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Autor Thema: Auflösung Orgbereiche  (Gelesen 9053 mal)

HubschrauBär

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« Antwort #30 am: 30. April 2021, 19:02:22 »

Gott bewahre, nein! Die können keine Medizin mehr. Die konnten die nie, deswegen sind sie ja in FüOrg gelandet.
Klingt ja fast zweckmäßig im Zuge der Umstrukturierung den SanOffzArzt MilFD zu erfinden ;-)
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justice005

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« Antwort #31 am: 30. April 2021, 21:38:44 »

Dieser Brief ist eine absolute Frechheit. Die Motivation der Ärzte sinkt, wenn der Chef kein Arzt ist? Dann sind die bei der Bundeswehr falsch.
Als Minister hätte ich ihn gefragt, ob die Ärzte die Patienten lustloser behandeln, wenn sie wieder dem Bataillonskommandeut unterstehen und was das über die Ethik seiner Ärzte im unterstellten Bereich aussagt... Die Antwort hätte ich dann gerne erlebt.

Danach hätte ich ihm gesagt, dass ich erwarte, dass auch die Soldatinnen und Soldaten im sanitsdienst die grundlegenden Prinzipien der Bundeswehr anerkennen, und wenn er dies seinem Bereich nicht vermitteln kann, er sich auf einen zeitnahen Ruhestand einstellen kann.

Eins
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Andi8111

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« Antwort #32 am: 30. April 2021, 21:44:45 »

Er hat ja grundsätzlich mit einer Sache Recht: Wenn die Brigaden wieder alle ihr eigenes Süppchen kochen ohne höhere "Führung" und "Koordination" wird es keine gesamt-sandienstliche Weiterentwicklung mehr geben. Aus dem Grunde gab es ja niemals Bestrebungen zur Änderung von Abläufen und zur Einführung neuer Techniken und neuer Führungsmöglichkeiten. Aktuell krankt es aber an dem so oft zitierten Wasserkopf. Eine Abnehmkur würde da sicher gut tun. Z.B. wäre es niemals zu einer Weiterentwicklung des Begutachtungswesens ohne ZSanDst gekommen. Die anderen TSKe und MilOrgBer hätte keine Gesamtplanerische Übersicht dazu aufstellen können. Aber wie dem auch sei, warten wir mal ab, was wirklich kommt.
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christoph1972

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« Antwort #33 am: 01. Mai 2021, 00:18:14 »

Als Außenstehender (Nicht-ZSanDst-Angehöriger) hat sich mir die ganze Reform der ambulanten truppenärztlichen Versorgung nicht erschlossen. Mein subjektiver Eindruck war und ist, man hat in der Fläche Kahlschlag betrieben und in Kommandos und Stäben aufgeforstet.

Ganz besonders traurig finde ich es, dass die teuer ausgebildeten SanOAs Humanmedizin oder wie immer die richtige Bezeichnung jetzt heißen mag, in 16 oder 17 Jahren Verpflichtungszeit nicht mal eine fertige Facharztausbildung haben. In meinen Augen ist es ja ehrenwert, wenn die Doktores zum Offizier ausgebildet werden, aber muss das in gefühlt epischer Breite passieren wie bei einem Truppendienstoffizier?

Nein, ein Arzt, auch ein Militärarzt soll in erster Linie Patienten behandeln und nicht Vorschriften ausarbeiten, irgendwelche "Verwaltungsarbeiten" erledigen, dass können Verwaltungsfachleute in aller Regel deutlich besser und effizienter und effektiver.

Dann müssen Genehmigungsverfahren eben einfach zentral gebündelt werden mit beratenden Ärzten bei medizinisch unklaren Sachverhalten, das läuft im normalen zivilen Gesundheitswesen nicht anders.
Man wird in aller Regel Arzt, weil man Menschen behandeln will und nicht deshalb, weil man in einem Stab Medizinbürokrat werden will.
AKK und der GI sollten vielleicht einfach mal in den zivilen Sektor schauen, was es da für Ansätze und Strukturen gibt. Man muss da nichts privatisieren oder outsourcen oder andere Irrwege einschlagen, aber eine Orientierung am zivilen Gesundheitswesen kann nicht schaden.
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Yves Montand
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ulli76

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« Antwort #34 am: 01. Mai 2021, 09:49:48 »

Wir Sanitätsoffiziere werden bei weitem nicht so ausgebildet wie ein Truppenofffiziert. Den Unterschied merkt man wenn man dann doch mal als SanOffz Aufgaben eines Offiziers wahrnehmen soll/muss.

Das Problem mit dem Facharzt ist ein anderes: Sanitätsoffiziere werden in den SanZentren als Truppenärzte gebraucht. Wir haben aber bei weitem nicht so viele Allgemeinmediziner. Deswegen geht (fast) jeder Sanitätsoffizier, egal welcher Fachrichtung, ein paar Jahre in die Truppe. DA geht die Zeit verloren, nicht in der Ausbildung zum Offizier.

Ein Problem haben wir wenn ein Sanitätsoffizier Disziplinarvorgesetzter wird. Ihm fehlt nämlich regelhaft der Verwendungsaufbau eines Truppenoffiziers (über erste Erfahrungen als Grundausbildungsausbilder, Zugführer, KEO etc.).
Jetzt könnte man sagen "na, dann nimmt man dafür halt Truppenoffiziere oder MilFDs". Da hast aber wiederum das Problem, dass gerade bei den Allgemeinmedizinern keine Karriereoptionen über bleiben und das Ganze wieder unattraktiv wird.
Für bestimmte Dientposten brauchst dann aber eigentlich einen Arzt- der hat dann aber wieder das Problem, dass ihm noch mehr Führungserfahrung fehlt.

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Andi8111

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« Antwort #35 am: 01. Mai 2021, 09:53:29 »

Wobei die DV Aufgaben in den RegSanEinr überschaubar sind, bei etwa 16 Soldaten....
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Al Terego

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« Antwort #36 am: 01. Mai 2021, 10:10:02 »

Ich bin ja schon mal auf den Brief des Inspekteurs der SKB gespannt ...  8)
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VeggieBurger

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« Antwort #37 am: 01. Mai 2021, 13:02:31 »

Interessant die Beiträge von Andi und Tommie zu lesen.
Ich dachte bisher, dass es bei Ärzten ähnlich wie bei Piloten ist und diese nur ungern in Führungsverwendungen, weg vom Handwerk wollen, da diese lieber behandeln/ fliegen.
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Andi8111

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« Antwort #38 am: 01. Mai 2021, 13:13:29 »

Da hast du falsch gedacht. Für sehr viele Sanitätsoffiziere ist der Aufenthalt hinter einem großen Schreibtisch und hinter drei Monitoren die wahre Erfüllung. Die können dann kurz nach Antritt einer solchen Verwendung auch nicht mehr weiter als bis zur eigenen Nasenspitze denken...
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ulli76

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« Antwort #39 am: 01. Mai 2021, 15:53:34 »

Ich habe mal aufgeräumt. Irgendwann ist auch mal gut.
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WirdMaHellImHals

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« Antwort #40 am: 01. Mai 2021, 16:16:10 »

Wobei die DV Aufgaben in den RegSanEinr überschaubar sind, bei etwa 16 Soldaten....

Was bei einer großen SanStff Eins schon wieder ganz anders aussehen kann. Nach meiner Erfahrung sind die dortigen Soldaten übrigens sehr froh, eine fachlich versierte Führung statt eines Offz TrDst als DV zu haben.
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christoph1972

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« Antwort #41 am: 01. Mai 2021, 17:07:25 »

Wir Sanitätsoffiziere werden bei weitem nicht so ausgebildet wie ein Truppenofffiziert. Den Unterschied merkt man wenn man dann doch mal als SanOffz Aufgaben eines Offiziers wahrnehmen soll/muss.

Das Problem mit dem Facharzt ist ein anderes: Sanitätsoffiziere werden in den SanZentren als Truppenärzte gebraucht. Wir haben aber bei weitem nicht so viele Allgemeinmediziner. Deswegen geht (fast) jeder Sanitätsoffizier, egal welcher Fachrichtung, ein paar Jahre in die Truppe. DA geht die Zeit verloren, nicht in der Ausbildung zum Offizier.

Ein Problem haben wir wenn ein Sanitätsoffizier Disziplinarvorgesetzter wird. Ihm fehlt nämlich regelhaft der Verwendungsaufbau eines Truppenoffiziers (über erste Erfahrungen als Grundausbildungsausbilder, Zugführer, KEO etc.).
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@ulli76 Danke schön für die Aufklärung.

Das ändert zwar für mich einige Nuancen, aber leider nicht das Problem, dass viele zu Fachärzten ausgebildete Berufssoldaten, irgendwann sehr weit weg vom Patienten eigentlich nur noch administrative Aufgaben erledigen, die in mehr oder minder großen Anteilen in der "Welt außerhalb der Bundeswehr" von Nicht-Ärzten wahrgenommen werden bzw. wo Ärzte nur beratend tätig sind. Hier sollte der Inspekteur des Sanitätsdienstes vielleicht einfach zugeben, dass es Reformbedarf gibt und die Zuordnung bestimmter Elemente der jetzigen Organisationsform zurück in die Truppenteile, vielleicht einfach sachgerecht ist, statt den Status Quo zu verteidigen.

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Schlangenoffizier

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« Antwort #42 am: 02. Mai 2021, 15:13:17 »


AKK und der GI sollten vielleicht einfach mal in den zivilen Sektor schauen, was es da für Ansätze und Strukturen gibt. Man muss da nichts privatisieren oder outsourcen oder andere Irrwege einschlagen, aber eine Orientierung am zivilen Gesundheitswesen kann nicht schaden.

Auf eine solche Idee kann man nur kommen, wenn man die "Ansätze und Strukturen" des zivilen Gesundheitssystemes nicht kennt.

Genau dieser Vorschlag wäre das Schlimmste, was der Truppe passieren könnte, dass die ausufernde Bürokratie, die hemmungslose Überwachung, die gnadenlose Rationierung medizinischer Leistungen und der auf Anzahl von Behandlungsfällen, nicht auf medizinische und menschliche Qualität fixierte Leistungsdruck in die sanitätsdienstliche Versorgung Einzug halten.

Als Reservist mit eigener Praxis kann ich vor solchen Ideen nur warnen.
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Andi8111

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« Antwort #43 am: 02. Mai 2021, 15:16:39 »

Vielen Dank! Die vollumsorgten Leistungserzwinger, wie ich die Soldaten meines Bedarfsträgers gerne nenne, wissen nämlich nicht, wie gut sie es wirklich haben...
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christoph1972

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« Antwort #44 am: 04. Mai 2021, 21:15:21 »


AKK und der GI sollten vielleicht einfach mal in den zivilen Sektor schauen, was es da für Ansätze und Strukturen gibt. Man muss da nichts privatisieren oder outsourcen oder andere Irrwege einschlagen, aber eine Orientierung am zivilen Gesundheitswesen kann nicht schaden.

Auf eine solche Idee kann man nur kommen, wenn man die "Ansätze und Strukturen" des zivilen Gesundheitssystemes nicht kennt.

Genau dieser Vorschlag wäre das Schlimmste, was der Truppe passieren könnte, dass die ausufernde Bürokratie, die hemmungslose Überwachung, die gnadenlose Rationierung medizinischer Leistungen und der auf Anzahl von Behandlungsfällen, nicht auf medizinische und menschliche Qualität fixierte Leistungsdruck in die sanitätsdienstliche Versorgung Einzug halten.

Als Reservist mit eigener Praxis kann ich vor solchen Ideen nur warnen.

@Schlangenoffizier ... ich möchte Sie ja ungern aus den Träumen reißen, dass die medizinische Versorgung innerhalb der Truppe sich am hehren Ethos der bestmöglichen Versorgung orientiert. Dann nämlich, würde es nicht eine Menge unbesetzter Arztstellen bei den San(St)Offz Arzt/Zahnarzt geben. Die meisten offen Stellen gibt es, soweit man den Ausführungen von Frau Dr. Högl und ihren Amtsvorgängern glauben darf, nämlich in der unmittelbaren Patientenversorgung.
Außerdem unterhält das BAPersBw eine Stelle, die sich nur damit beschäftigt, von vorzeitig ausgeschiedenen San(St)Offz, entsprechend Ausbildungskosten etc. zurückzufordern. Diese Ärzte werden zum Teil sicherlich lieber eine Karriere am Krankenhaus oder in der Niederlassung anstreben.

Die Behandlung ziviler Patienten in den BwKen erfolgt sicher auch nicht völlig uneigennützig, nur um der Gesundheit der Patienten willen, sondern tatsächlich auch um Einnehmen zu generieren.
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