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Autor Thema: Erfahrungsbericht Einstellungsverfahren Laufbahnausbildung MntD  (Gelesen 744 mal)

Phil1907

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  • Beiträge: 1

Hallo,

da ich hier bisher immer nur Erfahrungsberichte zum gehobenen nichttechnischen Dienst oder zum technischen Dienst gefunden habe, möchte ich euch meine Erfahrung zum o.g. Einstellungsverfahren mitteilen.

Als erstes zu meiner Person:

Ich wurde am 19.07.88 geboren und wohne derzeit in Berlin.
Meine Berufsausbildung habe ich 2013 im Bereich Kaufmann im Einzelhandel erfolgreich abgeschlossen. 
Zuvor habe ich die Fachhochschulreife im Bereich Wirtschaft und Verwaltung erlangt. Noch fragen? Dann fragen :D

Im Juni 2016 hatte ich mich bei der Karriereberatung in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin beraten lassen, um zu sehen welche Möglichkeiten ich habe im zivilen Bereich bei der Bundeswehr anzufangen.
Da ich mit 18 ausgemustert wurde, kam eine militärische Karriere nicht in Frage.

Ich hatte mich daher im Oktober 2016 für die Laufbahnausbildung im mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst in der Bundeswehrverwaltung an 4 Standorten (Hannover, Berlin, Düsseldorf, Stuttgart) beworben.

Im Laufe des Novembers bekam ich dann die schriftliche Eingangsbestätigung meiner Bewerbung und Informationen zum weiteren Ablauf. 
Da mir die Post nicht direkt zugestellt werden konnte, bekam ich einen Anruf aus Hannover. 
Mit dem Herrn am Telefon konnte ich einige Fragen klären und habe mich am Ende für ein mögliches Bewerbungsverfahren in Hannover entschieden. 

Dafür musste ich in Stuttgart, Düsseldorf und Berlin meine Bewerbung zurückziehen.
Hierfür musste eine Erklärung abgeben, dass ich nur in Hannover an dem Bewerbungsverfahren teilnehme.

Dezember 2016 war es dann soweit. Die erhoffte Einladung zum schriftlichen Auswahlverfahren war da.
Hierfür hatte ich mich seit September 2016 mithilfe zweier Bücher vorbereitet. Wer Interesse an dem Buch hat, kann gerne Fragen.

Anfang Januar 2017 hatte ich dann mein schriftliches Auswahlverfahren. 

Da ich aus Berlin anreiste, erfolgte diese 1 Tag vor dem eigentlichen Termin. 
Die Reservierung der Unterkunft und der Erhalt der Bahn-Gutscheine hattee ich im Vorfeld abgeklärt und konnte daher ohne Stress anreisen. 
Dies empfehle ich auch jedem, der mehr als 60 Minuten Fahrzeit hat. 

Angekommen im Karrierecenter, musste ich mich mit meinem Einladungsschreiben und meinem Personalausweis erkennbar machen. :D 
Anschließend erhielt ich Bettwäsche, Handtücher und eine Einweisung in die Hausordnung, wo sich die jeweiligen Stuben befinden, wo geraucht werden darf, wo sich Automaten für Snacks befinden, usw.  Die erhaltenen Informationen musste ich mit meiner Unterschrift bestätigen. Ich legte meine Sachen im Zimmer ab und besorgte mir erstmal was zu essen. :D
Am Tag des Auswahlverfahrens ging es um 09:00 Uhr los. 
Vorher konnte ich mich in Ruhe fertigmachen und Frühstück zu mir nehmen, welches in der Übernachtung inklusive war.  
Meine Mitbewerber und ich wurden abgeholt und in Nebengebäude gebracht. In diesem Nebengebäude wurden wir in einen großen Saal gebracht.

Dort stellten sich die 3 Personen vor, welche für den Ablauf des schriftlichen Auswahlverfahrens zuständig waren.
Wir mussten einen Personenbogen ausfüllen und eine Erklärung für die deutschlandweite Versetzungsbereitschaft, sowie einem möglichen Auslandeinsatz zustimmen und unterschreiben.

Nach dem der Papierkram erledigt war, wurde wir in einen Raum gebracht, in dem wir die psychologische Eignungsfeststellung durchführten.

Dies fand am PC statt.

Die Testaufseherin (eine Psychologin) erklärte uns, dass es sich bei der psychologischen Eignungsfeststellung um einen Intelligenztest handelt, der aus vier Teilen besteht und auf dem Wissen der 10. Klasse basiert. Diese Themenbereiche waren:

- Wortanalogien
- Mathematik
- Matrizen
- Rechtschreibung

Pro Aufgabe hatten wir drei Minuten Zeit. Diese Drei Minuten reichen wirklich aus und es empfiehlt sich, die Zeit auch wirklich zu nutzen. Ich sage immer: „In der Ruhe liegt die Kraft.“

Für das Aufgabengebiet Rechtschreibung hatten wir für 60 Aufgaben 12 Minuten Zeit. Ich habe ca. 45 dieser Aufgaben absolviert. Ich wollte lieber ruhig und gewissenhaft arbeiten.

Nach dem der psychologische Teile abgeschlossen war, wurden wir wieder zurück in den Saal gebracht. Dort hatten wir nun die Aufgabe eine Aufsatz zu schreiben. Für diesen Aufsatz bekamen wir ein Zeitfenster von 90 Minuten. 

Das Thema konnten wir aus 3 vorgegebenen Themen aussuchen.
Sinngemäß lauteten diese:

1. Vor- und Nachteil der 5-Prozent-Hürde im Bundestag
2. Welche Instrumente und Möglichkeiten hat ein Unternehmen/Arbeitgeber um die Mitarbeiter zu motivieren und die Leistungsfähigkeit zu steigern?
3. Tempolimit auf der Autobahn

Ich entschied mich für Thema 2. Was ich, und auch die Aufseher während des Auswahlverfahrens, empfehlen kann: 
Macht euch erst Notizen und schreibt dann euren Aufsatz. Ich konnte bei vielen beobachten, dass Sie ohne Notizen drauf los geschrieben haben. 
Der Aufsatz sollte im Stil einer linearen oder dialektischen Erörterung geschrieben werden. 

Nach dem ich den Aufsatz fertig hatte, ging es zurück nach Berlin. 

Im Februar, also ca. 4 Wochen später, bekam ich dann meine Einladung zum mündlichen Auswahlverfahren. Also habe ich wieder ein Zimmer reserviert und die Bahn-Gutscheine organisiert. 
Auf das mündliche Auswahlverfahren habe ich mich mit Vorträgen und Einzelgesprächen vorbereitet. Dies habe ich mit Hilfe von Freunden getan. 

Am 14.03.2017 hatte ich dann das mündliche Auswahlverfahren. 
Das mündliche Auswahlverfahren besteht aus einem Kurzvortrag und einem Gespräch.
Als erstes wurde ich in einen Raum begleitet. Dort musste ich noch einige Unterlagen ausfüllen und dann ging es ans eingemachte :D 

Mir wurden 5 Karten auf den Tisch gelegt. Auf diesen Karten waren je 5 Themen. Ich entschied mich für eine Karte und der Herr verließ den Raum und ich bekam 15-20 Minuten Vorbereitungszeit. 

Die einzelnen Themen habe ich leider nicht mehr im Kopf, jedoch habe ich mich für folgendes Thema entschiede:
Sinngemäß: Welche Probleme kommen auf das Land auf Grund steigenden Alters der Bevölkerung zu und welche Lösungen gibt es?

Nach der Vorbereitungszeit holte man mich aus dem Raum ab und ich lernte die Prüfer kennen. Es waren 3 Herren. Es handelte sich dabei um den Leiter des Bundesamt für Personalmanagement der BW in Hannover, einem Psychologen und dem Leiter des Karrierecenters in Hannover. 
Ich konnte meinen Vortrag, für den man ca. 3-5 Minuten Zeit bekommt, sachlich und für mein empfinden fachlich gut darlegen. Ich lag zu dem gut in den 3-5 Minuten. 

Nun sollte ich mich vorstellen und etwas über mich erzählen. Nach dem dies getan war, wurden mir Fragen zur Bundeswehr, zur deutschen Geschichte und zum Ausbildungsberuf gestellt. Dies dauerte ca. 30-40 Minuten. Im Anschluss daran wurde ich vor die Tür gebeten und die 3 Herren berieten sich. 

Nach ca. 15 Minuten (ich ahnte schlechtes) wurde ich wieder hineingebeten. Man erklärte mich für geeignet und sagte mir dass es jetzt ca. 3 Wochen dauert bis eine endgültige Entscheidung getroffen ist. Denn nach Abschluss aller mündlichen Auswahlverfahren geht es nach dem Grundsatz der Bestenauswahl. 

Ca. 2 Wochen später erhielt ich dann die schriftliche Zusage, dass man mich beabsichtige zum 04. September in das Beamtenverhältnis auf Widerruf zum Regierungssekretäranwärter zu ernennen. 
Lediglich die medizinische Untersuchung beim ärztlichen Dienst der Bundeswehr musste erfolgreich abgeschlossen werden. Ach ja, das Polizeiliche Führungszeugnis für Bundesbehörden stellte bei mir natürlich kein Problem dar. 

Vor der medizinischen Untersuchung hatte ich eigentlich keine Bedenken. 
Diese war in Berlin und fand Ende Mai statt. Hier wurde meine Krankengeschichte aufgenommen, Blut abgenommen, eine Urin-Probe für einen Drogentest benötigt, sowie eine Grunduntersuchung (Augen, Ohren, Gewicht, Herz) durchgeführt.

Der Arzt sagte mir an dem Tag direkt, dass ich Beamtendiensttauglich bin und nur noch die Blutprobe abgewartet wird um das Ergebnis endgültig nach Hannover zu schicken. 

Nach weiteren 14-Tagen Wartezeit, kam dann Ende Juni die endgültige schriftliche Bestätigung mit Nennung meines Ausbildungsstammplatzes. 

Grundsätzlich ist es also ein weitestgehend normales Auswahlverfahren, welches sich einfach sehr lange hinzieht. Dies ist aber einfach der Anzahl an Bewerbern geschuldet.

Habt ihr Fragen? Dann fragt einfach. 

Ich hoffe einfach, dass meine Erfahrung euch helfen wird ein erfolgreiches Auswahlverfahren zu absolvieren. 




LG Phil
Gespeichert

Sandy1

  • Gast
Antw:Erfahrungsbericht Einstellungsverfahren Laufbahnausbildung MntD
« Antwort #1 am: 09. September 2017, 12:31:39 »

Hey Phil,

vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht.
Ich bin auch zeitnah zu einem Assessment eingeladen, hier stellen sich viele Fragen:
Könntest du mir nochmals schildern, welche Fragen die Prüfer zur Bundeswehr und zur Deutschen Geschichte gestellt haben?
Generell stellt sich bei mir die Frage, wo beginne ich zulernen: denn bzgl. dessen , könnten die Prüfer zur Bundeswehr und zur Deutschen Geschichte ALLES fragen.
Fragen zur Ausbildung : Meintest du damit die Reihenfolge der Ausbildung ? Denn weitere Details zur Theoretischen Ausbildung und zur Praktischen Ausbildung finde ich leider auf keinen Internetseiten.

Es wäre toll,wenn du dich nochmal erinnern könntest und mir zeitnah eine Rückantwort geben könntest

LG
Gespeichert

KlausP

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  • Beiträge: 24.455
Antw:Erfahrungsbericht Einstellungsverfahren Laufbahnausbildung MntD
« Antwort #2 am: 09. September 2017, 12:43:30 »

Es gibt auch hier keine Standardfragen - wie im ganzen Testverfshren nicht. Das ist von Prüfer zu Prüfer unterschiedlich.
Gespeichert
StOFä (NVA) a.D., StFw a.D.
aktiver Soldat vom 01.11.71 bis 30.06.06, gedient in zwei Armeen

woodstock

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  • Beiträge: 62
Antw:Erfahrungsbericht Einstellungsverfahren Laufbahnausbildung MntD
« Antwort #3 am: 10. September 2017, 10:14:55 »

Sandy1, was auf jeden Fall sicher ist:
Die Prüfer lassen dich nicht gegen eine Wand laufen. Klar, sie wollen sicherstellen, dass Du grundsätzlich geeignet bist und die Anforderungen deiner Laufbahn kennst und erfüllen kannst, aber grade im Gespräch hilft man dir, wenn nötig, auf die Sprünge, hakt nach und findet es auch gut, wenn Du zugeben kannst, dass Du eine Frage nicht genau beantworten kannst.

Da sitzen Menschen, die das nicht zum ersten Mal machen und die sind sich über deine Nervosität durchaus im klaren.
Letztendlich ist man im Vorfeld aufgeregter, als es im Nachhinein wert war.
Man macht sich viel selbst verrückt.

Gib dein Bestes, man wird es bemerken, dass Du mit Leidenschaft dabei bist.
Gespeichert
 

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