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Autor Thema: Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!  (Gelesen 1973 mal)

miguhamburg1

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #30 am: 12. Juli 2018, 16:00:07 »

@ doc und andere Wehrpflicht-Enthusiasten.

Die Politik gibt den Rahmen vor, wie die Sicherheitspolitik mit der Bundeswehr umgesetzt werden soll. Und zwar de facto, indem die Abgeordneten die Höhe der HH-Mittel im Einzelplan 14 festlegen. Inwiefern das dann der tatsächlichen potenziellen Bedrohung und dem politisch gewünschten Auftragsumfang der Bundeswehr angemessen ist, steht dann auf einem anderen Blatt. Fakt ist also, dass sich die Verteidigungsminister danach auszurichten haben - und so folgt dann nach Auswertung des politischen Auftrags eine Lagebeurteilung der dafür zuständigen Inspekteure/Befehlshaber mit ihren Stäben, was mit diesen zur Verfügung stehenden Mitteln realisiert werden kann und in welcher Struktur das dann möglich ist. Das alles wird in der Leitung des BMVg zusammengetragen und letztlich von den Ministern entschieden, was dann hniterher umzusetzen ist.

Heißt also, dass die Strukturen der Bundeswehr (wie viel voll/teils aufgestellte Divisionen/Brigaden/Flotillen/Geschwader/Regimenter und sonstige Truppenteile, Kommandobehörden, Dienststellen) den finanziellen Gegebenheiten angepasst werden und nicht umgekehrt.Genauso verhält es sich mit der Beschaffung, Verteilung und Nutzung von Waffensystemen, Ausrüstung, Munitin etc.

Doch, @doc. Ihre Frage ist falsch: Weil das Grundgesetz nirgendwo vorgibt, dass die Bundeswehr allein Deutschland verteidigen müsste! Insofern ist Ihr Ansatz falsch und damit die Frage auch. Der Grundgesetzauftrag Verteidigung (und zwar im Rahmen des NATO-Bündnisses) geriet nirgendwo aus dem Auge. Schauen Sie in die Konzeption der Bundeswehr von 2010. Dort wurde nur nach einer Bedrohungsanalyse festgestellt, dass Verteidigung die wenigst wahrscheinliche Auftragsoption der Bundeswehr wäre und eine Vorbereitung dazu in fünf Jahren ausreichend erfolgen könne. Womit dann die Einsatzoptionen als Auftrag Vorrang erhielten und die Bundeswehr dafür eingesetzt wurde.
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KlausP

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #31 am: 12. Juli 2018, 17:10:02 »

Ich hab jetzt mal nach dem Begriff "Landesregimenter" im Netz gesuch. Und was kam raus? Wie ich mir dachte: ein neuer (in meinen Augen) Gehirnfurz der obersten Führung des Reservistenvereins, um dessen Daseinsberechtigung nachzuweisen. Nur mal die dabei von mir gefundenen "Schlagzeilen":

- Reservistenverband: Forderung nach nationaler „Reserve-Armee“ - FAZ
- Organisiert in "Landesregimentern" Für "Nationale Reserve": Reservisten wollen 30.000 Frauen und Männer verpflichten - Focus
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miguhamburg1

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #32 am: 12. Juli 2018, 18:10:08 »

Lieber KlausP, irgendwie muss das Heer der 3-S-Reservisten in den örtlichen Kamaeradschaften ja noch auf Bundeskosten beschäftigt werden ...
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KlausP

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #33 am: 12. Juli 2018, 18:29:07 »

Man bekommt noch nicht mal die RSU-Kompanien voll, fabuliert aber von fordert (!!) aber ganze Regimenter. Manchmal kann man nur mit dem Kopf schütteln bei solchen kruden Ideen.
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ulli76

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #34 am: 12. Juli 2018, 19:01:47 »

Das mit der Sicherungskompanie (-zug?), die der Reservistenverband für einen Einsatz (ich glaub KFOR) organisieren wollte, war doch auch so nen Reinfall.
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F_K

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #35 am: 12. Juli 2018, 19:05:16 »

NW hat ja nur 3 RSU Kp - noch nicht voll belegt.
Selbst wenn man eine 4te Kp aufstellt, ergibt dies ja maximal ein Btl.
(Wobei ja kein Gefecht geführt wird, die Führungsebene also überflüssig ist).

Bis auf BY haben alle Bundesländer weniger Kp - und die Anzahl der Mannschaften für die DRM zeigt ja wie schmall die Leistungsspitze ist.

@ Ulli: war ein Sich Zg- der ZgFhr nur bis OLt dotiert ...)
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miguhamburg1

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #36 am: 12. Juli 2018, 19:43:56 »

Wir sind damit doch wieder bei diesem schon diversemale durchgekauten Thema "RSU-Kompanien".

Ich frage mich wirklich, wann langsam mal unseren Verteidigungspolitikern im Bundestag der kragen platzt mit diesen sinnbefreiten "Forderungen" und "Vorschlägen" des Reservistenverbandes, damit der zulasten der aktiven Truppe sein Image aufpolieren kann.
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KlausP

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #37 am: 12. Juli 2018, 19:47:27 »

So lange der Präsident selber im Bundestag sitzt wird das wohl nicht passieren.  ;)
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F_K

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #38 am: 12. Juli 2018, 19:49:09 »

... und das ist Bestandteil der Satzung.

Primat der Politik und so - muss auch Migu akzeptieren.
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doc.

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #39 am: 12. Juli 2018, 19:49:40 »

@miguhamburg1, vielen Dank für den Verweis auf die KdB - legt man die Annahmen zugrunde (10000 durchhaltefähig im Einsatz, LV als BV da Angriffe auf Bundesgebiet unwahrscheinlich), dann stellt sich der Verzicht auf die Wehrpflicht tatsächlich schlüssig dar.



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FoxtrotUniform

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #40 am: 12. Juli 2018, 20:02:14 »

Ohne mich in die Diskussion reinhängen zu wollen (auch wegen intensiver Beteiligung an der Erstellung von Grundsatzdokumenten), aber die Konzeptionen wenden sich allmählich vom Schwerpunkt multinationale Einsätze zu der Ausrichtung auf LV/BV.

Unsere Intensiv-Reservedienstleistenden stoßen mir ohnehin unangenehm auf, was sich allmählich auch bei anderen Vertretern meiner Ebene und darüber abzeichnet.
Hierbei sind explizit nicht (!) der urlaubsvertretende Spieß a.D. oder der 3 Wochen übende ehemalige SaZ oder GWDL gemeint.
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F_K

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #41 am: 12. Juli 2018, 20:22:22 »

@ FU:

Gründe?

Meiner Erkenntnis nach gibt es dort viele, die Lücken füllen, die die aktive Truppe NICHT füllen kann.
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miguhamburg1

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #42 am: 12. Juli 2018, 20:32:58 »

F_K, wo habe ich am Primat der Politik gezweifelt? - Ich habe die Politik doch explizit erwähnt?

Dennoch habe ich überhaupt kein Verständnis, dass diese 3-S-Truppe nun auch noch meint, ganze Regimenter auffüllen zu wollen, obgleich sie ihre Spieltruppe RSU noch nicht einmal vollbekommen, obgleich sie mit massiver Unterstützungsarbeit durch Truppe und PresseInfo der Bundeswehr gepampert wurde/wird.
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FoxtrotUniform

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #43 am: 12. Juli 2018, 20:43:38 »

@ FU:

Gründe?

Meiner Erkenntnis nach gibt es dort viele, die Lücken füllen, die die aktive Truppe NICHT füllen kann.
-Überholtes Wissen
-Festhalten an revidierten Gepflogenheiten
-Direktes oder Indirektes Ausbremsen von jüngeren Offz und Uffz m.P.
-Bearbeitung von Vorgängen die nicht abgeschlossen und vernünftig übergeben werden können
-Austragen alter Grabenkriege (Erfahrungswert)
-Verzerrung der Beurteilung ob Aufträge mit der zugestandenen SollOrgPers bearbeitet werden können
-Interessenskonflikte durch Industrietätigkeit und Abschöpfen von Informationen
-Inanspruchnahme von Kapazitäten an Lehrinstitutionen, Ausbildungsvorhaben und anderer Kapazitäten (z.B. der Truppenärzte)
- ...

Bitte nicht falsch verstehen, es gibt hervorragende Reservisten - augenscheinlich auch in diesem Forum - aber die Erfahrung lehrt mich, dass besonders bei Denen die häufig üben (vorallem a.D.) das oben stehende zutrifft.
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Hochmut kommt vor dem Fall  ::)

miguhamburg1

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Antw:Militärexperte: Wehrpflicht muss kommen!
« Antwort #44 am: 12. Juli 2018, 21:14:52 »

Nun, lieber F-U, von welcher Ebene auch immer Sie sprechen, bleibt festzuhalten, dass die Masse der Langzeit-übenden Reservisten in den Truppenteilen auf Kompanie- und Bataillonsebene Langfristtvakanzen von Aktiven auf Spiegeldienstposten beordert sind und dort auch üben. Und von dieser Masse wiederum sind ehemalige BS der signifikant geringere Anteil. Bei denen sehe ich Ihre zuvor aufgeführten "Erkenntnisse" allenfalls am Rande als erfüllt - und in Bezug auf die Inanspruchnahme von Kapazitäten sind diese dann eben auch vergleichbar mit denen, die für aktive Dienstposteninhaber benötigt werden.

Gerade durch die Langzeit-Übenden soll ja eine Kontinuität bei der Bearbeitung von Vorgängen gewährleistet sein - eben weil nicht andauernd unvollendete Vorgänge übergeben werden müssen (zumal, wenn auch der Nachfolger Reservist ist und nicht vor dem Ende des vorab übenden Kameraden verfügbar ist.

Folgende Gefahren mögen "auf Ihrer Ebene" ja gesehen werden, de facto erscheint mir das jedoch eher Projektion der eigenen Vorbehalte, als tatsächlic deutlich erkennbar zu sein: Dass die SollOrgPers (bzw. dann ja wohl die tatsächliche Befüllung mit aktiven Soldaten(!) ) zu falschen Interpretationen auf der Leitungsebene führt, ist doch eine Binse. Es ist doch dort hinlänglich bekannt - und im Übrugen auch im KdR explizit beschrieben, dass Reservisten Lücken bei Aktiven füllen sollen. Sich darüber zu mokieren, erscheint mir wirklich vollkommen sinnbefreit. Welche jüngeren Offze/UffzmP werden denn durch langübende Res auf anderen Dienstposten in Bezug auf was ausgebremst? Wie kommen Sie darauf, dass regelmäßig übende Reservisten mit Masse(!) überholtes Wissen hätten und an revidierten Gepflogenhaeiten festhalten? Bleiben die (möglichen(!) Interessenkonflikte, wobei das grundsätzlich auch kürzere Reservedienstleistende betrifft. Meines Wissens nach gibt es allerdings auf den Einverständniserklärungen, die RDL abgeben müssen, eine entsprechende Frage, ob es Interessenkonflikte bei der RDL geben könne. Hier sehe ich dann auch die Vorgesetzten, die mit RDL zu tun haben, in der Pflicht, sich über die beruflichen Hintergründe ihrer Res zu erkundigen.
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