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  • Volkstrauertag am 19. November 2017 - Gedenkstunde im Bundes: 19. November 2017

Autor Thema: Estnischer Ministerpräsident spricht am Volkstrauertag im Bundestag  (Gelesen 201 mal)

StOPfr

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Ministerpräsident Jüri Ratas hält Rede zum Volkstrauertag

Der estnische Ministerpräsident Jüri Ratas hält am Sonntag, 19. November 2017, die Gedenkrede in der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag. Das Totengedenken spricht Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier. Die Gedenkstunde steht traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten und beginnt um 13.30 Uhr im Plenarsaal des Bundestages im Reichstagsgebäude in Berlin.

Die Gedenkstunde wird ab 13.30 Uhr live im Parlamentsfernsehen, im ersten Fernsehprogramm (ARD), im Internet auf www.bundestag.de und auf mobilen Endgeräten übertragen.

Wolfgang Schneiderhan begrüßt die Gäste

Bevor der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, General a. D. Wolfgang Scheiderhan, die Gäste begrüßt, singt der Jugendchor „Die Primaner“ des Georg-Friedrich-Händel Gymnasiums Berlin unter Leitung von Jan Olberg „Die mit Tränen säen“ von Johann Hermann Schein (1586-1630). Im Anschluss an die Begrüßung trägt das Bläseroktett des Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg unter Leitung von Hauptfeldwebel Jana Heß den zweiten Satz aus dem Larghetto un poco sotenuto von Josef Mysliveček (1737-1781) vor.

Gedenkrede und Totengedenken

Nach der Lesung durch einen Schüler des Friedrichsgymnasiums Kassel zusammen mit einem Schüler des russischen Gymnasiums aus dem westsibirischen Nowy Urengoi singt der Jugendchor „Die Primaner“ „Es geht eine dunkle Wolke herein“ von Hugo Distler (1908-1942). Es folgt die Gedenkrede von Jüri Ratas. Vor dem Totengedenken durch Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier erklingt „Lux Aurumque“ des 1970 geborenen US-amerikanischen Komponisten Eric Withacre, erneut vorgetragen vom Jugendchor „Die Primaner“.

Im Anschluss an das Totengedenken folgen die Gedenkminute und das Totensignal „Der gute Kamerad“, vorgetragen vom Solotrompeter des Musikkorps der Bundeswehr, Oberfeldwebel Matthias Heßeler.

Die Gedenkstunde endet mit der Europahymne und der Nationalhymne.

Erste Feierstunde 1922 im Reichstag

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Vorschlag seines bayerischen Landesverbandes zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Nicht „befohlene“Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen.

Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe (SPD) hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde.

Heldengedenktag in der NS-Zeit

1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn „Heldengedenktag“. Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen.

Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) beziehungsweise den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.

832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa 2,7 Millionen Kriegstoten auf 833 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung.

Das Leitwort ist: Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden.

Leitbild des Volksbundes

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat sich am 23. September 2016 ein neues Leitbild gegeben, in dem es heißt: „Wir stellen uns der deutschen Geschichte: Im Ersten Weltkrieg mit seinen Folgen lag der Ursprung einer Epoche exzessiver Gewalt und totalitärer Diktaturen, die im Zweiten Weltkrieg einen historischen Höhepunkt fand. Dieser Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands forderte Millionen Opfer, Soldaten und Zivilisten, und war Voraussetzung für beispiellose Verbrechen bis hin zum Völkermord an den europäischen Juden. Damit stellt sich auch die Frage der persönlichen Verantwortung unter den Bedingungen von Diktatur und Krieg. Pauschale Schuldzuweisungen verbieten sich: Die Meisten kämpften im Bewusstsein, ihre nationale Pflicht zu erfüllen. Viele machten sich schuldig. Andere konnten sich entziehen. Wenige leisteten Widerstand.

Mit dem festen Willen, die Erinnerung an Krieg und Gewaltherrschaft wachzuhalten, Verständigung, Versöhnung und Frieden unter den Menschen und Völkern zu fördern und für Freiheit und Demokratie einzutreten, hat sich der Volksbund auf der Grundlage seiner Satzung dieses Leitbild gegeben.“ (vom/13.11.2017)

Quelle
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