Vergesslichkeit ist lediglich eine Unzulänglichkeit des menschlichen Geistes, sie ist weder arreté noch techné, weder Tugend noch Fertigkeit, und somit dem Guten Leben nicht zuträglich.
Vergebung hingegen ist die Manifestation der christlichen Nächstenliebe in der sozialen Realität, Ausdruck des Göttlichen in der menschlichen Seele, und somit ein tüchtiger Begleiter auf dem Pfad zum inneren Frieden. Ihr Gegenteil, die Rachsucht, mag der einfachen Seele Lust bereiten, doch wird sie stets am Maß des kategorischen Imperativ scheitern. Nur wer seinen inneren Trieb nach Rache überwindet und vergibt, in dem Bewusstsein das Richtige und Gute zu tun, und bei diesem Triumph seiner Vernunft über den eigenen Instinkt Lust empfindet, der erfüllt seine Bestimmung als menschliches Wesen, also zoon logon echon ebenso wie als zoon politikon, und nur dessen Leben wird zur Eudaimonia.
Ich weiss, das war jetzt eine ziemlich wilde Mischung aus Kant, Aristoteles, Platon und Jesus von Nazareth, aber klingt doch lustig
