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Politik und Zeitgeschehen => Aus Presse und Medien => Thema gestartet von: Rollo83 am 10. Februar 2018, 11:44:03

Titel: Tarifrunde 2018
Beitrag von: Rollo83 am 10. Februar 2018, 11:44:03
Ich hoffe es gibt noch kein Thema dazu.
Der ÖD hat seinen Vorschlag verbreitet und es ist angestrebt das die Beamten mit ziehen.

https://www.dbb.de (https://www.dbb.de)
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: KlausP am 10. Februar 2018, 12:21:38
Eher müsste es heissen: "Der Deutsche Beamtenbund hat seine Forderungen auf den Tisch gelegt". Der ÖD als "Arbeitgeber" hält sich da noch sehr bedeckt.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: SDW am 11. Februar 2018, 12:01:10
ver.di hat auch eine ganze Kampagnenseite:
Zitat von: ver.di
Mit einer Forderung nach einer Entgelterhöhung von 6,0 Prozent, mindestens aber 200 Euro, geht ver.di in die Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen. Das hat die ver.di-Bundestarifkommission beschlossen.
http://wir-sind-es-wert.verdi.de/

Das BMI hat am vergangenen Donnerstag eine Stellungnahme veröffentlicht:
Zitat von: BMI
Es darf nicht vergessen werden: die Entgelte der Tarifbeschäftigten des Bundes haben sich in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich über 30 Prozent erhöht, in den unteren Entgeltgruppen noch stärker. Die Entgeltsteigerungen liegen damit oberhalb der Entwicklung des Tariflohnindex.
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2018/02/auftakt-tarifverhandlungen.html
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: LwPersFw am 11. Februar 2018, 14:00:45
Im Anhang eine Gesamtübersicht der letztlich erfolgten Anpassungen.

1990 bis heute

Am Ende wird es m.E. wieder auf 4...5 %, aufgeteilt auf 2 Termine, hinauslaufen...


Und zum Punkt Statistiken... traue keiner...die Du nicht selbst gefälscht hast...  ;) ;D
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: KlausP am 11. Februar 2018, 14:02:12
Zitat
... Am Ende wird es m.E. wieder auf 4...5 %, aufgeteilt auf 2 Termine, hinauslaufen. ...

Da sind wir schon zwei.  ;)

Edit: Es geht ja bei dien Tarifverhandlungen nicht nur um die Beschäftigten des Bundes sondern auch um die der Kommunen. Bei denen dürfte der Verteilungsspielraum sicher deutlich knapper sein als beim Bund.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: FoxtrotUniform am 11. Februar 2018, 15:58:23
Zu dritt! Mit der Ergänzung, dass die DBwV-Vertreter sich dann erneut wie Popstars feiern.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Rollo83 am 14. Februar 2018, 10:50:15
Ich könnte mit 5% auf zwei Jahre verteilt sogar leben.
Mehr geht natürlich immer aber man muss auch realistisch sein.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Andi am 14. Februar 2018, 10:57:36
Immer dran denken, dass bei uns noch einmal am Anfang 0,2 für die "Rücklage" abgezogen werden.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: BulleMölders am 14. Februar 2018, 12:16:26
Nicht nur bei Euch!
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: LwPersFw am 17. April 2018, 23:30:13
Stand 23:00 ... noch nicht bestätigt :


Dem Vorschlag der Verhandlungsführer zufolge sollen die 2,3 Millionen Beschäftigte von Bund und Kommunen höhere Einkommen

+ in drei Stufen erhalten:

》Rückwirkend zum 1. März 2018 im Schnitt 3,19 Prozent,

》zum 1. April 2019 3,09 Prozent

》zum 1. März 2020 1,06 Prozent. 

Laufzeit 30 Monate.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Rollo83 am 18. April 2018, 07:40:18
Ich habe es auch gerade gelesen und bin positiv überrascht.
Lassen wir uns überraschen wie sich die Prozente auf die verschiedenen Stufen wirklich verteilen aber mit jeweils grob 3% jetzt und 3% 2019 bin ich wirklich sehr zufrieden.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: KlausP am 18. April 2018, 07:56:33
Na ja, das muss ja fur die Besoldungsempfänger erst noch gesetzlich umgesetzt werden. Dann kannst du immer noch positiv überrascht sein.  ;)
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Rollo83 am 18. April 2018, 08:40:34
Seehofer hat gesagt (das muss natürlich nichts heißen), das Ergebnis wird für Beamte so übernommen.
Aber klar, warten wir es ab.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: BulleMölders am 18. April 2018, 08:56:21
Seehofer kann das aber nur für Bundesbeamte tun.
Länderbeamte müssen da auf ihren Dienstherrn hoffen.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Maj a.D. am 18. April 2018, 09:01:46
Die Tarifverhandlungen sind nicht mehr "En Bloc". Der Abschluss gestern war mit dem Bund und den Kommunen auf der Arbeitgeberseite. Die Länder sind schon vor etlichen Jahren aus den gemeinsamen Verhandlungen ausgestiegen. Daher bekommen (Landes-)Polizisten und Lehrer schon seit Jahren je nach Bundesland erheblich unterschiedliche Besoldungen (deswegen klappt das ja mittlerweile auch mit dem Lehrer abwerben!)

Für alle Bundesbeschäftigten und damit auch für alle aktiven und pensionierten Soldaten wird dieses Ergebnis in etwa gleich in ein Gesetz gegossen, so dass wir recht sicher mit diesen Zahlen für die nächsten 30 Monate kalkulieren können.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: LwPersFw am 18. April 2018, 13:45:25
Seehofer hat gesagt (das muss natürlich nichts heißen), das Ergebnis wird für Beamte so übernommen.
Aber klar, warten wir es ab.

Das steht sogar im aktuellen Koalitionsvertrag...  ;)
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: blubbbla am 18. April 2018, 14:08:21
Hier nochmal die genaue Übersicht mit jeweiligen Erhöhungen:

https://www.dbb.de/politik-positionen/einkommensrunde/ergebnisse.html

Grob zusammengefasst aus der Tabelle: Unerfahrene in besonders gering und besonders hoch dotierten Bereichen bekommen die jeweils höchsten Aufschläge.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Verteidiger am 19. April 2018, 08:57:20
Werden die Abschlüsse in etwa auch für Reservisten übernommen?
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Tasty am 20. April 2018, 08:54:50
Grob zusammengefasst aus der Tabelle: Unerfahrene in besonders gering [...]  dotierten Bereichen bekommen die jeweils höchsten Aufschläge.

Na das macht ja mal wieder Sinn  :-\
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Rollo83 am 23. April 2018, 07:55:25
Ich finde schon das es Sinn macht.

Bei einer Erhöhung um 3% bekommt ja logischerweise der StOffz in A14 deutlich mehr als der OG in A4.
Ich würde es begrüßen wenn man die Besoldungserhöhung in irgendeiner Art und Weise Staffeln würde.
Ich will damit auch keinen StOffz auf die Füße treten, ich würde wahrscheinlich selber schlechter weg kommen wenn man eine bestimmte Staffelung einführen würde wo die niedrigen Stufen mehr profitieren würden. Ich finde die Idee aber einfach nicht schlecht anstatt jedem einfach X% drauf zu schlagen.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: dunstig am 23. April 2018, 07:58:53
Und ich würde es genau entgegengekehrt begrüßen. ;) Der "ungelernte Bereich" bekommt gerade in der Bundeswehr schon überdurchschnittlich viel, während es nach oben immer schwieriger wird, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu halten.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Rollo83 am 23. April 2018, 08:24:42
Ich muss zugeben wenn ich dies nach Qualifikation betrachte bei Beamten (Soldaten) muss ich dir recht geben.

Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Nouqie91 am 24. April 2018, 10:28:39
Und ich würde es genau entgegengekehrt begrüßen. ;) Der "ungelernte Bereich" bekommt gerade in der Bundeswehr schon überdurchschnittlich viel, während es nach oben immer schwieriger wird, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu halten.

Ich möchte dich keineswegs angreifen, Dunstig. Ich frage mich nur immer wodurch die allgemeine Einstellung im öffentlichen Dienst entstanden ist, dass dort draußen der Garten Eden der Entlohnung auf qualifizierte Fachkräfte wartet.

Aktuell arbeite ich in einer mittelgroßen Steuerberatungskanzlei, welche neben ein paar wenigen Konzernen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen berät und in der Regel auch die gesamte Lohn- und Gehaltsabrechnung für diese übernimmt. Wenn ich hier nun die Gehälter und Prämien von qualifizierten Controllern, Rechtsanwälten, Personalchefs und ähnlichen vergleiche, dann ergeben sich entweder nur sehr geringe Unterschiede oder die Bundeswehr schneidet als Arbeitgeber in Puncto Bezahlung wesentlich besser ab.
Sicherlich werden Dax Unternehmen ihren Angestellten mehr bezahlen, als es die Bundeswehr kann oder tut. Eine Einstellung in einem solchen Unternehmen ist aber ja kein Automatismus und eine vorhandene Qualifikation, z. B. im Bereich Informatik, kein Einstellungsgarant. Im Gesamtvergleich muss man aber auch beachten, dass die Bundeswehr als Arbeitgeber (sowie auch andere Bundesbehörden) weiteren Ansporn in Form von Pension oder auch Trennungsgeld für seine Beschäftigten bietet.

Ich kenne, alleine aus meiner beruflichen Praxis z. B. mehrere Finanzbeamte, die den Schritt in die zivile Wirtschaft bitter bereut haben, auch wenn das sicherlich nicht repräsentativ ist.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: dunstig am 24. April 2018, 12:33:24
Zitat
Ich möchte dich keineswegs angreifen, Dunstig. Ich frage mich nur immer wodurch die allgemeine Einstellung im öffentlichen Dienst entstanden ist, dass dort draußen der Garten Eden der Entlohnung auf qualifizierte Fachkräfte wartet.
Das möchte ich nicht bestreiten und diese Einstellung habe ich auch nicht. Gerade im einfachen und mittleren Dienst wird meiner Meinung nach wirklich gutes Geld verdient. Je nach Region auch im gehobenen und höheren Dienst deutlich über dem Durchschnitt.

Wie ich zu meiner Ansicht komme, habe ich ja schon an anderen Stellen hier geschrieben: Ich bin sowohl im Ingenieur- als auch IT-Bereich im Raum Ingolstadt/München für die Bundeswehr tätig und kann dir versichern, dass unsere Ausscheider mit ihren Qualifikationen definitiv deutlich mehr als A10/A11 verdienen, sobald ihre Dienstzeit vorbei ist. Vergleiche ich mich mit den Airbus-Ingenieuren bei mir im Büro verdiene ich deutlich unter dem Durchschnitt. Noch dazu die räumliche Sicherheit und sonstige betriebliche Vorteile (Bonuszahlungen, Gewinnbeteiligung, Weihnachtsgeld, individuelle Performance-Gehaltssteigerungen, Betriebsrente, Vorzüge auf Unternehmensaktien, kostenlose Massagen, ...), die sich gerade für Fachkräfte im Raum hier unten ergeben. Uns verlassen jedes Jahr gut 2-3 Dutzend Soldaten, die nahtlos in den zivilen Sektor wechseln und dort deutlich besser gestellt sind was die Lebenssituation hier angeht. Nicht ohne Grund hat von denen keiner einen Antrag auf Übernahme zum Berufssoldat gestellt.

Und da bleibe ich dabei, dass die Besoldung für die Bundeswehr zu starr und unflexibel ist, um qualifizierte Fachkräfte auch regional angemessen und attraktiv bezahlen zu können. Meine Partnerin arbeitet bei Lufthansa in der Personalabteilung und ist für das Recruiting zuständig. Und wenn ich mir da anschaue, was mittlerweile für ein Aufwand für benötigte Fachkräfte betrieben wird, welche attraktiven Vorzüge geboten werden, was es für Corporate Benefits gibt usw., dann hat es die Bundeswehr in unserer Region nicht einfach.

Dann darf sich aber auch keiner beschweren, dass wir jedes Jahr auf Grund der Fluktuation neues Personal von Grund auf teuer ausbilden müssen und viel Zeit investieren müssen, um ein gewisses Wissensmanagement am Leben zu erhalten.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: FoxtrotUniform am 24. April 2018, 17:48:10
Nouquie, der Vergleich mit einem kleinen Mittelständischen Unternehmen hinkt; Die Bundeswehr ist Deutschlands größter Arbeitgeber, sodass die Vergleichsgruppe durchaus Konzerne sind: Evonik, Volkswagen, ThyssenKrupp, Airbus, Siemens...
Also bitte nicht mit dem Handwerker nebenan vergleichen, obgleich dies häufig getan wird.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Nouqie91 am 24. April 2018, 21:50:14
[...] Ich bin sowohl im Ingenieur- als auch IT-Bereich im Raum Ingolstadt/München für die Bundeswehr tätig und kann dir versichern, dass unsere Ausscheider mit ihren Qualifikationen definitiv deutlich mehr als A10/A11 verdienen, sobald ihre Dienstzeit vorbei ist. Vergleiche ich mich mit den Airbus-Ingenieuren bei mir im Büro verdiene ich deutlich unter dem Durchschnitt. Noch dazu die räumliche Sicherheit und sonstige betriebliche Vorteile (Bonuszahlungen, Gewinnbeteiligung, Weihnachtsgeld, individuelle Performance-Gehaltssteigerungen, Betriebsrente, Vorzüge auf Unternehmensaktien, kostenlose Massagen, ...)

Der räumliche Aspekt, welchen du hier indirekt ansprichst, ist meiner Meinung nach ein großer Mangel in der Besoldung von Beamten, insbesondere Soldaten: Es wird praktisch keinerlei Rücksicht auf den Dienstort genommen. Der Mietspiegel im ersten Quartal in München lag laut Statista bei 17,57 €/qm. Hier in meiner Gegend, in unmittelbarer Umgebung zu einem kleinen Fliegerhorst in Norddeutschland, liegt der Mietspiegel bei 5,50 €/qm. Ein Bundesbeamter zahlt also, abhängig vom Dienstort, alleine für das Grundbedürfnis Wohnen (wenn man von einer 100 qm großen Wohnung als Vergleichsobjekt ausgeht) in München 1.207,00 € mehr als in meiner Gegend. Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber aktuell gibt es hier immer noch keinen Kaufkraftausgleich seitens der Bundeswehr, obwohl der Umstand der höheren regionalen laufenden Kosten bei vergleichbaren integrierten Verwendungen ja durchaus berücksichtigt wird, richtig?

Im Bereich der räumlichen Sicherheit muss ich dir widersprechen. Umso größer ein Unternehmen ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit bundesweit eingesetzt zu werden. Und hier bietet die Wirtschaft i. d. R. wohl kein dem Trennungsgeld vergleichbares Konstrukt. Beim Vergleich mit der Lufthansa kommt dann wieder der Punkt, welchen ich weiter oben angesprochen habe: Eine solche Stelle muss man erst einmal bekommen. Wenn ich mich Recht erinnere, dann zählt die Lufthansa zu den 5 best bezahlenden Arbeitgebern in ganz Deutschland.

Nouquie, der Vergleich mit einem kleinen Mittelständischen Unternehmen hinkt; Die Bundeswehr ist Deutschlands größter Arbeitgeber, sodass die Vergleichsgruppe durchaus Konzerne sind: Evonik, Volkswagen, ThyssenKrupp, Airbus, Siemens...
Also bitte nicht mit dem Handwerker nebenan vergleichen, obgleich dies häufig getan wird.

In meinem Post ist von kleineren und mittleren Unternehmen die Rede, nicht von kleinen mittelständischen Unternehmen. Ich möchte das hier nochmal hervorheben, da die Varianz in der man sich bewegt durch diese Unterscheidung um einiges größer wird.
Meiner Meinung nach kann die bloße Größe der Bundeswehr aber auch nur bedingt ein Kriterium dafür sein, sich mit Globalplayern im Bereich der Besoldung zu messen. Arbeitnehmerstärke ist nicht mit guter Bezahlung gleichzusetzen. Im Top 10 Ranking der größten Unternehmen nach Arbeitnehmerzahlen in Deutschland finden sich auch Unternehmen wie die METRO Group, die deutsche Telekom, DHL, die deutsche Bahn, REWE Group und Edeka wieder. All diese Unternehmen sind in der Allgemeinheit nicht unbedingt dafür bekannt ihren Mitarbeitern Spitzengehälter zu zahlen.
Hierdurch hinkt dein Verlgleich, Foxtrot. Was die von dir aufgeführten Unternehmen gemein haben, ist die Tatsache, dass es sich um Industrieunternehmen handelt. Die Anzahl an Mitarbeitern ist hierbei erst einmal zweitrangig. Dazu kommt noch, dass die Anzahl an Bewerber in der Regel die Anzahl der verfügbaren Arbeitsplätze um ein weites übersteigt.
Einer meiner besten Freunde hat sich zum Ende seines Studiums hin bzw. im Master auf den Bereich Autobau spezialisiert und in Braunschweig studiert. Aus seinem Jahrgang hat sich wohl praktisch jeder bei VW beworben. Eingestellt wurde eben nicht jeder und ein Großteil arbeitet nun in der Zuliefererbranche als Ingenieur und steigt hier mit Gehältern um die 35.000 € p. a. ein. Unterm Strich wesentlich weniger als das, was ein Oberleutnant nach vergleichbarer Ausbildungsdauer bekommt.

Dass es durchaus Sinn machen kann, sich von der freien Wirtschaft abwerben zu lassen, will ich nicht in Diskussion stellen. Damit würde ich ja irgendwie auch behaupten, dass jeder abtrünnige Beamte seinen Schritt auf lange Sicht bereuen muss. Gerade aber im Zusammenhang mit der aktuellen Tarifrunde, habe ich auf praktisch jedem Radiosender von jedem "Experten" mindestens einmal das Argument gehört: Was soll ich als Informatiker denn im öffentlichen Dienst arbeiten, wenn der zivile Arbeitgeber nebenan mir das doppelte zahlt. Das ist einfach kurz gedacht und vermittelt Beamten und Mitarbeitern im öffentlichen Dienst ein vollkommen realitätsfernes Bild ihrer Arbeit.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Nouqie91 am 24. April 2018, 21:55:57
Was ich hierbei auch noch loswerden wollte:

Ich stimme dem allgemeinen Tenor voll und ganz zu, dass unqualifizierte Fachkräfte in der Bundeswehr überdurchschnittlich gut verdienen. Vergleicht man die Besoldung von Offizieren (oder besser gesagt Ingenieuren und Informatikern innerhalb der Bundeswehr) aber mit der innerhalb der Industrie, muss man sich auch eingestehen, dass auch ein Helfer bei Daimler, VW, Johnson Controls etc. wesentlich mehr verdient als ein OSG, welche ja mindestens zum Teil ebenfalls Mangelware sind.

Ich denke Kritikpunkt sollte hier eher das extrem geringe Gehaltsgefälle zwischen Mannschaften, Unteroffizieren ohne Portepee und Unteroffizieren mit Portepee sein.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Verteidiger am 25. April 2018, 17:30:25
Was ich hierbei auch noch loswerden wollte:

Ich stimme dem allgemeinen Tenor voll und ganz zu, dass unqualifizierte Fachkräfte in der Bundeswehr überdurchschnittlich gut verdienen. Vergleicht man die Besoldung von Offizieren (oder besser gesagt Ingenieuren und Informatikern innerhalb der Bundeswehr) aber mit der innerhalb der Industrie, muss man sich auch eingestehen, dass auch ein Helfer bei Daimler, VW, Johnson Controls etc. wesentlich mehr verdient als ein OSG, welche ja mindestens zum Teil ebenfalls Mangelware sind.

Ich denke Kritikpunkt sollte hier eher das extrem geringe Gehaltsgefälle zwischen Mannschaften, Unteroffizieren ohne Portepee und Unteroffizieren mit Portepee sein.

Da stimme ich zu. In den unteren Bereichen sind die Verdienstmöglichkeiten sehr gut. Nur so zum Vergleich. Ein 20 Jähriger HG bekommt netto ungefähr das gleiche wie ein Angestellter im öffnetlichen Dienst der nach seinen Bachelor mit E10 einsteigt. Beide unverheiratet und ohne Kinder. Das ist in den unteren Bereichen ein sehr wettbewerbsfähiges Gehalt.
Am Beispiel der Reservisten im Bereich der Mindestleistung erkennt man das sehr gut. Da bekommt ein Oberfeldwebel ca. 170€ mehr als ein SG.

Die Bundeswehrtut sich aus meiner Sicht damit keinen Gefallen. Viele Kameraden in der Mannschaftslaufbahn fragen sich. Warum sollte ich einen Laufbahnwechsel machen, für deutlich mehr Verantwortung, mehr Stress, Lehrgänge, Standortwechsel, wenn ich am Ende nur 200€ mehr im Monat habe? Das führt dazu, dass gute Kameraden den Laufbahnwechsel vermeiden. Für die Bundeswehr und die Personen selbst ist das nur bedingt gut.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: LwPersFw am 26. April 2018, 11:02:24
Wenn unsere "obersten Staatsdiener" ... die Abgeordneten, zum 01.07.2018, 238,54 € mehr bekommen... (siehe Anhang)

Ist es nur gerecht, dass alle "anderen Staatsdiener" auch im Schnitt ... über 30 Monate ... 200 € mehr bekommen.

Wobei davon auszugehen ist - bei anhalten der guten Konjunktur in DE - das die Abgeordneten zum 01.07.2019 ihre nächsten ca. 240 € mehr bekommen...

...und somit der Richter R6 - mit 2,99 % in 2018 und 3,09 % in 2019 ... dann mit dem Abgeordneten - mit 2 x ca. 240 € - wieder etwa gleich auf liegt


"§ 11 Abgeordnetenentschädigung

(1) Die monatliche Entschädigung eines Mitglieds des Deutschen Bundestages orientiert sich an den Bezügen eines Richters an einem obersten Gerichtshof des Bundes (Besoldungsgruppe R 6 gemäß der Anlage IV des Bundesbesoldungsgesetzes mit Zulage für Richter und Staatsanwälte bei obersten Gerichtshöfen des Bundes). Die Abgeordnetenentschädigung beträgt mit Wirkung vom 1. Juli 2014 8 667 Euro und vom 1. Januar 2015 9 082 Euro. Für die Anpassung der Entschädigung gilt das in den Absätzen 4 und 5 geregelte Verfahren."


"(4) Die monatliche Entschädigung nach Absatz 1 wird jährlich zum 1. Juli, erstmals zum 1. Juli 2016, angepasst. Grundlage ist die Entwicklung des vom Statistischen Bundesamt ermittelten Nominallohnindex, den der Präsident des Statistischen Bundesamtes jährlich bis zum 31. März an den Präsidenten des Deutschen Bundestages übermittelt. Dieser veröffentlicht den angepassten Betrag der Entschädigung in einer Bundestagsdrucksache."



Und zum Punkt Besoldungshöhen innerhalb der Bw:

Die aktuelle Besoldungsordnung ist keine soldatenspezifische, sondern eine beamtenspezifische.

Federführend ist hier der BMI - für alle die im § 1 Abs 1 des BBesG stehen, dass BMVg kann nur Vorschläge unterbreiten.

Solange dies so ist ... laufen die Diskussionen über die Mannschaften... "die doch viel zu viel bekommen" ... und die "armen" Offiziere... "die doch viel zu wenig bekommen"... ins Leere

Grundsätzlich ist jedem/r Interessierten bekannt, was er/sie in der jeweiligen Laufbahn einmal verdienen wird.

Wer dann zu dem Schluss kommt, dass er als Offizier unterbezahlt sein wird... soll halt ein ziviles Studium machen und dann einen hochbezahlten Job in der Industrie annehmen.

Oder er wird SaZ ... erfüllt - unterbezahlt - seinen "Vertrag" und geht dann in einen hochbezahlten Job in der Industrie.

Wie gesagt ... das BMVg kann an dieser Situation nichts ändern ... denn der BMI und der BMF... würden da nicht mitspielen !


Die einzige Lösung könnte eine eigene "Besoldungsordnung Soldaten" sein ... aber das erfordert den Willen des Gesetzgebers !

Und selbst dann ... bleibt der "Gegner" BMF...
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: dunstig am 26. April 2018, 14:50:35
Ich denke die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind den meisten hier klar.

Dennoch kann man über gewisse Mängel und Defizite, die sich daraus ergeben, diskutieren und reden, auch wenn eine Änderung unwahrscheinlich und nur schwer umsetzbar ist. Insbesondere wenn sich durch die Defizite Probleme ergeben, die den eigenen Bereich betreffen (z.B. unbesetzte Dienstposten wegen fehlender Fachkräfte, schwierige Regeneration, regelmäßiger Erfahrungsverlust durch "Abwerben" der Industrie, etc.).
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: OMLT am 26. April 2018, 15:23:37
Am meisten interessiert mich in der Tat nur eine zeitnahe Umsetzung und somit ein Aufschlagen auf meinem Konto.
Über eine "Gehaltserhöhung" für die ich nichts tun musste außer warten werde ich mich nicht beklagen ;)

Horrido!
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Ralf am 26. April 2018, 16:16:18
Eine eigene Besoldungsordnung kann auch zum Abkoppeln verschiedener Grundsätze des Berufsbeamtentums führen. Wir sind ja in den Augen einer Beamten jetzt schon überprivilegiert, man muss sich ja nur mal die Durchlässigkeit der Lfb anschauen.
Ein "Rosinenpicken" würde jedenfalls nicht möglich sein. Von daher muss man solche Ideen immer im Ganzen denken und mögliche Auswirkungen mitbetrachten. Auch ob es weiterhin eine starke Lobby der Gewerkschaft geben würde, wenn die Bw (mil) alleine da steht, wage ich zu bezweifeln.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Pericranium am 26. April 2018, 18:14:44
In meiner Laufbahn kann ich mich keineswegs über die Dienstbezüge beschweren.
Wenn die Tarife 2018 angepasst sind, dann bin ich nur knapp 200€ unter dem Netto Grundgehalt eines durchschnittlichen Arztes nach Tarifvertrag. Und das als Student!

Vergleicht man die SanOffze mit den Assistenzärzten, bekommt man so im Schnitt als BW-Assistenzarzt (je nachdem wie viele Dienste der zivile Kollege macht) so um die 500-700€ mehr.

Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: dunstig am 26. April 2018, 19:02:51
Ihr Ärzte seid ja eh ein Spezialfall mit allen möglichen Vorzügen ;)
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: HIFiRE am 26. April 2018, 19:08:40
Ja bei Ärzten wird die Bildung des Personals tatsächlich auch gewürdigt. Diese Regelung, dass man eine Besoldungsgruppe über der des Dienstgrades eingeordnet wird, wäre tatsächlich auch eine sinnvolle Lösung für alle anderen Fachbereiche in denen Soldaten nahe an der studierten Tätigkeit eingesetzt werden. Im öffentlichen Dienst wird man mit Masterabschluss auch mit A13/A14 entlohnt und nicht mit A10.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Nouqie91 am 26. April 2018, 20:32:09
Ja bei Ärzten wird die Bildung des Personals tatsächlich auch gewürdigt. Diese Regelung, dass man eine Besoldungsgruppe über der des Dienstgrades eingeordnet wird, wäre tatsächlich auch eine sinnvolle Lösung für alle anderen Fachbereiche in denen Soldaten nahe an der studierten Tätigkeit eingesetzt werden. Im öffentlichen Dienst wird man mit Masterabschluss auch mit A13/A14 entlohnt und nicht mit A10.

Im öffentlichen Dienst muss man den Master auch eigenfinanziert absolvieren und bekommt während des Diplom Studiums an einer Akademie der Länder oder einer Hochschule des Bundes nur Anwärterbezüge.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: dunstig am 26. April 2018, 21:22:31
Hat dafür auch Semesterferien, viel mehr Freiheiten in der Studien- und Freizeitgestaltung, keine Trimester, keine soldatischen Verpflichtungen wie Anwesenheitskontrollen, IGF, etc., freie Wahl des Lebensmittelpunktes, Job der zum Studium passt, Auslandssemester, usw.

Es hat alles Vor- und Nachteile. Je nachdem wie man die persönlichen Schwerpunkte setzt überwiegt das eine oder das andere. Das Halten von Fachkräften macht eine A10 besoldung allerdings nicht einfacher. Bei den Ärzten scheint es ja auch zu gehen (ja ich weiß, Äpfel und Birnen und so ;) )

Aber das geht jetzt deutlich vom Thema weg.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Rollo83 am 02. Mai 2018, 10:51:36
Mal was Anderes, wann darf man denn mit der Erhöhung der Dienstbezüge rechnen ?
Ist Juni realistisch oder eher Juli/August?
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: KlausP am 02. Mai 2018, 11:12:02
Ich rechne eher mit September.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Ralf am 02. Mai 2018, 12:18:15
M.W.n. wurde doch noch gar nicht entschieden, ob, wann und wenn ja wie (nur 0,2% Versorgungsrücklage, ab 01.03. oder später?) das für Soldaten umgesetzt wird.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Andi am 02. Mai 2018, 17:35:09
Wirklich aussuchen kann sich die Politik das gar nicht, denn der §14 (1) BBesG ist da schon bindend. Und Seehofer hat ja nach den Verhandlungen ja schon gesagt, dass der Bundes (mindestens) auch so umsetzen wird.
Vor den Verhandlungen hat ja insbesondere auch der Bund darauf hingewiesen, dass der größte Erhöhungsbedarf bei den Gehältern des höheren und gehobenen Dienstes gesehen wird.

Die Minderung des ersten Erhöhungsbetrages der Staffelvereinbarung um 0,2 % für die Versorgungsrücklage des Bundes ist in § 14a BBesG festgelegt.

Gruß Andi
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: LwPersFw am 02. Mai 2018, 19:12:04
Herr Seehofer kann gar nicht anders, ohne gegen den Koalitionsvertrag zu verstoßen...

"2. Moderner Staat 

Öffentlicher Dienst

Wir bekennen uns zu einem modernen öffentlichen Dienst, der mit bestens ausgebil-deten und hochmotivierten Beschäftigten seine Aufgabe gut, zuverlässig und effizient erledigt. Wir werden uns um die Nachwuchsgewinnung kümmern. Der öffentliche Dienst muss unter Beibehaltung seiner Qualifikationsanforderungen attraktiv sein, damit der Staat im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen kann.

Tarifabschlüsse (TVöD) wollen wir grundsätzlich gleich auf die Bundesbeamtenbesoldung übertragen."


Und wenn es gleich auf die Bundesbeamtenbesoldung übertragen wird...erfolgt dies im BBesG...das auch für die Soldaten (SaZ/BS) gilt.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Ralf am 02. Mai 2018, 19:29:10
Er könnte schon im Detail abweichen..."grundsätzlich" steht da, der geübte Stabstäter nutzt das, um sich eine Hintertür aufzuhalten. Aber ich gehe auch davon aus, dass es 1:1 zu umgesetzt wird. Gleichwohl hat er sich ja m.E. noch nicht geäußert. Hätte er ja auch schon machen können, wenn alles so glasklar wäre.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: TomTom2017 am 02. Mai 2018, 19:44:32
Herr Seehofer hat wohl gerade andere Prioritäten... immerhin sind bald Landtagswahlen in Bayern.  ::)
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: S1NCO am 02. Mai 2018, 19:56:54
Und? Seehofer regiert nicht mehr auf Landesebene.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Andi am 02. Mai 2018, 20:30:01
Wie gesagt: Seehofer hat sich direkt nach Abschluss der Verhandlungen geäußert.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: LwPersFw am 02. Mai 2018, 20:33:29
Siehe Seite 2 im Anhang...

Ich denke Verdi würde dies nicht so veröffentlichen... wenn Herr Seehofer es nicht gegenüber ihnen zugesichert hätte...
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Tasty am 02. Mai 2018, 22:04:13
Und? Seehofer regiert nicht mehr auf Landesebene.

Er ist aber CSU Vorsitzender  :P
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: LwPersFw am 10. Juni 2018, 20:03:12
Das erforderliche Gesetz ist in der Verbändebeteiligung...

Bundesbesoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2018 - 2019 - 2020


Siehe StN des DGB im Anhang.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: LwPersFw am 18. Juni 2018, 13:46:15
Noch als Ergänzung...

Das Beteiligungsgespräch zwischen BMI, DGB und Gewerkschaften findet voraus. am 20. Juni statt.

Das Kabinett will sich voraus. am 4. Juli mit dem Gesetzentwurf befassen.

Danach muss der Bundestag über die Pläne entscheiden.
Titel: Antw:Tarifrunde 2018
Beitrag von: Lidius am 18. Juni 2018, 21:37:30
Noch als Ergänzung...

Das Beteiligungsgespräch zwischen BMI, DGB und Gewerkschaften findet voraus. am 20. Juni statt.

Das Kabinett will sich voraus. am 4. Juli mit dem Gesetzentwurf befassen.

Danach muss der Bundestag über die Pläne entscheiden.

Wobei man davon ausgehen kann, dass die Auszahlung nach Kabinettsbeschluß wieder unter Vorbehalt erfolgt. Am 05.07. ist letzte Plenarsitzung vor der Sommerpause.