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Autor Thema: 6. Änderung zur VersMedV  (Gelesen 12328 mal)

LwPersFw

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6. Änderung zur VersMedV
« am: 13. Februar 2019, 20:26:21 »

Aktuell ist die

Sechste Verordnung zur Änderung der Versorgungsmedizin-Verordnung

in der Bearbeitung. Federführung hat das BAS

Was will der Verordnungsgeber:

"A. Problem und Ziel

Die in der Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung festgelegten „Versorgungs-
medizinischen Grundsätze“ sind auf der Grundlage des aktuellen Stands der medizinischen
Wissenschaft fortzuentwickeln. Dabei sind die Grundsätze der evidenzbasierten Medizin
anzuwenden. Der Ärztliche Sachverständigenbeirat Versorgungsmedizin hat eine Anpas-
sung der Anlage an den aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft und der versor-
gungsmedizinischen Erfordernisse empfohlen. Diese Empfehlungen betreffen insbeson-
dere den neu gefassten Teil A „Gemeinsamen Grundsätze“ sowie die fachspezifischen Be-
gutachtungsgrundsätze für „Sehfunktionen und verwandte Funktionen“, für „Funktionen des
hämatologischen und des Immunsystems“ und für „Muskuloskeletale Funktionen“." 



Diese Verordnung ist äußerst wichtig, da auf dessen Grundlage der Grad der Schädigungsfolgen (GdS) gebildet wird.
Ebenso wird damit die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) ermittelt.

Beide Werte sind für alle Menschen relevant, die von einer Behinderung betroffen sind, die mindestens mehr als 6 Monate andauern wird, bzw. dauerhaft sein wird.

Im Anhang der Entwurf...

Und die Stellungnahme des VdK und des DGB dazu...

m.E. ist auch mit Verschlechterungen zu rechnen...

...wenn der Entwurf in dieser Form verabschiedet wird...


Im Internet finden sich noch weitere Stellungnahmen.
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ulli76

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #1 am: 13. Februar 2019, 20:32:06 »

Die Vorschrift ist quasi die Bibel des Entschädigungsrechts.
(Gibt noch ein Buch mit Beispielen und früheren Entscheidungen der Gerichte, das ist auch ziemlich wichtig).
Damit sollte sich jeder beschäftigen, der eine größere WDB durchbekommen will. Erspart die ein oder andere Enttäuschung.
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Griffin

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #2 am: 14. Februar 2019, 22:44:38 »


... ja, ich kann @LwPersFw nur zustimmen, sollte der Entwurf unverändert Gesetz werden, so wäre dies in einigen Bereichen klar von Nachteil für die Betroffenen.

Einmal mehr wird hier klar, was ich bereits zuvor ausführte, dass nämlich GdS, GdB und MdE unterschiedlich von einander betrachtet und festgelgt werden. Einzig werden sie alle auf der selben Gesetzes-/ Verordnungsgrundlage ermittelt.

Und so wird es in Zukunft häufiger vorkommen, dass Betroffenen einander differierende GdS, GdB und MdE beschieden werden.
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LwPersFw

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #3 am: 16. Februar 2019, 10:18:37 »


... ja, ich kann @LwPersFw nur zustimmen, sollte der Entwurf unverändert Gesetz werden, so wäre dies in einigen Bereichen klar von Nachteil für die Betroffenen.

Einmal mehr wird hier klar, was ich bereits zuvor ausführte, dass nämlich GdS, GdB und MdE unterschiedlich von einander betrachtet und festgelgt werden. Einzig werden sie alle auf der selben Gesetzes-/ Verordnungsgrundlage ermittelt.

Und so wird es in Zukunft häufiger vorkommen, dass Betroffenen einander differierende GdS, GdB und MdE beschieden werden.


@Griffin,

Im sozialen Entschädigingsrecht, wozu auch das SVG zählt, wurde zum 01.01 2008 die MdE durch den GdS ersetzt.

Siehe als Beispiel ... die Formulierungen in folgendem Urteil

BSG, Urteil vom 18.11.2015  - Aktenzeichen B 9 V 1/15 R

https://www.rechtsportal.de/Rechtsprechung/Rechtsprechung/2015/BSG/Anerkennung-einer-Wehrdienstbeschaedigung-im-Versorgungsrecht-Zulaessigkeit-einer-Herabsetzung-der-MdE-nach-einer-wesentlichen-Besserung-der-Wehrdienstbeschaedigungsfolgen-Anwendbarkeit-von-62-Abs.-3.-S-1-BVG-Berechnung-der-10-Jahresfrist


Auszüge:

"Die Herabsetzung des für die Bemessung der gewährten Versorgung maßgeblichen Grads der Schädigungsfolgen (Minderung der Erwerbsfähigkeit) wegen einer Besserung..."

"§ 62 Abs 3 S 1 BVG in der hier anzuwendenden Fassung der Bekanntmachung vom 13.12.2007 (BGBl I 2904) lautet:


"Bei Versorgungsberechtigten, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, ist der Grad der Schädigungsfolgen wegen Besserung des schädigungsbedingten Gesundheitszustandes oder einer Änderung der Verordnung nach § 30 Abs 7 infolge neuer medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht niedriger festzusetzen, wenn er in den letzten zehn Jahren seit Feststellung nach diesem Gesetz unverändert geblieben ist."

Im Zeitpunkt der Herabsetzung des GdS (MdE) von 40 auf unter 25 vH hatte der Kläger..."



"Entgegen dem Vorbringen der Revision ist bei der Fristberechnung nach § 62 Abs 3 S 1 BVG für den Beginn der Zehn-Jahres-Frist nicht auf den Zeitpunkt abzustellen, ab dem die MdE (GdS) zuerkannt worden ist, hier der 1.11.1969. Dies ergibt sich bereits aus dem Wortlaut der Regelung. So hat der 9a Senat des BSG bereits mit Urteil vom 6.7.2006 (B 9a V 4/05 R - SozR 4-3100 § 62 Nr 1 RdNr 24 f) ausgeführt, dass § 62 Abs 3 BVG auf den Fristablauf "seit Feststellung nach diesem Gesetz" abstellt und damit deutlich macht, dass es auf einen mindestens zehnjährigen Leistungsbezug nach einer unveränderten MdE - jetzt GdS - ankommt"






Oder hier:

LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 26.06.2014 - L 6 VS 4393/13

https://openjur.de/u/708179.html


"Nach § 31 Abs. 1 Satz 1 BVG erhalten Beschädigte eine monatliche Grundrente bis zum 31.12.2008 bei einer MdE und ab 01.01.2009 bei einem GdS ab 30. MdE und GdS sind gemäß § 30Abs. 1 Satz 1 BVG nach den allgemeinen Auswirkungen der Funktionsbeeinträchtigungen, die durch die als Schädigungsfolge anerkannten körperlichen, geistigen oder seelischen Gesundheitsstörungen bedingt sind, in allen Lebensbereichen zu beurteilen. MdE und GdS sind nach Zehnergraden von 10 bis 100 zu bemessen; ein/e bis zu fünf Grade geringere/r MdE oder GdS wird vom höheren Zehnergrad mit umfasst (§ 30Abs. 1 Satz 2 BVG).

Für die Beurteilung der bis zum 31.12.2008 maßgeblichen MdE und des ab 01.01.2009 maßgeblichen GdS gelten dieselben Grundsätze.

Im Folgenden wird daher allein auf die Beurteilung des GdS Bezug genommen."




Sollte das BAPersBw in einem Bescheid unterschiedliche Werte für GdS und MdE anführen, kann ich jedem Betroffenen nur dringend raten, innerhalb der Widerspruchsfrist, die im Bescheid genannt wird, umgehend Widerspruch einzulegen und - unter Berufung auf die Rechtsprechung des BSG - zu fordern, beide Werte, bezogen auf den höheren Wert, gleich festzusetzen.
« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 11:10:14 von LwPersFw »
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LotseBert

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #4 am: 16. Februar 2019, 14:50:57 »

Mir ist aus den letzten 2 Jahren kein WDB Bescheid bekannt in dem was anderes als ein GdS angegeben gewesen wäre...

Zum Änderungsentwurf kann ich nur sagen dass aus meiner Sicht gerade bei den einsatzgeschädigten  Soldaten sehr häufigen psychoreaktiven Störungen warscheinlich nach in Krafttreten der neuen Verordnung regelmäßig zu befristeten Bescheiden  kommen könnte was aus meiner Sicht zu einer massiven psychischen Mehrbelastung bei den Betroffenen wenn nicht sogar unter Umständen zu massiven Verschlechterungen der Symptomatik führen kann. 
Gerade in der Arbeit mit traumatisierten Soldaten ist sehr häufig zu beobachten wie die  sehr lange teilweise über Jahre gehende Ungewissheit über den Ausgang des WDB Verfahrens die Soldaten zusätzlich extrem massiv belastet. Wenn jetzt in Zukunft nach einem wdb Verfahren dass an sich schon regelmäßig 1-2 Jahre dauert eine Heilungsbewährung bzw Befristung des Bescheides für z.B 2 oder sogar 5 Jahre festgestellt wird heißt dies für den Betroffenen weitere Jahre der Ungewissheit wie eine Begutachtung nach der Frist verläuft.


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Griffin

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #5 am: 16. Februar 2019, 21:41:40 »


... @LotseBert, muss ich insofern widersprechen, dass mir sind allein aus 2018 nicht wenige Bescheide bekannt sind, in denen von MdE und nicht vom GdS die Rede ist. Jedoch stammen diese Bescheide nicht aus dem Hause BAPersBw und betreffen nicht direkt das WDB-Verfahren. Diese Bescheide kommen aus dem BMVg - hier betreffen sie vorrangig Einmalzahlungen und von vor allem der GZD, welche die Ruhegehaltsbescheide für BS erstellt. Und in diesen monetären Vorgängen wird stets Bezug auf die MdE genommen.

Außerdem und wie von mir bereits angeführt, hat die 6. Änderung VerMedV (Entwurf) ausdrücklich zum Ziel wieder zw. GdB, GdS u. MdE zu differenzieren bzw. Alleinstellungsmerkmale zu schaffen.

Ich gebe @LotseBert unbedingt Recht, dass die Befristung des GdS bei psychischen Erkrankung eine zusätzliche Last für die Betroffenen ist.
Aber auch hier kann ich nur feststellen, dass dies in der Vergangenheit bereits häufig der Fall bei WDB-Verfahren war. Denn widerum sieht genau hier der Dienstherr eine Chance - und das wünsche ich allen Betroffenen sehr, wenn es auch ehr unwahrscheinlich ist - das sie wieder sich stabilisieren und mglw. genesen; und in der Folge der GdS noch unten zu korrigieren ist. Nur bleibt die Frage offen, ob dies den Betroffenen unter diesem Damoklesschwert überhaupt möglich ist?!

Wenn man von den geplanten Befristungen der 6. Änderung einmal absieht, ist m.E.n. für psychisch Kranke mit einer Verbesserung zu rechnen, da immer wieder mit Nachdruck daraufhin gewiesen wird, dass die Einschränkung der Teilhabe am gesell. Leben oberste Priorität hat und Maß der Dinge in den Wertungen/ Begutachtungen sein soll. Und diese Menschen sind i.d.R. im Besonderen von dieserart Einschränkungen betroffen.

Vor allem bleibt abzuwarten, wann und wie nunmehr eine valide Verordnung erfolgt.
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ulli76

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #6 am: 16. Februar 2019, 21:50:27 »

Es ist auf jeden Fall eine zweischneidige Sache. Einerseits soll der Betroffene ja seinen Ausgleich bekommen, andererseits ist das immer wieder ein Therapiehinderniss. Wenn es dem Betroffenen besser geht, verliert er ja seine Ansprüche. Das muss nicht unbedingt bewusst passieren.

Was teilweise sehr unsensibel gehandhabt wurde, war/ist dass selbst bei offensichtlich nicht mehr möglicher Verbesserung (z.B. verlust von Körperteilen, irreversibler Ausfall von Organen) noch Nachuntersuchungen angesetzt wurden/werden.

Andere Behörden und Unfallversicherungen sehen übrigens auch Nachuntersuchungen vor, das gibt es nicht nur bei der Bundeswehr. Hat man vernünftige Unterlagen geht das auch recht problemlos und man entdeckt so auch Verschlechterungen oder Verletzungen/Verletzungsfolgen die bisher nicht beachtet wurden.
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LwPersFw

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #7 am: 17. Februar 2019, 08:22:50 »


... @LotseBert, muss ich insofern widersprechen, dass mir sind allein aus 2018 nicht wenige Bescheide bekannt sind, in denen von MdE und nicht vom GdS die Rede ist. Jedoch stammen diese Bescheide nicht aus dem Hause BAPersBw und betreffen nicht direkt das WDB-Verfahren. Diese Bescheide kommen aus dem BMVg - hier betreffen sie vorrangig Einmalzahlungen und von vor allem der GZD, welche die Ruhegehaltsbescheide für BS erstellt. Und in diesen monetären Vorgängen wird stets Bezug auf die MdE genommen.


Dann stellt sich die Frage... wo kommen diese Werte her ?
Und diese können nicht vom BMVg und auch nicht von der GZD stammen.

Nur die Versorgungsverwaltung, sprich aktuell das BAPersBw, legt diese Werte fest.

Beachten muss man natürlich... und trennen ... Fälle der Festsetzung bis 31.12.2008 und ab 01.01.2009...

Ich bestreite ja nicht, dass dies in Bescheiden steht ... ich bin aber der Meinung ... es ist nicht korrekt und ich würde, auf Grundlage der genannten Rechtsprechung, dagegen vorgehen.
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ulli76

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #8 am: 17. Februar 2019, 09:49:40 »

Evtl. einfach von den vorherigen Bescheiden übernommen?
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LwPersFw

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #9 am: 17. Februar 2019, 16:17:52 »

Ich bin ja selbst Betroffener und hatte 2009 noch einige Fragen, explizit zum Thema Einmalzahlung (damals noch 80000 €) und erhöhtes Unfallruhegehalt.

Um verbindliche Aussagen zu erhalten, stellte ich die Anfrage direkt an das BMVg.

Hier ein Auszug aus der Antwort des zuständigen Referat des BMVg:

"Sollte ... der GdS dauerhaft 50+ betragen, ... Sobald dieses Ergebnis festgestellt worden wäre, bestünde für Sie der Anspruch auf die einmalige Entschädigung in Höhe von 80000 €."

"Wie bereits dargestellt kann die einmalige Entschädigung bei Vorliegen der Voraussetzungen nach § 63a SVG bereits während des Dienstverhältnisses ausgezahlt werden.

Für die Zahlung der einmaligen Entschädigung i.H.v. 80000 € sowie der qualifizierten Dienstunfallversorgung ist ein auf den Einsatzunfall zurückzuführender GdS von 50 erforderlich."


Wie zu lesen, dass BMVg nennt ausschließlich den GdS als Voraussetzung !

Seit 2009 gab es keine Änderungen an den zugrunde liegenden Rechtsnormen.


Was man aber wissen und beachten muss:

Es zählt in beiden Fragen ausschließlich der GdS aus dem Einsatzunfall und den auf dem Einsatzunfall beruhenden direkten Folgen.

Wer noch weitere WDB hat, die nicht auf einem Einsatzunfall beruhen...

...hier kann es dann wirklich sein, dass er beides nicht erhält !

Beispiel 1

Einsatzunfall > Verlust Körperteil > bewertet mit GdS 50 > Anspruch besteht

Beispiel 2

WDB 1 ohne Einsatzbezug > GdS 10
WDB 2 ohne Einsatzbezug > GdS 20
Einsatzunfall > GdS 40

Im Versorgungsrecht werden diese Werte nicht einfach addiert !!
Der Gutachter bildet aus allen Werten einen Gesamt-GdS.

Im Beispiel GdS 40 > somit kein Anspruch


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ulli76

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #10 am: 17. Februar 2019, 16:25:06 »

Bei der Gesamt-GdS geht man vom höchsten Einzel-GdS aus und bewertet dann, in wiefern die anderen Schäden eine zusätzliche Einschränkung ergeben. Dabei führen Einzel- GdS von 10% in der Regel nicht zu einer Erhöhung der Gesamt-GdS. Das ist aber echt eine Wissenschaft für sich. Und bei Fällen, die nicht eindeutig sind, wird regelhaft ein Gutachter mit der Beurteilung beauftragt.

Bei meinem letzten Arbeitgeber war genau DAS einer meiner Schwerpunktaufgaben.
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Griffin

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #11 am: 17. Februar 2019, 17:57:38 »


... danke für die Klarstellung @LwPersFw, dass WDB-Verfahren/ den GdS betreffend.

Unbestritten bleibt jedoch, dass das SVG bezüglich der Einmalentschädigung und dem qualifiziertem Unfallruhegehalt immer auf das BeamtVG abstellt und dieses für deren Anwendungen bemüht. Und das BeamtVG agiert in den betreffenden Passagen stets mit dem Begriff der MdE. Und da die GZD die Ruhegehaltsbescheide erstellt und die Auszahlung der Einmalzahlungen auf Weisung BMVg vornimmt, weht wohl genau daher der MdE-Wind.

Auch unstrittig bleibt, dass die 6. Änderung der VersMedV (Entwurf) klar und absichtlich zw. den Begrifflichkeiten GdS, GdB und MdE differenziert.
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LwPersFw

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #12 am: 17. Februar 2019, 18:35:55 »


... danke für die Klarstellung @LwPersFw, dass WDB-Verfahren/ den GdS betreffend.

Unbestritten bleibt jedoch, dass das SVG bezüglich der Einmalentschädigung und dem qualifiziertem Unfallruhegehalt immer auf das BeamtVG abstellt und dieses für deren Anwendungen bemüht. Und das BeamtVG agiert in den betreffenden Passagen stets mit dem Begriff der MdE. Und da die GZD die Ruhegehaltsbescheide erstellt und die Auszahlung der Einmalzahlungen auf Weisung BMVg vornimmt, weht wohl genau daher der MdE-Wind.

Auch unstrittig bleibt, dass die 6. Änderung der VersMedV (Entwurf) klar und absichtlich zw. den Begrifflichkeiten GdS, GdB und MdE differenziert.

@Griffin,

wie ich ja sagte... ich glaube Dir das Bescheide entsprechend formuliert sind...

Nur ich behaupte ... es ist schlicht rechtswidrig.

Im Beamtenversorgungsgesetz - BeamtVG wird in "§ 37 Erhöhtes Unfallruhegehalt" ausgeführt:

"(1) Setzt sich ein Beamter bei Ausübung einer Diensthandlung einer damit verbundenen besonderen Lebensgefahr aus und erleidet er infolge dieser Gefährdung einen Dienstunfall, so sind bei der Bemessung des Unfallruhegehalts 80 vom Hundert der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge aus der Endstufe der übernächsten Besoldungsgruppe zugrunde zu legen, wenn er infolge dieses Dienstunfalles dienstunfähig geworden und in den Ruhestand versetzt wurde und im Zeitpunkt der Versetzung in den Ruhestand infolge des Dienstunfalles in seiner Erwerbsfähigkeit um mindestens 50 vom Hundert beschränkt ist."

Dort steht nicht, dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) um mindestens 50 vom Hundert...

Dies ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.

Denn wie in den zitierten Urteilen und den Ausführungen des BMVg bestätigt... gibt es seit 01.01.2009 im sozialen Entschädigingsrecht die MdE nicht mehr.

Sie wurde durch den GdS ersetzt.

D.h. im Bescheid des BAPersBw darf auch nur der GdS auftauchen.

Und der GdS gibt u.a. wieder, wie sehr der Soldat in seiner Erwerbsfähigkeit beschränkt ist.

Und da der GdS (seit 01.01.2009) = (alt) MdE ist... darf es z.B. in einem Bescheid der GZD keinen davon abweichenden Wert geben.

Das dies so ist habe ich ja schließlich "Schwarz auf Weis" vom BMVg.


Solltest Du davon betroffene Kameraden betreuen...
Melde Dich hier bitte richtig an...
Dann kannst Du mir die Kontaktdaten der Kameraden per PN zukommen lassen...
Damit ich diesen z.B. das Schreiben des BMVg zukommen lassen kann...
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Griffin

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #13 am: 17. Februar 2019, 21:16:08 »


... @LwPersFw , nochmals danke für Deine Erklärung.

Nein, ich betreue keine Kameraden diesbezüglich. Die Thematik betrifft mich mittelbar; sie beschäftigt mich jedoch sehr, da ich ein Gerechtigkeit liebender und fürsorglich veranlagter Mensch bin. Und da ich mich grundsätzlich nicht mit Halbwissen zufrieden gebe, möchte ich mich hierzu gern umfänglich einarbeiten und korrekt informiert sein.

Ich habe mich bereits wiederholt versucht im Forum "richtig" anzumelden - FAZ.

Es wäre prima, wenn Du mir auf meine Frage aus "Rund um WDB ..." noch eine Antwort geben könntest.

Danke!
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ulli76

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Antw:6. Änderung zur VersMedV
« Antwort #14 am: 18. Februar 2019, 09:13:00 »

@querdenker: In diesem Thread wird ernsthaft diskutiert. Deine komischen Theorien und wirren Texte kannst bitte in deinem eigenen Thread verbreiten.
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