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Autor Thema: Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr  (Gelesen 1989 mal)

W.T

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Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« am: 06. Februar 2018, 20:20:47 »

Hallo Kameraden,

vorweg möchte ich folgendes sagen:
Ich Konsumiere keine illegalen Drogen und habe auch nicht vor daran etwas zu ändern.

Allerdings stehe ich Cannabis relativ Tollerrant gegenüber.
Nun ist es so, dass es einige Stimmen (auch im Bundestag) für eine Legalisierung bzw. Endkriminalisierung dieses Betäubungsmittels gibt.

Ob es Sinn macht oder nicht lassen, wir mal dahin gestellt. Diese Diskussion geht dann doch zu weit und darum soll es hier auch erstmal nicht gehen.

ABER:

Wenn Cannabis in der BRD legalisiert wird, in welcher Form auch immer, gilt das dann auch für Soldaten?

Was meint Ihr?
Welche Argumente würden dafür/dagegen sprechen?

Gruß
W.T
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Andi8111

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #1 am: 06. Februar 2018, 20:28:03 »

Das wird genau so toleriert!!!! werden, wie volltrunken im Dienst zu sein. Diese Frage können Sie sich doch mit gesundem Menschenverstand beantworten. Und da bei Cannabis etc. auch lange nach dem Verzehr noch Rauschzustände auftreten können, wird es nach wie vor verboten sein..
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dunstig

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #2 am: 06. Februar 2018, 20:29:30 »

Ernsthaft?

Drogen und Waffen und so? ::)

Selbst wenn es irgendwann mal legalisiert werden sollte, dann mit Sicherheit nicht in der Bundeswehr. Alkohol ist auch legal und während des Dienstes verboten.

Und da steht die Bundeswehr nicht alleine da. Einfach mal gesunden Menschenverstand walten lassen, dann stellen sich manche Fragen garnicht.

Edit: Da war Andi etwas schneller
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"Ich stehe vor der Bundeswehr, zu der ich seit 22 Jahren auch "meine Armee" sagen kann. Und bin froh, weil ich zu dieser Armee und zu den Menschen, die hier dienen, aus vollem Herzen sagen kann: Diese Bundeswehr ist keine Begrenzung der Freiheit, sie ist eine Stütze unserer Freiheit." Joachim Gauck

W.T

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #3 am: 06. Februar 2018, 20:41:14 »

Gut, ich hätte dazu schreiben sollen, dass es natürlich außer Frage steht, dass Drogen im Dienst NICHTS verloren haben. Egal ob Alkohol oder Cannabis.

Ein Bsp. Ein Soldat raucht oder dampft zu beginn Seines 3 wöchigen Urlaubs THC in Form von Cannabis.
Wenn er wieder im Dienst ist, ist davon nichts mehr im Körper.
Wie würdet ihr darüber denken? Bei Alkohol geht das auch. Nun ist Alkohol natürlich schneller und berechenbarer wieder abgebaut. Das ist natürlich ein Argument.

Gegenargument, es ist erwiesen, das dass Agressionspotenzial bei Alkohol weitaus höher ist als bei Cannabis. Und somit auch die Gefahr von eigen und vorallem Fremdschäden sehr hoch sind. Bei Cannabis sind diese wesentlich geringer.
Trotzdem ist es erlaubt, dass Soldaten Alkohol Konsumieren.


Und so nebenbei:
Handelt es sich hier nicht um ein Forum? Der Sinn ist doch Gedanken und Meinungen konstruktiv auszutauschen.
Man muss doch nicht gleich persönlich werden. Denn an meinem "Gesunden Menschenverstand" ist nichts auszusetzen. Und trotzdem Frage ich mich, wie andere über dieses Thema denken 😉
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dunstig

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #4 am: 06. Februar 2018, 20:51:33 »

Die beiden Beiträge von unserer Foren-Ärztin liefern zusätzlich zum bereits Gesagten genug Stichpunkte:

https://www.bundeswehrforum.de/forum/index.php/topic,22131.msg194921.html#msg194921
https://www.bundeswehrforum.de/forum/index.php/topic,30747.msg290379.html#msg290379

Und dass der Vergleich Alkohol <-> Cannabis immer wieder von entsprechendem Personenkreis rangezogen wird, disqualifiziert eigentlich für jede ernsthafte Diskussion zu dem Thema.
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"Ich stehe vor der Bundeswehr, zu der ich seit 22 Jahren auch "meine Armee" sagen kann. Und bin froh, weil ich zu dieser Armee und zu den Menschen, die hier dienen, aus vollem Herzen sagen kann: Diese Bundeswehr ist keine Begrenzung der Freiheit, sie ist eine Stütze unserer Freiheit." Joachim Gauck

W.T

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #5 am: 06. Februar 2018, 20:59:32 »

Ok, Und wieso?
Nach meinen "gesunden Menschenverstand" ist es ein Wiederspruch und ich glaube mich meinst du nicht mit "entsprechenden Personenkreis"

Wir können ja Nikotin nehmen. Trotz Pflicht zu Gesunderhaltung ist es Soldaten erlaubt zu rauchen. Im Prinzip genau das gleiche. Das Rauchen extrem schädlich ist müssen wir ja nicht diskutieren hoffe ich. Und dennoch akzeptieren es alle...

Ich persönlich nehme überhaupt keine als Drogen hauptsächlich bekannten Substanzen. Also kein Nikotin, Cannabis, Alkohol oder sonst irgendeinen Quatsch. Tee und zucker muss ich aber zu meinem Lastern zählen.
Ich kann aber nicht verstehen, wieso das eine tolleriert und teilweise gefördert wird, und das andere bis ins kleinste verteufelt.
Weil es illegal ist... Klar, aber was wenn nicht?
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KlausP

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #6 am: 06. Februar 2018, 21:04:00 »

Kann hier mal jemand dicht machen? Das hatten wir doch nun schon zur Genüge und nur, weil ein paar Hinterbänkler im Bundestag (vermutlich grüne Exkiffer) oder ein paar Leute im Bund deutscher Kriminalbeamter (oder wie der Laden heißt) für eine Freigabe sind muß das ja nun nicht weiter gehen.
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ulli76

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #7 am: 06. Februar 2018, 21:10:20 »

Naja- man kann schon drüber diskutieren, wie die Bundeswehr eine mögliche Legalisierung umsetzt.
Es geht ja nicht drum, dass der TE gekifft hat oder kiffen will.
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W.T

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #8 am: 06. Februar 2018, 21:41:59 »

Nicht im entferntesten... Ich persönlich stehe dem auch kritisch gegenüber. Ich möchte nicht das meine Soldaten unter dem Einfluss von Drogen Fehler begehen. Nicht nur weil das negativ für mich ist, sondern auch weil das ganze Menschleben vorderen kann.

Man muss sich aber darüber bewusst werden, dass eine Legalisierung kommen wird. Und das aus gutem Grund.
Deshalb will ich einige Denkanstöße sammeln um meinen Horizont in diesem Bereich ein wenig zu erweitern.

Genau das sind nämlich Themen die meine Soldaten interessieren und worüber sie sich unterhalten und Fragen stellen.
Und die Argumentation, wir machen es nicht, weil es schon immer illegal war, ohne eine plausibel Erklärung zu liefern bringt garnichts.

Und sollte sich rausstellen, das es tatsächlich keinen Unterschied zu anderen "weichen" Drogen gibt, muss man halt Mal über seinen Schatten springen und seine festgefahrene Meinung ändern oder zumindest offen für neue Argumente sein.

Auf beiden Seiten.

Ohne Konfrontation geht es nunmal nicht. Deshalb finde ich diese debatte wichtig. Die Probleme sind da und schweigen bringt nichts als nochmehr Probleme.

Schade, KlausP, dass Sie nicht bereit sind Probleme zu lösen. Wir leben in einer Zeit in der es in gewissen Situationen nicht mehr so ist wie früher. In einer freiwilligen Armee muss man aktiv mit den Soldaten im Gespräch sein.
Verbieten um des Verbieten Willens hat noch nie geholfen. Sachliche und logische argumentation hingegen schon.
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KlausP

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #9 am: 06. Februar 2018, 22:02:38 »

Ich muß solche Probleme nicht mehr lösen. Meine Meinung geht dahin, dass jeder Soldat, der illegale Drogen konsumiert, aus dem Dienstverhältnis entfernt wird. Ob Cannabis nach einer allgemeinen Freigabe durch die Bundeswehr trotzdem weiterhin als illegal eingestuft wird ist erstens Kaffeesatzleserei und zweitens ganz allein Angelegenheit des Dienstherrn. Das hat der Soldat so wie vom Dienstherrn dann festgelegt umzusetzen - ohne wenn und aber. Wer das nicht will - Tschüss!
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ulli76

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #10 am: 06. Februar 2018, 22:04:53 »

@Klaus: Es geht doch nicht drum, dass jemand das nicht will, sondern einfach mal drüber zu diskutieren, wie die Bundeswehr das regeln KÖNNTE und WARUM.

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KlausP

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #11 am: 06. Februar 2018, 22:10:49 »

Nein, man muß als Soldat und besonders als Vorgesetzter nicht Alles und Jedes ausdiskutieren, das gibt es schon viel zu oft. Und da hier wohl niemand in der Position ist, an einer eventuellen Neuregelung mitzuwirken, sehe ich das eben als sinnfrei an.
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wolverine

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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #12 am: 06. Februar 2018, 23:00:42 »

Führen wir das doch einfach sachlich aus: es gibt dad Betäubungsmittel- und das Dienstrecht. Aktuell ist THC durch beides verboten. Ändert sich die Rechtslage und der Konsum wird strafrechtlich freigestellt, ändert sich dadurch noch nicht automatisch das dienstrechtliche Verbot.
Wird auch dieses Verbot aufgehoben, ist es auch im Dienst erlaubt.

Noch vor Kurzem war man eher restriktiv bei Waffen und THC.
« Letzte Änderung: 06. Februar 2018, 23:02:56 von wolverine »
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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #13 am: 06. Februar 2018, 23:20:04 »

Ein Blick nach Amerika zeigt, wie es sein könnte. In den Staaten Colorado und Washington wurde Cannabis legalisiert. Den in diesen Staaten staionierten Soldaten ist es trotzdem verboten Cannabis zu konsumieren.
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Antw:Cannabis nach evt. Legalisierung in der Bundeswehr
« Antwort #14 am: 06. Februar 2018, 23:37:14 »


Wenn Cannabis in der BRD legalisiert wird, in welcher Form auch immer, gilt das dann auch für Soldaten?



Diese Diskussion ist überflüssig, denn Cannabis ist bereits seit 1994 quasi legalisiert, solange nur gelegentlich geringe Mengen konsumiert werden.

Mit dem "Cannabis-Beschluss" BVerfGE 90, 145 hat das Bundesverfassungsgericht u.a. entschieden:

Ein verfassungsmäßiges „Recht auf Rausch“ gibt es nicht.

Soweit die Strafgesetze ein Verhalten mit Strafe bedrohen, das ausschließlich den gelegentlichen Eigenverbrauch geringer Mengen von Cannabisprodukten vorbereitet, verstoßen sie deshalb nicht gegen das Übermaßverbot, weil sie ermöglichen, durch das Absehen von Strafe (§ 29 Abs. 5 BtMG) oder Strafverfolgung (§§ 153 ff StPO, § 31a BtMG) einer geringen Schuld Rechnung zu tragen. In diesen Fällen ist von der Verfolgung der Straftaten grundsätzlich abzusehen.

Der Gleichheitssatz gebietet nicht, alle potentiell gleich schädlichen Drogen gleichermaßen zu verbieten oder zuzulassen.

In allen Fällen dominiert eine Verwendung des Alkohols, die nicht zu Rauschzuständen führt; seine berauschende Wirkung ist allgemein bekannt und wird durch soziale Kontrolle überwiegend vermieden.

Der Gesetzgeber konnte ohne Verfassungsverstoß den Umgang mit Cannabisprodukten einerseits, mit Alkohol oder Nikotin andererseits unterschiedlich regeln.


Schon damals hätte also die Bw die Möglichkeit gehabt, den "BTM-Erlass" anzupassen und zumindest den "gelegentlichen Konsum geringer Mengen Cannabis" vom generellen Verbot des Konsums auch außerhalb des Dienstes auszuklammern.

Dies hat man aber bewusst nicht getan, weil

Der BTM-Erlass der Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Streitkräfte dient, indem er Soldaten Verhaltensweisen untersagt, die ihre jederzeitige Einsatzfähigkeit gefährden.

Weil dem Gesetzgeber durch das BVerfGE eine Unterscheidung zw. BTM und Alkohol, Nikotin erlaubt wurde. Und Cannabis würde auch bei einer völligen Legalisierung ein BTM bleiben... nur eben kein illegales mehr.

Dies sagt das BVerwG zum Thema:

"Unabhängig von der Frage nach konkreten gesundheitlichen Auswirkungen stellt bereits der einmalige Genuss eines Cannabisproduktes eine Verletzung der Kernpflicht zum treuen Dienen dar (Urteile vom 13. Dezember 1990 - 2 WD 25.90 - BVerwGE 93, 3 <6> und vom 10. August 1994 - BVerwG 2 WD 24.94 - BVerwGE 103, 148 <152> m.w.N. sowie vom 28. Juni 2012 - BVerwG 2 WD 34.10 juris Rn. 92). Denn die Einsatzbereitschaft des Soldaten wird auf jeden Fall in Frage gestellt, und zwar nicht nur während der Wirkung des einzelnen Rausches, da ein Soldat auch außerhalb der Dienststunden jederzeit mit seinem Einsatz rechnen muss, sondern auch deshalb, weil der Konsum der Cannabis-Droge wegen seiner nicht vorhersehbaren und damit nicht berechenbaren Auswirkungen anders und schwerer zu bewerten ist als beispielsweise ein Rausch, der auf den übermäßigen Konsum von Alkohol zurückzuführen ist."

Und an dieser Bewertung der Wirkung der Droge... in der möglichen Wirkung auf den Dienst... würde die Legalisierung ebenfalls nichts ändern.
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