Psychologe sein. Die Zusammenstellung ist jedoch rein willkürlich. Zum Prüfkreis später mehr.

Um 04:45 Uhr klingelte dann unser Wecker und wir standen recht müde und erschlagen auf. Der Duschraum erwies sich mit 2 von 4 besetzten Duschen, wobei die beiden am Gehen waren, als angenehm leer, so dass man in aller Ruhe duschen konnte. Frisch rasiert und in Schale geworfen ging es dann Richtung Truppenküche, welche um 05:45 Uhr ihre Pforten öffnet, um sich mit einem Frühstück aus warmen Brötchen, frischem Aufschnitt und Kaffee aus einem Kaffeeautomat für den Vormittag zu wappnen.  Um 06:10 Uhr sollte man sich im Vortragsraum einfinden, um den bekannten Aufsatz zu schreiben. Der Raum wird hierbei in A und B Gruppen aufgeteilt, die beide jeweils zwischen zwei Wortpaaren aussuchen dürfen. Das ausgesuchte Wortpaar soll dann definiert und voneinander Abgegrenzt werden, wobei Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen sind. Geschrieben wird auf blankem, bereitgestelltem Papier.

Als kleinen Tipp: Man darf sich nach Rückfrage liniertes Papier unterlegen, so dass man nicht schief schreibt.

Ich selbst hatte mich für das Wortpaar „Erziehung und Ausbildung“ entschieden und in etwa 1 ½ Seiten geschrieben. Nach etwa 30 Minuten hatte ich abgegeben und war somit etwa 15 Minuten früher fertig. Weitere Wortpaare habe ich in einem anderen Thread bereits hier mal inklusive Definitionen aufgelistet.

Gemäß Laufzettel sähe mein folgender Ablauf der Stationen wie folgt aus:
  • 07:00 Uhr – CAT
  • 09:00 Uhr – GSV (Gruppensituationsverfahren)
  • 10:45 Uhr – PMO (Persönlichkeitsmerkmale Offizier)
  • 12:00 Uhr – Mittagspause
  • 12:30 Uhr – Arzt (Voruntersuchung)
  • 13:30 Uhr – Interview
  • „Danach“ – Arzt (Hauptuntersuchung)
  • 16:00 Uhr – Abendessen
  • 16:45 Uhr – Einplanungsvortrag
Zwischendrin darf man immer wieder beim Personalberater vorbei schauen.

Also entsprechend dem Laufzettel bin ich dann nach dem Aufsatz direkt zum CAT. Hier muss man zunächst im Warteraum Platz nehmen, bis man mit einer Gruppe anderer Bewerber aufgerufen wird und einer Betreuerin (zivil) in den Prüfraum folgen darf. Dort angekommen wird man zu seinem Platz gebracht und führt am PC den CAT durch. Die Themen waren Wortanalogien, Mustererkennung und kleine Rechenaufgaben. Die Rechenaufgaben bewegen sich im Umfeld einfacher Operatoren, sowie Potenzen und Wurzeln. Die Wortanalogien waren etwas gewöhnungsbedürftig.

Nachdem ich meine drei Themengebiete durch hatte, schloss sich automatisch der PMO an, so dass sich bereits die erste Abweichung vom Laufzettel ergab. Nach 116 Fragen, die man mit Tendenzen wie „trifft zu“ bis „trifft gar nicht zu“ beantworten muss, wovon gefühlte 20 darauf hinauslaufen, ob man (zu) viel Alkohol trinkt/ getrunken hat, waren meine Test am PC beendet und ich bin gegen 07:45 Uhr zum Personalberater gegangen. Dieser hat mich dann zur Anmeldung für die ärztliche Untersuchung geschickt.
Nach einem Urintest, einem Sehtest (Sehschärfe, Farbblindheit, Räumliches Sehen, Dämmerungssehen und Blendsehen, sowie Messung des Gesichtsfeldes), einem Hörtest, sowie dem Messen von Körpergröße und Gewicht, wurde ich nach einiger Wartezeit beim Arzt gegen 09:00 Uhr zum GSV gerufen.

Also vom Warteraum beim Arzt zum Warteraum für die Prüfungen. Hier wurde dann meine Gruppe (Alle in einer Prüfkommission) nach einer Weile von einem Offizier abgeholt und kurz zur Bedeutung der Tafeln vor den Prüfräumen eingewiesen. Ist die Tafel rot, finden Prüfungen statt und man soll(-te) nicht stören. Ist die Tafel weiß, darf man gefahrlos eintreten. (Um ehrlich zu sein, hat sich die Farbe eigentlich nie geändert…) Nach der Einweisung ging es dann in den Raum, in dem auch der andere Prüfer sitzt. In meinem Fall war es der gleiche Hauptmann, der bereits den Vortrag am Vortag gehalten hatte. Nun kommen die Prüfkreise ins Spiel. Insgesamt gibt es pro Gruppe 5 Bewerber, welche sich entsprechend ihrem Prüfkreis (Buchstaben) an einen bestimmten Platz am Tisch setzen müssen. Die Prüfer sind darauf geschult wahrzunehmen, wer gerade spricht, ohne hin schauen zu müssen, so dass sie sich Notizen machen könne, ohne visuell auf das Geschehen achten zu müssen.

Der erste Teil des GSV ist ein Planspiel, bei dem man mit der Gruppe zusammen ein Problem analysieren muss und Lösungen dafür finden muss. Der zweite Teil ist ebenfalls ein Planspiel, bei dem es gilt einen Ressourcenengpass in der Gruppe zu besprechen. Den Abschluss bildet ein Einzelvortrag für den man sich 25 Minuten vorher vorbereiten kann.  Ich denke, dass es im GSV wichtig ist, sich in die Gespräche einzubringen. Man sollte seine eigene Meinung einbringen, jedoch auch die übrigen Bewerber mit einbeziehen. Während des GSV konnte man schon erahnen, wer es schaffen kann und wer vermutlich nicht zum Offizier geeignet ist. Mein Eindruck von meiner Gruppe sollte sich später bestätigen. Insgesamt dauerte das GSV knappe zwei Stunden, so dass ich gegen 11:00 Uhr vom Personalberater wieder zur ärztlichen Untersuchung geschickt wurde.
Hier angekommen wurde ich nach einer Weile von einer Ärztin aus dem Warteraum geholt und es ging zur Hauptuntersuchung. (Abgasuntersuchung gibt es hier nicht ;) ) Die Untersuchung war… –  nennen wir es mal effektiv. Zunächst durfte ich Platz nehmen und es wurden einige Fragen zu alten und aktuellen Krankheiten gestellt, wobei der Fragebogen im Eiltempo abgearbeitet wurde. Anschließend sollte ich mich bis auf die Unterhose entkleiden und folgte zunächst eine Begutachtung im Stehen. Man musste den Boden mit den Fingern im Stehen berühren und der Rücken wurde kurz betrachtet. Anschließend sollte ich mich auf die Liege legen und wurden einige roboterartige Überprüfungen der Gelenke und der Beweglichkeit durchgeführt. Den bekannten „EKG“ gab es nicht, mir wurde jedoch nach ca. 5 Minuten beim Arzt ein T1 bescheinigt.

Nach der ärztlichen Untersuchung ging es dann gegen 11:30 Uhr mit dem Verwendungsausweis zum Personalberater und ich hatte erst einmal Mittagspause.
Auf dem Weg zum Unterkunftsgebäude sah ich bereits eine Mitbewerberin mit recht starrem Blick, welche ich später das Gebäude wortlos, aber mit roten Augen samt Gepäck verlassen sah.

Nach dem Mittagessen hatte ich noch Pause bis 14:30 Uhr, wo dann mein Interview angesetzt war. Ich entschloss mich jedoch nicht im Unterkunftsgebäude, sondern im Warteraum für das Interview zu warten, um mich mit meinen Mitbewerbern zu unterhalten und ihnen ggf. gut zureden zu können. Während der Wartezeit kamen immer wieder erfreute und auch traurige Gesichter in den Warteraum. Es gab allerdings auch Personen, die, hatten sie die Eignung nicht erhalten, wortlos gingen. Aggressiv oder wütend ist glücklicherweise niemand geworden.

Etwas verspätet gegen 15:15 Uhr wurde dann auch ich zum Interview abgeholt. Die Prüfer waren mir bereits vom GSV bekannt und es ging auch direkt los. Mit zunächst einfachen Fragen nach meinem Wohnort sollte vermutlich eine entspanntere Atmosphäre geschaffen werden. Zunächst wurde ich vom einen Offizier in militärischer Sicht und anschließend vom anderen Offizier in persönlichen Themen befragt. Das Gespräch verlief recht angenehm, es wurden keine wirklich tief bohrenden Fragen gestellt und ich fühlte mich auch nicht auseinander genommen. (Ich denke, dass nichts desto trotz die richtigen Fragen gestellt wurden) Nach etwa 15-20 Minuten sollte ich dann den Raum verlassen und im Warteraum Platz nehmen. Ich hatte mich nicht mal richtig hingesetzt, da wurde ich auch schon wieder in den Prüfungsraum gebeten, wo mir dann die Eignung zum Offizier eröffnet wurde.

Ich wartete anschließend noch so lange im Warteraum, bis alle aus meiner Stube mit dem Interview fertig waren und so begaben wir uns geschlossen gegen 16:15 Uhr zum Abendessen.

Die letzte Station an diesem Tag war um 16:45 Uhr ein Vortrag zum Thema Einplanungen, an dem ich auf Rückfrage auch teilnehmen sollte. Für einen ROA a.d.W. meiner Meinung nach jedoch völlig unnötig. Abgesehen von einigen Interessanten Zahlen zu eingehenden Bewerbungen, Einladungen zu Eignungsuntersuchungen, bestätigten Eignungen und letztlichen Einstellungen war für mich nichts Relevantes dabei.

Im Anschluss daran trafen sich (fast?) alle Bewerber wieder beim „Griechen“ ein. Belegten wir am Vorabend noch den ganzen Raum, begnügten wir uns nun mit 4 aneinander gestellten Tischen, da etwa die Hälfte der Bewerber nicht mehr da war. In lockerer und glücklicher Atmosphäre – es waren ja nur noch Bewerber da, die ihre Eignung erhalten hatten – unterhielten wir uns miteinander und mit den anwesenden Betreuungsoffizieren und es wurden Pläne und Wünsche zur Einplanung/ späteren Verwendung erörtert.

Diesen Abend etwas später – gegen 22:00 Uhr – machte sich meine Stube (leider mit einer Person weniger) wieder ins Bett um auch für den letzten Tag fit zu sein.
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Antw:Erfahrungsbericht ACFüKrBw vom 21.-23. Januar 2015 (ROA a.d.W.)
« Antwort #2 am: 04. Februar 2015, 13:23:33 »

Tag 3 – Freitag 23.01.2015 (Sporttest und Einplanung)
Der dritte und letzte Tag begann zwar zur gleichen Uhrzeit (Dank etwas nervöser Mitbewerber auf der Stube), jedoch um einiges entspannter. Zunächst ging es zum Frühstück in die Kantine, wo auf Grund der geringeren Bewerberanzahl mehr Platz zur Verfügung stand und es im Allgemeinen auch ruhiger war. Wir nahmen uns etwas mehr Zeit für eine ausreichende, jedoch nicht allzu üppige Mahlzeit, um uns anschließend für den Sporttest umzuziehen und im bekannten Warteraum zu warten. Nach einer kurzen Erläuterung des Tagesablaufes durch den Personalberater ging es dann rüber zur Sporthalle, wo zwei der drei Stationen aufgebaut wurden und man sich warm machte. Anschließend wurden alle Bewerber in 3 Gruppen aufgeteilt. Zunächst war Gruppe 1 in der Halle bei den Stationen Pendellauf und Klimmhang. Nach Beendigung der Tests ging es dann in den Raum für den Ergometertest und Gruppe 2 kam in die Halle.

Auch wenn alle den Sporttest bestanden haben, so muss ich sagen, dass er wesentlich anstrengender war, als angenommen. Der Pendellauf am Anfang hatte es echt in sich, so dass ich beim Klimmhang nach 30 Sekunden los ließ, um mir genügend Reserven für den Ergometertest zu lassen. (Rückblickend würde ich sagen, dass ich hier auch noch länger hätte hängen bleiben können) Den Ergometertest hatte ich zunächst vorsichtig angefangen, um dann gegen Ende mehr Watt einzustellen und schneller zu treten. Nach knapp 5 Minuten hatte ich die 3km geschafft. (Auch hier würde ich Rückblickend sagen, dass ich die Wattzahl früher hätte hochstellen sollen)

Ich hatte vor einiger Zeit mal einen einfachen BFT Rechner in Excel erstellt, welchen man hier finden kann.

Nach dem Sporttest ging es dann zurück zum Unterkunftsgebäude, wo man duschte und die Sachen packte, um die Stube zu räumen. Das Gepäck kann im Keller des Prüfungsgebäudes in einen Spint einschließen. Da ich mit dem Auto angereist war, brachte ich mein Gepäck direkt ins Auto.

Es folgte der letzte Teil der Eignungsuntersuchung – die Einplanung.

Die Reserveoffizierbewerber sammelten sich in einem separaten Raum, da die Einplanung hier durch das BAPersBw VI durchgeführt wird.
Zwei von uns sechs Bewerbern hatten sich als ROA i.W. beworben und kamen als erstes dran, da ihr Einplaner nicht anwesend war. Die beiden wurden zunächst in einen anderen Raum geführt und nach etwa 45 Minuten kam der erste von uns a.d.W.‘lern dran. (Die Reihenfolge durften wir uns aussuchen. Wir gingen nach der Entfernung zum ACFüKrBw, wobei der, der am weitesten entfernt wohnt, als ersten dran kam)

Jedes Gespräch dauerte etwa 45 Minuten und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis ich endlich an der Reihe war – „leider“ hatte ich den kürzesten Weg.
Ich wurde in einen anderen Raum geführt und man gratulierte mir bei der Übergabe einer Urkunde und der bekannten Uhr zur Bestandenen Offizierseignung. Mir wurde kurz mein Ergebnis und die Aussichten erläutert und dann ging es daran ein paar Formulare auszufüllen. Angefangen von den Verwendungswünschen über eine Einverständniserklärung zu einer Beorderung bis hin zur Einverständniserklärung für eine uneingeschränkte Auskunft aus dem Bundeszentralregister (BZR). Man konnte noch ein paar Fragen stellen und plötzlich war der Zauber vorbei.

Wie auch in einem anderen Erfahrungsbericht zu lesen finde ich es schade, dass sich am Ende einfach alles auflöst und man keine gemeinschaftliche Verabschiedung mehr hat.
Nichts desto trotz war meine Zeit beim ACFüKrBw sehr interessant und ich werde sie bestimmt lange in Erinnerung halten. Zwar habe ich mich „nur“ als ROA beworben und habe die Zeit dort nicht als ggf. wegweisend für meine nächste berufliche Tätigkeit verbracht, aber ich bin froh dort gewesen zu sein, mit meinen Mitbewerben mitfiebern zu dürfen und letztlich meine Eignung erhalten zu haben.

Ich hoffe, ich konnte euch einen Eindruck meiner Erlebnisse und den Geschehnissen im ACFüKrBw vermitteln und hoffe, ich habe ggf. das ein oder andere genannt, was noch nicht erwähnt wurde.
Für Fragen stehe ich euch gerne bereit.
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Antw:Erfahrungsbericht ACFüKrBw vom 21.-23. Januar 2015 (ROA a.d.W.)
« Antwort #3 am: 06. Februar 2015, 07:11:52 »

Was mir gerade noch einfällt:

Ein Bewerber hatte sich bei der Anreise direkt beide Tickets geholt, hatte am zweiten Tag jedoch nicht seine Eignung erhalten.
Das Resultat war, dass er trotzdem noch bis zum Abreisetag warten musste, bis seine Fahrkarte gültig war.

Ziemlich unklug, jedoch meinen Respekt an ihn, dass er es mit so viel Fassung getragen hat und auch am Abend mit beim "Griechen" saß und mitlachen konnte.

Meine Empfehlung ist also:
Wenn ihr mit dem Zug fahrt, verwendet zunächst nur einen der beiden Gutscheine.
Ich wünsche euch natürlich, dass ihr die Eignung erhaltet, aber wie sagte mein Spieß früher?
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Antw:Erfahrungsbericht ACFüKrBw vom 21.-23. Januar 2015 (ROA a.d.W.)
« Antwort #4 am: 06. Februar 2015, 09:09:16 »

Zunächste meinen Glückwunsch zur Eignung!

So wie es aussieht, hast Du den kompletten Eignungstest für OAs durchlaufen.
Müssen alle ROA a.d.W. diesen durchlaufen?
Ich hatte mal gelesen, dass diese eigentlich nur eine "verkürzte" Eignungsprüfung durchlaufen (ohne Gruppensituationsverfahren, Sporttest (nur Ergometer), Mathetest) und auch nur einen Tag dauert.
Gibt es hier (bei den ROA a.d.W.) nochmal Unterschiede?
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Antw:Erfahrungsbericht ACFüKrBw vom 21.-23. Januar 2015 (ROA a.d.W.)
« Antwort #5 am: 06. Februar 2015, 09:18:50 »

Hi und danke.

Nein, es müssen alle ROA's (egal ob a.d.W. oder i.W.) die komplette (verkürzte) Eignungsfeststellung durchlaufen.
Die "Verkürzung" bezieht sich hierbei nur darauf, dass man den Mathetest (Studieneignung) nicht mitmachen muss.

Man hat jedoch die Möglichkeit auf eigenem Wunsch daran teilzunehmen, so dass man, sollte man sich normal als Offizier bewerben wollen, nicht nochmal zum ACFüKrBw muss.
Eine erfolgreiche Eignung ist 3 Jahre gültig.
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« Antwort #6 am: 06. Februar 2015, 09:29:53 »

Ok, danke für die Auskunft.

Dann bezog sich das vermutlich nur auf die § 43 (3) i.V.m. 26 (1) SLV- (milit.fachl.) Offiziere.
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Ralf

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« Antwort #7 am: 06. Februar 2015, 10:29:57 »

Zitat
(milit.fachl.) Offiziere
Diese Begrifflichkeit ist anderweitig belegt. Sie kennzeichnet die Offiziere, die nach §40 SLV aus der Fw-Laufbahn aufsteigen, das sind die Offz MilFD.
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« Antwort #8 am: 06. Februar 2015, 10:51:57 »

Ok.

Haben denn die 26 (1) - Offiziere keine eigene Bezeichnung? Die sind ja auch nur "fachbezogen" einsetzbar.
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« Antwort #9 am: 06. Februar 2015, 12:45:24 »

Sie gehören trotzdem der Laufbahn OffzTrD an. Das erkennt man u.a. daran, dass der §26 unter "Unterabschnitt 1 Truppendienst" steht.
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« Antwort #10 am: 19. Februar 2015, 21:27:06 »

Hallo,

warum wurde eine Eignungsprüfung durchlaufen wenn bereits ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorliegt? Wurde der nicht anerkannt für einen vorläufig höheren Dienstgrad?

Grüße
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« Antwort #11 am: 19. Februar 2015, 21:39:31 »

Wie soll denn sonst die Offz-Eignung nachgewiesen werden?
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« Antwort #12 am: 19. Februar 2015, 23:19:20 »

Die Offz-Eignung hat ja auch nichts mit der Studierfähigkeit zu tun, die ja nachgewiesen wird durch Mathe Test oder San Test.

Deshalb gibt es ja die diversen anderen Tests, die beweisen sollen, ob der Bewerber in allen Merkmalen tauglich ist um Offizier zu werden.
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Stromberg

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« Antwort #13 am: 20. Februar 2015, 06:12:50 »

Die offz Eignung wird mit einem abgeschlossenen Studium (sofern bei der BW anerkannt, dh brauchbar) in Verbindung mit Wehrübungstagen. Es wird ein vorläufig höherer DG direkt verliehen, sofern ein entsprechender Beorderungsposten frei ist. Die endgültige Verleihung des DG hängt mit entsprechender fachlicher Bewertung zusammen.

Die gesundheitliche Eignung wird nachgewiesen über die 90/5, die die San Abteilung ausstellt.
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Ralf

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Antw:Erfahrungsbericht ACFüKrBw vom 21.-23. Januar 2015 (ROA a.d.W.)
« Antwort #14 am: 20. Februar 2015, 07:11:37 »

Ich zitiere mal den 2011er Erlass von PSZ:
Zitat
An Reserveoffiziere sind die gleichen Anforderungen zu stellen wie an Zeit- und Berufsoffiziere gleicher Verwendung und Verantwortungsebene. Daher wird ab GEWET 2012 die Eignungsfeststellung (EF) für alle Reserveoffizierbewerberinnen und -bewerber des Truppendienstes (ROB TrD) im Personalamt der Bundeswehr - Gruppe Offizierbewerberprüfzentrale (PersABw - Grp OPZ) zentral durchgeführt.

Nicht alles in einen Topf werfen. Er wird ja nicht als 43 (3) eingestellt. Das würde ja vorher bestimmt werden und ist ein ganz anderer Antragsgang. Aber auch da wird eine Empfehlung des ACFüKrBw eingeholt.
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