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Autor Thema: Krankenversicherung SaZ und Berufssoldaten  (Gelesen 15862 mal)

Eisensoldat

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Vom Personalportal der Bundeswehr

"Erstmals erhalten alle ab dem 31. Dezember 2018 ausscheidenden Zeitsoldatinnen und Zeitsoldaten, kurz SaZ, unabhängig von ihrem Alter und ihrer Vorversicherung ein Zugangsrecht zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach dem Dienstzeitende.

Die Regelung ist Bestandteil des Gesetzes zur Beitragsentlastung der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung, auch bekannt als GKV-Versichertenentlastungsgesetz, das am 6. Juni 2018 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Der Bundestag hat das GKV-VEG am 18. Oktober 2018 verabschiedet. Es soll zum 1. Januar 2019 in Kraft treten."

Heißt das, daß jetzt alle Zeitsoldaten, egal nach wieviel Jahren oder mit welchem Lebensalter sie ausscheiden, nach DZE wieder in die GKV (und später auch in die KV der Rentner) kommen? und demzufolge man die "kleine Anwartschaft für die GKV" (Versicherenverhältnis ohne Leistungsbezug) nicht mehr bezahlen muss? Oder anders gesagt die Grenzen mit 55 Jahren, und mindestens 9/10 der zweiten Hälfte des Erwerbslebens usw. gefallen sind?
mkg
Eisensoldat
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Strong Passion

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Auf Bundeswehr.de nachzulesen:

Erstmals erhalten alle ab dem 31. Dezember 2018 ausscheidenden Zeitsoldatinnen und Zeitsoldaten, kurz SaZ, unabhängig von ihrem Alter und ihrer Vorversicherung ein Zugangsrecht zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach dem Dienstzeitende.

Die Regelung ist Bestandteil des Gesetzes zur Beitragsentlastung der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung, auch bekannt als GKV-Versichertenentlastungsgesetz, das am 6. Juni 2018 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Der Bundestag hat das GKV-VEG am 18. Oktober 2018 verabschiedet. Es soll zum 1. Januar 2019 in Kraft treten.

Längere Verpflichtungszeiträume bis zu 25 Jahre, die steigende Zahl älterer Seiteneinsteiger und die komplette Verlagerung von Bildungsmaßnahmen hinter das Dienstzeitende haben dazu geführt, dass SaZ immer später aus der Bundeswehr ausscheiden. Dadurch entstehen Probleme beim Zugang zur GKV bzw. zur Krankenversicherung der Rentner. Dieser besonderen Situation wird mit den Neuregelungen im GKV-Versichertenentlastungsgesetz Rechnung getragen.

Während der Dienstzeit sind SaZ in der GKV versicherungsfrei, die Gesundheitsversorgung wird über die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung sichergestellt. Nach ihrem Dienstzeitende hatten ehemalige SaZ bisher während des Bezugs von Übergangsgebührnissen einen Beihilfeanspruch, verbunden mit einer privaten Restkostenversicherung.

Das GKV-Versichertenentlastungsgesetz enthält für ausscheidende SaZ folgende wichtige Neuerungen:

1. Alle ab dem 31. Dezember 2018 ausscheidenden SaZ erhalten unabhängig von ihrem Alter und der Vorversicherung (gesetzlich oder privat) ein Beitrittsrecht zur GKV. Bis zu drei Monate nach Ende ihrer Dienstzeit können sie der GKV (https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenkassenliste.pdf) als freiwilliges Mitglied beitreten.

2. Der Beihilfeanspruch entfällt. Damit wird auch die Notwendigkeit des Abschlusses einer privaten Restkostenversicherung obsolet. Hierdurch werden diejenigen SaZ, die vor ihrer Dienstzeit gesetzlich versichert waren, automatisch Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse, in der sie zuletzt Mitglied waren. Dabei ist es unerheblich, ob sie vorher über einen Elternteil versichert waren. Ein Antragserfordernis besteht in diesen Fällen nicht.

Es wird allerdings dringend geraten, sich rechtzeitig vor Dienstzeitende mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen, da die Mitgliedschaft und damit die Beitragspflicht ab dem 1. Tag nach Dienstzeitende besteht. Die automatische Mitgliedschaft gilt nicht für SaZ, die vor der Dienstzeit privat versichert waren. Diese sind an die 3-Monatsfrist nach Ziffer 1 gebunden!

3. Zum Ausgleich für den Wegfall des Beihilfeanspruchs erhalten ehemalige SaZ einen Zuschuss zu ihren Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen, die auf Grundlage der Übergangsgebührnisse gezahlt werden.

4. Durch eine Übergangsregelung erhalten alle seit dem 15. März 2012 ausgeschiedenen Soldatinnen und Soldaten auf Zeit ein Zugangsrecht zur freiwilligen Versicherung in der GKV, wenn sie am oder vor dem 1. Januar 2019 das 55. Lebensjahr vollendet haben. In diesen Fällen wird kein Zuschuss nach Nummer 3 gewährt.

Alternativ zu Ziffer 1 und Ziffer 2 besteht auch die Möglichkeit, sich zu 100 Prozent bei einer privaten Krankenversicherung zu versichern.

Nähere Informationen erteilen der zuständige Sozialdienst der Bundeswehr und die Krankenkassen.

Meine Meinung: wer die Absicht hat, BS zu werden, sollte eine Anwartschaft abschließen, wer dies von vorn herein ausschließen kann, muss selbst die Entscheidung treffen

Kleine Rechnung von mir:

bis jetzt 18 Jahre Anwartschaft bezahlt für (noch) nichts

Bisher hätte ich nach DZE für die Übergangszeit ca. 160€ p.m. an die PKV gezahlt, jetzt sind es ca. 500€ für die GKV abzgl. Zuschuss (der Sozialdienst könnte mir heute auch keine genaue Auskunft geben wie hoch der ist), und das Thema mit der 9/10 Regelung würde auch nicht berücksichtigt

Eigentlich ne gute Sache, aber nur für Kurzdiener, alle ab 20+ Jahre Verpflichtungszeit bekommen spätestens mit Beginn der Altersrente Schwierigkeiten

Hoffe, dass da noch nachgebessert wird in den nächsten 7 Jahren...



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Bregenz12

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Zeitsoldaten erhalten nach Dienstzeitende Zugang zur GKV
« Antwort #17 am: 31. Oktober 2018, 22:37:13 »

Schon gelesen? Aus der Internet-Seite der Bundeswehr.
Damit dürften sich teilweise die Anwartschaft-Versicherungen für diejenigen erledigt haben, die hinterher nicht selbständig werden wollen oder Beamte.

(Es folgt das Zitat der Meldung)

"Erstmals erhalten alle ab dem 31. Dezember 2018 ausscheidenden Zeitsoldatinnen und Zeitsoldaten, kurz SaZ, unabhängig von ihrem Alter und ihrer Vorversicherung ein Zugangsrecht zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach dem Dienstzeitende.

Die Regelung ist Bestandteil des Gesetzes zur Beitragsentlastung der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung, auch bekannt als GKV-Versichertenentlastungsgesetz, das am 6. Juni 2018 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Der Bundestag hat das GKV-VEG am 18. Oktober 2018 verabschiedet. Es soll zum 1. Januar 2019 in Kraft treten.

Längere Verpflichtungszeiträume bis zu 25 Jahre, die steigende Zahl älterer Seiteneinsteiger und die komplette Verlagerung von Bildungsmaßnahmen hinter das Dienstzeitende haben dazu geführt, dass SaZ immer später aus der Bundeswehr ausscheiden. Dadurch entstehen Probleme beim Zugang zur GKV bzw. zur Krankenversicherung der Rentner. Dieser besonderen Situation wird mit den Neuregelungen im GKV-Versichertenentlastungsgesetz Rechnung getragen.

Während der Dienstzeit sind SaZ in der GKV versicherungsfrei, die Gesundheitsversorgung wird über die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung sichergestellt. Nach ihrem Dienstzeitende hatten ehemalige SaZ bisher während des Bezugs von Übergangsgebührnissen einen Beihilfeanspruch, verbunden mit einer privaten Restkostenversicherung.

Das GKV-Versichertenentlastungsgesetz enthält für ausscheidende SaZ folgende wichtige Neuerungen:

1. Alle ab dem 31. Dezember 2018 ausscheidenden SaZ erhalten unabhängig von ihrem Alter und der Vorversicherung (gesetzlich oder privat) ein Beitrittsrecht zur GKV. Bis zu drei Monate nach Ende ihrer Dienstzeit können sie der GKV (https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenkassenliste.pdf) als freiwilliges Mitglied beitreten.

2. Der Beihilfeanspruch entfällt. Damit wird auch die Notwendigkeit des Abschlusses einer privaten Restkostenversicherung obsolet. Hierdurch werden diejenigen SaZ, die vor ihrer Dienstzeit gesetzlich versichert waren, automatisch Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse, in der sie zuletzt Mitglied waren. Dabei ist es unerheblich, ob sie vorher über einen Elternteil versichert waren. Ein Antragserfordernis besteht in diesen Fällen nicht.

Es wird allerdings dringend geraten, sich rechtzeitig vor Dienstzeitende mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen, da die Mitgliedschaft und damit die Beitragspflicht ab dem 1. Tag nach Dienstzeitende besteht. Die automatische Mitgliedschaft gilt nicht für SaZ, die vor der Dienstzeit privat versichert waren. Diese sind an die 3-Monatsfrist nach Ziffer 1 gebunden!

3. Zum Ausgleich für den Wegfall des Beihilfeanspruchs erhalten ehemalige SaZ einen Zuschuss zu ihren Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen, die auf Grundlage der Übergangsgebührnisse gezahlt werden.

4. Durch eine Übergangsregelung erhalten alle seit dem 15. März 2012 ausgeschiedenen Soldatinnen und Soldaten auf Zeit ein Zugangsrecht zur freiwilligen Versicherung in der GKV, wenn sie am oder vor dem 1. Januar 2019 das 55. Lebensjahr vollendet haben. In diesen Fällen wird kein Zuschuss nach Nummer 3 gewährt.

Alternativ zu Ziffer 1 und Ziffer 2 besteht auch die Möglichkeit, sich zu 100 Prozent bei einer privaten Krankenversicherung zu versichern.

Nähere Informationen erteilen der zuständige Sozialdienst der Bundeswehr und die Krankenkassen."
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LoggiSU

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Antw:Zeitsoldaten erhalten nach Dienstzeitende Zugang zur GKV
« Antwort #18 am: 31. Oktober 2018, 23:09:52 »

Wir haben das gestern im Dienst noch diskutiert.
Unter Punkt 1 steht, dass man die Möglichkeit einer freiwilligen Mitgliedschaft bekommt.
Uns stellte sich die Frage, wieviel teurer als eine Pflichtversicherung das ist bzw. ob das mit oder ohne Anwartschaft gleich teuer ist.
Werde nächste Woche mal den Sozialdienst dazu befragen.
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miguhamburg1

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Antw:Zeitsoldaten erhalten nach Dienstzeitende Zugang zur GKV
« Antwort #19 am: 01. November 2018, 08:04:24 »

Mir scheint, dass dieses Thema hier verkürzt bedacht wird:

Richtig war und ist, dass der Soldat während des Bezugs der Übergangsgebührnisse beihilfebnerechtigt ist und er nur eine - relativ preisgünstige - private Restversicherung benötigt.

Nun kommt es aber doch meines Wissenhs darauf an, was der ausscheidende SaZ beruflich im Anschluss tut. Denn falls er eine Tätigkeit ausübt, die sozialversicherungspflichtigist und er daraus Einkünfteunterhalb der Beitragsbemessungsgrenze erzielt, muss er doch von der GKV sowieso aufgenommen werden. Das dürfte doch die Masse der ausscheidenden SaZ betreffen?!
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Nouqie91

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Antw:Zeitsoldaten erhalten nach Dienstzeitende Zugang zur GKV
« Antwort #20 am: 01. November 2018, 08:48:20 »

[…] Das dürfte doch die Masse der ausscheidenden SaZ betreffen?!

Bis auf über 55 jährige und Minijobber schon
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LwPersFw

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Antw:Zeitsoldaten erhalten nach Dienstzeitende Zugang zur GKV
« Antwort #21 am: 01. November 2018, 10:11:45 »


...Das dürfte doch die Masse der ausscheidenden SaZ betreffen?!


Mit der Gesetzesänderung sollte es auch nicht um "die Masse" gehen...

Sondern um das schließen von Lücken "im System".

Insbesondere die in den nächsten Jahren immer größer werdende Gruppe von SaZ, die erst nach dem 55. Lebensjahr DZE haben, bzw. seit dem o.g. Stichtag bereits hatten.

Dies ist zu begrüßen...

Es wurde aber nur ein halber Schritt getan, denn das Problem der 9/10-Regelung zum Zugang zur KVdR wurde nicht gelöst.
Beachte hierzu die Beiträge vom 18.04.2018 und 09.06.2018


Jedem SaZ muss also klar sein, dass er sich frühzeitig, am besten bereits vor Dienstantritt, mit dieser Thematik selbst beschäftigt!

Das mag mit 18 noch als überflüssig empfunden werden, bei Lebensälteren kann ich die Vernachlässigung dieses Themas persönlich nur als schlicht fahrlässig bezeichnen!


Denn, um es gerade für Lebensältere nochmal klar zu verdeutlichen,
es sind 2 Themenfelder zu betrachten, die aber verbunden sind:

+ Krankenversicherung nach DZE
+ Zugang zur Krankenversicherung der Rentner KVdR ab Renteneintritt

« Letzte Änderung: 01. November 2018, 16:56:13 von LwPersFw »
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