Hallo,
Ich würde gerne wissen was z.B. der militärische Vorteil des MG3 gegenüber dem Sturmgewehr G3 ist. Beide verwenden das gleiche Kaliber (7,62), haben also die gleiche Durchschlagskraft. Warum nimmt man aber das doppelte Gewicht beim MG3 in Kauf? Nur wegen der besseren Kadenz und der kürzeren Nachladezeiten?? Außerdem bindet das MG zwei Männer, wäre es nicht besser wenn währendessen zwei Soldaten mit dem G3 feuern??
Für mich scheinen Maschinengewehre daher sehr ineffektiv oder übersehe ich einen großen Vorteil dieser Waffen?
Zitat von: Tingle Tangle Bob am 08. Januar 2009, 14:44:15Außerdem bindet das MG zwei Männer, wäre es nicht besser wenn währendessen zwei Soldaten mit dem G3 feuern??
Nicht unbedingt. Bzw. nicht in jeder Situation.
Ein G3 hat beispielsweise 20 Schuss im Magazin, danach muss nachgeladen werden. Es hat eine Visiereinrichtung, die bis 400 Meter ausgelegt ist, dazu eine relativ geringe Kadenz.
Das MG3 hingegen hat Munitionsgurte, die relativ problemlos aneinandergehängt werden können (deshalb auch der zweite Mann am MG, der mit dafür zuständig ist) - man könnte problemlos Gurte von 250 Schuss und mehr verschießen. Ohne nachladen zu müssen. Dazu kommt eine höhere Reichweite (zumindest ist die Visiereinrichtung entsprechend ausgelegt), die Möglichkeit, gezielt Flugziele zu bekämpfen, die wesentlich höhere Kadenz. Das MG3 ist zudem, im Gegensatz zu Sturmgewehren, dazu ausgelegt, längere Schussfolgen abgeben zu können - nach 150 Schuss soll das Rohr der Waffe gewechselt werden, so dass man dank Wechselrohr theoretisch innerhalb kürzester Zeit bis zu 300 Schuss mit einer Waffe abgeben kann. Bei einem G3 würde dies hingegen schon wesentlich früher zu einem Ausfall der Waffe führen, da der Lauf heißgeschossen ist und abkühlen muss.
Beide Waffen(typen) haben ihre Vor- und Nachteile. Das Sturmgewehr kann etwa im Häuserkampf bzw. vom Sturmtrupp im Haus besser eingesetzt werden als ein MG, das bei Länge und Gewicht unterlegen ist. Dafür kann man mit dem MG hervorragend Feuerschutz oder Sperrfeuer geben - wie gesagt, die Kadenz ist wesentlich höher, der Munitionsvorrat normalerweise erheblich größer. Und mit entsprechenden Lafetten kann ein MG sogar relativ gut gezielt eingesetzt werden.
Das MG hat also durchaus seine Daseinsberechtigung - es stellt einfach eine Feuerkraft zur Verfügung, die man mit keinem Sturmgewehr, und auch nicht mit zwei oder drei davon erreichen kann. Im Zweiten Weltkrieg stellten, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, die MGs über 80% der Feuerkraft einer Infanteriegruppe! Das wird sich heutzutage verschoben haben, auch etwa durch Einführung des G36, aber ein MG hat, je nach Auftrag der entsprechenden Gruppe o.ä., durchaus mehr Wert als zwei Einzelschützen mit Sturmgewehren.
Und nebenbei trägt meist der zweite Mann am MG, neben reichlich Munition etc., auch noch ein zusätzliches Sturmgewehr mit sich, so dass sich der "Ausfall" also im Zweifelsfall nur auf einen Soldaten beschränkt ;)
Danke für die reichhaltige Antwort...
Zitat von: Timid am 08. Januar 2009, 16:10:19
Das MG3 ist zudem, im Gegensatz zu Sturmgewehren, dazu ausgelegt, längere Schussfolgen abgeben zu können - nach 150 Schuss soll das Rohr der Waffe gewechselt werden, so dass man dank Wechselrohr theoretisch innerhalb kürzester Zeit bis zu 300 Schuss mit einer Waffe abgeben kann. Bei einem G3 würde dies hingegen schon wesentlich früher zu einem Ausfall der Waffe führen, da der Lauf heißgeschossen ist und abkühlen muss.
Das habe ich mir schon gedacht. Aber verschleißt ein Sturmgefeuer wirklich so schnell? Wie viele Magazine kann man im Dauerfeuer durch ein G36 etc. jagen bis es unbrauchbar ist?
Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, dass ein MG wirklich besser Sperrfeuer geben kann als zwei Sturmgewehre... aber anscheinend muss es ja so sein, sonst würden nicht alle Armeen das MG einsetzen.
Gruß TT Bob
Es wird nicht "unbrauchbar", das Rohr wird nur heiß und wenn man dann einen Rohrkrepierer hat, dann ist das gewehr unbrauchbar und im ungünstigsten Fall der Schütze auch. ;)
Und was ein Mann mit einem MG ausrichten kann dürfte doch spätestens seit dem
D-Day bekannt sein.
Und es ist auch nichts neues, dass ganze Kavalerieregimenter und Divisionen der Polen und Russen im zweiten Weltkrieg von nur einem oder zwei MG zerschlagen wurden.
Wie willst du denn mit ein, zwei Sturmgewehren den gleichen Raum abdecken den ein MG mit einem einzigen Schwenk effektiv abdecken kann? Die mehreren hundert Schuss eines MG, die man in wenigen Sekunden verschießt kannst du vom Effekt her mit einem Sägeblatt vergleichen.
Gruß Andi
Das MG ist eine Flächenwaffe und wird auch so eingesetzt,es werden kurze oder längere Feuerstösse damit geschossen.
Mit dem Gewehr G36 wird der Präzisionschuß geübt,man kann aber in Ausnahmefällen auch kurze Feuerstösse schiessen,mit Trommelmagazin und Zweibein ist es sogar als leichtes MG einzusetzen.
Das Gewehr G3 wird nur noch wenig bis gar nicht mehr genutzt,da G36 in der Bedienung viel einfacher und leichter vom Gewicht.Und es ist viel angenehmer zum tragen,ich habe Erfahrung mit beiden Waffen.
MkG
...wobei die Einführung als STAN-mäßiges LMG vor einigen Jahren kläglich gescheitert ist.
Zitat von: Andi am 08. Januar 2009, 19:11:48
Wie willst du denn mit ein, zwei Sturmgewehren den gleichen Raum abdecken den ein MG mit einem einzigen Schwenk effektiv abdecken kann? Die mehreren hundert Schuss eines MG, die man in wenigen Sekunden verschießt kannst du vom Effekt her mit einem Sägeblatt vergleichen.
Gruß Andi
Das MG3 hat ungefähr die doppelte Kadenz eines Sturmgewehres, also decken zwei davon auch die gleiche Fläche ab. Wie Fregattenfahrer bereits gesagt hat, kann man durch Trommelmagazine ja leicht diese Feuerraten auch bei dem G36 etc. erreichen.
Davon abgesehen gibt es ja MG's mit deutlich niedriger Kadenz z.B. das amerikanische M60. Also was gleicht die Nachteile wie großes Gewicht und Unhandlichkeit wieder aus?
Zitat von: Andi am 08. Januar 2009, 19:11:48
Es wird nicht "unbrauchbar", das Rohr wird nur heiß und wenn man dann einen Rohrkrepierer hat, dann ist das gewehr unbrauchbar und im ungünstigsten Fall der Schütze auch. ;)
IMHO gibts Rohrkrepierer nur bei Sprenggeschoßen.
Uns wurde in der AGA beigebracht das Rohr kann sich beim Dauerfeuer durch die Hitze verformen und die Patronen könnten sich selbst entzünden (deswegen auch nach 150 Schuss der Rohrwechsel). Also nochmal zu alten Frage: Wieviel Magazine Dauerfeuer hält ein G3 bzw. G36 aus? Vielleicht liegt in der "Dauerfeuerrobustheit" der große Vorteil der MG's...
würde auch Piets Behauptung erklären. Aber ein Fachmann kann da bestimmt noch mehr zu sagen.
Ein MG ist NICHT durch zwei G36 zu ersetzen. Die Genauigkeit leidet bei Gewehren im Dauerfeuer erheblich, auch wegen der heiß geschossenen Rohre, außerdem fressen Magazinwechsel Zeit und die Störanfälligkeit ist höher. Selbstentzündungen im Rohr sind auszuschließen, weil sich Patronen im Patronenlager und nicht im Rohr befinden und die heute eingesetzten Sprengstoffe sehr insensibel sind.
Man kann mit einer Gruppe G36 natürlich eine hohe Feuerkraft projezieren, jedoch nur im schnellen Einzelfeuer! Dauerfeuer ist bei Gewehren ein Modus für Ausnahmesituationen in denen es darauf ankommt auf nächste Nähe zu kämpfen oder aber Feind kurzzeitig in Deckung zu zwingen. Die gleiche Feuerkraft kann ich mit einem MG3 projizieren und das mit höherer Genauigkeit.
MGs sind Schwerpunktwaffen, sie binden Feind, halten ihn nieder oder bekämpfen ihn auf hohe Distanzen. Eine Gruppe mit flankierend eingesetzten MG kann eine ganze Kompanie im Angriff vernichten. Eine Gruppe ohne MG hat da kaum eine Chance.
Ich weiß auch nicht worauf du hinaus willst. Ein MG ist nicht unhandlich, das MG4 stört kaum mehr als ein altes G3 und einfach zu bedienen. Ein MG3 ist für einen gut ausgebildeten Soldaten auch nicht unhandlich und der zweite Mann am MG3 kann, wenn er nicht am MG gebraucht wird, mit dem G36 den Feuerkampf führen. Es sollte klar sein, dass im Einsatz kein absesessener Soldat mit MG3 herumläuft, sondern mit MG4 aber trotzdem gehört das MG dazu, weil nur dadurch schnell viel Feuer an den Feind gebracht werden kann.
ZitatBeide verwenden das gleiche Kaliber (7,62), haben also die gleiche Durchschlagskraft.
Nein, nicht ganz. Das MG3 hat ein längeres Rohr und daher eine höhere V0 als das G3, somit auch etwas mehr Durchschlagskraft. Viel wichtiger aber ist der bereits o.g. Unterschied in der Feuerkraft zum nun verwendeten G36 mit 5,56mm Munition.
ZitatWarum nimmt man aber das doppelte Gewicht beim MG3 in Kauf? Nur wegen der besseren Kadenz und der kürzeren Nachladezeiten?? Außerdem bindet das MG zwei Männer, wäre es nicht besser wenn währendessen zwei Soldaten mit dem G3 feuern??
Allein schon im höheren Gewicht liegt ein versteckter Vorteil: das MG, wenn korrekt in Anschlag gebracht, wandert wesentlich weniger aus als das G3. Somit für Feuerstöße auf Entfernung und mehrere hintereinander geeignet, ein G3 nicht.
Auch wenn die Feuerrate zweier Gewehrschützen theoretisch gleich dem MG zu sein scheint, sie ist es nicht. Nicht nur das Magazin begrenzt hier in der Praxis, sondern auch dass ein Gewehr im Gegensatz zum MG keine wirklich gezielten langen Feuerstöße abgeben kann. Zwei Gewehrschützen können also in der Praxis niemals so viel Blei halbwegs gezielt zum Feind bringen wie ein MG in derselben Zeit.
ZitatFür mich scheinen Maschinengewehre daher sehr ineffektiv oder übersehe ich einen großen Vorteil dieser Waffen?
Da Du die AGA hinter Dir hast solltest Du schonmal ein Gefechtsschießen miterlebt haben. Spätestens da erkennt man die Bedeutung des MG als Schwerpunktwaffe der Gruppe. Eine Abfolge sauberer Feuerstöße des MG fällt ohne große Probleme eine ganze Schützenwolke Klappfallscheiben, während ein G3-Schütze in der gleichen Zeit überhaupt nur dazu kommt maximal zwei Scheiben unter Feuer zu nehmen...
Zitat von: Fregattenfahrer am 08. Januar 2009, 19:31:31mit Trommelmagazin und Zweibein ist es sogar als leichtes MG einzusetzen.
Jein. Ein G36 mit Zweibein und Trommelmagazin bleibt weiterhin ein Sturmgewehr. Man hat mehr Munition zur Verfügung und kann durch das Zweibein etwas genauer im Feuerstoß oder Dauerfeuer zielen, aber ein Maschinengewehr, selbst ein leichtes, wird es dadurch noch lange nicht.
Es wird schon seinen Grund haben, weshalb ein LMG36 und ein G36 entwickelt wurden, die sich in entscheidenden Details unterscheiden ;)
Zitat von: Tingle Tangle Bob am 08. Januar 2009, 22:04:40Das MG3 hat ungefähr die doppelte Kadenz eines Sturmgewehres, also decken zwei davon auch die gleiche Fläche ab. Wie Fregattenfahrer bereits gesagt hat, kann man durch Trommelmagazine ja leicht diese Feuerraten auch bei dem G36 etc. erreichen.
Davon abgesehen gibt es ja MG's mit deutlich niedriger Kadenz z.B. das amerikanische M60. Also was gleicht die Nachteile wie großes Gewicht und Unhandlichkeit wieder aus?
Die Kadenz macht noch kein Maschinengewehr aus, sondern das "Gesamtpaket" ist entscheidend. Und das schließt bei Maschinengewehren nunmal noch ein paar mehr Dinge mit ein, als nur eine relativ hohe Feuerrate: Z.B. ist die gesamte Waffe beispielsweise durch das höhere Gewicht überhaupt erst dazu ausgelegt, Dauerfeuer bzw. längere Feuerstöße zu verschießen. Das Sturmgewehr hingegen ist für präzises Einzelfeuer ausgelegt. Im Feuerstoß wird die Trefferwahrscheinlichkeit schon arg zufällig.
ZitatAlso nochmal zu alten Frage: Wieviel Magazine Dauerfeuer hält ein G3 bzw. G36 aus? Vielleicht liegt in der "Dauerfeuerrobustheit" der große Vorteil der MG's...
Ein G3 soll nach 100 Gefechtsgeschossen abkühlen.
Aber diese "Robustheit" ist ebenfalls nur ein Aspekt, der das MG so schlagkräftig macht. Es spielen eben noch mehr Dinge mit rein, die schon genannt wurden: Weitaus höhere effektive Feuerrate, das höhere Gewicht und Zweibein/Lafette zum besseren Zielen bei Feuerstößen/Dauerfeuer, etc. pp..
Ein MG ist eben nicht nur ein Sturmgewehr mit höherer Feuerrate, sondern ein System, das einen ganz anderen Einsatzzweck erfüllt und in diesem, bauartbedingt, von
keiner anderen Waffe ersetzt werden kann. Denn diese Waffen haben entweder nicht die Feuerkraft eines MG (wie Sturmgewehre, selbst im Dutzend ...), oder aber sind für Infanterie nur schwer oder gar nicht einsetzbar (wie schwere MG oder Maschinenkanonen, die bevorzugt von Fahrzeugen aus eingesetzt werden).
Gewehr G36 als leichtes (sehr leichtes ;D ) MG natürlich nur unter erheblicher Einbuse an Präzision,beim Feuerstoss.Geb ich Timid vollkommen recht.Mit dem Begriff Dauerfeuer tu ich mich sowieso schwer.
MkG
Nicht mal das. Ein G36 mit Trommelmagazin macht kein MG daraus, nichtmal ein sehr leichtes. Hört auf so was zu verbreiten. Das ist Urban Legend.
Ein G36 mit Trommel ist ein Sturmgewehr mit mehr Munition, nicht mehr nicht weniger.
Es wird aber trotzdem aus LMG bezeichnet. Und außerdem hat es nicht nur mehr Munition sondern auch ein zweibein.
Das LMG36 wure nicht eingeführt und hatte weitere Veränderungen am Lauf.
Ein G36 mit Zweibein und Trommelmagazin ist kein LMG, sondern noch immer ein G36.
Zitat von: mailman am 10. Januar 2009, 11:03:32Es wird aber trotzdem aus LMG bezeichnet. Und außerdem hat es nicht nur mehr Munition sondern auch ein zweibein.
Wie gesagt: Es gibt das LMG36, und es gibt das G36. Beide haben ein Zweibein und Trommelmagazin (LMG36) bzw. können zusätzlich damit ausgestattet werden (G36).
Aber, wie schon gesagt, das LMG36 gibt es nicht in der Truppe (bzw. wenn, dann nicht im großen Umfang), und aus dem G36 wird durch Trommelmagazin und Zweibein noch lange kein (L)MG. Es bleibt weiterhin ein G36.
Es könnte vielleicht sein, dass es mancherorts in der Ausstattung trotzdem, fälschlicherweise, als LMG36 bezeichnet wird - es ist aber keines ...
Oberstleutnant a.D Rolf Abresch (ehemaliger Grpleiter Waffentechnik an der Technischen Schule des Heeres) und Ralph Wilhelm, seinerseits Mitarbeiter von HK haben in ihrem Buch Der Soldat und seine Ausrüstung geschrieben das man das LMG 36 nie eingeführt hat.
Das Zweibein gibt es als Zubehör. Findet sich so auch in den Matlisten. Fragt mal euren VU, der kann im Computer nachschauen. Dort steht alles. So findet sich dort auch kein LMG36.
Das ganze ist seit Jahren ein Kampf gegen Windmühlen. Genauso wie einige immer noch glauben das man das Reflexvisier des alten HKV abschlagen kann um dann Kimme und Korn zu nutzen. Leider sind da 2 Schrauben die das verhindern und dafür sorgen das dabei der ganze Tragebügel das zeitliche segnet.
Laut HK ist das nur vorhanden weil es nur 1 Maschine gibt die dieses Bauteil fertig für alle Varianten.
@Threadersteller
Um die Vorteile des MG zu verstehen must du dich mit der Entstehunggeschichte befassen. Als Vorläufer gilt die Union Repeating Gun, die zwischen 1850 und 1860/61 erfunden wurde. Schon damals war klar das eine hohe Kadenz und die Möglichkeit kontinuierlichen Feuerns überliegt. Weiter ging es mit Richard Gatling (Gatling Gun) der dieses Prinzip verbesserte. Höhepunkt und die Erkenntniss das man nicht auf ein MG verzichten kann waren die blutigen Stellungskriege im 1 Weltkrieg.
wobei Stellungskriege wie die des I. WK´s mit der Erfindung der Panzerwaffe und deren effektiven Nutzung im II. WK nicht mehr geben wird.
Mit nem MG kann man Bereiche für den Gegner sperren, Kameraden decken (mit Erdziellafette überschießen), und die A-Team-Truppe hinter Wellblech hochschrecken ;D
Zitat von: Fitsch am 11. Januar 2009, 23:49:06
wobei Stellungskriege wie die des I. WK´s mit der Erfindung der Panzerwaffe und deren effektiven Nutzung im II. WK nicht mehr geben wird.
Knackpunkt "effektive Nutzung" ;)
Wenn diese (z.B. aus Gründen des Geländes) nicht möglich ist, hat man ruck-zuck wieder einen Stellungskrieg. Siehe Korea, späte Phase.
... dann gibt´s ja immer noch die Lustigwaffel bzw. Kampfhubschrauber. Und mit Napalm räucherst sowieso jedes stationäre Stellungssystem / Kampfgräben) aus.
Das dachten die Russen in Afghanistan auch...
ich meine damit die stationären Stellungssysteme.
In Afghanistan ham die Mudschaheddin auf´m Esel die Russen vertrieben. ;D
Sie waren (fast) nicht zu greifen da sie sich nach nem Anschlag sofort wieder aufgelöst haben. Der schwerfällige russische Armeekomplex hatte auf Dauer keine Chance.
(vgl. Buch: In den Schluchten der Taliban)
Ähnliches droht den ISAF-Truppen sollten es die Stammesfürsten / Drogenhändler drauf anlegen wollen.
Aber das ist ein anderes Thema.
Horrido
Die "stationären Stellungssysteme" und zusätzlich auch Tunnel-/Höhlensysteme gibt es auch in Afghanistan, nur eben im Gebirge. Und was die Stammensfürsten oder Drogenhändler angeht wissen die ganz genau, dass sie gegen ISAF keine Chance haben. Und ISAF weiß ganz genau, dass es besser ist einen einzelnen Kriminellen, der ein Gebiet kontrolliert und mit ISAF kooperiert an der Macht zu belassen, als ihn zu kassieren oder zu töten und dann einer Hydra von neuen Machtanwärtern ausgesetzt zu sein, die die Region destabilisieren.
Gruß Andi
Um noch mal auf das eigentl. Thema zurückzukommen:
Eigentlich ist einer der Hauptgründe am Rande schon genannt worden. Das MG ist als Schwerpunktwaffe ggf. für die Masse des Feuers zuständig, bspw. sperren, Fnd niederhalten usw. Dies kann ausschließlich mit massivem Feuer, also Dauerfeuer erreicht werden.
Darauf ist das MG im Gegensatz zum G3 oder G36 ausgelegt, und genau deshalb gibt es beim MG keine Schalterstellung für Einzelfeuer (auch wenn das manuell tatsächlich machbar ist :) ).
Um wirklich massives Dauerfeuer geben zu können, muß das Problem der heißgeschossenen Rohre gelöst werden.
Beim G3/G36 bleibt hierzu nur, daß der Soldat sich 'ne "Pause" gönnt und das Feuer komplett einstellt! Das ist im Feuergefecht ein wenig ungünstig und dauert je nach Außentemperatur ein wenig.
Mit dem G3 habe ich das im Sommer erlebt. Nach einigen Hundert Schuß, hackte da so einiges und das Rohr verschmorte sogar die Wiese auf dem es lag. Dauerte einige Minuten, bis es runtergekühlt war.
Beim MG kann man das Rohr aus genau diesem Grund wechseln. Mit etwas Übung dauert der Wechsel hier nur einige Sekunden bevor das Feuer wieder aufgenommen werden kann.
Der Rohrwechsel ist bekanntlich bei unseren Sturmgewehren nunmal nicht möglich.
Und für die Fliegerabwehr bieteten sich auch nur Feuerstöße und kein Einzelfeuer an. Das MG ist hierfür eindeutig besser geeignet (FlaVisier, Halterungsvorrichtungen, Kadenz, ...).
Im Vergleich zum G36 ist das Kal. 7,62 für harte Ziele, bzw. das Durchdringen von Deckungen (Holz usw.) besser geeignet. Hier nutzt man grds. eher das MG, als ein Sturmgewehr.
Naja das MG 3 ist mit seinem Kaliber leider etwas überholt. Das Nato Kaliber ist ja mittlerweile ein anderes.
Nicht nur der Rohrwechsel ist ein Problem sonder der Verschluß muss auch gewechselt werden, das kann auch in eine Gefechtslage fallen.
Ich wurde damals noch so ausgebildet das man das MG eher flankierend einsetzt mit kurzen Feuerstöfen,
ZitatUnd für die Fliegerabwehr bieteten sich auch nur Feuerstöße und kein Einzelfeuer an
Beim Einsatz des MG zur Fliegerabwehr wird das Ziel tatsächlich sogar nur mit einem einzigen Feuerstoß bekämpft. Es gibt da sogar einen Hptm in Todendorf, der richtig sauer wurde, wenn man mit Mun zurückkam...aber das wird off topic. ;)
Zitat von: mailman am 06. Februar 2009, 20:06:15
Naja das MG 3 ist mit seinem Kaliber leider etwas überholt.
Nein, denn 5,56mm ist auf Situationen ausgelegt in denen man grundsätzlich von weichen Zielen ausgeht. Eben deswegen ist es richtig und wichtig über ein schlagkräftiges 7,62 mm MG zu verfügen und ein paar G3 im Schrank zu behalten.
Gruß Andi
Da stimme ich Andi zu.
5,56 mm haben eine Geschoßenergie von ca. 1700 Joule (G36), 7,62x51 hingegen von etwa 3000 Joule (MG3).
Entsprechend der Energie und der v0 sind auch die ballistischen Eigenschaften unterschiedlich.
Hinzu kommen die unterschiedlichen Ausstattungen. Ein G36 auf FzLafette ist mir bspw. unbekannt.
Fazit: Das MG3 ist nunmal als Schwerpunktwaffe für den Einsatz als Feuerschwerpunkt, Fliegerabwehr und gegen harte/härtere Ziele ausgerichtet, das G36 hingegen als klassisches Sturmgewehr für kürzere Distanzen und für weiche Ziele.
Ein Vergleich ist also m.E. nicht angebracht, ebenso könnte man eine PzFaust und einen Mörser vergleichen, denn mit beiden kann man theoretisch einen Pz knacken.
Die Waffen der Bw haben schon ihre Daseinsberechtigung.
Das MG mit dem richtigen Mann dahinter, der seine Waffe zu bedienen weiß, ist eine Waffe die ihres gleichen sucht. Auf Erdziellafette hat es auch enorme Vorteile im Häuserkampf, als stationäres MG mit dem du dann einfach alles Hausöffnungen abfährst, da wird keiner mehr aus den Fenstern schießen.
Zur Durchschlagskraft... Mit dem MG kannst du bequem auch mal einen Baum absägen oder dir ne Tür in eine Wand schießen...
Thema Baum absägen ...
l i n k Der Munitionsansatz ist m.E. doch etwas hoch, und nicht jeder hat ne Gatling Gun ...
Thema Tür in die Wand schießen lass ich jetzt einfach mal ... Dafür hat uns der Herr Nobel
d a s h i e r an die Hand gegeben (natürlich mit eingeschobenen Abstandsrohr)
oder etwas dezentral beschafftes ;D
Ein MG auf Feldlafette hat im Häuserkampf gleich gar keinen Wert. Viel zu unflexibel bei Stellungswechsel und weite Schußentfernungen hat man im urbanen Gelände nicht unbedingt. Auch hat man mit ner Lafette nicht den Wirkungsbereich wie beim Zwobein.
Eine Feldlafette evtl. in der Verteidigung um eine Straße oä. zu sperren. Aber wie oben bereits geschrieben, zu unflexibel ...
Die Feldlafette dient als Richt- und Schießgestell für das MG gegen Erdziele. Daher auch oft die Bezeichnung 'Erdziellafette'. Sie ermöglicht
- das Schießen langer Feuerstöße auf Entfernungen bis zu 1200m,
- das Bekämpfen großflächiger Ziele, indem der Schütze die Geschoßgarbe nach der Breite (Breitenfeuer) oder nach der Tiefe (Tiefenfeuer) auseinanderzieht,
- das sichere Vorbeischießen an der eigenen Truppe, das Schießen durch Lücken und Überschießen,
- das Festlegen des MG für das Schießen bei eingeschränkter Sicht.
Horrido
Meinem Vorredner kann ich fast nichts hinzufügen.
In puncto Häuserkampf stimme ich absolut zu, viel zu unflexibel, allerdings schon im Straßenkampf kann ein MG zur Wirkung gelangen. Auf Lafette auf einem Pz ist es immerhin deutlich flexibler als dessen Rohr, gerade in engen Straßen. Der neue Leo wurde nicht umsonst mit einem ferngesteuerten (vom Innenraum) Maschinengewehr (oder BMK?) ausgerüstet.
Was die tollen Geschichten hinsichtlich Tür öffnen, Löcher in Wände schießen usw. angeht: Ja, das geht, aber es kommt immer auf den Mun.Ansatz und die zur Verfügung stehende Zeit an. Der schnellere Türschlüssel ist sicherlich eine gescheite Granate oder eben Sprengstoff pur.
Nebenbei. In einer Stellungsnahme auf eine Anfrag der FDP (24.09.2008) hat das Verteidigungsministerium gesagt das ab 2012 das MG3 durch ein nachtkampffähigen Nachfolger ersetzt werden soll
Zitat von: Waldläufer am 09. Februar 2009, 22:37:43
Meinem Vorredner kann ich fast nichts hinzufügen.
In puncto Häuserkampf stimme ich absolut zu, viel zu unflexibel, allerdings schon im Straßenkampf kann ein MG zur Wirkung gelangen. Auf Lafette auf einem Pz ist es immerhin deutlich flexibler als dessen Rohr, gerade in engen Straßen. Der neue Leo wurde nicht umsonst mit einem ferngesteuerten (vom Innenraum) Maschinengewehr (oder BMK?) ausgerüstet.
Was die tollen Geschichten hinsichtlich Tür öffnen, Löcher in Wände schießen usw. angeht: Ja, das geht, aber es kommt immer auf den Mun.Ansatz und die zur Verfügung stehende Zeit an. Der schnellere Türschlüssel ist sicherlich eine gescheite Granate oder eben Sprengstoff pur.
ich hab nicht gesagt daß im Häuserkampf ein MG nutzlos ist, sondern nur die Feldlafette. Im Häuserkampf ist das MG DIE Schwerpunktwaffe um Räume zu säubern. Handgranaten, wie oft ausgebildet in jeden Raum zu schleudern ist absoluter schwachsinn, da bereits 3-5 Handgranaten ausreichend sind um ein Haus zum Einsturz zu bringen (Druckwelle beschädigt die tragenden Wände)
(muß mal auf meiner Festplatte den Lehrfilm suchen. Wirkung einer Handgranate im Haus)Und bis man mit nem MG ein Loch in der Wand hat um durchzusteigen ist der III. Weltkrieg vorbei.
Horrido
Zitat von: Fitsch am 10. Februar 2009, 14:16:14
Handgranaten, wie oft ausgebildet in jeden Raum zu schleudern ist absoluter schwachsinn, da bereits 3-5 Handgranaten ausreichend sind um ein Haus zum Einsturz zu bringen (Druckwelle beschädigt die tragenden Wände)
(muß mal auf meiner Festplatte den Lehrfilm suchen. Wirkung einer Handgranate im Haus)
Wenn es der Lehrfilm ist den ich kenne: nicht 100% glauben, die üble Wirkung wird nur in stark verdämmten Räumen erreicht
Unter anderen Bedingungen, weniger verdämmten Räumen, evtl noch beschädigte Decke/Dach etc hat der Druck mehr Möglichkeiten zu entweichen; diese Wenns dürften in der Realität wesentlich häufiger auftreten als ein komplett zugemachter Raum.
Kommt noch hinzu, dass es mehr als ein historisches Beispiel exzessiven Handgranatengebrauchs im Ortskampf gibt, ohne dass massenhaft Sturmtrupps durch einstürzende Neubauten verloren gingen ;)
schon klar. Wenn die Luft raus kann zerschnellts den Ball ned ;D ;D ;D
Also in einem Fertigbauhaus wäre ich auch äußerst zurückhaltend mit dem Einsatz von HGr. Aber das Thema Druck(-welle) sollte man tatsächlich im Hinterkopf halten im Häuserkampf.
Ansonsten scheinen wir uns einig, daß das MG seine Daseinsberechtigung hat, sei's auf dem Feld oder im Häuserkampf. Es kommt auf die richtige Verwendung an.
Was die Nachtkampffähigkeit betrifft ist das sicherlich ein Manko des guten alten MG3. Beim Nachfolger sollte man sich aber darüber im Klaren sein, daß ein optisches Nachtvisier (Restlicht, Wärmebild usw.), nicht sinnvoll ist, oder wer traut sich, bei Feuerstößen seine Pupille ans Glas zu pressen? :)
Dann lieber ein gesondertes Nachtglas!
Zitat von: Waldläufer am 10. Februar 2009, 23:49:13
in einem Fertigbauhaus
Ein Fertigbauhaus würde ich nach Möglichkeit gar nicht betreten sondern von Außen zersieben lassen :D
Ja, man merkt hier schon die kleinen Unterschiede zwischen Infanteristischem houseclearing und einem Zugriff. ;) Bei letzterem bleibt das Gebäude nämlich stehen.
Eure Kundschaft ist auch anders strukturiert als unsere ;D
Richtig, die Hausbesuche des Heeres sind etwas "nachdrücklicher".
Aber auch bei einem Fertigbauhaus sollte man vorher sicher sein, daß das Haus vom Fnd. besetzt ist, nur als Hinweis. Diese Spezies namens Zivilisten ist nämlich zu schonen wenn möglich.
Zitat von: Waldläufer am 12. Februar 2009, 22:31:19
R Diese Spezies namens Zivilisten ist nämlich zu schonen wenn möglich.
die fallen dann unter kolateral schäden ;)
oder Kollosalschäden - je nachdem wie groß das Haus war ;D
Ihr beiden könntet glatt die beiden Resis sein, die beim letzten AGSHP-Schießen links von mir lagen beim Szenario "Demonstranten-Gruppe kommt auf Bw-Straßensperre zu".
Diese Kalter-Krieg-Veteranen hatten die Hälfte der zivilen (!) Gruppe schon kurz nach dem Erscheinen "ausgeschaltet", den Rest noch rechtzeitig, bevor die auch nur auf Rufentfernung herankamen.
Gut, der Terrorist mit der Handgranate war dann logischerweise auch dabei, aber die anderen ca. 10 Zivilisten hätten das in der Realität weniger amüsant gefunden.
Gehört jedenfalls nicht zu einem AGSHP-Schießen, das kann man zu Hause bei einem Ego-Shooter machen wenn man soetwas braucht.
bevor´s hier zu off topic wird, back to "Vorteil von MG´s"
Einen einzelnen Bewaffneten Demonstraten aus einer Demonstrantenmenge herauszufiltern gehört also nicht dazu, wie uns unser Waldläufer verdeutlicht hat.
Horrido
PS: nein ich war bei dem Resi-Ballern (leider) nicht dabei ;D
Zitat von: Waldläufer am 13. Februar 2009, 22:29:25
Diese Kalter-Krieg-Veteranen
Die verschiedenartige Ausbildung "heute" und "früher" kann in der Tat zum Problem werden, das hab ich bei der letzten Wehrübung gemerkt ;D
Muss ja nicht immer so ausarten wie geschildert, aber ist immer für Anekdoten gut ;)