Forum Chat ()

StartseiteForumTeamANB / RegelnFeedgenerator Hilfe
  • 19. August 2018, 23:53:01
  • Willkommen Gast
Bitte logg dich ein oder registriere dich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

HALLO

wir haben kurzzeitig mal die Schreibfunktion für Gäste auf MODERIERT gestellt

Gruß

BAZI

Autor Thema: Erfahrungsbericht ACFüKrBw 21.03. -24.03.16 ziviler Bewerber  (Gelesen 2725 mal)

MSW1404

  • *
  • Offline Offline
  • Beiträge: 5

So. Guten Tag allerseits.
Aufgrund der Tatsache, dass die zahlreichen Erfahrungsberichte aus dem AcFükrBw in Köln mir bei den Vorbereitungen auf das Testverfahren sehr geholfen haben und die erste Nervosität haben abklingen lassen, möchte ich nun einen eigenen Bericht über diese Verfahren schreiben. Darunter habe ich eine Liste mit Stichpunkten zusammengestellt, die die wesentlichen Tipps und die (aus meiner Sicht) wichtigsten Punkte aus den Berichten die ich gelesen habe zusammenfassen. Schon am Anfang sei gesagt: Wer Rechtschreibfehler oder ähnliches findet, darf diese behalten.

Nun zum eigentlichen Kern der Sache.

Wann: Anreise am 21.03.16 (Montag)
          Abreise am 24.03.16(Donnerstag)
Tag 1 21.03.16
Da ich aus dem Raum Dortmund komme, habe ich meine Anreise mit dem PKW über die A1 und die A3 recht schnell und stressfrei hinter mich gebracht und meldete mich, wie in der Einladung angegeben gegen 14:00 an der Wache und wurde von dieser recht freundlich eingewiesen. Weiterhin sollte ich mich mit meinem Gepäck bei der Heimleitung melden. Hier saß eine freundliche Zivilistin, die einem Bettwäsche, Spindschloss und einige Unterlagen sowie die Hausordnung aushändigte. Danach ging es hoch auf die Stuben (4 Mann/ Stube, 1 Waschbecken+ Spiegel/Stube) mit der Anweisung, sich um 14:40 vor dem Gebäude einzufinden um dem Einweisungsunterricht beizuwohnen. Hier sei gesagt: seid besser früh da, um in Ruhe eure Sachen auszupacken, euch zu Ordnen und dann entspannt in den Vortrag zu gehen.

Einweisungsvortrag:
In diesem Vortrag ging es grob um den Ablauf des Eignungsverfahrens, die Bedeutung der einzelnen Stationen, die Hausordnung,  Grundlegende Dinge zum Beruf des Offiziers, Studieneignung etc. Vorgetragen von einem Oberstleutnant des Heeres mit einigen Anekdoten und interessanten Einblicken war dieser Abschnitt sehr kurzweilig. Daraufhin haben sich die Betreuungsoffiziere, die man in den 3 Tagen mit allen Fragen bzgl. der Laufbahn und der BW löchern konnte kurz vorgestellt. Hierbei handelte es sich um Offiziere der 3 TSKs Heer, Lw und Marine. Hier bekommt Ihr auch den Laufzettel, der eine Art Stundenplan für die 3 Tage ist. Dieser kann sich aber durch die verschiedenen Kapazitäten bei den einzelnen Stationen kurzfristig ändern. Ansprechpartner ist hier immer der Personalführer, in meinem Falle war dies ein Herr StFw, der während des Vortrags auch zu Wort kommt. Daraufhin wurde der sog. Biographische Fragebogen ausgeteilt den es innerhalb von 30 min. zu beantworten gilt. Hierbei wichtig: eure Hobbies, Vorgeschichte, Arbeitsweise( im Team oder allein?), vorheriges Tragen von Verantwortung, Lieblingsfächer, Stärken, Schwächen usw. Schreibt euch diese Dinge zu Hause ein mal in Ruhe auf, um sie dann schnell parat zu haben.

Ihr erhaltet dann einen weiteren Fragebogen bzgl. eurer Studienwünsche. Hier soll jeweils der 1., 2. & 3. Wunsch für das Studium angegeben und angemessen begründet werden sowie ein Notenspiegel ausgefüllt werden. Auch hier: Schreibt euch die Begründungen für euren Studienwusnch zu Hause vor oder sammelt zumindest kurz eure Gründe. "Sportwissenschaft interessiert mich." wird nicht den gewünschten Effekt erzielen. Dieser soll am nächsten Morgen beim Aufsatz in eine Ablage gelegt werden( nicht vergessen!).

Tag 2 22.03.16

Station1

An diesem Tag findet hauptsächlich die Eignungsfeststellung statt. Los geht es um 6:10 mit der "schriftlichen Arbeitsprobe" also einem Aufsatz. Hier sollen 2 Begriffe definiert und voneinander abgegrenzt werden. Es wird in diesem Aufsatz, so wie ich das Verstanden habe, keine wissenschaftliche Arbeit über die Begriffe verlangt, sondern soll lediglich getestet werden, ob Sie der deutschen Sprache mächtig sind, da Sprache trotz allem  technischen Fortschritt Führungsmittel bleibt. Auch hier gilt: vorher üben, Formulierungen zurechtlegen. Beispiele findet Ihr im Anhang.

Station 2
Nach meinem Aufsatz, der im Großen und Ganzen in Ordnung war, ging es laut Laufzettel zum Arzt. Dort waren die Wartezeiten kurz und man war nach ca. 1 Stunde mit allen Untersuchungen durch( Hörtest, Sehtest, Wiegen, Messen etc.) Ergebnis bei mir: T2 mit dem Ausschluss für das Wachbtl. aufgrund leichter Sehschwäche auf dem Rechten Auge, die mir evtl in naher Zukunft eine Brille einhandeln könnte.

Station 3

Der PMO Test: Dieser Computergestütze Test (" Persönlichkeitsmerkmale Offizier") stellt Fragen zu allen möglichen Bereichen des Charakter, der Einstellung zu verschiedenen Sachverhalten und zur eigenen Vergangenheit. Die Fragen werden im Spektrum: 1= Trifft gar nicht zu bis 7= trifft voll und ganz zu beantwortet. Hier gilt es die Wahrheit zu sagen. Bestimmte Fragen, wie die zu Alkoholkonsum, Drogenkonsum, aber auch die bezüglich Teamarbeit wiederholen sich oft und teilw. Paraphrasiert. Hier ist keinerlei Vorbereitung nötig.

Station 4

Der "CAT" Test. Wer durch die Vortestung wg. zu schlechtem Abischnitt gegangen ist weiß wie dieser Abläuft und was hier zu tun ist. Es läuft auf die allgemeine Form eines Intelligenztests hinaus. Also: Matrizentest, einfach Matheaufgaben, Allgemeinwissen, logisches Denken etc. Hierbei empfehlen sich diverse Apps, allseitsbekannte Bücher von Hesse/Schrader oder auch einige Internetseiten die Intelligenz- und Einstellungstests in verschiedensten Schwierigkeitsstufen anbieten. Auch hierzu mehr im Anhang.

Station 5

Das Gruppensituationsverfahren ( im folgenden GSV genannt): Für das GSV soll man sich in einem zugewiesenen Wartebereich einfinden, wo man, nach Prüfkommissionen aufgeteilt, nacheinander von der Kommission abgeholt wird. Bei mir bestand diese aus einer Stabsoffizierin(?) der Marine und einem zivilen Psychologen. Im Prüfungsraum angekommen richtete der Psychologe an uns ein paar beruhigende Worte. Im 1. Teil des Verfahrens ging es um ein Szenario, dass die Gruppe Zweckmäßig mit realistischen Methoden lösen soll. Konkret in meinem Fall: Wir ( 4 Prüflinge) betreuen als Bergführer eine Gruppe Touristen. Die Tour geht durch eine Schlucht auf einen Staudamm zu. Über Funk bekommen wir die Information, der Staudamm wird in einem bestimmten Zeitraum brechen ( Szenarien werden zugelost). Nach 12 minütiger Diskussion hatten wir eine Lösung ausgearbeitet.
Tipp: weniger eloquente Personen sollten dies definitiv üben. Ergreift klar das Wort, formuliert stringent eure Gedanken und zeigt euch engagiert. Hier ist der zu zeigende Führungswille am Platz.
 
Der 2. Teil, die sog. Ressourcenknappheit drehte sich um eine Gruppe von Freunden( Prüflinge) die zusammen einen Job ausgebübt haben, bei dem es nun für 3 Personen eine andere, bessere Aufgabe geben soll. Hierrum soll man sich dann mit Worten bemühen. Auch hier: Eloquenz, Durchsetzungsvermögen, aber auch Einsicht falls die anderen bessere Argumente haben sind gefragt. Nachgeben hat sich in meinem Falle nicht als negativ ausgewirkt.
 
Der 3. Teil, der Vortrag. Der Vortrag soll zu einem zugelosten Thema gehalten werden. In meinem Fall: der örtliche Handballverein sucht eine neue Halle. 2 Hallen, mit Vor- und Nachteilen stehen zur Auswahl. Ihr sollt einen Vortrag vor der Mitgliederversammlung halten und eure Entscheidung kundtun und begründen. Tipp:Auch dies gilt es vorher zu üben wenn sich Schwächen auftun. Benutzt die Tafel nicht, denn meiner Meinung nach eröffnet man damit ein sehr breites Feld für Kritik.



Station 6

Das Interview. Ich durfte nach meinem GSV direkt im Prüfungsraum sitzen bleiben da mein Interview als erstes stattfinden sollte. Das Gespräch verlief viel lockerer und freundlicher als ich es erwartete. Nach einem kurzen Austausch über den Verlauf des Verfahrens ging es dann zur Sache. Die Prüfoffizierin begann und fragte zuerst nach den Gründen für die Bewerbung. Warum wollen Sie Offizier werden? Wie stellen Sie sich die Tätigkeit eines (in meinem Falle) Infanterieoffiziers vor? Wie bewerten Sie den Erfolg der ISAF Mission?
Tipp: Macht euch ein klares Bild von dem Beruf den Ihr ergreifen wollt und leitet daraus ab wieso Ihr ihn ergreifen wollt. Alles eine Sache der Vorbereitung.
Danach ergriff der Psychologe das Wort. Dieser ging auf meinen Lebenslauf ein und sprach einige markante Punkte in diesem an. Bezog sich darüberhinaus oft auf den PMO(!), d.h. wer in diesem Test gelogen hat, könnte hier ins Schwimmen kommen. Tipp: seht euch mal mit etwas Distanz euren Lebenslauf an. Was würdet Ihn an Stelle des Psychologen ansprechen? Und für diese Punkte sollte man eine treffende Erklärung haben. Es muss nichts beschönigt werden, niemand ist perfekt, und jeder kann mal eine schwächere Phase haben. Ehrlichkeit ist eine Tugend und wird auch in solchen Situationen geschätzt. Und: Redet aus freien Stücken! Ein Gespräch wird sehr zäh wenn die Prüfer einem alles aus der Nase ziehen müssen.




Nach dem Gespräch wird einem nach kurzer Zeit im Wartebereich das Ergebnis eröffnet. Tipp zum ganzen GSV: Trinkt vorher genügend. Es wird anstrengend und ich hatte danach sehr unangenehme Kopfschmerzen.
Arbeitet als Gruppe zusammen und spielt euch die Bälle zu.


Station 7

Der berühmtberüchtigte legendäre und allseitsgefürchtete Mathetest. Es erwarten euch um die 40 Fragen, die die Themengebiete der Oberstufe abklappern. Hier gilt es besonders die Sachzusammenhänge zu verstehen. Es wird keine Kurvendiskussion einer Funktion 89. Grades erwartet. Ich hatte hier Probleme mich vorzubereiten, weil die Tiefe der Themengebiete nirgendwo so richtig dargestellt wird. z.B. soll man einer Funktion die dazugehörige Ableitung zuordnen. Oder: die Zahlenreihe: 1+1/2+1/4+1/8+....usw hat welchen Grenzwert?Tipps: Ausschlussverfahren: manche Antwortmöglichkeiten machen einfach keinen Sinn. Formeln einfach mal mit einfachen Zahlen durchrechnen. Schriftliche Rechenformen üben, Kopfrechnen üben.
                                                               

 
Am Abend folgt einem anstrengenden Tag nur noch der Einplanungsvortrag, in dem nochmal gesagt wird wie die Einplanung stattfindet und wie eure Chancen in den einzelnen TSKs und Verwendungen stehen. Aus dem Vortrag geht im allgemeinen hervor: schlecht :D :D

Station 8

Trotz des kleinen "Dämpfers" den die merklich zusammengeschrumpfte Gruppe bekam, ging es gut gelaunt in den Feierabend. Das Bierchen wurde weggelassen, denn am nächsten Morgen sollte der Sporttest anstehen. Zum BFT ist denke ich nicht viel zu sagen. Bestehen ist einfach, allerdings werden die Leistungen in einem Notenbild festgehalten, welches dann bei der Wahl der Verwendung für den Prüfling herangezogen wird. Bsp.: schafft jemand den Sporttest hat allerdings nur eine Note von 3.9 erreicht, werden seine Chancen sinken, als Fallschirmjägeroffz. eingeplant zu werden. Dass man sich auf den BFT vorbereiten kann, muss nicht nochmal gesagt werden.



Dies führt mich zum letzten Abschnitt des Auswahlverfahrens. Der Einplaner.
Für diejenigen, für die es mit dem Studienwunsch nicht klappt oder wo Gesprächsbedarf bzgl. des Studiums gibt wird ein Gespräch mit einem Studienberater vorgeschoben, zu dem ich allerdings nichts sagen kann. Man wird hierzu( sowohl Einplaner als auch Beratung)  wie für das GSV im Wartebereich abgeholt nachdem man einige Unterlagen ausgefüllt hat. Diese natürlich BW-üblich in 46-facher Ausführung. Der Einplaner eröffnet einem dann die Ergebnisse und alles was damit möglich ist, orientiert an den geäußerten Wünschen. All dies geschieht nach dem Prinzip der Bestenauslese.

Nun der angesprochene Anhang, den ich mal aus verschiedensten Beiträgen hier im Forum zusammengetragen habe:


Beispiele für den Aufsatz:

-Wunsch und Hoffnung
-Definition und Erklärung
-Soldat und Söldner
-Konkurrenz und Feindschaft
-Beglaubigung und Kopie
-Märchen und Sage


Beispiele für das GSV:
-Fremdenführer in einer Schlucht mit ca. 20 Touristen die schnellstmöglich rausgeführt werden müssen/ Entweder aus der Schlucht Klettern oder zurücklaufen ( beides Vor und Nachteile)
- Fremdenführer einer Jugendgruppe die sich auf einer kleinen Insel auf einem See befindet und ein Unwetter naht.
-Als angestellter mit einer Gruppe Besucher in einem Museum eingeschlossen, eine instabile Person in Panik unter den Menschen, riskante Möglichkeit über das Fenster das Museum zu verlassen.

Beispiele für den Vortrag:

-Kunstausstellung organisieren: Privatanwesen außerhalb der Stadt/ Gemeindehaus in der Innenstadt
-Handballhalle abgebrannt: -neue Halle in Innenstadt: Baufällig, muss mit anderem Verein geteilt werden, günstig
                                     -neue Halle außerhalb der Stadt von Privatem anbieter: teurer, besserer Zustand, mehr freie Trainingszeiten

Übungen für den CAT-Test:
Android: "LogikTest" -> Symbol ist ein blaues Gehirn
            "Job Test + Quiz" Symbol ist ein roter Haken
            "IQ Test" -> Symbol ist blau mit einer weißen Abbildung eines Kopfes
Internet: https://www.fibonicci.com/de/
             http://www.ausbildung-me.de/bewerbung/einstellungstest
             http://www.einstellungstest-ueben.com/tag/matrizentest/
             http://www.neuronation.de/
             http://www.math4me.de/  ->Kopfrechnen üben!
Ansonsten sollte man zusehen, dass man bezüglich Tagespolitischer Geschehnisse auf der Höhe ist. Also Zeitung lesen, Nachrichten schauen etc.

Insgesamt kann man wirklich sagen, dass das Verfahren im AC gut durchorganisiert ist und man absolut fair behandelt wird. Die Soldaten sowie Zivilisten waren sehr freundlich und die Betreuungsoffiziere standen gerne parat um Zweifel auszuräumen, Fragen zu beantworten usw.  Kompliment an die dort Dienst tuenden!






Gespeichert
 

© 2002 - 2018 Bundeswehrforum.de