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Autor Thema: Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten  (Gelesen 38372 mal)

miguhamburg1

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #165 am: 23. Februar 2017, 08:22:28 »

Wie sagte doch einmal ein ehemaliger Kanzlerkandidat: Hätte, hätte ... Fahrradkette.

Ja, die SAZV ist nicht mit hinreichender Berücksichtigung der spezifischen Verhältnisse unserer Streitkräfte entstanden. Ja, sie ist bezüglich der Ausgestaltung auch halbherzig. Über die Gründe, weshalb kein Gesetz entstand, können wir allemal nur spekulieren. Über die Gründe, weshalb die Rechtsverordnung genau so ausfiel, ebenfalls.

Allerdings, was bringt uns diese Gedankenführung weiter, näher zum Ziel oder zur Zufriedenheit? Aus meiner Sicht schlicht überhaupt nicht. Klar ist nach nun einem Jahr "Erprobung", dass in einigen Bereichen nachgesteuert werden wird. Klar ist auch, dass die SAZV in ihrem Kern so erhalten bleiben wird. Klar ist aber auch, dass eines der Ziele erreicht wurde - übrigens auch eines der Ziele, wenn es denn ein Gesetz geworden wäre: Die Aufmerksamkeit für ein sorgsameres planerisches, organisatorisches und befehlendes Denken und Handeln gegenüber unseren Soldaten wurde definitiv erhöht. Die TSK/orgBer haben die SAZV dafür genutzt, eine strukturierte Bestandsaufnahme darüber angestellt, was zwingend erforderlich ist, was wichtig, wünschenswert und entbehrlich ist, um ihre gestellten Aufträge sicherzustellen. Und sie haben auf Basis dieser Bestandsaufnahme Vieles justiert, was zuvor jahrzehntelang nicht mehr reflektierte Praxis war. Das halte ich für einen durchgreifenden Erfolg, dass nämlich nicht mehr alle Dienste und Dienstverrichtungen unhinterfragt einfach weitergeführt werden. Dass Liegenschaften mittlerweile fast ausnahmslos von zivilen Wachen beacht werden. Dass Schiffs-/Bootsbesatzungen in ihren Heimathäfen nach Dienstschluss nicht mehr an Bord sein dürfen, sondern an Land untergebracht werden. Dass hierfür sogar bauliche Lösungen getroffen und umgesetzt wurden wie in Wilhelmshaven. Dass sich Einheitsführer und KTF bei der Dienstplangestaltung noch mehr Gedanken um die jeweiligen Notwendigkeiten machen und vieles Mehr.

Das alles löst das Kernproblem nicht, dass die SAZV für Streitkräfte erlassen wurde, deren Personaldecke noch auf Kante genäht ist - hinsichtlich der geforderten Aufträge. Sie hat bisher auch noch nicht für die nötige Sensibilität in allen Bereichen der Führung ab Großverbands- vor allem aber Kommando- und ministeriellen Ebene gesorgt, Entlastungen im administrativen Bereich zu schaffen, der auf allen untergelagerrten Ebenen zu viele Ressourcen bindet. Aber auch hier bin ich zuversichtlich, dass letzten Endes Beschwerden und Eingaben "von Unten nach Oben" auch erfolgreich sein werden.
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CIRK

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #166 am: 23. Februar 2017, 08:38:17 »

... gegen den Willen und die Beratung der militärischen Führung ...

Wer hat Ihnen dass denn erzählt?
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Andi

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #167 am: 23. Februar 2017, 09:00:04 »

Die Aufmerksamkeit für ein sorgsameres planerisches, organisatorisches und befehlendes Denken und Handeln gegenüber unseren Soldaten wurde definitiv erhöht.

Tja, da bin ich leider einer völlig anderen Auffassung. Die unterschwellige bis offensichtliche Unterstellung, dass Disziplinarvorgesetzte der Einheits- und Verbandsebene eben dieser Verantwortung nicht gerecht geworden wären war schon Teil des letzten Dienstzeitausgleichserlasses und war bereits damals Grund für eine klare Spaltung von Vorgesetzten innerhalb der Bundeswehr. Auf der einen Seite standen die, die im Tagesgeschäft noch Truppe oder Einheiten und Verbände führen und wissen, was los ist, auf der anderen Seite diejenigen, die zwar der Meinung sind alles zu wissen, effektiv aber mit Jahrzehnte alten Bildern im Kopf völlig frei schwebend jede relevante Entwicklung (bis hin zu den Auslandseinsätzen) nicht mehr erlebt (oder schnell vergessen) haben.

"Sorgsameres planerisches, organisatorisches und befehlendes Denken und Handeln" habe ich übrigens seit ich in dieser Bundeswehr bin oberhalb der Verbandsebene und in den letzten Jahren eigentlich auch nicht mehr oberhalb der Einheitsebene wahrgenommen. Im Gegenteil: Durch "Prozessorientierung" wird der militärische Führungsprozess, der stets mit Weitblick und umfassendem Lagebild agierte konterkariert, mit Bürokratiewustauswüchsen wie z.B. BGM, SAZV, Arbeitsschutz, dem neuen SBG und Co. wird im Gegenteil "sorgsameres planerisches, organisatorisches und befehlendes Denken und Handeln" - da wo es noch stattfindet - unmöglich!

Auf meine Leute kann ich nur aufpassen und mich um sie kümmern, wenn ich sie sehe, mit ihnen spreche und für sie da bin. Das gilt für den Divisionskommandeur genauso, wie für den Zugführer oder Kompaniechef. Nur leider ist das systemisch schlicht nicht mehr möglich oder gewollt.
Ich erlebe leider, dass Innere Führung und Fürsorge ab Verbandsebene flächendeckend nicht mehr stattfindet. Und die Degradierung des Soldaten zur "41-Wochenstunden Dienstleistung" hilft da nicht weiter.

Die TSK/orgBer haben die SAZV dafür genutzt, eine strukturierte Bestandsaufnahme darüber angestellt, was zwingend erforderlich ist, was wichtig, wünschenswert und entbehrlich ist, um ihre gestellten Aufträge sicherzustellen. Und sie haben auf Basis dieser Bestandsaufnahme Vieles justiert, was zuvor jahrzehntelang nicht mehr reflektierte Praxis war..

Wenn man davon ausgehen würde, dass die MilOrgBer wirklich ein sauberes Lagebild hätten könnte ich dieser Aussage folgen, aber das haben sie schlicht und einfach nicht.
Z.B. alleine die Kräftebindungen beim BAMF stellen so eine große Unbekannte an Einfluss auf den Dienst in den Einheiten dar, dass eine saubere Bestandsaufnahme gar nicht möglich ist. Und an der Tendenz Probleme nicht an die übergeordnete Führung zu melden (siehe auch Vorfälle in Pfuhlendorf) hat sich nichts geändert.
Die OrgBer haben also ein Lagebild, aber definitiv kein sauberes, sondern ein aus der Erforderlichkeit von schnellen Ergebnissen basierendes.

Ich gehe aber absolut konform damit, dass vieles überdacht wurde und einer Überprüfung unterzogen wurde. Mal mit einem gefühlt zweckmäßigen, mal mit einem gefühlt unzweckmäßigen Ergebnis - letzteres gerade im Bereich Traditionspflege. Aber aus meinem Erleben heraus sind wir auch da erst am Anfang. Aber in einem Jahr - vor allem einem Jahr mit so vielen zusätzlichen Bindungen - ist da vielleicht auch noch nicht so viel zu erwarten. Zudem wird m.E. wieder mal der Fehler gemacht davon auszugehen, dass die Bindung der Bundeswehr wirklich sauber planbar wäre. Dort wo es das wäre machen wir es nicht mehr wirklich (Einsätze, Ausbildung, Übung), dort wo wir es nicht können versuchen wir es nicht mal mehr.

Dass Liegenschaften mittlerweile fast ausnahmslos von zivilen Wachen beacht werden.

Ist aus meiner Sicht fachlich betrachtet eine Teilaufgabe der militärischen Sicherheit mit Masse durch das Prinzip, das der günstigste Anbieter den Zuschlag erhält. Aber auch das ist systemisch so gewollt. Es darf halt nichts passieren.

Dass sich Einheitsführer und KTF bei der Dienstplangestaltung noch mehr Gedanken um die jeweiligen Notwendigkeiten machen und vieles Mehr.

 ;D Diese Gedanken machen sich leider mit Masse diejenigen, die das, was zu leisten ist nicht mehr und die von dir angesprochenen Personen können nur noch abwägen welche Befehle sie nicht befolgen, weil die Masse der Vorgaben nicht mehr zu erfüllen ist...
Und auch wenn das sicherlich nicht deine Intention ist, aber: Mit dieser Aussage unterstellst du, dass sich diese Gedanken nicht bereits auch vorher gemacht wurden.
Lustiges Beispiel: Alle Feldwebel Truppendienst (HUT) bekommen die Schießausbilder-ATN. Nachdem man nun nachhaltig in der Truppe festgestellt hat, dass die Kameraden im Normalfall am Ende ihrer Ausbildung vielleicht gerademal unfallfrei ihre eigene Waffe bedienen, aber kaum als Schießausbilder eingesetzt werden können hat die SKB jetzt reagiert und für ihren Bereich festgelegt: Die ATN wird auch weiter verliehen (obwohl nachweislich ohne ausreichende Ausbildung) und jetzt haben die Kompanien den Auftrag bei jedem Jungfeldwebel festzustellen, ob er die Ausbildungshöhe für die ATN hat und wenn nicht (also im Normalfall) haben sie nachzuschulen. Früher wurde erst ausgebildet und dann eine ATN verliehen...und die Kompanien haben für solche Spiele ja so viele Kapazitäten...

Das alles löst das Kernproblem nicht, dass die SAZV für Streitkräfte erlassen wurde, deren Personaldecke noch auf Kante genäht ist - hinsichtlich der geforderten Aufträge. Sie hat bisher auch noch nicht für die nötige Sensibilität in allen Bereichen der Führung ab Großverbands- vor allem aber Kommando- und ministeriellen Ebene gesorgt, Entlastungen im administrativen Bereich zu schaffen, der auf allen untergelagerrten Ebenen zu viele Ressourcen bindet. Aber auch hier bin ich zuversichtlich, dass letzten Endes Beschwerden und Eingaben "von Unten nach Oben" auch erfolgreich sein werden.

Da durch Absicherungsmentalität - eben auf diesen Ebenen - und die unnötige (fachlich, wie sachlich) freiwillige Selbstverpflichtung der Bundeswehr im Bereich Arbeitsschutz, BGM, SAZV usw. täglich neue Bürokratiemonster geschaffen werden, ich aber z.B. noch nie gefragt wurde, wie viel mich das tatsächlich bindet teile ich deinen Optimismus leider nicht mal im Ansatz.

Gruß Andi
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Andi

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #168 am: 23. Februar 2017, 09:02:07 »

... gegen den Willen und die Beratung der militärischen Führung ...

Wer hat Ihnen dass denn erzählt?

Ein Vögelein, das bei einer Besprechung aller Inspekteure mit der Ministerin dabei war? Ist doch kein Geheimnis, wie sich die militärische Führung zur SAZV positioniert hat.
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Tasty

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #169 am: 23. Februar 2017, 09:15:22 »

Doch, der Katalog der Ausnahmetatbestände ist abschließend und nicht offen. Ein neuer Ausnahmetatbestand würde eine Gesetztesänderung erfordern.

Was an dem Wort "insbesondere" ist für Dich abschließend??
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JFSTanker

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #170 am: 23. Februar 2017, 12:55:13 »

Ob das ganze Konstrukt rechtskräftig ist und die Angelegenheit EU Recht ist oder nicht ist doch unrelevant!
Selbst wenn es EU Recht ist, soll es doch bessere Arbeitsbedingungen für alle EU-Mitgliedsstaaten begründen. Es ist ja löblich, dass Deutschland sich jetzt nach X Jahren so unglaublich treudeutsch darum kümmert die Vorgaben unserer glorreichen europäischen Gemeinschaft 1:1  um zu setzen. Allerdings wird das Ziel von besseren Bedingungen oder gar Zufriedenheit nicht erreicht. Im Gegenteil!
Und da muss gehandelt werden!
  Da ich vorher 4 Stunden Pause hatte , (43h-4h= 39h)   habe ich effektiv 39h gearbeitet. Jetzt diene ich zwei Stunden mehr, weil die Pausen nicht mehr mitgerechnet werden, um auf 41 zu kommen.
Ich kann mich an keinen in meinem Btl erinnern, der mit der EUAZR zufrieden war. Ausser ein paar "Stabstäter" die der Meinung waren, es sei alles viel besser planbar, bis sie sich bei einem Außendienst (am offenen Fenster) gewundert haben wieso ab Oktober die Kaserne wie ausgetorben war  ;D
Zusätzlich kam es vor das sie niemanden mehr ans Telefon bekommen haben, weil ganze Te´s schlichtweg im Urlaub waren.
Sowas gabs vorher nur andersrum wenn wieder sogenannter "Stabssport" angesetzt war ^^
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JFSTanker

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #171 am: 23. Februar 2017, 16:00:36 »

Ich habe gerade über die europaweiten Konsequenzen der EUAZR nachgedacht:
Vllt ist es fast offtopic bzw. auch nur ein Gehirnfurz.

Aber wenn man bei gleicher Arbeit die Leute zwangsweise  in den urlaub schicken muss aufgrund von Mehrarbeit, entstehen ja quasie ein haufen Arbeitsplätze aus dem nichts heraus, um die Aufträge weiterhin zu bewältigen.  Das würde bedeuten, dass  weniger Menschen Hartz IV beziehen müssten. Der Staat ist fein raus und das Unternehmen muss mehr Leute einstellen.  Führt das wiederum nicht zu einer Belastung für die Firmen, insbesondere für die kleinen Unternehmen?  Man muss ja für jeden  neuen Mitarbeiter Sozialversicherung und Unfallversicherung und Rentenversicherungsbeiträge abführen. Wird dann nicht auch alles langfristig teurer !? Also ich bin kein studierter Ökonom, vllt verzettel ich mich auch total, aber das sind so meine Überlegungen.

Was meint Ihr dazu?
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schlammtreiber

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #172 am: 23. Februar 2017, 16:13:29 »

Genau das wird seit Jahrzehnten von ("linken") Ökonomen so propagiert um niedrigere Wochenarbeitszeiten zu begründen.
Theoretisch schlüssig, in der Praxis läuft es nur oft anders.
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Semper Communis
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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #173 am: 23. Februar 2017, 16:19:23 »

Genau, das war ja auch eine der Grundideen der 35h-Woche, die die IG Metall damals erstreikt hat: Die vorhandene Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen. Das geht prinzipiell natürlich, nur führt es bei vollem Lohnausgleich unweigerlich zu Mehrkosten. Und da sind wir am springenden Punkt: Wer, außer naiv-weltfremden Idealisten, wäre bereit, auf einen Teil des monatlichen Lohns zu zu verzichten, damit andere eingestellt werden können? Kommunistische Denkstrukturen sind dem menschlichen Wesen nun mal nicht immanent.
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wolverine

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #174 am: 23. Februar 2017, 16:21:17 »

Die EU Arbeitszeitrichtlinie (88/2003) gibt es seit über 13 Jahren. Das hat lange Zeit in Deutschland und bis heute in Südeuropa nicht zu einer Verminderung der Arbeitslosenzahlen geführt.
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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #175 am: 23. Februar 2017, 16:27:56 »

Wie auch? Wenn bei gleicher Produktivität nur Mehraufwand generiert würde wird sich das jeder betriebswirtschaftlich durchrechnen, ob die Margen dafür überhaupt vorhanden sind und ein (notwendiger) höherer Preis am Markt erzielbar wäre.
Kostenneutral wäre es nur, wenn AN auf den Lohnausgleich verzichten (s.o.)
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CIRK

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #176 am: 23. Februar 2017, 22:18:01 »

Was an dem Wort "insbesondere" ist für Dich abschließend??
Auch wenn bei Paragraph 30 c Abs 4  (1) "insbesondere"steht, so ist hier von Einsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen die Rede, also sehr stark eingegrenzt und nicht einfach mal so auf irgendwas anwendbar. Auch die weiteren vier Möglichkeiten der Ausnahme sind klar definiert.
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LwPersFw

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #177 am: 23. Februar 2017, 23:11:14 »

Da ja immer wieder Fragen nach dem "Warum" gestellt werden...

In der Drucksache 542/14 des Deutschen Bundestages, ab Seite 63, finden sich die Begründungen der Politik, warum bestimmte Festlegungen erfolgten...

Wie man darüber persönlich denkt, ist ja rein subjektiv...

Ich für meinen Teil trenne strikt zwischen den "Ausnahmetatbeständen" und dem "Grundbetrieb".

Geht es z.B. um einen Einsatz, oder darum, Kameraden im Einsatz zu unterstützen... wird wie früher "gerödelt"...

Aber im ganz normalen Grundbetrieb... gilt der Arbeits- und Gesundheitsschutz wie vom Gesetzgeber / Erlasshalter verordnet.
Und ich habe kein Verständnis für Vorgesetzte oder Untergebene die noch immer in der Welt vor dem 01.01.16 leben...

Wer aber meint, weiter im Prinzip leben zu müssen, wo die Zeit des Soldaten 24/7-Verfügungsmasse ist, kann das für sich persönlich gerne tun... 
Ich mache das aber nicht mit und behandle Untergebene auch nicht mehr so.

Die alten Zeiten sind vorbei...und kommen auch nach der Evulation nicht wieder...
« Letzte Änderung: 23. Februar 2017, 23:14:43 von LwPersFw »
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StOPfr

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #178 am: 24. Februar 2017, 12:42:45 »

D'accord!
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jk3

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Antw:Bundeswehr: Neue Arbeitszeitverordnung für Soldaten
« Antwort #179 am: 09. November 2017, 00:45:33 »


Lustiges Beispiel: Alle Feldwebel Truppendienst (HUT) bekommen die Schießausbilder-ATN. Nachdem man nun nachhaltig in der Truppe festgestellt hat, dass die Kameraden im Normalfall am Ende ihrer Ausbildung vielleicht gerademal unfallfrei ihre eigene Waffe bedienen, aber kaum als Schießausbilder eingesetzt werden können hat die SKB jetzt reagiert und für ihren Bereich festgelegt: Die ATN wird auch weiter verliehen (obwohl nachweislich ohne ausreichende Ausbildung) und jetzt haben die Kompanien den Auftrag bei jedem Jungfeldwebel festzustellen, ob er die Ausbildungshöhe für die ATN hat und wenn nicht (also im Normalfall) haben sie nachzuschulen. Früher wurde erst ausgebildet und dann eine ATN verliehen...und die Kompanien haben für solche Spiele ja so viele Kapazitäten...

Und genau diese Erfahrung darf ich gerade machen, zuletzt geschossen habe ich in der Prüfung zum Schießausbilder - das war Dezember 2015.
Wenn ich im nächsten Jahr zu meiner Einheit zurückkehre (zumindest für einige Wochen, bis es mit Lehrgängen weitergeht) kann ich beim Urschleim anfangen... bin aber in der Kompanie einer der wenigen der die nSAK ATN hat.  ::)
Soldat und 3 Jahre ohne scharfen Schuss  :-X
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