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Zusammenfassung

Autor: miguhamburg1
« am: 03. Juli 2018, 16:03:13 »

@Christoph1972, die Bundeswehr unterliegt, wie bekannt, dem Primat der Politik, und hier ganz wesentlich, welche Haushaltsmittel ihr im EP 14 zugestanden werden. Damit muss die Bundeswehr ihre laufenden Fixkosten bezahlen (v.a. Personal, Nutzung der Infrastruktur, laufende Beschaffung wirklich notwendiger Ausrüstung). Wenn Sie sich das im Laufe der letzten 20 Jahre anschauen, dann wurden mit diesen Fix-/durchlaufenden Kosten bereits 75-90 Prozent des EP 14 verbraucht. die restlichen 10-25 Prozent konnten dann für Investitionen genutzt werden, Steigerungen von Personalkosten gingen dann zu Lasten der Investitionen.

Wenn Sie das zugrundelegen, dann dürften Sie selbst darauf kommen, warum Liegenschaften so aussehen, wie vielerorts heute, warum Großgeraät des Heeres gepoolt wurde, warum scheinbar preisgünstige Versorgungsgüter wie Feldhosen o.ä. nicht verfügbar sind, warum Munition nur im geringen Umfang oder gar nicht beschafft wurde, warum die Industrie keine Ersatzteile liefern sollte etc. pp.
Autor: StierNRW
« am: 03. Juli 2018, 07:43:16 »

@ miguhamburg1 & christoph1972

Danke für eure Beiträge und Hinweise !

Ich habe manchmal den Eindruck, daß es bei den Beschaffungen von Wehrmaterial oft eher um Wirtschafts-, als um Verteidigungspolitik geht.

Ich habe bei den ganzen Großprojekten im Wehrbereich vor meinem geistigen Auge immer irgendwelche Politiker, die nach Konferenzen gemeinsame internationale Projekte verkünden (und dann das Blitzlichtgewitter der Kameras).

Stattdessen könnte man auch sagen:
Wir haben das und das fertig einkauft und das kommt jetzt in gut gesicherte Depots (zumindest bei Waffen & Munition aller Art); oder wir kaufen unsere Luftfahrzeuge jetzt bei den Amerikanern (ist doch glaube ich beim Nachfolger der CH-53 auch so angedacht, oder ?).

Nur habe ich den Eindruck, daß das zum einen eher wenig Arbeitsplätze bei uns sichert (oder doch über Lizenzbauten ?) und das es auch irgendwie langweilig klingt.

@ christoph1972

Das mit den überzogenen Forderungen mag noch dazu kommen, ja.

Autor: christoph1972
« am: 03. Juli 2018, 00:05:22 »

Lieber miguhamburg1,

also liegt das Problem (mal wieder) im Bereich der Politik, die falsche Akzente gesetzt hat. Verfolgt man als aufmerksamer Leser die Tagespresse, bekommt man häufig den Eindruck, die militärische Führung der Bundeswehr würde völlig überzogene Forderungen an die Industrie stellen, die total überfordert ist, das militärische Pflichtenheft abzuarbeiten ....

Andererseits ist mir völlig schleierhaft, warum ich keine Ersatzteile produziere, wo ich als Entwickler sicher weiß, welche Teile unter welchen Bedingungen wie verschleißen.

Autor: miguhamburg1
« am: 02. Juli 2018, 16:12:40 »

Lieber StierNRW, Ihre Frage ist natürlich berechtigt, warum die Bundeswehr nicht bereits mehr einsatzfähiges Material hat.

Einmal vollkommen unabhängig von handwerklichen Fehlern im Beschaffungsvorgang und auch völlig unabhängig davon, dass bei völliger Neuentwicklung von Produkten/Systemen IMMER Verzögerungen entstehen, weil es nicht, wie gewünscht klappt (man denke an Projekte wie Toll Collect, das auch erst im zweiten Anlauf Jahre später als geplant an den Start geht oder an die grundsätzlich verspätete Bereitstellung neuer Lokomotiven/Waggons/Züge and die Bahn durch entsprechende Verzögerungen bei der Herstellerindustrie), dauert die Beschaffung von Wehrmaterial von der Planungsphase, über die Herstellungsphase bis zur Auslieferung an die Truppe mindestens 5-10 Jahre. Selbst wenn man in der Lage wäre, diese Phasen zu verkürzen, würde die Beschaffung sicher nicht unter fünf Jahren dazu führen, dass Waffen/Systeme bei der Truppe auf dem Hof stehen.

Wenn Sie sich einmal anschauen, welchen Investitionsanteil an Waffen/Munition/Systemen die Bundeswehr bis zu den Trendwenden ab 2016/17 hatte, dann werden Sie schnell feststellen, dass da so viel noch gar nicht auf dem Hof stehen kann und selbst der Ergänzungsauftrag zum Bau der Korvetten, der im letzten Jahr erfolgte, bedeutet noch nicht, dass heute auch nur ein Werftarbeiter an den neuen Booten arbeiten würde.

Und weil der Investitionsanteil eben so gering war und die Beschaffungsvorhaben so teuer sind, führte es dazu, dass Bestellungen für neues Wehrmaterial seit knapp 20 Jahren grundsätzlich ohne Ersatzteilpakete erfolgten, dass Munition nicht entsprechend der SollOrg der Truppe beschafft wurde, sondern nur als Mindestausstattung für die vorhandenen Systeme (Stichwort Pooling) und die Ausbildung an den Systemen  in den AusbZ.
Autor: christoph1972
« am: 28. Juni 2018, 13:43:00 »

Die Ursachen für die mangelnde Einsatzbereitschaft liegen sicher auf mehreren Gebieten.

1. Zu wenig Geld für Ersatzteile ausgegeben.
2. Zu wenig eigenes Personal um die Wartungen durchzuführen, um dann auf die Industrie zu vertrauen, die ja noch andere Kunden bedient.
3. Zu sehr auf die Industrie und ihre unverbindlichen Aussagen gegeben, gem. dem Motto "Wir schaffen das schon!". Schaffen die ja offensichtlich auch nicht, weil auch da qualifiziertes Personal fehlt.
4. Völlig aus den Augen verloren und vergessen, dass der Einsatz unter Extrembedingungen das Material mehr verschleißt, als unter Bedingungen im Grundbetrieb in Deutschland.
5. Unausgereifte Systeme beschafft, die erst noch unter Mithilfe der betroffenen Verbände zur Einsatzreife weiter entwickelt werden müssen.
6. Ganz vergessen, dass es Preissteigerungen gibt und Verschleißteile bei gleichmäßiger Auslastung der Ausrüstung auch annähernd zum gleichen Zeitpunkt ausgetauscht werden müssen und dann schon bevorratet sein müssen. Da solche Teile nicht gerade in Großserie wie Autoteile produziert werden, gibt es da dann auch nicht so viele Hersteller, die das ad hoc liefern können.
7. Darauf verlassen, dass die Entwicklung neuer Systeme im Gegensatz zu der Vergangenheit, wie Kai aus der Kiste, sofort funktioniert ....
8. Nix aus den Pleiten gelernt ...
9. Ziviles Personal bei der Beschaffung und Testung abgebaut, was jetzt mit Erfahrung und Wissen fehlt ...
10. Auf die Leidensfähigkeit der Truppe gesetzt.
Autor: StierNRW
« am: 28. Juni 2018, 10:44:06 »

Also, ich bin wirklich Laie, was das Thema Materialbeschaffung angeht, aber könnte es sein, daß man über viele Jahre bewusst kein neues Material eingekauft (+ dazugehörige Ersatzteile bevorratet) hat ?

Nach dem Motto:
Wir machen jetzt mal unsere (europäischen) Eigenentwicklungen - und dann liefen Entwicklungszeit und Projektkosten völlig aus dem Ruder. Und dann hat man am Markt keine neuen funktionierenden Systeme bei Freunden eingekauft, sondern immer älter werdendes Material weiter verwendet ? (mit kürzer werdenden Wartungsintervallen und der Ersatzteilproblematik)

Warum ich das frage ?
Nun, ich frage mich, ob es wirklich nur eine Frage des Geldes ist, wenn man nur wenig einsatzfähiges Material hat. Hätte man mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln nicht bereits jetzt viel mehr einsatzfähiges Material haben können ?

Wirklich nur mal so naiv gefragt.
Autor: HubschrauBär
« am: 28. Juni 2018, 10:10:14 »

Na dann schauen wir mal ob er auch was dran ändern will/kann.

Die Zahlen sind wie immer geschönt.
Z.B. 16 CH53 im Durchschnitt verfügbar? ... Gelächter!

Gesendet von meinem SM-G800F mit Tapatalk

Autor: StierNRW
« am: 28. Juni 2018, 08:58:36 »

Werte Mitforisten,

ich habe das hier auf der Website der FAZ gefunden:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/luftwaffen-chef-beklagt-tiefpunkt-der-einsatzbereitschaft-15663358.html

Mit kameradschaftlichen Grüßen,
StierNRW
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