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Autor Thema: Erstes Kind während WE-Beziehung - Erfahrungsberichte?  (Gelesen 1289 mal)

BlueMoon

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Ich würde mich über Erfahrungsberichte von Eltern freuen, die beim ersten Kind nicht jeden Abend beieinander waren, also wo die Frau mit dem Baby auch viele (Tage und) Nächte allein war.

Kurz zu mir: Ich bin glücklich mit einem Soldaten verheiratet und nun (geplant) schwanger :D Ich habe einen guten & gut bezahlten Job mit unbefristetem Vertrag – den zu bekommen war schwer. Mein Mann ist Offizier = wird alle zwei Jahre versetzt. Wir waren uns immer einig, dass ich nicht hinterherziehe. WE-Beziehung kennen und können wir, ich kann gut allein sein. Er hat noch fünf Jahre BW vor sich (SAZ 13) – absehbar. Da wäre ich aber fast 36, solange wollten wir nicht warten.

Wir wohnen bewusst nahe bei meinen Eltern, damit sie unterstützen können. Unser Baby soll im März kommen, ab April ist er dann ca. 130km von uns weg stationiert – was ja für die BW nicht übel ist! Er wird nicht jeden Tag heimfahren (zu anstrengend), aber ein-/zweimal die Woche ginge sogar. Das war einkalkuliert und wir werden das schon wuppen, denk ich. Meine Eltern werden mich unterstützen, und die Elternzeit werden wir uns wohl aufteilen. Das ist also explizit kein Jammer-Post ;)

Ich würde mich sehr freuen, zu lesen, dass jemand in ähnlicher Konstellation ein Kind bekommen hat und wie das war - kommt doch in der BW bestimmt öfter vor. Durch die Kinder meiner Schwester habe ich ein realistisches Bild und weiß, wie anstrengend insb. Wochenbett etc. sein können. Also, wer mag: ein bisschen Austausch wäre toll!

Ich poste das mal nicht in die Frauenecke, weil ich mich explizit auch über männliche Antwortende / Ansichten freuen würde – mich interessiert, wie sich das für beide Elternteile jeweils anfühlt/angefühlt hat.
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MrsFloppy

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Antw:Erstes Kind während WE-Beziehung - Erfahrungsberichte?
« Antwort #1 am: 01. September 2016, 07:33:24 »

Hallo Bluemoon,

Glückwunsch zur Schwangerschaft. Ich werde im Februar das erste Mal Mamma :-))

Schade, dass bisher noch keine Antworten gekommen sind. Würde mich nämlich auch brennend interessieren, da wir auch unser erstes Kind erwarten, allerdings 300 km von beiden Elternteilen entfernt wohnen und ich in diesem kleinen Dorf keinen Anschluss finde.

Also soweit klingst es bei Dir ja sehr gut, wie ich finde. Du vermittelst den Eindruck, dass du mit der Gesamtsituation zufrieden bist.
Wie gesagt, leider habe ich selbst noch keine Erfahrungen, aber die werden kommen.

Du hast deine Familie um Dich, was eine absolute Erleichterung ist.
Eine Wochenendbeziehung ist doppelt so leicht, wenn meist die Frau in unmittelbarer Nähe der Familie ist, da soziale Kontakte vorhanden sind. Oder sehe ich das falsch, da ich nicht objektiv beurteilen kann :-) ?!
LG MrsFloppy
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hoschi84

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Antw:Erstes Kind während WE-Beziehung - Erfahrungsberichte?
« Antwort #2 am: 05. Januar 2017, 06:59:03 »

Hey BlueMoon,

erst mal herzlichen Glückwunsch.

Also ich bin im April 2014 Vater geworden und war zu dieser Zeit 230 km von meiner Familie getrennt. Da war es für mich noch nicht einmal möglich 1-2 mal die Woche zu Hause zu sein. Die ersten 5 Wochen nach der Geburt war ich mit angesparten Erholungsurlaub daheim, aber danach war der Dienstalttag schnell wieder da. Ich sag mal so, man gewöhnt sich recht schnell an die Umstände, auch meine Frau kam ganz gut damit klar.

Natürlich wäre ich viel lieber von Anfang an jeden Abend bei Frau und Kind gewesen doch dafür freut man sich am Wochenende umso mehr auf die Familie.

Wir hatten bzw. haben auch das Glück dass wir die Familie direkt bei uns haben (sogar zum Teil im selben Haus) das erleichtert es nochmal ungemein.

Jetzt wünsche ich dir für die restliche Schwangerschaft alles Gute und eine angenehme (zumindest nicht zu anstrengende) Geburt.

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miguhamburg1

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Antw:Erstes Kind während WE-Beziehung - Erfahrungsberichte?
« Antwort #3 am: 05. Januar 2017, 08:46:00 »

Ich denke, dass diese Situation immer sehr individuell von den persönlichen Verhältnissen, Vorlieben und Rahmenbedingungen geprägt ist, so dass Erfahrungen zu vergleichen oft schwierig ist.

Zwei Faktoren scheinen mir allerdings notwendig, um diese Zeit miteinander unbeschadet überstehen zu können, und beide Faktoren scheinen bei Ihnen ja auch zuzutreffen:

Erstens: Solche Lebensentscheidungen (also die Eheschließung von Soldaten, allzumal heute! sowie das Begründen einer Familie) müssen ganz bewusst vor dem Hintergrund gestroffen werden, dass es eher wahrscheinlich sein wird, dass man viele Zeiten haben wird, nicht wie andere Leute wochentags zusammen leben zu können, wenn man (z.B. aus beruflichen Gründen) nicht gemeinsam umziehen kann oder will. Bewusst heißt für mich, sich eben auch über die Folgen einer Wochenendbeziehung klar zu werden und ernsthaft zu prüfen, ob man dazu auch bereit ist. Hier ist also Ehrlichkeit auf beiden Seiten gefragt.

Zweitens: Meine Frau und mich trennten über 500 km Entfernung zwischen ihrem und meinem Dienstort zu Zeiten, als es Elternzeit und Erziehungsuraub genausowenig gab wie Mobiltelefone, Internet und Email. Insofern kenne ich das Gefühl, nicht unterstützen zu können, ohne mir Urlaub nehmen zu müssen, wenn Hilfe des Partners erforderlich ist oder wichtig wäre. Auch die Situation, dass eben Telefonate oder kurze Mitteilungen im Wesentlichen nur nach Dienst, wenn ich in meiner Butze am Dienstort war, möglich waren. Für meine Frau und mich war es da einfach wichtig, dass Großeltern und gute Freunde in der Nähe waren, um meiner Frau hilfreich zur Seite stehen zu können. Denn  ich war nur von Freitag Spätnachmittag bos Sonntagabend zu Hause. Diese Unterstützung war für meine Frau essentiell und für mich einfach sehr beruhigend.

Insofern vermitteln Sie den Eindruck, dass bei Ihnen sehr gute Voraussetzungen bestehen, diese ganz besondere Familiensituation im guten Sinne miteinander zu gestalten. Dazu gratuliere ich Ihnen und wünsche Ihnen für die letzte Schwangerschaftsphase und die Geburt alles Gute!
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Kokiba

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Antw:Erstes Kind während WE-Beziehung - Erfahrungsberichte?
« Antwort #4 am: 31. Januar 2017, 14:44:41 »

Hallo BlueMoon,

ich hoffe ich darf meinen Erfahrungsbericht beisteuern, auch wenn es für mich nicht das erste Baby ist.

Mein Freund, mein Sohn und ich leben bereits seit ein paar Jahren als Patchwork-Familie zusammen. Ende 2016 wurde unsere kleine Familie durch unseren gemeinsamen Sohn erweitert. Als wir uns für ein gemeinsames Kind entschlossen und mit dem üben losgelegt haben, hatte mein Freund noch nichts mit der Bundeswehr zu tun. Sein Entschluss Soldat zu werden kam zu dem Zeitpunkt als ich bereits schwanger war und überschnitt sich mit einem positiven Test um wenige Tage.

Ca. 6 Wochen vor der Geburt musste er dann los und auf einmal trennten uns über 500 km, sodass wir uns seit dem nur noch am Wochenende sehen. Ich habe hier keine Familie mehr, daher bestand unsere Unterstützung aus Freunden, seiner Familie und den uns betreuenden Hebammen.

Unsere "Haupthebamme", haben wir noch im ersten drittel der Schwangerschaft kennengelernt. Sie hat die Vorsorgeuntersuchungen im Wechsel mit dem Arzt gemacht, unsere Geburt betreut und war im Wochenbett für uns da. Im Gegensatz zum Arzt hatte sie bei den Vorsorgeuntersuchungen mehr Zeit für uns und war auch vor der Rufbereitschaft fast 24 Stunden am Tag für uns erreichbar. Unsere "Zweithebamme" haben wir im letzten drittel der Schwangerschaft kennen gelernt, so war sichergestellt das bei der Geburt eine vertraute Hebamme bei uns ist, sofern die andere verhindert ist..
Ich habe bei der ersten Geburt schlechte Erfahrungen gemacht, da während der Geburt unnötig und ohne Rücksprache in den Geburtsverlauf eingegriffen wurde. Hätte es mein Freund nicht zur Geburt geschafft hatte ich durch unsere Hebamme dennoch eine Vertraute bei mir die mir Kraft spenden konnte und bei der ich wusste das sämtliche Eingriffe mit mir durchgesprochen werden.
 
Im Wochenbett kam Sie regelmäßig zu den Nachsorgeuntersuchungen zu uns und schaute nach dem Baby, den Geburtsverletzungen, ob es mit dem Stillen klappt und auch danach ob die junge Mutter unter Babyblues leidet oder ob sich nicht sogar eine Wochenbettdepression ankündigt.
Von daher kann ich dir nur raten dir eine Hebamme zu suchen die euch unterstützt. Eine gute Hebamme ist Gold wert.

Nachdem mein Gynäkologe Mittwochmorgen bei der Untersuchung meinte das es wahrscheinlich ist dass ich abends mein Baby spätestens in zwei Tagen mein Baby im Arm halten werde hat mein Freund spontan Urlaub für die nächsten zwei Tage eingereicht. Er machte sich dann am Donnerstag in der Früh auf den Heimweg, Donnerstagabend  ging es in den Wehen los und am nächsten Tag zur Mittagszeit war unser Baby da.
Da wir ambulant entbunden haben waren wir zwei Stunden später wieder auf dem Heimweg. Sonntag musste mein Freund wieder zurück und von da an war ich mit zwei Kindern und Hund alleine.
Auch wenn ich kaum Geburtsverletzungen hatte, habe ich im Wochenbett schnell gemerkt das mein Beckenboden es mir übel nahm wenn ich zu viel auf den Beinen war. Ich war ziemlich froh darüber zur Geburt gut eingedeckt zu sein. Wir hatten genug Windeln, Einlagen, Feuchttücher, Essen und Trinken für mindestens zwei Wochen, sodass ich die Wohnung nicht unnötig verlassen musste. Freunde haben die ersten Wochen zusätzlich unseren Hund mittags abgeholt und abends wieder gebracht.

Da wir die letzten Jahre uns eigentlich täglich gesehen haben war es eine ziemliche Umstellung in der Woche abends allein zu sein. Wir fühlen uns beide mit der Situation nicht wohl und sind froh wenn das pendeln in den Sommerferien vorbei ist. Wenn der große das Schuljahr beendet hat werden wir an seinen Standort ziehen. Ich habe ziemlichen Respekt vor der Entscheidung dauerhaft eine Wochenendbeziehung zu führen. Auch wenn ich meinen Freund lieben würde ich die Beziehung beenden wenn es absehbar wäre das wir über Jahre eine Wochenendbeziehung führen müsste.

LG Kokiba
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