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Beschwerde-Rekord: Bundeswehrreform frustriert Soldaten

Begonnen von Tolux, 29. Dezember 2013, 13:11:51

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Rollo83

Ich hab das doch gar nicht auf Vorgesetzte bezogen oder generell auf irgendeine bestimmte Gruppe.
Das war total allgemein gehalten und zieht sich eigentlich durch alle Dienstgradgruppen.

KlausP

Zitat von: Rollo83 am 29. Dezember 2013, 19:28:16
Ich hab das doch gar nicht auf Vorgesetzte bezogen oder generell auf irgendeine bestimmte Gruppe.
Das war total allgemein gehalten und zieht sich eigentlich durch alle Dienstgradgruppen.


Deshalb ja meine Verwunderung ...
StOFä (NVA) a.D., StFw a.D.
aktiver Soldat vom 01.11.71 bis 30.06.06, gedient in zwei Armeen

miguhamburg1

Danke für die Präzisierung. Doch auch dadurch wird die allgemein gehaltene Aussage nicht zutreffender. Denn der Anteil an Menschen, die für sich selbst Verantwortung übernehmen, wird wohl kaum signifikant abgenommen haben. Schon gar nicht innerhalb der Bundeswehr. Warum auch? Was sicher richtig ist, ist der Umstand, dass sich Kommunikationsgewohnheiten, nicht zuletzt aufgrund des Internets und seiner Möglichkeiten verändert haben.

InstUffzSEAKlima

Es ist in der Tat erschreckend, wie sich der Umgang zwischen Menschen untereinander in jüngster Zeit geändert hat. Selbst Kollegen kommunizieren mittlerweile über Mesengerdienste ihrer Smartphone, obwohl sie nur wenige Meter voneinander entfernt sind.
Überall beobachtet man diese Entwicklung und den Rückgang, das direkte Gespräch an die zuständigen Personen zu richten. Selbst hier schreiben Fragesteller viele eher eine Anfrage, statt jemanden in der Einheit darauf anzusprechen.

FoxtrotUniform

Dass man den  Persführer auf eigene Faust kontaktiert, erbost auch so manchen Chef oder Kommandeur ::). Aber über das schlechte Kommunikationsverhalten hat sich das Anspruchsdenken vor allem  bei jüngeren Soldaten durchgesetzt.  Ich habe die Bundeswehr immer als Fürsorglichen Arbeitgeber erlebt - auch wenn einiges nicht rund läuft.
Es ist neunmal ein Geben und Nehmen.Wer auch mal nicht af die Uhr schaut wenn viel los ist und Arbeit sucht, bekommt auch mal einen Goodie.

Aber was man täglich für Typen erlebt.Da steht der 25 jährige Vater vor einem Jahr und fordert mit seinem FvD Konto ins Minus gehen zu dürfen, weil er nicht wusste, dass die Schule seiner Tochter noch Ferien hat und er jetzt keinen für das Kind hat... Die Frau kann ja nicht spontan frei nehmen, da sie bei einem privatwirtschaftlichen Unternehmen tätig ist. Dafüber schreiben manche Soldaten eine Eingabe.

Aber man darf auch nicht ausser acht lassen, dass die Reform mal wieder nicht so rund wie erhofft läuft und es unter Umständen gut ist, den Wehrbeauftragten zu Instrumentalisten, um grobe Missstände aufzuzeigen und dafür auch ein breites Forum zu finden.





Hochmut kommt vor dem Fall  ::)

miguhamburg1



Aus meiner Sicht kommt mit dem Begriff "Beschwerde" ein falscher Zungenschlag in die Kopfe der Leser entsprechender Zeitungs-/Fernsehmeldungen, die sich zum Teil auch hier im Forum niederschlagen. Mit der gegenwärtigen Reform wird die gesamte Organisation "Bundeswehr" von den Füßen auf den Kopf und umgekehrt gestellt. Auch wenn die handwerklichen Fehler insbesondere der Politik hinlänglich bekannt sind, darf doch nicht angenommen werden, dass bei so einem Vorhaben alles glatt geht. Das ist doch selbst bei den zumeist hervorragend organisierten Vorhaben von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft nicht der Fall, wie wir immer wieder feststellen können/müssen. Jeder Soldat hat das Recht, ohne Einhaltung des Dienstweges eine Eingabe an den Wehrbeauftragten zu richten. Darum geht es bei einigen der zuvor beleuchteten Aspekte gar nicht. Wer meint, mit seiner Eingabe Zustände zu verändern, die ihn/sie belasten, mag dies doch tun, wenn er/sie dem eigentlich dafür vorgesehenen Beschwerde- und ggf. Klageweg nicht traut, obgleich dies in vielen Fällen sicher viel effektiver wäre, um Missständen abzuhelfen.

Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die veränderten Kommunikationsgewohnheiten unter Soldaten dazu führten, dass sich die Zahl der Eingaben an den Wehrbeauftragten erhöhten. Ich habe eher den Eindruck, dass dies die Fortsetzung eines seit längerer Zeit erkennbaren Trends in unserer Gesellschaft ist, sich gegen alles Mögliche zu wehren oder selbst bei geringfügigen Anlässen den Rechtsweg zu besctreiten, Nacbarn zu verklagen etc. Und zwar, - leider! - ohne zuvor zu versuchen, sein (vermeindliches) Recht zunächst mal auf den tatsächlichen bestand zu prüfen, Gespräche zu suchen, sich an Vertrauenspersonen wegen Vermittlung zu wenden, niedrigschwellige Mittel zur Abhilfe zu gehen.

Dafür dürfte eher ein bei Vielen übersteigerter Egoismus ursächlich sein, was wiederum auch dem gesellschaftlichen Trend entspräche.

Kaiserkatze



ZitatAuch wenn die handwerklichen Fehler insbesondere der Politik hinlänglich bekannt sind, darf doch nicht

angenommen werden, dass bei so einem Vorhaben alles glatt geht. Das ist doch selbst bei den zumeist hervorragend

organisierten Vorhaben von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft nicht der Fall, wie wir immer wieder

feststellen können/müssen.

Hallo,


Die Bundeswehr macht keine handwerklichen Fehler ?

Wie öffentlich immer gesagt wurde, war die Bundeswehr auf den Einsatz in Afghanistan (und damit das Profil solcher Einsätze ansich) nicht vorbereitet. Das ist doch ein Fehler, der in seinen Ausmaßen nicht überbewertet werden kann. Wie weit das nun zutrifft, dass kann ich natürlich nicht beurteilen.

Ich habe allerdings neulich eine Dokumentation gesehen (Unser Krieg). Dabei wurde gezeigt, dass Soldaten der Bundeswehr in einen Hinterhalt gerieten und im Laufe des Gefechts und Rückzug drei Soldaten gestorben sind.

Da habe ich mich folgendes gefragt:

1. Wo waren die weitreichenden Waffen, die Unterstützung, die Aufklärung ?

In der Dokumentation wurde auch das Sprengstoffattentat auf ungepanzerte Truppentransporter der Bundeswehr dargestellt.

Da habe ich mich folgendes gefragt:

2. Hat die Bundeswehr die Richtlinien zur Partisanenbekämpfung der Wehrmacht nicht als Basis für eine Weiterentwicklung für solche Szenarien herangezogen ?

Wenn sich nun meine zwei Punkte (Unterbesetzung und schlechte Ausrüstung) bestätigen, dann darf man doch schon von handwerklichen Fehlern sprechen.

Andi

Zitat von: Kaiserkatze am 30. Dezember 2013, 19:57:39
1. Wo waren die weitreichenden Waffen, die Unterstützung, die Aufklärung ?

Weitreichende Waffen waren und sind vorhanden, nur ist der Sinn eines Hinterhaltes den Feind aus einer überlegenen Position heraus anzugreifen und an Entfaltung und optimaler Waffenwirkung zu hindern.
Wenn mit "weitreichenden Waffen" Artillerie o.ä. gemeint sein sollen waren diese damals politisch nicht opportun. Nicht zuletzt hatte die Infantrie ja gerade erst z.B. Mörser aus haushalterischen Gründen verloren.

Unterstützung gibt und gab es soweit Operationen in völlig überdehnten Operationsräumen mit extrem schlechter Infrastruktur und geografischen Extremen dies zulassen. Dies hat das deutsche Parlament vermutlich bei der Festlegung der Mandatsobergrenze jedes Jahr bedacht und deswegen oder trotzdem so entschieden, wie entschieden wurde.

Aufklärung ist eine Frage von Kräften, Fähigkeiten und Mitteln, all dies unterliegt politischen Vorgaben und Grenzen. Ein Hinterhalt kann aber sinniger Weise auch bei bester Aufklärung vorkommen, denn auch der Feind ist nicht komplett blöd.

Zitat von: Kaiserkatze am 30. Dezember 2013, 19:57:39
2. Hat die Bundeswehr die Richtlinien zur Partisanenbekämpfung der Wehrmacht nicht als Basis für eine Weiterentwicklung für solche Szenarien herangezogen ?

Gott bewahre, das wäre politisch wie auch völkerrechtlich nicht möglich. Aber man hat von politischer Seite bei Beginn des Afghanistaneinsatzes beispielsweise russische/kirgisische Hilfe in Bezug auf Afghanistanerfahrung abgeehnt.

Zitat von: Kaiserkatze am 30. Dezember 2013, 19:57:39
Wenn sich nun meine zwei Punkte (Unterbesetzung und schlechte Ausrüstung) bestätigen, dann darf man doch schon von handwerklichen Fehlern sprechen.

Ja, der Politik...
Die Bundeswehr untreliegt dem Primat der Politik.

Gruß Andi
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Kaiserkatze

Hallo Andi,

vielen Dank für deine Anmerkung und Belehrung. Entschuldigt bitte, dass ich den Beitrag etwas für meine Interessen missbrauche.

ZitatWeitreichende Waffen waren und sind vorhanden, nur ist der Sinn eines Hinterhaltes den Feind aus einer überlegenen Position heraus anzugreifen und an Entfaltung und optimaler Waffenwirkung zu hindern.
Wenn mit "weitreichenden Waffen" Artillerie o.ä. gemeint sein sollen waren diese damals politisch nicht opportun. Nicht zuletzt hatte die Infantrie ja gerade erst z.B. Mörser aus haushalterischen Gründen verloren.

Nunja ... aber damit liefert man doch die Soldaten eine unnötige Gefahr aus ? Warum protestiert da die verantwortlichen Führer nicht, die doch in erster Linie gegenüber ihre Truppe verantwortlich sind ?

ZitatGott bewahre, das wäre politisch wie auch völkerrechtlich nicht möglich. Aber man hat von politischer Seite bei Beginn des Afghanistaneinsatzes beispielsweise russische/kirgisische Hilfe in Bezug auf Afghanistanerfahrung abgeehnt.

Das mit der völkerrechtlichen Kompente war mir klar, weshalb ich ja von einer Weiterentwicklung gesprochen habe. Der letzte Punkt ist sehr intressant. Warum hat man diese abgelehnt ?

ZitatDie Bundeswehr untreliegt dem Primat der Politik.

Greift das nicht zu kurz, wenn sich die Armee wieder darauf beruft, dass sie nur ausführendes Organ der Politik ist ?



wolverine

Was soll die Armee denn sonst sagen oder machen? "Schön, dass Ihr in der NATO seid aber wir möchten lieber im anderen Team spielen." Oder wie stellen Sie sich das dann vor?
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Kaiserkatze

Zitat von: wolverine am 30. Dezember 2013, 22:08:28
Was soll die Armee denn sonst sagen oder machen? "Schön, dass Ihr in der NATO seid aber wir möchten lieber im anderen Team spielen." Oder wie stellen Sie sich das dann vor?

Einen Rahmen vorschlagen, der einen gesicherten und erfolgversprechenden Einsatz ermöglicht. Rückblickend wäre man doch dankbar gewesen, wenn man die Sache besser angegangen wäre ... oder ?

Und ich bin sicher, dass die NATO gegen eine zahlreichere und besser ausgerüstete deutsche Truppe bei gleichem Einsatzgebiet nichts gesagt hätte ...


F_K


wolverine

Ganz simpel: Die Armee schlägt den tollen Rahmen vor und die Politik sagt: "Nein". Was dann? Dann macht man mit dem was man hat.
Den Rahmen gibt der Gesetzgeber - die Legislative - vor und die Exekutive führt aus. So funktioniert das!
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Kaiserkatze

Zitat von: wolverine am 30. Dezember 2013, 22:32:25
Ganz simpel: Die Armee schlägt den tollen Rahmen vor und die Politik sagt: "Nein". Was dann? Dann macht man mit dem was man hat.
Den Rahmen gibt der Gesetzgeber - die Legislative - vor und die Exekutive führt aus. So funktioniert das!

Hmmm. Nunja. Warum sollte man den Experten einen Rahmen vorgeben, der eine erfolgreiche Durchführung unwarscheinlich erscheinen lässt ? War es nicht eher so, dass der Rahmen aufgrund der Beratung der Experten vorgegeben wurde ?


ZitatDie Geschichte vom Milchmädchen und deren Rechnung kennst Du?

Ja. Nur bist du wirklich der Meinung, dass die Rechnung so einfach ist ?   ;D






Andi

Zitat von: Kaiserkatze am 30. Dezember 2013, 23:10:03
Hmmm. Nunja. Warum sollte man den Experten einen Rahmen vorgeben, der eine erfolgreiche Durchführung unwarscheinlich erscheinen lässt ?

Weil die Bundesrepublik Deutschland in Form von Regierung, Parlament und auch Teilen der Bevölkerung auf Grund von Geschichte und sicherlich auch mangelndem Realitätsbewusstsein ein massives Problem mit den bundesdeutschen Streitkräften und ihrem bewaffneten Einsatz hat, was massive Auswirkungen auf die Einsätze der Bundeswehr hat. Und ja, dadurch sind auch bereits deutsche Soldaten zu Tode gekommen.
Und wie realitätsfern diese deutsche Praxis ist sieht man beispielsweise am Parlamentsbeteiligungsgesetz für die Auslandseinsätze der Bundeswehr in dem steht, dass ein Mandatsvorschlag der Bundesregierung (und dementsprechend auch jedes Mandat für einen Einsatz) eine Truppenobergrenze umfassen muss, anstatt einfach nur eine Definition von Einsatzraum und erlaubten Mitteln gemäß Völkerrecht vorzugeben (was Sinn gemacht hätte). Dementsprechend nehmen Bundesregierung und Bundestag bereits vor jeder Operation dem militärischen Führer einen elementaren Teil dynamischer Operationsführung: Die Entscheidung über die Anzahl (notwendiger) Kräfte und damit auch gleichzeitig über die einsetzbaren Wirkmittel.

Zitat von: Kaiserkatze am 30. Dezember 2013, 23:10:03War es nicht eher so, dass der Rahmen aufgrund der Beratung der Experten vorgegeben wurde ?

In Bezug auf die Bundeswehr war das noch nie so, wie man auch an den diversen Koryphäen sieht, die bar jeglicher Ahnung von der Materie den Verteidigungsminister/Wehrbeauftragten spielen durften/mussten.

Angesichts der Tatsache um welche Summen es im Verteidigungshaushalt geht an sich schon ein Grund für eine Dauerrüge durch den Bundesrechnungshof.

Gruß Andi
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