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  • 19. Oktober 2017, 13:01:52
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Autor Thema: Tagesbefehle der VM'in / Innere Führung - und alles andere aus dem BMVg  (Gelesen 18575 mal)

miguhamburg1

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Ja, was wollen Sie damit relativieren, dass diesene Ministerin eingangs von einem "gravierenden Haltungs- und Führungsproblem in der Bundeswehr" schwadroniert?

Also entweder es gibt ihrer Meinung nach dieses Problem. Dann betrifft es aber konsequenterweise mehr als nur eine handvoll Einzelfälle. Aber wer die Äußerungen dieser Ministerin verfolgt, weiß genau, dass sie schon sehr genau abwägt, was sie an welcher Stelle (nicht) ausdrückt.

Sie gehört zu den Politikern, die schlicht und ergreifend ihrer Umgebung zutiefst misstrauen und versuchen, alles um sich herum zu eliminieren, was ihren Vorstellungen widerspricht, wie konstruktiv das auch immer sein mag.

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Jens79

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Man kann ja da reininterpretieren was man mag....   ::)

Mir ist es völlig egal was die Frau Ministerin zum Besten gibt! ;)
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miguhamburg1

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@Jens69 - ich interpretiere in die Aussagen der Ministerin gar nichts hinein.

Und als Aktiver sollte es mir schon gar nicht egal sein, was meine Ministerin so von sich gibt.
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dunstig

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Ich finde die Reaktionen auch übertrieben und fand den offenen Brief angesichts der Vorfälle eher positiv.

Lege ich den Schwerpunkt auf den von FrankP zitierten Absatz, ist doch alles gut. Die Ministerin lobt und hebt den tadellosen und wichtigen Dienst und die verantwortungsvoll ausgeführten Führungsaufgaben hervor und verschließt nicht die Augen vor offensichtlich bestehenden Mängeln.

Beziehe ich mich aber ausschließlich auf den Satz, dass die Vorkommnisse keine Einzelfälle mehr seien, wie es einige Kameraden und auch die Medien scheinbar tun, dann ist es kein Wunder, dass man sich aufregt.
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"Ich stehe vor der Bundeswehr, zu der ich seit 22 Jahren auch "meine Armee" sagen kann. Und bin froh, weil ich zu dieser Armee und zu den Menschen, die hier dienen, aus vollem Herzen sagen kann: Diese Bundeswehr ist keine Begrenzung der Freiheit, sie ist eine Stütze unserer Freiheit." Joachim Gauck

KlausP

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[...]Darüber hinaus gefällt sich unsere Ministerin, indem sie aufgrund der in letzter Zeit bekannt gewordenen handvoll Einzelfälle zigtausende vin Vorgesetzten aller Ebenen als schlechte Führungskräfte pauschal dikreditiert.[...]


Zitat aus dem offenen Brief der Ministerin vom 01.05.2017:

"[...] Als Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt bin ich nach wie vor fest davon überzeugt, dass die übergroße Mehrheit von Ihnen ob in den Einsätzen oder im Grundbetrieb tagtäglich anständig und tadellos ihren wichtigen Dienst für unser Land leistet. Auch die große Mehrheit der Bundeswehrangehörigen, die Führungsaufgaben wahrnimmt, tut dies mit großem Verantwortungsgefühl für die ihnen anvertrauten Menschen und voller Respekt vor der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Dafür lege ich nach dreieinhalb Jahren Erfahrung mit der Truppe jederzeit meine Hand ins Feuer. [...]"

Das hat sie aber erst abgelassen, als ihr der Wind schon gehörig in's Gesicht wehte - und das aus (fast) allen Richtungen.
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StOFä (NVA) a.D., StFw a.D.
aktiver Soldat vom 01.11.71 bis 30.06.06, gedient in zwei Armeen

F_K

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@ Dunstig:

Es bleibt die Frage, warum die Ministerin, die alle Zahlen kennt, nunmehr von einem Systemversagen und nicht von Einzelfällen ausgeht.

.. und es bleibt die Frage IHRER Führungsverantwortung.

Grundsatz ist doch: Nach Außen den "Laden verteidigen, wo immer möglich", ggf. dort, wo notwendig, "aufräumen".
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LwPersFw

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Dann betrifft es aber konsequenterweise mehr als nur eine handvoll Einzelfälle.


Es geht ja auch um mehr als die in den Medien "breitgetretenen" 2 -3 Fälle im Jahr...

Es geht auch um die z.B. im Jahr 2016 bearbeiteten Eingaben an den WBdBT, die in diesen Themenkomplex fallen:

+ Menschenführung und Kameradschaft   717
+ Disziplinarrecht, Rechtsverstöße           529 ( davon: Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung 179 )

Dazu kommen noch die Beschwerden, Dienstaufsichtsbeschwerden, die Bw-intern abgearbeitet wurden.

Bei einem Gesamtbestand von ca. 178.000 Soldaten ist es aber kein grundsätzliches Problem der Bw.

Und es geht auch nicht nur um die Soldaten, sondern auch um die Bundeswehrverwaltung. Denn dort gibt es auch Mobbing, etc.

Auch andere große Behördenkörper, wie z.B. die Polizei, haben Fehlverhalten in ihren Reihen...


Worum es geht ist, dass im Jahr 2017 auch im letzten Kopf anzukommen hat, dass notwendige Härte im militärisches Alltag (" Train as you fight !") nicht erfordert,
dass ich Kameraden entwürdigend behandele, bzw. dies im meinem Verantwortungsbereich dulde/fördere.

Um aus Eingaben zu zitieren:

"Ein Oberfeldwebel schlug und trat Untergebene und drückte ihnen im Schwitzkasten die Luft ab.
Der Soldat ist wegen Misshandlung und einer entwürdigenden Behandlung Untergebener im Strafverfahren
rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden."


"Wenn, wie geschehen, ein Kompaniechef einen Untergebenen als „Sklave“ und „Stiefelputzer der Kompanie“
bezeichnet, ist das nicht zu tolerieren und stellt zumindest ein Dienstvergehen dar. Auch in anderen
Fällen vergriffen sich Vorgesetzte deutlich im Umgangston. In Eingaben schilderten Soldatinnen und
Soldaten aus verschiedenen Einheiten Äußerungen ihrer jeweiligen Vorgesetzten wie, „Sie sind das Letzte
für mich“, „Lappen“, „behindert“, „verpiss dich“, „halt’s Maul“, „Du bist so dumm, erschießen sollte
man dich“, „Dreckschwein“, „Drecksau“, „Schwachköpfe“, „Homos“."


Niemand braucht mir zu erzählen, dass dies in der heutigen Zeit notwendig ist.

Schon gar nicht mit den unsinnigen Argumenten : "Das war schon immer so"/"Das ist halt Armee"/"Das hat mir auch nicht geschadet"

Wer als Vorgesetzter / Ausbilder unfähig ist Gefolgschaft und Leistung bei seinen Untergebenen zu erzielen, ohne so zu entgleisen, soll seine Uniform ausziehen.

Und dies gilt auch für Vorgesetzte, die dies dulden, oder sogar (durch wegsehen) fördern.

( ... den z.B. Stabsoffizier möchte ich erleben, der es sich gefallen lassen würde, dass ich ihn als "Drecksau" anspreche... )


Dto, wie gesagt, auch für den Bereich der Bundeswehrverwaltung, z.B. bei Mobbing.


Nicht mehr - nicht weniger.





Losgelöst davon, sehe ich das derzeitige Agieren auf politischer Ebene.
Sei es unsere Ministerin, aber auch die anderen Damen und Herren aus der Politik, die im Wahljahr
u.a. die Bw als "Spielball" ihrer jeweiligen parteipolitischen Interessen benutzen.
Dabei geht es, wie so oft, nicht um uns Soldaten, sondern Eigennutz... aber auch dies ist ja keine neue Erkenntnis.





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aktiver Berufssoldat im Bereich Personalwesen

F_K

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Nochmal: Die von Dir genannen ca. 1200 Einzelfälle sind aber nicht nur "rechtsradikale" Vorfälle, sondern quasi "alle" Dinge, wo etwas schief gelaufen ist.

Wir reden also von unter 1 %, d. h. maximal ein Vorfall pro Einheit - der ja dann, in aller Regel, nach den Regeln "behandelt" wurde.

Damit liegt die Bundeswehr WEIT UNTER der "allgemeinen" Quote von Straftaten / extremistischen Vorfällen in unserem Land - grundsätzlich ist die Bw also vorbildlich, wenn man die Allgemeinheit als Vorbild nimmt.
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dunstig

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Grundsatz ist doch: Nach Außen den "Laden verteidigen, wo immer möglich", ggf. dort, wo notwendig, "aufräumen".
Da bin ich prinzipiell bei dir, allerdings habe ich es mittlerweile auf fast allen Ebenen erlebt, dass "nach oben" und "nach außen" immer gemeldet wird, dass alles in Ordnung und doch garnicht so schlimm sei, während es letztendlich an allen Ecken gefehlt und gemangelt hat. Aber Hauptsache der Eindruck bleibt bestehen, dass die Forderungen dennoch irgendwie erfüllt und möglich gemacht werden.

Deswegen empfinden es an unserer Dienststelle viele als erfrischend (und nicht so sehr befremdlich wie die meisten anderen), dass die Ministerin öffentlich auch mal die offensichtlichen Mängel anspricht und nicht vom schönen Wetter und heiler Welt spricht, was eh bei den interessierten Personen als unglaubwürdig erscheinen würde.

Über die Art und Weise lässt sich sicherlich streiten, aber ich bin auch kein Freund davon, jedes einzelne Wort auf die Goldwaage zu legen, was in unserer politisch korrekten Gesellschaft schon viel zu oft geschieht. Und darüberhinaus hebt sie ja die gute und tadellose Arbeit in einem ausführlichen Absatz noch einmal ausdrücklich hervor.
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"Ich stehe vor der Bundeswehr, zu der ich seit 22 Jahren auch "meine Armee" sagen kann. Und bin froh, weil ich zu dieser Armee und zu den Menschen, die hier dienen, aus vollem Herzen sagen kann: Diese Bundeswehr ist keine Begrenzung der Freiheit, sie ist eine Stütze unserer Freiheit." Joachim Gauck

Andi

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Ich finde die Reaktionen auch übertrieben und fand den offenen Brief angesichts der Vorfälle eher positiv.

Es geht gar nicht um den offenen Brief. Dieser offene Brief ist nämlich bereits der schwache Versuch der Schadensbegrenzung ihrerseits. Es geht darum, was die Ministerin am Wochenende zur besten Sendezeit im ZDF zum Besten gegeben hat.

Und dazu fällt mir Clausewitz gleich in doppelter Hinsicht ein:

"Die höhere Stellung der Kritik, ihr Lob und Tadel nach völliger Einsicht der Sache, hat auch an sich nichts, was unser Gefühl verletzt, sondern bekommt es erst dann, wenn der Kritiker sich plötzlich hervordrängt und in einem Ton spricht, als wenn alle die Weisheit, die ihm durch vollkommene Einsicht der Begebenheiten gekommen ist, sein eigenes Talent wäre."

"Ein starkes Gemüt ist nicht ein solches, welches bloß starker Regungen fähig ist, sondern dasjenige, welches bei den stärksten Regungen im Gleichgewicht bleibt, so daß trotz den Stürmen in der Brust der Einsicht und Überzeugung wie der Nadel des Kompasses auf dem sturmbewegten Schiff das feinste Spiel gestattet ist."

...
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F_K

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@ Dunstig:

Es geht hier nicht um "falsche Grünmeldungen".

So ähnlich wie Andi schreibt:

Zitat
Idealerweise werden im Kritikgespräch nicht nur Floskeln und Oberflächlichkeiten ausgetauscht, sondern offen über Bedürfnisse, Ängste und Sorgen gesprochen . Um das zu erreichen, sollten sich Führungskräfte klar machen, mit wem sie sprechen. Kritisieren Sie eine Person, die ebenfalls Führungsverantwortung trägt, oder einen Mitarbeiter?

Und hier kritisiert die IBUK nicht "ihre" Soldaten im Gespräch mit diesen, sondern die IBUK kritisiert ihre Soldaten PAUSCHAL (und sachlich unzutreffend) vor der ÖFFENTLICHKEIT.

Dies verstößt so gegen jegliche Höflichkeit und die Regeln einer modernen Menschenführung ...
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miguhamburg1

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Lieber LwPersFw,

das Thema "Menschenunwürdige Behandlung war ja Gegenstand eines ersten offenen Briefes der Ministerin, NACHDEM sie in den Medien zuerst über diese Dinge ihre Standpunkt äußerte. Bis auf die Stillosigkeit, öffentlich über Menschen zu sprechen, die einem anvertraut sind, anstelle zuerst das Wort an sie zu richten, gab es wohl niemanden, der sie ernsthaft über ihre Einstellung zu Ausbildungsmethoden und fehlende Dienstaufsicht hierzu kritisiert hätte. Insofern geht Ihr letzter Post doch am Thema vorbei.

Denn mittlerweile geht es in diesem Strang bereits um ihren zweiten offenen Brief, den sie nach erneuter primärer Befassung der Medienöffentlichkeit veröffentlichte und der das Thema Führungs- und Haltungsproblem wegen rechtsradikaler Umtriebe behandelte. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

Diese Ministerin fühlt sich wohl vor der Wahl angeschlagen und beißt und tritt um sich, indem sie öffentlich Pauschalkritik an den ihr untergebenen Menschen übt und Tausende einfach undifferenziert diskrditiert, indem sie hektisch Personalentscheidungen trifft, aber im unterbau nichts ändert. Das ist Methode, nicht nur schlechter Stil, sondern auch ein Versagen an eigener Führung und Haltung, die sie nun von militärischen Vorgesetzten einfordert. Von der von ihrer seite gebrochenen Loyalität will ich gar nicht weiter sprechen.
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FoxtrotUniform

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Lieber miguhamburg,

vielen Dank für die Ausführungen zur Ministerin, die mir aus der Seele sprechen.

In meinen Augen war dieser Beweis mangelnder Loyalität gegenüber den anvertrauten Soldaten, Beamten und Mitarbeitern die Krönung einer Periode von zweifelhaften Führungsentscheidungen. Man darf gespannt seien, wer die Nachfolge antritt und ob die einst in der Presse heiß diskutierte Positionierung von Frau v.d.L. für Höheres  noch eine Rolle spielt.
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Hochmut kommt vor dem Fall  ::)

KlausP

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Man sollte sie nach über 3 Jahren im Amt vielleicht mal mir DER Grundregel im Funkverkehr vertraut machen: Denken - Drücken - Sprechen.
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StOFä (NVA) a.D., StFw a.D.
aktiver Soldat vom 01.11.71 bis 30.06.06, gedient in zwei Armeen

Ralf

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Meine Frau fragte mich vorhin, ob ich mich erinnern könnte, ob ein anderer Chef einer großen Firma sich öffentlich hingestellt hätte und so etwas über ihre Mitarbeiter gesagt hätte.
Darauf wusste ich zumindest keine Antwort.

Bei uns wird das nicht positiv gesehen, es herrscht auch der Tenor vor, wie migu ihn beschrieben hat.
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