Forum Chat ()
StartseiteForumTeamANB / RegelnFeedgenerator Hilfe
  • 18. Oktober 2017, 02:12:16
  • Willkommen Gast
Bitte logg dich ein oder registriere dich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslnge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Hallo Community. Wir haben nach einem Update unserer Forensoftware ein paar technische Probleme. Wir arbeiten aktuell noch daran. Bis dahin steht Euch das Forum aber weiterhin zur Verfügung. Viele Grüße, TheAdmin

Autor Thema: EKL 1 Bericht  (Gelesen 1469 mal)

Jan96

  • **
  • Offline Offline
  • Beitrge: 104
EKL 1 Bericht
« am: 03. Oktober 2017, 22:41:44 »

Hallo Liebes Forum,
Ich hatte das Vergnügen dieses Jahr den EKL1 in Hammelburg besuchen zu dürfen und würde dazu ein paar Worte in Form eines
Erfahrungsberichtes verlieren falls Interesse besteht und das soweit in Ordnung ist.
Wenn es Interesse gibt würde ich einfach mal drauflosschreiben. Hatte vorher leider selber nie viel dazu gefunden.
Hoffentlich ist das überhaupt der richtige Forenteil für sowas ;D
Grüße
Gespeichert

Ralf

  • Personaler
  • Global Moderator
  • *****
  • Offline Offline
  • Beitrge: 13.472
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #1 am: 04. Oktober 2017, 05:28:09 »

Da es immer wieder Fragen und Mythen darüber gibt, immer gerne.
Gespeichert
Bundeswehrforum.de - Seit 15 Jahren werbefrei!
Helft mit, dass es so bleibt.

Schnolle

  • ***
  • Offline Offline
  • Beitrge: 383
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #2 am: 04. Oktober 2017, 06:45:26 »

Ich würde es lesen!
Gespeichert
Life is like Tetris, stop playing it like Chess !

Jan96

  • **
  • Offline Offline
  • Beitrge: 104
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #3 am: 04. Oktober 2017, 11:23:01 »

    Hab mal die beiden ersten Wochen rekonstruiert, kann natürlich noch mehr dazu schreiben. In Form eines Dienstplans würde das ungefähr so aussehen. Natürlich fallen da die ganzen kleinen Eilmärsche von Ausbildung zu Ausbildung etwas raus, aber man kann sich das ja dazudenken ;D

1. Woche
Montag
  • Anreise bis 15 Uhr
  • Belehrungen, Hitze- Kälteschocks
  • Beziehen der Stuben
  • Begrüßung durch InChef und Vorstellung der HslLtr

Dienstag
  • Frühstück 0530
  • Eingangstest HiBa
  • Eingangstest 3000m Geländegepäcklauf
  • Erkunden der Kaserne (Gepäcklauf)
  • Materialempfang
  • Einweisung HsLtr
  • Unterricht Orientieren
  • Ausbildung Knoten und Bunde
  • Ausbildung 1st, 2nd 3rd Line
  • Ausbildung Vollzähligkeit
  • Dienstschluss 0100

Mittwoch
  • Vollzähligkeit Material 0530
  • Einweisung Tag-O-Marsch
  • Tag-O-Marsch
  • Unterricht Überlebensprioritäten
  • Rundenlaufen
  • Dienstschluss 0000
Donnerstag
  • Vollzähligkeit Material 0530
  • Überprüfung Schwimmfertigkeiten
  • Ausbildung Zeltbahnpaket
  • Aufteilung Gruppen, Waffenempfang
  • Eilmarsch
  • Ausbildung Versteck&Befehlsgebung
  • Ausbildung Feuer&Feuerprobe
  • Ausbildung Verwundetentransport
  • Durschlagen zur MOB Hammelburg
  • Verwundetentransport 1,5km
  • Eilmarsch
  • Runden laufen
  • Waffen und Mat-Abgabe
  • Dienstschluss 2330

Freitag
  • Frühstück 0530
  • Unterricht Fernmeldekräfte
  • Nahkampf I
  • Runden laufen
  • Dienstschluss 1300

2. Woche

Montag
  • Vollzähligkeit Material 0530
  • Eilmarsch
  • Aufbau Tipis
  • Runden laufen
  • Eilmarsch
  • Unterricht Handstreich
  • Eilmarsch zum Übungsplatz
  • Ausbildung Lösen vom Feind
  • Ausbildung Handstreich
  • Eilmarsch
  • Runden laufen
  • Leben im Felde ab 00:00

Dienstag
  • Wecken 0600
  • Überprüfung HiBa
  • Überprüfung 3000m Gepäckgeländelauf
  • Eilmarsch zur Außenhiba
  • Gruppenüberwindung Hiba
  • Eilmarsch zurück
  • Runden laufen
  • Nahkampf II
  • Unterricht Menschenführung unter Belastung
  • Unterricht Personnel Recovery
  • Runden laufen
  • Leben im Felde ab 0130

Mittwoch

  • Wecken 0600
  • Nahkampf III
  • Eilmarsch
  • Ausbildung Abseilen
  • Busverlegung Übungsplatz
  • Eilmarsch Panoramascheißhaus
  • Ausbildung PR-Verfahren&Aufnahme
  • Kurzübung Durschlagen, Sickern, Lösen vom Fd, Beziehen Versteck
  • Leben im Versteck ab 2330

Donnerstag

  • Leben im Versteck
  • Aufnahme im Morgengrauen 0530
  • KOM Marsch Gmünden am Main
  • Zeltbahnausbildung im Main
  • Mutsprung 15m von ICE-Brücke in den Main
  • Ausbildung Schlauchboot
  • Ausbildung behelfsmäßige Schwimmkörper
  • KOM Marsch nach Hammelburg
  • Unterrichte
  • Leben in den Tipis ab 2230

Freitag
  • Abbau Tipis bis 0700
  • Nahkampf IV
  • Runden laufen
  • Eilmarsch
  • Dienstschluss 1200

Die anderen beiden Wochen hol ich nach sobald ich Zeit finde :)
Wer fragen hat, auch immer gern.
Gespeichert

Jan96

  • **
  • Offline Offline
  • Beitrge: 104
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #4 am: 04. Oktober 2017, 12:05:01 »

Ein paar Worte zur Vorbereitung vielleicht noch ganz schnell. Ich lass mal die körperliche Vorbereitung weg, denn es sollte auf der Hand liegen, dass man diesen Lehrgang nicht bestehen kann wenn man nicht topfit ist.

Ich will jetzt auch nicht die EKV ausführlich beschreiben, aber nur ein paar Dinge die mir persönlich sehr geholfen haben aufzählen. Solange man Zeit hat, sollte man dringend alle Befehle die auf dem EKL1 gebraucht werden vorher schon üben, sich Gedanken machen und auf Meldeblock entweder einlaminiert oder anders geschützt vorschreiben. Das erspart viel Arbeit an den eigentlichen EK-Wochenenden an denen man nur schwer für sowas die Motivation finden. Die Befehlshilfen die aus der EKV kommen oder in der EK-Inspektion ausgehändigt werden sind zwar gut um darin Notizen zu machen, dürfen aber in den Gruppenführerprü-fungen nicht benutzt werden.

Zur Ausrüstung ist es fast unerlässlich sich gewisse Dinge privat zu beschaffen. Wie gesagt, das ist meine Erfahrung und es mag auch noch Kameraden geben, die nur auf dienstlich gelieferte Ausrüstung setzen, aber das erschwert den Lehrgang ungemein. Die große Masse der Lehrgangsteilnehmer hatte bis auf einzelne Ausnahmen mindestens einen Smock und/oder eine irgendwie geartete Kampfmittelweste gekauft die die Koppel ersetzen kann. Warum? Die Koppel lässt sich auf langen Märschen nur unheimlich schwer, beziehungsweise unzweckmäßig mit dem Berghaus Cyclops II und dessen Hüftgurt kombinieren. Und da die Masse der Ausrüstung in First- und SecondLine kaum in eine dienstlich gelieferte Feldjacke passt, ist es fast unumgänglich auch hier noch nachzusteuern.
Da ich persönlich ungern auf einen Müllsack für trockene Kleidung zurückgreife, hat bei mir ein 30l Drybag noch zum privat beschafften Inventar dazugehört. Im Nachhinein war das wirklich lebenswichtig. Au-ßerdem sollte eine Stirnlampe selbst beschafft werden, denn den Nacht-O-Marsch will man sicherlich nicht noch mit der Bw-Handlampe erschweren. Zusatzbatterien, Brühwürfel, Zipperbeutel usw. sind natürlich zu Lehrgangsstart genauso wie Snacks und Getränke (Cola, etc.) in Massen vorhhanden. In der ersten Woche wird noch in der Stube geschlafen und es gibt auch einen Kühlschrank, das muss man ausnutzen :D

Da der Lehrgang hauptsächlich nur den Laufschritt kennt ist es auch wichtig nicht unbedingt auf den dienstlich gelieferten Stiefel zu setzen, da dieser dafür nicht unbedingt geeignet ist. Hier eignen sich besonders Stiefel mit zweigeteilter Sohle und niedrigerem Schaft die das Rennen deutlich erleichtern. Hatte mich da vorher in einigen Schuhgeschäften beraten lassen und ich hab es nicht bereut. Bis auf den Lowa Renegade war auch alles erlaubt was aus Volleder und höher als der Knöchel war.
Gespeichert

Heinz33

  • Gast
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #5 am: 04. Oktober 2017, 22:06:48 »

Danke für den Bericht!

Ich hätte ein paar Fragen:

1) Musste man den Mut Sprung absolvieren um den Lehrgang zu bestehen?
2) Für welche paar Stiefel hatten Sie sich entschieden gehabt?

Kameradschaftliche Grüße
Gespeichert

Jan96

  • **
  • Offline Offline
  • Beitrge: 104
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #6 am: 04. Oktober 2017, 22:32:08 »

Die Verweigerung des Mutsprungs hätte zur direkten Ablösung vom Lehrgang geführt. Um das deutlich zu machen stand extra der Inspektionschef oben an der Brücke und hat jedem einzelnen den Befehl zum Sprung gegeben. Wer bei der dritten Aufforderung nicht gesprungen wäre, wäre abgelöst wurden. In meinem Durchgang ist aber tatsächlich jeder gesprungen. Hier vielleicht als Tipp: Wer hadert sollte sich so weit vorne wie möglich anstellen, dann hat man es schneller hinter sich. Nach den zwei Wochen will man wirklich nicht mehr abgelöst werden. Dafür hat man schon zu viel mitgemacht. Üben kann man das aber vorher nur schwer, fand 15m schon verdammt hoch. Bin kein Aufklatscher, da bin ich sowas nicht gewohnt ;D

Ich hoffe die Antwort auf die Stiefelfrage gilt am Ende nicht als Werbung ;D Die ersten drei Wochen hatte ich die Hanwag Lhasa in Wide getragen und in der letzten Woche die Hanwag Alaska. In der vierten Woche war die Abschlussübung in der hauptsächlich marschiert wird, und das meist im stockdusteren. Daher bin ich eine Nummer sicherer gegangen und hab die Stiefel mit höherem Schaft genommen. An den letzten Tagen den Lehrgang wegen einer Unachtsamkeit im Wald bei Neumond nicht zu bestehen, das wäre zu bitter gewesen. Denn man knickt bei der Müdigkeit und Erschöpfung in totaler Finsternis grundsätzlich mal um. Und da muss der Stiefel dann Halt geben. Außerdem waren meine Hanwag Lhasa nach der EKV und drei  EK Wochen Laufschritt im Regen auch komplett hinüber und haben das Wasser nur noch aufgesogen wie ein Schwamm, da waren andere Stiefel allein aus dem Grund schon angebracht. Ist halt ein Materialvernichtungslehrgang.. Man muss auch immer bedenken, dass man ab der zweiten Woche mit dem Paar Stiefel jeweils die ganze Woche auskommen muss. Ersatzstiefel sind nämlich nicht mit im Gepäck.

Ich hoffe ich konnte deine Fragen beantworten. :)
Gespeichert

Heinz33

  • Gast
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #7 am: 05. Oktober 2017, 22:35:56 »

Besten Dank, das hat geholfen!
Gespeichert

Jan96

  • **
  • Offline Offline
  • Beitrge: 104
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #8 am: 06. Oktober 2017, 17:22:10 »

Hab nochmal grob die Inhalte der dritten und vierten Woche aufgeführt. Der Nacht-O-Marsch war bei mir jetzt in der dritten Woche, der kann aber auch mal in die zweite Woche rutschen. So ein bisschen ist die Ungewissheit in Bezug auf den Dienstplan auch Programm. Es werden bei Unterrichten und Ausbildungen nie Zeiten genannt, so dass man nie weiß wann es vorbei ist oder was als nächstes kommt. Dementsprechend gibt es auch keinen Dienstplan.

3. Woche (Hungerwoche)

Montag

  • Vollzähligkeit Material 0700
  • Lauf zur HiBa außerhalb
  • Überprüfung HiBa
  • Überprüfung 3000m Geländegepäcklauf
  • Verwundetentransport (Dreiecktuch-Ring, sehr unangenehm :D)
  • Lauf zur Konstanzbahn
  • Konstanzbahn überwinden
  • Konstanzbahn überwinden
  • Einweisung Nacht-O-Marsch
  • Nacht-O-Marsch

Dienstag

  • Nacht-O-Marsch bis 0600
  • Nahkampf V
  • Seilsteg, Abseilen im Klettergarten
  • Unterricht Leben unter erschwerten Bedingungen
  • Vollzähligkeit Material
  • Isolationsphase im Einzelversteck

Mittwoch

  • Isolationsphase im Einzelversteck bis 0600
  • PR-Verfahren, Aufnahme
  • Ausbildung Fallenbau
  • Nahkampf VI
  • Vollzähligkeit Material
  • 24 Übung mit Gruppenführerprüfungen

Donnerstag

  • 24 Übung mit Gruppenführerprüfungen bis 1100
  • Marsch Mungos/KOM
  • Ausbildung Schlachten, Schloss Greifenstein
  • Fangen von Fischen, inklusive Zubereitung
  • Eröffnung der Zwischenergebnisse
  • Suppe kochen
  • ab Ende der 24h Übung ein toller Tag...
  • Ruhen ab 2100 in Shantizelten

Freitag

  • 0600 Abbau Shantis
  • Aufbau Nahkampfbahn
  • Nahkampfprüfung (neun Techniken)
  • Abbau, KOM-Marsch nach Hammelburg
  • Waffenabgabe
  • Dienstschluss 1300

Die Gruppenführerprüfungen während der 24h Übung waren: Durchschlagen, Lösen vom Feind, Sickern, Überwinden Geländehindernis (Durchschreiten eines Flusses), Handstreich, Verwundetentransport 3000m, Eilmarsch zur Platzer Kuppe hoch, PR Aufnahme.

4. Woche (Abschlussübung)

Montag
  • 0700 Vollzähligkeit Material
  • Waffenempfang
  • KOM Marsch nördlich A66, westlich Fulda
  • 48h Übung inklusive Gruppenführerprüfungen
  • Durchschlagen, Sickern
  • Unterqueren A66, durchschwimmen Stausee
  • Durchschlagen, Lösen vom Feind

Dienstag
  • Handstreich um 0200
  • Durchschlagen
  • Erkunden Versteck
  • Leben im Versteck, Fallenbau, Alarmposten, Feuerwache etc.
  • Durchschlagen ab 1800
  • Lösen vom Feind
  • Verwundetentragetransport 5km

Mittwoch
  • Durchschlagen
  • Eilmarsch
  • PR-Aufnahme
  • Marsch Mungo
  • Abzeichenverleihung
  • Marsch Mungo
  • Waffenreinigen
  • Dienstschluss
...
  • Hörsaalabend

Donnerstag
  • Dienstbeginn 1300
  • Abgabe Material

Freitag
  • Verabschiedung
Gespeichert

snitch

  • **
  • Offline Offline
  • Beitrge: 80
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #9 am: 06. Oktober 2017, 18:56:33 »

Danke für den Einblick!

Eine Frage: Was muss man sich unter Runden laufen vorstellen?
Gespeichert
"The price of freedom is eternal vigilance." - Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit. (Thomas Jefferson)

Jan96

  • **
  • Offline Offline
  • Beitrge: 104
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #10 am: 06. Oktober 2017, 19:23:20 »

Ja die Runden :D

Das sind quasi Extrarunden die der Hörsaal für Verfehlungen laufen muss. Die Runden waren in der ersten Woche eine 500-600m lange Strecke um die MH Gebäude der EK-Inspektion (deswegen auch liebevoll immer MH-Runden genannt) und ab der zweiten Woche Runden auf dem verwilderten Sportplatz an der Rommelstraße wo auch das Tipi-Lager war.

Die Runden gab es für verfehlte Zeiten bei Eilmärschen (eine Minute drüber -> eine Runde), fehlende Gegenstände bei Vollzähligkeiten, Übergabe der Nahkampfwaffen, nicht gehaltene Zeiten im Allgemeinen oder sonstige Verfehlungen. Da hat sich schon manchmal gut was angesammelt. Die Runden wurden dann in voller Aurüstung (1st, 2nd, 3rd) in den Gruppen mit Funkgerät und MG+MG2 gelaufen. Bei vier Gruppen und insgesamt zu der Zeit noch 25 Mann waren das auch vier MG's, vier Funkgeräte etc.. Also viel zu schleppen ;D

Für eine Sportplatzrunde im Hörsaalrahmen und voller Ausrüstung hatten wir 2:45 min Zeit. Das ging dann schon richtig an die Substanz, weil man meist mehr als eine Runde abzuarbeiten hatte. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der zweiten Woche waren es zum Beispiel acht, die bis zum Morgengrauen zu laufen waren und die Ausbilder sind da recht unerbittlich.. Wir sind genug Runden umsonst gelaufen, aber irgendwie gehts dann immernoch, vor allem wenns dann leider weniger Leute werden.
Gespeichert

SDW

  • ***
  • Offline Offline
  • Beitrge: 207
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #11 am: 08. Oktober 2017, 13:17:27 »

Die Gruppenführerprüfungen während der 24h Übung waren: Durchschlagen, Lösen vom Feind, Sickern, Überwinden Geländehindernis (Durchschreiten eines Flusses), Handstreich, Verwundetentransport 3000m, Eilmarsch zur Platzer Kuppe hoch, PR Aufnahme.

Macht hier pro Situation ein anderer LT den Gruppenführer? Man wird also in einer Aufgabe geprüft, weiß aber natürlich nicht, in welcher?
Gespeichert
Advocatus Diaboli aus Prinzip

Jan96

  • **
  • Offline Offline
  • Beitrge: 104
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #12 am: 08. Oktober 2017, 13:43:13 »

Genau, der Auftrag für den Gruppenführer ist in fast allen Fällen erstmal Durchschlagen zu einer bestimmten Koordinate und auf dem Weg werden dann Einlagen einegstreut. Entweder steht die Gruppe dann vor einem Geländehinernis (See, Fluß, Abhang), die Gruppe wird angeschossen, es gibt einen Verwundeten, die aufnehmenden Einheiten sind nur bis Zeit X an Position XY (--> Eilmarsch) und so weiter. Spezialaufgaben sind dann zum Beispiel der Handstreich oder die Aufnahme nach PR-Verfahren. Das wird alles vorher in der ersten und zweiten Woche beigebracht und dann in der dritten und vierten Woche in zwei Gruppenführerleistungen abgeprüft. Die Aufgabe die man bekommt oder auch die Reihenfolge der Gruppenführer ist vorher nicht bekannt. Man war aber immer erst StellV und in der nächsten Gruppenführerperiode selber GrpFhr. Also ganz überraschend kam es nicht.
Bei absoluter Dunkelheit gegen 1 bis 2 Uhr Nachts war circa immer mit Handstreich zu rechnen, der Eilmarsch kurz vor Ende der DSÜ zum Aufnahmepunkt und als Abschluss die Aufnahme selber. Also gewisse Dinge konnte man dann schon im Voraus erahnen. Zum Beispiel ist der Gruppenführer im Morgengrauen nach der ersten Nacht der DSÜ mit Versteckerkundung, -errichtung und Leben im Felde bis zum nächsten Abend beauftragt.
Man muss aber definitiv auf alles vorbereitet sein und alle Aufgaben abrufen können.


Gespeichert

Widow

  • ***
  • Offline Offline
  • Beitrge: 197
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #13 am: 12. Oktober 2017, 23:03:45 »

Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Mich würde interessieren wie das mit Brillenträgern ist. Auch würde mich interessieren, welche Eckdaten du deiner Fitness zuschreiben konntest als du "fertig" warst mit der Fitnessvorbereitung.
Gespeichert

Jan96

  • **
  • Offline Offline
  • Beitrge: 104
Antw:EKL 1 Bericht
« Antwort #14 am: 13. Oktober 2017, 11:54:00 »

Ich persönlich habe bin kein Brillenträger und habe da jetzt nicht besonders drauf geachtet. Es empfielt sich, den Brilleneinsatz für die Schutzbrille zu haben, da man während der Übungen grundsätzlich die Schutzbrille tragen muss. Soweit ich das mitbekommen habe gibt es aber keine Einschränkungen für Brillenträger. Man kann ja auch noch ganz gut mit geschlossenen Augen im Halbschlaf laufen, warum also nicht mit Brille  ;D

Die Einzelkämpfervorbereitung war bei uns weniger eine explizite Fitnessvorbereitung sondern eher eine Robustheitsvorbereitung. Das tut man sich ja unter gesundheitssportlichen Aspekten normalerweise nicht an. Wichtig ist aber eine sehr solide Grundlagenausdauer. Lange Läufe von über zwei Stunden im GA 1 Bereich sollten zum Beispiel locker möglich sein. Eine Pulsuhr ist da nur sehr zu empfehlen um sich selbst beim laufen zu kontrollieren. Außerdem war bei uns der Military Fitness Test so ein Indikator für die Grundfitness. Ab 260 Punkten ist man da schon ganz gut aufgestellt wurde uns immer gesagt, aber selbst die fittesten können trotzdem an den mentalen Anforderungen scheitern.

An sich sind die Eingangsvorraussetzungen mit 19min für den 3000m Gepäcklauf und 2:15 für die HiBa mit Koppel und Gewehr recht einfach aber das sind natürlich nicht die Leistungswerte die einen am Ende durch den Lehrgang bringen. Man sollte den Lauf schon ohne Vorbelastung in unter 15min und die HiBa in unter 1:50 schaffen können um eine realistische Chance zu haben. Nach dem Eingangstest sollte man auch nicht komplett ausgepowert sein, denn dann geht das ganze Spektakel ja erst los ;)

Ganz wichtig in der Vorbereitung dafür: Grundlagenausdauer, Rumpftraining, Robustheitstraining, Marschieren, Intervalltraining und gerne auch Cirkeltraining für die Vorbereitung. Ich würde aber privat nicht noch extra Gepäckläufe mit schwerem Gepäck über 10kg einstreuen. Manche machen das, aber meiner Meinung nach steht da der Trainingserfolg nicht im Verhältnis zum möglichen Schaden den man da an seinen Gelenken anrichten kann. Im Lehrgang selber kommt man locker mal auf 40kg an Ausrüstung die man im Laufschritt bewegen muss, aber man muss sich ja nicht schon vorher kaputt machen. Brust und Bizeps wird übrigens kaum gebraucht ;D

Persönlich hab ich in Bezug auf meine eigenen Eckdaten nie Buch geführt aber beim 3000m Gepäcklauf war ich zu Lehrgangsbeginn circa bei 13:50min und die HiBa bei 1:35min.
Ich hoffe ich konnte deine Frage trotzdem einigermaßen beantworten. Wenn nicht, lass es mich wissen:)

Gespeichert
 

© 2002 - 2017 Bundeswehrforum.de