In Zeiten, wo viele Soldaten Aufgaben in Zweit- und Drittfunktion wahrnehmen, ist es eben nicht ganz so einfach, dann noch nen z.B. Oberstaber zu finden, der eben Reservistenaufgaben wahrnimmt.
Dass Resis Resis ausbilden ist ja vom Prinzip her nicht verkehrt, nur wir sehen leider oft, was da bei raus kommt- nämlich unqualifizierte, veraltete Ausbildung. Das soll weiss Gott nicht verallgemeindernd sein- ich habe auch Reservistenkameraden kennen gelernt, die auf dem neuesten Stand geblieben sind und gute Ausbildungen- auch im Verbund mit aktiver Truppe durchgeführt haben- aber das ist recht selten.
Ich finde, das Pferd wird hier von der falschen Seite aus aufgezäunt: Zuerst müsste doch mal festgelegt werden, welche Fähigkeiten ein Reservist für welche DP überhaupt haben soll.
Aktuell einen 50-jährigen PzGrenFw, der nicht mehr für einen Einsatz in Frage kommt, nach nSAK oder auch in Richtung EAKK auszubilden, macht meiner Meinung nach nicht viel Sinn. Dafür hat die aktive Truppe nicht die Kapazitäten (weder personell noch materiell). Ihn z.B. in SAP einzuweisen, weil er ne Spießvertreterfunktion wahrnimmt, macht dagegen schon Sinn. Aber wie will man das an nem WE vernünftigerweise hin bekommen. Das passt viel besser in eine normale WÜ. (Und nein, Klaus mein ich nicht- ist tatsächlich nen fiktives Beispiel).
Achso- ein unrühmliches Beispiel von "Reservistenbespassung" habe ich auf meinem einsatzvorbereitenden nSAK-Lehrgang erlebt: Für uns war kaum Mun da und für uns war Wochenenddienst angesetzt, damit wir wenigstens halbwegs mit der geplanten Ausbildung durch kamen. Das Zahlenverhältnis Ausbilder zu Lehrgangsteilnehmern gerade so an einer machbaren Grenze und das auch nur, weil ein großer Teil der geplanten Teilnehmer fehlte.
Auf Einladung durfte dann nen Resi, der eben nicht zeitnah für einen Einsatz geplant war, am Samstag mitschießen, ohne dass er an den Vorübungen teilgenommen hätte, die aber für den Ablauf wichtig gewesen wären. Also wurde unsere Munition verbraten, die Abläufe verzögerten sich, weil man ihm mehr erklären musste, es wurden Plätze in den Rennen gebunden etc. Wenn man weiss, wie wenig Einsatzvorbereitung wir Sanis bekommen und wie wenig unsere Truppengattung im regulären Dienst zum Schießen kommt, kann man sich vorstellen, wie wertvoll solche Lehrgangskapazitäten sind.
Außer der 2-wöchigen Abwesenheit vom Dienstposten hat der Lehrgang meine Stammeinheit noch 5 Anrechnungsfälle plus Reisekosten gekostet.
Weiteres Beispiel: Einsatzersthelfer A und B- wir haben alle Hände voll zu tun, um unsere aktiven Soldaten auf den aktuellen Stand zu bringen und erst seit kurzem fließt halbwegs ausreichendes Ausbildungsmaterial in die Truppe. Die Inhalte sind fachlich auf einem ganz anderem Niveau als früher, was entsprechend qualifiziertes Ausbildungspersonal erfordert. Einsatzerfahrung ist aus meiner Sicht für die Ausbilder erforderlich, um zielgerecht ausbilden zu können.
Diejenigen, von euch, die regelmäßig üben, wissen ja um die (Ausbildungs)Probleme in der aktiven Truppe und können vielleicht nachvollziehen, weshalb ich bei den Vorschlägen hier mehr als skeptisch bin.