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Autor Thema: Afghanistan - Langzeitstudie / Regierung zu Ergebnisse 2002 bis 2018  (Gelesen 1809 mal)

LwPersFw

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Auf der Internet-Homepage des Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr wurden die Ergebnisse
der ersten sozialwissenschaftlichen Langzeitbegleitung deutscher Einsatzsoldatinnen und -soldaten veröffentlicht:

"Leben nach Afghanistan - die Soldaten und Veteranen der Generation Einsatz der Bundeswehr.
Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Langzeitbegleitung des 22. Kontingents ISAF"


von Anja Seiffert und Julius Heß.



"Wie prägt der Einsatz in Afghanistan (Einsatz-)Soldaten und Veteranen der Bundeswehr? Welche Erfahrungen mit Gefahren, Gewalt und Entbehrungen haben sie im Afghanistaneinsatz gemacht? Wie gehen sie mit diesen Erfahrungen längerfristig um? Welche Folgen hat der Einsatz für ihre Familien und ihre berufliche Entwicklung gezeitigt? Wie denken sie bald drei Jahre nach der Rückkehr über den Einsatz, über den Soldatenberuf, über Belastungen im Einsatz und im Dienst/Beruf? Wie hat Afghanistan langfristig ihr Leben verändert und was wünschen sie sich als (Einsatz-)Soldaten und Veteranen von deutscher Politik und Gesellschaft?

 

Ein Forscherteam des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) begleitete die Angehörigen des 22. Kontingents ISAF über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren – sowohl im Jahr 2010 während des Einsatzes in Afghanistan als auch nach der Rückkehr. Die Ergebnisse beruhen auf mehreren schriftlichen Befragungen des gesamten Kontingents sowie auf teilnehmender Beobachtung im Einsatzland, Interviews und Gruppendiskussionen. Befragt wurden sowohl die noch im aktiven Dienst befindlichen (Einsatz-)Soldaten als auch die nach dem Einsatz aus der Bundeswehr ausgeschiedenen Veteranen des Kontingents.

 

Das Forschungsprojekt ist die erste sozialwissenschaftliche Langzeitbefragung deutscher (Einsatz-)Soldaten und Veteranen. Die Studie zeichnet ein differenziertes Bild des Einsatzes und der Lebensrealität von (Einsatz-)Soldaten und Veteranen der Bundeswehr. Der überwiegende Teil der Einsatzrückkehrer hat die Erfahrungen in Afghanistan positiv in das Selbstbild integriert. Viele sagen, an dem Einsatz gewachsen zu sein, fühlen sich gelassener, psychisch belastbarer und wissen das Leben in Deutschland jetzt mehr zu schätzen.
 


Trotz hoher familiärer Belastungen sind auch die meisten Partnerschaften stabil geblieben. Nicht wenige Paare sind aus Sicht der Befragten sogar gestärkt aus der Einsatzzeit hervorgegangen. Diese Befunde gelten aber nicht für alle. Die Angehörigen des 22. Kontingents haben eine der intensivsten Phasen des Engagements der Bundeswehr in Afghanistan erlebt. Viele waren lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt, standen in Gefechten und haben Tod und Verwundung unter Kameraden erlebt. Das ist nicht spurlos an ihnen vorübergegangen.

 

Obwohl aus Perspektive der meisten die Integration in das familiäre und berufliche Leben nach der Rückkehr gut gelungen ist, fällt es ihnen auch noch drei Jahre später schwer, außerhalb des Kameradenkreis über ihre Erfahrungen zu sprechen und etwa jeder Zehnte des Kontingents berichtet noch von anhaltenden körperlichen oder seelischen Verletzungen, von Fremdheitsgefühlen im Alltag.

 

Dennoch würde eine Mehrzahl erneut freiwillig in den Einsatz gehen. Ein Großteil der Soldaten und Veteranen ist stolz auf das von ihnen und ihren Kameraden Geleistete. Die Bilanz des gesamten Afghanistanengagements fällt jedoch differenziert aus. Die Anerkennung durch deutsche Politik und Gesellschaft ist dabei wie auch die erfahrene Wertschätzung im sozialen und beruflichen Umfeld ist entscheidend für die soziale Integration von (Einsatz-)Soldaten und Veteranen der Bundeswehr. "



Studie siehe auf der Homepage bzw. hier im Anhang.

http://www.zmsbw.de/html/aktuelles/ergebnissedersozialwissenschaftlichenlangzeitbegleitungdes22.kontingentsisaf?teaser=0&PHPSESSID=47789edc5da87e1e95f708909b9401f7
« Letzte Änderung: 08. Januar 2020, 18:13:08 von LwPersFw »
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LwPersFw

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Passt inhaltlich zusammen

BT-Drucksache 19/16274
vom 30.12.2019

Antwort der Bundesregierung

zur Fragestellung

Ergebnisse der deutschen Aufbau- und Entwicklungszusammenarbeit in
Afghanistan 2002 bis 2018


siehe Anhang
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schlammtreiber

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Ja, mittlerweile wechseln sich Linke und AfD mit ihren Trollbeiträgen ab  ::)
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Das ist wohl und dennoch sind es viele berechtige Fragen, welche beantwortet werden müssen.
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LwPersFw

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Das ist wohl richtig und dennoch sind es viele berechtige Fragen, welche beantwortet werden müssen.

Politik ist und war schon immer eine Frage der jeweiligen "Perspektive" … und der "Interpretation" …  ;)


Beispiel:

Aus der o.g. Drucksache:

"46.
Inwiefern ist es der Bundesregierung gelungen, die Freiheit Deutschlands am Hindukusch zu verteidigen?
Welche Freiheiten wurden konkret bewahrt?

Die Sicherheit vor Terrorismus ist eine der Grundlagen für die im Grundgesetz festgeschriebenen Freiheiten.

Das ursprüngliche Ziel der internationalen Gemeinschaft nach dem 11. September 2001, dass Afghanistan
künftig nicht mehr als maßgeblicher Ausgangspunkt des internationalen Terrorismus dienen darf, wurde erreicht.

Islamistische Terrorgruppen wie Al-Qaida verfügen heute in Afghanistan über keine relevanten Operationsbasen.

Durch die Schaffung eines stabilen Staatswesens unter Achtung der Menschenrechte soll die afghanische Regierung
langfristig in die Lage versetzt werden, der Etablierung weltweit agierender Terrorismusstrukturen wirksam entgegenzutreten."



versus


Auswärtiges Amt , 09.01.2020

"Afghanistan

Sicherheit

Vor Reisen nach Afghanistan wird gewarnt.

Terrorismus

Wer trotz der Reisewarnung reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte einschließlich Entführungen bewusst sein.
Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierten Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat oder einer Entführung zu werden.

Für zwingend notwendige Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gefährlich.

Jeder längerfristige Aufenthalt ist mit zusätzlichen Risiken behaftet.

• Beachten Sie bereits bei der Planung des Aufenthaltes die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen.
• Führen Sie Reisen und Aufenthalte nur auf der Basis eines tragfähigen, professionellen Sicherheitskonzepts durch.
• Seien Sie insbesondere an belebten Orten und bei besonderen Anlässen aufmerksam.
• Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.

Innenpolitische Lage

Wegen immer wieder und in vielen Landesteilen aufflammender Kämpfe zwischen afghanischen Sicherheitskräften und regierungsfeindlichen Kräften,
vor allem den Taliban, aber auch dem regionalen Ableger des sogenannten Islamischen Staats, ist die Sicherheitslage in großen Teilen des Landes unübersichtlich und nicht vorhersehbar.

Veränderungen können schnell eintreten, auch vor kurzem noch als „vergleichsweise sicher“ geltende Regionen zum Kampfgebiet werden.
Reisende können daher jederzeit und ohne selbst beteiligt zu sein, in lebensbedrohende Situationen geraten.


Demonstrationen, auch gerade gegen westliche Länder und Protestaktionen kommen in ganz Afghanistan vor.
Diese können zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Verkehrsbeeinträchtigungen führen.

•Informieren Sie sich über die lokalen Medien und die aktuelle Sicherheitslage.
•Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
•Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Landesweit kommt es immer wieder zu Attentaten, Überfällen, Entführungen auch von Ausländern und anderen Gewaltverbrechen.
Auch deutsche Staatsangehörige waren bereits betroffen.
In ganz Afghanistan, auch in den Städten sowie in der Hauptstadt Kabul, besteht für Deutsche ein hohes Risiko, Opfer einer Entführung
oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Kriminelle Gruppen haben Ausländer als Ziel von Angriffen und Überfällen erklärt.
Es gibt keine gänzlich sicheren Orte.
•Seien Sie in größeren Menschenmengen, in der Nähe von Regierungsgebäuden, Schulen, Flughäfen und Busbahnhöfen, auf Märkten und allen anderen frequentierten Orten ganz besonders vorsichtig und achten Sie auf Ihre Umgebung und Ihre Wertsachen.
•Übernachten Sie keinesfalls an ungesicherten Orten.
•Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf.
•Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch.
Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei."
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schlammtreiber

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Ähm, so völlig widersprüchlich ist das nicht.  ???


Dass die Lage in Afghanistan instabil ist, und dort Anschläge/Kampfhandlungen stattfinden, steht ja nicht im Widerspruch dazu, dass die bis 2001 im Land (unter Herrschaft, Duldung und Förderung der Taliban) bestehenden Operationsbasen für Al Kaida, von denen aus in aller Ruhe und Sicherheit (für die Terroristen) große Anschläge im Ausland geplant, vorbereitet und angestoßen werden konnten, nicht mehr gegeben sind.
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BSG1966

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sondern in Pakistan :D
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LwPersFw

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Ähm, so völlig widersprüchlich ist das nicht.  ???


Dass die Lage in Afghanistan instabil ist, und dort Anschläge/Kampfhandlungen stattfinden, steht ja nicht im Widerspruch dazu, dass die bis 2001 im Land (unter Herrschaft, Duldung und Förderung der Taliban) bestehenden Operationsbasen für Al Kaida, von denen aus in aller Ruhe und Sicherheit (für die Terroristen) große Anschläge im Ausland geplant, vorbereitet und angestoßen werden konnten, nicht mehr gegeben sind.

Wie ich ja sagte... "Perspektiven" und "Interpretationen"...

Wer diese offizielle Sichtweise glauben will ... soll es tun...

Ich glaube es nicht, denn Terrorismus war noch nie... und wird nie... mit dem Einsatz von noch so viel regulären mil. Kräften, bzw. Spezialkräften, einzudämmen sein...

...dafür ist das Feld Terrorismus viel zu komplex...

...zwischen "Möchtegern-Terroristen"..."Berufs-Terroristen"...bis staatlich unterstütztem Terror...

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schlammtreiber

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Wer diese offizielle Sichtweise glauben will ... soll es tun...

Mit "Glauben" hat das weniger zu tun, da hätte ich Theologie studieren sollen  ;)
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