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Autor Thema: ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?  (Gelesen 5811 mal)

siscos

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Hallo liebes Forum,

kurze Frage: Gehört es zum Einstellungsprozess des höheren Dienstes (zBsp. Wirtschaftswissenschaftler höherer Dienst) sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen?

Falls ja:
1. Stimmt es, das der BMI höchstens 28 haben darf? Wäre ja einfach einzuhalten.
2. Ich hörte, das Blut nur abgenommen wird, wenn der BMI zu hoch ist, zwecks Bluttfettwerte, richtig?
3. Was wird noch im Blut getestet, sofern überhaupt abgenommen wird?
4. Wie ist der Sehtest aufgebaut? Schwer zu bestehen? Habe hier ein leichtes Handicap.

Danke und Grüße
Siscos
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KlausP

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #1 am: 09. August 2016, 10:34:05 »

Zitat
Gehört es zum Einstellungsprozess des höheren Dienstes (zBsp. Wirtschaftswissenschaftler höherer Dienst) sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen?

Ja. Jeder Bewerber für eine Beamtenlaufbahn (egal ob Bundes-, Landes- oser kommunaler Beamter) muss sich vor der Einstellung einer amtsärztlichen Untersuchung unterziehen. Schließlich trägt der Dienstherr später ja einen Großteil der Kosten für ärztliche Behandlungen - und das bis zum Lebensende.
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aktiver Soldat vom 01.11.71 bis 30.06.06, gedient in zwei Armeen

siscos

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #2 am: 09. August 2016, 10:40:00 »

Mal wieder Danke für Ihre Informationen. Haben Sie noch genauere Infos zu den restlichen Fragen?

Vielen Dank!
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KlausP

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #3 am: 09. August 2016, 10:43:24 »

Nein, weil ich den Untersuchungsumfang bei Bewerbern für die Beamtenlaufbaghn nicht kenne.
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M05W12S69

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #4 am: 09. August 2016, 11:25:50 »


1. Stimmt es, das der BMI höchstens 28 haben darf? Wäre ja einfach einzuhalten.


Hallo,

diese Aussage kann man glaube ich nach dem deutlichen Richtungswechsel der Rechtsprechung aus dem Urteil aus 2013 nicht mehr ganz so pauschal stehen lassen.

Der Amtsarzt ist ja gehalten, eine Prognose zu erstellen, die sich u. U. auf mehrere Jahrzehnte erstreckt. Wenn also in der Momentaufnahme der ärztlichen Untersuchung (und mehr kann es ja nicht sein) keine konkreten Hinweise vorliegen, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf hindeuten, dass man vorzeitig in den Ruhestand gehen muss, so stünde einer Verbeamtung nichts im Wege.

Ein zu hoher BMI alleine betrachtet reicht für einen konkreten Hinweis nicht aus, denn letztlich lässt sich dieser ja auch wieder reduzieren - wie im umgekehrten Falle ja auch, also bei der Untersuchung BMI normal und dann beginnt die Schlemmerei...

Es soll ja sogar schon zu Verbeamtungen bei HIV-Erkrankten gekommen sein, da die HIV-Erkrankung an sich wohl nicht konkret genug war, um eine vorzeitige Pensionierung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit annehmen zu können.
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LwPersFw

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #5 am: 09. August 2016, 11:40:50 »

Bereichsanweisung D1-1330/49-5001

"Gesundheitliche Eignung von Bewerberinnen und Bewerbern für ein Beamten- oder
 Tarifbeschäftigungsverhältnis durch die Personalgewinnungsorganisation der Bundeswehr"

Grundsatz

Nach Abschluss des zivilen Assessments und vor der Einstellung durch die Personal
bearbeitenden Stellen (PersBSt) ist die gesundheitliche Eignung durch eine ärztliche Untersuchung
(Einstellungsuntersuchung) festzustellen.

Durch die Einstellungsuntersuchung wird festgestellt, ob die Bewerberin bzw. der Bewerber
für die angestrebte Beamtenlaufbahn oder die angestrebte Tarifbeschäftigung gesundheitlich
geeignet ist.
Eine negative gesundheitliche Eignungsprognose stellt ein absolutes Ausschlusskriterium für die Einstellung dar.



Für Beamte gilt u.a.:

Gesundheitliche Eignung

Die gesundheitliche Eignung ist bei Vorliegen folgender Voraussetzungen gegeben:

• Vorhandenes notwendiges Maß an körperlichem Leistungsvermögen und psychischer Belastbarkeit
für die körperlichen und psychischen Anforderungen der angestrebten Beamtenlaufbahn
mit allen dazugehörenden Ämtern und Verwendungen,

• Feststellung der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit für das angestrebte Amt/die
angestrebte Beamtenlaufbahn einschließlich der Wege vom und zum Dienstsitz und der Dienstreisen,

• überwiegende (d. h. mehr als 50-prozentige) Wahrscheinlichkeit, dass bis zur gesetzlichen
Altersgrenze Dienst geleistet werden kann bzw. eine vorzeitige dauernde Dienstunfähigkeit aus
gesundheitlichen Gründen nicht eintreten wird sowie

• überwiegende (d. h. mehr als 50-prozentige) Wahrscheinlichkeit, dass die Lebensdienstzeit
aufgrund krankheitsbedingter Fehlzeiten nicht erheblich geringer sein wird.



Grundsätzlich nachteilige Gesundheitsstörung

Body-Mass-Index (BMI) kleiner als 18 und größer als 30 kg/m² bei unzureichender körperlicher Leistungsfähigkeit (7).

(7) => Als Leistungsminimum gilt eine körperliche Leistungsfähigkeit von PWC max = 1,5 W/kg Körpergewicht bei
einer ergometrischen Ausbelastungsherzfrequenz von 220 minus Lebensalter in Jahren




Zu den o.g. grundsätzlichen Anforderungen können dann natürlich noch spezielle Anforderungen kommen,
die sich aus der zukünftigen Fachtätigkeit ergeben können.



Medizintechnische und laborchemische Basisuntersuchungen

Medizintechnische Untersuchungen:

• Körperlänge.
• Körpergewicht.
• Audiometrie.
• Sehtest (Visus/Farbsinn/Stereopsis).
• Blutdruck in Ruhe, nach 20 Kniebeugen und 1 Minute, 2 Minuten sowie 3 Minuten nach Belastung.
• Lungenfunktionsprüfung.
• EKG.
• Ergometrie bei Ruheblutdruck >160/95 mmHg und Body-Mass-Index (BMI) >30 kg/m² und <
18 kg/m²; Eignungskriterium ist das Erreichen von PWCmax 1,5 W/kg Körpergewicht .
• Sonographie, je nach Anamnese.

Laboruntersuchungen:

• Urinstatus auf Glukose, Eiweiß, Blut/Hämoglobin, Leukozyten, Nitrite, Urobilinogen.
• Blutsenkung oder CRP, je nach Ausstattung.
• Kleines oder je nach Anamnese großes Blutbild.
• Blutzucker, bei Diabetikern HbA1c.
• Gamma-Glutamyl-Transferase (γ-GT).
• Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (SGOT).
• Glutamat-Pyruvat-Transaminase (SGPT).
• bei Erhöhung von γ-GT und bei SGOT > SGPT Bestimmung des Carbohydrate – deficient Transferrin (CDT).
• Cholesterin.
• Triglyceride.
• Harnsäure.
• Kreatinin.
• Urintest auf Drogen (mit dem Einverständnis der Probandin/des Probanden).
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aktiver Berufssoldat im Bereich Personalwesen

M05W12S69

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #6 am: 09. August 2016, 11:57:51 »


Body-Mass-Index (BMI) kleiner als 18 und größer als 30 kg/m² bei unzureichender körperlicher Leistungsfähigkeit (7).

(7) => Als Leistungsminimum gilt eine körperliche Leistungsfähigkeit von PWC max = 1,5 W/kg Körpergewicht bei
einer ergometrischen Ausbelastungsherzfrequenz von 220 minus Lebensalter in Jahren


Vielen Dank für diese umfangreiche Info, aber kann mir jemand erklären, was das oben konkret heißt???
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F_K

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #7 am: 09. August 2016, 12:10:31 »

Was konkret wird nicht verstanden?
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M05W12S69

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #8 am: 09. August 2016, 12:19:41 »

Wie lange dauert dann so ein Belastungstest?
Was heißt das: PWCmax = 1,5W/kg Körpergewicht?
Was wäre das Ergebnis eines solchen Testes? Was ist gut, was ist schlecht?

Ich denke, dass mir solch ein Test bevorstehen wird...
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F_K

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #9 am: 09. August 2016, 12:26:14 »

Beispiel:

Der Bewerber hat einen BMI von 31 - er wird also zum Nachweis seiner Leistungsfähigkeit ein Belastung EKG machen dürfen.

Annahme: Er wiegt 120 kg - dann muss er 102 kg x 1,5 = 180 Watt als Leistung mindestens "bringen", dabei darf sein Puls, wenn er z. B. 30 Jahre ist, nicht über 190 Schläge pro Minute gehen.

In aller Regel wird z. B. mit 50 Watt gestartet, und dann alle 2 Minuten um 25 Watt gesteigert - bis der Patient "keine Lust mehr hat".

Du wird aber bei so hohem BMI ggf. auch schlechte Blutwerte haben ...

Guter Wert?

- Ein Soldat muss mWn für Auslandsverwendungsfähigkeit 2,3 W/kg "bringen",
- Ein Soldat muss für Teilnahme am Einzelkämpferlehrgang 2,7 W/kg "bringen"

Ich habe (gehe auf die 50 zu) im schlechten Zustand knapp über 3 W/kg gebracht, aber auch schon um 4 getreten ...
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BWDSF

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #10 am: 09. August 2016, 12:27:58 »

Ergometrie bei Ruheblutdruck >160/95 mmHg und Body-Mass-Index (BMI) >30 kg/m² und <
18 kg/m²; Eignungskriterium ist das Erreichen von PWCmax 1,5 W/kg Körpergewicht .

Bedeutet, wenn mein Ruheblutdruck unter 160/95 und mein BMI unter 30 ist, wird auch kein Leistungs EKG durchgeführt?
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M05W12S69

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #11 am: 09. August 2016, 12:30:23 »

Blutdruckswerte sind bei alle im normalen Bereich (Alter: 46, etwa 140/85, also nix weltbewegendes, Puls bei knapp 80), Blutwerte (vor etwa 4 Wochen noch getestet) alle im Normbereich, lediglich der BMI ist "etwas" aus der Spur - aber schon mal Danke, dann weiß ich ja, was mich erwarten wird und kann evtl. noch konditionell ein wenig gegensteuern...
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Ralf

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #12 am: 09. August 2016, 12:32:50 »

Ist doch ganz einfach: Dauerhaft abnehmen, nicht nur für den Arbeitgeber, sondern auch für sich selbst.
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Helft mit, dass es so bleibt.

M05W12S69

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #13 am: 09. August 2016, 12:37:54 »

Kein Problem, sei Februar sind es ja auch schon knapp 20 kg weniger, aber das wird dem untersuchenden Arzt nicht ausreichen schätze ich mal... ;-)
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Getulio

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Antw:ärztliche Untersuchung vor Direkteinstieg im höheren Dienst?
« Antwort #14 am: 09. August 2016, 19:23:14 »

Ergometrie bei Ruheblutdruck >160/95 mmHg und Body-Mass-Index (BMI) >30 kg/m² und <
18 kg/m²; Eignungskriterium ist das Erreichen von PWCmax 1,5 W/kg Körpergewicht .

Bedeutet, wenn mein Ruheblutdruck unter 160/95 und mein BMI unter 30 ist, wird auch kein Leistungs EKG durchgeführt?

Wenn der Arzt es für nötig hält, um etwas abzuklären, wird es gemacht. Wobei die Wahrscheinlichkeit sicher nicht riesig ist, wenn Größe, Gewicht und Blutdruck passen.
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