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Autor Thema: Erfahrungsbericht ACFüKrBw Köln 2018  (Gelesen 1559 mal)

Philipp M

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Erfahrungsbericht ACFüKrBw Köln 2018
« am: 12. März 2018, 12:20:32 »

Es gibt bereits einige  Erfahrungsberichte hier, wollte aber doch mal meinen Senf dazu geben und hoffe einigen künftigen Offizieren die Panik vor dem Auswahlverfahren zu nehmen.

Im Internet findet man viele Videos und Artikel die einem erzählen wie man sich auf die 2 Prüftage in Köln vorzubereiten hat. Oft sind diese aber, zumindest waren sie's für mich, etwas beunruhigend. http://bundeswehreinstellungstest-karriere.de/ kann ich empfehlen sich einfach mal durchzulesen, vielleicht auch auf dem Weg nach Köln, für mich waren das nämlich 9+ Stunden Zugfahrt von Rügen bis Köln Hbf. Der Ersteller der Seite hat neben seiner Webpage auch noch ein Buch geschrieben und ein Interview auf YouTube gemacht. Dort sagt er zum Beispiel, dass es fast zwingend ist einen Anzug zum Bewerbungsgespräch zu haben. Ich selbst besaß am Tag vor der Abreise noch nicht einmal ein Hemd oder irgendein Oberteil mit Kragen und habe mich deswegen total fertig gemacht aber keine Sorge falls es euch auch so geht wie ich: 1. Auf dem Zettel für die Anreise gibt es eine Route die euch per U-Bahn zunächst nach Neumarkt bringt wo ihr unweigerlich umsteigen müsst, da kann man auch nochmal 100m nach Norden latschen und sich bei Primark was nettes holen, ich hasse Hemden und habe mir so T-Shirts mit Kragen und Kästchen-Muster geholt, H&M is auch noch in der Nähe also alles easy 2. Meine Mitbewerber trugen von Anzug mit einfachem Pulli alles, obwohl es angebracht ist dort nicht mit 'nem knallbunten T-Shirt oder Kaputzenpulli anzukommen haben am Ende des ersten Prüftages die Ergebnisse, wer bleiben konnte und wer gehen musste, gezeigt dass die Kleidung keinen Einfluss auf eure Bewertung hat.

Für die die ebenfalls am Arsch der Welt wohnen
Ich hatte wie schon gesagt eine Anreisedauer von über 9 Stunden per ICE und da mein frühester Zug 8 Uhr gefahren wäre, wär ich in keinem Fall pünktlich am Anreisetag angekommen. Aber no problemo, einfach in der Kaserne anrufen und Bescheid sagen, dann könnt ihr auch noch einen Tag früher anreisen. Ich bin in meinem Fall 10Uhr mit dem ICE los, war dann so 19:30 in Köln Hbf (Verspätung hatte ich auch), bin dann wie gesagt noch zu Primarkt und kam dann so 20:40 in der Mudra-Kaserne an, es war Februar und stockdunkel, der Radweg den ihr begehen müsst ist nicht beleuchtet und ich war super erleichtert als im Licht meiner Handy-Taschenlampe das Schild "Mudra Kaserne links" aufleuchtete. Wenn ihr euch dort meldet, dass ihr früher anreist wird an der Wache einer auf euch warten. War'n netter Kerl, hatte einen Zettel parat auf dem ich noch unterschreiben musste und dann bekam ich Schlüssel, Zimmernummer und eine Wegbeschreibung nach "links, rechts und dann rechts". Lief alles super Räume im zweistelligen Bereich liegen unten und die dreistelligen im 1. Obergeschoss.
Hab meine Sachen in den Spint geräumt, im Zimmer auf dem Tischchen lag Handtuch, Bettzeug und Schloss für den Schrank, hab's Bett bezogen, Handy zum laden angesteckt (2 Steckdosen sind in einer Bude; eine an der Fensterwand und eine neben dem Waschbecken. Bei lag auch noch ein Zettel mit grober Hausordnung und dem Mut-machenden Sätzen dass das folgende Programm eine Bestenauswahl darstellt und man sich schon mal eine Alternative bereitlegen sollte :D Bettruhe is 23 Uhr und sonst stand da nix drauf was euch nicht später noch erzählt wird. Nun Zimmer am besten abschließen und schlafen; ich wusste nicht auf was ich den Wecker stellen sollte, zum einen bin ich kein Frühaufsteher zum anderen wollte ich nicht in Boxershorts dastehen wenn jemand reinkommt um nach mir zu sehen, stellt ihn am Besten auf um 8 oder so, ihr werdet um 5 eh wach durch den Lärm des Prüfdurchganges vor euch, war zumindest bei mir der Fall. kurz vor 9 kam dann der zweite Bewerber meines Durchgangs der zufälligerweise in mein Zimmer kam, echt netter Kerl (Grüße gehen raus wenn du das ließt, Dennis!). Aber auch er war damit viel zu früh und wir haben im Grunde dann 4 Stunden mit reinem Warten verbracht bis dann noch'n paar mehr kamen und wir uns in den Warteraum setzten und quasi jeden anderen willkommen hießen. Kommt am besten etwas früher als auf dem Zettel, ihr müsst ja auch noch ein bisschen euer Zimmer einräumen und eure Raumkollegen kennenlernen; wir waren dann schließlich zu dritt, auch mein zweiter Mitbewohner war ein echt netter Zeitgenosse, spätestens ab dem Abend des ersten Prüftages verstanden wir uns prächtig und haben bis spät gelabert.
Im Anschluss gingen wir alle rüber um'n Einweisungsvortrag zu hören, der diesmal tatsächlich einem etwas die Aufregung nahm. Man lernt dann auch die ersten möglichen Prüfoffiziere kennen sowie den PvD (Personalleiter vom Dienst), er erschien zunächst sehr streng war dann aber auch ein netter und lustiger Typ eigentlich. Außerdem macht ihr einen kleinen Bogen über eure Persönlichkeit, da gebt ihr Hobbys, Lernmethoden, Stärken, Schwächen und eure Motivation zur Bundeswehr zu gehen an, sowie einiger anderer Dinge. Anwortet dort wahrheitsgemäß, ihr werdet huntertpro im Interview auf einige Angaben angesprochen. (Ich habe gesagt dass ich viel Wissen aus YouTube ziehe, dementsprechend musste ich im Interview erzählen was ich mir auf YouTube so angucke, oder ich hab Höflichkeit als Stärke angegeben, dafür musste ich mich auch rechtfertigen :D also keine Sorge, ihr könnt da Bullshit hinschreiben, müsst diesen dann im Interview nur gut verpacken ^^) Am Abend des Anreisetags bekommt ihr kein Gratisessen, also etwas Geld mitnehmen. Im "Griechen" könnt ihr dann etwas leckeres Essen und euch mit den Betreuungsoffizieren unterhalten. Currywurst, Jägerschnitzel und sowas gibts dort, alles nix besonderes aber lecker. Die Betreuungsoffiziere sind Truppenoffiziere die entweder freiwillig oder weil aus deren Truppe niemand anderes wollte da sind um euch im Grunde moralisch beizustehen, ihr könnt sie alles fragen, da sie nicht zum Prüfteam gehören, nicht schüchtern sein, die sind auch nur aus Spaß da.
Nach dem Vortag hattet ihr einen Laufzettel erhalten den ihr vom nächsten Morgen an stets bei euch haben müsst, da wird drauf abgehakt an welchen Stationen ihr schon wart.

1. Prüftag
5:45 is Frühstück also steht so 5:15 auf und duscht am Vortag um hier Zeit zu sparen.
Die Reihenfolge der Stationen varriiert aber für alle geht's glaub ich mit dem Deutschtest los, ihr müsst zwei Worte vergleichen, ich hatte "Entdeckung und Erfindung", ich bin echt nicht gut in Deutsch aber nach dem Interview wurde mir gesagt "Ihr Deutschtest war voller Fehler... aber trotzdem überdurchschnittlich", ist also machbar. Selbiges gilt für den Mathetest, Mechaniktest etc.
Im Anschluss war ich beim Arzt, dort seit ihr eigentlich immer wenn ihr Zeit habt, bis ihr durch seit oder zur nächsten Station geholt werdet. Danach kam mein GruppenSituationsVerfahren. Keine Sorge wenn ihr etwas schüchtern seid, ich hab auch das Selbstbewusstsein eines Einsiedlerkrebses, ist nichts schlimmer, zudem seid ihr ja nicht allein vor den Offizieren, noch nicht! ;) Zwei Situationen über deren Lösung ihr diskutieren müsst und danach ein Vortrag indem ihr vor eine Wahl von zwei Möglichkeiten für ein ausgedachtes Problem gestellt werdet und eure Entscheidung begründen müsst. Da war ich echt mies, mein Vortrag war super kurz und ich hab mich mehrmals versprochen aber von uns 3en im GSV, kam die die ich während des Vortrages am Besten von uns hielt als einzige nicht weiter.
Achja, wenn ihr einen bayrischen Dialekt habt, lasst den blos weg, ich weis nicht ob das wirklich ein Durchfallgrund für das Mädchen auf Unterfranken war, aber sprecht sicherheitshalber Hochdeutsch, die Prüfoffiziere müssen euch ja auch verstehen.
Der Computer Assisted Test, kurz CAT, enthält aufgaben wie ihr sie auch der Bundeswehrseite in kleinem Maße üben könnt, es kommen natürlich nicht 1:1 die selben aber gleiche Typen von gleicher Schwierigkeit.
Im PMO müsst ihr Aussagen über eure Lern-, Arbeitsweise, Alkohol- und Drogenkonsum, die Haltung zu Ausländern und weitere Sachen machen, eine Angabe die ich noch weis ist "Mit einer Waffe fühle ich mich stark", mit "vollkommen" bis "gar nicht" beantworten müsst. Auch auf die Antworten hier werdet ihr wahrscheinlich im Interview angesprochen und antwortet ehrlich; wenn ihr euch selbst widersprecht ist das ein bisschen verdächtig ;)
Das Interview ist wahrscheinlich das wovor jeder die meiste Angst hat, dort werden euch von 2 Prüfpersonen Fragen gestellt, entweder Offiziere oder Psychologen; deren Konstellation kann variieren. Bei mir waren es 2 Offiziere und eine Psychologin weil da noch ein Offizier dabei war, der neu war und sich hier quasi beweisen sollte, ein netter Typ, der andere Offizier schaute stets genervt drein, was nicht gerade Mut machte, aber die Psychologin lächte stets. Im Interview werden bereits gegebene Angaben von euch nocheinmal nachgeprüft, neue Fragen gestellt die euren Charakter abrunden sollen und es wird geprüft ob ihr euch auf das Interview vorbereitet habt. Am besten binge-watcht ihr die Serie "Mali" in der Woche vor dem Prüfungsverfahren, ich hab's getan und konnte bei der Frage nach Auslandseinsätzen der Bundeswehr gut was über OP MINUSMA erzählen. Ihr werdet wohlmöglich nach eurem Freundeskreis gefragt, wie ihr zum töten steht, was ich macht wenn ein Kamerad vor euren Augen stirbt, wie ihr mit dem Risiko umgeht nicht mehr aus einem Einsatz zurückzukehren, oder was ihr tut wenn jemand mit einem niedrigerem Rang sich eurem Befehl widersetzt. Vorallem bei diesen Fragen, die dazu gemacht sind euch unsicher zu machen habe ich dummes Zeug erzählt, aber auch wenn meine Ergebnisse im Interview nicht so toll waren, kam ich durch und durfte bleiben. Diesmal gab's abends auch kostenlos Essen, nudeln. Wenn euch nicht genau klar ist was ihr bei der Bundeswehr machen wollt, ist das auch nicht schlimm, ich hatte am Ende des ersten Prüftages dem PvD noch gesagt, dass ich vllt gern in die Flugsicherung gehen würde und ich davon in meiner Bewerbungsmappe gesagt hatte, wurde ich dann einfach noch in den dazu nötigen Fliegertest für den Folgetag eingetragen. Ihr bekommt am Abend auch noch einen Vortrag über die Studiumsmöglichkeiten wo euch die großen Bewerberzahlen und geringe Anzahl an Studiumsplätzen gezeigt werden.

Am nächsten und letzten Tag dann noch der Mechanik-Test. Der war eigentlich super einfach, nur waren einige Bilder einfach mit MS Paint hingekritzelt, das war n bisschen lächerlich aber naja. Dann Sporttest, auch nix besonderes, ich als absoluter Lauch hatte auch keine großen Probleme ihn zu bestehen, nur die „Fahrt“ auf dem Ergometer hat's mir ganz schön gegeben. Aber geschafft ist geschafft. Das finale Stück war dann noch der Einplaner, da müsst ihr zuerst n paar Dokumente ausfüllen und dann wird euch in 'nem persönlichen Gespräch noch gesagt, was ihr mit euren erreichten Ergebnissen, machen könnt (Studium und Verwendung) und wenn's richtig gut aussieht bekommt ihr sogar eine Sofortzusage. Wenn dann nicht noch was mit der Sicherheitsüberprüfung nicht stimmte, wie bei mir, seid ihr auch schon fertig und könnt glücklich nach Hause zurückkehren. :)
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Piry192

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Antw:Erfahrungsbericht ACFüKrBw Köln 2018
« Antwort #1 am: 08. Juli 2018, 22:15:05 »

Danke, für dein Bericht.

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JR1Super

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Antw:Erfahrungsbericht ACFüKrBw Köln 2018
« Antwort #2 am: 16. Juli 2018, 10:38:31 »

Cool, danke für den Einblick in das Auswahlverfahren für Offiziere!
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