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Zusammenfassung

Autor: BSG1966
« am: 08. Dezember 2017, 14:54:30 »

Hab ich auch nie bestreiten wollen.

Ich kann mir aber durchaus vorstellen dass da früher oder später - undgeachtet dessen was der AdmA JETZT sagt - ein Umdenken stattfinden wird hinsichtlich einer möglichen Einbindung von Reservisten. Da das vorhandene Personal sich hinsichtlich der Überbrückung der Vakanzen schon jetzt nicht wirklich begeistert zeigt. Es ist eine Sache, was die Führung für richtig und tauglich erachtet, die andere ist jedoch die, dass das vorhandene Personal nicht wirklich begeistert ist von Schiff zu Schiff zu springen um die Löcher zu flicken.
Autor: ulli76
« am: 08. Dezember 2017, 14:52:09 »

Is klar- genauso wie wir genug Kollegen haben um die landgebundenen Einsätze zu bestücken.

Die Sanität ist tatsächlich ein Sonderfall- es gibt nichts, was es nicht gibt. Aber vieles ist nicht die Regel und mit sehr viel Glück und Zufall verbunden.

Dem hoffnungsvollen Kollegen würde ich empfehlen, sich eine Stelle in einem SanRegiment oder in einem SanZentrum zu suchen (Hat beides Vor-und Nachteile, je nach dem was man machen will. Eine Stelle in einem SanZentrum kann je nach Truppengattungen am Standort für einen Reservisten ganz interessant sein, weil man da auch mal reinschnuppern kann, wenn man sich etwas eingelebt hat. Die Stellen im SanRegiment spiegeln eher etwas den grünen Anteil der Sanität wieder), da Erfahrung zu sammeln und von da ggf. die Fühler zu einer Spezialisierung auszustrecken.
Autor: miguhamburg1
« am: 08. Dezember 2017, 14:41:38 »

Die Marine hat bei ihren Bordärzten aber - auch absehbar - keine Vakanzen, die nicht mit dem vorhandenen Personal überbrückest wären.
Autor: BSG1966
« am: 08. Dezember 2017, 14:09:37 »

Nee die Vakanzen erzeugen Bedarf. das Vakanzenmanagement eines nicht näher genannten Bereiches und meine Einheit sind quasi Brieffreunde. Würde mich nicht wundern, wenn auf diesem Wege schlussendlich doch mal hier doer dort ein Reservist für einen gewissen Zeitraum früher oder später mal den Posten eines Bordarztes übernehmen würde.
Autor: miguhamburg1
« am: 08. Dezember 2017, 13:33:38 »

@ BSG:

Es mag ja sein, dass Angebote Bedarf erzeugen. Aber davor stehen eben in unserem „Betrieb“ für jeden Dienstposten die SollOrg und diesen SollOrg unterlegte Dienstpostenbeschreibungen und Werdegangsforderubgen („Einfallstore“).

Für Bordärzte sind diese Anforderungen ganz klar beschrieben:
Aktive, UTB Marine, Schiffsarztlehrgang mit Qualifikation als Flieger- und Taucherarzt. Und da diese Dienstposten der Marine „gehören“, hat auch nur die Marine den Hut auf. Die Marine will, dass der „Truppenarzt“ ihrer Schiffsbesatzungen eben nicht aus anderen UTB oder mit Res besetzt wird. Im Übrigen sind die Bordarztdienstposten auch nicht als Spiegeldienstposten ausgebracht.

Dies bestätigt durch AdmA Mar.
Autor: BSG1966
« am: 08. Dezember 2017, 13:19:22 »

Ach und. Erfahrungen Schiffsarzt Seiteneinsteiger.

Dies sind alles Einzelfälle und in meinen Augen null repräsentativ. In vielen Fällen ist es so dass sich ein Seiteneinsteiger über kurz oder lang nahtlos in so ein Gefüge einpasst und gut mit allen harmoniert. Da passiert mal hier und da ein kleinerer oder größerer Faux-pas, weil er's halt nicht kennt. Umgekehrt gibt's genauso solche die Fremdkörper sind und bleiben. Das kann aber genausogut mit den "Eigengewächsen" passieren.

Und bitte - nicht "Sani-Dienst". Es gibt "Sanis" und es gibt Sanitätsdienst. Sanitätsdienst wird, wenn abgekürzt, dann San-Dienst.
Autor: BSG1966
« am: 08. Dezember 2017, 13:14:28 »

Die Sache mit dem Schiffsarzt ist in der Tat sehr speziell und war jetzt auch nur so ein Gedanke. Da die Kommentare ja vor allem hierüber gingen würde ich gerne nochmal generell nachhaken:

Was für Erfahrungen habt ihr so als / mit Seiteneinsteigern im Sani-Dienst, v.a. auf Assistenzarztniveau. Was macht man da so?
Es gibt ja zunächst die 1-Monate militärische Ausbildung in der Nähe von München und dann die Offizierslehrgänge.. Wie lange zieht sich das so hin?

Wenn Sie Seiteneinsteiger Schiffsarzt machen wollen, folgender Ablauf:

4 Wochen Seiteneinsteiger Lehrgang München.
2 Jahre Klinik.
ca 11 Monate Lehrgänge (Schiffsarzt, Fliegerarzt, Taucherarzt, diverse andere kleinere Lehrgänge).
2-3 Jahre Schiffsarzt
weiterhin Klinik.

Keine Offizierslehrgänge.
Autor: BSG1966
« am: 08. Dezember 2017, 13:11:35 »

Na ja, ein ungedienter Reservist als Schiffsarzt sehe ich doch mehr als Problematisch an. Da müsste dann schon die eine oder andere Spezialkenntnis vorhanden sein. Z. B. Ahnung von Tauchmedizin. Von den sehr spezifischen Ausbildung für schwimmende Einheiten, wie Brand- und Leckabwehr und andere Rollenausbildungen, die doch sehr Zeitintensiv sind mal ganz abgesehen.

Ich bin zwar schon mit einen Reservisten als Schiffsarzt zur See gefahren aber der war vorher Sanitätzoffizier und ist einige Jahre als Schiffsarzt gefahren.

Nun, wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg. In diesem Jahr war ein Reservist im Taucherarztlehrgang. Im nächsten möglicherweise auch. Wenn der Dienstherr das möchte, kann er auch Reservisten auf den Fliegerarzt- und den Schiffsarzt-Lehrgang schicken.  Brand- und Leckabwehr, da gibts nen einwöchigen Lehrgang am EAZSM für (Schadensabwehr See).

Warum sollte man solche Lehrgänge, die ja echt ne hochwertige Angelegenheit sind, einfach so für Reservisten öffnen? Nun, manche spiegeln auch Dienstposten, bei denen eine solche Qualifikation notwendig ist. Was nutzt es mir, nen Reservisten zu haben, der Doktor soundso vertreten kann, wenn dieser im Urlaub oder Einsatz oder so ist, dieser aber dann eben nicht das abdecken kann, was sein Dienstposten erfordert.

Auch das zur-See-fahren... Es gibt auch sowas wie UTB-Wechsler, die gehen dann auf ne Fregatte ohne je nen Fuß auf ein Schiff gesetzt zu haben.

Dass der Optimalfall natürlich immer der Marine-SanOffz, der am besten auch schon 87 Praktika an Bord gemacht hat und seine Zeit auf der Gorch und 8 Generationen zurückreichende Familienhistorie von Seefahrern, das ist mir völlig klar.

Nur gibt es davon eben nicht so viele. Auch viele, die sich mal für die Schiffsarzt-Nummer entschieden hatten, denken komischerweise ganz ganz anders darüber wenn Frau und Kind da sind und die nicht so zufrieden mit an die 250 Tagen in See jährlich. Da ist man dann doch froh, wenn dann von wo auch immer jemand kommt der sagt, hey ich mach den Job.

Jeder Einsatzgruppenversorger, jede Fregatte und das SSS Gorch Fock haben in der SollOrg 1 ständig eiinen Bordarzt und einen SanMstr. Die gehören in die TSK Marine und zur ständigen Schiffsbesatzung. Dieser Bordarzt ist im Grundbetrieb wie im Einsatz Truppenarzt für die Besatzung und ggf. zusätzlich eingeschiffte Soldaten. Daneben ist er für die Hygiene an Bord sowie die Sanitätsausbildung der Besatzung verantwortlich.
[...]
Ich habe mal beim AdmArzt der Marine nachgefragt. Für den Dienstposten des Bordarztes wurde aufgrund der erforderlichen Zusatzqualiikationen und weil man möglichst lange Stehzeiten als Truppenarzt möchte, noch nie ein Reservist eingeplant oder eingeschifft. Reservisten wurden allenfalls vom ZSanDst als Zahnärzte oder Anästhesisten bei Einsätzen eingeplant.

Alles gut und schön. Fakt ist aber dass bekanntlich Bedarf Eignung schafft. Und Planung Zufall durch Irrtum ersetzt. Es tut sich immer und immer und immer wieder hier und da und dort diese und jene Vakanz auf und es wird früher oder später sein dass auch ein ungedienter Reservist einen Schiffsarztposten wenn auch nur übergangsweise besetzen wird. Natürlich wird eher geschaut dass ich Arzt X mit viel Erfahrung und Qualifikation lieber von seinem Landdienstposten auf das Schiff kommandiere und ihn durch Arzt Y Reserve an Land vertreten lasse.

Nur nimmt die Zahl derer, die überhaupt pflichtgemäß regelmäßig in den Einsatz gehen, stetig ab. Und die Art und Weise, mit der EinsFüKdo und Konsorten mit denen, die gehen, umspringen, trägt kräftig dazu bei dass auch diese irgendwann sagen "lmaa". Nur soviel - ich selbst fliege Montag los, für 3 Monate. Nen Nachfolger gibt es Stand jetzt noch nicht! Im Sommer war es bei einem Kameraden so dass einfach gesagt wurde "jo na wir finden keinen Nachfolger, Sie bleiben erstmal länger bis auf Weiteres" (zumidnest wurde dies versucht). Und es ist wahrlich kein unangenehmer Dienstposten!
Autor: Thomas12
« am: 07. Dezember 2017, 19:16:27 »

Hallo liebe Leute,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Auf den einschlägigen Websites war ich schon, Termin bei der Karriereberatung steht.
Mir ging es jetzt nochmal ein bisschen darum "auf dem kurzen Dienstweg" ein paar Informationen u. vor allem auch persönliche Eindrücke zu bekommen - daher der Post hier.

Die Sache mit dem Schiffsarzt ist in der Tat sehr speziell und war jetzt auch nur so ein Gedanke. Da die Kommentare ja vor allem hierüber gingen würde ich gerne nochmal generell nachhaken:

Was für Erfahrungen habt ihr so als / mit Seiteneinsteigern im Sani-Dienst, v.a. auf Assistenzarztniveau. Was macht man da so?
Es gibt ja zunächst die 1-Monate militärische Ausbildung in der Nähe von München und dann die Offizierslehrgänge.. Wie lange zieht sich das so hin?

Viele Grüße!
Autor: miguhamburg1
« am: 07. Dezember 2017, 13:53:38 »

Naja, aber spätestens im Verband war dann ja ein Änästhesist irgendwo eingeschifft ...
Autor: BulleMölders
« am: 07. Dezember 2017, 08:22:24 »

Das war eine AAG (Ausbildung in Auserheimischen Gewässern) wo wir nach einer längeren Werftliegezeit zu einem vierwöchigen Training in Guantanamo waren.
Danach kam dann der Rest unsereres Verbandes nach und unsere ganze Fahrt hat sechs Monate gedauert.
Autor: Tommie
« am: 07. Dezember 2017, 07:31:37 »

Und in welcher Mission war das "damals(TM)" ;) ? Welchen zusätzlichen Personalbedarf hätten die Vorgaben erfordert? Flüchtlinge oder Seenotrettung oder ... ? Oder war das einfach nur ein Ausbildungsauftrag einer seegehenden Einheit, damals, als der feind noch aus dem osten kam ;) ?
Autor: BulleMölders
« am: 06. Dezember 2017, 15:25:35 »

Also wir sind 1990 fast 6 Wochen als Einzelfahrer auf der anderen Seite des Atlantiks herumgeschippert, nur mit der normalen Sanbesetzung an Bord.
Autor: Andi
« am: 06. Dezember 2017, 14:52:26 »

Seit Beginn von unseren ganzen Mittelmeermissionen im Rahmen der politischen Antwortversuche auf Migrationsbewegungen und der massiv erhöhten Anzahl der Marine-Einheiten, die ständig im Einsatz stehen ist leider die Ausnahme die Regel geworden.

Und da es da in den nächsten Jahren weder personell, noch einsatztechnisch eine absehbare Änderung in der Lage gibt hat derzeit jeder Arzt sehr gute Chancen an Bord eingesetzt zu werden.

Aber das ist ja tatsächlich kein Marineproblem, sondern nur eines von vielen im ZSanDst, die uns immer wieder und immer drastischer einholen. :(

Gruß Andi
Autor: miguhamburg1
« am: 06. Dezember 2017, 14:33:52 »

Laut Auskunft des AdmA Marine ist das tatsächlich die Ausnahme, wenn zu viele Anästhesisten in anderen Einsätzen gebunden sind.
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