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Autor Thema: FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern  (Gelesen 5068 mal)

miguhamburg1

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #75 am: 09. August 2018, 17:49:08 »

Lieber LwPersFw,

dieser Passus über die EU-Bürger tauchte 2016 im Weißbuch auf und verschwand daraufhin wieder in der Versenkung. Und wenn ich hier schrieb, dass in der Bundeswehrführung der politische Wille, dies auch umzusetzen, nicht vorhanden ist und dass es auch keinerlei Prüfaufträge hierfür ins Haus gibt, dann tue ich dies aus meiner Kenntnis der Vorgänge heraus und nicht einfach so.
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LwPersFw

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #76 am: 11. August 2018, 11:33:19 »

Lieber miguhamburg1,

Sie schrieben

Zitat
Allerdings, es gibt keinen entsprechenden Prüfauftgrag und schon gar nicht gibt es einen politischen Willen, die Bundeswehr für ausländische Staatsangehörige zu öffnen, auch wenn Medien jedes  Sommerloch diesen Quatsch herausholen.

Damit suggerierten Sie, dass sich die "Schreibende Zunft" wiedermal irgendeinen Quatsch aus den Fingern gesogen hat... nennt man heute ja wohl Fake News...  :D

Aber was im Weißbuch steht, sind weder Fake News, noch würde ich es aus Sicht der Bundesregierung als Quatsch bezeichnen.

Das es derzeit im BMVg (noch) keinen Auftrag zur Umsetzung gibt und auch die nun aktuelle Regierung diesen auch nicht so bald geben wird, ändert nichts daran, dass das Weißbuch politischen Willen äußert. Unabhängig davon, ob und wann dieser Wille umgesetzt wird.
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miguhamburg1

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #77 am: 14. August 2018, 10:32:36 »

Liebe LwPersFw,

Ihre Schlussfolgerung in allen Ehren ... Das Weißbuch ist zwei Jahre alt - da kann sich ein politischer Wille schon einmal verändern, ohne dass gleich ein neues Weißbuch herausgegeben wird ...
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LwPersFw

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #78 am: 21. August 2018, 10:06:19 »

Der WBdBT allgemein zur Bw und u.a. zum Thema EU-Ausländer ... Quelle : "Das Parlament" vom 20.08.2018

"Herr Bartels, die Bundeswehr will künftig um Schulabbrecher und EU-Ausländer werben. Ist die Personalsituation der Truppe so verzweifelt?

Die Personalsituation ist ohne Zweifel schwierig. Schon für ihre heutige Soll-Struktur hat die Bundeswehr zu wenig Personal, und sie soll ja auch noch ein bisschen größer werden, auf knapp 200.000 Soldatinnen und Soldaten wachsen. Angesichts der Tatsache, dass die Jahrgänge kleiner werden, die Wirtschaft händeringend Fachkräfte sucht und die Landespolizeien ihre Personalbestände ebenfalls erhöhen wollen, wird das selbst mit dem kleinen Aufwuchs also eine sportliche Aufgabe.

Wie viele Soldaten fehlen der Bundeswehr aktuell?

In meinem Jahresbericht für das vergangene Jahr steht die Zahl der unbesetzten Dienstposten für Unteroffiziere und Offiziere: Das sind 21.000. Viele hat das überrascht, aber dieses Problem gibt es schon länger, es ist ein strukturelles. Tatsächlich nützt es nichts, Soldaten formal auf Dienstposten zu setzen, wenn sie vorher erst noch ein Jahr ausgebildet werden müssen. Dann ist der Dienstposten zwar blockiert, aber eigentlich nicht besetzt. Man bräuchte stattdessen mehr sogenannte Schülerstellen.

In welchen Bereichen der Truppe ist der Personalmangel am größten?

Vor allem bei den Spezialisten. Dauerbrenner sind die Riesenlücken bei Rettungssanitätern, Kampfschwimmern oder Kampfmittelbeseitigern. Manche Probleme sind allerdings auch hausgemacht: Wenn man eine neue Verwendungsreihe wie zum Beispiel die Kampfretter der Luftwaffe schafft, dann stehen die bei der Personalgewinnung in Konkurrenz zu anderen infanteristischen Spezialverwendungen. Die Bundeswehr muss aufpassen, dass sie nicht zu viele zu spezielle Verwendungen ausplant, sonst wird sie am Ende in jeder einzelnen mit Personalmangel kämpfen. Besser wäre eine mehrrollenfähige Ausbildung in weniger Verwendungsreihen.

Wenn vor allem Spezialisten fehlen, wie soll dann das Werben um Nachwuchs selbst ohne Hauptschulabschluss helfen?

Das ist ja nichts Neues. Auch in den Zeiten der Wehrpflicht kamen junge Männer ohne Schulabschluss. Und wer sich als Zeitsoldat verpflichtete, konnte seinen Schulabschluss bei der Bundeswehr nachholen. So ist das auch heute. Hier geht es aber wohl auch nur um kleine Zahlen.

Wie groß ist die Chance, dass die Bundeswehr einen Soldaten zum Hauptschulabschluss führt, wenn er den in der Schulzeit nicht geschafft hat?

Groß. Ganz allgemein gilt: Die Bundeswehr ist eine wunderbar vielfältige Bildungseinrichtung. Es gibt keinen Arbeitgeber in Deutschland, der so viele unterschiedliche Ausbildungen anbietet, vom Führerschein bis zur Promotion in Raketenwissenschaft. Die Bundeswehr kann jedem ein Angebot machen, auch demjenigen, der erstmal die Schule ohne Abschluss verlassen hat.

Wenn die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr so gut sind, wie erklärt sich dann der Mangel an Nachwuchs? Ist das nur ein Vermittlungsproblem in der Öffentlichkeit?

Nein, das liegt in erster Linie am sturzgeburtartigen Wegfall der Wehrpflicht und am wachsenden Konkurrenzkampf mit zivilen Arbeitgebern bei gleichzeitig kleiner werdenden Jahrgängen.

Wäre also die Rückkehr zur Wehrpflicht eine Lösung? In der CDU ist darüber eine Diskussion entbrannt in Form einer allgemeinen Dienstpflicht.

Eine neue Wehrpflichtarmee müsste ganz anders strukturiert sein als die Bundeswehr von heute. Wenn man eine Sollstärke von 198.000 Soldaten anstrebt, was macht man dann mit 250.000 tauglich gemusterten kurz dienenden Wehrpflichtigen jedes Jahr? Die Idee eines Dienstes für die Gesellschaft ist zwar prinzipiell sympathisch, aber als Pflicht stößt sie verfassungsrechtlich an Grenzen. Bislang war ein Zwangsdienst ausschließlich zum Zweck der Verteidigung erlaubt. Der zivile Ersatzdienst wurde daraus abgeleitet. Praktikabel wäre heute allenfalls eine Auswahlwehrpflicht, wie sie bereits im Jahr 2000 von der Weizsäcker-Kommission vorgeschlagen wurde, und wie sie nun in Schweden eingeführt wird. Das heißt, jeder Wehrpflichtige wird gemustert und dann befragt, ob er den Wehrdienst leisten möchte. Von den Tauglichen und Willigen werden dann so viele gezogen, wie der Personalbedarf der Streitkräfte erfordert. Heute die alte allgemeine Wehrpflicht wieder zu reaktivieren, wäre enorm aufwändig! Dafür gibt es keine militärischen Strukturen mehr, keine Ausbilder, keine Ausrüstung und keine Unterkünfte. Mal ganz abgesehen von den veränderten Aufgaben.

Die Möglichkeit eines freiwilligen Wehrdienstes existiert ja in der Bundeswehr. Wäre durch eine solche Auswahlwehrpflicht eine höhere Rekrutierungsquote zu erwarten?

Im Prinzip, glaube ich, ja. Es macht einen Unterschied, ob man auf dem freien Markt werben und rekrutieren muss, oder ob ein ganzer Jahrgang von Wehrpflichtigen nach der Musterung vor die Entscheidung gestellt wird, ob man Dienst leisten will oder nicht. Aber das ist Theorie. Und ich empfehle das nicht für heute. Das Gebot der Stunde lautet, den Dienst in der Bundeswehr so attraktiv wie möglich zu machen, Stichworte: gute Ausrüstung, Vereinbarkeit von Dienst und Familie, Pendlerfreundlichkeit.

Und wie sieht es mit dem Dienst von EU-Ausländern in der Bundeswehr aus? Ist es nicht problematisch, ohne die entsprechende Staatsangehörigkeit in einer Armee zu dienen?

Rechtlich ist das kein großes Problem. Schon heute gibt es in 15 Landespolizeien und in der Bundespolizei die Möglichkeit für EU-Bürger, deutsche Beamte zu werden.
Das entspricht dem europäischen Geist und den europäischen Verträgen. Allerdings sollte man sich beim Militär in Europa nicht gegenseitig das Personal abspenstig machen, wenn etwa in einem anderen Land noch die Wehrpflicht besteht.


Wenn die Bundeswehr die avisierte Sollstärke nicht erreicht, wäre es dann nicht vernünftiger, sie zu reduzieren, um auch alle Dienstposten besetzen und die Truppe auch ausreichend finanzieren und ausrüsten zu können?

Personal und Material sollte man nicht gegeneinander ausspielen. Auch eine um sieben Prozent vergrößerte Truppe muss zu einhundert Prozent ausgerüstet sein. Mit der Verdopplung der Aufgaben seit 2014 kommt die Bundeswehr auf ihrem jetzigen Stand längst nicht mehr zurecht. Bis 1990 hieß die Aufgabe nur Landes- und Bündnisverteidigung. Nach 1990 gab es eigentlich nur noch Auslandseinsätze außerhalb des Bündnisgebietes, "out of area". Und seit 2014 soll die Bundeswehr nun diese beiden Aufgaben gleichzeitig leisten. Deshalb wird man um ein Auffüllen der hohlen Strukturen bei Personal und Material nicht herumkommen. Die Einsatzbereitschaft ist der Maßstab.

Die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr leidet stark unter der Beschaffung von Waffensystemen, die seit vielen Jahren verspätet und teurer als geplant geliefert werden und auch nicht immer den Anforderungen entsprechen. Lässt sich die Politik von der Rüstungsindustrie an der Nase herumführen?

Im Beschaffungswesen hat sich ein Absicherungsdenken entwickelt, das alles lähmt. Auch Einfaches wird kompliziert gemacht. Nichts geht schnell. Rüstung ist ein elementarer Bestandteil von Verteidigungspolitik. Wir brauchen in Deutschland und Europa eine funktionstüchtige wehrtechnische Basis. Und wir brauchen ein leistungsfähiges Beschaffungsmanagement. Es gab in der Vergangenheit schon den einen oder anderen Reformansatz, aber ich sehe noch keine wirkliche Verbesserung. Im Koalitionsvertrag hat man sich zu Vereinfachung und Beschleunigung bekannt, das muss jetzt operationalisiert werden. Wenn einhundert gebrauchte Kampfpanzer für die Bundeswehr nachgerüstet werden sollen, dann darf das nicht sieben Jahre dauern.

Man müsste es sich aber auch nicht gefallen lassen, wenn sich die Zulieferung wie im Fall des A400M verzögert, weil Airbus Mitarbeiter von dem Projekt abzog, um den A380 zu produzieren. Müssten in solchen Fällen dann nicht auch Konsequenzen gezogen werden?

Man hat sich sogar gefallen lassen, dass Airbus den ausgehandelten Vertrag Jahre später wieder aufgeschnürt und mehr Geld gefordert hat. Die Frage in einer solchen Situation heißt dann aber auch: Welche Alternativen gibt es? Will man stattdessen in den USA kaufen? Oder in der Ukraine? In Frankreich wurde übrigens der A400M deutlich früher geflogen als bei uns. Das liegt wohl auch an unterschiedlichen Abnahmeverfahren. Wenn man aber schon ein gemeinsames europäisches Rüstungsvorhaben auf den Weg bringt, sollte man sich auch auf ein gemeinsames Abnahmeverfahren einigen.

Deutschland hat sich in der Nato verpflichtet, zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung auszugeben. Dies würde derzeit Ausgaben von mehr als 65 Milliarden Euro bedeuten. Ist dies realistisch oder überhaupt notwendig?

Der Konsens in der Koalition, bis 2024 rund 1,5 Prozent zu erreichen, scheint mir realistisch. Damit können nach meiner Wahrnehmung viele Probleme der Bundeswehr gelöst werden. Dass man jetzt sehr schnell noch sehr viel mehr Geld ausgeben könnte, halte ich für unwahrscheinlich. Entscheidend ist ja nicht der gesamte Verteidigungsetat von derzeit 38,5 Milliarden Euro, sind nicht die fünf Milliarden für Pensionen oder die drei Milliarden für Mieten - die bleiben stabil, sondern entscheidend ist der militärische Beschaffungsanteil. Der liegt heute bei sechs Milliarden Euro und muss nun deutlich - vielleicht auf zehn, zwölf oder 14 Milliarden Euro - erhöht werden, um die Lücken bei Waffensystemen und moderner Ausrüstung zu schließen. Dafür braucht man dann eine entsprechend leistungsfähige Bürokratie, die Beschaffungsvorhaben in dieser Größenordnung auch bewältigen kann. Während des Kalten Krieges, etwa 1984, hatten wir eine BIP-Quote von 3,3 Prozent, derzeit liegen wir mit 1,2 Prozent bei ungefähr einem Drittel davon. Das ist definitiv zu wenig. Uns steht aber heute auch nicht mehr der Warschauer Pakt gegenüber. Für die militärischen Fähigkeiten, die Deutschland im Dezember 2017 der Nato für das kommende Jahrzehnt gemeldet hat, werden nun Verteidigungsausgaben in Höhe von mindestens 1,5 Prozent unseres BIP sicher dauerhaft benötigt.

Das Interview führte Alexander Weinlein."


Als Beispiel zur Aussage des WBdBT:

Land Berlin

Einstellungsvoraussetzungen

"In die Laufbahn des mittleren und gehobenen Dienstes der Schutz- bzw. Kriminalpolizei darf eingestellt werden, wer

+ Deutsche/r im Sinne des Artikel 116 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland
oder
+ Staatsangehörige/r eines Mitgliedslandes der Europäischen Union ist

(Für Angehörige anderer Nationalitäten gelten Sonderregelungen – bei Bedarf bitte erfragen.)"


Bundespolizei


"Du hast die deutsche oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit
Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind Werte, für die du jederzeit eintrittst"




« Letzte Änderung: 21. August 2018, 10:13:38 von LwPersFw »
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Andi

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #79 am: 21. August 2018, 13:28:10 »

Ja, das greift aber eben trotzdem als Idee nur, wenn man die Innere Führung außen vor lässt und nur den Mensch als Funktionserfüller sieht. Das Bundes- und Landespolizeien diese Innere Führung nicht haben ist wohl eine Binse.
Dass der Wehrbeauftragte dazu nichts sagt - abgesehen davon geht er ja auch nur sehr oberflächlich auf das Thema ein - ist wohl kaum überraschend, wenn man jemanden, der nur irgendwann mal die Wehrpflicht absolviert hat zum Wehrbeauftragten macht. Das Thema Innere Führung fällt ja schon immern nicht nur (insbesondere ungedienten) Ministern, sondern zunehmend auch Soldaten schwer, wie man ja auch hier deutlich erkennt.

Gruß Andi
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LwPersFw

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #80 am: 21. August 2018, 14:58:50 »

Worauf Andi abstellt:

"Staatsbürger in Uniform

Die Ziele der Inneren Führung werden im Leitbild des Staatsbürgers in Uniform verdeutlich, in welchem sich in idealtypischer Weise drei Elemente verbinden.

Die freie Persönlichkeit, das heißt, der Mensch mit seiner individuellen Würde und seinen im Grundgesetz verbrieften Freiheits- und Menschenrechten,der verantwortungsbewusste Staatsbürger, der aus Einsicht und Verantwortungsgefühl gegenüber dem Gemeinwesen seine eigenen Vorstellungen und Absichten mit denen der anderen ausgleicht und an der Gestaltung dieses Gemeinwesens mitwirkt, undder einsatzbereite Soldat, der den militärischen Dienst als einen Beitrag zur Landesverteidigung, aber auch zur Sicherung des Friedens und der Menschenrechte in der Welt begreift und bereit ist, hierfür auch unter Einsatz seines Lebens zu kämpfen.

An diesem Leitbild haben sich militärische Führung, Ausbildung und Erziehung in den Streitkräften zu orientieren.



Fortentwicklung der Konzeption

Die Innere Führung enthält statische und veränderbare Anteile. Ihre Grundsätze jedoch, die aus den Normen des Grundgesetztes abgeleitet sind, entziehen sich einer streitkräfteinternen Veränderung. Diese tragenden Elemente der Inneren Führung sind nur durch den Gesetzgeber veränderbar.

Dynamisch ist an der Inneren Führung vor allem die Umsetzung ihrer Ziele und Grundsätze in der Praxis. Mit Veränderungen des Auftrages der Streitkräfte, aber auch mit dem Wandel staatlicher, politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, kann sich Innere Führung Neuerungen nicht verschließen und muss Anpassungen vornehmen – besonders in Ausbildung und Lehre.

„Jeder Soldat muss wissen und verstehen, wofür er ausgebildet 
und gegebenenfalls eingesetzt wird.
Er soll überzeugt sein, dass sein Auftrag politisch notwendig,
militärisch sinnvoll und moralisch begründet ist.“"


Quelle: innerefuehrung.bundeswehr.de , Konzeption der Inneren Führung
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F_K

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #81 am: 21. August 2018, 15:04:32 »

Andi erkennt aber ein "Thema", wenn an der Stelle Staatsbürger ein kleines "EU" eingeführt wird - andere nicht.
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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #82 am: 21. August 2018, 15:46:34 »

Genau, der Andi "springt zu kurz". Der Staatsbürger in Uniform ist nur ein Leitbild, die wichtigen Elemente sind aber Menschenwürde, verantwortungsvoller Staatsbürger,  und einsatzbereiter  Soldat. Natürlich kann die Aufnahme von EU-Bürgern in die Bundeswehr nur möglich sein, wenn der Gesetzgeber entsprechend tätig wird. Aber das wird der Gesetzgeber sowieso bald tun müssen, weil ja die (ausgesetzte) Wehrpflicht nur für Männer nicht mehr haltbar ist. Entweder wird die Wehrpflicht ganz abgeschafft, oder sie muss, auch wenn ruhend, für alle gelten. Also zum Themenkreis "Streitkräfte" muss der Gesetzgeber früher oder später sowieso das GG anfassen.
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Andi

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #83 am: 21. August 2018, 16:20:44 »

Andi erkennt aber ein "Thema", wenn an der Stelle Staatsbürger ein kleines "EU" eingeführt wird - andere nicht.

Das ist eben nur ein vermeintlich "kleines" "EU. ;)

Selbstverständlich ist jedes einzelne mal, wenn im Kontext der Inneren Führung von "Staatsbürger" die Rede ist ausschließlich vom "deutschen Staatsbürger im Sinne des grungesetztes" die Rede. Etwas anderes anzunehmen ist nicht nur aberwitzig, es stellt das Gesamtkonzept der Inneren Führung und ihr Selbstverständnis unmittelbar in Frage.

Und das "andere" damit kein Problem haben, habe ich ja bereits mehr als ausführlich angesprochen: Ihnen ist die Innere Führung dann entweder egal oder sie haben sie nicht verstanden oder beides.
Die Bindung des deutschen Soldaten zur deutschen Gesellschaft in der der deutsche Soldat gleichberechtigter Teil der deutschen Gesellschaft ist eben die Voraussetzung für die Wirksamkeit der Inneren Führung und Ihre Existenz.
Wer das abstreitet sagt halt nichts anderes, als dass ein beliebiger ausländischer Söldner den gleichen "Job" macht, den auch ein in der Inneren Führung verankerter deutscher Soldat machen kann. Gleichzeitig macht er damit klar, dass er die Kernphilospohie und die Entwicklung deutscher Streitkräfte seit den preußischen Heeresreformen beginnend ab 1807 entweder nicht kennt und/oder nicht verstanden hat.

Und meine Empfehlung zu Dingen von denen man keine Ahnung hat und/oder sie nicht versteht ist relativ einfach: Die Finger davon lassen.

Gruß Andi
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Gummy Bear

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #84 am: 21. August 2018, 16:32:03 »

Als man die Innere Führung verfasst und den Begriff des "Staatsbürgers in Uniform" geprägt hat, ging man wahrscheinlich nicht davon aus, mal darüber nachzudenken, nicht-Staatsbürger in Betracht für die Streitkräfte ziehen zu wollen/müssen.
Mittlerweile haben sogar "Ausländer" die (weitestgehend) gleichen Rechte wie "Einheimische".

Was spricht dagegen, den "Staatsbürger" auf den "Bürger" (im Sinne von Einwohner) zu vereinfachen?
Ein EU-Bürger mit EU-weiten freien Wahl des Arbeitsplatzes, anrechenbaren Rentenzeiten, Wahlrecht im Land des Wohnortes, könnte durchaus, bei grundsätzlicher charakterlichen Eignung und eventuell Wohnhaftigkeit seit einem Zeitraum "X", befähigt werden, in dem Land zu dienen, in dem er lebt (vorausgesetzt, sein Ursprungs-EU-Land hat diesbezüglich keine rechtlichen Einwände).
Wenn es den allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Konsens gibt, kann man doch locker eventuelle bürokratischen Hürden entfernen, sofern lediglich Begrifflichkeiten betroffen sind. In der Person ist es der IF oder dem Staat doch im Grunde egal, ob der Staatsdiener nun einen grünen, roten oder blauen Pass hat. Hauptsache, er ist gewillt und geeignet.

Bis zur Bundeswehr war man tatsächlich europaweit (und darüber hinaus) größtenteils in seinen eigenen Staatsgrenzen gefangen.
Man hat aber mittlerweile festgestellt:
-  Kleinstaaterei verursacht Kriege
-  Die Werte unserer Gesellschaft sind paneuropäisch
Dem muss man sich stellen. Wie bereits erwähnt, es gibt viele sogenannte Ausländer, die national gesonnenen Deutschen gesellschaftlich überlegen sind.

@Andi
Zu deiner Empfehlung: Nur weil man anderer Meinung ist bedeutet das noch lange nicht, keine Ahnung zu haben.
 ;)


Edit:

In der letzten Zeile ein "nicht" eingefügt. Machte sonst keinen Sinn oder den falschen.
« Letzte Änderung: 21. August 2018, 17:14:40 von StOPfr »
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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #85 am: 21. August 2018, 17:39:51 »

Na, und alle haben einen "roten" EU Reisepass - und bei der Einreise nach Deutschland wird nicht nach Deutsch / Nicht Deutsch unterschieden, sondern nach EU / Nicht EU.

Die individuelle Würde und die Menschenrechte hat jeder Mensch.

Natürlich bin z. B. ich anders in England integriert als in Deutschland, aber auch dort ein vorbildlicher (EU) Bürger.
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Eisensoldat

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #86 am: 21. August 2018, 17:45:26 »

Nun, der gute Andi unterstellt einigen, die innere Führung nicht verstanden zu haben, bzw. sie zu ignorieren. Er wiederholt gebetsmühlenartig, unter Verwendung von Worten wie "selbstverständlich", dass die Innere Führung zwingend deutsche Staatsbürger (asuschließlich) in den Streikräften voraussetzt. Diese Art der Argumentation kennt man ja eher aus fundamentalistischen Kreisen egal welcher Couleur. Hinzu kommt, dass Andi empfiehlt, dass sich an Diskussionen nur Leute die sich damit auskennen beteiligen, in diesem Fall die Innere Führung also richtig (so wie Andi sich das wünscht) verinnerlicht haben. Diese beiden Sachverhalte führen mich zu dem Schluss, dass Andi selbst große Probleme beim Demokratieverständnis hat. Ich empfehle mal Habermas zu lesen, Stichwort Diskursethik.

Nur noch ein paar Stichpunkte zur Weiterführung dieser Diskusssion
-Das Konzept der Inneren Führung wurde erdacht, um die schlechten Erfahrungen mit unpolitischer, willfähriger Reichswehr und Wehrmacht (Staat im Staat) nicht wiederholen zu müssen, und den Angehörigen der Bundeswehr gewisse Grundrechte zu sichern, darunter die Würde des MENSCHEN.  Deswegen müssen die Prinzipien der Inneren Führung auch dann wirken, wenn in den Streikräften auch nicht -Deutsche dienen. ICH sehe da keinen Hinderungsgrund, will sagen Innere Führung "funktioniert" auch wenn Teile der Streitkräfte keine Deutschen sein sollten.
- In den wesentlichen Artikeln GG die die "Streitkäfte" betreffen steht nichts davon dass die Mitglieder der Streitkräfte Deutsche sein müssen, sondern es heisst "Männer" unterliegen der Wehrpflicht (Art.12), und in §87 a und b ist nur von Streitkräften die Rede.
- Wenn man die preussischen Heeresreformen als Ausgangspunkt darlegt, dann sollte man überlegen, ob die Hauptmotive der Reformer wirklich die Wahrung von Demokratie und Menschenrecht waren, oder vielleicht doch eher der Effizienzsteigerung und Kostensenkung dienten (Wehrpflichtige sind billiger als Söldner)
- den Begriff "Söldner" in seiner negativen Konnotation sollten wir mal besser definieren. Wenn ein EU-Ausländer in der Bundeswehr als "Söldner" bezeichnet würde, müsste man auch Fremdenlegionäre, Green Card Soldaten in der US-Armee, Südamerikaner in den Spanischen Streitkräften, Kanadier und Neuseeländer die in den Britischen Streitkräften dienen, EU-Ausländer (auch Deutsche) die in Belgien dienen, Gurkhas die in Indien und Singapur dienen usw als "Söldner " bezeichnen.
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IcemanLw

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« Antwort #87 am: 21. August 2018, 21:59:06 »

In dem Fall sind es ja auch Söldner.
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F_K

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Antw:FAZ: Bundeswehr prüft Aufnahme von Ausländern
« Antwort #88 am: 21. August 2018, 22:46:16 »

@ Iceman:

Hä??

Die genannten Beispiele sind alle Soldaten im Sinne Kriegsvölkerrecht.
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IcemanLw

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« Antwort #89 am: 21. August 2018, 22:56:29 »

Nach internationalem Recht nicht.

Aber wenn ich das richtig verstanden hab reicht es schon, dass man nicht besser bezahlt wird wie ein regulärer Armeeangehörger um nicht als Söldner zu zählen.

Aber hey du hast keine Verbindung zu dem Land, es geht nur ums Geld etc
Ist halt ein Söldner
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