An die
Stammdienststelle der Bundeswehr
Lüttich-Kaserne
Köln
auf dem Dienstweg
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beantrage ich meine umgehende Entlassung aus dem Dienstverhältnis wegen andauernder grober Unfähigheit, charakterlicher und körperlicher Nichteignung. Die an mich verschwendeten Haushaltsmittel bin ich selbstverständlich bereit der Staatskasse zu ersetzen. Seit ca. vier Jahren bin ich nicht in der Lage einfachste Dinge des Erwachsenwerdens und des militärischen Alltags selbstständig und ohne ständige fremde Hilfe von Kameraden sowie Internetfora zu bewältigen. Ich habe offensichtlich neben völligen Fehlens einer Erziehung zur Selbstständigkeit im Elternhaus seit der Grundausbildung und in allen Laufbahnlehrgängen die vorgegebenen Ziele nicht erreicht. Das Bestehen dieser Lehrgänge ist mir und allen durch meine ständige Nachfrage mit meiner Sache Befassten unbegreiflich und es drängt sich der Verdacht der andauernden Täuschung auf. Zudem negiere ich zunehmend die Realität: Mir wurde bereits im Rahmen meines Versetzungsgesuches zur FschJgTr die fehlende Sprungtauglichkeit bescheinigt. Zudem habe ich versucht im Rahmen meiner Kraftfahrerausbildung jede nur denkbare Ausnahmebewilligung zu erreichen. Trotz alledem verliere ich mich aktuell immer mehr in Fantasien und verliere jeden Bezug zur Realität. Ich denke nun, nachdem ich die FschJgTr nicht erreichen konnte, dass eine Bewerbung zum Kommando Spezialkräfte Aussicht auf Erfolg haben könnte.
Meine Einschränkung der Sehfähigkeit ist unverändert. Trotzdem bemühe ich nunmehr wieder den ohnehin bis an seine Grenzen angespannten Sanitätsdienst der Bundeswehr um meine abwegigen Ziele zu durchzusetzen.
Nicht zu vergessen erreiche ich mein Sportabzeichen in den Technikdisziplinen nur bedingt.
Dies alles hat die Erkenntnis in mir reifen lassen, dass ich nur eine Belastung meiner Kameraden bin und die Bundeswehr wichtige Ressourcen an mich verschwendet, die überall besser eingesetzt werden könnten. Allein der Gedanke, ich könnte im Einsatz Verantwortung für andere tragen müssen, läßt mich und noch viel mehr die von mir dauernd Belästigten grausen.
Ich bitte daher eingedenk des oben Angeführten umgehend eine Entlassung aus dem Dienstverhältnis für mich zu verfügen. Ich bedauere diesen Entschluss nicht schon früher gefasst zu haben. Insbesondere entschuldigen möchte ich mich bei allen, die mit meiner Personalplanung betraut waren. Meine Personalakte wird sicherlich bald als Lehrbeispiel eines ungeeigneten Bewerbers dienen.
Mit kameradschaftlichen Grüßen,
P. G.
(was weiß ich für ein Dienstgrad, jeder wäre zuviel)