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Wir mussten, für die nächste Zeit, leider das Schreiberecht für Gäste beschränken, da wir in den letzten 2 Tagen ca 1000 Beiträge mit Werbung für Pornoseiten von "Gästen" hatten

Leider wird uns vom Team der Arbeitsaufwand nach Europäischer Arbeitszeitrichline nicht gut geschrieben und somit haben wir beschlossen, das Schreiberecht für Gäste bis auf weiteres ruhen zu lassen.

Aufgrund des aktuellen Angriffs können Neuanmeldungen nur noch manuell freigeschaltet werden. Falls sich jemand angemeldet, aber bisher noch keine Bestätigungsmail bekommen hat- einfach nochmal versuchen. Es kann passieren, dass ihr bei der Löschung von Spamanfragen durchgerutscht seid.

Autor Thema: Erfahrungsbericht ACFüKrBw vom 28.06.2018 - RO nach §43 (3) i.V.m. §26 (4) SLV  (Gelesen 1612 mal)

doc.

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Hallo zusammen,

da ich selbst bei der Vorbereitung von den Erfahrungsberichten profitiert habe und es doch recht wenige für die Konstellation Bewerbung nach §43 (3) i.V.m. §26 (4) SLV gibt, dachte ich mir, ich lasse euch an meinen Erlebnissen teilhaben.

Wie schon erwähnt, es geht um die Eignungsfeststellung im Rahmen einer Bewerbung zur Einstellung als Reserveoffizier mit vorl. höherem Dienstgrad nach den o.a. Paragraphen. Dabei handelt es sich um eine eintägige Veranstaltung, die laut Einladung von 07.30 bis ca. 16.30 am ACFüKrBw in Köln, in der Mudra Kaserne geplant war.

In Anbetracht der Anfangszeit und einer Anreise von knapp 3 Stunden, hatte ich mich entschieden das Angebot der Anreise am Vortag mit Übernachtung in der Kaserne anzunehmen. Nach Voranmeldung per E-Mail wurde mir die Unterkunft auch bestätigt und bei meiner Ankunft war an der Wache auch der Schlüssel hinterlegt, mir wurde gezeigt wo ich in der Kaserne parken kann und wo sich die Unterkunft befindet. Letzteres war aber auch schon in der Einladung in einem Lageplan der Kaserne erklärt.

Vor der Unterkunft sammelten sich dann auch noch weitere Prüflinge, nicht alle für die gleiche Testung, nichtsdestotrotz mündete es in dem üblichen Austauschen von Anekdoten zur Bundeswehr und im speziellen auch zum Ablauf der Bewerbung etc.

Die Unterbringung war wie angekündigt als Einzelunterbringung in einer Mehrbettstube, in meinem Fall war ich alleine in einer 4er Stube mit Waschbecken. Bettwäsche lag bereit, überziehen mußte man natürlich selbst ;)

Frühstück gibt es von 05.45 - 07.30. Da die Stube sowieso im Laufe des Morgens zu räumen war, habe ich nach dem Duschen (ich war schon vor dem Wecker um 5.30 wach), Anziehen und Frühstücken gleich meine Sachen wieder gepackt und im Auto verstaut. Anschließend Betten abgezogen, Bettwäsche und den Schlüssel bei den Angestellten in der Unterkunft abgegeben. Die Kameraden die mit dem Zug angereist waren, konnten ihr Gepäck im Prüfungsgebäude im Keller zwischenparken.

Ich war dann gegen 07.15 am Prüfungsgebäude wo wir vom PvD (Prüfer vom Dienst) nett empfangen wurden. Es stellte sich heraus, daß unsere Gruppe einschließlich meiner Wenigkeit aus 5 Personen bestand. Von der geringen Größe war ich doch etwas überrascht. Da der Dresscode immer wieder ein Thema ist - selbst in der Gruppe von 5 Personen gab es die Spreizung zwischen Polohemd und Jeans und Anzug mit Krawatte. Ich hatte mich für ein weißes Hemd (ohne Krawatte) mit Sakko und Chinos entschieden. Das was ich auch sonst bei der Arbeit trage. Trotz der sommerlichen Temperaturen gabe es keine Exzesse mit T-Shirt und kurzen Hosen :D

Es fand dann eine Einleitung durch den PvD statt, Hinweise zur Reisekostenabrechnung, Austeilen des Laufzettels. Anschließend übernahm ein Prüfungs-StOffz und erklärte uns, was uns den Tag über erwartet. Dieser Punkt schloß dann mit dem Ausfüllen des PMO, des biografischen Fragebogens für Reserveoffiziere. Dieser ist ein Input für das spätere Interview, die Fragen bezogen sich auf Motivation, Erfahrungen mit der Bw, Stärken und Schwächen usw.

Damit waren wir dann auch recht fix fertig, so daß wir dann 15 min früher (08.45) mit dem nächsten Punkt starten konnten, dem CAT Adaptiv. Adaptiv heißt (so wurde es uns erklärt), daß die Fragen sich abhängig von den richtigen und falschen Antworten aufbauen. Sprich: wird die Frage richtig beantwortet wird die nächste schwerer, antwortet man falsch wird die nächste leichter. Inhalte: Sprachanalogien, Mathematik, Logikmatrizen. Zum Schluß dann die über 150 Fragen zur Persönlichkeit (Aussagen zu denen man seine Übereinstimmung preisgeben sollte), davon gefühlte 50 zur Einstellung zu Drogen ::) Auch diese Antworten wurden bei mir im Interview teilweise aufgegriffen.

Ich war als zweiter fertig (09.30) und wurde vom PvD (nach jedem Punkt sollte man mit seinem Laufzettel dort aufschlagen und wird verteilt. Der Laufzettel enthält zwar Uhrzeiten, der Plan ist aber flexibel) dann mit einer neuen Uhrzeit fürs Interview versorgt. Ursprünglich war das Interview bei mir nach dem Mittagessen geplant, aufgrund des Verlaufes aber auf 10.30 vorgezogen. Bis dahin könnte ich schonmal einige Arztpunkte abhaken. Das ging los mit Sehtests (Nacht, Rot/Grün, Schärfe), dem Hörtest und Messen und Verwiegen und Abgeben der Urinprobe.

Damit stand dann jetzt (10.30) das Interview an, die Kommission bestand aus einem StOffz und einem Psychologen. Gut zu wissen fand ich, daß es sich nicht um ein Kreuzverhör handelt, sondern das Gespräch findet immer 1:1 statt, bei mir begann der StOffz und bestritt auch den Hauptteil des ca. 40 Minuten dauernden Gesprächs, dann übernahm der Psychologe. Ohne auf die Inhalte einzugehen, es werden Aussagen aus den Tests herangezogen und kritisch hinterfragt. Daher ist es wirklich, wirklich wichtig bei den Tests ehrlich zu antworten (wird auch in allen Erfahrungsberichten hervorgehoben), weil man sonst beim Erklären seiner Antwort natürlich ins Straucheln kommen könnte. Generell verlief das Gespräch aus meiner Sicht fair. Am Ende wird man dann hinausgebeten, nach einer kurzen Beratung bekommt man dann das Ergebnis (Eignung oder (temporäre) Nichteignung) eröffnet und in Form eines Zwischenbescheides auch schriftlich in die Hand, wenn man möchte erhält man noch ein verbales Feedback.

Danach wieder zum PvD und vor dem Essen konnte ich noch den letzten Punkt beim Arzt abhaken. Die Ärztin erkundigte sich nach Vorerkrankungen, überprüfte den Bewegungsapparat und horchte den Oberkörper ab, Blutdruck vor und nach 20 schnellen Kniebeugen. Daraus resultierte dann mein Verwendungsausweis. Im Nachhinhein war ich überrascht wie viele Ausschlüsse drin sind, meine Wunschverwendung hat aber einen Haken, von daher alles ok. Das dauerte insgesamt vielleicht 20 Minuten.

Dann wieder zum PvD, der schickte mich in die Pause und bat mich um 12.30 für das Personalgespräch mit einem Personalberater wieder zurück im Warteraum zu sein. Das wäre dann auch schon mein letzter Punkt.

Dann ging ich gegen 11.45 zum Mittagessen, wo ich dann auch die Mitbewerber wieder traf (ansonsten trifft man sich wenn eher zufällig, weil jeder an einer anderen Station ist) und im Vergleich zu morgens war die Kantine auch richtig voll. Die anderen Kameraden waren noch nicht so weit, hatten alle entweder Interview oder Arzt noch vor sich.

Um 12.30 war ich dann wieder im Warteraum, genauso wie die anderen die auf ihr Interview warteten. Das war für mich auch tatsächlich die erste Wartezeit am Tag, es ging dann erst 20 Minuten später weiter. Ein UmP vom BAPersBw erklärte mir ausführlich was mich im Rahmen der Ausbildung 43.3/26.4 erwartet - insbesondere wiederholt der Hinweis, daß die OL1-3 alle in DVag zu absolvieren sind und somit kein Anspruch auf Unterhaltssicherung besteht. Das wußte ich ja schon vorher, aber der Kamerad nahm sich auch die Zeit auf die Hintergründe einzugehen, warum weshalb, und auch die Inhalte der OL. Wir gingen auch auf meine individuelle Situation ein, was die nächsten Schritte wären etc.

Alles aber noch vorbehaltlich der Frage ob man es schafft in der Eignungsreihenfolge aller Bewerber mit Reserveoffizierseignung in der Region der Rangliste abzuschneiden die die Teilnahme ermöglicht. Ich weiß nicht wieviele insgesamt getestet werden/wurden und wieviele genommen werden. Man erfährt dann auch logischerweise leider noch nicht am gleichen Tag ob man es geschafft hat, da erst gewartet wird bis alle Bewerber getestet wurden. Ein Bescheid soll bis spätestens August vorliegen. Die Eignungsfeststellung ist auch hier 2 Jahre gültig, falls man in diesem Jahr nicht zu den Auserwählten gehört.

Alles in allem war ich vom zügigen Ablauf begeistert, ich konnte schon gegen 14.00 die Heimreise antreten. Es gab bei mir kaum Wartezeiten und die Betreuung war einwandfrei. Jetzt gilt es nur noch auf den Bescheid zu warten...

Gruß,
doc.

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panzerjaeger

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Hallo doc.

vielen Dank für deinen aufschlussreichen Erfahrungsbericht.

Nachdem ich kürzlich aus Erfurt die Bestätigung bekommen habe, dass ich für 2020 im Verfahren nach §43 (3) i.V.m. §26 (4) mitberücksichtigt werde, steht nun als nächstes das AC an - jetzt allerdings in Erfurt statt wie früher in Köln.

Gerne werde ich dann zu gegebener Zeit ergänzende Erfahrungen aus dem neuen AC in Erfurt beisteuern.

Beste Grüße aus Berlin,
der Panzerjäger.
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doc.

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Gern geschehen und viel Erfolg! Interessant auch zu sehen, daß das "Pilotprojekt" noch weiter verfolgt wird :D

Gruß,
doc.
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