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Autor Thema: Rüstungsreport  (Gelesen 1333 mal)

Andi

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Antw:Rüstungsreport
« Antwort #15 am: 28. Februar 2018, 12:11:49 »

Die Masse der Rahmenbedingungen, die sich auf unsere Einsatzbereitschaft beziehen sind doch  "selbstgemachtes Leid"

Absolut. Das ist das Ergebnis der politisch gewollten Unterfinanzierung der Bundeswehr, die sich eben insbesondere in Ersatzteilversorgung und Übungstätigkeit niederschlägt. Ist eine reine Frage des Haushalts und somit eine, die dem Bundestag gestellt werden muss. Und dem Verteidigungsminister/der Verteidigungsministerin muss dahingehend die Frage gestallt werden wann er/sie denn mal nachrücklich auf die Notwendigkeit von Übungstätigkeit und Übungsfähigkeit (was materialle Verfügbarkeit voraussetzt) hingewiesen hat.

Gruß Andi
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MMG

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Antw:Rüstungsreport
« Antwort #16 am: 28. Februar 2018, 12:15:01 »

@KlausP:

Die Bundeswehr hatte früher Material Langzeitgelagert im Depot, u.a. auch Großgerät.
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KlausP

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Antw:Rüstungsreport
« Antwort #17 am: 28. Februar 2018, 12:26:15 »

@KlausP:

Die Bundeswehr hatte früher Material Langzeitgelagert im Depot, u.a. auch Großgerät.

Das weiß ich. Das war aber Material für Mob-Verbände.
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tank1911

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Antw:Rüstungsreport
« Antwort #18 am: 28. Februar 2018, 12:33:35 »

Der Haushalt alleine ist m.M.n. nur ein Kriterium.

Ohne da aufgrund der Öffentlichkeit näher drauf einzugehen, muss man sich die Bereiche Ersatzteilbeschaffung, Wartungsintervalle, mil Instandsetzung / Ausbildung und Qualitätsmanagement ziv Inst mal anschauen...da liegen mindestens 75% der Ursachen.

Ursachenforschung und -Bekämpfung...wir haben ein Verwaltungsproblem. Hier muss optimiert werden. Bürokratie abbauen, ja vllt. sogar den Einfluss gewisser Rahmenbedingungen auf die SK beschränken (Ausschreibungsverfahren z.B.) und vor allem mal Phase IV des Führungsprozesses zweckmäßig in die Realität umsetzen und den Playern mil/ziv auf die Finger schauen...
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miguhamburg1

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Antw:Rüstungsreport
« Antwort #19 am: 28. Februar 2018, 12:36:50 »

Ich denke, es müssen die Zahlen einmal ins richtige Verhältnis gerückt werden, um dann auch zu richtigen(!) Schlussfolgerungen kommen zu können.

Um beim hier genannten Beispiel zu bleiben: Die Bundeswehr hat 121 Waffensysteme PzH 2000 im Bestand. Das heißt noch lange nicht, dass alle diese Waffensysteme auch im Bestand der Truppe sind. Abzuziehen sind nämlich noch die, die die Bundeswehr bei der Herstellerindustrie und in den eigenen WTD führt und die, die am AusbZ Steilfeuer im Bestand geführt haben. Also: Die Gleichung: 75 Systeme (im Bestand der Truppe), von denen knapp 60 Prozent einsatzbereit sind, stimmt somit. Denn nur um deren Einsatzbereitschaft geht es.

Und wenn, wie im Bataillon von KlausP, ein großer Teil der Hauptwaffensysteme in der Umrüstung ist, dann isr zwar dessen Bereitschaft zu Ausbildung und Einsatz nicht gegeben, aber das ist ja eine geplante Maßnahme, um die Kampfkraft dieses Verbandes zu erhöhen.

Man muss also schon die Waffensysteme betrachten, die im SollOrg-Bestand der Truppe sind und nicht die Gesamtzahlen dieser Waffensysteme für seine "Einsatzbereitschaftsbeurteilung" zugrundelegen, um hier nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen.



Trennung:

Dass der Truppenbestand gem. SollOrg und Ist deutlich zu niedrig ist und die vorhandenen Strukturen nicht zu 100 Prozent befüllt sind, ist so unstrittig wie skandalös. Dass der Zulauf des benötigten Großgeräts insgesamt viel zu langsam erfolgen wird, ist ebenfalls unstrittig und skandalös.

Allerdings sind hierfür weniger die Verteidigungsminister und ihr Unterbau im BMVg im Fokus, als die Mitglieder des Haushaltsausschusses des DBT. Denn die verhindern seit Jahrzehnten die auskömmliche Ausstattung der Bundeswehr mit HHM. Die Minister haben samt und sonders auf die Folgen dieses Kaputtsparens hingewiesen.

@ F_K (und andere). Die Landesverteidigung der Bundeswehr war IMMER Bündnisverteidigung. Die Bundeswehr hat also zu keiner Zeit ihres Bestehens die Landesverteidigung alleine stemmen müssen. Insofern ist dieser Beitrag vollkommen sachfremd. Und - MMG: Dieses langzeitgelagerte Großgerät gab es vor 1990 ebenfalls nicht, es wurde als erster Schritt der Reduzierung gebildet, indem Truppenteile außer Dienst gestellt wurden. Das waren die so genannten Aufwuchsbataillone. Die Umlaufreserve an gepanzerten Waffensystemen zu Zeiten des Kalten Krieges waren die Fahrzeuge, die in den Truppenschulen waren. Andere gab es da auch nicht.
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KlausP

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Antw:Rüstungsreport
« Antwort #20 am: 28. Februar 2018, 12:37:35 »

Zitat
... Und dem Verteidigungsminister/der Verteidigungsministerin muss dahingehend die Frage gestallt werden wann er/sie denn mal nachrücklich auf die Notwendigkeit von Übungstätigkeit und Übungsfähigkeit (was materialle Verfügbarkeit voraussetzt) hingewiesen hat. ...

Wozu das denn? Hauptsache Flachbildfernseher und Kühlschrank auf den nicht ausreichend vorhandenen Stuben in desolaten Liegenschaften, Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Familie ausdrücklich zuerst genannt) und SAZV. Mit dem anderen Quatsch kann sich doch keiner positiv-medial in Szene setzen.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass die BW ihre Dieselfahrzeuge verschrottet und durch umweltfreundliche Solar- und Windkraftfahrzeuge ersetzt. Wenn es nicht so traurig wäre könnte man ständig lachen.

Achtung! Mein Beitrag kann Spuren von Sarkasmus enthalten!
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F_K

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Antw:Rüstungsreport
« Antwort #21 am: 28. Februar 2018, 12:48:13 »

@ Migu:

"Wir" (die Bundeswehr) sind von einer Stärke (im Verteidigungsfall) von 1,4 Mio. Soldaten (mit Gerät) auf 170.000 Soldaten "abgeschmolzen (also weniger als ein Sechstel).

Diese 170.000 Soldaten haben aber trotzdem kein einsatzfähiges Gerät, sondern eine Verfügbarkeit von um die 50%.

Wenn nur ein EINZIGES Btl als Gefechtsverband irgentwo "hin soll", muss man sich Gerät "zusammenklauben".
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KlausP

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Antw:Rüstungsreport
« Antwort #22 am: 28. Februar 2018, 13:07:45 »

Zitat
... Und wenn, wie im Bataillon von KlausP, ein großer Teil der Hauptwaffensysteme in der Umrüstung ist, dann isr zwar dessen Bereitschaft zu Ausbildung und Einsatz nicht gegeben, aber das ist ja eine geplante Maßnahme ...

Trotzdem ist es für mich unverständlich, dass man dem Batailon dann kein anderes Großgerät zuteilt. Der Kommandeur hat auf dem gemeinsamen Neujahrsempfang von Stadt und Bataillon die Aufträge so dargelegt:

- 2. Kp in 30-Tage-Verlegebereitschaft für Afghanistan
- 3. Kp ab März mit knapp 70 Mann nach Afghanistan
- 4. Kp mit 150 Mann zur "NATO Speerspitze"

Und das mit 10 (!!) SPz für Ausbildung und Inübunghaltung ...
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Andi

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Antw:Rüstungsreport
« Antwort #23 am: 28. Februar 2018, 13:21:19 »

Ich bezweifle ernsthaft, dass migu auf solche Binsen hingewiesen werden muss.
Die Unterfinanzierung haben wir seit 25 Jahren, die Mangelausstattung seit wir anderen Nato-Staaten die funktionierenden Waffensysteme geschenkt und den Schrott behalten haben (hier insbesondere Leopard 2) und die mittlerweile hauptsächlich zivil vergebene Instandsetzung funktioniert nicht nur größtenteils nicht - auch im Einsatzland - sie führt vielmehr dazu, dass die Bundeswehr insgesamt bestimmte Fähigkeiten der Instandsetzung und Instandhaltung schlicht verloren hat.
Kurz gesagt: Die Bundeswehr kann nur noch die Bell und die Transall mit eigenem Personal warten. Alles andere ist nur in Zusammenarbeit mit der Industrie möglich, die regelmäßig nicht das an Dienstleistung und Material liefert, was sie muss.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass die BW ihre Dieselfahrzeuge verschrottet und durch umweltfreundliche Solar- und Windkraftfahrzeuge ersetzt. Wenn es nicht so traurig wäre könnte man ständig lachen.

Du wirst lachen, wenn du erfährst, dass die Bundeswehr mittlerweile über eine geringe Flotte an Elektro-Fahrzeugen verfügt, welche - wie im zivilen - ein "E" am Ende ihres Y-Kennzeichens haben.
Ich frage mich dabei ernsthaft, wie weit man sich im Logistikkommando eigentlich von taktischen Grundsätzten einsatzbereiter Streitkräfte entfernt hat, dass man für jeden offensichtlich die Antriebsart eines Bundeswehrfahrzeugs auf das Kennzeichen schreibt...

Gruß Andi
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miguhamburg1

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Antw:Rüstungsreport
« Antwort #24 am: 28. Februar 2018, 23:07:08 »

Mich muss niemand überzeugen, dass die Lage der Bundeswehr desolat ist. Insofern möchte ich auf die Eingangsbemerkungen meiner letzten Zuschrift hinweisen: "Es ist unstrittig ..."

Ich habe mir lediglich erlaubt, dass es einfach sinnbefreit ist, die Verantwortung für diese materielle, personelle und infrastrukturelle Lage der Ministerin und der politisch/militärischen Leitung oder den Abteilungen des BMVg zuzuweisen. Denn bei aller sachlich gebotenen Kritik, die man an ihrer Amtsführung und vieler ihrer Entscheidungen ja berechtigterweise üben kann, ist sie die Ministerin, die erstmals nach permanentem Abbau wieder aufbaut und erstmals seit über 20 Jahren wieder für mehr Geld im Verteidigungshaushalt gesorgt hat.

Die Verantwortung für die gegenwärtige personelle, materielle und infrastrukturelle Misere tragen unsere Bundespolitiker insgesamt und im Schwerpunkt die Verteidigungs- und Haushaltspolitiker der letzten sechs bis sieben Legislaturperioden, angefangen von BM Volker Rühe, CDU, der den ersten Kahlschlag der Bundeswehr zu verantworten hat!

Eine Bemerkung zu KlausP: Ich blicke nun auf eine fast vierzigjährige Dienstzeit in unseren Streitkröften zurück. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen versichern, dass selbst in Zeiten des Kalten Krieges Kampfwertsteigerungen am Großgerät in der Truppe nicht durch Matausgleich kompensiert wurden. Die Waffensysteme fehlten entweder, weil sie an die DepInst oder die Herstellerindustrie abgesteuert wurden oder sie waren stillgelegt, weil Komponenten ausgebaut wurden. Ich selbst habe das als junger Truppenoffizier und Zugfpührer beim SPz Marder erlebt, die für die Umrüstung teils über Monate abgesteuert wurden oder mit gezogenem Turm unter Schleppdächern standen und ebenfalls nicht für den Ausbildungs- und Übungsbetrieb zur Verfügung standen. Ich habe auch einen Truppenübungsplatzaufenthalt mit Gefechtsschießen erlebt, für das für das gesamte Bataillon 10 SPz zur Verfügung standen. Also, das ist alles mehr as ärgerlich, ist aber keine aktuelle Erscheinung.

Eine Bemerkung noch zum Thema "Flachbildschirme" etc., was ja gerne angeführt wird, um die vermeintliche Blödheit unserer Ministerin zu unterstreichen: Selbst wenn es gewollt gewesen wäre, hätten die fehlenden Waffensysteme für das Geld, das die Unterkunftsgestaltung kostet, weder in hinlänglichem Umfang beschafft werden können, nöch würde es von heute auf Morgen zur Verfügung stehen. Und im Übrigen bringt doch diese Diskussion wenig, denn insgesamt kann sich doch die Bundeswehr nicht davor verschließen, auch im Unterkunftsbereich und bei der gestaltung des Dienstes gesellschaftliche Veränderungen anzunehmen und umzusetzen. Dass man dabei auch des Guten Zuviel machen kann, ist ja auch unstrittig. Ich halte diese Vorwürfe allerdings für wenig stichhaltig.
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