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Autor Thema: Erfahrungsbericht 5.4.-6.4.16 Wilhelmshaven (FWDL)  (Gelesen 1893 mal)

Lukas1293

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Erfahrungsbericht 5.4.-6.4.16 Wilhelmshaven (FWDL)
« am: 20. April 2016, 01:54:41 »

Ich versuche mal so gut wie möglich die Details aufzuschreiben, da ich mittlerweile so Einiges sicherlich vergessen habe, gerade die ganzen Fachbegriffe sind mir nicht mehr wirklich geläufig.
Erst mal zu mir, ich bin 22 Jahre alt, 172m groß, 62Kg schwer, hab ne "mildere" Sehschwäche (-2,5L & -1,25R Dioptrien), habe ne Ausbildung als Industrieelektriker in Bremen gemacht, mache gerade meine Fachhochschulreife und hatte mich (ursprünglich) für den FWDL12 beworben, mit dem Ziel in eine infanteristische Einheit zu kommen. "Wunschliste" sah wie folgt aus:
1. Fallschirmjäger, 2. Gebirgsjäger, 3. Panzergrenadier, 4. Objektschützer bei der Luftwaffe, 5. Objektschüter bei der Marine.

1. Tag und Anreise

Da ich aus Bremen komme lief die Anreise schnell und einfach ab. Im Bahnhof in WH angekommen traf ich direkt 2 jüngere Feldwebelbewerberinnen mit denen ich dann den Bus aufsuchte. Da es erst so 14:30 war, war der Bus noch nicht da und wir warteten an einem neuen, vom Karriercenter festgelegten, Treffpunkt. Wenig später kam eine alte Frau zu uns, die uns relativ aufgebracht (wie ich empfand) erklärte das sie nicht verstehen könnte warum wir "Rekruten" denn immer dort warten würden, wenn doch eindeutig gezeigt ist das der Bus dort hinten (etwa 100m entfernt) hielt. Also ließen wir uns den Warteort zeigen und bedankten uns. Also hier direkt schon mal Kritik, das KC schickt ein Infozentel mit einem neuen geänderten Treffpunkt der nicht korrekt ist.

Angekommen im KC wurden wir unseren Stuben zugeteilt. Uns wurde ebenfalls eine Mappe ausgehändet die die Hausregeln beinhaltet. Sogar wie man den Fernseher anschaltet... Insgesamt bestand unsere Gruppe aus gut 14 Leuten glaube ich. Der Großteil wollte zur Marine in die Feldwebellaufbahn. Ich war mit einem anderen alleine in einer Stube, ich denke weil er auch der einzig andere war der FWDL machen wollte.

Kurz nachdem wir uns eingerichtet hatten mussten wir nach unten um dort Papierkram zu unterschreiben, hauptsächlich Belehrungen welche dann mit ich glaube 1-2 Seiten an persönlichen Fragen endeteten. Nachdem alle fertig waren gingen wir Abendessen. Gegessen wurde bis halt der Betreuer aufstand, was aber allemal ausreichte um satt zu werden. Was das Essen angeht...naja..

Nach dem Essen hatten wir Freizeit und in dieser unterhielt ich mich etwas mit dem anderen FWDLer. Der kam aus Polen, lebte seit ein paar Jahren in Deutschland und sprach nur gebrochen Deutsch.

2. Tag

Da ich mich hier im Forum schon informiert hatte, bin ich um 4 Uhr kurz aufgestanden um zu duschen. Dann um 6 herum mussten wir uns alle draußen versammeln, wo wir dann von einem neuen Betreuer (?), welcher anscheinend gleichzeitig die Person war, die den Sporttest mit den anderen Bewerbern durchzog, begrüßt wurden. Schnell war klar das dieser genau der Typ ist den man bei der Bundeswehr erwartet (etwas strengerer Ton, jemand, bei dem man den Eindruck bekommt der kann Leute ohne Rückrat nicht leiden und sortiert die aus). Er hat sich mit einem anderen Bewerber über Puff- und Zwingerbesuche unterhalten, was von Außen recht amüsant war. Hier wurden mehrere aber ermahnt Hände aus den Hosentaschen zu nehmen, das sollte eigentlich aber im Vornerein klar sein. Dann gingen wir gemeinsam mit der Bewerbergruppe die einen Tag vor uns da war zum Frühstück. auch hier wieder so lange essen bis der Betreuer/Offizier/usw aufsteht. Zurück angekommen begannen so gleich die Tests. Wir wurden aufgeteilt, manche kamen zuerst zum Arzt, andere zuerst zum Computertest.

Ich kam zum Computertest. Ich ganz grober Fehler von mir war sich nicht darauf vorzubereiten. Ich habe zuhause ein dickes weißes Buch zum Üben eben für solche Tests (Bundeswehr, Feuerwehr und Polizei), was ich nicht benutzt hatte, da ich nicht davon ausging das der Test bei einem FWDLer so eine große Rolle spielt...ganz großer Fehler! Ich hatte zwar schon Online Testweise bei der Polizei und bei der Bundswehr die Tests gemacht (und auch eine Bewerbung bei der Deutschen Bahn), aber das waren ja nur ein paar Beispiele. Deshalb selbst an die FWDLer, unbedingt vorbereiten wenn man sich unsicher ist!!. In dem Test kamen:

Logikaufgaben:

Zahnränder, welches dreht sich am schnellsten, welches dreht sich in welche Richtung? - Empfand ich nicht als sonderlich schwer, da ich das Schmieblatt zur hilfe genommen habe, aber habe anscheinend doch so einiges falsch gemacht.

8 Bilder, das 9te musste erraten bzw. erschlüsselt werden. - Hier habe ich auf gut Deutsch verkackt, die ersten gingen noch, aber dann war es mehr ein Mischmasch aus Formen und Strichen, wo ich keinen Sinn mehr hinter sah.

Deutsch: Simple Grammatik. Z.B: Wie wir das folgende Wort geschrieben? A, B, C oder D? Fand ich nicht wirklich schwer

Englisch: Ein paar Sätze wo man dann meistens ein fehlendes Wort einsetzen soll, teilweise ist Grammatik wichtig, teilweise der Sinn des Wortes. - Da Englisch mein stärkstes Fach ist denke habe ich hier keinen bis kaum Fehler.

Mathe: Hauptsächlich waren das kurze Rechnungen mit Brücken. - Kann ich schlecht beurteilen, Mathe ist mein schwächstes Fach, aber die Aufgaben waren nicht sonderlich schwer

Reaktionstest:
Bei dem habe ich praktisch nichts korrekt gemacht. Man hat 3 Sekunden für jede Aufgabe, ich hab teilweise 5-10 Stück einfach laufen lassen weil ich aus dem Takt war. Ähnliches hatte ich, glaube ich zumindest, bei der Bewerbung bei der deutschen Bahn. Reaktionslastige Spiele am Computer oder Xbox sind in Ordnung, aber bei solchen Tests verhau ich Alles  :-\

Da ich nur FWDL mache, war mein Test wohl kürzer, denn im Nachhinein erfuhr ich das die anderen auch Elektronikaufgaben o.Ä. drin hatten, was bei mir jedoch völlig fehlte.

Nach dem Test musste man sich beim Steuerkopf melden. Danach kam ich zum Arzt, kurz angemeldet und im Wartezimmer gewartet. Nach ca. 10 Minuten musste ich eine Urinprobe abgeben, kam nur leider kaum was, da ich extrem wenig den Tag und Vortag getrunken habe. Nach dem Urintest folgteHör- und Sehtest. Beim Sehtest lief so einiges Schief. Ist praktisch derselbe wie der den man für den Führerschein braucht. Ringe mit "Löchern" und man solle sagen wo sich das Loch befindet. Ich hatte meine Kontaktlinsen drin, da die Brille die ich mithatte nicht meine korrekten Werte hatte. Leider haben sich die untere und obere Reihe der Ringe bewegt, sprich gezittert, sodass ich keine Chance hatte, selbst bei Vergrößerung, zu lesen. Eventuell war ich zu nervös, auf jeden Fall hatte ich so ein Problem noch nie beim Augenarzt. Danach der Hörtest, der lief denke ich ganz gut. Erst Rechts, dann Links ein Piepen. Sobald man es piepen hört muss man einen Knopf drücken.

Danach wieder ins Wartezimmer, wenig später dann Lungentest, größe bemessen, Gewicht etc. Danach Wartezimmer und dann zur schlussendlichen Begutachtung des Arztes bzw. bei mir einer Ärztin. Sie hat direkt angesprochen das ich beim Sehtest ja nix gesehen habe, und wie lange ich denn nicht mehr beim Augenarzt war. Habe ihr erklärt dass das selbst für mich komisch war. Danach folgte Blutdrucktest (Vor und nach Belastung = 30 Kniebeugen), wo ich anscheinend erhöten Blutdruck o.Ä. hatte, kam aber eher durch die Nervösität. Kurz in den Mund geguckt, blind auf einer Stelle gelaufen, einmal in die Hocke und wieder hoch und kurz auf den Schniepel geguckt. Dabei ist mir aufgefallen das ich etwas nach Schweiß rieche, deshalb kann ich Leuten nur anlasten Deo nach dem Duschen zu benutzen, das war mir leicht unangenehm. Danach meinte sie zu mir das sie mir nach der Musterung was zukommen lassen, womit ich zum Augenarzt muss um den Sehtest nachzuholen. Sprich ich habe noch keinen Tauglichkeitsgrad, kann also immer noch ausgemustert werden nachdem der Sehtest nachgereicht worden ist. Was ich aber nicht glaube, da ich auch durch den Alltag ohne Sehhilfe komme.

Nach dem ärztliche Prozedere musste ich erneut zum Steuerkopf und kam danach ins Wartezimmer für den Psychologen. Wenig später holte mich dieser ab und wir saßen uns in seinem Büro hin. Er hat halt das gefragt was man erwartet (Ich zitiere mal in etwa, nicht genauen Wortlaut!), "warum wollen Sie zur Bundeswehr?", "Ihnen ist sicherlich bewusst das sie im Ausland eingesetzt werden könnten, haben sie dies mit ihrer Familie besprochen?", "Wie steht die Familie zu ihrer Entscheidung?", "Warum infanteristischer Bereich?" Usw. Ich habe so ehrlich wie es geht beantwortet, was er anscheinend auch merkte. Am Ende meinte er zu mir das der PC Test und Arzt schon einiges weggestrichen hat, darunter Fallis, Panzergrenadiere, Gebirgsjäger und Objektschützer der Luftwaffe. Er meinte dann das ich eigentlich auch nicht zum Objektschutz der Marine kann, da mein PC Ergebnis (Glaube ich zumindest das es das war) nicht ausreiche. Fragte mich also was ich machen würde wenn ich nicht zur Bundeswehr kommen könnte, erklärte ihm das und dann meinte er das er noch ein paar Sachen aufschreibt für den Einplaner was ich noch machen könnte. Ebenfalls schrieb er auf, das wenn alles nicht geht, ich doch zu den Objektschützern der Marine solle, aber halt nur wenn nichts anderes funktioniert.  Er meinte jedoch das er denke ich wäre Reif genug für den Dienst an der Waffe, auch im infanterischten/kämpferischen Dienst. Insgesamt ein sehr freundlicher Mann, da schien ich Glück gehabt zu haben.

Danach gings wieder ins Wartezimmer und wenig später zum Einplaner. Dieser war auch sehr freundlich, ich kann mich leider aber kaum noch an den Gesprächsablauf erinnern, da ich schon leicht aufgelöst war, das ich so schlecht "abgeschnitten" hatte. Ich erklärte ihm allerdings das ich zur Bundeswehr gekommen bin bzw. will um eben im infanteristischen Dienst zu sein. Ich will die Abwechslung die damit kommt, das eventuelle Ausreizen der Grenzen. Ich will nicht, wie in der Ausbildung, 9h am Tag vor dem PC sitzen. Schlechte Arbeitszeiten sei ich mehr als gewöhnt. Er fragte dann ob ich nicht Funker machen wolle, oder was im kaufmännischen/logistischen Dienst. Das habe ich wehement (Schreibt man das so?) abgelehnt, ich meinte Infanterie oder gar nichts. Er ging dann kurz noch mal zum Psychologen und als er zurück kam meinte er das er eine Ausnahme für mich mache. Also unterschrieben und dann ab nach Hause.

Insgesamt kann ich sagen das es selbst als FWDLer leicht stressig ist, eventuell für mich auch einfach weils ungewohnt ist und ich erst Zeit brauche um mich an sowas zu gewöhnen. Eventuell fühlt man sich etwas vernachlässigt, immerhin scheint es praktisch keine FWDLer mehr zu geben.

Ich bin aber mit einem absolut schlechtem Bauchgefühl weggegangen. Ich habe mich selbst extrem enttäuscht. Und bin auch immer noch am Nachdenken. Die Bundeswehr hat sicherlich genug Erfahrung Rekruten auszuwählen, und wenn ich eigentlich nicht für die Infanterie geeignet bin, wird das ja irgendwo stimmen. Nichtsdestotrotz habe ich riesig Lust darauf, und sehe auch die Chance die mir gegeben worden ist. Abbrechen werde ich sicherlich nicht, meine Ausbildung hat mir auch nicht gefallen und habe sie gut bestanden (Und das unter für eine Ausbildung in Deutschland fast schon inhumanen Verhältnissen). Es bleibt einfach dieser fade Beigschmack das man eine Ausnahme ist und eigentlich gar nicht dorthin sollte.

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vita1992

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Antw:Erfahrungsbericht 5.4.-6.4.16 Wilhelmshaven (FWDL)
« Antwort #1 am: 21. April 2016, 19:10:35 »

danke für die ausführliche Beschreibung, was hast du denn im Sportfest machen müssen?
Pendellauf, Stangenhalten & Ergotest??

Gab es bei dir kein AC bei dem du gruppenaufgaben und einen kurzvortrag halten musstest?
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A-Bomb

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Antw:Erfahrungsbericht 5.4.-6.4.16 Wilhelmshaven (FWDL)
« Antwort #2 am: 21. April 2016, 19:16:20 »

Er ist zukünftiger FWDL, da gibt es keinen Sporttest und AC.
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vita1992

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Antw:Erfahrungsbericht 5.4.-6.4.16 Wilhelmshaven (FWDL)
« Antwort #3 am: 21. April 2016, 21:18:26 »

oh ich bin ehrlich ich dachte FWDL heißt etwas mit Feldwebel aber hab grad gesehen das es freiwilliger Wehrdienst ist.

aber beim FW gibt es ganz normal das AC richtig?
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KlausP

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Antw:Erfahrungsbericht 5.4.-6.4.16 Wilhelmshaven (FWDL)
« Antwort #4 am: 21. April 2016, 21:20:56 »

Mensch, du willst Feldwebel werden. Schau doch einfach in die Erfahrungsberichte hier, davon gibt es dutzende und die beschreiben alles sehr detailliert.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen ...  ::)
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StOFä (NVA) a.D., StFw a.D.
aktiver Soldat vom 01.11.71 bis 30.06.06, gedient in zwei Armeen
 

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